Isa und Alexej sind dem Jäger entkommen, aber ihr Glück währt nur kurz: Auf einem ihrer Streifzüge durch den Wald findet Isa einen Raben, dem das Herz herausgeschnitten wurde.
Ihre dunkle Vorahnung wird zur Gewissheit, als sie erfährt, dass der tote Vogel tatsächlich ein Rabe aus Alexejs Schwarm ist. Dann wird Alexej entführt, und jeder Tag, der vergeht, hält für ihn neue Qualen bereit. Um ihn zu retten, muss sich Isa ausgerechnet mit dem Mann verbünden, der ihr am meisten Angst einjagt: Sergius. Zusammen schmieden sie einen verzweifelten Plan, bei dem jeder von ihnen einen hohen Preis zahlen muss. Doch ihnen bleibt keine andere Wahl, denn der Tod kommt mit schnellen Schwingen ...
Lange, lange haben sich viele Leser nach einem zweiten Teil von Nikola Hotels Raben Reihe gesehnt. Nun ist es endlich soweit und der Schwarm fliegt auf 405 Seiten wieder zu den Fans der Figuren.
Isabeau findet im Wald einen Raben, dem das Herz herausgerissen wurde. Tief betroffen setzt sie alles daran herauszufinden, ob Wassilij hinter dieser Tat stecken könnte. Denn der Feind von Alexejs Schwarm gibt noch lange nicht auf und setzt mit Drohungen und schrecklichen Dingen alles daran jeden einzelnen Raben auszulöschen. Es bleibt auch Isa nichts anderes übrig, sie muss sich ihrer großen Angst stellen – Sergius …
Als Nikola Hotel 2012 ihr „Rabenblut drängt“ herausbrachte, hätte ich es nie für möglich erachtet das dazu ein zweiter Teil folgen wird. Nun erschien dieser im neuen Gewand ebenfalls bei Amazon unter dem Titel „Rabenblut – Einen Flügelschlag entfernt“ und kündigte seine Fortsetzung an. Wieder geht es in Richtung Prag und dessen traumhafte Wälder. Dort nimmt Isabeau den Leser gleich mit auf einen Streifzug durch das Revier der Luchse. Doch noch immer stecken ihr die Drohungen von Nikolaus Vater Wassilij in den Knochen.
Dieser hat einen unbändigen Hass auf Alexejs Schwarm und immer wieder wird dem Leser eine Gänsehaut über den Rücken laufen, wenn dieser auch nur in die Nähe der Vögel kommt. Isa ist hier in diesem Teil sehr auf die merkwürdigen Tode der Raben fokussiert und bringt neben Geheimnisse auch zahlreiche weitere Fragen ans Licht. In der zauberhaften Kulisse, welche Prag und seine Landschaft umgeben, ist auch Alexej wieder der Mittelpunkt, der wohl meist weiblichen Leser. Wer hatte sich in Band eins nicht in diesen talentierten und sich in einen Raben verwandelnden Mann verguckt.
Nun steht eine große Bürde ihm bevor, denn der Schwarm ist das Wichtigste in seinem Leben, aber auch Isa kann er nicht einfach aus diesem Streichen. Jenen inneren Konflikt leidet man förmlich mit und bemerkt, wie er einer Figur Platz macht, mit der man bisher nichts Gutes verbunden hatte. Sergius, jener Außenseiter, der keine guten Absichten mit Isa hegte, ist es nun, welcher ihr immer wieder zur Hilfe eilt.
Gerade in dieser Fortsetzung fehlt es, das Isa und Alexej Momente mit sich allein haben, denn es würde nicht passen. „Rabentod“ ist mehr ein Thriller geworden und setzt die Spannung und die Angst aller in vielen Szenen um und transportiert die Emotionen dabei gekonnt an den Leser weiter. Nikola Hotel versteht es sonst mit Witz zu punkten. Hier nun zeigt sie eine neue Seite – Dramatik und Spannung. Sie setzt ihre Charaktere in eine Kulisse, in der die Fantasie ihren freien Lauf nehmen kann, und bringt Legenden und Mordlust dazu sich zu einer abgerundeten Handlung verbinden zu können.
Wo Blut fließt, kann kein Opfer fehlen und so werden auch die Taschentücher hier bestimmt kein trockenes Auge berühren. Ich freue mich dennoch schon auf den dritten Teil und hoffe, dass alles doch noch zu einem schönen Ende kommen kann.
„Rabentod – Auf Schwingen getragen“ vereint Rätsel, Ängste und Liebe in sich und lässt alles zu einer spannenden Reise werden, auf dieser keine Figur ohne Veränderung hervorgehen wird.
Inhalt: Isa und Alexej verbindet weiterhin ein Band aus Gemeinsamkeit und Freiheit. Doch besagte Freiheit wird Alexej – als Rabe – zum Verhängnis, denn er wird in eine Falle gelockt und muss für perverse Experimente herhalten. Wer steckt dahinter und kann Alexejs Schwarm in Zusammenarbeit mit Isa den Anführer des Rabenclans retten?
Schreibstil: Wieder sehr Detailverliebt und Berührend setzt Nikola Hotel ihre Rabentrilogie fort. Auch im Buchaufbau ist sich die Autorin treu geblieben. Wie bereits im ersten Teil ist Isa sowie Alexej immer ein Kapitel gewidmet, sodass der Leser von jedem Charakter die innersten Gefühle erleben kann.
Schon nach den ersten Sätzen wurde ich in die tschechischen Berge entführt und lebte wieder mit Isa in ihrer Welt. Der Ausdruck ist immer passend und jede Situation könnte genau so in der Wirklichkeit passieren. Genau dies macht eine gute Geschichte, ein tolles Buch, aus.
Charaktere: Isa und Alexej mochte ich bereits im ersten Teil – es sei soviel gesagt, dass ich sie immer noch sehr lieb habe ;) Die beiden haben sich entwickelt und akzeptieren die Andersartigkeit des anderen, auch wenn jetzt mehr die innerliche Zerrissenheit der beiden deutlicher wird. Gerade dieses erleben der beiden Charaktere, macht sie noch realer als sie eh schon gezeichnet sind.
Die anderen Charaktere haben sich entwickelt und es ist schön zu lesen, dass auch sie sich verändert haben und nicht stehen geblieben sind – ob nun positiv oder negativ sei mal dahingestellt.
Cover: Das Cover ist traumhaft schön!
Fazit: Fesselnd und belebend sowie witzig und tieftraurig lässt mich der zweite Teil zurück und ich hoffe inständig auf Teil 3! Ich möchte darauf hinweisen, dass Teil 1 unbedingt gelesen werden sollte, bevor mit „Rabentod“ begonnen wird, sonst könnten sich kleine Fragezeichen im Kopf auftun und das will ja keiner. Daher volle 5 Sterne für diese wundervolle Fortsetzung.
Isabeau arbeitet weiterhin in dem Reservat und besucht regelmäßig den Rabenbaum. Der Schwarm behält derweil das Nest mit Sergius Nachwuchs im Auge. Da der Vater sich aus dem Staub gemacht hat, helfen die anderen dem Weibchen dabei zu jagen. Der kleine Rabe ist schneeweiß und das alleine macht alle nervös.
Dann wird der Baum der Raben angegriffen und niederbegrannt und einem der Raben das Herz herausgeschnitten. Kurz darauf verschwindet Alexej. Isa muss sich mit Sergius verbünden um ihn zu suchen.
Ganz besonders fand ich in diesem Buch die Beziehung zwischen Sergius und Isa. Es ist nie alles schwarz und weiß zwischen Menschen und auch abscheuliche Monster haben ihre nette Seite.
Der zweite Teil ist meines Erachtens noch besser als der erste, aber beide sind unglaublich wunderbar geschrieben. Auf jeden Fall vergleichbar mit den Wolfsbüchern von Maggie Stiefvater! Unbedingt lesenswert!