Totales Chaos. Überlebensgroße Gefühle. Und ein Geist, der einfach nicht kapiert, dass Privatsphäre eine feine Sache ist.
Lucy hat genug von ihrem langweiligen Leben. Ihr Job als Rezeptionistin in einer Arztpraxis ist eintönig, ihre Mutter drängt sie auf eine endlose Reihe furchtbarer Blind Dates, und das Universum schickt ihr – Überraschung! – rein gar nichts.
Ein Autounfall hätte eigentlich ihr letzter großer Auftritt sein sollen. Doch statt ins Jenseits einzutreten, wacht Lucy quicklebendig auf – mit dem unerschütterlichen Gefühl, dass jemand sie gerettet hat.
Und dann taucht er Richard. Ein Geist mit einer Vorliebe für sarkastische Kommentare, schlechte Manieren und den fragwürdigen Drang, Lucy in den Wahnsinn zu treiben. Er behauptet, nur ein unsichtbarer Beobachter gewesen zu sein, doch dummerweise kann Lucy ihn jetzt sehen. Und hören. Und, zu ihrem eigenen Ärger, ziemlich gut leiden.
Aber es gibt ein winziges Geister und Menschen sollten sich nicht verlieben. Schon gar nicht, wenn der Geist von höheren Mächten beobachtet wird – und Lucys Leben plötzlich in Gefahr ist, weil Richard die Regeln für sie gebrochen hat.
Eine romantisch-chaotische Geistergeschichte mit bissigen Schlagabtauschen, einer Liebe, die nicht sein darf, und der brennenden Was zur Hölle macht man mit einem stalkenden Geist?
Dadurch, dass ich die SORA - Reihe der Autorin schon regelrecht durchgesucht und mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet habe, ist mir der Schreibstil von. J. Bright natürlich bekannt. Und doch ist diese Geschichte etwas ganz anderes als SORA. Sie ist .. sie geht nicht nur ins Herz, sie regt auch zum Nachdenken an. Sie hinterlässt Spuren und man erkennt sich in den Charakteren vielleicht auch ein kleines bisschen selbst wieder. Zumindest habe ich das getan.
Lucy war mir als Hauptprotagonisten sofort sympatisch. Obwohl sie mit ihrem Leben derzeit alles andere als zufrieden ist, schlägt sie sich irgendwie durch. Und lässt sich sogar auf die Blinddates ein, die ihre Mutter für sie organisiert. Nicht immer mit Wohlwollen, aber sie tut es. Bis der Autounfall alles verändert. Durch ihn tritt Richard sprichwörtlich in ihr Leben und bringt es gehörig durcheinander. Sie zweifelt an ihrem Verstand und hat doch das Gefühl, sich bei Richi auf eine Art und Weise geborgen zu fühlen, die sie selbst ängstigt. Schon die erste richtige Begegnung zwischen Lucy und Richard hat mich zum Schmunzelnd gebracht. Der Schlagabtausch zwischen ihnen und Richis Sprüche haben es mir einfach gemacht, ihn zu mögen. Er hat sich genauso heimlich in mein Herz geschlichen, wie er das bei Lucy getan hat.
Dennoch hat das Buch auch einen ernsten und vor allem emotionalen Hintergrund. Dieser Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit ist J. Bright unglaublich gut gelungen und ich bin auch hier regelrecht durch die Seiten geflogen. Die Geisterwelt ist ein Sammelsurium an besonderen Momenten, Erinnerungen und Gedanken. Nicht nur für Richard und seine Kollegen Marigold, Clover und Finn, sondern auch für all die Seelen, die dort verweilen oder auf der Durchreise sind. J. Bright hat eine Geschichte erschaffen, die humorvoll und doch tiefgründig ist. Eine, die zum Nachdenken anregt und die einem auch dann noch im Gedächtnis bleibt, wenn man sie schon lange beendet hat. Kurz gesagt, ein absolutes Lesehighlight. Ein Herzensbuch.