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Rückkehr nach St. Malo

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Eine Familie, deren Glück und Unglück das Meer ist. Eine verbotene Insel voller Geheimnisse. Ein Mann auf der Suche nach sich selbst.

Nach dem Tod seines Vaters beschließt Yann de Kérambrun, seine Stelle als Geschichtsprofessor in Paris aufzugeben und nach Saint-Malo zurückzukehren, wo er die Sommer seiner Kindheit verbracht hat. Im Arbeitszimmer der Familienvilla stößt Yann auf das beeindruckende Familienarchiv seines Urgroßvaters Octave. Unwiderstehlich angezogen fühlt er sich von dessen Aufzeichnungen – Briefe, Haushaltsbücher, Tagebucheinträge. Octave träumte davon, das Meer zu zähmen, und gründete mit gerade einmal 23 Jahren die Reederei Kérambrun & Fils. Schon bald florierte das Unternehmen und trug zum Reichtum der Stadt bei. Doch hinter dem glänzenden Bild des visionären Bootsbauers schimmert ein anderes das des liebenden Ehemanns voller Zweifel und Verletzungen, die Yann wie ein Echo auf sein eigenes Leben erscheinen. Während Yann immer tiefer in die Familiengeschichte eintaucht, wird auf der Insel Cézembre vor Saint-Malo ein Skelett gefunden. Sind es die Überreste eines deutschen Soldaten? Yann versucht die Risse in der Familiengeschichte nachzuvollziehen. Immer wieder führen die Spuren nach Cézembre, auf die kleine Insel vor Saint-Malo mit ihrer bewegten Geschichte. Auf einem seiner Strandspaziergänge lernt er Rebecca kennen, und eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich …  

495 pages, Kindle Edition

Published August 12, 2025

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Hélène Gestern

21 books25 followers

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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
11 reviews
December 13, 2025
Eine Familiensaga, die einem irgendwann in ihren Bann zieht. Sprachlich wunderschön ausgearbeitet, nie seicht. Und in eine Beziehungsgeschichte eingewoben, als wäre es selbstverständlich, Geschichte und persönliche Nähe in sich aufzulösen.
Profile Image for Michael Madel.
549 reviews11 followers
September 21, 2025
Die ruhig und zurückhaltend erzählte und sprachlich überzeugende Familiengeschichte hat die tiefgreifenden Folgen von Ereignissen über die Generationen hinweg zum Gegenstand. Die zahlreichen Rückblenden holen ab und zu allzu weit aus und ziehen sich etwas in die Länge, sind jedoch gerechtfertigt durch den Formwillen der Autorin, die den Hintergrund von Entwicklungen gründlich und vielschichtig darstellt. So entwickelt sich der Roman im Schlussdrittel auch noch zu einem spannenden Krimi.
Profile Image for Buchbesprechung.
213 reviews24 followers
August 29, 2025


REZENSION – Nach ihrem Bestseller „Der Duft des Waldes“ (2018) und „Schwindel“ (2022) bleibt die französische Schriftstellerin Hélène Gestern (54) auch in ihrem dritten ins Deutsche übersetzten Roman „Rückkehr nach St. Malo“, im August beim Kindler Verlag erschienen, ihrem Thema treu. Wieder geht es um die Erbschaft eines alten Hauses, um die Aufarbeitung einer vielschichtigen Familiengeschichte und um die Selbstfindung der sich in einer Lebenskrise befindenden Hauptfigur.

Diesmal ist es der Historiker Yann de Kérambrun, der sich nach Trennung von seiner Ehefrau und dem Tod seines Vaters eine einjährige Auszeit von seiner Professur an der Pariser Sorbonne nimmt und in das leerstehende Elternhaus an der bretonischen Küste in St. Malo zieht. Dies hatte vor hundert Jahren sein Urgroßvater Octave, seit 1903 ein erfolgreicher Reeder und Inhaber eines florierenden Schiffsausrüstungsunternehmens sowie fürsorglicher Familienvater und liebender Ehemann, als Familiensitz bauen lassen. Da Yann kein Interesse am Familienbetrieb hatte, sein Vater ihn auch nicht für die Unternehmensführung geeignet hielt, hatte dieser die Firma nach dem allzu frühen Tod von Yanns Zwillingsbruder bereits an ihre Cousine vererbt. Doch ausgerechnet Yann, der sich stets dem Traditionsunternehmen verweigert und sich wegen seines schwierigen Verhältnisses zum eigenen Vater nicht sonderlich für die Familie interessiert hatte, ist es nun, der im alten Haus auf ein umfangreiches Firmen- und Familienarchiv aus unzähligen Dokumenten, Briefen, Rechnungen und Tagebucheinträgen stößt. Als professioneller Historiker lässt er sich beim Sichten dieser Unterlagen mehr und mehr von seiner Familiengeschichte einfangen. Schließlich kommt er sogar einem über Generationen streng gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur, bei dem die der Hafenstadt St. Malo vorgelagerte Insel Cézembre eine immer mystischere Rolle einnimmt.

„Rückkehr nach St. Malo“ ist eine vor interessantem historischen Hintergrund geschriebene Familiengeschichte über vier Generationen, die sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielt: Mit Hilfe der aufgefundenen Firmen- und Familienunterlagen sowie in die Handlung eingestreuter episodenhafter Rückblenden tauchen wir tief in die Gründungsgeschichte des Familienunternehmens ein und lernen nach und nach die Mitglieder vergangener Kérambrun-Generationen sowie deren Verhältnis untereinander kennen. Zugleich erleben wir in der Gegenwart, wie Yann dank seiner Familienforschung seine Fehlurteile gegenüber seinem Vater korrigieren und zunehmend Verständnis für dessen oft schroffes Verhalten entwickelt.

Der Roman ist psychologisch tiefgreifend, emotional gehaltvoll und fasziniert mit steigender Seitenzahl durch unterschwellig wachsende Spannung: Jedes von Yann neu aufgefundene Dokument fördert neue Fragen zutage, deren Beantwortung das Bild seiner Vorfahren nach und nach deutlicher werden lässt. Doch „Rückkehr nach St. Malo“ ist keine schlichte Familiensaga. Es ist eine Rückkehr zu Yanns Wurzeln, seine Rückkehr in die noble Familie de Kérambrun, deren Erben über hundert Jahre in dem Zwang leben mussten, das vom Urgroßvater einst geprägte Bild auf alle Zeit nach außen bewahren zu müssen.

Yanns Rückkehr nach St. Malo gibt ihm die Möglichkeit zur Versöhnung mit seinen Vorfahren, mit seinem verstorbenen Vater – und letztlich auch mit sich selbst. Er erkennt, dass hinter der äußeren Fassade seiner Familie auch tiefe Verletzungen und intime Geheimnisse verborgen waren. Dieses Wissen zeigt Yann den Weg zur Selbstfindung und öffnet ihm das Tor zu einem neuen Lebensabschmnitt. Fragt man sich als Leser anfangs vielleicht noch, wohin die Autorin uns eigentlich führen will, wird dies von Kapitel zu Kapitel immer offensichtlicher, die Handlung nimmt an Spannung zu und gegen deren Ende wird aus dem Roman sogar ein Krimi.
Profile Image for Sabine Winkler.
257 reviews1 follower
July 31, 2025
Meer, Wind, Weite und die verbotene Insel
Yann kehrt aus Paris nach Saint-Malo in das Haus seiner Kindheit zurück, das er vom verstorbenen Vater geerbt hat. Er erinnert sich an seinen verstorbenen Zwillingsbruder, findet im Arbeitszimmer der Familienvilla aber viel weitreichendere Erinnerungen, nämlich ein komplettes Familienarchiv mit der verborgenen Geschichte der Familie Kérambrun. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gründete sein Urgroßvater eine Reederei, die noch heute in Familienbesitz ist, er heiratete und ließ gegenüber der kleinen Insel Cézembre in Saint-Malo die Familienvilla erbauen.
Das Cover zeigt viel Himmel und das stürmische Meer mit der kleinen Insel. Das Buch ist vier Abschnitte unterteilt, die jeweils mit den Bezeichnungen der Gezeiten betitelt sind. Am Ende befinden sich zur besseren Übersicht die Stammbäume zweier im Roman wichtigen Familien, sowie ein ein umfangreiches Quellenverzeichnis. Die Geschichte wird vom Ich-Erzähler Yann wiedergegeben, dazwischen befinden sich in Kursivschrift verfasste Einschübe aus der Vergangenheit. Dabei handelt es sich um Briefe und um zur Handlung passende Geschichten aus anderen Perspektiven.
Wie das ganze Buch ist auch der Schreibstil sehr ruhig, an vielen Stellen fast poetisch, an anderen fast schwermütig. Die Autorin erzählt sehr bildreich, wenn sie das Meer, die Küste, die Familienvilla beschreibt; die Atmosphäre ist sehr gut eingefangen. Der Roman ist umfangreich; und sicher sind 500 Seiten für ein über hundertjähriges Familienepos nicht viel, dennoch hätte ich mir an etlichen Stellen weniger Wörter gewünscht. Immer wieder kam es zu Längen – und teils zu Wiederholungen – wenn die Gewalt des Meeres, Segelmanöver oder aber auch technische Details des Schiffbaus beschrieben wurden. Ab der Hälfte des Buchs habe ich allerdings auch diese Abschweifungen liebgewonnen. Es ist einfach eine Geschichte, die dem Leser Zeit abverlangt, ihm diese mit jeder gelesenen Seite aber auch wieder schenkt.
Das Buch spricht unterschiedliche Themen an, von denen ich hier nur einige erwähne. Yann beginnt mit den Recherchen zu seiner Familie, um seinen eigenen Vater besser zu verstehen; es geht also um Aufarbeitung, um Versöhnung, aber auch um Erwartungen, um Liebe, um Vertrauen. Die Autorin beschreibt sehr detailliert die Gewalt des Meeres, des Ärmelkanals, die Geduld und den Respekt der Küstenbewohner davor; sie betont die heilende Kraft des Meeres, verweist aber auch auf den anderen Umgang der Menschen damit, auf Verschmutzung oder auf Klimawandel. Und im Lauf der Geschichte erfährt man immer mehr über die Saint Malo vorgelagerte Insel Cézembre, die zu unterschiedlichen Zeiten auch ganz unterschiedliche Funktionen innehatte, und die der Originalversion des Romans auch seinen Titel gegeben hat.
450 reviews1 follower
August 19, 2025
Yann de Kérambrun kehrt nach Saint Malo zurück, da der Nachlass seiner Familie geregelt werden soll. Er war schon lange nicht mehr hier, nachdem sein Vater gestorben war. Seine Cousine führte die Motorenwerke der Kérambruns und er war Professor an der Sorbonne. Da er gerade in Scheidung lebte viel es ihm leicht ein Sabbatjahr zu beantragen und den Nachlass seiner Familie zu ergründen. Er macht sich auf die Suche nach Dokumenten und taucht immer wieder in seine Erinnerungen ein. Er nimmt auch Kontakt zu seinen Tanten und Onkel auf, um weiter in der Familiengeschichte zu recherchieren. Außerdem fasziniert ihn das Meer mit seinen Bewegungen und seinen Farben. Immer vor Augen hat er die Insel Cezembre, die einen magischen Punkt in seinem Leben darstellt. Den Grund wird er auch erfahren, nur um einiges später.
„Rückkehr nach St. Malo“ von Hélène Gestern ist ein Familienroman aus der Bretagne. Die Faszination, die das Meer auf den Hauptcharakter ausübt, wird schon auf dem sehr schönen Cover deutlich. Ich kann irgendwie verstehen, warum Yann diesen Anblick liebt. Der Roman ist aufgeteilt in mehrere Kapitel, die natürlich mit dem Meer zu tun haben. Es ist aber nicht nur um eine Familiengeschichte, sondern auch um Liebe und Leid und dieses Thema zieht sich, wie ein roter Faden durch die Familiengeschichte. Yann ist von einer wissenschaftlicher Sucht getrieben, die Geheimnisse seiner Familie aufzuspüren. Und genauso handelt die Autorin, die in das Hier und Jetzt immer wieder, Ausflüge in die Vergangenheit und zu dem Urgroßvater von Yann, Octave und seiner Frau Julia, einfügt. Es ist spannend zu sehen, wie dieses Puzzle sich so langsam zusammensetzt, und man bekommt einen guten Einblick in die Geschehnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der zwei Weltkriege, die die Firma der Kérabrunns bietet. Aber auch die Situation von Yann wird beschrieben, seine Scheidung und die Beziehung zu seinem Sohn Paul. Aber auch er hat neben seiner Leidenschaft für die Familiengeschichte noch weitere emotionale Erlebnisse zu durchleben. Auch bei ihm taucht immer wieder sein großer Bruder auf, der allerdings schon tot ist, aber doch noch seine Gedanken einnimmt. Natürlich hat die Autorin das Buch mit einem Spannungsbogen versehen, den die Frage leitet, gibt es nun eine Happy End oder nicht.
Ich habe diesen Roman mit großem Interesse gelesen und viel über die Region um St. Malo erfahren, dargestellt an der Familiengeschichte dieser Familie. Mich hat auch die Story sehr fasziniert, denn ich wusste aus dieser Region noch nicht so ganz viel. Ich kann nur sagen, dass mich dieser Roman gefesselt hat und ich ihn empfehlen kann zu lesen.
425 reviews4 followers
August 3, 2025
Mit Rückkehr nach Saint-Malo legt Hélène Gestern einen umfangreichen Roman vor, der sich ganz der Kraft der Erinnerung, der Versöhnung mit der eigenen Herkunft und der Schönheit der bretonischen Küste widmet. Es ist ein Buch, das Zeit fordert – und dafür umso mehr Tiefe zurückgibt.
Im Mittelpunkt steht Yann, Historiker, Scheidungskandidat und Sohn einer einstmals einflussreichen Reederfamilie. Nach dem Tod seines Vaters kehrt er in die Familienvilla nach Saint-Malo zurück – in jenes Haus, das einst Schauplatz unbeschwerter Kindheitssommer mit seinem verstorbenen Zwillingsbruder war. Zwischen Dünenwind, Wellenrauschen und Familienarchiv beginnt er, Schicht für Schicht die Geschichte seiner Vorfahren zu entschlüsseln – und damit auch seine eigene.
Hélène Gestern erzählt ruhig, detailliert, mit großem Respekt für historische Genauigkeit und psychologisches Gespür. Die Sprache ist poetisch, stellenweise fast hypnotisch, vor allem in den Naturbeschreibungen. Das Meer – mal tosend, mal still – wird zum Spiegel der Figuren. Die kleine Insel Cézembre vor Saint-Malo ist dabei nicht nur geografischer Fixpunkt, sondern auch Symbol für Vergangenes, Unausgesprochenes, Verdrängtes. Es kann sich auch etwas ziehen, wenn man kein großer Fan von Naturbeschreibungen ist.
Stark ist das Buch, wenn es sich in die Familiengeschichte vertieft, in Fragen von Schuld und Schweigen, in die Brüche, die zwei Weltkriege hinterlassen haben – nicht nur im Land, sondern in den Menschen. Auch die subtile Liebesgeschichte fügt sich unaufdringlich ein, ohne je die Oberhand zu gewinnen.
Weniger überzeugend waren für mich die sehr ausführlichen Passagen zu Schiffsbau, und archivalischen Details. Wer eine straffe Handlung sucht, wird sich streckenweise schwertun – Rückkehr nach Saint-Malo ist kein Roman zum schnellen Durchfliegen. Es lebt vom langsamen Lesen, vom Mitgehen, vom Sich-Einlassen. Eigentlich genau das richtige für eine Reiselektüre in Frankreich!
Die vielen Zeitebenen und Namen können anfangs herausfordernd sein, aber Geduld wird belohnt. Denn was bleibt, ist ein Roman, der nicht laut auftritt, aber lange nachhallt. Ein Roman, der sich dem großen Thema der Herkunft mit literarischer Eleganz nähert. Und der das Meer so beschreibt, dass man meint, Salz auf den Lippen zu schmecken.
Fazit: Ein poetischer, stellenweise etwas zu ausufernder Familienroman mit Tiefgang – für Liebhaber langsamer, fein gearbeiteter Literatur. Ideal für Leser:innen, die sich gern in vielschichtige Geschichten und weite Landschaften hineinfallen lassen.
1,292 reviews2 followers
August 11, 2025
Als ich den Titel des Buches und den Klappentext dazu gesehen habe, wollte ich das Buch sofort lesen. Ich kenne St. Malo von einem Urlaub und ich mag es sehr wenn ich in Büchern über Orte lesen kann, in denen ich selbst schon real gewesen bin und mir dadurch alles noch besser vorstellen kann.

Die Geschichte handelt von Yann, der nach dem Tod seines Vaters Paris verlässt, um sich in Saint-Malo in dem Haus seiner Kindheit niederzulassen. Erinnerungen an unbeschwerte Sommer an der Seite seines Zwillingsbruders werden wach: Wie sie als Kinder den hüpfenden Wellen auswichen und mit dem Segelboot die Küste erkundeten. Hier, gegenüber der Insel Cézembre, wurde das Schicksal der Familie Kérambrun geschrieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts heiratete sein Urgroßvater die Frau, die er liebte, und gründete eine florierende Reederei, die an die folgenden Generationen weitergegeben wurde. Im Arbeitszimmer der Familienvilla stößt Yann auf das beeindruckende Familienarchiv und entdeckt dort die verborgene Geschichte seiner Familie. Immer wieder führen die Spuren nach Cézembre, auf die kleine Insel vor Saint-Malo mit ihrer bewegten Geschichte.

Der Schreibstil des Buches ist wirklich sehr besonders, sehr blumig und philosophisch erhält man schon am Anfang des Buches eine tolle Atmosphäre vom schäumenden Ozean und dem Städchen am Meer. Insgesamt hat mir der Schreibstil gut gefallen, der er lässt sich gut lesen und ich hatte alles bildlich vor meinen Augen. Lediglich manche Passagen im Buch waren etwas langatmig und hätten gekürzt werden dürfen, um die Längen zu unterbinden. Ich lese immer sehr gerne über Familiengeschichten, die sich über mehrere Generationen ziehen und spannende historische Geschichte mit der Gegenwart verbinden. In diesem Buch verpackt die Autorin dies auf eine ungewöhnliche Weise, denn der Leser erfährt hier durch Ahnenforschung in Form von Briefen und Dokumenten mehr über die Geschichte, eine tolle Idee. Leider fand ich aber hin- und wieder Teile der Handlung ziemlich trocken, gerade wenn wieder ausführlich über den Schiffsbau und Themen rund ums Segeln beschrieben werden. Yan ist eine interessante Persönlichkeit mit der ich gerne nachgeforscht habe und ich habe über ihn und seine Familiengeschichte gerne gelesen.

Fazit: Wer die ein- oder andere Länge in der Geschichte vertragen kann, bekommt hier eine interessante Familiengeschichte mit Geheimnissen und ungewöhnlicher Ahnenforschung. Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es weiter.

136 reviews4 followers
September 27, 2025
Hundert Jahre Familiengeschichte - Überraschend spannend

Nach dem Tod des Vaters erbt Yann Kérambrun die Familienvilla in Saint Malo. Nach einer gescheiterten Ehe und kurz vor dem Burnout als Geschichtsprofessor an der Sorbonne in Paris zieht er an den Ort seiner Kindheit zurück. Schon nach kruzer Zeit entwickelt er eine Faszination für die felsige Insel Cézembre, die in Sichtweite von Saint Malo liegt. Der Name Kérambrun ist in der Gegend kein unbekannter. Seit über hundert Jahren baut das Unternehmen Schiffsmotoren und bildet die Malouinische Schifffahrtsgesellschaft. Beim Ausmisten der Familienbibliothek entdeckt Yann die Handelsbücher des Unternehmens und arbeitet nach und nach die Geschichte seiner Familie auf.

Zunächst war ich skeptisch, was an der Unternehmensgeschichte einer Schiffsmotorengesellschaft spannend sein kann. Doch von Anfang an hat mich der atmosphärische Schreibstil überzeugt, der die Küstenstadt Saint Malo und noch mehr das geheimnisvolle Cézembre zum Leben erweckt. Durch die historischen Dokumente und die Ressourcen, die Yann als Historiker einer namhaften Universität zur Verfügung stehen, wirken die Enthüllungen glaubhaft. Vor allem der Wechsel zwischen den Zeitebenen wirkt dadurch sehr natürlich. Zwischendurch erzählt ein dritter, in kursiv abgehobener Erzählstrang von einzelnen Ereignissen aus der historischen Perspektive. Zunehmend zieht die Spannung an und mit den Gezeiten und Wellen treibt man immer schneller durch die Geschichte, die sich am Ende in einen richtigen historischen Krimi entwickelt. Am Ende wurde aus einem regionalen Roman eine überraschend spannende Familiengeschichte mit bretonischer Atmosphäre. Hinzu kommt aber auch eine psychologische Tiefe, denn Yann arbeitet die Familiengeschichte auch auf, um zu verstehen, warum die Männer der Familie wenig Liebe für ihre Söhne aufgebracht und somit Generationen nach ihnen geprägt haben. Nicht zuletzt Yann hatte ein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater, der ihn sein Leben lang in das Familienunternehmen drängen wollte. Yann muss sich auch selbst hinterfragen, wie er mit seinem eigenen Sohn umgeht. Und so erhält der Roman auch psychologische Vielschichtigkeit ohne übertrieben, klischeehaft oder kitschig zu sein. Insgesamt war der Roman trotz einiger Längen eine absolute positive Überraschung, die auf über 500 Seiten sehr gut unterhalten hat.
Profile Image for Christiane Fischer.
517 reviews6 followers
October 7, 2025
RÜCKKEHR NACH ST. MALO
Hélène Gestern
ET: 12.8.25

Es ist fast genau zwei Jahre her, dass Yanns Vater gestorben ist – Charles Kèranbrun, das sture, eigenwillige und wenig empathische Familienoberhaupt. Verstanden haben sich die beiden nie. Während sein Vater ihn unbedingt als Nachfolger im Familienunternehmen sehen wollte, zog es Yann schon früh fort. Nach dem Abitur verließ er die Bretagne und begann in Paris eine akademische Laufbahn, die ihn bis an die Sorbonne führte. Sein Zwillingsbruder hingegen stieg in die Reederei ein – doch ein tragischer Unfall sollte alles verändern.

Nun, Jahre später, steht Yann wieder auf dem Familiensitz der Couèrons in St. Malo – in dem Arbeitszimmer, das ihm als Kind stets verboten war. Dort stößt er auf alte Dokumente und Briefe seines Urgroßvaters Octave und dessen Frau Julia. Was zunächst seine wissenschaftliche Neugier weckt, entpuppt sich bald als Spur zu einem tief verborgenen Familiengeheimnis.

Hélène Gestern erzählt diese Geschichte auf mehreren Zeitebenen. Mit feinem Gespür für Atmosphäre lässt sie das Rauschen des Meeres und die raue bretonische Küste lebendig werden – man meint, den Wind und das Salz auf der Haut zu spüren. Während die erste Hälfte vor allem durch ihre bildreiche, atmosphärische Sprache besticht, entfaltet sich die Handlung in der zweiten Hälfte in einem zarten, ruhigen Tempo, das dennoch eine stetige Spannung trägt. Es ist kein klassischer Pageturner, doch ich hatte den starken Drang, immer weiterzulesen, um die ganze Geschichte der Familie Kèranbrun zu erfahren.

Fazit:
Eine Familiengeschichte über vier Generationen – bildhaft, atmosphärisch dicht und emotional fein erzählt. Ich empfehle das Buch allen, die sich den Duft der Bretagne und die stürmische See an einem Herbstabend ins Haus holen möchten.
4/5
Profile Image for nel.readss.
131 reviews
August 8, 2025
In dem Buch handelt es von Yann der sich nach dem Tod seines Vaters mit der Geschichte seiner Familie auseinandersetzt. Hierbei besonders mit seinem Urgroßvater und der Gründung seiner Firma.
Mich hat das Cover total angesprochen und auch der Inhalt war interessant, jedoch war besonders der Anfang sehr schleppend. Es ging hauptsächlich um die Firma und Informationen über Schiffe, welche mich nicht sehr interessiert haben. Im Laufe des Buches wurde es jedoch spannender und wenn man die Charaktere besser kennengelernt hatte konnte man er Geschichte deutlich besser folgen. Ich fand den Schreibstil sehr gut und konnte der Handlung dadurch gut folgen. Besonders die kurzen Kapitel haben mir sehr gefallen. Ich mochte die Charaktere, welche man näher kennengelernt hat und fand ihre Geschichten interessant und nachvollziehbar.
Ich denke das Buch ist für jeden etwas dem intensive Auseinandersetzungen mit Familiengeschichten und Ahnenforschung gefallen, sowie Menschen die sich vom Meer und den Schiffen angezogen fühlen.
Profile Image for Inge H..
449 reviews7 followers
August 9, 2025
Gut gemachte Ahnenforschung

Hélène Gestern hat den Roman,
Rückkehr nach St. Malo, ruhig und mit Gefühl gestaltet.

Der Protagonist Jan kommt nach dem Tod seines Vaters in das Familienanwesen in St. Malo zurück.
Sein Urgro0vater hatte ein Motorenwerk geschaffen, das immer noch weiterlebt.
Im Haus findet er alte Dokumente und er beginnt einen Stammbaum anzulegen.
Bei seinen Forschungen erfährt er immer mehr über seine Familie.
So erfahren wir in dem Roman viele Erinnerungen. Besonders schön hat die Autorin die Gegend und ihre Landschaftsbedingungen beschrieben.
Jan hatte noch einen Zwillingsbruder, so sind die Kindheitserinnerungen besonders. Der Bruder war der robusterer, Jan war ruhiger und scheuer.
In brenzligen Situationen denkt Jan immer noch an ihn und seine Aufmunterung.
Die Autorin hat mit diesem Roman eine interessante Familien- und Firmenchronik geschaffen.
Ich war gefesselt und wurde gut unterhalten.
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