Aki irrt ohne Ziel durch getrieben von einer fortgeschrittenen Psychose und den Erinnerungen an das Verschwinden der Mutter, die Jugend in München, Freundschaften. Gefangen in emotionalem Stillstand und lähmender Einsamkeit.
In den Straßen von München, Wien und anderswo sucht er die Orte seiner Vergangenheit auf und findet sich zwischen Unsichtbaren und Ungehörten wieder. Es ist eine Gesellschaft der stummen die Fragilen und Unangepassten fallen hier durch die Maschen. Akis Sehnsucht nach Verbundenheit ist seine einzige Begleitung.
Aber dann ist da auch noch Nina, die in einem der vielen Plattenbauten Wiens lebt und sich Aki annimmt. Zur gleichen Zeit versammeln sich vor der Karlskirche. Aus friedlichem Protest entsteht ein absurder Bürgerkrieg. Doch was kann mit Widerstand überhaupt noch bewirkt werden?
Poetisch verwebt der radikale Roman feine Beobachtungen mit surrealen Momenten des Verlusts und der Entfremdung.
Ein sehr schneller, einnehmender und aufreizender Lesefluss. Perfekt zum Lesen an einem langen frühlingshaften Tag im April oder im wunderschönen Monat Mai auf einem Dach in Zürich,München oder eben Wien. Der Roman erinnert a die bildhaften Erzählungen von Bendedikt Wells und schließt sich an, einer Generation ein Gefühl zurückzugeben, das oft zwischen den Zeilen des Erwachsenwerdens verloren geht: *zärtliche* Orientierungslosigkeit. Zwischen lakonischem Witz und schmerzlicher Klarheit webt die Erzählung eine dichte Atmosphäre, in der sich Einsamkeit und Hoffnung, Rückzug und Aufbruch - das Innen und Außen - die Hand reichen.
Als klinische Psychologin hat mir am besten die subjektive Darstellung/das Erleben der Psychose des Protagonisten Aki gefallen. Leider nicht so positiv fand ich die reichlichen Rechtschreib- und Grammatik-Fehler; erst dachte ich es könnte absichtlich sein, denke aber im Rückblick nicht, dass es so war oder Sinn macht. Leider hat mich die Erzählung gegen Ende etwas verloren - klar, sicher chaotisch und abgehakt der Revolution und Psychose willen - für mich als Leserin jedoch dann zu unnachvollziehbar. Ich wünschte der Roman wäre noch etwas überarbeitet worden: sowohl auf die Fehler als auch auf den Erzählfluss bezogen - dann könnte er eine 5/5 sein!