»Ich wollte bloß leben, über alle denkbaren Grenzen reisen und frei über alle Straßen laufen.«
Karina und Tonya teilen alles — ihr Studium an einer Moskauer Uni, betrunkene Männer, leere Geldbörsen, aber vor das ambitionierte Ziel, nach Europa auszuwandern. Während im jungen neuen Jahrtausend der eine Teil der russischen Gesellschaft zwischen Luxusautos und Kaviar versinkt, schummelt sich der andere mittellos durchs Leben. Auch Karina hat gelernt, mit Witz und Wahnsinn jede Situation zu meistern und an ihren Träumen festzuhalten, komme, was wolle. Doch mehr und mehr schieben sich ihre Träume vor die Freundschaft mit Tonya, und was einst nach einem großen ›Für immer‹ klang, wird plötzlich brüchig.
Geschickt verwebt Maya Rosa in ihrem Debütroman »Moscow Mule« das Politische mit dem Freiheitsdrang des Erwachsenwerdens und zeigt dabei mit einem einzigartigen Sound voller Witz und Klugheit, dass man mit Lebensfreude so manche gesellschaftliche Kette sprengen kann.
Das Buch spielt im Moskau der 00er Jahre und erzählt von Karina, deren Traum es ist, Russland zu verlassen und in einem Land zu leben, das mehr Freiheit bietet. Wir begleiten sie auf der Suche nach einer Möglichkeit ihren Traum zu verwirklichen und bekommen dabei viele Szenen ihres Alltags mit. Auch wird bei vielen Gelegenheiten auf die Probleme des Landes, wie Korruption und Meinungsunfreiheit, aufmerksam gemacht.
Der Klappentext des Buches hat mich leider etwas in die Irre geführt. Die Freundschaft zwischen Karina und Tonya nimmt zwar durchaus Raum ein, aber der Bruch zwischen den beiden kommt erst sehr spät und wird fast wie eine Fußnote behandelt. Ich hatte psychologisch tiefgehende Schilderungen des Scheiterns einer Frauenfreundschaft erwartet. Leider wurden auch die übrigen Charaktere und deren Beziehung zur Protagonistin, sehr oberflächlich behandelt.
Die Sprache des Romans hat mir prinzipiell gefallen. Unglücklicherweise empfand ich dem Gebrauch von Vergleichen und Metaphern in dem Text als überstrapaziert. Es gibt viele sehr schöne Sprachbilder, hier wäre für meinen Geschmack weniger aber mehr gewesen. An manchen Stellen wirkte es einfach zu gewollt.
Das Buch liest sich dennoch gut und bringt eine spannende Perspektive auf Russland aufs Papier.
Eine Geschichte mit dem Witz und Charme, den gute Literatur über Russland mitbringt - wie man bei allen Missständen noch seinen Kopf nicht verliert, auch wenn man glaubt, man verliert ihn. Es werden sehr wohl Probleme thematisiert und realistische Bedingungen geschildert, auch wenn es primär einfach eine sehr herzliche Geschichte ist, bei der man sofort mit der Protagonistin fühlt.
Der Einstieg ins Buch war irgendwie unpassend zum Rest, als hätte die Autorin schocken wollen damit man dran bleibt. Die restliche Story fand ich ganz gut, vor allem die Einblicke in die Zeit und Gesellschaft round about 2007 in Russland und einige sehr witzige Formulierungen die Spaß gemacht haben. Ich konnte mich aber nicht wirklich mit der Hauptperson identifizieren und so richtig gecatched hat mich die Story auch nicht.
Mit Tempo, Witz und viel Ironie zeichnet Maya Rosa ein unverblümtes Porträt der frühen Putin-Ära - die knallharte Wirklichkeit des russischen Alltags in Moskau, rauschartig, humorvoll und scharfzüngig erzählt, mit berührender Melancholie und einer erfrischend optimistischen Grundstimmung.
„Moscow Mule“ hinterlässt bei mir vor allem eines: das Gefühl von verpasstem Potenzial. Der Roman greift durchaus relevante und vielschichtige Themen auf, bleibt dabei jedoch leider überwiegend an der Oberfläche.
Besonders enttäuschend ist die Darstellung der Freundschaft, die eigentlich als zentrales Element angelegt scheint, letztlich aber nur beiläufig behandelt wird. Statt emotionaler Tiefe oder echter Entwicklung wirkt sie eher wie ein loses Motiv, das nicht vollständig ausgeschöpft wird. Ähnlich verhält es sich mit den Männergeschichten, die zwar präsent sind, jedoch ohne wirkliche Tiefe bleiben und eher angerissen als erzählt wirken.
Dabei steckt in der Geschichte so viel mehr. Wichtige gesellschaftliche und persönliche Themen werden zwar aufgegriffen, jedoch nicht konsequent weitergedacht. Gerade die Perspektive junger russischer Frauen, ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben und der Versuch, den eigenen Umständen zu entkommen, hätte deutlich intensiver und differenzierter beleuchtet werden können. Aus eigener Erfahrung durch Begegnungen mit russischen Mitstudentinnen während eines Auslandsstudiums weiß ich, wie real und tiefgreifend diese Verzweiflung sein kann. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass der Roman diesen Aspekt authentischer und mutiger einfängt.
Sehr gelungen fand ich hingegen die Darstellung der Großmutter. Ihre Figur wird stark und zugleich herzlich gezeichnet. Sie hat mich stark an meine eigene Familie in der Heimat erinnert und gehört für mich zu den wenigen wirklich berührenden Elementen des Buches.
Insgesamt bleibt „Moscow Mule“ somit hinter seinen Möglichkeiten zurück: ein Buch mit starken Ansätzen und einzelnen berührenden Momenten, das jedoch nicht die Tiefe erreicht, die seine Themen verdient hätten.
Karina ist Studentin und kämpft sich durch den russischen Winter, die Moskauer Metro, Semesterprüfungen und mittelschwere Lebenskrisen – mit dem großen Wunsch das Vaterland endlich zu verlassen. Der Debutroman von Maya Rosa ist eine amüsante und kurzweilige Lektüre. Mir ist Karina beim Lesen ans Herz gewachsen, ein intelligenter, manchmal naiver, verzweifelter aber gleichzeitig auch leichtherziger Charakter. Die Sprache des Romans lässt sich leicht lesen und ist auf eine authentische Weise sehr lustig. Ein Buch das Russlands Gegensätze aufzeigt, Armut, Reichtum, Metropolen und Entbehrung, die Überdrüssigkeit aber auch die Liebe zur Kultur und Geschichte Russlands. Die Autorin übt Regimekritik, ohne dass es überheblich wirkt. Der einzige Minuspunkt für mich ist die Gestaltung des Covers, ich hätte auf die Frauenfigur auf dem Cover verzichtet und auch der Umschlag aus Hochganzpapier sagt mir nicht so zu. Mir hat das Buch jedoch sehr gut gefallen. Leichtfüßig ohne dass man Inhalt vermisst.
Der Roman nimmt die Situation junger Frauen im heutigen Russland in den Blick. Die Hauptperson ist Karina, die an einer Moskauer Universität politischen Journalismus studiert. Da sie in finanziellen Engpässen steckt, sucht sie regelmäßig Nebenjobs. Ihre freie Zeit verbringt sie mit ihrer besten Freundin Tonya und anderen Freunden. Sie gehen in Bars, auf Parties, immer auch auf der Suche nach Männerbekanntschaften.
Karina ist bei ihrer Großmutter aufgewachsen. Ihr Verhältnis zur Mutter ist schwierig, da diese sie ablehnt und ihr keinerlei Rückhalt und Verständnis bietet. Die junge Frau ist etwas ziellos, die Wahl ihres Studienfachs war eher beliebig. Wichtig wäre ihr, ins Ausland zu gehen, um dort endlich frei zu sein. Daher sucht sie nach Möglichkeiten, um an ein Visum zu gelangen.
Karinas Entwicklung erleben wir vor der Kulisse Russland. Die politische Gleichschaltung ist in vollem Gange, Meinungsfreiheit, Medienfreiheit etc. sind eingeschränkt. Zudem gibt es deutliche Unterschiede zwischen Arm und Reich. Korruption ist allgegenwärtig, sämtliche Annehmlichkeiten, Diplome und andere Vorteile können mit Geld gekauft werden – falls man es hat. Zugleich wird die kritische Lage in der patriarchalischen Gesellschaft thematisiert, in der es an Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau mangelt.
Der Mord an der engagierten Journalistin Anna Politkowskaya wird im Roman mehrfach angesprochen und ihr dadurch auch ein kleines Denkmal gesetzt. Wenn kritischer Journalismus und Menschen mit anderer politischen Haltung letztlich mit dem Leben bezahlen müssen, stellt sich die Frage, welche Lebensentwürfe und Perspektiven für die Jugend noch bleiben. "Wir waren zu jung, um patriotisch zu sein, und zu alt, um an den Triumph der Gerechtigkeit zu glauben. Die Perspektiven waren überschaubar". Weiterleben und die Politik ignorieren oder abwarten auf freie Wahlen, echte Opposition und keine Zensur oder nach Europa emigrieren. Karina und Tonya treffen unterschiedliche Entscheidungen.
Ich wollte den Roman wirklich gern mögen und freute mich auf die Lektüre. Doch leider konnte er mich nicht packen. Ich blieb zumeist emotionslos und distanziert. Karina und auch alle anderen Figuren blieben mir emotional fern, obwohl die Autorin die Ich-Perspektive gewählt hat. Ganz im Hintergrund spürte ich eine Wut und Empörung, durchaus auch Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sowie etwas Mitgefühl für Karina in Bezug auf das Verhältnis zu ihrer Mutter. Aber insgesamt wurde ich kaum berührt.
Zudem konnte mich der Roman nicht fesseln. Einen Spannungsaufbau konnte ich nicht wahrnehmen, es gab keine wirklichen Höhepunkte; alles plätscherte recht eintönig vor sich hin. Es las sich wie aneinander gereihte sachliche Geschehnisse.
Leider begann mich auch die Sprache irgendwann anzustregen und zu nerven. Bei manchen Formulierungen war ich unsicher, ob es sich um eingedeutschte russische Ausdrücke handelte. Der Sprachstil wirkte manchmal etwas übertrieben. Dies war sicherlich häufig auch satirisch gemeint, doch konnte mich auf Dauer nicht überzeugen. All das führte dazu, dass ich nach einiger Zeit Absätze und ganze Seiten nur überflog und querlas.
Fazit: Besonders die Situation und Entwicklung der jungen Frauen sowie das Setting des heutigen Moskaus mit all seinen politischen und gesellschaftlichen Besonderheiten interessierten mich und regten mich zum Nachdenken an. Leider konnte mich allerdings weder der Aufbau noch die Sprache des Romans fesseln und berühren. Schade!
„Moscow Mule“ bezeichnet einen Wodka-Cocktail, der interessanterweise nicht in Russland sondern in den USA erfunden wurde, um Wodka dort populär zu machen. Er ist also kein Exportschlager, sondern ganz und gar amerikanisch. Für mich ist der gleichnamige Roman von Maya Rosa leider auch kein Exportschlager. Ich finde den Mix nicht ausgewogen und das Buch trifft leider so gar nicht meinen Geschmack.
Die Ich-Erzählerin Karina ist außerhalb von Moskau aufgewachsen und pendelt nun als Studentin des politischen Journalismus zwischen Moskau und einem Vorort, in dem sie bei ihrer Großmutter lebt, hin und her. Die meiste Zeit verbringt sie entweder mit ihrer besten Freundin Tonya, in einem Club oder im Bett mit einem (meist wildfremden) Mann. Wahlweise die letzten beiden Punkte auch zusammen mit Tonya. Beide wollen raus aus Russland, vor allem seit 2006 die kremlkritische Journalistin Anna Politkowskaja einfach so in Moskau ermordet wurde.
Jetzt denkt man: Das ist eine wirklich gute Voraussetzung für einen tiefgründigen Roman, der sich mit der Seele junger, politisch engagierter Leute in Russland beschäftigt. Aber weit gefehlt. Tiefgründig wird es leider nie so richtig im Roman. Die Figuren bleiben unglaublich blass. Inhaltliche Tiefe will scheinbar allein dadurch erreicht werden, dass mehrfach der Mord an Anna Politkowskaja mehrfach erwähnt wird (mehr aber auch nicht). Vielleicht will der Roman auch die Selbstermächtigung zweier Frauen zeigen, die sich Männer zunutze machen. Aber letztlich vögeln sie sich nur durch die Gegend mit wechselnden Partnern, um bestenfalls einen Vorteil für sich herausschlagen zu können.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich bis Seite 100 intensiv gelesen und gehofft habe, irgendwo Tiefe zu finden. Ab da habe ich eher so oberflächlich weitergelesen, wie auch der Text geschrieben ist. Leider tauchte bis zum Ende des Romans keine Szene mehr auf, die mich irgendwie mitnehmen konnte. Der Schreibstil ist durchschnittlich bis einfach gehalten und der angekündigte Humor trifft scheinbar so gar nicht meinen Sinn für Humor.
Mich hat das Cover gleich auf den ersten Blick gebannt und der Klappentext klang interessant, ebenso wie die ersten Seiten. Aber es bleibt bei einer Aneinanderreihung von gefühlt zu belanglosen Szenen (im Vergleich dazu, was für ein Fass hätte aufgemacht werden können, da die Protagonistin politischen Journalismus studiert und kurz zuvor Anna Politkowskaja ermordet wurde). Es ist so schade, hatte ich doch zunächst ein großes Interesse an diesem Buch. Deshalb gibt es leider keine Leseempfehlung von mir für den unausgewogenen, eher langweiligen Cocktail „Moskow Mule“, den ich, hätte ich dafür nicht eine Rezension schreiben wollen, nicht einmal vollständig ausgetrunken (aka zu Ende gelesen) hätte.
Ich gestehe: Eigentlich kam ich über den Drink zum Buch. Ein Moscow Mule gehört für mich zu den besten Cocktails überhaupt – frisch, scharf, ein bisschen wild. Genau so fühlt sich auch dieser Roman an. Und so wie der Drink zu meinem Lieblingsgetränk wurde, so hat Maya Rosas Debüt Moscow Mule direkt einen festen Platz in meinem Bücherregal gefunden. Wir folgen Karina und Tonya, zwei Studentinnen im Moskau der frühen 2000er Jahre. Sie teilen nicht nur das Leben im Wohnheim, das ständige Geldproblem und den schwarzen Humor, der sie über Wasser hält – sondern vor allem einen großen Traum: Europa. Ein neues Leben, raus aus den engen Strukturen, raus aus der Korruption, raus aus der bleiernen Schwere eines Systems, in dem Zukunft oft wie ein leeres Wort klingt. Maya Rosa zeichnet dieses Setting mit einer Wucht, die mich sofort hineingezogen hat. Man riecht die abgestandene Luft der Wohnheime, spürt die Kälte der Moskauer Straßen, hört die lauten Widersprüche dieser Stadt: Luxusautos und Kaviar für wenige, Nudeln aus dem Wasserkocher für viele. Die Figuren sind keine Heldinnen aus Hochglanzprosa, sondern junge Frauen voller Sehnsucht, Fehler, Schlagfertigkeit und Zorn. Gerade Karina, mit ihrer unbändigen Energie, wirkt wie eine Naturgewalt, während Tonya eher leiser, nachdenklicher bleibt. Was dieses Debüt so stark macht, ist der Tonfall: direkt, schnörkellos, gleichzeitig poetisch und mit einem Witz, der manchmal so unerwartet daherkommt, dass man laut lachen muss. Doch unter dieser Leichtigkeit lauern immer die Schwere und der Ernst der Lage: Korruption, Perspektivlosigkeit, politische Repression. Maya Rosa verknüpft das Persönliche mit dem Politischen, ohne belehrend zu wirken. Man liest von Freundschaft, Freiheit, Identität – und begreift gleichzeitig viel über die gesellschaftliche Wirklichkeit Russlands dieser Zeit. Besonders berührt hat mich, wie klar hier gezeigt wird, dass Träume nicht nur Flügel geben, sondern auch Mauern errichten können. Der Wunsch nach einem anderen Leben wird für Karina so stark, dass selbst die engste Freundschaft Risse bekommt. Diese Ambivalenz – zwischen Nähe und Distanz, Hoffnung und Ernüchterung – macht den Roman so wahrhaftig. „Moscow Mule“ ist ein Debüt, das in Erinnerung bleibt: sprachlich packend, inhaltlich relevant und emotional zutiefst bewegend. Wie der Drink, nach dem es benannt ist, vereint es Leichtigkeit und Schärfe, Süße und Bitterkeit. Für mich war es ein absolutes Highlight, und ich vergebe ohne Zögern fünf Sterne. Ich freue mich jetzt schon auf das, was Maya Rosa als Nächstes schreiben wird.
Karina und Tonya sind beste Freundinnen, die zusammen an der Moskauer Universität Politikjournalismus studieren. Während Tonya in einem Studentenwohnheim lebt, wohnt Karina bei ihrer Großmutter, in einer Wohnung, die gut zwei Stunden von Moskau entfernt ist. Und das, obwohl ihre Mutter in einer Wohnung in Moskau lebt. Die beiden Freundinnen schlagen sich zusammen die Nächte um die Ohren und teilen auch sonst fast alles miteinander - Käsebrötchen und Grüntee, aber auch Männer. Ein scheinbar normales Student*innenleben zwischen studieren und das Leben genießen. Doch eines Tages wird eine Politikjournalistin mit mehreren Schüssen in ihrer Wohnung getötet, nachdem sie zuvor nur knapp einer Vergiftung davongekommen war. Karina und Tonya beschließen beide, dass sie mit ihrem Studium in Russland keine Perspektive haben und suchen daraufhin nach Möglichkeiten aus ihrem korrupten Heimatland zu fliehen.
Maya Rosa hat mit ihrem Debütroman ein Werk geschaffen, das einen guten, aber auch erschreckenden Blick auf das Leben in Moskau (aber auch Russland im Allgemeinen) gewährt. Themen wie Korruption, Politik, Geschlechterrollen und Armut/Reichtum, aber auch schwierige Familienverhältnisse spielen hierbei eine wichtige Rolle. Vor allem Karinas Beziehung zu ihrer Mutter ist toxisch und erklärt sehr gut, warum diese (unfreiwillig) bei ihrer Großmutter wohnt. Aber auch die Freundschaft von Tonya und Karina ist zu Anfang ein wichtiges Element in der Geschichte, auch, wenn diese immer mehr verblasst.
Der Schreibstil von Maya Rosa hat mir gut gefallen und ich konnte das Buch flüssig lesen. Thematisch gesehen war es für mich auf jeden Fall eine interessante Geschichte. Leider kamen einige Themen trotzdem ein bisschen zu kurz. Ich hätte gerne über Karinas Reise nach Berlin und Tonyas Perspektive in der Geschichte gelesen. Generell hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.
Dennoch war es für mich ein Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe und dessen Höhen die Tiefen überwiegen. Eine Empfehlung für alle die gerne mehr zu den oben genannten Themen lesen möchten.
Karina und Tonya leben in Moskau und wollen nur eins: Nach Deutschland. Warum ausgerechnet dahin? Dafür gibt es vielerlei guter Gründe, die im Buch aber nicht ganz deutlich werden. Deutlich wird, dass Karina mitgeschleift wird, von den Träumen ihrer Freundin. Sie hat nicht sehr liebevolle Eltern, die wilde, unberechenbare Natur Russlands ist sie satt und sie wünscht sich anzukommen. In einem Land, in einer Stadt, in der sie frei sein darf: Berlin. Hier gibt es nicht so viele Regeln, wie in Russland. Hier wird man nicht eingesperrt, weil man etwas falsches gesagt hat. Hier wird man nicht mit Mitgliedschaften im Fitnessstudio geködert, um einer Partei beizutreten. Die Autorin zeichnet Karina als rastlos. Sie hangelt sich von Liebhaber, zu Fototerminen, zu anderen Events und Parties, nur um nicht die zwei Stunden Hin- und Rückfahrt von ihrer Uni zu ihrer Oma und zurück in Kauf nehmen zu müssen. Sie lebt zwischen den Welten, ist zwar eine fleißige Studentin, aber hat sonst wenig Ambitionen. Durch die verschiedenen Kulissen erschafft sich Autorin Rosa die Möglichkeit, mit Moskau - repräsentativ für Russland - stark ins Gericht zu gehen. Sie weist auf, was falsch läuft, aber auch, woher der Charme dieser Kultur kommt. Andersherum zeichnet sie Berlin - repräsentativ für Europa - als einen Traum. Als ein Ziel, an das man ankommen müsse, aber das unerreichbar bleibt. Ich hatte schon vorab oft gehört, dass es für Russen schwierig ist, aus ihrem Land herauszukommen. Durch dieses Buch bekam ich einen Eindruck von dem 'Warum', ohne, dass Rosa zu tief in die politischen Debatten eintaucht. Die Kapitel sind alles Momentaufnahmen. Eine Situation folgt der nächsten. Es ist kein Ineinandergreifen der Ereignisse, sondern auch der Leser lebt - wie Karina - von einem Moment in den anderen. Der Sprachstil hat mich immer wieder fasziniert. Rosa kann gut mit Worten Bilder weben und hinterlässt einen gut verständlichen, gut recherchierten Roman, der sicherlich auch auf eigenen Erfahrungen basiert. Gerne hätte ich noch mehr aus Deutschland gelesen.
„Moscow Mule“ ist wie ein Cocktail aus Wodka, Fernweh und bitterer Realität – nur leider ohne Limette zum Schöntrinken. Das Buch begleitet zwei Studentinnen im Russland der 2000er, die eigentlich nur drei Dinge wollen: studieren, halbwegs würdevoll überleben und diesem strengen, grauen Regime möglichst bald den Rücken kehren. Europa glänzt am Horizont wie ein Versprechen aus dem Reisekatalog, doch der Weg dorthin führt nicht nur über politische Schlagbäume, sondern auch direkt durch die bröckelnde Statik ihrer Freundschaft.
Statt dramatischem Paukenschlag-Plot serviert der Roman eine Art literarischen WG-Alltag: Vorlesungen, Geldsorgen, absurde Situationen und der ganz normale Wahnsinn des Erwachsenwerdens in einem Land, das jungen Menschen eher Steine als Chancen in den Weg legt. Und genau das macht „Moscow Mule“ so gut. Zwischen trockenem Sarkasmus und herrlich schrägem Humor wird deutlich, wie Armut, Perspektivlosigkeit und politische Gängelung den Alltag bestimmen – ohne dass einem dabei permanent das Elend mit dem Vorschlaghammer erklärt wird.
Das Buch ist witzig, manchmal beinahe frech, lacht aber nie ohne Grund. Unter den pointierten Dialogen und ironischen Beobachtungen liegen ziemlich schwere Themen: die Hoffnungslosigkeit einer Generation, die Kritik an einem System, das Träume eher verwaltet als erlaubt, und ein ehrlicher Blick auf die russische Kultur jenseits von Klischees und Pathos. „Moscow Mule“ zeigt, dass man über bittere Wahrheiten lachen kann – nicht weil sie harmlos sind, sondern weil Humor manchmal die einzige Überlebensstrategie ist.
Am Ende ist dieser Roman weniger ein rasantes Abenteuer als eine kluge, sarkastische Begleitung durch den studentischen Alltag: unaufgeregt, scharf beobachtet und mit genug Witz, um die bittere Note nicht nur erträglich, sondern lesenswert zu machen.
ich wünschte, ich könnte dem buch wenigstens 4 sterne geben, aber es war leider das enttäuschendste buch was ich gelesen habe dieses jahr
der klappentext ist genau mein ding; lebenskrise mit leichter politischer kritik, super spannend aber es war leider sehr ernüchternd. die sprache war konstant sehr komisch, unfassbar seltsame formulierungen, die ich auf die herkunft der autorin schiebe. ich habe mich teilweise gefragt, ob das buch ursprünglich in russisch geschrieben und dann von ihr selbst 1:1 übersetzt wurde
wenn man selbst russische wurzeln hat versteht man einige anspielungen mit sicherheit wesentlich besser und hat dadurch mehr spaß beim lesen
dass das buch nicht so spannend war, stört mich weniger, ich mag ruhige und realistische bücher. leider hat es aber meine erwartungen auch hinsichtlich des inhalts verfehlt ich hätte mir vor allem mehr kritik gewünscht, mehr wunsch und anstrengung nach auswanderung
ich glaube aber, dass der hauptgrund für die 3 sterne bei der sprache liegen, hier sehe ich auch den verlag in der verantwortung. penguin ist so ein renommierter und erfolgreicher verlag, da frage ich mich: wieso hat kein mensch dort angemerkt, dass die sprache teilweise wirklich unverständlich und seltsam ist? 90% der formulierungen würde man so nie im leben sagen, in keiner situation
wäre das nicht gewesen und wäre es inhaltlich etwas mehr ausgebaut worden, dann wäre das ein sehr sehr gelungenes und schönes debut geworden
das positivste an dem buch war das ende, da musste ich auch die ein oder andere träne verdrücken. der abschied, die subtilen und nicht so subtilen zeichen der liebe und unterstützung ihrer angehörigen, das zurücklassen der familie, die unklarheit über die freundschaft mit tonya - alles sehr gelungen und emotional
Für mich war dieses Buch vor allem von Oberflächlichkeit geprägt. Die ganze Geschichte schien auf 'vibes' zu beruhen, einzelne Momente und Anekdoten, Szenen... 250 Seiten lang gab es mehr oder minder keinen Spannungsaufbau, Konflikt oder größeres Thema, bis auf, dass die Protagonistin unbedingt aus dem für sie nicht-lebenswerten Russland entkommen wollte. Das heißt mein erstes großes Problem war die komplette Abwesenheit von einer sich entwickelnden Geschichte. Das zweite große Problem waren die Charaktere, sie sind für mich alle untief geblieben. Besonders anstrengend fand ich die Kommunikation zwischen den anscheinend besten Freundinnen, die die gesamte Zeit miteinander verbringen und sich dann (ehrlich bisschen aus dem Nichts) streiten, aber keine Klärung auf diesen Streit folgt und der Streit selbst lediglich zwei Buchseiten einnimmt. Für das Level an Freundschaft, was davor beschrieben wurde schien mir dieser sehr schlecht kommunizierte Konflikt dann doch ein wenig absurd/ frustrierend, das darauf nichts folgte. Mir wurde das Buch als ein Buch verkauft, was die Geschichte zwischen diesen beiden Freundinnen erzählen soll?? Fast noch absurder schien mir die Frage der Famile und Mutter angeschnitten. Die Mutter hatte exakt eine Charaktereigenschaft: Sie war unglaublich kühl und fies gegenüber ihrer eigenen Tochter. Karina war davon getroffen, aber auch hier – wie in der Freundschaftsfrage – wurde keine wirkliche Ebene der Reflektion oder Charakterwachstums aufgemacht, die Emotionen wurden kurz angeschnitten und relativ schnell wieder abgewürgt durch andere Szenen und Momente; Ich finde diese Familienfrage wurde ab und zu angeteasert und hätte 10x mehr Raum einnehmen müssen, um den fehlenden Plot wettzumachen.
Ein Roman wie der Cocktail, nach dem er benannt ist - 'Moscow Mule' - Spritzig herb, erfrischend, und alle Figuren scheinen ständig mit leichtem Standgas unterwegs zu sein. 😂 Karina und Tonya leben in Moskau, gefangen zwischen gesellschaftlichen Extremen und politischen Zwängen. Ihr gemeinsamer Traum: ein neues Leben in Europa. Dort, wo alles besser sein soll - frei von Korruption und mit mehr Raum zur Selbstverwirklichung, besonders als Frau. Auf dem Weg dorthin ist ihnen fast jedes Mittel recht. Doch trotz aller Herausforderungen kommt eines nie zu kurz: exzessive Partys, durchzechte Nächte und jede Menge alkoholgeschwängerten Begegnungen. Die Autorin Maya Rosa schafft es, diesen Drang nach Freiheit, die Suche nach Identität und weiblicher Selbstbestimmung in einem ebenso unterhaltsamen wie nachdenklich stimmenden Roman zu packen. Besonders gelungen fand ich die ungezähmte Dynamik zwischen den beiden Freundinnen - herrlich unangepasst und mit Dialogen, die mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht haben. Weniger amüsant, dafür umso eindringlicher: Karinas Mutter, die scheinbar alles daran setzt, das Selbstwertgefühl ihrer Tochter zu zerschmettern - eine Figur, über die ich mich regelmäßig aufregen musste. Zugegeben: Die meisten Charaktere waren mir ein wenig zu überzeichnet - mit einer rühmlichen Ausnahme. Die Oma. Die war einfach großartig und hat sofort mein Herz gewonnen. Die Handlung selbst folgt weniger einem stringenten Plot als einem atmosphärischen Treiben - mehr Beobachtung als Zielstrebigkeit. Kein Buch, das mir dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, aber definitiv eines, das sich leicht, unterhaltsam und stellenweise auch überraschend ehrlich liest.
Beim Titel Moscow Mule denke ich an einen Cocktail unter anderem mit Wodka und Ingwer, der besonders gerne kalt getrunken wird. Im Roman von Maya Rosa geht es allerdings um das korrupte Leben einer Moskauer Studentin.
Karina und ihre Kommilitonin Tonya sind gefrustet. An ihrer Uni regiert das Geld, mit entsprechenden Mitteln lässt sich aus ihrer Sicht alles kaufen. Leider haben weder Karina noch Tonya finanzielle Ressourcen und stürzen sich daher in Liebschaften und Affären. Von einem Fotografen über Studierende aus dem Ausland ist alles dabei. Schließlich entschließt Karina sich, Russland Richtung Deutschland zu verlassen… Ich finde es bemerkenswert, wie detailliert der Alltag von Karina beschrieben wird. Ungeschönt beschreibt sie Kälte und Korruption. Durch die Beschreibungen habe ich das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Dazu passt, dass der Schreibstil flüssig und gut zu lesen ist.
Allerdings dreht sich die Handlung quasi im Kreis. Karina stürzt sich von Affäre zu Affäre und kommt fast schlampig rüber. Mir fällt es schwer, sie einzuordnen und mit ihr warm zu werden. Ähnlich verhält es sich mit ihren Jobs von Übersetzungen zu Musikvideos und Modeln. Das wird für mich schnell zäh und einfallslos, was ich sehr schade finde.
Insgesamt sehe ich das Potenzial des Romans, muss allerdings Abzüge machen. Dennoch gebe ich vier Sterne und freue mich über ähnliche Bücher.
Bittersüß und pointiert: Maya Rosas Blick auf Russland „Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich, dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben. Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen.“ (Moscow Mule, S. 22)
Karina ist Studentin und wohnt in Moskau, die wünscht sich nichts sehnlicher als mit ihrer Freundin Tonya auszuwandern. Allerdings scheitert dieses Vorhaben an ihren finanziellen Möglichkeiten und an den politischen Gegebenheiten.
Die Themen in diesem Buch sind vielfältig. Es geht um beispielweise Freundschaft, Familie und man bekommt einen Einblick in die russische Gesellschaft. Aber in aller erster Linie geht es hier um weibliche Selbstbestimmung.
Beim Lesen musste ich öfter schlucken, es ist bittersüß. Obwohl das im Russland von vor 20 Jahren spielt, ist es aktueller den je und die Situation hat sich vor Ort durch den Ukrainekrieg höchstens noch verschärft. Dieser Einblick war für mich total spannend und ich habe die zwei Protagonistinnen gerne begleitet.
Am besten hat mir aber der Schreibstil von Maya Rosa gefallen. Sie schreibt unglaublich pointiert und mit ganz viel Wortwitz. Ich hoffe, wird dürfen noch ganz viel von ihr lesen. Empfehlung!
Das Setting und die Geschichte sind eigentlich sehr cool: Karina und Tonya schlagen sich durch die ersten Uni-Semester im Moskau der frühen 2000er und träumen vom auswandern nach Europa.
Leider ist der Schreibstil sehr eintönig. Es ist einfach eine aneinander-Reihung von Dingen, die Karina halt so tut. Ein ewiges „und dann, und dann, und dann“. Dann steigt sie in den Zug, dann fährt sie zu ihrer Oma, dann essen sie, dann telefoniert sie mit Tonya, dann fährt sie zu ihrem Ex… es gibt kein Auf und Ab, alles ist irgendwie gleichförmig.
Wir erfahren sehr wenig darüber, wie sich Karina eigentlich fühlt.
Ich konnte mich in die Charaktere nicht hineinversetzen. Karina studiert an der Uni und ist damit vermutlich 19 oder 20. einige ihrer Gedanken und Aktionen lesen sich aber wie die einer 15 jährigen. Ein Typ spricht sie in der Bahn an und ist angeblich Fotograf und will sie zum Model machen? Und sie glaubt ihm das entgegen aller Warnungen ihrer Verwandten?
Ich hab nach ca einem Viertel des Buchs aufgehört zu lesen. Ich hatte einfach keine Connection zu der Hauptfigur und dadurch hat mich dann ihre Story auch nicht mehr so interessiert. Schade, denn das Buch bietet schon coole Einblicke in den Alltag in Moskau in dieser Zeit - in die Spannungen zwischen Korruption, Sowjet-Erbe, wachsendem Autoritarismus und gleichzeitigen Möglichkeiten. Der schreibstil hat für mich nur einfach nicht gepasst.
„Ich wollte, dass die Sonne auch über mir schien, und mich für diesen Wunsch nicht rechtfertigen müssen.“ (S.258) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Karina und Tonya sind beste Freundinnen. Sie wachsen zusammen in Russland auf und meistern die Herausforderungen des Nicht-Reich-Seins gemeinsam. Sie gehen zur Uni und vertreiben sich mit Männern die Zeit, obwohl sie es nicht wert sind. Doch Karina will mehr vom Leben - nach einem Aufenthalt in Berlin ist sie verzaubert von der „Stadt der Freiheit“. Ihre und Tonyas Vorstellungen vom Leben entfernen sich immer mehr voneinander und Karina fragt sich, ob sie sich für ein besseres Leben von Tonya verabschieden muss. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Moscow Mule“ zeichnet sich durch eine sehr schöne Sprache und sehr viel Witz aus! Ich hatte das Vergnügen, im Rahmen der FBM der Autorin beim Verlagsevent von @penguinbuecher lauschen zu dürfen und fand es einfach grandios. Vielen Dank an @lamayarosa fürs Signieren! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist Karina selbst. Sie ist eine sehr reflektierte Protagonistin und leidet sehr unter der schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter. Karina wird gedemütigt, niedergemacht und verstoßen - und doch schafft sie es nur schwer, sich von ihrer Mutter endgültig loszureißen. Viel mehr Familie hat sie nämlich gar nicht ... ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Es ist ein Coming-Of-Age-Roman mit einem russischen Setting, das sehr gut unterhält. Manchmal hätte ich mir noch ein wenig mehr Plot bzw. Handlung gewünscht, aber es bildet gut Karinas Entwicklung nach. In Form von Berlin findet sie einen Ausweg aus einem (für sie) perspektivlosen Land und sie nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Große Leseempfehlung für alle, die sich für Gesellschaftsstudien & Lebensrealitäten interessieren und gerne Coming-Of-Age-Romane lesen. Absolut große Coverliebe! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 4/5 ⭐️
Rezensionsexemplar I Vielen Dank @penguinbuecher !
Cover, Schreibstil, Inhalt und Fazit Ich finde das Cover ist schön und passt für mich richtig gut zu der Geschichte. Die farbliche Gestaltung ist auch perfekt gemacht. Der Schreibstil hat mir echt ein bisschen Schwierigkeiten bereitet, es sind Momenteaufnahmen der beiden jungen Frauen, die hintereinander erzählt werden. Dabei bleibt für mich die Gefühle auf der Strecke, ich habe hier auch kaum eine Verbindung zu den beiden Protagonistinnen aufbauen können. Es geht hier um Karina und Tonya, die in Russland aufgewachsen sind. Sie sind ständig und immer pleite und auf der Suche nach einem reichen Mann. Sie sind beide an der Universität eingeschrieben und wollen gerne raus aus Russland. Das Setting ist gut ausgearbeitet und ich fand es auch interessant wie die beiden jungen Frauen leben. Wie ihre Familien sind aber da haben mir auch echt ein bisschen die Emotionen gefehlt. Ich habe bei dem Buch was anderes erwartet und ich denke genau das war, das Problem. Ich danke Vorablesen für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.
Anders als der Einband es verheißen mag, steht in Mittelpunkt nicht die Freundschaft der zwei unterschiedlichen Frauen, sonder viel mehr das Sich-Finden und die Zerstreuung, die Hochs und Tiefs zugleich in sich tragen. Das alles unter Umständen, die von gesellschaftlicher Kontrolle und oberflächlicher Trostlosigkeit beherrscht wird. Darin findet sich aber auch der besondere Charme des Buches. Die kleinen Freuden und Lebenslust, die die Hauptfigur Karina ausstrahlt ist ansteckend und ich fieberte stets mit, sobald sie einer neuen Person und Situation begegnete, die ihr Leben wieder neu formte. Bisschen zu schnell wurde der Bruch der langjährige und intensive Freundschaft zu Tonya abgehandelt, da hätte vllt. Mehr Tiefgang der Nachvollziehbarkeit gut getan. Aber er verdeutlicht auch, dass Freundschaften sich im Laufe des Lebens auch radikal verändern können und das ok ist. Definitiv eine Empfehlung für intensive Lesestunden.
ich habe die gesamte Handlung, das Politische, die Beziehung zur Oma, die Freundschaft mit Tonya und allgemein diese teilweise vorkommenden typisch russischen Angewohnheiten, die Umgebung, das Haus der Oma so sehr gefühlt und verstanden.
sprachlich hat mich das Buch schon ab Seite 1 nicht wirklich gepackt. ich hatte das Gefühl, dass viele Wörter 1 zu 1 übersetzt wurden. auch die Verwendung von einigen Sprichwörtern oder anderen Begriffen fand ich an einigen Stellen merkwürdig. ich empfehle es vor allem den russisch-sprachigen Menschen zu lesen! ich denke dann versteht man möglicherweise auch besser, was Maya uns sagen wollte.
alles in allem 4 Sterne. ich habe mich zu Hause gefühlt:)
The book is a pleasant surprise. I wouldn’t necessarily have bought it myself, so I’m all the more grateful for this gift. I’m about 10 years older than the author, but come from a similar cultural and family background. With this book, the author offers an entertaining, emotional and highly detailed insight into the emotional and mental world of the protagonist as she stands on the threshold of a new phase in her life. The vividly described characters, places and events allowed me to immerse myself completely in the atmosphere of 2000s Moscow. You can sense the melancholic and at times very sober, yet always emotional, soul of the Russian people. A wonderful debut novel by Maya Rosa.
"Ich wollte alles und sofort" ivh wollte scheitern und leiden, geweinnen und schadenfroh lachen, ich wollte mich an meinen eigenen Tränen verschluck, ganz gleich, ob sie von Glück oder Unglück herrührten."
Ein Buch, das das Lebensgefühl einer jungen Frau in Moskau einfängt. Der Traum, es nach Deutschland zu schaffen ist reeler den je, obwohl die Verwirklichung doch soweit fern scheint. Ein toller Einblick in die russische Gesellschaft mit toller Wortwahl, auch wenn teilweise die Handlung nicht ganz navhvollziehbar scheint. Etwas unperfekt, wie das Leben so oft auch.
Ich habe noch nie Geschichten aus oder über Russland gelesen und Moscow Mule ist beides. Die Protagonistin konnte ich zwar nicht immer greifen, ihren Drang nach mehr und Veränderung aber absolut nachvollziehen. Ich musste an vielen Stellen lachen, weil die Autorin unglaublich witzig und treffend erzählen kann. Moscow Mule hat mir nicht nur einiges über russische Kultur gelehrt, sondern auch darüber, wie gut wir es in Deutschland haben.
Kein schlechtes Debüt, das Maya Rosa vorlegt. Moscow Mule zeichnet ein unverblümtes Porträt der frühen Putin-Ära und der brutalen Realität des Moskauer Alltags. Mit viel Witz und Ironie schreibt die Autorin mitreißend und pointiert, zugleich von berührender Melancholie getragen, ohne dabei den optimistischen Grundton aus den Augen zu verlieren.
Eine schöne Geschichte aus dem Leben einer jungen, weltoffenen und aufgeklärten Frau in Moskau, die in einen konservativen Staat mit allen Facetten des Lebens konfrontiert ist. Die Melancholie, aber auch die schönen Seiten des Lebens werden so viel Ironie, Humor und Charakter beschrieben, dass sich auch traurige Situationen ganz leicht anfühlen. Ich hätte gerne noch viel länger weitergelesen.
Man muss sich ein bisschen in die russische Mentalität einfinden, dies tut dem Leseerlebnis jedoch keinen Abbruch. Ich hätte gerne noch ein bisschen mehr Gefühlswelt der Protagonistin erfahren, deshalb einen Stern Abzug.