Christina König hat mit "Alles, was du wolltest" einen Debütroman geschrieben, der sich in eine Reihe mit Mareike Fallwickls "Dunkelgrün, fast schwarz" und Ruth-Maria Thomas' "Die schönste Version" stellen darf (zwei meiner absoluten all-time Favoriten). Eine dicht erzählte, sprachlich mitreißende Geschichten über toxische Beziehungen und Machtverhältnisse.
💍 darum geht’s:
Alex und Viktoria sind ein Paar und leben unter einem Dach. Es ist Viktorias Dach – schick möbliert, große Räume, Terrasse, Pool. Alex darf mietfrei dort wohnen, muss jedoch Putzfrau und Haushälterin spielen. Sie nimmt Viktorias Geschenke und ihre finanzielle Unterstützung an, wird dafür aber zunehmend zu Viktorias Marionette. Ein eigenes Massagestudio war schon lange Alex' Traum, also richtet sie sich in diesem ungesunden Kompromiss ein. Bis sie eines Tages einen Verlobungsring findet, der eine Entscheidung erzwingt. Der Roman erzählt an dieser Stelle drei mögliche Szenarien: Wie geht es weiter für Alex? Und was sind die Konsequenzen?
Authentisch, direkt und mitreißend erzählt Christina König von einer Beziehung, die ins Ungleichgewicht gerät – oder es von Anfang an bereits war? Denn Alex und Viktoria sind grundverschieden, ihre Gefühle füreinander überschattet von Abhängigkeiten, Kontrolle und Manipulation.
Der Schreibstil und die Dynamik des Buches konnten mich von Anfang an überzeugen. Aus einer Du-Perspektive heraus folgen wir der Abwärtsspirale, die sich immer enger um Alex und Viktoria zieht. Dabei sind die Dialoge sehr echt und ungeschönt – wie alles in dieser Geschichte. In diesem Buch gibt es auch nicht das eine Ende, sondern drei alternative Szenarien, die nacheinander durchgespielt werden.
Ein ganz besonderes, clever konstruiertes Buch, das mich sehr überzeugt hat. Ganz große Leseempfehlung und schon jetzt ein Jahres-Highlight! 💜
4.5 🌟