»Ein Buch, das auf geradezu unerhörte Ideen bringt. Zum Beispiel, dass Wut verbinden kann. Praktisch und hochunterhaltsam.« Mareike Fallwickl
Leben in einer männergemachten Welt angefangen bei ungleichen Job- und Gehaltsaussichten über fragwürdige Sprach- und Schönheitsnormen bis hin zu gravierenden Ungerechtigkeiten in Medizin oder Sexualität. Doch wie können wir große Veränderungen anstoßen, wenn dank andauernder Mikroaggressionen im Alltag schlicht die Ressourcen fehlen? Fundiert und unterhaltsam zeigt Evelyn Höllrigl Tschaikner, was kleine Gesten, alltägliche Handlungen und leicht umsetzbare Strategien bewirken. Eine Form der Revolution im Kleinen, die so nicht. Eine ermächtigende Anleitung, die hilft, dagegenzuhalten, wenn der Alltag im Patriarchat mal wieder kickt.»Wer kennt nicht den Wunsch, etwas zu verändern – aber wie? Dieses Buch liefert sofort umsetzbare Tipps, die auch noch Spaß machen. Eine Pflichtlektüre!« Dr. Elisabeth Wagner»Dieses Buch ist für alle, die den Mut haben, die Welt jeden Tag ein kleines Stückchen gerechter zu gestalten.« Jana Heinicke
Sehr zu empfehlen! Viele Ungerechtigkeiten kennt man ja schon, aber hier wurde ich noch auf Unterdrückungen aufmerksam gemacht, über die ich bisher nie nachgedacht hatte. Teilweise hat es mich wütend gemacht, weil einem nochmal vor Augen geführt wird, wie extrem verbreitet und tief verwurzelt die Unterdrückung und Abwertung von Frauen ist!
nicht unbedingt alles neu, aber auf jeden Fall lesenswert. Das Buch zeigt, wie leicht es sein kann, im Alltag einen Unterschied zu machen, mit direkten Tipp und Vorschlägen. Gibt viele Denkanstöße, aus denen sich Veränderungen ergeben können
Kleine Gesten, große Wirkung: Die Revolution im Taschenformat
„Mikro bedeutet nicht unwichtig.“ Dieser Satz aus dem neuen Buch von Evelyn Höllrigl Tschaikner bringt den Kern von The Daily Feminist: 199 konkrete Handlungstipps für Gleichberechtigung im Alltag präzise auf den Punkt. Während wir oft auf die „großen“ politischen Veränderungen warten, erinnert uns die Autorin daran, dass das Patriarchat vor allem durch unzählige kleine Mikroaggressionen im Alltag am Leben erhalten wird – und genau dort auch angegriffen werden kann. Das Buch ist weit mehr als eine theoretische Abhandlung; es ist eine fundierte und gleichzeitig hoch unterhaltsame Anleitung zur Revolution im Kleinen. Höllrigl Tschaikner seziert die verschiedenen Ebenen unserer Gesellschaft und macht dabei komplexe Begriffe wie Androzentrismus – die Vorstellung des Mannes als Norm und der Frau als Abweichung – so greifbar, dass man die Welt nach der Lektüre mit anderen Augen sieht. Besonders deutlich wird dies bei der Erkenntnis, dass sich sogar Alltagsobjekte wie Smartphones oder Bürostühle an männlichen Durchschnittswerten orientieren. Wut als Kompass und scharfe Analyse Besonders beeindruckend ist, wie die Autorin vermeintlich triviale Alltagssituationen als politische Schauplätze entlarvt. Ob es das „Manspreading“ in der U-Bahn ist, das bewusste Nutzen der Armlehne als leiser Einspruch gegen eine raumeinnehmende Ordnung oder die bittere Realität der „Fuckability“: Das Buch benennt schonungslos, wie Frauen darauf trainiert werden, ihre Attraktivität als wichtigste Währung zu begreifen, während Männer ihr eigenes Aussehen systematisch überschätzen. Absolute Highlights sind die messerscharfen Fragen, die den Status Quo entlarven. Höllrigl Tschaikner zitiert etwa die Provokation, dass männliche Lust oft als unkontrollierbarer Trieb dargestellt wird – und fragt folgerichtig: Wenn dem so wäre, dürfte man Männern dann überhaupt Machtpositionen, Unternehmen oder Staaten anvertrauen? Diese Umkehrung der Perspektive zieht sich durch das gesamte Werk und sorgt für zahlreiche „Aha-Momente“. Die Kosten der bestehenden Ordnung Höllrigl Tschaikner schreckt auch vor ökonomischen Realitäten nicht zurück. Ein besonders starker Abschnitt widmet sich der Frage, ob wir uns Männer mit ihrer jetzigen gesellschaftlichen Prägung überhaupt noch leisten können. Mit Verweis auf Berechnungen, nach denen Männer dem Staat jährlich über 63 Milliarden Euro an Mehrkosten verursachen – durch Gewalt, Unfälle und Kriminalität –, wird das Narrativ des „starken Versorgers“ gekonnt demontiert. Gleichzeitig bleibt das Buch eine Einladung zum Handeln. Es ermutigt dazu, die eigene Sprache als Werkzeug zu nutzen: Mikrofeminismus bedeutet hier, sich nicht ständig zu entschuldigen, auf die herablassende Anrede „junge Dame“ schlagfertig mit „alter Herr“ zu reagieren oder vermeintliche Komplimente mit einem „Du bist aber auch ein Powerman“ zu kontern. Denn, wie die Autorin schreibt: „Schönheit liegt im Auge der Betrachter*in. Und die Betrachter*in bin ich.“ Vom „Mitschweigen“ zum „Widersprechen“ Dabei bleibt das Werk nie belehrend. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen, ohne den Anspruch, sofort die „perfekte“ feministische Haltung entwickeln zu müssen. Vielmehr geht es um die tägliche Wahlfreiheit. Die Autorin zeigt auf, dass auch Männer vom Feminismus profitieren, wenn sie lernen, dass Emotionen kein Kontrollverlust sind und Sorgearbeit einen realen Wert hat – laut DIW immerhin monatlich rund 3.500 Euro. The Daily Feminist ist das ideale Buch für alle, die im Alltag oft das Gefühl haben, dass etwas schiefläuft, aber nicht wissen, wie sie darauf reagieren sollen. Es bietet Orientierung in einer Welt, in der der weibliche Körper noch immer stärker reglementiert wird als die gesamte Pornoindustrie. Evelyn Höllrigl Tschaikner gibt ihren Leser*innen die Werkzeuge an die Hand, um Rücksicht nicht mehr einseitig zu leisten, sondern den eigenen Raum selbstbewusst zu behaupten. Dabei räumt sie mit alten Abhängigkeiten auf und erinnert an ein berühmtes Zitat der Journalistin Jane Pauley aus den 1990er-Jahren: „Ein Mann ist keine Notwendigkeit, ein Mann ist ein Luxus.“ Wer Lust hat, dieses Gefühl von Selbstbestimmung im Alltag zu kultivieren und die Welt jeden Tag ein kleines Stückchen gerechter zu gestalten, findet hier 199 inspirierende Startpunkte. Es ist eine empowernde Pflichtlektüre, die zeigt, dass jede noch so kleine Handlung zählt.
Ich mochte das Buch wirklich sehr. Es hat mir nochmal neue Denkanstöße gegeben und Dinge angesprochen, die man zwar irgendwie weiß, aber viel zu selten bewusst mitdenkt.
Besonders hängen geblieben ist bei mir, dass es nicht reicht, nur feministisch zu handeln, das eigene Denken muss sich halt genauso verändern. Wir sind alle geprägt vom Patriarchat und müssen uns davon auch unterbewusst lösen, um das Handeln umsetzen zu können und gegen Gesellschaftliche Strukturen anzukämpfen.
Der Schreibstil ist total angenehm und durch die kurzen Kapitel perfekt für zwischendurch. Man liest ein paar Seiten und hat trotzdem jedes Mal etwas, worüber man noch weiter nachdenkt.
Ich kannte schon einige Takes, deshalb keine vollen 5 Sterne, aber trotzdem richtig lesenswert.
Unfassbar dicht recherchiert und inhaltlich eins der stärksten feministischen Bücher die ich bisher gelesen habe 💅🏻 Es liest sich sehr einfach, ist aber elegant und stilvoll geschrieben (Oft sehr “in your Face” während sprachlich genial).
Außerdem ist alles praktisch sofort umsetzbar und öffnet jeden Personen direkt Möglichkeiten, im Alltag mehr Kontrolle zu übernehmen.