Ein kleiner Junge verschwindet. Doch der Fall taucht in keiner Akte auf. Fünfzehn Jahre später verschwindet Dana Karasch, seine ältere Schwester. Doch auch für sie scheint sich niemand zu interessieren. Bis auf Art Mayer. Denn der ruppige BKA-Ermittler hat Danas kleine Tochter Milla, die in der Etage unter ihm wohnt, ins Herz geschlossen. Als Art einen mächtigen Freund um Hilfe bittet, stößt er in ein Wespennest. Ein anonymer Hinweis führt ihn und Nele Tschaikowski zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald, fernab der Zivilisation. Dort finden sie mehrere namenlose Tote – und den aufgeschlitzten Körper eines angesehenen Berliner Richters.
*Achtung! Die Rezension enthält Spoiler! Bitte nur lesen, wenn du okay damit bist!*
Ich hab mich ein Jahr lang riesig auf den Abschluss der Reihe gefreut (der ja nun kein Abschluss bleibt) und habe gehofft, dass es diesmal um den Verbleib von Millas Mutter geht. Nun ist die Rahmenhandlung abgeschlossen und eigentlich hätte ich mir das jetzt als tatsächlichen Abschluss der Reihe gewünscht. Aber ich hab ja doch auch noch ein paar Rechnungen offen mit ein paar Personen.
Allgemein fand ich diesen Teil nicht annähernd so gut wie die anderen beiden. Es scheint, als wären die völlig austauschbaren Personen um Dana irgendwie in eine vorgezeichnete Schablone von Ereignissen aus Gegenwart und Zukunft gepresst worden, weil das in den ersten beiden Teilen eben auch so war. Und am Ende blieben für mich einfach ein paar Dinge komplett ungeklärt und ein paar Zufälle häuften sich auf dem selben Haufen. Die getöteten Polizisten und der erschossene Stiefvater waren ein wenig zu viel des Zufalls. Und wo ist Danas kleiner Bruder abgeblieben? Wer hat die Nachricht an Art geschrieben? Warum ist Nele plötzlich so eine unsympathische Kuh, die sich mehr um einen erwachsenen Mann sorgt als um ihr Baby? Auch wenn eine Mutter Pausen braucht und Stress mit dem Kindsvater hat - ich kenne keine Mutter eines Babys, die ihr Baby einfach so abladen würde. Und Millas Reaktion auf den Tod ihrer Mutter? Wow. Das Mädchen ist 8 Jahre alt. Hartes Leben bisher hin und her. Meine Tochter ist im selben Alter und das ist einfach nicht glaubwürdig. Also alles in allem ist der Kriminalfall ein bisschen zu viel mit Zufällen gespickt und ansonsten ein bisschen zu sehr nach Schema F gezeichnet, aber ansonsten okay. Die ganze menschliche Seite ist aber echt weit hinter meinen Erwartungen geblieben. Selbst Art blieb ein oberflächliches Abbild, dessen einzige Charakterzüge seine Reaktionen auf die Insulinwarnung waren. Das hab ich alles schon viel besser erlebt von Herrn Raabe! Schlecht war’s nicht. Aber ich bin milde enttäuscht.
Worum geht’s? Art ist immer noch auf der Suche nach Dana, der Mutter von Milla. Als ein Toter in einer Wohnwagensiedlung gefunden wird und der Fall eines vor 15 Jahren als vermisst gemeldeten Jungen ans Licht kommt, der in keiner Akte zu finden ist, stellt Art Fragen. Fragen, die in ein Wespennest stoßen und immer mehr Tote ans Licht bringen.
Meine Meinung: Marc Raabes Thrillerserie um Art Mayer und Nele Tschaikowski ist einfach genial, was er in „Die Nacht“ wieder mal bewiesen hat. Ein lebendiger und fesselnder Schreibstil, sympathische Charaktere, unvorhersehbare Verwicklungen – hier bekommen wir wirklich alles.
Wie wir Art und Nele einzuschätzen haben, wissen wir ja schon. Was mir gut gefallen hat ist, dass wir diesmal in Danas Vergangenheit schauen durften. Endlich erfahren wir, wer sie war und was gewesen ist. Und zwischen Danas Geschichte und der Gegenwart wechseln wir hier auch beständig hin und her und kommen so der Lösung um ihr Verschwinden immer näher.
Einer Lösung, die noch mehr Tote ans Licht bringt. Die eine Geschichte aufdeckt, die wirklich grausam ist. Ein Leben, wie es keiner leben sollte. In diesem Buch erfahren wir auch, woher Milla ihre innere Stärke hat. Milla, die ebenfalls eine außergewöhnliche Person ist und die ich zu gerne weiterverfolgen würde. Aber zum Fall: Ich empfand das Buch noch spannender und fesselnder als die ersten beiden Teile, die auch schon richtige Pageturner waren. Aber hier war alles noch näher, noch realer. Vielleicht, weil ich die Protagonisten schon kannte, ins Herz geschlossen hatte und wie sie Gewissheit haben wollte. Ich konnte mit allen mitfühlen und der Aufbau der Ermittlungen, das Heranführen an die Lösung war wirklich absolut mitreißend, voller Twists, mit einer Non-Stopp-Spannungskurve die stieg und stieg. Wir hatten immer wieder unvorhersehbare Szenen, Spannungspeaks, dachten, kurz vor der Lösung zu sein und waren es dann doch nicht. Die Personen und Geschehnisse aus Danas Vergangenheit haben das Gänsehautgefühl verstärkt und das Lesetempo zusätzlich angeheizt. Es gab so viele Möglichkeiten und so viel Hoffnung. Aber ob sich unsere Hoffnung um Dana erfüllt? Das müsst ihr schon selbst lesen. Jetzt bleibt für mich die Frage offen: Was dürfen wir im nächsten Teil erleben? Werden wir Rocco finden? Oder kommt etwas ganz Neues zutage? Will Art die Schuldigen finden? Es bleibt spannend und ich kann für diese Serie von Herzen eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!
Fazit: In „Die Nacht“ schickt uns Marc Raabe gemeinsam mit seinem Ermittlerduo Art und Nele auf einen Fall, der uns tief in Danas Vergangenheit führt. Ich fand es spannend, zu lesen, wie sie gelebt hat und was mit ihr passiert ist. Den Fragen, die wir in den ersten beiden Bänden hatten, wurde endlich so richtig auf den Grund gegangen. Das Buch selbst war für mich noch fesselnder und spannender als die beiden Bände zuvor. Wir hatten tolle Charaktere, grausame Szenen, atmosphärische Schauplätze und wieder jede Menge unvorhersehbare Ereignisse und Twists; kurz: Das Buch war wieder ein absoluter Pageturner!
Wow … dritter Fall für Art Mayer … & wieder außer Frage 5 Sterne … wieder mal eine sehr spannende Geschichte . Alle Fälle hängen miteinander zusammen & manche offene Frage aus den ersten Büchern wurde nun geklärt … wir sind sehr gespannt auf s vierte Buch des nä Jahr im Frühling raus kommen soll . Auch dieses Mal ist die Story wieder eine sehr unterhaltsame sehr kurzweilige & von höchstspannung durch zogene Mischung zwischen zwischenmenschlichen Dramen , Ermittlungs- Geschick & wie alles so zusammenhängt (die Vergangenheit & die Gegenwart)… auf jeden Fall lesen !!
‚Der Seele war nichts zu absurd, wenn es nur Linderung versprach oder Ablenkung oder wenn es Schuldzuweisungen möglich machte.‘ (S.94)
‚ab einer Tiefe von 20 Metern wird der Wasserdruck so hoch, dass ein toter Körper nicht mehr auftaucht, selbst dann, wenn der Zersetzungsprozess in Gang kommt.‘ (S.330)
‚Die Ungewissheit, natürlich dachte Art Mayer. Mache Dinge weiß man schon. Und trotzdem muss es einem jemand sagen.‘ (S.343)
Bei Die Nacht handelt es sich um den dritten Teil der Art Mayer Reihe. Das Buch lässt sich sicherlich auch unabhängig der Vorgänger lesen. Für das vollumfängliche Verständnis und Leseerlebnis lässt sich dies nicht empfehlen. Denn nach zwei Bänden, die das Verschwinden von Dana nebensächlich thematisiert haben, verspricht dieser Teil endlich Klarheit und gibt Dana ihre eigene Stimme.
Bezüglich des Inhalts möchte ich gar nicht viel verraten. Marc Raabe beweist wieder einmal sein Können. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Gerade das Trailerpark-Setting fand ich sehr atmosphärisch. Die Spannung wird auf beiden Zeitsträngen gleichermaßen hochgehalten, sodass man durch die Seiten fliegen kann. Ich komme nicht darum herum, dass sich dieses Buch ein wenig wie ein „Füller“ vor dem großen Finale anfühlt. An manchen Stellen fehlt mir die gewohnte Finesse und das Buch fühlt sich etwas unrund an.
Trotz kleiner Kritik dennoch große Leseempfehlung.
Ein neues Verbrechen reißt alte Wunden auf: Als eine Frau spurlos verschwindet, gerät BKA-Ermittler Art Mayer in einen Fall, der tiefer in seine eigene Vergangenheit führt, als ihm lieb ist. Gemeinsam mit Nele Tschaikowski stellt er sich einer Geschichte voller Schweigen, Schuld und Machtmissbraucg.
Die Nacht ist der dritte Band der Art-Mayer-Reihe und führt den konsequenten Aufbau dieser düsteren Thrillerwelt fort. Marc Raabe bleibt seinem Stil treu: kurze Kapitel, temporeiche Szenenwechsel und ein Wechselspiel zwischen verschiedenen Zeitebenen. Doch trotz der Rasanz bleibt Raum für psychologische Tiefe – besonders bei den beiden Hauptfiguren.
Art Mayer, der sperrige Einzelgänger mit klarer Haltung, und Nele Tschaikowski, die ausgleichende, aber keineswegs passive Partnerin, entwickeln sich weiter – nicht nur als Ermittlerteam, sondern auch als Figuren mit glaubwürdigen Biografien. Raabe gelingt es, ihre Unterschiede produktiv aufeinanderprallen zu lassen, ohne ins Klischee zu verfallen.
Bemerkenswert ist auch diesmal, wie breit das soziale Panorama gefächert ist: Von prekären Lebensverhältnissen bis in höchste Justizkreise reicht das erzählerische Spektrum. Diese gesellschaftliche Spannweite verleiht dem Thriller zusätzliche Schärfe – hier geht es nicht nur um Aufklärung, sondern um systemische Blindstellen.
Stilistisch ist der Roman durchweg souverän. Die Sprache bleibt klar, zugespitzt und ohne überflüssige Schnörkel. Die Spannung entsteht nicht durch reißerische Effekte, sondern durch ein kontrolliertes Spiel mit Informationslücken und Perspektivwechseln. Die Hintergrundgeschichte wird weiter vertieft – ohne Redundanz, mit Blick auf die übergeordnete Entwicklung der Reihe.
Ein starker dritter Band: erzählerisch konzentriert, atmosphärisch dicht und mit einer Figurenzeichnung, die über das Genre hinausweist.
Ein kleiner Junge verschwindet. Doch der Fall taucht in keiner Akte auf. Fünfzehn Jahre später verschwindet Dana Karasch, seine ältere Schwester. Doch auch für sie scheint sich niemand zu interessieren. Bis auf Art Mayer. Denn der ruppige BKA-Ermittler hat Danas kleine Tochter Milla, die in der Etage unter ihm wohnt, ins Herz geschlossen. Als Art einen mächtigen Freund um Hilfe bittet, stößt er in ein Wespennest. Ein anonymer Hinweis führt ihn und Nele Tschaikowski zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald, fernab der Zivilisation. Dort finden sie mehrere namenlose Tote – und den aufgeschlitzten Körper eines angesehenen Berliner Richters.
Was soll ich sagen? Ich habe einfach alles an diesem Buch geliebt! Ich möchte nicht zu viel verraten, weil es sich um den dritten Band der "Art Mayer" Reihe handelt und ich Spoiler vermeiden möchte. Was ich aber definitiv sagen kann: Es war wieder ein genialer Mix aus Spannung, gut ausgearbeiteten Charakteren und einer fesselnden Handlung.
Diesmal gab es wieder zwei Erzählstränge, und ich muss gestehen, dass mich der aus der Vergangenheit ein bisschen mehr fasziniert hat , obwohl der Unterschied nur minimal gewesen ist. Es hat mich total gefreut, alte Bekannte wiederzusehen, die so lebendig und authentisch gestaltet gewesen sind. Marc Raabe schafft es wirklich, den Spannungsbogen durchgehend aufrechtzuerhalten . Langeweile? Fehlanzeige! Ich habe das Buch förmlich inhaliert und bin nur so durch die Seiten geflogen.
Lange ist kein deutscher Thriller mehr so spannend gewesen für mich. Für mich persönlich ist das hier der bisher beste Band der Reihe. Absolut verdiente volle Punktzahl! Wenn ihr auf spannende, gut geschriebene Thriller steht, kann ich euch diese Reihe nur wärmstens ans Herz legen.
Der 3. Teil war viel besser als der vorherige. Es war richtig spannend die ganze Zeit. Rückblicke und Gegenwart haben sich diesmal gut ergänzt und die Waage gehalten. Ein Stern Abzug gab's für das Ende bzw. die Umstände der Tatperson. Not okay.
Sehr spannende Lektüre, aber es blieben für mich auch noch etliche Fragen offen
„Die Nacht“ von Marc Raabe ist bereits der dritte Teil einer von mir als sehr spannend empfundenen Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski. Nachdem ich die ersten beiden Teile jeweils in sehr kurzer Zeit ausgelesen hatte, wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen.
Da der Vermisstenfall Dana Karasch in der Versenkung zu verschwinden droht und ihm die Akte unvollständig erscheint, bittet der eigenwillige BKA-Ermittler Art Mayer eine mächtige Person um Hilfe. Bereits eine Stunde später erhält er einen anonymen Hinweis, der ihn und seine eigentlich im Mutterschutz befindliche Kollegin Nele Tschaikowski zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald führt. In einem der Wohnwagen finden sie Hinweise darauf, dass Dana dort als junges Mädchen lebte, aber auch die Leiche eines hochangesehenen Berliner Richters.
Wegen eines gerade wütenden Waldbrandes müssen sie den Tatort ohne gründlichere Untersuchungen erst einmal wieder verlassen. Als sie auf die Dienststelle zurückkommen, verhalten sich die Vorgesetzten sehr eigenartig und schließen sie von den Ermittlungen aus. Okay, Art ist durch seine Nähe zu Danas achtjähriger Tochter Milla, um die er sich kümmert, weil er sie vor einem Leben im Kinderheim bewahren möchte, privat involviert und Nele ist im Mutterschutz. Doch das scheinen nicht die alleinigen Gründe zu sein…
Auch dieses Buch habe ich wieder regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, die Sprache einfach und doch sehr bildhaft. Es gibt einen Handlungsstrang in der Gegenwart und einen in der Vergangenheit. Beide werden in der dritten Person erzählt. Der in der Gegenwart aus den Perspektiven von Art und Nele, der in der Vergangenheit aus der Perspektive von Dana. Die geschickt gesetzten Wechsel sorgten dafür, dass sich schnell eine permanente Grundspannung aufbaute und ich beim Lesen keine Längen empfand.
Das Ermittlerduo war mir, trotz und wegen der Dämonen, mit denen sie selbst zu kämpfen haben, wieder sehr sympathisch. Auch der kleinen Milla gehört noch immer mein Herz. Allerdings schien mir ein Teil der Geschichte schon eine ganze Weile vor dem Showdown ziemlich vorhersehbar und ich schwankte gefühlstechnisch bei der Frage, wie ich es finden soll, wenn meine Vermutung tatsächlich zutrifft und ob der Zweck die Mittel heiligt, eine ganze Weile immer hin und her. Bis dann, mit einigen für mich komplett überraschenden Wendungen, alles ganz anders wurde.
Das Ende empfand ich zwar erst einmal als gefällig. Trotzdem blieben für mich noch ziemlich viele Fragen offen, so, dass ich denke und auch schwer hoffe, dass die Geschichte um das Ermittlerduo, Milla und einem erst in diesem Buch kennengelernten Protagonisten noch lange nicht fertig erzählt ist. Insgesamt hat mir auch dieses Buch wieder sehr gut gefallen. Ich denke jedoch, dass es, um alles richtig einordnen zu können, von großem Vorteil ist, wenn man die beiden Vorgänger – „Der Morgen“ und „Die Dämmerung“ - bereits gelesen hat.
„Die Nacht“ ist der dritte Band der Art-Mayer-Serie von Marc Raabe und konfrontiert den Ermittler mit seinem bisher persönlichsten Fall – düster, rätselhaft und voller Abgründe. Marc Raabe, geboren 1968 in Köln, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Thrillerautor:innen. Bereits sein Debüt „Schnitt“ (2012) stand auf der Spiegel-Bestsellerliste. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist Raabe Mitinhaber einer Fernsehproduktionsfirma. Seine Werke erscheinen in zehn Sprachen und begeistern Thriller-Fans mit komplexen Handlungen und psychologischem Tiefgang.
Worum geht’s genau?
Art Mayer ist auf der Suche nach Dana Karasch, der verschwundenen Mutter der kleinen Milla – seiner Nachbarin. Ein anonymer Hinweis führt ihn und seine Kollegin Nele Tschaikowski zu einer abgelegenen Wohnwagensiedlung im Wald. Statt Dana entdecken sie dort die Leiche eines bekannten Richters – aufgehängt wie gekreuzigt, mit aufgeschlitztem Bauch. Der Wohnwagen gehörte einst Danas Eltern, und ein altes Foto zeigt den Toten als jungen Mann – zusammen mit Dana. Parallel wird Milla vor der Schule heimlich gefilmt. Was steckt hinter diesem Fall, der tief in die Vergangenheit zurückreicht? Und was hat Dana wirklich mit all dem zu tun?
Meine Meinung
Ich habe „Die Nacht“ als Hörbuch-Rezensionsexemplar gehört. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich schon Bücher von Raabe kannte, aber im Verlauf kamen mir die Charaktere vertraut vor. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, doch vor allem in der zweiten Hälfte wurde es deutlich spannender. Besonders gelungen fand ich die Erzählstruktur mit verschiedenen Zeitebenen, die regelmäßig mit kleinen Cliffhangern enden. Dadurch entstehen ständig neue Fragen und Hypothesen, was das Hören sehr dynamisch macht.
Peter Lontzek als Sprecher passt hervorragend zur düsteren Atmosphäre – seine Stimme ist angenehm und trägt zur Spannung bei. Die Handlung selbst bietet zwar Raum für einen weiteren Teil, ist aber in sich abgeschlossen.
Das Ende hat mich überrascht – teilweise wirkte es etwas konstruiert oder diffus. Mein eigener Verdacht ging in eine andere Richtung, die ebenfalls schlüssig gewesen wäre. Trotzdem fand ich das gewählte Ende (für den Fall an sich) letztlich stimmig. Weniger überzeugend waren für mich manche Handlungen der Figuren, die ich nicht immer ganz nachvollziehen konnte.
Insgesamt hatte ich jedoch Spaß beim Zuhören. Ich würde definitiv einen weiteren Teil der Reihe lesen bzw. hören. Das Cover gefällt mir optisch sehr gut – die dunkle Atmosphäre mit den Wölfen passt zwar nicht perfekt zum Inhalt, schafft aber eine passende Grundstimmung (Wald, Isolation, Gefahr).
Fazit
„Die Nacht“ ist ein spannender Thriller mit Atmosphäre und psychologischer Tiefe. Kleinere Schwächen im Handlungsverlauf und bei den Figuren werden durch eine mitreißende Erzählweise und ein stimmiges Setting wettgemacht. Bewertung: 4 von 5 Sternen
Klappentext: Ein kleiner Junge verschwindet. Doch der Fall taucht in keiner Akte auf. Fünfzehn Jahre später verschwindet Dana Karasch, seine ältere Schwester. Doch auch für sie scheint sich niemand zu interessieren. Bis auf Art Mayer. Denn der ruppige BKA-Ermittler hat Danas kleine Tochter Milla, die in der Etage unter ihm wohnt, ins Herz geschlossen. Als Art einen mächtigen Freund um Hilfe bittet, stößt er in ein Wespennest. Ein anonymer Hinweis führt ihn und Nele Tschaikowski zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald, fernab der Zivilisation. Dort finden sie mehrere namenlose Tote und den aufgeschlitzten Körper eines angesehenen Berliner Richters.
„Die Nacht“ ist der 3. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe. Wenn man, wie ich schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.
Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig. Art Mayer besticht durch seine Coolness. Er ist Diabetiker was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt. Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell. Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer. Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern. Nele Tschaikowsky ist noch recht jung. Sie trennt gut und böse. Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau. Nele ist sehr motiviert aber auch noch mit wenig Erfahrung. Mit den Erinnerungen ihres letzten Falls hat sie noch zu kämpfen.
Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft. Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch
Der Fall ist sehr kompliziert. Dana Karasch wird vermisst und genau wie vor 15 Jahren bei ihrem jüngeren Bruder gibt es keine Hinweise auf ihr Verbleiben. Art Mayer ist überrascht, dass er vom Verschwinden des Bruders keine Akte findet und auch für das Verschwinden von Dana Karasch zeigt niemand großes Interesse. Als Art einen Freund um Hilfe bittet, bekommt er einen Hinweis, der ihn in den Wald führt, wo eine verlassene Wohnsiedlung ist. Zusammen mit seiner eigentlich im Mutterschutz befindlichen Kollegin Nele macht er eine grausige Entdeckung.
Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache. Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter. Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele. Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil. Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht Essen und nicht Trinken, ich will nur Lesen. So hat Marc Raabe mir auch mit „Die Nacht“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.
Ich freue mich jetzt schon auf den 4. Band „Im Morgengrauen“ der im März 2026 erscheinen soll.
Eineinhalb Jahre sind vergangen seitdem die Nachbarin von Art Mayer, Dana Karasch, spurlos verschwand. Niemals hätte die junge Frau ihre Tochter und ihre demente Mutter verlassen, doch nach wie vor fehlen die Hinweise. In seiner Not schaltet Art seinen ehemaligen Freund, den Bundeskanzler hinzu und schon kurz darauf erhält er einen Hinweis. Gemeinsam mit Kollegin Nele Taschaikowski, die eigentlich noch im Erziehungsurlaub ist, fahren sie zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung. In einem der Wagen finden sie Fotos, die eindeutig Dana zeigen, doch nicht nur die Fotos sind in diesem Wohnwagen, sondern auch die Leiche eines Anwalts. Nur, was soll all das mit Dianas Verschwinden zu tun zu haben? Ich bin ein großer Fan der Marc Raabe Thriller und habe mich unheimlich gefreut, dass es nun endlich einen neuen Art Mayer Thriller gibt. Die Nacht ist mittlerweile der dritte Band und auch wenn die einzelnen Fälle voneinander unabhängig sind, würde ich empfehlen, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da die Beziehungen der Hauptcharaktere doch sich immer weiter entwickeln. Der Schreibstil ist einfach temporeich, dabei bildhaft und doch so flüssig, dass man hier einfach von der ersten Seite an in die Handlung gezogen wird. Der Fall ist unheimlich spannend und verstrickt, es gibt ständig Wendungen und Momente, die nachdenklich stimmen und dieses Buch zu einem Abenteuer werden lassen. Nachdem Raabe schon die ersten beiden Art Mayer Bücher anteaserte, dass auch die Beziehung zu MIlla, Danas Tochter, eine wichtige Rolle spielt, liegt nun endlich der Fokus auf die spurlos verschwundene, junge Frau. Auf zwei Zeitebenen erfahren wir mehr vom Geschehen, zum einen begleiten wir Art und Nele bei der Suche, die ganz schön gefährlich wird, zum anderen erleben wir, dass Dana einst wirklich in diesem Wohnwagenpark lebte und welche schlimmen Geheimnisse in ihrer Vergangenheit ruhten. Art ist ein absolutes Unikum, groß, still und mit eigenem Kopf, doch auch mit einem ganz großen Herzen, dass er zwar nicht so gerne zeigt und auch nicht zugibt und doch ist er ein wundervoller Mensch. Nele ist mir mittlerweile auch sehr ans Herz gewachsen und ihre Gedanken und den Wunsch, wieder ermitteln zu dürfen, obwohl sie eigentlich mit dem Baby zu Hause sein wollte, kann ich unheimlich gut nachvollziehen. Auch sonst gelingt es Raabe einfach, besondere und authentische Charaktere zu zeichnen. Sei es Dana, die einfach eine Kämpfernatur ist oder ihre kleine Tochter MIlla. Mein Fazit: Ich möchte hier gar nicht zu viel verraten, da es hier so einige Verstrickungen und Geheimnisse gibt. Ich kann nur betonen, dass Raabe mit diesem Buch wieder voll ins Schwarze getroffen hat und mich endlich mal wieder an einen Thriller fesseln konnte. Spannend, düster, temporeich, mit längst vergangenen Geheimnissen, die teils sehr betroffen machen, wird dieses Buch zu einem absoluten Pageturner, den ich gerne empfehle.
Alle lügen – so scheint es von Anfang an. Der Prolog, dann Teil eins, mit „Die Lügner“ überschrieben, belegen genau diesen ersten Eindruck, der sich permanent durchs Buch, durch den dritten Band der Art Mayer-Serie, zieht.
In einem abgelegenen Waldstück bricht Feuer aus, auch die nahegelegene Wohnhaussiedlung ist betroffen. Was Art Mayer und Nele Tschaikowski in einem der Wohnwagen finden, lässt ihnen den Atem stocken. Ein anonymer Hinweis war es, dem sie nachgegangen sind und der sie hierher zu dem Toten führt - Dr. Richard Dressel, Richter am Kammergericht Berlin. Er wurde vor drei Tagen von seiner Frau als vermisst gemeldet.
Art und Nele sind mir wohlbekannt, ich habe mit ihnen schon „Der Morgen“ und „Die Dämmerung“ durchlebt und nun war ich gespannt auf „Die Nacht“, die den beiden Vorgängerbänden in nichts nachsteht.
Art sorgt sich um Milla, das 8jährige Nachbarsmädchen, deren Mutter Dana seit geraumer Zeit verschwunden ist. Sie wohnt nach wie vor bei ihrer an Demenz leidenden Oma, die Wohnung der beiden befindet sich direkt unter der von Art. Dem Vermisstenfall Dana scheint außer Art niemand mehr nachzugehen und nun führen Spuren von ihr direkt in die von Flammen umzingelte Wohnhaussiedlung.
Kaum hatte ich das Buch in Händen, war ich nicht mehr zu stoppen, es knisterte bis zum bitten Ende nur so vor Spannung. Marc Raabe hat auch mit seinem dritten Band um den BKA-Ermittler Art Mayer und seine junge Kollegin Nele Tschaikowski bewiesen, dass er sein Handwerk beherrscht. Er erzählt in zwei Zeitebenen, lässt das längst Vergangene um die Wohnhaussiedlung aufleben, parallel dazu schreiten die heutigen Ermittlungen voran. Das Gestern und das Heute scheinen sich mehr und mehr zu vermengen und wie nebenbei sind es auch Art und Neles private Momente, die gut eingebunden sind. Wobei sie schon ein wenig speziell sind, denn eigentlich sind beide aus verschiedenen Gründen beurlaubt, was sie jedoch nicht hindert, weiter an der Sache dran zu bleiben. Art kocht schon immer gerne sein eigenes Süppchen und Neles Mutterrolle scheint fern jeglicher Realität zu sein, sie ist für meine Begriffe arg überzogen dargestellt.
Marc Raabe versteht es, Spannung aufzubauen und diese dann bis zum Schluss zu halten. Denn wenn man meint, alles sei aufgeklärt, dann rückt der Showdown alles nochmal ins rechte Licht - die letzten Szenen waren mir persönlich dann doch zu abgedreht.
Nichtsdestotrotz rattert ein Zahnrädchen ins nächste, auch dieser dritte Band hat es in sich. Er hat mich von Anfang an gepackt, mich mitgerissen, mich gefesselt und nicht mehr losgelassen bis zum bitteren Schluss. Und nun freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Art und Nele, denen ich im Frühjahr 2026 „Im Morgengrauen“ in alter Frische wieder begegnen werde.
Die ersten beiden Bände um den Ermittler Art Mayer fand ich bereits klasse. Daher war es selbstverständlich, dass ich mir den nächsten Band „Die Nacht“ hole. Man kann diesen Band unabhängig von den Vorgängerbänden lesen, aber ich würde es trotzdem empfehlen. Nachdem Arts Nachbarin Dana vor 1,5 Jahren verschwunden ist und deren Tochter mit der demenzkranken Oma zusammenlebt, kümmert sich Art mehr und mehr um Milla. Er hat es sich auf seine Fahnen geschrieben, Millas Tochter Dana zu finden und bittet um hochrangige Hilfe. Als kurz darauf ein anonymer Tipp zu einem Trailerpark kommt, in dem Dana früher lebte, nimmt der Fall langsam Fahrt auf, denn dort findet Art Mayer zusammen mit seiner Kollegin Nele, die eigentlich in Elternzeit ist, einen toten Berliner Richter. Wer hat ihn ermordet? Was geschah mit dem kleinen Jungen auf dem Foto? Was hat das alles mit Dana zu tun? Art Mayer ist ein Ermittler, der mit genügend eigenen Dämonen zu kämpfen hat und sich nicht immer an Anweisungen seiner Vorgesetzten hält. Und vielleicht finde ich ihn deshalb so sympathisch. Ihm zur Seite steht seine Kollegin Nele, die sich hier trotz Elternzeit voll auf den Fall einlässt. Doch es scheint, dass jemand verhindern will, dass Art an den Ermittlungen beteiligt wird. Der Fall ist superspannend und Marc Raabe versteht es, mit seinem Schreibstil den Leser zu fesseln. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen, ich wurde regelrecht in einen Sog gezogen. Die Story besteht aus zwei Zeitsträngen. In der Gegenwart ermitteln Art und Nele, in der Vergangenheit erfährt man von Danas Kindheit. Beide Erzählungen waren gleichermaßen einnehmend. Es hat Spaß gemacht, in dem Fall mit zu rätseln und ich hatte bald einen Verdächten auf meiner Liste. Doch der Autor hat mich überrascht und eine Lösung präsentiert, die ich nicht ansatzweise auf dem Schirm hatte, das war richtig gut gemacht! Am Ende blieben meiner Meinung nach noch einige Fragen unbeantwortet, aber ich hoffe, dass diese im nächsten Band „Im Morgengrauen“ beantwortet werden, auf den ich jetzt schon sehnsüchtig warte! Ich habe mir das Hörbuch angehört, das Peter Lontzek fantastisch vorgelesen hat. Er hat die Stimmung der Szenen und die Emotionen ebenso gut rübergebracht wie Charakterzüge der verschiedenen Protagonisten. Ich war von seinem Vortrag gefesselt und habe das Hörbuch fast in einem Rutsch durchgehört. Es war ein absolutes Vergnügen! Fazit: Kantige Ermittler, ein verworrener Fall, ein fesselnder Schreibstil und eine fantastischer Sprecher machen dieses Hörbuch zu einem Hörerlebnis der besonderen Art und nun warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Band!
Es gibt diese Thrillerautoren, deren Bücher immer sofort bei mir einziehen, da sie wirklich IMMER Lesehighlights sind. Marc Raabe gehört zu diesen, und so zog "Die Nacht" von Marc Raabe, erschienen bei Ullstein, sofort bei mir ein. Eins kann ich euch vorab verraten: Das Buch ist ein Thrillerhighlight der Extraklasse, wie schon die anderen beiden Bände dieser Reihe! Unbezahlte Werbung, Buch selbst gekauft.
Kurz zur Handlung: Vor fünfzehn Jahren verschwand ein kleiner Junge, doch sein Fall taucht in keiner Akte auf. Jahre später verschwindet auch seine Schwester Dana. Auch ihr Verschwinden scheint niemanden zu interessieren, außer Art Mayer, der Danas Tochter Milla ins Herz geschlossen hat und ihre Mutter aufspüren möchte. Als er jedoch einem Hinweis rund um Dana nachgeht und dabei einen hochrangigen Richter ermordet in einem alten Trailerpark vorfindet, bekommt der Fall eine völlig neue Brisanz.
Meine Meinung: Marc Raabe gehört für mich zu den TOP-Thriller-Autoren, dessen Bücher ich, sobald ich sie aufschlage, nicht mehr aus der Hand legen kann. Und auch mit dem dritten Band der Reihe rund um das Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski hatte er mich schon beim Prolog. Ohne großes Vorgeplänkel wirft er mich in die Story und zieht mich immer tiefer in den Bann der Geschichte. Mit kurzen, knackigen Kapiteln animiert er mich, Art und Nele zu folgen, ohne auch nur einen Blick auf die Uhr zu werfen. Wie immer ist der Plot clever und intelligent konstruiert und gespickt mit tief ausgearbeiteten Charakteren. Der Spannungsbogen blieb dabei hoch, und so raste ich geradezu durch die rasant erzählte Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Genau diese zwei Erzählstränge führten dazu, dass die Spannung vom Autor geschickt immer wieder gesteigert wird und er mich gekonnt auf einige falsche Fährten lockt. Da die einzelnen Teile der Reihe lose aufeinander aufbauen, empfehle ich dringend, die Reihenfolge zu beachten. Abgerundet wurde diese spannende Storyline durch die Freundschaft von Art, Nele und Milla. Die Dosis zwischen der persönlichen Geschichte der Ermittler und dem Fall war wie immer perfekt. Für mich war "Die Nacht" von Marc Raabe ein echtes Highlight unter den Thrillern und von der ersten bis zur letzten Seite ein Genuss, Art und Nele auf der Suche nach Dana und der Wahrheit zu begleiten. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen für diesen perfekten, spannenden und abwechslungsreichen Thriller.
Der 6-jährige Rocco verschwand einst spurlos von einem Campingplatz, fünfzehn Jahre später verschwindet auch seine ältere Schwester Dana Karasch auf mysteriöse Weise. Keiner scheint sich für ihr verschwinden zu interessieren, nur Art Mayer möchte ihren Fall aufklären. Denn Art hat Danas kleine Tochter Milla in sein Herz geschlossen und möchte ihre unbedingt ein ähnliches Schicksal, wie er es erfahren hat, ersparen. Dafür bittet Art einen einflussreichen Freund um Hilfe, ohne zu wissen, dass er sich in einen gefährliches Spiel begeben hat. Bald darauf finden Art Mayer und seine Kollegin Nele Tschaikowski die ersten Opfer.
Die Nacht von Marc Raabe ist der dritte Band der Thriller-Reihe um das Ermittlerteam Artur ‚Art‘ Mayer und Nele Tschaikowski. In diesem Band fand ich die Chemie zwischen den beiden am besten und verständlichsten, gleichzeitig jedoch die Handlungsweisen teilweise sehr seltsam bzw. unausgereift. Ich glaube, dass die Handlungen grundsätzlich nachvollziehbar wären, aber die Erklärungen für diese hätten doch griffiger ausgearbeitet sein können. Gerade im Bezug auf Neles Verhalten in privaten Bereichen. Art und seine Fürsorge für Milla hat ihn aber deutlich sympathischer werden lassen.
In den Vorgängerbänden habe ich gerne kritisiert, dass Art Mayer mir zu sehr der Dreh- und Angelpunkt der Story war. Das finde ich hier deutlich besser umgesetzt, da sich aus dem Verschwinden von Dana Karasch bereits das persönliche Interesse Arts ergeben hat und er dadurch natürlich im Fokus steht. Aus diesem Grund wirkte der Band auf mich auch deutlich weniger konstruiert und mir gefiel auch das kleine Easter Egg, durch den wir einen alten Bekannten wieder treffen.
Besonders gut hat mir das Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefallen, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven erleben und wodurch wir einen größeren Einblick auf die Konstellationen bekommen. Die Auflösungen konnte mich positiv überraschen und das große Finale hätte ich gerne noch tiefgründiger erlebt, weil die Auflösung dies auf jeden Fall hergab. Am Ende blieb mir auch eine Frage zu viel offen, bei der ich mir nicht sicher bin, ob sie im nächsten Band noch eine Rolle spielen wird. Wünschen würde ich es mir allerdings.
Mit seinem dritten Band der Art-Mayer- und Nele Tschaikowski-Reihe hat Marc Raabe wieder einen sehr spannenden Thriller abgeliefert, der den beiden Vorgängern in nichts nachsteht. Im Mittelpunkt der Handlung steht in diesem Band Dana Karasch. Dana ist ja schon seit dem ersten Band der Reihe verschwunden und Art auf der Suche nach ihr. Als Art einen hochrangigen Politiker um Hilfe bei der Suche bittet, bekommt er einen Standort geschickt. Dieser führt ihn in eine Wohnwagensiedlung im Wald, wo die Leiche eines Richters gefunden wird. Welches Ausmaß der Fall annimmt, können Art und Nele zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Danas Verschwinden ist nun schon eineinhalb Jahre her. Zurückgelassen hat Dana ihre mittlerweile 8jährige Tochter Milla, die gemeinsam mit ihrer dementen Großmutter in der Etage unter Art lebt. Art kümmert sich liebevoll um Milla. Hier zeigt sich schon der weiche Kern hinter der rauen Schale Arts. Nele ist inzwischen Mutter geworden und befindet sich in Elternzeit. Doch im Herzen wünscht sie sich nichts mehr als wieder an den Ermittlungen teilzuhaben, was sie dann auch tut. Erzählt wird die Handlung auf zwei Zeitebenen. Im Jetzt versuchen Art und Nele das Verschwinden von Dana und andere Ungereimtheiten zu klären. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblicke in die Zeit als Dana gerade 18 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt verschwand ihr jüngerer Bruder Rocco. Diese Rückblicke werden aus der Perspektive Danas erzählt. So erfährt man Stück für Stück, was damals in jener Nacht wirklich geschah. Dies geschieht auf eine total spannende Weise, die Zeitenwechsel unterstreichen die Spannung zusätzlich. Der Erzählstil von Marc Raabe ist einfach unvergleichlich, er erzählt spannend und flüssig und legt dabei ein hohes Tempo vor. Gleichzeitig ist die Handlung so lebendig, wenn sich z.B. mal wieder Arts Diabetesalarm im ungünstigsten Zeitpunkt meldet oder Nele mit Baby vorm Bauch eine Verfolgungsjagd aufnimmt. Für mich war „Die Nacht“ das bisherige Highlight des Jahres. Überhaupt ist die Art-Mayer-Reihe, die beste Reihe, die Marc Raabe bisher geschrieben hat. Im nächsten Frühjahr wird es mit „Im Morgengrauen“ eine weitere Fortsetzung davon geben. Ich freue mich schon sehr darauf.
Auch "Die Nacht", der dritte Band der von Anfang bis Ende fesselnd geschriebenen Reihe rund um die beiden BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski, kann, wie schon seine Vorgänger, begeistern! Marc Raabe weiß einfach, wie man spannende Thriller schreibt, die mit überraschenden Wendungen und einer glaubwürdig konstruierten Handlung überzeugen können.
Anders als in den beiden Bänden davor, stehen diesmal Westphal und Juli weniger im Vordergrund, dafür aber die Suche Arts nach Dana, die Mutter von Milla. Ein anonymer Hinweis führt ihn und Nele zu einem Campingplatz, wo sie anstatt Dana die Leiche eines Richters finden. Zunächst wird Art vom Fall abgezogen, doch nachdem die Frau des Richters nur mit ihm reden will, betreibt er gemeinsam mit Nele weitere Nachforschungen. Beide tauchen tief in die Vergangenheit des Richters ein, die eng mit der Danas verbunden ist. Liegt hier der Schlüssel, um das Verschwinden von Dana zu erklären?
Wie auch schon von den ersten beiden Bänden gewohnt, wird die Handlung aus unterschiedlichen Charakterperspektiven und mittels Rückblenden in die Vergangenheit, hier von Dana, erzählt. So kommt schnell Spannung auf, die auch bis zum Ende konstant hochgehalten wird. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf!
Dazu trägt auch der bildhafte und rasante Schreibstil bei. Raabe hält sich nicht groß mit Nebensächlichkeiten auf, ohne dass dabei eine vielschichtige Charakterzeichnung zu kurz kommt. Ob bekannte Gesichter oder neue Figuren, von allen wichtigen Akteuren entsteht ein umfassendes Bild, sie werden in ihren Gedanken und Gefühlen greifbar.
Zudem schafft der Autor es, die Balance zwischen privaten Problemen von Nele und Art und der Ermittlung im Fall zu halten.
Kurz: Ein spannend erzählter Thriller, der zu keiner Zeit an Schwung verliert und der dank neuer Entwicklungen Neugier auf den nächsten Band macht. Denn manche Fragen sind noch ungelöst...
Die Reihe rund um Art Mayer und Nele Tschaikowski ist nicht nur für Fans von Marc Raabe ein Muss, denn Thrillerfans allgemein kommen hier definitiv auf ihre Kosten!
Creme de la Creme . Du nimmst einen Thriller zur Hand und das Lesen wird zum Rausch… So ging es mir jetzt wieder mit DIE NACHT von Marc Raabe. Es ist eine der Neuerscheinungen, auf die ich mich dieses Jahr mit am meisten gefreut habe. Band 1 und 2 der Reihe fand ich bereits großartig. Die Messlatte lag für den dritten Teil also schon sehr hoch. Und trotzdem hat Marc Raabe sie scheinbar wieder mit Leichtigkeit übersprungen. . Diesmal kommt BKA-Ermittler Art Mayer dem Geheimnis um seine verschwundene Nachbarin Dana auf die Spur. Dabei steht ihm wieder seine Kollegin Nele Tschaikowski zur Seite, die als frischgebackene Mutter eigentlich gar nicht offiziell im Dienst ist. . Vielleicht, eventuell, wenn’s denn sein muss, könnte man DIE NACHT durchaus wie einen Stand Alone lesen. Aber wer will das schon bei einer so großartigen Thriller-Reihe. Also tut euch selbst den Gefallen und taucht von Anfang an in diese Welt ein, denn das sorgt für noch mehr Lesefreude. Gerade zu Beginn des Buches hatte ich großen Spaß an einigen Szenen, Begegnungen und Anspielungen, die einen Bezug zu den vorangegangenen Büchern herstellen und mich quasi zum Insider machen. Marc Raabe hat mich mit Wiedererkennungswert und vertrauten Charakteren abgeholt. Schneller als ich es realisieren konnte, war ich schon mittendrin in der Geschichte. Eins ist mal klar: Genau so muss ein guter Thriller sein. Er ist leichtgängig geschrieben, mitreißend und mit Tiefe. Die Story ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ohne Längen und Füllmaterial. Dafür mit tollen und glaubwürdigen Charakteren, treffsicheren Beschreibungen und geschliffenen Dialogen. Alles on Point. Mehr geht nicht. Und damit ist DIE NACHT das nächste Highlight in dieser hervorragenden Reihe. . Ursprünglich dachte ich, dass es sich bei der Art Mayer-Serie um eine Trilogie handelt und DIE NACHT die Reihe komplettiert. Mittlerweile weiß ich es besser. Marc Raabe hat verraten, dass es noch einen vierten Teil gibt. IM MORGRNGRAUEN ist mittlerweile auch schon offiziell für April 2026 angekündigt. Bis dahin also: Volle Vorfreude voraus!
Bereits im ersten Buch über Art Mayer sucht dieser nach seiner Nachbarin Dana und kümmert sich um deren kleine Tochter Milla.
In diesem dritten Band, nachdem Dana bereits 1,5 Jahre verschwunden ist, kommt endlich Bewegung in den Fall: nachdem Art ein bisschen seinen Einfluss spielen lässt, erhält er einen entscheidenden Hinweis. Klarerweise ist das nicht die Lösung des Falls, sonst wäre das Buch ja auch schnell aus, sondern lediglich ein Puzzlestück. Die anderen Teile müssen ebenfalls erstmal gefunden und dann noch richtig zusammengesetzt werden!
Ich habe hier beide Zeitebenen gerne gelesen, sowohl die aktuelle Suche von Art und Nele als auch die Rückblenden 15 Jahre zuvor aus der Sicht von Dana. Beim Lesen dieser Kapitel war ich auch mehr angespannt, denn aus dem Klappentext wusste man schon was auf jeden Fall passieren wird. Doch warum, weshalb, wieso?
Der Showdown enthält dann noch Überraschungen, die ich nicht alle ganz schlüssig fand. Besonders die Sidestory, die noch eine weitere Person und ihre Suche nach der Wahrheit involvierte, war mir zu konstruiert irgendwie. Es wirkte nicht authentisch.
Dennoch fand ich das Buch alles in allem sehr spannend, wohl auch weil mir die beteiligten Personen alle schon ans Herz gewachsen waren, besonders auch die kleine Milla. Da hat es mir sicherlich geholfen, dass ich den ersten Teil der Reihe von Marc Raabe um dieses Ermittlerduo bereits gelesen hatte, denn dort wird Art Mayer grundlegend eingeführt, man erfährt seine ganze Hintergrundgeschichte, seine Jugendzeit, seine Angst vor Hunden, was es mit Juli auf sich hat und wieso er den Kontakt zu den allerhöchsten politischen Kreisen hat. Ich fand das nicht unwichtig für diesen Fall, da auf das eine oder andere häufig Bezug genommen wird. Den zweiten Teil habe ich bisher noch nicht gelesen, von der Inhaltsangabe her weiß ich dass dort die Leo auf der Bildfläche erscheint, die in diesem 3. Band einen kleinen "Auftritt" hat. D.h. der 2. Band ist nicht soo wichtig für das Verständnis, der 1. Band meiner Ansicht nach schon.
Auf diese Fortsetzung habe ich mich schon sehr gefreut, denn die Reihe ist extrem spannend und außerdem habe ich die Protagonisten bereits fest ins Leserherz geschlossen. So war ich sehr gespannt, wie es mit BKA-Ermittler Art Mayer, seiner jungen Kollegin Nele und der verschwundenen Nachbarin Dana weiter geht. Darum dreht sich alles in diesem Band und am Ende wird auch vieles aufgelöst, aber gleichzeitig bleiben auch neue Rätsel offen.
Der Schreibstil ist wundervoll lebendig und mitreißend, ich war immer mitten im Geschehen und konnte mir alles bestens vorstellen. Wie schon eingangs erwähnt: die Figuren finde ich realitätsnah und sympathisch. Man fiebert mit, freut sich über Erfolge und bangt um sie, wenn es brenzlig wird - und das wird es des Öfteren.
Art Mayer ist Ermittler, der auch gern abseits der offiziellen Wege seine Spuren verfolgt. Wenn er es für nötig hält, schert er sich nicht um Vorschriften, was besonders dieses Mal zum Tragen kommt, da er aus Befangenheitsgründen vom Fall abgezogen wird. Für das Nachbarskind Milla will Art herausfinden, was mit deren Mutter geschehen ist, die leider spurlos verschwand. Er setzt seine hochrangigen Kontakte ein, um die Suche endlich richtig in Gang zu bringen. Das hat einen anonymen Hinweis zur Folge, der Art und Kollegin Nele (die eigentlich gerade im Mutterschutz ist) zu einer abgelegenen, verlassenen Wohnwagensiedlung führt. Dort treffen sie auf eine Leiche ... was hat diese mit Dana zu tun?
Die Story wurde superspannend erzählt und strotzte vor gut platzierten Überraschungen und Wendungen. Das ist mal wieder ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Thematisch kann ich es gar nicht so wirklich einordnen, es ist vielseitig und fesselnd. Durch die neuen Rätsel, die aufgeworfen wurden, bin ich natürlich jetzt sehr gespannt auf den nächsten Band, der im Frühjahr 2026 erscheinen soll. Ich freu mich sehr drauf.
Da ich schon den ersten und zweiten Teil als Hörbuch genießen durfte, musste ich natürlich auch den dritten Teil der Reihe hören. Da die Vorgänger schon eine Weile hersind, brauchte ich ein wenig Zeit um ganz in die Geschichte hineinzufinden, aber dann wurde es richtig spannend und mitreißend. Es empfiehlt sich aber die Bände kurz hintereinander zu lesen oder zu hören.
Diesmal sucht Art Mayer nach Dana Karasch, der Mutter seiner kleinen Nachbarin Milla. Ohne jeden Erfolg, seit Monaten schon. Bis er einen anonymen Hinweis bekommt. Er führt ihn und Nele Tschaikowski zu einer Wohnwagensiedlung im Wald, fernab der Zivilisation. Doch statt der Verschwunden finden Art und Nele die Leiche eines der angesehensten Richter der Stadt. Wie ein Gekreuzigter hängt er von der Decke, den Bauch aufgeschlitzt. Der Wohnwagen gehörte Danas Eltern, Fotos erinnern an ihre Kindheit. Auf einem ist der Richter als junger Mann zu sehen. Als Milla vor der Schule von einem Unbekannten gefilmt wird – sind Art und Nele alarmiert.
Das ungewöhnliche Ermittlerpaar aus dem eigenwilligen BKA-Ermittler und seine junge Kollegin macht immer wieder Spaß zu lesen. Es geht auch mal um das Privatleben der Ermittler, aber dieses nimmt nicht so viel Platz ein, dass der Kriminalfall dadurch in den Hintergrund gedrängt wird. Das Verschwinden von Dana und die Suche nach der Wahrheit stehen nun im Mittelpunkt. Dies wird sehr fesselnd und mitreißend erzählt und ich wollte das Hörbuch deshalb in jeder freien Minute weiter anhören. Marc Raabe verknüpft aus diesmal wieder aktuelle Geschehnisse mit Szenen aus der Vergangenheit, was die ganze Geschichte abwechslungreicher und noch spanender macht.
Der Sprecher hat seinen Job wirklich gut gemacht und hat packend und fesselnd gelesen. Die Spannung kam absolut gut rüber und ich habe gerne seiner Stimme gelauscht, die gut zum Hörbuch gepasst hat. Über einen weiteren Teil würde ich mich freuen und gebe 4,5 von 5 Sternen.
"Die innere Kälte, die dieser Ort in ihr auslöste, war schwer zu bezwingen."
Eins direkt und ganz deutlich vorweg: bitte zwingend zunächst die beiden ersten Teile "Der Morgen" und "Die Dämmerung" lesen!! Ohne Kenntnisse aus den ersten beiden Büchern ist "Die Nacht" kaum verständlich.
Art Mayer und Nele Tschaikowski sind endlich zurück: das extrem ungleiche Ermittlerduo, das mehr und mehr zusammenfindet und mich bereits in den vorangehenden Fällen vollends zu überzeugen wusste. Erneut fesselt mich dieser Thriller mit einer enorm dichten und intensiven Atmosphäre, sowie mit unvorhersehbaren Wendungen, die den Leser bis zur letzten Seite in Atem halten.
Die Handlung beginnt vor fünfzehn Jahren mit dem Verschwinden eines kleinen Jungen. Viele Jahre später verschwindet auch noch dessen Schwester Dana spurlos. Ein anonymer Hinweis führt das Ermittlerteam nun in eine alte Wohnwagensiedlung. Parallel zum aktuellen Geschehen, wird in regelmäßigen Rückblenden Danas Vergangenheit beleuchtet.
Von der ersten bis zur letzten Seite hält Marc Raabe den Spannungsbogen auf höchstem Niveau und sorgt mit dem ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart für eine außergewöhnliche Dynamik. Der Thriller überzeugt durch sein hohes Tempo und eine Erzählweise, die lebendig und mitreißend ist.
Art und Nele sind zwei sympathisch gezeichnete Charaktere, die nach und nach auch immer mehr Persönliches von sich preisgeben. Es fällt leicht, sich mit ihnen zu identifizieren
"Die Nacht" ist ein echter Pageturner – einmal begonnen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Wer auf der Suche nach einem hochspannenden, temporeichen Thriller ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Absolute Leseempfehlung und wieder die volle Punktzahl für Art und Nele.
Ich bin schon jetzt äußerst gespannt, was "Im Morgengrauen" passieren wird.
Wenn ein Kind aus der eigenen Obhut verschwindet, ist das immer schlimm. Häufig nagen Schuldgefühle auch noch später an dem Verantwortlichen. So etwa an Dana, deren Bruder eines nachts verschwindet, als sie auf ihn aufpassen sollte. Wie es dazu kommt und welche Auswirkungen es hatte, berichtet Marc Raabe in „Die Nacht“.
Art Mayer und seine Kollegin Nele möchten sich um den Fall der Vermissten Dana Karasch kümmern. Danas Tochter Mila wohnt im gleichen Haus wie Art und er fühlt sich verantwortlich. Dabei wirbelt Art eine Menge Staub auf, unter anderem im Bezug auf das Verschwinden von Danas Bruder 15 Jahre zuvor. Was war in dieser verhängnisvollen Nacht passiert?
Ich habe den Thriller als wahren Genuss empfangen. Die Story hat mich gepackt und gerade die Tatsache, dass Art eine Verbindung zu Dana hat, macht alles zehn mal spannender. Auch die verschiedenen Handlungsstränge tragen zur Spannung bei, da sich so nach und nach ein Ganzes aus einzelnen Puzzleteilen ergibt. Marc Raabe versteht es in diesem Thriller, Spannung aufzubauen und zu halten, was bei der Länge des Buches nicht einfach ist. Allerdings war der Einstieg in die Geschichte etwas in die Länge gezogen und unspektakulär, ehe der Thriller Fahrt aufnahm.
Die Charaktere sind authentisch und auch ihre Handlungen erscheinen für mich realistisch. Auch das Setting passt für mich perfekt, da auf einem Campingplatz nicht immer alles nachvollziehbar ist und Gäste auch schon einmal spontan abreisen oder Besuch bekommen. Was mich ein wenig stört (aber das ist meckern auf sehr hohen Niveau) ist, dass ich bis zum Schluss nicht so recht verstanden habe, wer welches Spiel spielt. Wie viel wusste zum Beispiel Lars Südel? Und warum reagiert Mila so abgeklärt? Das sind Fragen, die ich mitnehme und hoffe, im Nächsten Thriller beantwortet zu bekommen. So vergebe ich vier Sterne.
Marc Raabes Thriller Die Nacht ist der dritte Band einer mitreißenden Reihe um die Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski. Wie bereits in den Vorgängern gelingt es dem Autor, eine dichte, düstere Atmosphäre zu schaffen, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Die Geschichte beginnt mit einem Vermisstenfall, der droht, ungelöst zu bleiben. Art Mayer erhält einen anonymen Hinweis, der ihn gemeinsam mit Nele – trotz ihres Mutterschutzes – zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald führt. Dort machen sie eine schockierende Entdeckung: Hinweise auf das verschwundene Mädchen Dana sowie die Leiche eines angesehenen Richters. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, nicht zuletzt, weil ihre Vorgesetzten sie unerwartet ausschließen. Gleichzeitig ist Art persönlich involviert, da er sich um Danas Tochter Milla kümmert und sie vor dem Kinderheim bewahren möchte.
Raabe erzählt die Geschichte auf mehreren Zeitebenen: Während die Gegenwart aus den Perspektiven von Art und Nele geschildert wird, gibt es Rückblenden aus Danas Sicht. Diese Erzählweise sorgt für konstante Spannung und treibt die Handlung gekonnt voran. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und präzise, sodass man sich mühelos in die Szenen hineinversetzen kann. Besonders beeindruckend ist die kontinuierliche Spannungskurve, verstärkt durch überraschende Wendungen, die den Leser immer wieder aufs Neue fesseln.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass einige Entwicklungen früh vorhersehbar scheinen. Doch selbst wenn man glaubt, die Auflösung zu erahnen, hält Raabe einige unerwartete Überraschungen bereit. Das Ende lässt zudem einige Fragen offen, die aber in dem angekündigten vierten und letzten Band: "Im Morgengrauen" geklärt werden könnten.
Insgesamt ist Die Nacht ein packender Thriller, der mit komplexen Charakteren, starker Atmosphäre und cleverem Spannungsaufbau überzeugt. Wer die Vorgängerbände Der Morgen und Die Dämmerung kennt, wird das Buch besonders genießen. Für Thriller-Fans eine klare Empfehlung!
BKA-Ermittler Art Mayer ermittelt im dritten Teil dieser Reihe in einem ganz besonderen Fall. Dana Karasch, die Mutter der kleinen Milla, die bei ihrer dementen Oma in Arts Haus wohnt, ist seit eineinhalb Jahren verschwunden. Bereits in den letzten Teilen schloss Art die Kleine immer mehr ins Herz und ist sowas wie ein Ziehvater für Milla geworden. Art versuchte bisher erfolglos, Informationen zu Danas Verschwinden zu finden. Und jetzt gibt es endlich eine Spur.
Da die Geschichte um Milla bereits in den letzten Teilen thematisiert wurde, empfehle ich, unbedingt die einzelnen Stories der Reihe nach zu lesen, um den zwischenmenschlichen Beziehungen und Vorfällen folgen zu können.
Bisher waren Milla und ihre Mutter immer nur ein Randthema. Sehr wohl wurde aber deutlich, wie wichtig Art die Aufklärung ist. Auch Nele Tschaikowsky hilft bei den Ermittlungen, obwohl sie sich offiziell in Mutterschutz befindet. Die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet und haben mit jedem Teil mehr Tiefe. Man erfährt einiges aus ihrem Privatleben und kann sich so gut in die jeweiligen Personen hineinversetzen.
Zeitgleich zu den Ermittlungen nimmt Marc Raabe den Leser mit in die Vergangenheit und erzählt durch eine zweite Perspektive, was Dana widerfahren ist. Erneut gibt es Verbindungen zu hohen Ämtern und spannenden Vertuschungen, die erst zum Schluss in einer dramatischen Wahrheit enden. Dieses Kapitel ist damit abgeschlossen, es bleibt jedoch genug Zündstoff für weitere mögliche Teile.
Fazit: Eine spannende und authentische Fortsetzung, die einige offene Fragen aus den ersten Teilen beantwortet und Lust auf mehr macht. Marc Raabe ist für mich einer der besten deutschen Autoren, der auch mit dieser Reihe wieder vollends überzeugen kann. Ich kann das nächste Buch kaum erwarten.