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Dorf im Himmel

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Die Bewohnerinnen und Bewohner eines Bergdorfes steigen aus ihren Gräbern und gehen zurück in ihre Häuser. Im neuen, paradiesischen Dorf im Himmel ist alles perfekt, absolut makellos. Es gibt keine Trauer mehr, keine Müdigkeit, keine Sorgen.
Die Menschen nehmen ihren Alltag wieder auf, aber nicht, weil sie müssen, sondern weil sie es gerne tun. Chemin, der Schreiner, braucht keine Särge mehr zu machen, der blinde Bé kann wieder sehen, die alte Catherine und ihre Enkeltochter Jeanne sind wieder vereint. Allmählich verlieren die Menschen die Erinnerung an ihr altes, irdisches Leben. Als die Ziegenhirtin Thérèse eines Tages mit einem Tier zu wenig von der Weide zurückkommt, gerät das Paradies ins Wanken.
Ein meisterhaft erzählter Roman über die Relativität des Glücks.

108 pages, Kindle Edition

First published January 1, 1941

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About the author

Charles-Ferdinand Ramuz

147 books33 followers
C.F. Ramuz was a French-speaking Swiss writer. Born in Lausanne and educated there he moved to Paris in 1903 where he first published a collection of poems, 'Le petit village.' At the outbreak of WWI in 1914 he returned to Switzerland and devoted his life to writing which included the libretto for Igor Stravinsky's 'Histoire du Soldat' in 1918. He died near his home town. His image now appears on the 200 Swiss Franc note and his foundation awards the quintannual Grand Prix C.F. Ramuz.

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Profile Image for Pinar.
41 reviews45 followers
September 4, 2025
„Da standen diejenigen, die gerufen wurden, aus ihren Gräbern auf. Mit dem Nacken stießen sie die Erde nach hinten, mit der Stirn durchbrachen sie das Erdreich – wie ein keimendes Korn, das seine grüne Spitze ins Freie drückt. Sie hatten wieder einen Körper.“ (Seite 1)

Mit diesen eindrucksvollen, beinahe biblischen Zeilen eröffnet C.F. Ramuz seinen Roman „Dorf im Himmel“. Schon der Einstieg zieht einen in eine seltsam entrückte, zeitlose Welt, in der Verstorbene eine zweite Chance im Leben erhalten und das in einem scheinbaren Paradies: ein Dorf ohne Krankheit, ohne schlechtes Wetter, ohne Sorgen. Alles scheint vollkommen. Doch genau hier setzt die eigentliche Geschichte ein.

Ramuz lässt seine Figuren in Rückblenden auf ihre früheren, gewöhnlichen Leben zurückblicken. Die Kontraste zwischen der damaligen Realität und dem heutigen Idealzustand dienen als Spiegel für eine zentrale Frage: Was ist Glück und wie lange bleibt es erfüllend, wenn es keine Herausforderungen, keine Unsicherheiten mehr gibt?

Er lädt einen dazu ein, sich mit Fragen auseinanderzusetzen wie: Entsteht Glück tatsächlich durch die Erfüllung aller Wünsche? Oder beruht es vielmehr auf dem Vergleich zwischen dem, was man hat, und dem, was man sich ersehnt? Was geschieht mit unserem Empfinden, wenn der Soll-Zustand zur dauerhaften Realität wird? Verliert das Glück dadurch seinen Reiz? Und führt eine Welt ohne Mangel und Wandel nicht letztlich zu Langeweile statt Zufriedenheit?

„Die Sonntage des Herzens waren selten in jener Zeit: Vielleicht waren sie darum so kostbar.“ (Seite 76)
Profile Image for Steffi.
1,124 reviews274 followers
July 27, 2025
Die Toten kommen zurück, das ist hier aber keine Zombie-Geschichte, es hat eher etwas Parabelhaftes, erzählt in langsamer, gleichzeitig poetischer wie einfacher Sprache.

Die ehemals Toten leben wie zuvor, aber es gibt keine Schmerzen mehr, keinen Zwang zur Arbeit, keinen Winter, keine Feindseligkeiten, kein Schwarz, kein Leid.

Das Glück hält nicht an, die Menschen sind nicht geschaffen für das Paradies.

Stilistisch ist das auf dem Level von Sturz in die Sonne, aber das Thema hat mich hier weniger angesprochen.
Profile Image for Conny.
627 reviews87 followers
January 18, 2026
Die Bewohnerinnen und Bewohner eines Bergdorfes steigen aus ihren Gräbern und kehren zurück in ihre Häuser: In diesem neuen, paradiesgleichen «Dorf im Himmel» scheint alles perfekt und makellos. Es gibt keine Müdigkeit mehr, keine Trauer und keine Krankheit. Obwohl sie es nicht müssen, nehmen die Menschen ihren Alltag wieder auf; in diesem Leben tun sie es, weil sie es wollen. Und doch stellen sie nach einiger Zeit, befreit von allen Sorgen, fest, dass ihnen etwas fehlt.

In diesem Roman stellt Ramuz Alltag und Utopie einander gegenüber und wirft zentrale Fragen auf: Was bedeutet Glück – und wie lange kann es erfüllend bleiben, wenn es selbstverständlich geworden ist? Ist Glück die einfache Erfüllung von Wünschen, oder kann es erst entstehen, wenn man im Gegenteil Schmerz und Leid durchlebt hat? Wie gewohnt in einfacher und gleichzeitig poetischer Sprache hat Ramuz eine schöne Parabel erschaffen, schlicht, aber lesenswert.
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