Wir alle kommen mit einem Nein auf die Welt. Schreien, weil etwas nicht stimmt. Als trotzige Mädchen sind wir erst süß, dann wird uns der Protest abtrainiert. Wir sollen gefallen, keine Probleme machen. Maike Schöfer gibt uns mit diesem Buch das Nein zurück. Ein Nein kann Akt der Selbstbehauptung sein, Ablehnung bedeuten, aber auch etwas viel Größ Widerstand. Ob als befreiendes Nö zu Dingen, die wir nicht tun wollen, oder als wütendes Nein zu festgefahrenen Strukturen und Diskriminierung. Eine inspirierende, persönliche Untersuchung des wohl feministischsten Wortes, das wir wählen können.
Als christliche Feministin hat mich an diesen Buch beglückt, dass die Autorin ein ähnliches Erleben hat wie ich: die feministischen Bubbles sind irritiert vom Christ - sein und die christliche (berufliche) bubble definiert sich zumindest nicht immer als feministisch. Die Autorin findet die gleiche Auflösung wie ich, in feministischer Theologie und im Christlichen aufmerksam machen auf soziale Ungleichheit. Trotzdem hat das Buch mich etwas enttäuscht. Es ist sehr leicht und instagrammable geschrieben, liest sich so weg. Da fehlte mir etwas Tiefgang. Dennoch habe ich ein paar kulturelle/ popkulturelle Hinweise u.ä. mitgenommen und bestimmt auch ein bisschen Selbstversicherung erlebt. was mich zwischendurch richtig genervt hat, war das dürftige Lektorat mit vielen Rechtschreibfehlern und einmal auch ein falsches Zitat, bzw. eine falsche Benennung eines Buchtitels und Protestrufes (Frau - Leben- Freiheit). Wer an diesen Themen interessiert ist, dem würde ich das Buch auf jeden Fall guten Gewissens (mit Hinweisen) weitergeben und mich auf den Austausch im Anschluss freuen.
Ich verstehe, worauf das Buch abzielen will, aber ich komme einfach null mit dem Schreibstil klar und finde einige Aussagen ein bisschen besorgniserregend. Wieso sollte ich nein zu einer Gesellschaft sagen, die Menschen vereinzelt (S. 41)? Vereinzelung im Sinne von Ausschluss und Ausgrenzung und Diskriminierung - dazu sage ich gerne und laut nein. Vereinzelung im Sinne einer persönlichen Individualität? Ciao.
Nö.
Zum Schreibstil: Mir ist das Buch zu persönlich, zu autobiografisch, zu sprunghaft, und das ist okay. Es ist okay, dass das Buch so geschrieben ist, und es ist okay, dass ich das nicht mag. Ich habe einfach mehr Sachlichkeit erwartet und ehrlich gesagt ein bisschen weniger Kirche (weil ich dazu keinen Bezug habe). Klar, die Autorin ist Pfarrerin, aber dennoch.
Ich musste nach 53 Seiten leider abbrechen, weil ich gemerkt habe, dass dieses Buch einfach nichts für mich ist, mich nicht fordert und mir auch keine neuen Perspektiven eröffnet.
Vielen Dank an Netgalley und den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung bleibt natürlich meine eigene.
3,5/5 Sternen
Ich bin erst bei 75% aber ich schreibe trotzdem schon meine Rezension, ich denke nicht das sich soviel ändert an meiner Meinung.
Es hat sich gut lesen lassen, weil es ein bisschen biografisch und feministisch ist, aber es hat mir nicht gegeben, was ich gehofft habe. Ich habe mir den Inhalt irgendwie anders vorgestellt, aber er am Ende ist genau das, was er sagt. Eine Anstiftung zum Neinsagen und keine Anleitung. Das Wort "Nein" wird aus allen möglichen Winkeln und in allen Varianten beleuchtet und analysiert.
Trotzdem ein guter Einblick in die Geschichte des Nein-Sagens.
Maike Schöfers Buch ist weit mehr als eine feministische Streitschrift. Es ist eine Einladung zum Denken, Hinterfragen und Neudeuten. Im Zentrum steht das kleine Wort “Nein”, ein Wort, das so oft überhört, bagatellisiert oder sogar kriminalisiert wird. Schöfer aber zeigt, dass dieses Nein eine spirituelle, politische und zutiefst menschliche Kraft in sich trägt.
Besonders beeindruckend ist, wie sie diesen Begriff in einen theologischen Kontext stellt und dabei nicht belehrend, sondern erhellend wirkt. Ich habe beim Lesen Dinge über das Christentum erfahren, die mir bisher völlig fremd waren. Und das, obwohl ich in diesem Leben keine religiöse Person mehr werde. Trotzdem oder gerade deshalb fand ich viele Gedanken spannend und inspirierend. Schöfer schafft es, eine Brücke zu schlagen zwischen Glaube und Gesellschaftskritik, zwischen Bibel und Gegenwart.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die Perspektive, aus der es geschrieben ist: Maike Schöfer ist evangelische Pfarrerin, aber auch queer und feministisch. Diese Kombination ist selten, aber grade deshalb so wichtig. Denn sie öffnet Räume für neue Deutungen, für eine Bibellektüre, die nicht von alten, patriarchalen Strukturen dominiert wird. Es wird deutlich: Vieles in der Bibel ist interpretierbar und es ist Zeit, diese Deutungen nicht länger Männern allein zu überlassen. Diese Erkenntnis ist für mich persönlich eine wichtige.
Natürlich behandelt Schöfer auch bekannte feministische Themen wie sexualisierte Gewalt, Gender Pay Gap oder den Bechdel-Test, da war für mich eher nichts Neues dabei. Doch sie verknüpft diese Aspekte mit ihrer eigenen Geschichte und religiösen Überzeugung. Gerade diese persönliche Ebene macht das Buch nahbar und authentisch. Schöfer erzählt von eigenen Erfahrungen, Brüchen und inneren Kämpfen. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Herz und Verstand.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Es hat mir neue Perspektiven eröffnet. Auf Religion, auf die Bibel und auf das Nein als Handlung und Haltung. Maike Schöfer ist eine wichtige Stimme innerhalb der Kirche und ich wünschte, es gäbe mehr Menschen wie sie in kirchlichen Institutionen. Menschen, die unbequem sind, die Fragen stellen, die Räume öffnen…
Fazit: Eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Feministinnen, sondern für alle, die wissen wollen, wie befreiend ein Nein sein kann.
Ich war sehr positiv überrascht von dem Buch. Es war etwas anders als ich erwartet hatte - nicht so sehr Sachbuch, eher eine feministische Abhandlung, aber besonders spannend waren die Ansichten der Autorin, die sich als queere feministische Pfarrerin sieht und Feminismus und Kirche zusammenbringt, ohne dabei unkritisch zu werden.
ich het nid denkt das ich wiedermal es christlichs buech a mis Herz lah, i ha da maike easy lang uf insta gfolgt und leck mir isch das guet! feminismus und glaube, biz eifach aber doch fachbasiert und mit uh viel liedeschaft love it
Ich war ziemlich neugierig auf das Konzept, christlich und gleichzeitig queer zu sein, und dieses Buch beschäftigt sich definitiv mit dieser Idee. Die Ideen in dem Buch sind zwar nicht neu, aber oft lohnt es sich, sie zu wiederholen. Manchmal wirkte es allerdings etwas random.
Hillary Clinton lacht falsch, Kamala Harris auch – männliche Politiker sind dagegen "nahbar". Das Buch zeigt: Schon beim Lachen fängt die Revolution an. Wer bestimmt, wann und wie laut eine Frau lachen darf?
Wer schon mal ein feministisches Buch gelesen hat, denkt sich bei der Lektüre oft: Kenn ich, weiss ich, hatten wir schon. Aber. Die Kunstreferenzen fand ich wirklich inspirierend: Von Roxana Halls LAUGHING WHILE Serie, über Valie Exports radikale Aktionskunst bis zu Arvida Byström, die 2017 für Adidas mit unrasierten Beinen posierte und dafür Vergewaltigungsdrohungen kassierte.
NÖ ist wie eine gute Freundin, die dir beim dritten Glas Wein erzählt, warum du endlich aufhören sollst, zu allem Ja zu sagen. Manchmal wiederholt sie sich, manchmal versucht sie, sehr cool zu sein (niemand über zweiundzwanzig sollte das Wort delulu verwenden), aber zwischendurch haut sie Wahrheiten raus, die noch lange nachhallen.
Kein Buch, das die Welt verändert, aber eins, das einen Abend lang gut unterhält und hier und da zum Nachdenken anregt.