Wenn ein Tabu gebrochen wird, reagiert die Gesellschaft oft mit Empörung und Wut. Unbewusste Abwehrmechanismen spielen dabei eine zentrale Rolle. Warum ist es plötzlich verboten, das Offensichtliche zu denken?
Mit erhellenden Analysen deckt Psychiater und Neurowissenschaftler Raphael M. Bonelli die Bruchlinien einer Gesellschaft auf, die sich selbst als frei und tolerant versteht und doch keinen Raum für abweichende Meinungen lässt. Eine Gesellschaft, die damit Gefahr läuft, genau jene Freiheit zu verlieren, die sie zu verteidigen vorgibt.
Das Buch Tabu von Raphael M. Bonelli enttäuscht in mehrfacher Hinsicht. Zwar verspricht der Titel eine tiefgehende Auseinandersetzung mit gesellschaftlich verdrängten Themen, doch bleibt die Darstellung über weite Strecken oberflächlich. Die sogenannten „Tabuthemen“, die Bonelli behandelt, sind keineswegs neu oder unausgesprochen – im Gegenteil, sie werden in der Öffentlichkeit häufig diskutiert, teils sehr kontrovers.
Was besonders kritisch ins Auge fällt, ist die Einseitigkeit der Darstellung. Komplexe gesellschaftliche Fragen werden auf einfache, oft polarisierende Narrative reduziert. Statt einen multiperspektivischen Zugang zu wählen, nutzt der Autor die Themen eher zur Bestätigung seiner eigenen Sichtweise. Dadurch wirkt das Buch streckenweise wie ein Meinungsmanifest mit dem Anspruch, unangenehme Wahrheiten auszusprechen, dabei aber wenig Raum für Ambivalenz oder differenzierte Reflexion zu lassen.
Das Leben ist komplex und mehrschichtig, doch diese Vielschichtigkeit spiegelt sich in Tabu kaum wieder. Wer eine kritische, ausgewogene und tiefgründige Auseinandersetzung mit brisanten Themen erwartet, wird hier enttäuscht.
Polemisch, oberflächlich, langweilig und selbstgerecht und sich ständig wiederholend. Hätte auch ein 10 seitiger Essay sein können. Hat mir keinen neuen Impuls gegeben.
Als ich das Buch gekauft habe, habe ich gedacht, ich würde ein Buch lesen, welches die Tabus der vergangenen und heutigen Gesellschaft sachlich unter die Lupe nimmt und mit mehreren Perspektiven argumentiert. Stattdessen liest sich das Buch als eine Autobiografie der Gedanken und Meinungen des Autors. Ich stimme dem Autor zu, dass Meinungen abseits dem eigenen gehört gehören und nicht einfach tabuisiert, aber alle Meinungen sollten gesprochen und diskutiert werden nicht nur die des Autors. Das Buch kritisiert in mehreren Stellen die negativen Reaktionen von Menschen gegenüber der Tabus. Aber üben diese Personen nicht auch ihr Recht an Meinungsfreiheit aus? Sind die Meinungen und Gefühle der anderen Person auch nicht valide. Meinungsfreiheit ist so lange gut, bis diese die Rechte und Freiheiten eines anderen einschränken wollen.
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Raphael Bonelli klärt anschaulich auf - Was sind Tabus? Welche Tabus sind natürlich z.B. die 10 Gebote und welche von unserer woken Gesellschaft aufgezwungen und unnütz. Wie kann man mit wokem Gefankengut umgehen?