Über Einsamkeit, den Wunsch nach Selbstbestimmung und den Mut, sein Leben zu verändern
Akiko hat sich getraut, wovon andere in ihrer Firma kaum zu träumen Ihren sicheren und gut bezahlten Job zu kündigen. Seitdem ist sie frei - und erst einmal orientierungslos. Ihr einziger Freund, der Hikikomori Kento, ist zu sehr mit sich und seinen Ängsten beschäftigt, um ihr eine große Hilfe zu sein. Akiko macht sich allein auf die Suche nach ihrem Vater, der die Familie kurz nach ihrer Geburt verließ. Sie reist in das ländliche Japan, weit weg von der pulsierenden Großstadt Tokio. Hier lebt der Mann, den ihre verstorbene Mutter einst geliebt hat. Als Akiko vor ihm steht, erwartet sie zunächst eine bittere Enttä Nichts ist wie erhofft. Doch dann nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Akikos Reise ist lang und voller Umwege, doch mit jedem Schritt, jeder neuen Herausforderung entdeckt sie etwas mehr von der Kraft, die in ihr steckt.Ein kraftvoller Roman über eine Reise zu den eigenen Wurzeln, über Einsamkeit, Liebe und das stille Glück vom Autor des Weltbestseller Das Herzenhören.
Jan-Philipp Sendker, born in Hamburg in 1960, and, longing to travel the world, became the American correspondent for Stern from 1990 to 1995, and its Asian correspondent from 1995 to 1999. In 2000 he published Cracks in the Great Wall, a nonfiction book about China. The Art of Hearing Heartbeats is his first novel, and since then, he has written 3 further novels, including a sequel to "The Art of Hearing Heartbeats", "A Well-Tempered Heart". In 2013, he received The indies Choice Honor Award in the category Adult Fiction for "The Art of Hearing Heartbeats. He lives in Potsdam with his family and is currently working on the third installment in his China-trilogy. http://artofhearingheartbeats.com
"Akikos lange Reise" ist das zweite Buch in Sendkers Japan-Reihe, und wie schon "Akikos stilles Glück, hat mich auch dieses Buch von Beginn an verzaubert. Viele der Figuren kennen wir schon sehr gut, Akiko, die die Geschichte erzählt, ihre beste Freundin Naoko, Kento, ein Hikikomori, der, wenn überhaupt, nur nachts seine Wohnung verlässt, und Akikos verstorbene Mutter, deren Geist noch immer über allem schwebt.
Wie schon in Band 1 angedeutet, kündigt Akiko tatsächlich ihren Job als Buchhalterin und gewöhnt sich nur langsam an die viele freie Zeit, die ihr nun zur Verfügung steht. Soll sie endlich ein Buch schreiben? Eine Ausbildung machen? Oder sich endlich auf die Suche nach ihrem Vater begeben? Akiko tut sich ein wenig schwer, tiefgreifende Entscheidungen zu treffen, wurde sie doch in der Vergangenheit zu oft getäuscht und verletzt. Als sie schließlich ihren Vater kennenlernt, erfährt sie Dinge, die sie lieber nicht gewusst hätte, gleichzeitig beginnt jedoch ein Prozess, der Heilung und Seelenfrieden verspricht. Auch im Leben ihres Freundes Kento scheint es Veränderungen zu geben, die Akiko mit großer Hoffnung erfüllen.
Wie schon in "Akikos stilles Glück", gelingt es dem Autor auch im Folgeband mit seiner unglaublich poetisch-bildhaften und melancholischen Erzählstimme eine traurig-schöne Atmosphäre zu zaubern, der man sich nicht entziehen kann. Der Verlust der Mutter macht Akiko noch immer schwer zu schaffen, noch immer hadert sie damit, nicht in der Geborgenheit einer Familie aufgewachsen zu sein. Gleichzeitig spürt man eine unglaubliche Stärke in Akiko (derer sie sich noch gar nicht bewusst ist), sich trotz aller Widrigkeiten ein Leben aufzubauen, in dem sie die Pilotin ist. Wir Leser:innen bekommen auch wieder einen tiefen Blick in die japanische Seele, die kollektive Einsamkeit und Erschöpfung der Menschen, deren ganzes Leben auf Leistung ausgerichtet ist, strömen aus jeder Zeile. Akikos Entscheidung, aus diesem Hamsterrad auszusteigen, bleibt für die meisten ihrer Mitmenschen aber unverständlich. Das Buch endet schließlich mit einem Cliffhanger. Es steht eine Reise auf dem Programm, die Akiko wohl stark verändern wird. Aber dies werden wir dann erst in Band 3 erfahren!