Weihnachten mit der Familie. Wie schön. Wie besinnlich. Wie unfassbar anstrengend! Olivia liebt Weihnachten - theoretisch. Doch der fünftägige Familienfest-Marathon wird auch dieses Jahr wieder zur Zerreißprobe. Nicht nur, dass sie ihrer traditionsbewussten Familie noch beichten muss, dass sie deren Erwartungen wieder enttäuschen wird. So taucht in diesem Jahr, neben neuen Familienmitgliedern, unerwartet auch noch Nathan auf - Ollis Erzfeind aus der Schulzeit, der plötzlich ganz anders ist als früher. Zwischen dem skurrilen Onkel in Ballettschläppchen, der überengagierten Mutter und der versnobten Tante hat es Olli wirklich nicht leicht die Fassung zu bewahren. Als dann noch brisante Familiengeheimnisse ans Licht kommen, droht das Fest der Liebe endgültig zum Desaster zu werden.
das war sicher beabsichtigt und das erste Drittel auch ganz amüsant aber dann einfach nur anstrengend und ich konnte nicht mehr drüber lachen sondern war genervt 🙄
Das Cover: Das Cover vermittelt sofort Winter & Familienchaos in einem: ruhige Farben, ein Hauch Schnee und eine Stimmung zwischen „Besinnlichkeit“ und „komm mir nicht zu nahe“ – das passt perfekt zum Titel und macht neugierig darauf, wie weihnachtlich es hier wirklich wird.
Meine Meinung: Ich liebe Weihnachten. Ich liebe Weihnachtsromane. Also immer her damit.
Olivia (Olli) liebt Weihnachten, zumindest theoretisch. Doch der fünftägige Familien-Fest-Marathon wird in diesem Jahr zur Zerreißprobe. Zwischen überengagierter Mutter, versnobter Tante, skurrilem Onkel in Ballettschläppchen und neuen Familienmitgliedern plus Nietenzwinger (Nathan, der ehemals Erzfeind aus der Schulzeit) droht das „Fest der Liebe“ zum Desaster zu werden.
Was ich besonders mochte: Eli Mell gelingt es, die Ambivalenz von Weihnachten einzufangen: Einerseits Glanz, Lichter, Tradition, andererseits Erwartungen, alte Konflikte, das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Olivia als Figur ist glaubwürdig: Sie will dazugehören, sie will geliebt werden, aber sie spürt, dass vieles von ihr verlangt wird. Ihre innere Rebellion gegen das perfekte Familien-Weihnachten war für mich sehr nachvollziehbar.
Der Humor sitzt: Die kleinen Absurditäten der Familienfeier („der Onkel in Ballettschläppchen“) sind herrlich überspitz, aber gerade durch diese Überspitzung wird klar: Familien sind nicht perfekt – und Weihnachten schon gar nicht.
Die Mischung aus Witz, Herz und Familienturbulenzen bringt eine schöne Tiefe. Auch wenn das Wort „Kitsch“ im Raum steht, spürt man, dass hier echtes Gefühl dahinter ist.
Was mich jedoch etwas gestört hat: Der Titelversprechen-Ton „fast besinnlich“ trifft es, weil es nicht durchgehend ruhig oder warm ist. Manche Szenen fühlten sich etwas überdreht an, als würde zu viel Chaos auf einmal kommen, und das hat den Flow etwas gebremst.
Die „Weihnachtlichkeit“ ist vorhanden, aber nicht durchgehend in der Tiefe: Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Momente der Besinnung stärker werden, statt nur der nächsten Auseinandersetzung.
Einige Figuren bleiben eher skizziert als tief ausgearbeitet. Ich hätte gern bei bestimmten Familienmitgliedern mehr Hintergründe gehabt... weniger Klischee, mehr Mensch dahinter.
Mein Fazit: Merry Crisis ist kein klassischer Weihnachtsroman mit Kerzenschein und Plätzchenduft-Pur, sondern eine ehrliche, witzige und trotzdem bewegende Geschichte über Familie, Erwartungen und den Versuch, einfach man selbst zu sein, gerade wenn alle Lichter angehen. Wer Lust auf eine unperfekte Weihnacht mit viel Herz hat, wird hier fündig. Für mich ist es vier Sterne wert, ich hatte gute Unterhaltung, fühlte mit Olli mit und fand den ganzen Familienspaß-Wahnsinn sehr fesselnd, auch wenn ich mir an manchen Stellen noch mehr Tiefe gewünscht hätte.
Seine Familie sucht man sich nicht aus. Olivia kann sich definitiv schöneres vorstellen, als die Weihnachtsfeiertage mit ihrer chaotischen Verwandtschaft zu verbringen, die sie nebenbei auch noch dafür verurteilt, dass sie mit Anfang 30 noch unverheiratet und kinderlos ist.
Ich sag's wie es ist: Wäre das meine Familie, hätte ich einen sehr viel dünneren Geduldsfaden als Olivia. Allein Tante Elke hat mich so aufgeregt, dass ich an Olivias Stelle bei jeder versteckten Kritik auf Konfrontationskurs gegangen wäre. Und bei Miró-Baptiste hab ich einfach Aggressionen bekommen, denn wie kann ein Kind bitte so verzogen sein?
Die ganze Familie ist also relativ anstrengend, aber die Handlung ist doch relativ unterhaltsam. Das Buch liest sich wie ein typischer Weihnachtsfilm, in dem einfach alles schief geht und Geheimnisse offenbart werden, die dafür sorgen, dass das Fest nicht ganz so besinnlich wird.