Kluge und überraschende Antworten auf eine der größten Fragen im Leben einer Frau.
Will ich Mutter werden? Diese Frage stellt sich früher oder später fast jede Frau – so auch Verena Kleinmann. Doch obwohl sie sich lange vorstellt, einmal Kinder zu bekommen, spürt sie auch mit Ende 30 keinen unbedingten Kinderwunsch. Während die Freundinnen eine nach der anderen schwanger werden, nagen die Werde ich es bereuen, wenn ich keine Kinder bekomme? Bin ich dann einsamer oder unglücklicher? Und welche gesellschaftlichen Erwartungen beeinflussen meine Entscheidung? Verena Kleinmann geht ihren Gefühlen nach und findet überraschende und beruhigende Antworten auf eine der größten Fragen im Leben. Sie spricht mit Frauen mit und ohne Kinder über ihre Lebensentwürfe und alltäglichen Erfahrungen und mit und über Zugehörigkeit und Erfüllung jenseits von Familie. Ein empathisches, kluges und unterhaltsames Buch, das Frauen ermutigt, ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen und die eigene Lebensgestaltung selbstbewusst in die Hand zu nehmen.
Das Buch ermutigt alle Frauen, die eigentlich keine Kinder wollen, sich das aber nicht so richtig eingestehen können bzw. Angst haben, es später zu bereuen. Verena beleuchtet verschiedene Aspekte und schreibt sehr natürlich und leicht verständlich. Warum das Buch trotzdem nur 3 Sterne für mich sind: Ich habe davor bereits Verenas Podcast gehört & fand den super und etwas ausgewogener was Pro und Contra Kind angeht. Jetzt im Buch geht es eigentlich nur darum, warum es okay, ist keine Kinder zu wollen. Für mich als Zweiflerin, die weder klar ja noch klar nein sagen kann, drängt mich das Buch aber zu sehr in eine Richtung & mir geht es irgendwie nicht gut damit. Beispiel Reue: Es kommt in dem Kapitel ein bisschen so rüber, als ob von den kinderlosen Frauen es schlussendlich niemand bereut, sich gegen Kinder entschieden zu haben. Aber von den Müttern, die gefragt wurden, bereuen es ganz viele, sich für Kinder entschieden zu haben. Weil ich gemerkt habe, dass mir das Buch von Kapitel zu Kapitel weniger gut getan hat, musste ich es irgendwann weglegen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es vielen etwas bringt und wie gesagt ermutigt. An sich super wichtiges Thema & ich finds toll, dass Verena das angegangen ist!
Warum ich als vierfache Mutter, die ihre Familienplanung längst abgeschlossen hat, ein Buch über die Frage, ob frau Kinder bekommen sollte, lese? Nichts weitet den Horizont so sehr, als andere Standpunkte zu erfahren, auch wenn sie meilenweit vom eigenen entfernt sind: oder gerade dann. Das Buch „Alle kriegen Kinder, ich zweifle“ von @verenakleinmann behandelt eine Frage, die wohl viele Frauen umtreibt: hat das Patriarchat uns doch viele Jahrzehnte so sehr in diese Mutterrolle gedrängt, dass sie vielen alternativlos erscheint. Aber es gibt Alternativen und wir alle sollten dafür sorgen, dass Frauen sich WIRKLICH frei fühlen, zu wählen: so wie es Männer schon immer tun. Verena Kleinmann ist in ihrer Recherche dabei erfrischend offen für alle Lebenskonzepte und wägt wirklich alle ganz wertfrei gegeneinander ab. Ihre persönliche Spurensuche führt uns an Orte, die auch weh tun können: ob es der Sinn des Lebens ist oder gelungenes Altern - vielleicht gibt es ja Alternativen wie Verantwortungsgemeinschaften zum klassischen Familienmodell, die genauso tragfähig im Alter sind wie Familienstrukturen? So profane Dinge wie Gender Care Gap oder Gender Pay Gap: Verena Kleinmann denkt wirklich an alles und das ist gut so. Denn, wie die Soziologin Orna Donath sagt: „Wenn wir anerkennen, dass Mutterschaft nichts ist, was alle Mütter glücklich macht, lässt sich Leid reduzieren. Dann können Frauen freier entscheiden, ob sie Kinder möchten oder nicht. […] Im Moment treibt die Gesellschaft Frauen in die Mutterschaft und lässt sie dann, wenn sie Kinder haben, ziemlich allein.“ So ist es leider und das einzige, was ich mir noch deutlicher in diesem Buch gewünscht hätte, wäre ein Appell an alle bewusst kinderlosen Frauen, doch ihre Freundinnen mit Kindern zu unterstützen: mehr Solidarität in der Kinderbetreuung würde meiner Meinung nach sowohl denen helfen, die sich dieser Mammutaufgabe stellen als auch denen, die sie nicht annehmen wollen, die aber ganz sicher auch vom Kontakt mit Kindern profitieren würden. Ein sehr wichtiges Buch!
Ehrlich, nah, fundiert, ambivalenzaushaltend. Fühle mich endlich verstanden in meinem Für und Wider. Alle gängigen Argumente in der Kinderfrage wurden aufgegriffen und entsprechende Gegenargumente ausgebreitet. Es war tröstlich und gibt Hoffnung - egal für welche Seite man sich entscheidet - selbst, wenn es die der Ambivalenz bleibt. Danke! Drücke es jeder meiner kinderlosen Freundinnen in die Hand.
Es liest sich wie das Transkript einer Podcast Folge, beleuchtet aber grundsätzlich verschiedenste interessante Aspekte. Ich habe es abgebrochen, weil ich direkt zu Beginn gemerkt habe, dass ich keine Argumente für ein kinderfreies Leben brauche und mir dieses Gedankenexperiment der Autorin deshalb wenig Mehrwert bietet