Eine blutüberströmte Frau wird in die Psychiatrische Notfallambulanz Essen eingeliefert. Die Forensische Psychiaterin Jana Fäller übernimmt den Fall, doch ihre Patientin, die sich Eva nennt, kann sich an nichts erinnern. Und das Blut auf ihrem Körper stammt von jemand anderem. Jana zieht ihre Freundin Elin Akay hinzu, Kriminalhauptkommissarin der Mordkommission. Erste Ermittlungen führen sie zur Stinnes-Villa, einst Wohnsitz des Zechendirektors – ein düsterer, verlassener Ort. Dort findet sie den Mann, dessen Blut Janas Patientin an sich trä Er ist tot, brutal erschlagen. Das Opfer, Ali Surat, ist kein Unbekannter, sein Vater ist Rabih Surat, Friedensrichter und Vermittler zwischen arabischen Familien. Und Ali ist nicht der Erste, der in der Stinnes-Villa In den Gemäuern sind bereits zwei Morde geschehen, man nennt sie «das Totenhaus». Während ihre Kollegen Clankriminalität vermuten, befragt Elin die Bergleute. Ihre Ermittlungen führen sie in die Vergangenheit, lange bevor in der Villa der erste Mord geschah. Damals, zur Zeit des Bergbaus, ist untertage ein anderes Verbrechen geschehen. Eine Tat, deren Folgen bis heute reichen …
Martin Conrath hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht, von denen einer als Tatort verfilmt wurde. Außerdem ist er ein Teil des Autorenduos Sabine Klewe, das erfolgreich Historische Romane schreibt. Martin Conrath lebt und schreibt in Düsseldorf.
Eine Polizeistreife greift eine blutüberströmte Frau auf einer Essener Straße auf. Die Frau kann sich an nichts erinnern, das Blut stammt von jemand anderem. Trotzdem führen die ersten Ermittlungen in eine alte verlassene Zechen-Villa – und dort wird eine männliche Leiche gefunden. Der Tote gehört zu einem arabischen Clan. Während die Psychiaterin Jana Fäller die Frau behandelt, damit diese ihr Gedächtnis wiedererlangt, muss ihre Freundin, die Hauptkommissarin Elin Akay, mehrere Spuren verfolgen: Möglicherweise geht es um Clankriminalität, aber es gab in den letzten Jahren zwei weitere Morde im Zusammenhang mit der alten Villa. Gibt es da einen Zusammenhang?
„Kohle, Stahl und Mord: Das Totenhaus“ ist der zweite Band einer Reihe um die Essener Polizistin Elin Akay, die forensische Psychiaterin Jana Fäller und den Journalisten Tim Harms. Das Besondere der Reihe ist sicherlich, dass der Bergbau bzw. das Erbe des Bergbaus eine wichtige Rolle in den Romanen spielt und ein gewisser Lokalkolorit aufgebaut wird – wenn auch einige der Schauplätze fiktiv sind. So auch in diesem Fall, in dem es unter anderem um Regulierung von Bergbauschäden geht. Das ist meines Erachtens auch interessant gemacht. Der andere thematische Strang Clankriminalität hingegen wirkt zu knapp und nicht optimal erzählt.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, auch der Täter kommt mit einem inneren Monolog oder Art Tagebucheintrag zu Wort, der dann auch Rückblicke in die Vergangenheit gibt. Die Figuren erhalten Background und Privatleben. Das ist insgesamt passabel umgesetzt, greift aber hier und da schon bekannte Muster und Klischees auf. Alles in allem ein solider Krimi für zwischendurch.
Eine wirklich spannende Kriminalgeschichte, die wie erhofft viele Einblicke in die Arbeit unter Tage mitbringt. Die aus der Perspektive des Täters eingebauten Teile machen es bis zum Schluss spannend, wer als Drahtzieher hinter den Machenschaften steckt. Der Teil mit dem Clan-Konflikt wirkt, im Kontrast zu dem Kernthema Bergbau, etwas weniger authentisch. Ich freue mich auf den nächsten Band!