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Gedenken neu denken

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Erinnerungskultur, aber anders

Erinnerungskultur, aber anders

Unsere Erinnerungskultur muss sich verändern. Wie und warum, legt Susanne Siegert in diesem Buch dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle unserer »einstudierten« gemeinsamen Rückschau mit den Opfern. Es geht um weniger bekannte NS-Verbrechen, um weniger bekannte Orte, um bisher vernachlässigte Opfergruppen. Gleichzeitig zeigt dieses Buch, wie wichtig eine aktivere, vielfältigere Gedenkkultur ist, um künftige Generationen auch ohne direkte Zeitzeugenberichte zu erreichen. 

239 pages, Kindle Edition

Published October 31, 2025

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About the author

Susanne Siegert

8 books3 followers

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Displaying 1 - 30 of 30 reviews
Profile Image for Margarete.
56 reviews1 follower
November 17, 2025
Hat mir richtig gut gefallen!
Susanne Siegert plädiert für eine neue Gedenkarbeit statt der ritualisierten Erinnerungskultur Deutschlands und macht dafür verschiedene Vorschläge, bei denen sie den Bogen vom Konkreten zum Übergeordneten spannt. Es werden sowohl einzelne Biografien beschrieben als auch theoretische Grundlagen geschaffen. Super verständlich und zugänglich geschrieben, ohne oberflächlich zu sein. Ich hoffe, Susanne Siegert schreibt noch ganz viele Bücher.
Profile Image for Janne.
109 reviews2 followers
October 31, 2025
wirklich sehr gut aufgearbeitet!
Profile Image for Jules.
81 reviews1 follower
January 5, 2026
ich kann aktuell meine Gedanken zu Büchern echt schlecht verfassen, deshalb.. wir stehen das jetzt zusammen durch.

Vieles an dem Buch hat mich angeregt, anders über meinen eigenen Umgang mit der NS-Geschichte nachzudenken, wofür ich sehr dankbar bin. In meiner sicherlich sehr unqualifizierten Meinung kann man sehr viele geschichtliche Informationen mitnehmen, bei denen man sich selbst ertappt fühlt, weil man darüber kaum nachgedacht hat.

Einige Stellen klangen für mich nach einer recht „idealisierten“ Darstellung von Israel, allerdings kann ich auch dazu meine Gedanken nicht klarer einordnen und fühle mich keineswegs berechtig dazu, mehr als das zu sagen. Es sind lediglich Themen, über die ich nachgedacht habe.

Ich denke, es hat mich dazu angeregt, noch mehr über die Geschichte meiner eigenen Geburtsstadt und die dortigen Verbrechen während der NS-Zeit herauszufinden.
3 reviews
November 2, 2025
Wirklich ein Buch was zum Nachdenken und zum Handeln anregt. Wahnsinnig gut recherchiert und gut geschrieben, ich bin schon sehr gespannt auf die Lesung.
Profile Image for himbeerbuch.
428 reviews43 followers
January 10, 2026
Kompakt und verständlich geschrieben! Ich habe aufgrund des Contents von Siegert allerdings erwartet, dass es mehr um die mediale Vermittlung von bildungspolitischen Inhalten geht und die Strukturen genauer beleuchtet werden, in denen erinnerungspolitische Arbeit eben auch niedrigschwellig stattfinden sollte. Spannend und zugänglich fand ich insbesondere das Kapitel zu Siegerts Recherche in der eigenen Region, weil gerade das immer wieder von Lehrer*innen und politischen Bildner*innen gefordert wird, aber halt größtenteils nicht in einem Curriculum auftaucht, wie Siegert selbst anmerkt.
Profile Image for Eli.
10 reviews
November 18, 2025
ein buch, welches jede:r deutsche gelesen haben sollte und das ist sowohl kompliment als auch kritik zugleich, denn: für nachfahren von faschist:innen mag dieses buch unglaublich wertvoll sein und den startschuss für besserung setzen, für nachfahren der verfolgten ist, die bestens rechertierten nacherzählungen von überlebenden und geschichten ausgenommen, so wenig enthalten, dass mir oft die frage kam: sind menschen wie ich überhaupt in dieser diskussion, wie wir zu einer besseren erinnerung kommen, mitbedacht worden?

susanne siegert argumentiert zusammengefasst, dass wir nicht aufgrund von likes, wählbarkeit, der präsentierung der eigenen moral oder als warnung an die zukunft erinnern sollten, sondern wegen der erinnerung selbst,
dass überlebenden die bühne gereicht werden soll und sie nicht auf schlagzeilenfähige zitate reduziert werden sollten. in einer idealen welt würde ich voll und ganz zustimmen - leider sind wir dieser welt seit 1945 nicht unbedingt näher gekommen.

als nachfahrin von jüd:innen mütterlicherseits und soldat:innen sowie transporteur:innen, die beim schützen von leningrad von faschisten ermordet wurden, stört mich vor allem, dass durch das gesamte buch zwar von der täternation deutschland und seinen taten geredet wird, sogar ein appell zur eigenen aufarbeitung folgt, es jedoch auch dabei bleibt. eine art 'pull yourself up by the bootstraps' approach zur einnerung, auf strukturen wird kaum eingegangen - dabei sind es die von tätern geschaffenen strukturen, die maßgeblich für die zensur (in der täterschafts augen) unbequemer überlebender, mangelnder erinnerung und verzerrtem schuldverständnis verantwortlich sind.

ich zahle nicht aus zufall an nachfahren von nazis die miete, bin nicht aus zufall bei nachfahren von nazis angestellt und bin nicht aus zufall jeden tag bei ihnen einkaufen, folgend kann ich mir also auch nicht leisten, schilder wie 'afd wählen ist so 1933' als falsch zu deklarieren, denn sie stellen meiner meinung nach nicht die singularität der shoah infrage, noch sind sie als ernstzunehmender vergleich gemeint. vielmehr sollen sie zeigen: dieses land hat und wird auch nie ein ernsthaftes interesse an der aufarbeitung haben, denn mit ihr käme die unbequeme frage: wie machen wir das eigentlich wieder gut? was machen wir (hiermit ist die deutsche mehrheit, die natürlich vom (ver)schweigen profitiert, gemeint) mit den geraubten gegenständen, den enteigneten wohnungen von betroffenen, den fabriken? wie stellen wir dieser imbalance wieder her?

in einer nation, bei der die portraits von nazis noch unbekümmert im wohnzimmer hängen können oder etwa von 'aushalten' gesprochen wird, wenn die historie des eigenen uropas sehr knapp erzählt wird (und nachkommen von opfern des nationalsozialismus sollen nicht aushalten? in welcher relation soll das 'aushalten' über das erfahren von täterschaft da bitte stehen?), natürlich unmögliche fragen mit unmöglichen antworten. ich glaube, es ist unter anderem deswegen überwiegend der fokus auf's erinnern im neutralen raum. nicht falsch verstehen, damit ist susanne siegert dem großteil der deutschen bevölkerung immernoch undenkbar weit voraus und der fakt allein zollt immensen respekt - und erklärt gleichzeitig meine einhergehende frustration mit dem buch.

wenn wir wirklich gedenken wollen, dann braucht es eine von grundauf neue reparation und ein eingeständnis, dass dieses land kein ehrliches interesse hat, faschist:innen nie wieder regieren zu lassen oder die kommenden geschehnisse aufzuhalten.

ob afd wählen nun so 1933 oder 1930 ist, ist mir egal. mir geht es um die mitglieder, die lückenlos göbbels zitieren können und fast täglich mit neuen (taktischen) eklaten auffallen und die nation langsam für sich gewinnen, mir geht es um cdu-werbeplakate, die 1:1 vor 20 jahren noch von der npd verwendet wurden, mir geht es darum, dass wir (dieses mal sind die verfolgten gemeint) es uns momentan nicht leisten können, unpolitisch zu erinnern oder auf gänzliche instrumentalisierung zu verzichten, vor allem wenn sie im kontext ist.

mir geht es darum, dass menschen wie susanne siegert die wahl bleibt, in kommenden jahren weiterhin für ein anderes, jedoch nicht reformierendes erinnern zu argumentieren oder sich im aufmarsch eines neo-faschistischen regimes zurückzuziehen können, während die wahl für menschen wie mich deutlich einfacher ist: flinte oder strick. um das zu verhindern, muss auch der akt des erinnerns selbst radikal bleiben und ich hätte mir gewünscht, dass ein buch, welches an die ehrliche und bessere erinnerung appelliert, auch das inkludiert. leider tat es das nicht und ich beendete die letzten seiten mit sehr vielen gemischten gefühlen, die ich auch erstmal entwirren muss.
Profile Image for chaptersandcatnip.
105 reviews2 followers
November 15, 2025
Inhaltlich finde ich das Buch wertvoll und wichtig, aber in einigen Passagen hätte ich mir mehr Sensibilität und Differenzierung in Bezug auf aktuelle Konflikte gewünscht (insbesondere Israel-Palästina).
Mir fiel es nicht leicht genau auszudrücken, was mich gestört hat, weil ich die Arbeit der Autorin zur Vergangenheitsaufarbeitung, auch auf Social Media, wirklich schätze. Trotzdem wirkten einzelne Kommentare im Zusammenhang mit Israel-Palästina für mich stellenweise unpassend bzw. zu stark parallelisierend.
Profile Image for Daniel Schrimpf.
38 reviews
February 6, 2026
Susanne Siegert kannte ich bisher von ihrem Instagram-Kanal "@keine.erinnerungskultur", auf dem sie regelmäßig Videos über den Holocaust postet, sowie über die Art und Weise wie dieses Thema in den vergangenen 80 Jahren aufgearbeitet, verarbeitet (oder eben nicht) und politisiert wurde.

Ihr Buch hat etwas von einem Mission Statement, was sie mit ihrer Arbeit erreichen möchte und es ist, wie der Titel schon sagt, ein Aufruf dazu, aktiv Gedenkarbeit zu leisten, auch außerhalb der jährlich wiederkehrenden Gedenktage mit ihren festen, vorhersehbaren und auf emotionale Reibungslosigkeit ausgelegten Gedenktage.

Für sie ist vor allem wichtig: eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Tätergesellschaft (auch in der eigenen Familie, mit der Regionalität des Holocaust (er fand quasi überall in Deutschland in irgendeiner Form statt, nicht nur in den bekannten KZs), sowie anderen Aspekten, die in unserem Bild vom Holocaust oft untergehen.

Manches was Siegert hier schreibt, war auch mir neu. Das Buch ist gut recherchiert und ansprechend und klar in der Sprache. Uneingeschränkte Empfehlung!
Profile Image for becky.
411 reviews14 followers
January 10, 2026
1.5/5 Sterne

Ich hatte doch größere Erwartungen und diese wurden nicht erfüllt. Mir hat völlig die Struktur gefehlt, teilweise waren die Vergleiche etwas aus dem Nichts herbeigezogen und wenn es mal richtig gut zu werden schien, endete der Absatz recht abrupt und ich wusste nicht mehr, was der Punkt war. Das Zitat von Margot Friedländer zum Ende hin zur Migration war so gut wie gar nicht eingeordnet und nur weil sie es gesgat hat, war das nicht weniger schlimm. Der Absatz zu Palästina war in Teilen eher nichtsaussagend. Während ich absolut der Überzeugung bin, dass man nicht in jedem Thema total drin stecken muss, weil niemand dazu die Zeit hat, muss man auch nicht sagen, dass alle Nazi-Nachfahren sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen sollten (btw hat sie spezifisch damit total Recht, schickt ne Anfrage ans Bundesarchiv!) und dann aber völlig außer Acht lassen, dass wir derzeit zumindest mit unseren Steuern mindestens einen Genozid mitfinanzieren. Das ist aus meiner Sicht hypocritical und geht dann gegen vieles was im Buch eigentlich thematisiert wird.

Das Bundesarchiv gibt btw. manche Unterlagen nicht so einfach raus, weil es an das Bundesarchivgesetz gebunden ist. Mal abgesehen davon, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt werden müssen, egal ob es nun eine Person ist, die von Nazis umgebracht wurde oder ein SS-Mann. Darüber kann man natürlich streiten, aber dann bezieht doch die Gesetzgebenden dabei ein.
Profile Image for Anika.
74 reviews1 follower
January 30, 2026
Alles, was mich an der heutigen Erinnerungskultur stört, zusammengefasst und großartig aufgearbeitet. Die Recherchen und die Anleitung zum selbst recherchieren waren so interessant und selbst, wenn man sich mit dem Holocaust und dem Gedenken in Deutschland auseinandergesetzt hat, kann man echt einiges aus Siegerts Ausführungen lernen. Absolute Empfehlung!
Profile Image for Fabian Mader.
51 reviews2 followers
November 9, 2025
Susanne Siegert beschreibt, wie sie aus persönlichem Interesse, mehr über ein KZ-Außenlager nahe ihres Elternhauses zu erfahren, anfing, Internetarchive zu durchforsten und so Geschichten erfuhr, die weit über das Schulwissen hinausgehen. Darauf aufbauend rief sie ihren Instagram Account ins Leben, wo sie über genau diese Geschichten berichtet und somit Geschichte lebendig vermittelt. Ihr Appell lautet, das Gedenkentheater hinter sich zu lassen und gebräuchliche Paroli zu hinterfragen. Stattdessen sei es wichtig, Tatorte aus der Nachbarschaft sichtbar zu machen und die Geschichte der eigenen Familie zu erforschen und zu hinterfragen.

Fußend auf einer intensiven Recherchearbeit (mit allen verwendeten Quellen, was ich mir von eigentlich jedem Sachbuch wünschen würde) und zahlreichen Beispielen räumt Siegert mit verbreiteten Mythen auf und gibt auch den "ungemütlichen" Betroffenen eine wertvolle Stimme. Denn allen voran sollte sich das Gedenken an den Geschichten und Bedürfnissen der Opfer und nicht nach den Wünschen der Täter orientieren. Die hiesige Erinnerungskultur verkenne viel zu oft, das unsere Vorfahren beinahe ausnahmslos Täter waren, welche sich in unterschiedlichen Abstufungen zeigten. Auch hierfür werden Gegenbeispiele aufgezeigt, die vor allem aufzeigen, dass jede*r eine Wahl gehabt hat und dass es neben den vielen bekannten Heldentaten auch viele stille Helden gegeben hat.

Gedenken und Erinnerung sind Arbeit, die unser aller Aufgabe ist. Solidarität mit den Betroffenen und das Sichtbarmachen der NS-Tatorte sind unsere Verantwortung.

Susanne Siegert ist für mich eine wichtige Stimme auf den sozialen Plattformen, welche sie durch ihr Debüt nochmal untermauern konnte!



"Wir inszenieren das Gedenken wie ein Theaterstück zu passenden Spielzeiten, am liebsten zu Gedenktagen, ohne dass die Beschäftigung mit einer echten Aufarbeitung, geschweige denn politischen Konsequenzen verbunden wäre."
S. 11f

"Während Jahr für Jahr das "Nie wieder!" runtergebetet wird, Stolpersteine geputzt und Blumen abgelegt werden, um der jüdischen Opfer zu gedenken, wird NICHT thematisiert, dass die nicht jüdische Bevölkerung zu großen Teilen zuschaute oder sogar mitmachte, als jüdische Geschäfte verwüstet, Häuser geplündert und Synagogen angezündet wurden."
S. 48

"Doch nicht mal zu [...] minimalen Akten der Menschlichkeit waren viele Täter:innen fähig, im Gegenteil: Sie haben sich bewusst dazu entschieden, das Leid von Menschen noch zu vergrößern, selbst in Situationen kurz vor deren Vernichtung."
S. 101f

"Genau deshalb müssen wir diese Beispiele, wo Menschen Handlungsspielräume ergriffen haben - oder wo eben nicht -, stärker in den Fokus rücken: weil sie das verbreitete Narrativ von Ohnmacht und Zwang hinterfragen, das viele auch nutzen, um ihre eigene Familie zu entlasten."
S. 104

"Das absolute Minimum [...] wäre es, den ehemaligen Verfolgten zuzuhören. Ihre Perspektiven [...] zuzulassen und sichtbar zu machen, auch und gerade dann, wenn sie kritisieren, fordern und anklagen. Denn wer Gedenken ernst meint, muss auch hinhören, wenn es vermeintlich unbequem wird."
S. 171

"Wenn Überlebende oder Angehörige ehemaliger Verfolgtengruppen mitbestimmen möchten, wie an ihre eigene Geschichte erinnert wird, gelten sie schnell als unbequem, ihre Einwände als Störfaktor, die den reibungslosen Ablauf [...] aufhalten. Sie sollen still sein und dankbar für jeden Gedenkort, jede Gedenktafel, jede Rede, egal, wie klein diese Gesten sein mögen und wie wenig sie auch mit ihrer eigenen Realität zu tun haben. Denn beim offiziellen Gedenken geht es viel zu oft nicht wirklich um die Opfer und ihre Nachkommen - sondern um uns, um das eigene gute Gewissen der ehemaligen Tätergesellschaft, die sich selbst als aufgeklärt und moralisch geläutert inszenieren will. Die, an die erinnert werden sollen, werden wieder an den Rand gedrängt."
S. 178f

"Wir sollten uns bewusst sein, dass wir alle diese Rolle als Korrektiv haben, zu der gehört, dass wir das Gedenken um jene Perspektiven erweitern, die nicht nur das bestätigen, was wir eh schon glauben zu wissen oder gerne hören wollen. Konkret heißt das: Wenn jede Person, egal, wo sie lebt, Tatorte vor ihrer eigenen Haustüre sichtbar macht, statt den Blick lieber in die Ferne (zum Beispiel nach Auschwitz) schweifen zu lassen, entsteht ein ganz neues Bewusstsein dafür, dass NS-Verbrechen nicht nur an heute symbolisch durch "Icons" aufgeladenen Orten stattfanden, sondern mitten in unseren Städten, Dörfern und Nachbarschaften."
S. 181
Profile Image for Uta Vogt.
79 reviews
January 3, 2026
Ich lese ja wirklich viel und auch viel über den Holocaust: deshalb verspreche ich mir von neuen Büchern zu diesem Thema gar nicht so viel Neues.
Doch Susanne Siegert, deren Instagram/TikTok-Kanal @keine.erinnerungskultur ich nun schon so lange schätze, hat mit ihrem Erstlingswerk „GEDENKEN NEU DENKEN“ (erschienen im @piperverlag) wirklich abgeliefert und mir so viele Aha-Momente beschert, dass ich es Euch WIRKLICH HEFTIGST an‘s Herz lege!
Denn wir sind leider wieder an einem Punkt in der Geschichte dieses Landes, an dem Erinnern an die unmenschlichen Verbrechen der Nazis nicht mehr reicht: um das vielzitierte „NIE WIEDER“ in die Tat umzusetzen, müssen wir zu der unbequemen Erkenntnis kommen, dass wir mehrheitlich von Täter*innen abstammen - und damit sind nicht „nur“ Parteifunktionäre und KZ-Aufseher*innen gemeint, sondern die deutsche Gesellschaft als Ganzes.
Nur wenn wir erkennen, dass alle unsere Vorfahren den Weg zu diesen Verbrechen geebnet haben und es kaum Widerstand in der deutschen Gesellschaft gab, können wir WIRKLICH aus der Geschichte lernen.
Susanne Siegert animiert uns in diesem großartigen Buch, hinzusehen, wo die Generationen vor uns lieber weggeschaut haben: in die eigene Familiengeschichte und in unsere Region.
Denn überall in diesem Land gibt es Zeugnisse dieser furchtbaren Zeit und wir müssen genau das verstehen: Naziverbrechen wurden überall begangen, nicht „nur“ in Auschwitz, Buchenwald und Dachau.
Und es gab Handlungsspielräume für Widerstand: sowohl in diesem Land als auch in den besetzten Nachbarländern.
Was wir von Dänemark und Albanien lernen können, lest Ihr am besten selber - und noch viel, viel mehr, das Euch zu einem umfassenderen Verständnis der Zeit des Nationalsozialismus führen wird.
Dieses Buch ist so ein Gewinn: lest es bitte!
Profile Image for Clelia_Clelia.
6 reviews1 follower
November 17, 2025
Mit dem Buch lädt Susanne Siegert aktiv zur Selbstreflektion ein, ohne mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen (der/die es nicht verdient hätte):

Dabei geht es vor allem um die Frage wie wir als Deutsche, wie wir als Menschen mit der Vergangenheit als Tätervolk, aber eigentlich mit jeder Vergangenheit, die Opfer mit sich brachte, umgehen können, ohne in (Selbst-)Mitleid zu versinken.

Daneben gelingt es der Autorin sagenhaft, ihr Ziel zu erreichen und viel Wissen zu vermitteln, das die Meisten nie in der Schule gelernt haben, obwohl doch so viel über den Holocaust gesprochen wird.
Profile Image for Cardi.
153 reviews
February 3, 2026
Uff, das war ein wirklich tiefes Thema. Die Auseinandersetzung mit den Nazi-Verbrechen ist echt unangenehm, das macht sie aber eigentlich so viel wichtiger. Ein großes Danke an die Autorin! All die Anregungen, bewegenden Momente, all das Neue, das ich lernen durfte. Gedenken neu zu denken ist ein Konzept, von dem ich jetzt sehr überzeugt bin.

Ich gebe 4 Sterne, nicht weil es traurig zu lesen war, sondern ein paar inhaltliche Längen hatte, die dem Thema ggf. den angemessenen Respekt entgegenbringen, die Lektüre aber noch etwas erschwert haben.
Profile Image for Kalle.
9 reviews
January 14, 2026
In ihrer Art zwar keine neue, dafür jedoch sehr anregende und gut begründete Denkanstöße. All jene sehr gut mit Quellen untermauert und niedrigschwellig artikuliert - nicht nur um eine Zielleserschaft jüngeren Alters anzusprechen, sondern auch um komplexe Sachverhalte in verständlicher Weise herunter zu brechen, ohne dass man zur Heranziehung von historischer Sekundärliteratur gedrängt ist. Allerwärmste Empfehlung!
Profile Image for Dr..
41 reviews
November 10, 2025
Gedenkarbeit statt Erinnerungskultur! Plädoyer für einen Begriffswechsel mit neuen Schwerpunkten.

Herausragende Gedanken, um Erinnerungskultur jenseits von allem "Gedächtnistheater" mutig neu zu gestalten. Danke!
Profile Image for Vale Gómez.
2 reviews
November 28, 2025
Wirkliches gutes Buch. Zeigt richtig gut, dass Erinnerung nicht nur Pflicht ist, sondern auch eine Chance. Bin echt gespannt, wann das nächste kommt!
Profile Image for __frozenrobot__.
80 reviews4 followers
Read
December 29, 2025
In Bezug auf die praktizierte „Erinnerungskultur“ sind hier wirklich sehr interessante und auch nachvollziehbare Punkte gemacht worden, über die man so auch nie nachgedacht hätte, weil ja sonst niemand in der Öffentlichkeit unsere Art des Gedenkens hinterfragt. Diesbezüglich finde ich das Buch absolut lesenswert.

Absolut schade finde ich dagegen, dass Siegert beispielhaft jüdische Tiktokerinnen wie Miriam Ezegui nennt, die eine Hardcore-Zionist ist und erst vor ein paar Woche Netanyahu besucht hat… Ebenfalls versucht Siegert, eine „neutrale“ Haltung zum „Nahostkonflikt“ einzunehmen, was ich sonderbar finde, denn davor bespricht sie u.a. warum es keine politische Neutralität gibt. Auch ihr Wording, wenn sie über die Geschichte des sog. „Nahostkonflikts“ spricht, finde ich an stellen kritisch und sehr unreflektiert. Man merkt ja auch an ihrem Insta- oder TikTok-Kanal, dass sie sich in der Vergangenheit auch schon von Propagandaveranstaltungen Israels hat instrumentalisieren lassen und da fehlt mir irgendwie ihre kritische Reflexion dazu, zu der sie an anderen Stellen ja durchaus in der Lage ist. Nur einmal kurz zu erwähnen, dass Israel eine rechtsextreme Regierung hat, reicht mit da irgendwie nicht…
Profile Image for Monika.
16 reviews
December 25, 2025
Ich mochte das Buch super gerne und hab viel mitgenommen. Leider find ich die Position zu Palästina sehr kurz gedacht, deshalb 4 statt 5 Sterne.
Profile Image for Karina.
269 reviews1 follower
November 16, 2025
In ihrem Buch spricht Susi offen über heikle, aber äußerst wichtige Themen. Die deutsche Erinnerungskultur ist nicht nur in der Popkultur ein Streitpunkt, sondern auch unter Historikerinnen und Historikern. Susi gelingt es, einen niedrigschwelligen und gut verständlichen Einstieg in diese komplexe Thematik zu schaffen.

Sie beleuchtet die deutsche Erinnerungskultur aus vielen unterschiedlichen Perspektiven und verbindet diese Analysen mit Einblicken in ihre eigene Familiengeschichte. Dabei setzt sie sich intensiv mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinander und schildert die Lebens- und Überlebenssituationen verschiedener Gruppen von KZ-Gefangenen. Besonders wertvoll ist, dass sie auch Aspekte der Inhaftierung anspricht, die in der schulischen Bildung oft kaum oder gar nicht vorkommen. Damit führt sie den Anspruch ihres Instagram-Kanals konsequent im Buch weiter.

Das Buch ist hervorragend recherchiert, ebenso wie die verwendeten Zitate. Besonders hilfreich ist der Anhang, der eine Vielzahl an weiterführender Literatur bietet. Einige der genannten Werke werde ich definitiv noch für mein persönliches Interesse und auch für mein Geschichtsstudium lesen.

Natürlich hat das Buch Passagen, die schwer auszuhalten sind. Deshalb sollte unbedingt eine klare Triggerwarnung ausgesprochen werden, da menschliches Leid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit thematisiert werden.

Dennoch möchte ich dieses Buch allen ans Herz legen, die sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzen wollen oder die sich sachlich und gut verständlich über die NS-Zeit und die deutsche Erinnerungskultur informieren möchten.
Profile Image for Denise.
634 reviews9 followers
December 12, 2025
80 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist das Erinnern an die Shoah eine allgemein gültige Übung geworden. Die Gedenktage werden in der Presse erwähnt und die Dokumentationen über das 3. Reich laufen auf einigen Sendern hoch und runter. Doch ist das der Weg, der zum Gedenken geeignet ist? Oder haben wir es uns bequem gemacht, weil dieses Gedenken nicht weh tut?

Genau diese und weitere Fragen geht Susanne Siegert in ihrem Buch "Gedenken neu denken" auf den Grund. Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass dieses Buch weder leicht noch auf bequeme Zustimmung aus ist. Und genau dafür verbeuge ich mich vor der Autorin.

Susanne Siegert zeigt einfühlsam aber klar auf, wie Gedenken neu gedacht werden kann. Statt auf verständnisvolle Opfer zu setzen und die Täterschaft als abstraktes Konstrukt und passiv anzusehen, sollten wir als Nachfahren anerkennen, was in dieser Zeit aktiv von vorangegangenen Generationen an Verbrechen begangen wurde.

Diese Erkenntnis ist neben anderen schmerzhaft. Und das Aufzeigen der Grenzen des aktuellen Gedenken ließ in mir ein Weltbild zusammenbrechen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht aktiv über die Art, wie wir in Deutschland der Shoah gedenken, nachgedacht, sondern akzeptiert, dass wir es so tun. Das hat sich nach der Lektüre verändert.

Ich kann dieses Buch absolut und ohne Einschränkungen empfehlen!
Profile Image for Subway.
122 reviews
December 14, 2025
Dass nach dem Zweiten Weltkrieg auf einmal alle nichts gewusst haben und gleichzeitig alle irgendwie im Stillen geholfen haben. Dieser Mythos ist uns allen wahrscheinlich bekannt. Aber wie sehr wir das Erinnern eigentlich ändern müssten, das war mir vor dem Lesen auch nicht bewusst. Susanne Siegert zeigt klar und doch nicht anklagend auf, wie wenig wir uns mit unseren Vorfahren als Tätern auseinandersetzen. Wie sehr auch unsere Gedenktage davon geprägt sind, uns nicht mit den Tätern in unseren Familien auseinandersetzen zu müssen. Ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte und das auch als Schullektüre absolut geeignet wäre.
Profile Image for Andrea.
305 reviews9 followers
January 11, 2026
Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu diesem Buch zu finden.

Susanne Siegert von @keineerinnerungskultur stellt unangenehme Fragen, denen die meisten von uns lieber aus dem Weg gehen.
Fragen zum Umgang mit der NS-Zeit und dem Gedenken an die Opfer. Zu Erinnerungskultur und Gedenkstätten. Zu Täterschaft und Entschädigung.

Mich hat das Buch nochmal mehr zum Nachdenken angeregt. Der Begriff Porajmos war mir leider auch neu und ich werde mich damit weiter beschäftigen.

Ich finde, alle sollten dieses Buch lesen! Auch wenn es unangenehm ist. Es ist wichtig.
1 review
December 4, 2025
Ich hab es sehr gerne gelesen und bin dankbar über verschiedene neue Impulse! Ich werde dieses Buch sicherlich immer wieder mal zur Hand nehmen wenn es um Recherche zur eigenen Familienhistorie geht oder um Personen, die mir vorher völlig unbekannt waren und deren Geschichten/Schicksale mich hier berührt haben.
Profile Image for Kira.
82 reviews6 followers
January 18, 2026
Sehr wichtiges Buch. Spannend und kurzweilig geschrieben. Die Thematik natürlich so erschütternd wie eh und je, aber mit wirklich neuen Perspektiven und Punkten mit denen ich mich vorher noch nicht so sehr auseinandergesetzt habe.
Es hinterlässt ein nachdenklich und mit der festen Überzeugung nicht genug getan zu haben für das Gedenken. Und das ist eine wichtige Erkenntnis, die sich aber ändern lässt. Also alle lesen und aufarbeiten, zumindest im eigenem Kreise. Denn wie die Autorin schreibt, wenn die letzten Zeitzeugen verstorben sind, ist es noch mehr unsere Arbeit das Gedenken Aufrecht zu erhalten und das bitte richtig!
Profile Image for Mara.
1 review
January 1, 2026
- einfach& verständlich geschrieben
- regt zum eigenen Denken und Nachforschen an
- Führt den/die LeserIn von Erinnerungskultur zur Gedenkarbeit
Profile Image for Til Mendonça.
3 reviews
January 22, 2026
Siegerts Buch ist sehr gelungen. Es hinterlässt eine*n nachdenklich über Erinnerungskultur und Gedankarbeit. Die Sprache ist gleichzeitig einfach lesbar, zugänglich und provokativ.
Displaying 1 - 30 of 30 reviews

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