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Die Gipfelstürmerin: Roman I Lucy Walker, die erste Frau auf dem Matterhorn (Starke Frauen: Bergsteigerinnen 1)

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Lucy Walker kämpft im 19. Jahrhundert für ihren Traum, die Alpen zu erklimmen - damenhaft im langen Rock. Trotz gesellschaftlicher Hindernisse und einer unmöglichen Liebe zu ihrem Bergführer entdeckt Lucy in den Schweizer Bergen eine nie gekannte Freiheit. Ihre größte Sehnsucht ist das schauderhaft schöne Matterhorn, das im Schatten eines tödlichen Unglücks steht. Sie begibt sich in den gefährlichen Wettkampf, die erste Frau auf dem Gipfel zu sein. Ein mitreißender historischer Roman über die Frage, was wahre Stärke ist.

368 pages, Kindle Edition

Published September 10, 2025

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Geli.
243 reviews11 followers
October 5, 2025
Lucy Walker wächst als behütete Tochter in Großbritannien auf. Sie war allerdings immer schon wilder und bewegungsfreudiger als andere Mädchen der oberen Schicht, und so wird sie regelmäßig durch ihre Tante Harriet ermahnt, wie sie sich als junge Frau zu verhalten hat. Wichtig wäre eine gute Verheiratung, die am besten noch den Geschäften ihres Vaters ​​dienen würde und so finden sich auch mehrere Kandidante, die Lucy den Hof machen. Doch was sie viel mehr fasziniert, sind die Berge.

Die Familie reist jeden Sommer in die Berge, wo ihr Vater mit ihrem Bruder Horace Wanderungen unternimmt, während Lucy mit ihrer Mutter im Hotel bleibt und höchstens durchs Dorf spazierengeht. Doch die Neugier packt sie und da ihr Arzt ihr wegen ihres Rheumatismus Bewegung verordnet hat, schließt sie sich den Männern an und beginnt mit dem Bergsteigen. Und irgendwann packt sie sowohl die Sehnsucht als auch der Ehrgeiz, das Matterhorn zu erklimmen, was vorher noch niemand gewagt hat.

Lucy war ein Kind ihrer Zeit. Was für Einschränkungen ihr auferlegt wurden und sie sich teilweise auch selbst auferlegt. So musste im Kleid gewandert werden und alles sollte bedeckt sein. Undenkbar, dass der Bergführer Melchior Anderegg etwa ihren Knöchel, oder noch schlimmer, ihre Wade zu sehen bekäme. Zudem ist sie der Meinung, nur mit Champagner und Biskuitkuchen die Bergkrankheit kontrollieren zu können, und so mussten die Begleiter der Wandergruppe nicht nur edle Getränke mit sich führen, sondern z.B. auch Stroh, um gegebenenfalls den Herrschaften ein angenehmes Bett zu bereiten, sollte man nicht am selben Tag hoch- und runterwandern können.

Außerdem durfte daheim in England niemand erfahren, dass Lucy Berge erstieg, denn das würde dem Ruf der Familie schaden und sie wäre als Ehefrau untragbar. Sie selbst macht sich immerzu Sorgen, dass das Bergsteigen aus ihr ein Monster, eine Nicht-Frau machen könnte. Dazu die Standesdünkel, die sie hegt, machten sie mir zu einer eher unsympathischen Protagonistin. Zwischendurch war ich richtiggehend genervt von Lucy Walker und legte das Buch beiseite, da sich diese Vorurteile und Beschränkungen immer wieder wiederholten.

Wir lesen von schlimmsten Bedingungen, von Eis, Schnee, Nebel und Felsstürzen, die Lucy mit ihren männlichen Begleitern überwinden musste. Trotzdem fühlte sie sich nur in den Bergen ganz bei sich. Die Bergtouren sind anstrengend und dauern lange, es wurde in der Nacht gestartet, um bei Sonnenaufgang schon möglichst weit oben zu sein. Umso bewundernswerter ist die Leistung, die die damaligen Bergsteiger errungen haben, vor allem als junge Frau mit einem Rheumatismus.

Es gab zur selben Zeit sogar noch eine Konkurrentin: Meta Breevort, die mit ihrem Neffen und seinem hund Tschingel die Berge bestieg und auch vorhatte, das Matterhorn als erste Frau zu erklimmen, womit Lucy Walker​ ihr zuvor kam, doch sie war die Erste, die das Matterhorn gequert hat.

Am Ende muss ich sagen, habe ich den Roman doch ganz gerne gelesen. Es war informativ, etwas über diese mir unbekannte Bergsteigerin zu lesen und ein Zitat finde ich besonders erwähnenswert: "Das Eigentliche ist nicht der Gipfel, das Eigentliche sind die Momente, in denen ich weiß, dass ich Teil dieser Erhabenheit bin".
Profile Image for Sabine.
771 reviews19 followers
October 8, 2025
Ich liebe es, Bücher rund ums Bergsteigen oder Berge allgemein zu lesen, ich war daher sehr gespannt auf diesen Roman, in dem es um die erste Frau auf dem Matterhorn geht – Lucy Walker.

Lucy Walker hat eine große Liebe: die Berge. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts sind Frauen klare gesellschaftliche Rollen zugeschrieben, und Abenteuer in den Bergen gehören nicht dazu. Lucy widersetzt sich diesem klassischen Rollenbild, ihre Leidenschaft gilt den Bergen, insbesondere dem Matterhorn, jenem "schauderhaft schönen" Gipfel, der von einem tragischen Unglück überschattet ist. Lucy träumt davon, als erste Frau diesen Gipfel zu erklimmen und der Welt zu zeigen, dass auch Frauen bergsteigen können.

Mich hat das Buch begeistert! Andrea Günther hat die Atmosphäre wunderbar eingefangen und hat mich mit der bildgewaltigen Beschreibung der Bergwelt gefesselt, aber auch mit den Problemen, die sich für Lucy Walker ergeben haben. Damit meine ich nicht nur die langen Röcke, die beim Bergsteigen hinderlich sind, und die Herausforderungen, ohne Goretex der Kälte zu trotzen, sondern die gesellschaftlichen Einschränkungen und Bestimmungen, die Lucy immer wieder in ihre Schranken verweisen. Man muss vielleicht ein gewisses Faible fürs Bergsteigen mitbringen, um die vielen detailreichen Schilderungen der Touren richtig genießen zu können – aber gerade diese Passagen tragen viel zur Intensität und zum Sog der Geschichte bei. Die Leidenschaft für das Bergsteigen ist fast greifbar, und ich fieberte mit Lucy bei jeder Etappe mit.

Die Charaktere sind mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail gezeichnet. Besonders Lucy überzeugt als starke, willensstarke Frau, die dennoch im Spannungsfeld zwischen eigenen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen steht. Ihre Entwicklung ist authentisch und nachvollziehbar – man spürt förmlich, wie sehr sie für die Berge brennt und wie groß ihr innerer Konflikt ist. Auch die Nebenfiguren sind differenziert gestaltet: Ihr Vater und Bruder verkörpern auf sehr glaubhafte Weise die Erwartungen und Grenzen jener Zeit, ohne zu einseitig gezeichnet zu sein. Melchior, der Bergführer, bleibt mir besonders in Erinnerung – ein etwas brummiger, schrulliger Charakter, der aber eine große Achtung vor Menschen und eine tiefe Verantwortung für seine ihm zugewiesenen Bergsteiger zeigt. Die ungewöhnliche und sehr intensive Beziehung zwischen Lucy und Melchior wird sehr gut herausgearbeitet und damit glaubhaft, insbesondere, weil sie Lucys Leben nachhaltig prägt.

Andrea Günthers Schreibstil ist eingängig und angenehm zu lesen. Sie versteht es, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen, ohne in Klischees oder Längen zu verfallen. Besonders interessant ist die realistische Darstellung des Bergsteigens im 19. Jahrhundert – man bekommt ein Gespür dafür, wie abenteuerlich und gefährlich solche Touren damals tatsächlich waren.

Mein Fazit
Ein mitreißender historischer Roman über Mut, Leidenschaft und den Kampf gegen gesellschaftliche Konventionen. Andrea Günther gelingt es, eine faszinierende Frauengestalt zum Leben zu erwecken und dabei die alpine Welt in all ihrer Schönheit und Gefahr einzufangen. Wer sich für Geschichte, starke Frauenfiguren und die Berge begeistert, wird mit diesem Buch voll auf seine Kosten kommen.
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