Musik hat die Macht uns zu bewegen, unser Leben zu bereichern und uns im tiefsten Innern zu berühren. Sie ist die universelle Sprache, die uns mit Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Doch Musik kann noch viel mehr.Ullrich Fichtner, vielfach ausgezeichneter SPIEGEL-Journalist und Musikliebhaber mit Herz und Seele, hat sich aufgemacht, ihrem Wesen und ihrer transformativen Kraft auf den Grund zu gehen. Seine Gespräche mit Musikern, Wissenschaftlern und Medizinern Musik macht uns nicht nur ausgeglichener und glücklicher, sondern steigert nachweislich unsere Intelligenz und Sozialkompetenz. Selbst ganze Gesellschaften können von ihrem Potenzial profitieren, macht ihr Einsatz öffentliche Räume doch entspannter, Gefängnisse konfliktärmer, Demenzpatienten gelassener und Frühgeborene gesünder.Ein wahrer Lesegenuss, der zeigt, wie wir die Macht der Musik nicht nur genießen, sondern auch nutzen können – das ganze Leben lang.
Musik läuft. Erst leise im Hintergrund, dann plötzlich mitten im Kopf. Genau so fühlt sich dieses Buch an. Kein trockener Vortrag, sondern eher wie ein Gespräch nach Mitternacht, wenn jemand plötzlich anfängt, über Songs zu reden, die das Leben verändert haben.
Zwischen Studien, Begegnungen und Beobachtungen entsteht ein ziemlich ehrlicher Blick darauf, was Musik eigentlich mit uns macht. Mal geht es um Gänsehaut, mal um Frühchenstationen, mal um Menschen, die ohne Klang irgendwie weniger sie selbst wären. Klingt groß, fühlt sich aber überraschend nah an. Während des Lesens taucht ständig der Gedanke auf, dass Musik eben nicht nur läuft, sondern wirkt. Still, unterschwellig, manchmal wie ein unsichtbarer Schubs.
Manche Passagen schweifen ein wenig aus. Nicht schlimm, eher wie jemand, der beim Erzählen kurz abschweift und dann doch wieder den roten Faden findet. Dafür gibt es viele Momente, die hängen bleiben. Kleine Anekdoten, die plötzlich mehr sagen als jede Statistik. Und immer wieder dieses warme Gefühl, dass Musik mehr verbindet als jedes Argument.
Kein Buch, das laut sein muss. Eher eins, das langsam lauter wird, je länger man darüber nachdenkt. Am Ende bleibt ein leiser Ohrwurm im Kopf und die Lust, sofort irgendwas aufzulegen. Vielleicht genau das größte Kompliment, das man so einem Buch machen kann.