Der Tod eröffnet ein Callcenter – und die Mitarbeitenden entscheiden, wer lebt und wer stirbt!
2096: Die Welt ist überbevölkert, Ressourcen und Jobs sind rar. Der Tod gründet die Firma Death Call, die über den Todeszeitpunkt aller Menschen entscheidet. Kurz nachdem die 21-jährige Blue erfährt, dass ihre Lebenszeit beinahe abgelaufen ist, trifft sie auf einer Party den geheimnisvollen Creek, einen Mitarbeiter von Death Call. Blue geht mit ihm einen Deal Um dreißig weitere Jahre leben zu dürfen, nimmt sie einen Job bei der Firma des Todes an. Doch über Leben und Tod zu entscheiden, hat seinen Preis …
Witzig, laut und spannend! (4,5) Justine schafft es eine super originelle Dystopie zu erschaffen, in der man sich schnell zurecht findet. Blue lebt in Stufe 3 und damit am Existenzlimit. Mit ihrer besten Freundin Iris versucht sie unbedingt aufzusteigen, um ihr Leben verbessern zu können. Leider wird sie mit einer tödlichen Krankheit diagnostiziert, die sie über Umwege zu Death Call bringt, das Call Center des Todes. Für Blue bedeutet der Tod schon immer Leid und Unglück, und sie versucht mit allen Mitteln gegen ihn zu rebellieren. Schließlich ist er Schuld daran, dass so viele Menschen der unteren Stufen sterben, oder? Ich fand Blues Weg der Rebellion super schlüssig dargestellt, ihre Handlungen waren absolut nachvollziehbar. So wird sie immer tiefer in ein System aus Macht und Korruption gezogen und muss sich am Ende fragen, wer die echten Bösewichte sind. Im gesamten Buch finden sich Themen rund um Feminismus und Klassismus wieder, die ich super umgesetzt finde, vorallem für einen Einzelband. Auch hat es mir sehr gefallen, dass der nicht binäre Charakter Jade nicht nur kurz erwähnt wurde, sondern ein wichtiger Bestandteil des Plots ist. Die Liebesgeschichte zwischen Blue und Creek war ganz niedlich, sah aber neben dem spannenden Plot ein bisschen blass aus. Insgesamt kann das Buch mit liebenswerten Charakteren, einem spannenden Plot und ordentlich Sarkasmus überzeugen!
2096: Der Tod beschließt, sich ein neues Image zuzulegen. Er gibt sich zu erkennen und eröffnet kurz darauf seine eigene Firma. Ein Callcenter namens Death Call. Hier erhalten Menschen, die kurz davor sind, ihr Leben zu lassen, die Möglichkeit, noch einmal mit einem menschlichen Mitarbeiter über ihre Ängste und Fragen zum Sterben zu sprechen.
Blue lebt mit ihrer besten Freundin Iris in einer der unteren Stufen. Ihr Traum ist es, gemeinsam eine Stufe aufzusteigen. In eine Schicht, in der es etwas mehr Essen und eine größere Überlebenschance gibt. Während Iris erfährt, dass ihr Antrag auf Aufstieg abgelehnt wurde, erhält Blue eine viel schlimmere Prognose: In ihrem Kopf befindet sich ein erbsengroßer, unheilbarer Tumor. Sie wird sterben.
Die beiden Frauen überlegen, eine Party zu besuchen, um die düsteren Gedanken für eine Weile zu vergessen. Kurze Zeit später steht Blue auf dem Dach des Gebäudes und denkt darüber nach, sich das Leben zu nehmen. Doch dieser Plan wird durchkreuzt: Ein Fremder spricht sie an und bietet ihr ausgerechnet jetzt einen Job an. Bei Death Call. Mit einem ausgesprochen interessanten Angebot: Während ihrer Beschäftigung erhält sie Immunität. Die Gegenleistung? Blue muss als Mitarbeiterin des Callcenters entscheiden, wer von den Anrufern weiterleben darf und wessen Seele den Körper verlassen und in ein ungewisses Danach gehen muss.
Das klingt einfach. Ist es aber nicht. Um das Gleichgewicht zu erhalten, lassen sich nicht alle Seelen retten. Welches Recht gibt einem Menschen diese Auswahl?
Meinung:
Justine Pust schreibt mit „Whispers of Destiny“ einen Roman, der auf den ersten Blick unterhaltsam wirkt. Die Idee, dass der Tod ein Callcenter eröffnet, in dem über Leben und Tod entschieden wird, hat mich sofort neugierig gemacht. Hinter der oft humorvollen und kreativen Prämisse verbergen sich jedoch einige ernste Themen.
Das Setting hat mir gut gefallen: Die Geschichte spielt 2096, die Menschen sind in Stufen eingeteilt. Je niedriger die Stufe, desto größer die Armut. In Stufe 1 leben Ausgestoßene hinter Zäunen, in einer Gegend ohne Polizei oder staatliche Kontrolle. Einen tieferen Einblick in diese Welt hätte ich spannend gefunden; durch Blues Augen bekommen wir allerdings nur kurze, eindrückliche Bilder. Etwa von stromgeladenen Zäunen, an denen Fleisch- und Kleidungsfetzen hängen.
Blue selbst wohnt in Stufe 3, in Häusern aus Technikmüll. Staatlich subventionierte Essensrationen sichern gerade so das Überleben. Eine der größten Gefahren in dieser Zukunftswelt ist säurehaltiger Regen. Flutwellen brechen gelegentlich über die niederen Bezirke herein, das Wasser ist so stark verseucht, dass schon kurzer Hautkontakt verätzt.
Mit dem neuen Job bei Death Call muss Blue in einen anderen Bezirk ziehen: Von einem Tag auf den anderen landet sie in Stufe 9. Sie erhält eine Wohnung in einem siebzigstöckigen Turm, in dem die Firma untergebracht ist. Auch hier bleibt der Blick auf die Umgebung recht knapp: In Stufe 9 gibt es Bäume, Geschäfte, saubere Luft und ausreichend Nahrung. Doch Blue verbringt die meiste Zeit im Großraumbüro, sodass der Eindruck von Luxus begrenzt bleibt. Man könnte meinen, der Stufenwechsel mache sie glücklicher. Dieser Traum zerschellt allerdings rasch.
Die Arbeit bei Death Call verlangt den Mitarbeitenden täglich Entscheidungen über Leben und Tod ab. Einzig der kostenlose Snackautomat ist ein kleiner Trost. Entscheidungen stützen sich etwa auf das Karma-Punkte-Konto oder den prognostizierten Todeszeitpunkt. Doch das System ist nicht neutral. Menschen, die in unteren Stufen aufgewachsen sind, die von Kürzungen betroffen sind, keine medizinische Versorgung erhalten und so zunehmend in existenzielle Nöte geraten, haben selbstverständlich schlechtere Karten als Personen aus höheren Stufen.
Justine Pust verbindet in „Whispers of Destiny“ Leichtigkeit und schwarzen Humor mit ernsten, gesellschaftskritischen Untertönen. Der Tod selbst ist eine überraschend geduldige, manchmal schelmische Figur. Er hat eine Schwäche für Rosa, trägt Stock und Melone, verlangt, „Mister“ genannt zu werden, und bleibt selbst bei vorlauten Kommentaren gelassen.
Blue ist eine vorlaute, direkte Protagonistin, die sagt, was sie denkt. Manchmal mit wenig Respekt. Stellenweise war ich wirklich besorgt um ihre Zukunft, etwa wenn sie ihrem Chef mutig widerspricht. Dennoch zeigt ihr Vorgesetzter Geduld, mahnt gelegentlich zur Vorsicht, bleibt aber insgesamt nachsichtig.
Wichtig für die Handlung sind auch Iris, Blues beste Freundin, und Creek, der junge Mann, der Blue auf dem Dach das Jobangebot macht und später ihr Vorgesetzter wird. Creek und andere Kolleg*innen wie Jade begleiten Blue oft auf ihren riskanteren Wegen. Blue hinterfragt viel, bringt sich und ihr Umfeld dadurch wiederholt in Schwierigkeiten. Das treibt die Geschichte voran und sorgt für einige spannungsgeladene Momente.
Fazit:
„Whispers of Destiny“ beeindruckt mit einer außergewöhnlichen Mischung aus Witz, Ernst und gesellschaftlicher Tiefe.
Die dystopische Welt, die Justine Pust zeichnet, wirkt zugleich kreativ und erschreckend realistisch.
Es ist dabei eine klare Stärke dieses Buches, dass es Relevantes und Irrelevantes miteinander zu vermischen weiß. Die Figuren sind intelligent skizziert, ohne dass die Geschichte mit einem Übermaß an Tiefgang überfrachtet wird.
Blues Aufstieg in Stufe 9 zeigt, wie trügerisch vermeintlicher Wohlstand sein kann und wie stark das System zugunsten höherer Schichten verzerrt bleibt. Ihre Arbeit bei Death Call zwingt sie zu Entscheidungen, die niemand treffen möchte, und macht die Ungerechtigkeit dieser Welt umso spürbarer. Das verhandelte Thema ist also heikel, doch der kurzweilige Erzählstil nimmt dem Ganzen die Brisanz. Das Gefühl für intelligente Ironie tritt oft in einer bemerkenswerten Art und Weise hervor.
Trotz der düsteren Thematik also ein Roman, der fesselt, berührt und lange nachhallt.
Blue und ihre Freundin Iris leben in Stufe 3. Ihr Ziel ist der Aufstieg in Stufe 4, so dass sie sich ein besseres Leben ermöglichen können. Denn seit der großen Flut und dem toxischen Regen ist es nicht leicht, in der dystopischen Welt zu überleben. Blue bekommt jedoch beim Arzt eine schlechte Nachricht und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als ab sofort für die Firma Death Call zu arbeiten. nachdem sie auf einer Party den geheimnisvollen Creek getroffen hat. Doch für den Tod zu arbeiten, ist für Blue sehr gewöhnungsbedürftig. Sie möchte nicht entscheiden, wer sterben soll und wer nicht. Doch dann verschwinden die Sensen, die dafür verantwortlich sind, die Seelen ins Jenseits zu begleiten. Blue fängt an zu ermitteln und schon bald merkt sie, dass der Tod gar nicht so schlimm ist, wie gedacht.
Welch ungewöhnlicher Klappentext - das war mein erster Gedanke und somit war mein Interesse geweckt. Als ich dann auch noch die ersten paar Kapitel gelesen habe, konnte ich gar nicht mehr aufhören.
Wir befinden uns im Jahr 2096 in einer Welt, in der Ressourcen knapp sind. Die Welt ist in Stufen aufgeteilt, wobei Stufe 1 das Schlechtmöglichste ist. Blue lebt in Stufe 3 und zusammen mit ihrer Freundin Iris arbeitet sie auf den Aufstieg hin, zumindest in Stufe 4.
Dann erhält sie jedoch die Nachricht, dass ihre Lebenszeit bald abgelaufen ist. Doch Blue will nicht sterben, vor allem, da sie eine Abneigung gegen den Tod hat, der sich zu erkennen gegeben hat und nun die Firma Death Call betreibt, um das Ableben zu erleichtern. Doch genau dort bekommt Blue das Angebot für einen Arbeitsplatz - und ein unsterbliches Leben.
Blue ist eine gewiefte junge Frau, die mit ihrer großen Klappe mehr als einmal ins Fettnäpfchen tritt. Doch hinter dieser Klappe steht eine mutige Seele, die um jeden Preis leben will, aber unter gerechten Bedingungen. Und dafür kämpft sie mit aller Macht. Unterstützung bekommt sie dabei von ihrer besten Freundin Iris und von dem geheimnisvollen Creek, der Blue für die Firma Death Call anwirbt.
Die Story ist sehr ungewöhnlich. Und bringt einem auch zum Nachdenken. Was wäre, wenn beim Sterben wirklich so eine Art Anruf getätigt wird, man mit einem Mitarbeiter des Todes spricht und dieser einem dabei hilft, zu möglichst guten Konditionen ins Jenseits zu kommen? Hat man genug Karmapunkte, kann man vielleicht sogar weiterleben. Oder diese stiften, um jemand anderem ein Weiterleben zu ermöglichen.
Die Autorin hat sich einiges einfallen lassen. Und denkt man am Anfang noch, dass man ein witziges und heiteres Buch vor sich hat, wird man bald eines Besseren belehrt. Denn es gibt wahnsinnig viele Triggerpunkte. Allem voran natürlich der Tod, aber auch verschiedene Arten, zu sterben. Dies führt unweigerlich dazu, sich mit der eigenen Sterblichkeit zu befassen, was dann natürlich zu kleinen Stimmungsschwankungen führt. So war es bei mir. Ich habe die Geschichte wirklich genossen, weil ich den Fantasy-Effekt einfach toll fand und das dystopische Setting. Aber will man wirklich für den Tod arbeiten? Will man entscheiden, wer sterben soll und wer nicht? Will man sich selbst tot sehen oder gar tot sein und darüber hinaus als "Unsterblicher" sein "Leben" fristen? Mag man sich vorstellen, wie es wohl nach dem Tod sein wird? Gibt es das Jenseits? Gibt es die Hölle? Und vor allem: Wie ist der Tod wohl so als Person?
Es gibt einige Fragen und diese kann das Buch natürlich nicht beantworten. Aber wenn man gute Storys mag und keine Berührungsängste mit dem Tod hat, sollte man zu dem Buch greifen.
Meggies Fussnote: Was würdest Du tun, wenn der Tod bei dir anruft?
Das Cover: Ein düsteres, fast schon bedrückendes Cover, das sofort vermittelt: Es geht um Leben und Tod — und nicht um einfache Entscheidungen. Die Farben und das Design passen perfekt zur Geschichte und ihrer Schwere.
Meine Meinung: Die Hauptpersonen sind Blue und Creek und ihre Geschichte zieht mich bis zur letzten Seite mit.
Blue erfährt mit 21, dass ihre Lebenszeit abläuft. In einer Welt, die von Überbevölkerung geprägt ist, gibt es keine natürlichen Schicksalswege mehr. Das „Wann“ wird nicht mehr allein dem Leben überlassen, sondern von einem institutionalisierten System reguliert. Blue bekommt eine Möglichkeit, ihre Zeit zu verlängern, und landet dadurch bei Death Call, wo auch Creek arbeitet.
Was ich während des Lesens sehr stark gemerkt habe: Man weiß lange nicht so richtig, wohin die Geschichte überhaupt steuern will. Soll das System gestürzt werden? Soll Blue lernen, sich einzufügen? Geht es darum, versteckte Missstände aufzudecken? Diese diffuse Richtungslosigkeit gehört irgendwie zur Stimmung des Buchs, hat mich aber gleichzeitig öfter ratlos zurückgelassen. Es bleibt lange offen, welche Art von Geschichte das eigentlich werden will.
Dazu kommt: Anders als es anfangs wirkt, entscheidet nicht Death Call selbst über Leben und Tod. Es gibt Grenzen, Richtlinien, verschiedene Zuständigkeiten, aber vieles davon bleibt schwammig erklärt, als würde das System selbst aus Nebel bestehen. Gerade, wenn man versucht, die Strukturen hinter Death Call zu begreifen, merkt man schnell, dass vieles bewusst unklar gehalten wird. Das passt zwar zum dystopischen Gefühl, wirkt aber manchmal, als hätte man gern etwas mehr Durchblick.
Sehr prägnant fand ich die sogenannten Magenta Moms. Sie bilden eine Art Protestbewegung gegen die Firma des Todes. Sie fungieren als eine Art Leihmütter für die höheren Ränge. Auch hier wird weniger erklärt wie sie datu kommen, nur, dass es nicht immer freiwillig ist. Dieses Konzept ist verstörend, gesellschaftskritisch und bringt eine sehr unangenehme, aber wirkungsvolle Komponente in die Welt. Es macht die moralische Verkommenheit dieses Systems greifbar und zeigt, wie tief das alles schon in die Gesellschaft eingesickert ist.
Blue bleibt dabei eine Figur, die sich mit jeder Information schwertut, weil nichts klar, nichts eindeutig und nichts zuverlässig ist. Genau das macht ihren Weg so roh und emotional. Creek dagegen bleibt die graue Zone, jemand, der zwischen Mitgefühl, Pflicht und Schuld gefangen ist und den inneren Konflikt des gesamten Systems spiegelt.
Die Welt ist bedrückend, dicht und ohne Ausweichmöglichkeiten. Aber sie bleibt auch vage, manchmal absichtlich, manchmal vielleicht ein bisschen zu sehr. Trotzdem entfaltet sie eine starke Wirkung, sowohl emotional als auch moralisch.
Mein Fazit: Whispers of Destiny ist dystopische Fantasy, die viel wagt und moralisch tief greift. Blue und Creek sind keine typischen Helden, sondern zwei Menschen, die in einem undurchsichtigen, gnadenlosen System überleben müssen. Die Richtung der Handlung bleibt lange unklar, manche Strukturen verschwimmen, aber genau diese Unsicherheit trägt zur Verstörung und Intensität des Romans bei.
Ich vergebe vier Sterne: für die Atmosphäre, die moralischen Fragen, die starke Idee und dafür, dass die Geschichte lange nachhallt, selbst wenn nicht alles klar definiert ist.
Blue hat als Kind in einer Naturkatastrophe ihre Eltern verloren. Nun 15 Jahre später lebt sie in einer dystopischen Welt mit Stufen. Sie selbst ist leider in einer der unteren Stufe, will es aber mit ihrer Freundin Iris da raus schaffen. Stattdessen erfährt sie aber, dass sie bald an einer Krankheit stirbt. Nicht gerade rosige Aussichten. Doch es geht noch weiter, sie soll für Death Call arbeiten. Eine Institution vom Tod selbst, um die Seelen ins Jenseits zu begleiten oder ihnen eine weitere Chance zu geben. Blue hasst diese Institution aber sehr und doch entscheidet sie sich dafür dem Ganzen eine Chance zu geben.
Death Call fand ich total interessant und ich hätte gerne noch viel mehr Fälle mitbekommen. Denn bei jedem Anruf einer Seele, tut sich vor dem Mitarbeiter eine Agenda auf, was derjenige geleistet hat und wie sein Leben möglicherweise weitergehen kann. Dabei spielt natürlich das Thema Wert eines Lebens und was das überhaupt ausmacht eine riesige Rolle. Ich fand das Thema gut eingebettet und es regt viel zum Nachdenken an. Was ist gut oder böse? Was ist der Wert eines Menschen? Woran bemisst man es überhaupt? Sehr spannend. Natürlich ist auch der Tod in diesem Buch mehr als präsent, wortwörtlich. Die Art und Weise, wie das hier thematisiert wurde, fand ich richtig gut. Die Autorin hat es geschafft, den Tod, hier als Person, sehr humorvoll und amüsant zu gestalten, weswegen die doch manchmal eher schwere Kost, leicht zu verdauen war. Der Tod ist sogar mit einer meiner liebsten Charaktere geworden.
Anders als Blue, die ein wahnsinnig impulsiver Charakter ist, den ich leider manchmal auch etwas anstrengend fand. Sie ist sehr vorlaut und meint, alles besser zu wissen, ist aber viel zu naiv. Einfach alle Seelen zu retten, ist wohl etwas sehr einfach. Auch dass sie sich weigert sich mit dem Ganzen zu beschäftigen, hat mich etwas genervt. Ich finde es gut, dass sie so hohe Ambitionen hat und an sich moralisch gut handelt, aber ihre Art und Weise ist sehr eigen und teilweise einfach frech. Sie will immer nur rebellieren und denkt, sie kommt mit allem durch, das wirkte eher kindisch und nicht wie einer 21-jährige. Die Storyline mit den verschiedenen Mächten und den Magenta Moms hat mich gut unterhalten. Durch die Art von Blue hatte ich oft eher das Gefühl, dass das Buch sich an jüngere Leser richtet. Außerdem fand ich das Gendern mit dem Innen-Suffix anstrengend. Leider gab es auch einige Unstimmigkeiten. Beispielsweise gibt es auch die Sensen des Todes. Diese dürfen aber schon aktiv werden, bevor sie die Schulung bekommen, was sie denn nicht dürfen. Für mich passt das nicht zusammen.
Fazit:
Ich denke diese Dystopie richtet sich insbesondere an jüngere Leser. Blue ist ein impulsiver Charakter, der etwas Kindliches hat und oft rebellieren will. Insgesamt fand ich die Welt aber sehr spannend, insbesondere Death Call hat mich interessiert und gefesselt. Aber auch der personifizierte Tod war erstaunlich amüsant und hat das Buch, mit diesem doch eher schweren Thema, oft aufgelockert.
„Whispers of Destiny“ von Justine Pust ist eine bitterböse Dystopie, in der der Tod sein Geschäft um das Ableben jetzt professioneller betreibt. Ende des 21. Jahrhunderts ist die Erde überbevölkert und hat nur noch sehr begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Diese werden größtenteils den privilegierten Bevölkerungsschichten zur Verfügung gestellt, die zu den höheren Zonen zählen. In Zone 3, wo die 21-jährige Blue lebt, sind Armut, Hunger, Atemnot und Säureregen an der Tagesordnung. Doch darüber muss sich Blue nicht mehr lange den Kopf zerbrechen, da sie gerade eine tödliche Diagnose erhalten hat, denn medizinische Behandlung gibt es ebenfalls nicht mehr. Zur Verfügung steht lediglich Death Call, ein Unternehmen des Todes, wo man sein Ableben professionell managen kann. Überraschend bietet Creek, ein Mitarbeiter von Death Call, Blue einen Deal an. Wenn sie dort einen Job annimmt, darf sie weitere 30 Jahre leben. Doch dafür ist sie es nun, die über Leben und Tod entscheidet.
Justine Pust zeichnet eine wirklich düstere und dystopische Welt, die gar nicht so viele Jahre von der Gegenwart entfernt ist. Leider sind auch die bitteren Folgen des Umgangs mit den Ressourcen gar nicht derart unrealistisch, so dass vielleicht lediglich die Erscheinung des personifizierten Todes garantiert in den Bereich der Fantasy fällt. Ich mag den Schreibstil der Autorin und der Einstieg in die fesselnde Handlung ist wirklich nicht schwer. Blue ist eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten, die ich von Anfang an mochte. Sie ist direkt, schonungslos ehrlich und loyal, aber auch desillusioniert und pessimistisch. Ihre Ablehnung gegen das Todesgeschäft ist aufgrund ihrer Vergangenheit nachvollziehbar. Aber es werden auch unbequeme und wichtige Fragen aufgeworfen, die die Gegenseite nahbarer machen. Wer sollte über Leben und Tod entscheiden? Wer bekommt eine neue Chance und wer hat durch seine Entscheidungen alles verspielt? Ich glaube, niemand möchte diese Verantwortung tragen, und doch wird Blue mit all diesen Fragen konfrontiert. Die Handlung ist ungewohnt düster, aber absolut mitreißend. Es gibt einige überraschende Twists und herzzerreißende Momente, aber auch humorvolle Szenen und natürlich etwas Romantik. Die Thematik ist aufrüttelnd und regt zum Nachdenken an, damit hoffentlich einige ziemlich realitätsnahe Aspekte des Buches niemals Wirklichkeit werden.
Mein Fazit: Ich gebe eine unbedingte Leseempfehlung!
Was wäre, wenn der Tod ein Callcenter eröffnet? Genau mit dieser herrlich schrägen und gleichzeitig erschreckend plausiblen Idee startet Whispers of Destiny und zieht einen ziemlich schnell hinein in eine Zukunft, die weh tut, weil sie gar nicht so weit weg wirkt.
Wir schreiben das Jahr 2096: Überbevölkerung, Ressourcenknappheit, Säureregen, ein rigides Stufensystem. Wer unten lebt, lebt gefährlich. Blue gehört zu diesen Menschen. Als sie erfährt, dass ihre Lebenszeit fast abgelaufen ist, bekommt sie ein Angebot, das man eigentlich nicht ablehnen kann: Arbeiten für Death Call, das Callcenter des Todes, im Tausch gegen weitere Lebensjahre. Der Preis? Entscheidungen über Leben und Tod.
Justine Pust erzählt diese Geschichte mit einem Stil, der locker, direkt und oft überraschend witzig ist, ohne jemals die Schwere der Themen zu verraten. Schwarzer Humor trifft auf Gesellschaftskritik: Kapitalismus, Klassismus, Konsum, Klimakrise, politische Verantwortung, alles schwingt mit, manchmal subtil, manchmal bitterböse. Der Tod selbst („Mister“, bitte!) ist dabei eine der spannendsten Figuren: ruhig, ironisch, fast sympathisch und damit umso beunruhigender.
Blue ist keine glatte Heldin. Sie ist frech, zynisch, impulsiv, manchmal anstrengend, aber genau deshalb glaubwürdig. Ihre inneren Konflikte, ihr Widerstand gegen ein zutiefst ungerechtes System und die moralischen Dilemmata, in die sie gerät, tragen den Roman. Nicht jede Nebenfigur bekommt maximale Tiefe und das Weltenbuilding bleibt stellenweise bewusst vage, doch das passt zum Tempo und Fokus der Geschichte. Hier geht es weniger um perfekte Systeme als um Entscheidungen und deren Konsequenzen.
Auch die romantischen Elemente fügen sich eher leise ein und stehen klar im Schatten der großen Fragen: Wer darf leben? Wer entscheidet das? Und was macht diese Macht mit einem Menschen?
Fazit: Whispers of Destiny ist keine leichte Fantasy-Satire, auch wenn es sich stellenweise so anfühlt. Es ist eine rasante, kluge und oft überraschend emotionale Dystopie mit bissigem Humor, klarer Haltung und vielen Denkanstößen. Nicht perfekt, aber mutig, originell und lange nachhallend. Ein Buch für alle, die sich auf moralische Grauzonen einlassen wollen und die keine Angst davor haben, dass Unterhaltung auch unbequem sein darf.
Die Welt in einer dystopischen Zukunft: die Gesellschaft ist in Stufen mit unterschiedlichen Rechten (bzw mit fehlenden Rechten) aufgeteilt. Die Reichen und Privilegierten erhalten Medizin, saubere Luft und gesundes Essen. Die unteren Stufen haben Smog, Krankheiten und Hunger. Zudem hat sich der Tod (genannt Mister) offenbart und ein Call-Center eröffnet. In diesem Call-Center entscheiden Agents darüber, wer ableben muss und wer eine zweite Chance erhält. Blue, die in der Stufe 3 lebt, ist gegen dieses System. Bis der Tod ihr einen Job und Annehmlichkeiten anbietet...
"Whispers of Destiny" war mein erster Roman von Justine Pust und hat mich absolut begeistert. Der Klappentext klang nach einem witzigen Setting: ein Call-Center des Todes. Doch in dieser Geschichte steckt so viel mehr: Wut, Anprangern von Ungerechtigkeiten, das Überspitzen der Gegenwart und eine Hauptfigur, die in jeder Situation die richtigen, wenngleich unbequemen Fragen stellt.
Zu Beginn musste ich erstmal schlucken und mich sortieren. Mental hatte ich mich auf eine humorige Story eingestellt. Doch schon in den ersten Kapiteln wird klar, dass der Witz in den Hintergrund rückt und ich mich als Leserin mit einer dystopischen Zukunft auseinandersetzen darf. Justine Pust spinnt die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft weiter und erschafft ein System der Ungleichheit, in dem ihre Figuren für den Tod arbeiten um wenigstens angenehm leben zu können.
Ihre Hauptfigur Blue ist dabei laut, schlau und wütend. Ihr Gegenpart Creek agiert als Ruhepol und Stimme der Vernunft. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen und ich habe beide direkt ins Herz geschlossen.
Einziger Wermutstropfen: zum Ende hin werden die Antworten zu einfach und teils oberflächlich. Hier hätte ich mir mehr Hintergründe und Beweggründe gewünscht.
Ich bin mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext klang lustig, und so dachte ich, es würde eine witzige Fantasy-Satire werden.
Und das ist es ganz und gar nicht.
Die Protagonistin ist eine mittlerweile recht typische Figur in Fantasyromanen: forsch und vorlaut, teils sogar dreist, sie handelt erst und denkt später. Das lockert und erheitert das Ganze stellenweise, doch im Kern ist das Buch eher eine Abrechnung mit aktueller Politik, Kapitalismus und Konsumverhalten, Klimapolitik sowie der Verantwortung und den Entscheidungen jedes Einzelnen.
Dabei werden viele Dinge bitterböse aufs Korn genommen: vom Handyverhalten über Influencer und Frauenmagazine, den Immobilienmarkt bis hin zu einem gewissen amerikanischen Politiker mit orangem Teint. Zwischendurch geht es außerdem um Verlust, Trauer und den Wert eines einzelnen Lebens.
Teilweise war ich mir nicht sicher, was dieses Buch eigentlich sein möchte. Als reine Unterhaltung sind die Themen zu schwer (man muss schon sehr dumpf sein, um davon gar nichts mitzunehmen), als Sozialkritik hingegen bleibt es mir stellenweise zu flach, und das Ende wird zu schnell aufgelöst.
Die Liebesgeschichte hätte es für mich tatsächlich nicht gebraucht. Eine einfache, gute Freundschaft, gern mit vorsichtiger Perspektive auf mehr, hätte sich für mich runder angefühlt.
Einige Dinge werden nicht erklärt, und das Magiesystem ist sehr wackelig. Das stört aber letztlich nicht allzu sehr, denn ich glaube, dafür ist dieser Roman auch nicht gedacht.
Fazit: Ein Buch mit klarer Haltung und vielen wichtigen Themen, das zum Nachdenken anregt, aber tonal zwischen Unterhaltung und Gesellschaftskritik schwankt. Wer eine leichte, humorvolle Fantasy erwartet, wird enttäuscht sein; wer sich auf politische und gesellschaftliche Untertöne einlässt, findet hier durchaus Stoff zum Reflektieren.
In einer dystopischen Welt, in der die Gesellschaft streng hierarchisch gegliedert ist, muss Blue in einem der ärmsten Bezirke ums Überleben kämpfen. Mutierte Regenfälle und gefährliche Bedingungen prägen ihren Alltag. Als sie in das undurchsichtige Netz von Macht und Geheimnissen hineingezogen wird, trifft sie auf Verbündete und Gegner gleichermaßen. Die Geschichte folgt Blue dabei, wie sie sich zwischen Pflicht, moralischen Entscheidungen und persönlichen Gefühlen behauptet, immer begleitet von schlagfertigen Dialogen und humorvollen Momenten, die die ansonsten düstere Welt auflockern.
Justine Pust gelingt es, eine komplexe, dystopische Welt nach und nach zu erklären, ohne in überladene Infodumps zu verfallen. Die Protagonistin Blue ist ein faszinierender Charakter, sie ist mutig, eigensinnig und frech, mit einer Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit, die die Spannung der Handlung trägt. Die Interaktion zwischen den Figuren ist lebendig und die Nebencharaktere sind abwechslungsreich und tragen entscheidend zur Dynamik bei. Die Mischung aus dystopischer Bedrohung, moralischen Fragen und persönlichen Konflikten verleiht der Geschichte Tiefe. Die Welt wirkt zudem lebendig, auch wenn an manchen Stellen Details zu vage bleiben, insbesondere zu den gesellschaftlichen Regeln und Naturphänomenen wie dem mutierten Regen.
Ein origineller, frech formulierter dystopischer Roman mit bissigem Humor, starken Figuren und vielen nachhallenden Themen - spannend, witzig und originell, mit nur kleinen Abzügen bei der Welt-Detailtiefe.
"Darf ich nicht outsourcen, nur weil ich eine Urgewalt bin?" [67] Der Tod kommt schon richtig cool daher, lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen und ist die Ruhe selbst. Aber eigentlich geht es bei "Whispers of Destiny" von Justine Pust um die junge Protagonistin Blue. Blue ist jung und frech, hat ihren eigenen Kopf und manchmal ist das Mundwerk schneller als das Gehirn. Ihr Herz ist aber am rechten Fleck und Blue hält so die eine oder andere Überraschung parat.
Das Setting bei "Whispers of Destiny" gefällt mir sehr gut. Wer arbeitet denn schon beim Callcenter des Todes? Mir gefällt aber auch unheimlich gut das Dystopische an der Fantasy Geschichte. Dass es nicht einfach ist über Tod und Leben zu entscheiden, merken die Mitarbeiter von Death Call selbst sehr schnell. Ich finde die Denkansätze von Pust sehr gut. Da geht es um Leben und Tod, Verteilung von Besitzgütern und Essen, Einteilung der Menschen in verschiedene Klassen und um Klimaeinflüsse in Bezug auf die Menschheit. Für eine so temporeiche, lustige und unterhaltsame spannende Geschichte, empfinde ich die Tiefe der philosophischen Themen in Ordnung.
Pust liefert ein mega unterhaltsames Werk, welches einen bestens unterhält und mit einigen Wendungen aufwartet, die man nicht auf dem Schirm hatte. Der Schreibstil ist perfekt und man rast durch eine Geschichte wo man jederzeit wissen möchte wie es weitergeht.
Sehr interessantes Buch mit vielen spannenden Stellen und auch der perfekten Menge an Humor. Das Buch umfasst an vielen Stellen Probleme der heutigen Zeit, obwohl diese im Buch erst im Jahr 2096 passieren und ermöglicht dadurch die eigene Sicht auf diese zu verändern. Dennoch gebe ich nur 4 Sterne, da mir die Liebesgeschichte zwischen Blue und Creek zu sehr im Hintergrund bzw. zu neben bei verläuft. Klar, das Buch ist keine Romantasy, dennoch ging es für einen Geschmack ein wenig zu schnell bei den beiden, wie zum Beispiel der erste Kuss. Trotzdem kann ich das Buch sehr empfehlen.
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Ein Auf und Ab der Gefühle mit diesem Buch! Ich fand den Anfang sehr stark, aber die Liebesgeschichte hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht und in der Mitte hatte es leider einige Längen...