Eine Bestsellerautorin in der jungen Bundesrepublik. Eine Ehe voller Respekt und Humor. Und das Ringen um Anerkennung einer Frau in männderdominierten Zeiten.
»Liebe. Im Leben geht es um die Liebe zu dem Menschen, neben dem man aufwachen möchte. Beim Schreiben geht es darum, auch mal was anderes als ›Liebe‹ zu schreiben. Zahnpasta. Oder Bettdeckenzipfel. Oder Urvertrauen.«Ein Sonntag im September 2005: Noch vier Wochen bis zur Wahl der ersten Kanzlerin für Deutschland, nur noch achtundzwanzig Tage für Bestseller-Autorin Vera Albach, um ihren Roman im Rekordtempo zu Ende zu schreiben. Nachdem sie in den 1960-ern mit Heftromanen begonnen und sich in einer Männerwelt durchgesetzt hat, soll dies ihr letztes Buch sein, sie hat es ihrem Mann Leo versprochen. Doch so einfach wie gedacht ist es nicht, das Loslassen. Vielleicht braucht es im echten Leben wie in jedem guten Buch eine kleine Überraschung vor dem großen Glück?Eine Frau, die es wagt zu träumen, eine Ehe auf Augenhöhe – und eine jahrzehntelange Liebe, getragen von Respekt, Verständnis und einem lebensklugen Humor.»Die Geschichte einer Frau, die ihr Ziel verfolgt, unbeirrt und unermüdlich. Gestützt von der Liebe eines Mannes, ebenso unbeirrt und unermüdlich. Glück und Erfolg bekommen in diesem bezaubernden Buch eine ganz neue Bedeutung.« GISA PAULY
Jeder Baum fällt einmal um, mein Kind. Jeder Baum fällt einmal um und wächst nicht weiter.“ (S.117)
Der steinige Weg einer Autorin, die Essenz einer Ehe auf Augenhöhe und Familie: In „Es könnte so einfach sein“ geht es um Vera Albach. Es ist der Sommer 2005, ganz bald könnte das erste Mal eine Kanzlerin an der deutschen Regierungsspitze stehen. Bestseller-Autorin Vera Albach hat weniger als einen Monat, um ihren Roman im Rekordtempo zu Ende zu schreiben. Denn dann soll ihre große Geburtstagsparty steigen und ihr Ruhestand verkündet werden. Doch ist sie wirklich so weit, ihre Berufung an den Nagel zu hängen? Alles aufzugeben, was sie sich so hart erkämpft hat?
Heftromane unter fremdem Namen, Veröffentlichungen unter einem männlichen Pseudonym, ein Verriss vom Literatur-Kritiker, der auch noch der eigene Nachbar ist - Vera musste schon viele Hürden überwinden, um ihren Beruf ausleben zu können. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wegen Veras respektvollen Beziehung zu ihrem Mann Leo und ihr Leben ohne Kinder, aber mit hohem Verantwortungsgefühl für ihre Nichten. Ich fand die Darstellung von Vera als Karrierefrau wirklich gut!
Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen! Auch die Rückblenden, in denen man Veras Meilensteine ihrer Karriere nachverfolgen konnte. Es ist ein Buch, dass ohne unnötiges Drama auskommt und unaufgeregt, aber treffend erzählt.
Ein Buch, dass Selbstbestimmung und Mut in den Vordergrund stellt. Große Leseempfehlung!
4/5 ⭐️
Fun Fact: Anne Handorf ist übrigens ein Pseudonym des Autorenduos Carla Grosch und Volker Jarck. Meines Erachtens eine sehr gelungen Zusammenarbeit!
Vera schreibt und ist über die Jahre immer wieder mit der Verlagswelt und deren veralteten Vorstellungen konfrontiert - ein zeitlicher Abriss.
Meine Erwartungen an dieses Buch waren eher mäßig und wurden haushoch übertroffen! Erstens: Hinter dem Autorinnennamen verbirgt sich ein Autor*innen-Duo, was dem Buch sicher positiv zu gute kam – vor allem, was Vielschichtigkeit und Perspektiven angeht. Die Hauptfigur Vera ist mir vom Alter her mit ihren fast 65 Jahren zwar fern, aber sie war mir über die Seiten hinweg doch sehr nah. Ich mochte es sehr, mich in ihre Welt und ihre Gedanken hineinzulesen. Ihre Sicht auf die Welt, besonders unter feministischen Aspekten, war ein bisschen wie Frauen aus meinem Umfeld zuzuhören – nur gebündelter und pointierter. Das Buch gibt unterschwellig, sehr dezent und doch präsent einen guten Abriss über die Entwicklung der Rechte von Frauen seit den 60ern und lässt tief blicken, wie viel Kraft und Biss in Vera stecken, um sie dorthin zu bringen, wo sie 2005 steht. Ich mochte die verschiedenen Plotstränge, die alle für sich stehen konnten, und die Botschaft, die unmissverständlich hinter allem stand! Das klingt jetzt ernst, aber das Buch war oft auch witzig, unterhaltsam, frech, hat viele Töne angeschlagen – und ich habe mich von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten und vom Schreibstil getragen gefühlt. Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
Dieses Buch zeigt anschaulich, wie wichtig bis heute das Thema Verständnis im Feminismus ist. Frauen müssen sich bis heute behaupten, werden belächelt und nicht ernst genommen. Vera erlebt all das jahrelang, teilweise sehr zermürbend und mit viel innerem Druck verbunden. Aber sie zeigt auch, wie ein guter Umgang damit aussehen kann, wie viel Kraft Verbündete geben können – Menschen, die stärken, zuhören und all dem Raum geben. Und am Ende fasst der Titel des Buches alles sehr gut zusammen: Es könnte so einfach sein, dass wir alle gleich sind, die gleichen Chancen bekommen und Worte gleich viel zählen, gleich viel wert sind …
Anne Handorf (Pseudonym) erzählt die Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Weg geht – als Autorin, Ehefrau und als Frau in einer Zeit, in der Gleichberechtigung noch lange nicht selbstverständlich war.
Der Roman ist leicht zu lesen, zugleich tiefgründig und inspirierend. Er beleuchtet Themen wie Feminismus, Paarbeziehungen auf Augenhöhe und die Frage, wie Frauen ihren Platz in einer von Männern dominierten Welt behaupten können. Besonders schön ist, wie persönliche und gesellschaftliche Aspekte ineinandergreifen und wie man ganz nebenbei Einblicke in die Welt des Schreibens und der Verlagsbranche erhält.
Die Figuren wirken lebendig, die Dialoge authentisch, und immer wieder finden sich Sätze, die lange nachhallen. Auch wenn die Vielzahl an Charakteren und Informationen manchmal etwas viel erscheint, bleibt der Roman insgesamt warm, bewegend und voller Denkanstöße.
𝙵𝚊𝚣𝚒𝚝: Ein kluger, atmosphärischer Roman über Mut, Selbstbestimmung und Partnerschaft – und darüber, dass das Leben selten einfach, aber immer erzählenswert ist.
Es könnte so einfach sein, ist es aber leider nicht. Welche Wege eine Frau gehen muss, um in ihrem Beruf für das anerkannt zu werden, was sie leistet, zeigt dieser Roman sehr eindrucksvoll. Das Autorenduo aus Carla Grosch und Volker Jarck hat es geschafft, all die Hochs und Tiefs ihrer Charaktere in einen lockeren und doch fesselnden Schreibstil zu verpacken. Die Kritik an der Gesellschaft und Buchbranche ist stets treffend und fühlt sich nicht überspitzt an. Auch wenn man es sich so manches Mal vielleicht wünschen würde, dass die Erlebnisse ihrer Protagonistin unrealistisch sind. Einfach weil man sich schon beim Lesen über die Ungerechtigkeiten aufregt. Ein wirklich gelungener Roman, bei dem man stets merkt, dass die Beiden wissen, worüber sie schreiben.
Ein Roman über das Schreiben, die Liebe und den Mut von Frauen, die ihren Platz in der Welt suchen. Anne Handorf ist das Pseudonym von Carla Grosch und Volker Jarck, die beide in der Buchbranche tätig sind. Ihr gemeinsames Debüt entstand über 564 Kilometer Entfernung hinweg.
Worum geht’s genau?
September 2005: Noch vier Wochen bis zur Wahl der ersten Kanzlerin, und Bestsellerautorin Vera Albach will ihr letztes Buch beenden – ein Versprechen an ihren Mann Leo. In Rückblenden erfahren wir, wie sie in den 1960er-Jahren als junge Frau in einer männerdominierten Verlagswelt Fuß fasst, mit Heftromanen beginnt und sich langsam einen Namen macht. Es ist eine Geschichte über das Altern, über Liebe auf Augenhöhe und über eine Frau, die schreibt. Unbeirrt, unermüdlich, getragen von Humor, Disziplin und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst.
Meine Meinung
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht, im allerbesten Sinn. Ich habe die Lektüre erst ein wenig vor mir hergeschoben, dann hat sie mich völlig gepackt. „Es könnte so einfach sein“ ist ein Roman, in dem man sich sofort zu Hause fühlt: warm, leise und gleichzeitig voller Leben.
Mit feinem Humor, aber auch mit melancholischen Zwischentönen, zeichnet Handorf das Bild einer Zeit, in der Frauen zwar unentbehrlich waren, aber kaum eigene Stimmen hatten. Die Rückständigkeit einer Welt, die nach dem Krieg wieder von Männern besetzt wurde, wird mit spürbarer Sanftheit, aber großer Klarheit beschrieben. Besonders stark fand ich die Szenen, in denen Vera sich gegen männliche Verleger behaupten muss: „Der Leser da draußen verlangt nicht nach Büchern von Frauen. Ende der Diskussion.“ (S. 84) Und trotzdem schreibt sie weiter, Schritt für Schritt, bis sie ihren eigenen Namen auf einem Buchcover sieht.
Die wechselnden Zeitebenen zwischen Vergangenheit und Gegenwart geben der Geschichte Tiefe und Leichtigkeit zugleich. Ich mochte, wie sich beide Zeitschienen am Ende berühren und zeigen, dass das Ringen um Selbstbestimmung nie aufhört. Themen wie Familienbande, Geschwisterbeziehungen, Freundschaft, Altern und weibliche Selbstverwirklichung verweben sich zu einem fein gezeichneten Generationenporträt.
„Frauen können, wollen und sollen alles sein dürfen, was sie sich wünschen.“ (S. 240), dieser Satz bringt die Essenz des Romans auf den Punkt. Es geht nicht um Rebellion, sondern um Gleichberechtigung im Kleinen: um Respekt, Vertrauen und das Recht, Entscheidungen zu treffen, sei es im Beruf, der Ehe oder den Wunsch nach (oder gegen) Kinder.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr zugänglich. Besonders gefallen hat mir der liebevolle Dialogwitz zwischen Vera und Leo. Man spürt, dass hier zwei Autor:innen schreiben, die Menschen verstehen. Die Mischung aus Ernst, Leichtigkeit und Zeitkolorit erinnert an gute alte Familienromane, aber mit einem modernen, feministischen Blick.
Fazit
Ein feinfühliger, lebenskluger Roman über Frauen, die schreiben, lieben und ihren Weg gehen. Perfekt für alle, die Geschichten mit Herz, Haltung und historischem Tiefgang mögen. Wer nach lautem Feminismus sucht, wird hier eher leise überrascht, aber genau darin liegt die Stärke dieses Buches. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Danke an lovelybooks.de, netgalley.de und den C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.