Die eisigen Weiten Lapplands im 19. atmosphärischer Schauplatz für ein mitreißendes Frauenschicksal
In der rauen Wildnis des Nordens wächst Miija als Tochter einer Schamanin auf. Schon als junges Mädchen zeigt sie eine außergewöhnliche Gabe, auf die Stimmen der Natur zu achten. Es steht bald außer Frage, dass sie die Nachfolge ihrer Mutter antreten wird. Eine Berufung, die großes Ansehen mit sich bringt, aber Miija auch zur Außenseiterin macht. Vor allem, als die traditionelle Welt der Sámi ins Wanken gerät. Der christliche Glaube – und neue, moderne Methoden der Heilkunst – brechen mit Macht in Miijas Welt ein. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten zweier Glaubenswelten, sondern trifft auch einen Mann, der ihr Schicksal ändert …
Ines Thorn entführt mit „Die Heilerin des Nordens“ in eine faszinierende und oft vergessene Welt: die der Sami im 19. Jahrhundert – jenes indigenen Volkes im hohen Norden, dessen Lebensweise, Spiritualität und Sprache durch Kolonialisierung und Christianisierung unterdrückt wurden.
Im Mittelpunkt steht Miija, eine junge Schamanin. Wir begleiten sie von ihrer Kindheit an – durch Zeiten des Lernens, Suchens, Liebens und Verlierens – bis sie Schritt für Schritt in ihre volle Kraft kommt: als Heilerin, die Brücken schlägt zwischen Wissen und Glauben, zwischen alten Traditionen und einer neuen Zeit.
Mich hat dieser Roman tief bewegt. Er zeigt mit großer Einfühlsamkeit, wie Unterdrückung beginnt – und wie viel Mut es braucht, Bewusstsein und Wandel zuzulassen. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie unmittelbar man in die Welt der Sami eintaucht. Die Beschreibungen ihrer Lebensweise, Rituale und Naturverbundenheit sind so lebendig, dass man fast den Schnee unter den Füßen spürt und das Feuer in der Kote riecht.
Ich wusste vorher gar nicht so viel über die Geschichte der Sami und habe beim Lesen oft gedacht, wie sehr sich diese Themen bis heute fortsetzen – wenn man sieht, wie bedroht ihr Lebensraum noch immer ist: durch Rohstoffabbau, Staudämme und Klimawandel.
Besonders schön fand ich, wie Ines Thorn den Bogen zwischen der alten, spirituellen Welt und dem aufkommenden neuen Wissen spannt und zeigt, dass sich beides nicht ausschließen muss, sondern gegenseitig bereichern kann.
Fazit:
Ein kraftvoller Roman über Erwachen, Selbstfindung und den Mut, zwischen zwei Welten den eigenen Weg zu gehen. Ein Stück Geschichte, das berührt, bildet und lange nachhallt.
Auf jeden Fall nichts für „mal eben zwischendurch“ aber mega spannend!
Ich fand es wirklich super interessant Miija durch ihre Kindheit zu begleiten und so mehr über die Samen und wie sie leben zu erfahren. Es war wirklich mega spannend zu sehen wie die Kultur der Samen zu der Zeit war, wie sie leben und an was sie glauben. Miija war eine wirklich kluge und starke Protagonistin, die wusste was sie wollte und ein sehr gutes Herz hatte. Es war auch sehr spannend zu sehen was alles ihre Aufgaben waren und auch wie die Aufgabenverteilung im Allgemeinen war. 🤗 Es wurden auch sehr wichtige Themen wie Rassismus und Diskriminierung angesprochen und auch die Thematisierung der neuen christlichen Religion und was es zu der Zeit bei den Menschen ausgelöst hat, fand ich wirklich interessant. 🦌 Die Liebesgeschichte hat nur einen sehr kleinen Teil eingenommen, ich fand es aber auch gut zu sehen dass nicht alles immer so ist wie es scheint und es manchmal auch einfach nicht passt. 🥹 Die Namen und verschiedenen Begrifflichkeiten waren anfangs etwas schwer zu verstehen, wurden aber gut erklärt und dementsprechend stellte es kein Problem für mich da. Trotz der vielen Namen und Begriffe kam man schnell durch das Buch und es hat mich wirklich sehr gefesselt. ❄️