»Verzweifelt, weil ich sehe, wie wir aus der Geschichte nicht substanziell lernen. Verzweifelt, weil die Demokratie, die mir als Mensch das Leben garantiert, zerfällt.«
Demokratie ist nie statisch, sondern dynamisch. Sie lebt durch die Menschen, die ununterbrochen an ihr arbeiten. Wer wüsste das besser als Michel Friedman. In einer Zeit, in der Demokratie und Menschenrechte von Extremisten und Autokraten täglich angegriffen werden und Demokratien in Teilen von "illiberalen Demokraten" als autoritären und totalitären Führungen übernommen wurden, ruft er dazu auf, nicht nur mutig zu diskutieren, sondern auch endlich zu handeln – zugunsten von Freiheit und Menschenrechten.
Mit klaren Analysen entlarvt er die Gefahren von Resignation, mediengetriebener Sensationslust und unerfüllten Versprechen. Dieses Buch fordert heraus, irritiert und inspiriert zugleich. Es ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Demokratie. Ein drängender Appell, für Würde, Rechte, Vielfalt und Freiheit zu kämpfen, bevor es zu spät ist.
Es ist Abend, und ich habe das Buch vorhin rasch durchgelesen. Eigentlich als Review, weil ich es zu Weihnachten verschenken werde.
Ich verstehe das Buch aufgrund seiner Kürze und des Aufbaus als Essay und fand die Gedanken darin sehr spannend. Die ersten Seiten haben mich im Buchladen sofort gefesselt, da der Schreibstil den Eindruck erweckt, als hätte Michel Friedmann meine (seine) Gedanken niedergeschrieben (oder zumindest einen Teil derer dokumentiert, die ich bereits hatte oder durch verschiedene Literatur gesammelt habe). Angesichts des Hintergrundes des Autors ist das Buch natürlich philosophisch geprägt, was mir persönlich sehr gefällt.
Derzeit lese ich zahlreiche Bücher über die Gesellschaft, das Anthropozän im Allgemeinen und unsere Psychologie. Ähnlich wie der Autor bin ich auf der Suche nach Antworten „und suche noch immer“.
Nicht alle Inhalte waren mir völlig neu, doch das Buch hat mir Denkanstöße gegeben, mich motiviert haben, über mögliche Handlungsweisen nachzudenken und weiterhin mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es ermutigt dazu, nicht zu resignieren, sich zurückzuziehen, frustriert über die gesellschaftlichen Entwicklungen zu sein oder sich zu ärgern, sondern vielmehr zu versuchen, die Dinge zu verstehen und mutig zu sein.
Und dann war es doch schon ein gutes Buch, oder ? ;)
Mit "Mensch" versucht Michel Friedman, wie viele andere Autoren auch, an den Verstand der Menschen zu appellieren, sich auf demokratische Werte zu besinnen. Dabei wählt er jedoch eine sehr laute Sprache. Auch ist die Botschaft im Buch immer wieder die selbe. Wie es die vielen Seiten geschafft haben voll zu werden, hm. Es gibt Bücher die aktivieren, andere die aufklären, dies hier kann als Rede auf einer Demo genutzt werden.
Zitate:
"Ich habe den Hass so satt. Diese Menschen, die es nicht aushalten, dass es Menschen gibt, die anders sind als sie selbst. Die sich besser fühlen, indem sie andere Menschen in den Keller brüllen." (Seite 50)
"Denken bedeutet Arbeit. Aufklärung ist Arbeit. Sie fordert uns heraus, die bequemen Fantasien einer ewigen Work-Life-Balance hinter uns zu lassen. Denn nur eine Gesellschaft, die gesättigt ist, kann sich den Luxus leisten, solche Illusionen zu pflegen." (Seite 125)
"Solange wir zweifeln, sind wir frei. Frei zu hoffen - oder auch nicht. Zweifeln heißt, die Macht zu haben, Nein zu sagen."
"Auf jeden neuen Menschen, dem man begegnet, auf jede neue Tatsache, die man erfährt, auf jede Veränderung der eigenen Welt im Kleinen wie im Großen kann, könnte, sollte der Mensch mit einer Überprüfung seiner Vorannahmen reagieren. mit Veränderung."