Wahrheit ist ein schwieriger Punkt in allen schillernden Lebensgeschichten. Diese hier handelt von dem bewegten Leben einer irdischen Heiligen, die manche für eine ganz normale Verrückte hielten. Oder war sie nur eine adlige Frau, die mit den widrigsten Bedingungen zu kämpfen hatte?
Prinzessin Alice erzählt vom bewegten und überraschenden Leben der hochadligen Alice von Battenberg, der Großmutter des britischen Königs Charles III. Ihre faszinierende Intelligenz – sie, die gehörlos geboren wurde, las in fünf verschiedenen Sprachen von den Lippen ab –, aber auch ihre überbordende erotische Lust in Verbindung mit ihrer nahezu fanatischen Beziehung zu Gott ließen Alice von Battenberg zur Bedrohung für all jene werden, die ein traditionelles Frauenbild in Königskreisen konservieren wollten. Ihre Familie wandte sich ab und brachte sie in einer der frühen Psychiatrien unter, der sie unter größter Gefahr entkam. Fortan lebte sie unter größter Einsamkeit in Griechenland, wo sie eine Suppenküche für die Ärmsten unterhielt. Doch auch dieses dem Höheren gewidmete Streben wurde hinweggespült, als Griechenland Ende der 1960er Jahre einen Militärputsch erlebte.
Die große Charakterkünstlerin Irene Dische, die die Historie niemals ihrer Aktualität entkleidet, lässt Prinzessin Alice greifbar auferstehen. Sie erzählt von einer Frau, deren Intellekt, Lebenslust und Konsequenz an den eisigen Mauern einer königlichen Familiendynastie kratzten – und Spuren hinterließen, über die wir noch heute unsere Hände gleiten lassen können.
Temporeich, witzig und zutiefst menschlich, Irene Dische entfaltet ihre feine Erzählkunst aufs Prächtigste Für Fans von The Crown und Bridgerton Jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise. Die älteste Geschichte der Welt so aktuell erzählt wie nie
Irene Dische is an American writer, born and raised in the Washington Heights district of New York City. She has studied Literature and Anthropology on the Harvard University. She was a freelance journalist (The New Yorker, The Nation). In the early 1980s, Dische moved to Berlin, Germany, and now she devides her time between Berlin and Rhinebeck, New York. A lot of her work is written in English, but often first published in German.
Irene Dische ist eine Amerikanisch, geboren und aufgewachsen in Washington Heights, New York City. Sie hat Literatur und Anthropologie studiert an der Harvard University . Sie war freelance journalistin (The New Yorker, The Nation). In den frühen 1980er Jahren zog sie nach Berlin, Deutschland, und jetzt lebt sie abwechselnd in Berlin und in Rhinebeck, New York. Viele ihrer Werke sind in englischer Sprache verfasst, aber zuerst in deutscher Sprache herausgegeben.
Der Einstieg in Irene Disches neuen Roman hat mich sofort gepackt: frech, provokant und mit einem Thema, das man in einer Biografie über eine hochadlige Prinzessin nicht erwartet. Dieser Ton zieht sich zunächst unterhaltsam weiter, wenn Dische im gewohnt plaudernden Stil Klatsch und Anekdoten über die Battenbergs ausbreitet – leichtfüßig zu lesen, unterhaltsam und kritisch zugleich.
Die Figur der Prinzessin Alice, die im Zentrum des Romans steht, hat, wie ich auch noch einmal nachgelesen habe, ein wechselreiches Leben gehabt. Unter anderem wurde sie zwangsweise in eine Nervenklinik eingewiesen, aus der sie schließlich fliehen konnte. Trotz dieser eigentlich spannenden Geschichte hat mich der Roman leider im Laufe der Handlung immer weniger überzeugt und er hatte trotz seiner Kürze auch Längen. Alice erscheint über weite Strecken faszinierend – eine gehörlose Frau, die in fünf Sprachen von den Lippen liest, die religiöse Ekstasen erlebt, die zur Bedrohung für ein traditionelles Frauenbild wird. Und doch blieb sie für mich als Figur im Roman unnahbar. Vieles wirkte nebulös, manches bewusst verschwommen.
„Prinzessin Alice“ ist eine Lektüre über eine außergewöhnliche Frau, die in den königlichen Kreisen ihrer Zeit aneckte. Stellenweise war das spannend zu lesen, zwischendurch hat mich der Roman leider verloren.
Zum Inhalt: Die Großmutter von König Charles war eine besondere Persönlichkeit, die aber nicht so sehr im Mittelpunkt stand, was bei ihrem Leben und Persönlichkeit ungewöhnlich erscheint. Als Gehörlose konnte sie fünf Sprachen von den Lieben lesen, war ungeheuer intelligent aber auch fanatisch, was ihre Beziehung zu Gott anbetraf. Das hatte familiär einige Konsequenzen und lenkte ihr Leben anders als man es normal erwartet hätte. Meine Meinung: Was für eine faszinierende Frau! Klar, kannte man den Namen in Verbindung mit dem britischen Königshaus, auch dass sie mal in einer Einrichtung untergebracht war, aber was diese Frau alles erlebt hat und wie sie trotz des nicht gerade freundlichen Umgang mit ihr alles geschafft hat, unglaublich. Und auch wenn dann wieder eine Rückschlag kam, Alice gab nicht auf. Ob man dieses wirklich sonderbare Verhältnis zu Gott gutheißen kann, sei dahin gestellt, aber es hat ihr etwas gegeben und das ist dann das Wichtigste. Ich habe viel Neues über Alice erfahren und das Buch gerne gelesen. Fazit: Interessante Frau
In ihrem Roman über die Großmutter des amtierenden König Charles III. trägt Irene Dische auf wenigen Seiten einige unfassbare Episoden aus dem Leben von Alice von Battenberg zusammen. Alice von Battenberg, die Enkelin von Königen Victoria, die mal ein koloniales Weltreich regierte und Tochter von Prinzessin Victoria (ja, es kann verwirrend sein), eine hochintelligente, belesene Frau (der ich aufgrund der kurzen Personenbeschreibung Autismus unterstellen würde), hatte selbst ein aufwühlendes Leben, welches dem ihrer Vorfahren und Nachkommen in nichts nachsteht. Taub geboren, lernte sie fünf Sprachen von den Lippen abzulesen und zu sprechen. Das brachte ihr bloß nicht mehr viel, als sie aufgrund ihres für ihre Familie unangenehmen Verhaltens in psychiatrische Kliniken gegen ihren Willen abgeschoben wurde. Alice war nämlich so gläubig und durchaus auch neurodivergent, dass sie der Meinung war, mit Jesus/Gott verheiratet zu sein. Im Gebet konnte sie sogar einen Orgasmus haben. Nie hat sie Eigen- oder Fremdgefährdung gezeigt, trotzdem war sie in den 1920er Jahren mit ihrem Verhalten auffällig genug, um sie bestialischen Behandlungsmethoden zu unterwerfen.
Was in diesem Roman historisch überliefert ist und was Fiktion, ist nie ganz klar. Aber die groben Informationen scheinen (laut Wikipedia) zu stimmen. So wurde ihr von u.a. Sigmund Freud die wilde Diagnose „paranoide Schizophrenie, mitverursacht durch sexuelle Frustration aufgrund einer nicht ausgelebten Leidenschaft“ diagnostiziert und verbrachte mehrere Jahre in Sanatorien eingesperrt. Ich persönlich glaube dem Roman so ziemlich alles, was hier von Alice persönlich uns berichtet wird. Für mich ist allein schon die Lebensgeschichte dieser Adligen, mit ihrem ironischen Blick auf die eigene Sippe (und deren Inzuchtsproblematik) und die Einblicke in die adligen Herrscherfamilien unglaublich aufschlussreich gewesen. Der persönliche Blick auf die Erlebnisse machen es noch interessanter, wobei ich an manchen Stellen mit der Erzählperspektive gehadert habe. Alice berichtet hier in der Vergangenheitsform rückblickend auf ihr Leben. Dabei nimmt sie nicht nur ab und an recht flapsige Formulierungen in den Mund, die so gar nicht zu einer so stolzen Adligen passen wollen, sondern scheint auch manchmal einen allwissenden Blick auf ihre Mitmenschen zu haben und deren Emotionen zu kennen. Die Leser:innen werden mit Durchbrechen der vierten Wand mitunter direkt angesprochen. In der zweiten Hälfte des Romans passiert dann noch eine Wandlung mit Alice, von der ich mir nicht sicher bin, ob diese so tatsächlich passiert ist bzw. passiert sein kann, ob sie durch den Geisteszustand der Frau in ihr selbst auftauchte, oder ob dieses Detail von Irene Dische vollkommen frei erfunden ist.
Ich muss zugeben, auch wenn ich mit dem Erzählstil durchaus gehadert habe, fand ich diese (fast) vergessene Lebensgeschichte von Alice von Battenberg wirklich unglaublich lesenswert und spannend. Mal wieder ein Werk, welches durch seine Schilderung von vergangenen psychiatrischen und psychotherapeutischen „Therapien“ an diesen zweifeln und nur den Kopf schütteln lassen. Auch die heutige Psychiatrie hat noch einiges vor sich und ist nicht lupenrein. Der Roman ruft ins Gedächtnis, dass immer die aktuelle Gegenwart von sich denkt, das Richtige für andere Menschen zu tun. Im Rückblick betrachtet aber durchaus falsch gelegen haben kann.
Insgesamt eine kurze, knackige Lektüre, die zum Nachdenken anregt und nachhallt.
Das bewegte Leben der Schwiegermutter der Queen Die weit verzweigten familiären Verstrickungen der europäischen Adelshäuser sind beachtlich. Wo in anderen Fällen wegen Inzucht die Ehen verboten wären, wurden sie an den königlichen Höfen gefördert. Alice von Battenberg, später Mountbatten, eine Enkelin von Königin Victoria, heiratet den Prinzen Andrew von Griechenland und hat mit ihm vier Töchter und einen Sohn, Philipp, den späteren Prinzgemahl der Königin Elisabeth die Zweite von England. Prinzessin Alice war auch mit dem Hause Romanow von Rußland verwandt und mit vielen deutschen Fürstenhäusern. Ihr Leben ist wie ein Roman: taub geboren, lernt sie trotzdem in mehreren Sprachen Lippen lesen, sprechen und schreiben. Alles ohne Zeichensprache, denn Ende des 19. Jahrhunderts galt die Zeichensprache als “Affensprache”. In den Jahren des Exils in Paris, wo sie auf die Unterstützung ihrer weit verzweigten Familie angewiesen ist, findet sie zu Gott und wird zu einer extrem religiösen Frau, die im täglichen Gebet ihre Erfüllung findet. IRene Dische schreibt, dass sie von ihren Kindern entfremdet ist, in anderen Quellen aber wird die innige Beziehung zwishcen Mutter und Töchter beschrieben. Auf jeden Fall spielen ihr ihre eigene Mutter und ihre Schwägerinnen ganz böse mit. Edwina ist die Ehefrau von Alices Bruder Dickie, während Maria Bonaparte (ja, aus der Familie) einen der Brüder von Alice's Gemahl geheiratet hat. Alice wird zwangsinterniert in zwei psychiatrische Kliniken, in der einen werden ihre Eierstöcke mittels Röntgenbestrahlung zerstört, in der anderen wird sie zweieinhalb Jahre gefangen gehalten. Was hat Alice ihren Schwägerinnen und ihrer Mutter nur angetan, dass sie sich derart brutal und zerstörerisch in ihr Leben einmischen? Als die Monarchie in Griechenland in den dreißiger Jahren wieder eingeführt wurde, zieht sich Alice nach Griechenland zurück, lebt da bescheiden und zurückgezogen, die Öffentlichkeit meidend. In der Zwischenzeit haben ihre vier Töchter in den deutschen Hochadel geheiratet, haben aber, laut Dische, keinen Kontakt zur Mutter. Als die Deutsche Wehrmacht die Nebenfront in Griechenland eröffnen muss, wegen der Unfähigkeit der italienischen Armee, beginnt Alice im Untergrund jüdische Familien bei der Flucht zu unterstützen und nimmt Familie Cohen bei sich auf. Das wird ihr posthum hoch angerechnet, im Jahr 1994 wird ihr in einer feierlichen Zeremonie der Titel “gerechte unter den Völkern” verliehen, bei der Prinz Philipp auch teilnahm. Das Buch wird von Prinzessin Alice erzählt, wir erfahren ihre Sicht der Dinge, wie übel ihr mitgespielt wurde. Trotzdem hegt sie weder Rachegedanken, noch Neid oder Missgunst. Das viele Gute, das sie im Leben getan hat, ist mit ihren Augen betrachtet nicht so einzigartig, nicht so großartig, sondern ihre einfachste Menschenpflicht. Noblesse oblige heißt es, Prinzessin Alice vereint den Standesadel mit dem Adel des Herzens, eigentlich der einzig wahre Adel.
Prinzessin Alice von Irene Dische Der Titel, das wirklich hübsche Cover und natürlich auch mein Interesse an Geschichte und an den Royals von der Insel haben mich neugierig gemacht. Nach einem Besuch im Buchladen durfte das Buch „Prinzessin Alice“ von Irene Dische schließlich mit mir nach Hause kommen. Ich war gespannt, mehr über Alice von Battenberg (später Mountbatten), die Schwiegermutter von Königin Elizabeth II. und Großmutter von König Charles III., zu erfahren. Der Einstieg war gar nicht schlecht: Irene Dische lässt Prinzessin Alice ihre eigene Geschichte aus der Ich-Perspektiveerzählen. Das liest sich anfangs recht gut, doch je weiter ich kam, desto schwieriger fiel es mir, der Erzählung zu folgen. Mitunter war ich durch die ungewöhnliche Erzählweise sogar etwas verwirrt. Gelegentliches Hin- und Herblättern half zwar, die komplexen Familienverhältnisse zu entwirren, doch schon bald war klar, dass dieses Buch für mich kein „easy read“ werden würde. Im Mittelpunkt stehen die Jahre im Exil in Paris, der Aufenthalt in einer Klinik am Bodensee sowie die Zeit während des Zweiten Weltkriegs. Ab und zu gibt es Rückblicke auf Alices Jugend in England oder ihre Ehe mit dem griechischen Prinzen Andreas. Schnell wird deutlich, dass sie ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Familie hatte, die mit ihrer Erkrankung nur schwer umgehen konnte. Einige Passagen fand ich schwer nachvollziehbar, etwa Alices angebliche Wiedererlangung ihres Gehörs oder die Episode, in der sie sich im Nachbarhaus einmietet, um das Leben einer ihrer Töchter zu beobachten. Handelt es sich hier um Fakt oder Fiktion? Leider bleibt das auch im Nachwort unklar. Eine faszinierende Persönlichkeit und ein spannender biografischer Hintergrund – und doch hat mich das Buch nicht wirklich erreicht. Ich empfand die Lektüre stellenweise als anstrengend und distanziert. Prinzessin Alice hat viel erlitten und durchlebt, doch ihre Erzählung wird im Verlauf zunehmend sprunghafter und weniger greifbar. So sehr ich es mir gewünscht hätte: Ich habe keinen Zugang zu dieser Geschichte und ihrer Protagonistin gefunden. Halbherzig habe ich die rund 150 Seiten zu Ende gelesen – wissend, dass mich diese außergewöhnliche Frau eigentlich hätte fesseln können, wenn mich die Erzählung nur ein wenig mehr berührt hätte.
Ich lese sehr gerne und oft historische Romanbiografien, die mich in eine andere Zeit entführen und mit einer tollen Handlung und starken Personen unterhalten. Deshalb war ich gleich sehr gespannt auf dieses Buch rund um "Prinzessin Alice".
Die Geschichte dreht sich um das bewegte und überraschende Leben der hochadligen Alice von Battenberg, der Großmutter des britischen Königs Charles III. Ihre faszinierende Intelligenz – sie, die gehörlos geboren wurde, las in fünf verschiedenen Sprachen von den Lippen ab –, aber auch ihre überbordende erotische Lust in Verbindung mit ihrer nahezu fanatischen Beziehung zu Gott ließen Alice von Battenberg zur Bedrohung für all jene werden, die ein traditionelles Frauenbild in Königskreisen konservieren wollten. Ihre Familie wandte sich ab und brachte sie in einer der frühen Psychiatrien unter, der sie unter größter Gefahr entkam. Fortan lebte sie unter größter Einsamkeit in Griechenland, wo sie eine Suppenküche für die Ärmsten unterhielt. Doch auch dieses dem Höheren gewidmete Streben wurde hinweggespült, als Griechenland Ende der 1960er Jahre einen Militärputsch erlebte.
Ich habe etwas gebraucht, richtig in die Geschichte hinein zu finden. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig: Er ist recht zackig, ohne viel Geschnörkel. Ich mag es eigentlich eher bildlicher und nicht ganz so gehetzt. Ich bin teilweise ganz gut mit dem Schreibstil zurechtgekommen, aber dann wurde ich auch immer wieder aus der Geschichte "rausgekickt", es war ein richtiges auf- und ab mit diesem Buch. Das Leben der Alice von Battenberg ist eigentlich wirklich sehr interessant und teilweise fand ich es sehr spannend und interessant zu lesen, aber stellenweise hat es sich auch seltsam gelesen und ich bin der Protagonistin leider nicht wirklich nahe gekommen, was am Schreibstil lag.
Fazit: Ich wurde gut von dem Buch unterhalten, aber leider war der Schreibstil nicht immer meins, deshalb blieb mir die Protagonistin Alice auch blass und fern. Ich vergebe deshalb 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung. Am besten man liest eine etwas längere Leseprobe und schaut, ob der Schreibstil zu einem als Leser passt, den das Leben der Alice ist durchaus interessant und spannend.
Wahrheit und Fiktion schwer voneinander zu unterscheiden
"Prinzessin Alice" von Irene Dische rückt die Mutter von Prinz Philipp in den Vordergrund, und zwar, indem die Autorin Alice selber sprechen lässt.
Eine vollständige Biografie liegt somit nicht vor, nur bestimmte Lebensabschnitte werden ausführlicher von Alice beschrieben. So stehen besonders ihr Aufenthalt in einer Klinik in Deutschland und ihre Zeit danach in Griechenland im Vordergrund. Für ein besseres Verständnis sind deswegen Kenntnisse über die damalige Zeit und über Alice als Person sowie ihre Rolle in der adligen Welt sicherlich von Vorteil.
Es wird deutlich, dass Alice nicht dem gewohnten und erwünschten Bild einer Adligen entsprach. Sie war taubstumm, sehr religiös, und sie schien auch mit psychischen Problemen zu kämpfen. Wegen (angeblicher) Schizophrenie wurde sie dann in Deutschland in eine Klinik eingewiesen und mit Medikamenten ruhiggestellt. Hier war es auch schwer zu beurteilen, was wahr ist und was nicht. Nach ihrer Flucht nach Griechenland wird aber auch nicht alles besser für sie.
Keine Frage, die Schwiegermutter von Queen Elizabeth II. schien eine interessante und unangepasste Persönlichkeit gewesen zu sein, deren Leben erzählenswert ist. Auf den ca. 150 Seiten aber wurde sie für mich als Mensch nicht so richtig greifbar. Vieles blieb für mich nebulös und wenig greifbar. Auch fällt es schwer zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden, da weitere Informationen, die auf Fakten beruhen, fehlen. Der eigenwillige Erzählstil macht es auch nicht wirklich einfacher. Er passt zwar vielleicht zu Alice, aber mich konnte er nicht überzeugen.
Immerhin ließ es sich schnell weglesen und interessante Einblicke in das Leben von Alice von Battenberg hat man durchaus bekommen können. Mehr aber auch nicht.
Zwischen Tradition und Eigenständigkeit Die Lebensgeschichte der Prinzessin Alice hat mich sofort gefesselt. Schon mit einer angeborenen Gehörlosigkeit konfrontiert, kämpfte sie sich durch zahlreiche Hindernisse. Um die Welt um sie herum zu verstehen, lernte sie mehrere Sprachen, las von den Lippen und zeigte damit eine bemerkenswerte Intelligenz und Willensstärke. Alice war eine Frau voller Widersprüche: tief religiös und gleichzeitig voller Lebenslust, die ihre Familie oft nicht nachvollziehen konnte. Ihr starker Charakter und ihre Energie brachten sie zeitweise in große Gefahr – so landete sie sogar in einer Psychiatrie, aus der sie unter dramatischen Umständen entkam. Später lebte sie in Griechenland, wo sie eine Suppenküche für Bedürftige leitete. Doch auch hier stellten politische Umwälzungen sie vor neue Herausforderungen. Die Autorin schafft es, Alice als komplexe Persönlichkeit greifbar zu machen. Man spürt, wie eng historische Ereignisse und persönliche Entscheidungen miteinander verwoben sind. Die Mischung aus detaillierten historischen Hintergründen, persönlichen Schwierigkeiten und der klaren Darstellung ihrer Figur macht das Buch besonders spannend. Am Ende bleibt das Bild einer außergewöhnlichen Frau: mutig, energisch und widersprüchlich. Ihre Geschichte hat mich tief beeindruckt und gezeigt, wie stark ein Mensch selbst unter schwierigsten Bedingungen sein kann. Für mich eine klare Leseempfehlung. 4 Sterne.
Vier Jahre nach dem Tod ihres Sohnes – besser bekannt als Prinz Philip, Ehemann der Queen – erzählt uns Irene Dische in einer Mischung aus Biographie und Fiktion die Geschichte von Prinzessin Alice. Wer danach gefragt hat, bleibt im Laufe der Geschichte unbeantwortet, doch bereits mit den ersten Sätzen, schafft es die Autorin die Lesenden in ihren Bann und die Geschichte der verstoßenen Alice zu ziehen, sodass man sich fragt, warum man noch nie von diesem Mitglied der königlichen Familie gehört hat. Denn viel zu erzählen hat Prinzessin Alice von Battenberg. Von ihrem verarmten Leben im Exil, von ihren Töchtern, die ihr nicht gewachsen sind, und von ihrem Lieblingssohn. In einem sehr interessanten Schreibstil, der gleichzeitig nüchtern gehalten ist, aber dennoch sämtliche Emotionen Alices herüberbringt, werden die gehaltvollsten Jahre der Prinzessin auf 158 Seiten auf den Punkt gebracht. Am spannendsten war an diesem doch sehr kurzen Abriss ihres Lebens der Ausflug in die Psychiatrie und dem Weg heraus. Sehr exzentrisch wird die Prinzessin dabei dargestellt und sowohl auf ihr Sexualleben, sowie auf ihre Religiosität eingegangen. Die Verbindung zu Sigmund Freud hätte für mich dabei gerne etwas ausführlicher dargestellt werden dürfen, das Ende kam dann auch sehr überraschend. Wer sich für die Weiten des englischen Königshauses und auch deren eher unbekannte Mitglieder interessiert, ist mit diesem Buch gut beraten.
Die Geschichte um Prinzessin Alice von Irene Dische ist besonders. Irene Dische schafft es, dass der Leser in der Gedankenwelt von Prinzessin Alice steckt.
Zuerst brauchte ich ein paar Seiten, um mich in den Schreibstil hineinzufinden, aber dann war ich vollkommen im Bann der Geschichte. Man sollte sich ein bisschen mit der Geschichte um die Mutter von Prinz Philip vertraut machen, da das Buch Wissen voraussetzt, um alles historisch einordnen zu können. Ich wusste schon einiges und hatte dennoch große Freude daran, bestimmte Ereignisse während des Lesen zu googeln. Mich haben die direkten Gedanken von Alice sehr bewegt und teilweise auch wütend gemacht. Wie Alice von den Familienangehörigen behandelt wird, macht einen fassungslos und man möchte sie gerne durch die Seiten anschreien. Seit diesem Buch bewundere ich diese Frau umso mehr, für das, was sie bewegen konnte, trotz dem, was sie durchgestanden hat. Diese Buch vermittelt einem Durchhaltevermögen, Liebe und Trost in der Religion.
Ob alles so geschehen und von Alice gedacht worden ist, kann ich nicht einschätzen. Aber die Autorin vermittelt es authentisch.
Ich kann das Buch Fans englische Adelsgeschichten empfehlen.
Das Cover finde ich gut passend für die nicht so einfache Geschichte von Prinessin Alice. Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Alice von Battenberg (später Mountbatten), Schwiegermutter der Queen und Großmutter von König Charles III, einer Prinzessin, die ein sehr schwieriges, aber auch starkes Leben geführt hat. Irene Dische beschreibt Alice als eine Frau, die oft missverstanden wurde. Sie war taub, hatte psychische Probleme, aber auch ein großes Herz. Sie hat viel Leid erlebt – sei es in ihrer schwierigen Familie, in der Politik oder im Krieg. Trotzdem hat sie nie aufgegeben. Besonders ergreifend und mutig fand ich, wie sie im Zweiten Weltkrieg eine jüdische Familie versteckte. Der Schreibstil ist sehr ruhig, das passt aber sehr gut zum Buch. Auch empfinde ich das geschriebene als sehr intensiv. Was in diesem Buch Realität ist, und was hier "ergänzt" wurde, ist mir teilweise zu unklar, und verschwimmt - einige Punkte wirken unrealistisch.
Deutschlandfunk Kultur, Von Elke Schlinsog | 16.10.2025 (besser kann ich es nicht formulieren):
„Prinzessin Alice“ ist ein einfühlsames Portrait, in dem Irene Dische, mal sanft, mal deftig gegen Legenden und Vorurteile anhält, ordentlich dazuerfindet und nach ihrem Gusto geradestellt. Ihre stille, starke Heldin Prinzessin Alice, die allzu lange im Schatten ihrer Familie vor sich hinlebte, lässt sie schließlich selbstbestimmt heraustreten: „Ich bin ein gekröntes Haupt“ – und kratzt ordentlich an der Goldgravur hochadliger Familienalben.