Rebeccas Mann ist Schriftsteller. "Woher hast du deine Ideen?", fragt sie ihn eines Abends.
"Das könnte ich dir zeigen", sagt er. "Aber ich fürchte dort wird's dir nicht gefallen."
Was wie ein Scherz klingt, ist der Auftakt zu einer Reise, die sie nicht nur an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit führt, sondern auch an einen Ort, dessen Existenz schwer zu akzeptieren und doch nicht zu leugnen ist. Farblose Klippen, mitten in einer Welt aus verzerrten Erinnerungen und zweifelhaften Wahrheiten. Sie flieht vor einer Gestalt, die nicht da sein sollte, weil sie in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher sitzt, nachdem sie in den Schriften ihres Gatten geheime Botschaften zu entdecken glaubte und daraufhin vier Menschen tötete.
Aber diese ist nicht die einzige Gefahr. Denn der Ort, an dem Rebecca sich verirrt hat, ist untrennbar mit der Vergangenheit ihres Mannes verbunden, und zeigt ihr Abgründe, die dieser jahrelang vor ihr verborgen hat. David ist ein guter Ehemann, fürsorglich und liebenswert. Aber David ist auch ein Mörder.
Rebecca muss nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch für ihre Liebe zu dem Mann. Aber wie sehr kann sie ihn noch lieben, wenn er wirklich getan hat, was behauptet wird? Wie sehr kann sie ihm vertrauen?
Derweil bemerkt David Rebeccas Verschwinden. Schnell wird ihm klar, dass es nur einen Ort gibt, an dem sie sein kann. Und obwohl er hofft sich zu irren weiß er, dass ihr dort drüben nicht viel Zeit bleibt. Denn auch er kennt nicht jeden Winkel, aber er weiß, dass jener Ort kein freundlicher ist, und dass Dinge dort leben, deren Gier nie gestillt werden kann …
Mit „Ignael“ ist Wolfgang Rauh ein Buch gelungen, das sich nicht auf ein Genre festlegen lässt, sondern Elemente aus Horror, Mystik und Thriller miteinander verbindet.
Von Anfang an liegt eine dunkle, schwere Stimmung über dem Geschriebenen, die die Leser immer tiefer in eine abstruse Welt zieht, in der Wahrnehmung und Realität nicht mehr eindeutig voneinander zu trennen sind. Ignael ist kein Psychothriller, der auf schnelle Effekte oder permanente Action setzt, sondern einer, der seine Spannung aus Verunsicherung und einer beklemmenden Atmosphäre bezieht.
Vieles bleibt lange unklar und wirr, es wird nichts erklärt, sondern maximal etwas angedeutet und dadurch entsteht eine ganz eigenartige Art von Spannung. Es wirkt mystisch und psychologisch perfide, dabei entsteht immer ein größeres Gefühl der Bedrohung, das von einer Prise Horror durchzogen ist.
Die Leser müssen sich darauf einstellen, dass sich erst zum Schluss alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügt. Man muss bedenken, dass man lange nicht weiß wohin die Reise geht. Es braucht eine gewisse Bereitschaft sich auf ein mystisches, psychologisches Thrillerbuch mit Horroraspekte einzulassen, das ein völlig nebulöses, äußerst beklemmendes Bedrohungsszenario aufbaut und dessen Elemente sich erst am Ende alles zusammenfügen. Wenn man diese Aspekte beachtet, kann ich das Buch absolut empfehlen!
zunächst frage ich mich…wie kommt man nur auf sowas? Fernab der Realität und doch so dicht dran! Wir lernen David und Rebecca kennen. Ein wirklich sympathisches Paar. So voller Liebe zueinander. Die beiden begeben sich auf eine Reise. Für Rebecca eine eher unfreiwillige Reise und für David eine Reise zu sich selbst. Den Schatten seiner Vergangenheit, seinen Taten und ihrer Verarbeitung.
Unglaublich dargestellt! Die Art und Weise lässt mich fast sprachlos zurück. Ich war die ganze Story überwiegend bei David und konnte mit ihm fühlen. Seinen Schmerz, seinen Kampfgeist und seine Verzweiflung. Dieses Buch hat etwas so faszinierendes und fesselndes. Ganz stark! Hat mir wirklich gut gefallen.
Und wer noch etwas großartiges von ihm lesen möchte. Ganz GROSSE Empfehlung ist Leichdorf.