Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem großen zeitgeschichtlichen Roman »Lebensbande« die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich zwischen dem 2. Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer kreuzen.
Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als »Reichsausschusskind«. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900 000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Schließlich gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen …
Zeitgeschichte, inspiriert von wahren Ereignissen und Schicksalen und so spannend erzählt wie ein Kriminalroman.
Mechtild Borrmann versteht es meisterlich, zutiefst menschliche Geschichten ohne Pathos zu erzählen. Auch in »Lebensbande« lässt die Bestseller-Autorin auf zwei Zeitebenen große Spannung entstehen. Erschütternd und trotzdem voller Hoffnung zeigt sie, wie eng große Tragik und zartes Glück beieinander liegen können.
Entdecken Sie auch Mechtild Borrmanns andere zeitgeschichtliche Romane:
Der Geiger (Russland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und Deutschland 2008), Die andere Hälfte der Hoffnung (Tschernobyl 1986 bis 2010 und Deutschland 2010),Trümmerkind (Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1992), Grenzgänger (Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1970), Feldpost (Kassel ab 1935, während des 2. Weltkriegs und 2000).
Lebensbande erzählt die Geschichte von Lene, Nora und Lieselotte. Lene verliert Anfang der dreissiger Jahre durch ein Missverständnis ihre erste große Liebe und bekommt ein Kind, dessen Geburt so schwierig war, dass der Kleine in seiner Entwicklung eingeschränkt ist. Für die damaligen Machthaber ein Grund ihn auszusondern und gegebenenfalls auch zu entsorgen. Da trifft Lene auf Nora, die ihren Sohn als Krankenschwester betreut und die ihr hilft Leo aus der Schusslinie zu bringen. Was dazu führt, dass Nora selbst genau darin landet. Sie wird nach Danzig versetzt, wo sie in Lieselotte eine Freundin findet. Doch als der Krieg endet, werden beide in die Sowjetunion in ein Gulag verschleppt. Und auch hier schlägt das Schicksal wieder erbarmungslos zu.
Das Buch spielt mit den Zeitebenen und der Sicht der Protagonisten. So wechseln wir immer wieder aus den neunziger Jahren, in denen Nora von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, in die Zeit der Nazis, des Krieges und der Nachkriegszeit. So entwickelt sich die Geschichte nach und nach auch aus der Perspektive von Nora und Lene.
Mich hat das Buch sehr berührt. Lene und das Schicksal ihres Sohnes Leo, der einfach etwas länger als andere Kinder braucht, machen wieder deutlich wie menschenverachtend das System der Nazis einfach war. Wer nicht zu hundert Prozent dem Führer dienen konnte wurde sofort ausgesondert und aus der Gesellschaft entfernt.
Noras Geschichte wiederum erzählt eben auch, dass für viele Menschen im Osten der Krieg eben nicht 1945 beendet war. Ich denke vielen ist es nicht klar, dass nicht nur Männer in Kriegsgefangenschaft ums Leben kamen, sondern eben auch Frauen, die gezielt am Ende des Krieges in Arbeitslager verschleppt wurden und dort am Ende mit Segen der Alliierten als menschliche Reparationsleistung der Deutschen gesehen wurden.
Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen. Das Schicksal dieser Frauen berührt und lässt einen nachdenklich werden.
Mechthild Borrmanns neuer historischer Roman „Lebensbande“ erzählt das Schicksal von drei Frauen, die eigentlich nur ihre Jugend ausleben möchten, aber denen der zweite Weltkrieg und alles, was damit verbunden ist, dazwischen kommt.
Lene liebt den Holländer Joop, doch eine Beziehung mit dem Feind ist unmöglich. Zusätzlich hat sie große Sorge um ihren kleinen Sohn, der wegen seines Stotterns in die Fänge der Nazi Ärzte gerät. Krankenschwester Nora hadert ebenfalls mit diesen Behandlungsmethoden. Nach dem Krieg landet Nora gemeinsam mit ihrer Freundin Lotte in einem Gulag, wo sie sich gegenseitig zum Überleben motivieren.
„Lebensbande“ ist mit 270 Seiten ein kurzer, knackiger Roman, der sehr eindringlich die harten Lebensbedingungen und Ungerechtigkeiten der damaligen Zeit beschreibt. Die drei Frauen müssen für Sünden bezahlen, die sie nicht begangen haben. Lene und Joop lieben sich sich und müssen doch akzeptieren, dass sie für die Gesellschaft auf verfeindeten Seiten stehen. Nora und Lotte müssen im Zuge der Reparationszahlungen im Gulag schwere Zwangsarbeit leisten, obwohl sie keinerlei Schuld am Krieg tragen. So wie viele andere verlieren die jungen Frauen Jahre ihres Lebens und verlieren dennoch weder Mut, noch die Hoffnung oder ihre Menschlichkeit. „Lebensbande“ ist eine eindringliche, berührende Geschichte über starke Charaktere. Beim Lesen breitet sich Dankbarkeit aus, dass man nichts von all dem erleben muss.
Was für eine Geschichte! Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, inhaltsstark und ein Kapitel der deutschen Geschichte beleuchtend, das viel zu wenig bekannt ist.
Mechtild Borrmann ist einfach ein Garant für brillante Geschichten, die meistens rund um den Zweiten Weltkrieg spielen. Obwohl ihre Bücher kaum mehr als 300 Seiten haben, steckt darin so viel Inhalt, wie man es selten findet. In "Lebensbande" erzählt sie auf zwei Zeitebenen von Nora und Lene, später auch von Lotte. Der Roman beginnt 1991 in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik in Kühlingsborn, wo eine der Frauen durch einen Brief an ihre Vergangenheit erinnert wird. Diese Erinnerungen bringen sie dazu ihre damaligen Erlebnisse aufzuschreiben....
1931. Lene lebt nahe der niederländischen Grenze und verliebt sich bei einer Tanzveranstaltung in den Holländer Joop. Die Eltern sind gegen eine Verbindung und schicken Lene nach Ratingen, wo sie als Hausmädchen arbeiten und sich Joop aus dem Kopf schlagen soll. Durch widrige Umstände muss Lene einen anderen Mann heiraten. Bei der Geburt ihres ersten Kindes kommt es zu Komplikationen und schon bald wird Leo als "Reichsausschusskind" abgestempelt, Lene weggenommen und ins Heim gesteckt. Dort sieht sie ihre Kusine Nora wieder, die als Krankenschwester arbeitet. Nora versucht ihr und Leo zu helfen, der vom zuständigen Arzt bereits ins Euthanasieprogramm übernommen wurde. 1942. Lotte ist überzeugte Nationalsozialistin und trifft in Danzig auf Nora, die mittlerweile in einem Lazarett arbeitet. Obwohl Lotte Hitler verehrt, freunden sich die beiden Frauen an und schon bald führt sie das Schicksal gemeinsam in die Hölle...
Die Geschichte wird im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Mechtild Borrmann hat sich an wahren Lebensgeschichten orientiert und darauf ihren fiktiven Roman aufgebaut. Dabei greift sie wichtige Themen auf und beschreibt Frauenschicksale, die während des Krieges leider viel zu oft passiert sind. Borrmann gelingt es Zeitgeschichte mit menschlichen Tragödien zu verbinden. Man leidet mit Lene, Nora und Lotte mit, die nie aufgeben und sich mutig gegen verschiedene Repressalien wehren. Mechtild Borrmann erzählt fesselnd und in schnörkelloser Sprache über das Schicksal der drei Frauen und hält ebenfalls eine kleine Überraschung für den Leser bereit. Die Charaktere sind facettenreich und lebendig gezeichnet. Die eher kurzen Kapitel sind mit dem Namen der handelnden Person, Ort und Jahreszahl gekennzeichnet. Ich bin innerhalb von zwei Tagen durch die Geschichte geflogen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.
Fazit: Mechtild Borrmann erzählt die Geschichte dreier Frauen, deren persönliche Schicksale durch Krieg und dessen Folgen beeinflusst werden. Berührend und fesselnd geschrieben - ein weiterer großartiger Roman der Autorin. Leseempfehlung!
Lene, Nora und Lotte – drei Frauen, drei Schicksale. Mechtild Borrmann erzählt von ihnen, sie spannt den Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis hin zum Mauerfall.
Im Herbst 1991 bekommt eine von ihnen einen Brief der LVA Mecklenburg-Vorpommern mit der Bitte, Nachweise zu ihrer Tätigkeit vor 1953 und auch danach nachzureichen. Fast dreißig Jahre wohnt sie nun schon hier, sie hat als Krankenschwester gearbeitet, ihr Gustav ist schon einige Jahre tot und nun droht die Vergangenheit sie einzuholen. „Kühlungsborn, Oktober 1991. Ich bin 1953 in Frankfurt an der Oder angekommen, aber mein Entlassungsschein…“ So beginnt sie, ihre Erinnerungen niederzuschreiben.
Im September 1931 begegne ich der 17jährigen Lene, die an einem Tanzabend den jungen Holländer Joop kennenlernt. Ich lese von ihrem Schicksal und von dem ihrer Familie und auch von dem ihres Sohnes Leo, der bei der Schuleinschreibung eine niederschmetternde Diagnose erhält. Er wird in eine Heil- und Pflegeanstalt eingewiesen. Nora, die her als Krankenschwester arbeitet, hat ein Auge auf Leo und doch kann sie ihn nicht vor der Unbill der Nationalsozialisten beschützen. Leos Schicksal ist so eindringlich beschrieben, bei Lesen hatte ich Herzklopfen, konnte gar nicht glauben, mit welch Chuzpe mit diesen Kindern umgegangen wurde. Alle haben sie mitgemacht, sich freiwillig oder gezwungenermaßen dem Unrechtsregime untergeordnet.
Lotte dann lernt Nora kennen, als es für diese als Krankenschwester Richtung Osten geht. Das Schicksal verbindet sie, sie geben sich gegenseitig Halt, auch und gerade in schwersten Zeiten.
Von Mechtild Borrmann habe ich schon einige Bücher gelesen, keines davon möchte ich missen. Ihr neuestes Buch LEBENSBANDE basiert auf wahren Begebenheiten, sie erzählt auf zwei Zeitebenen von der Zeit des Nationalsozialismus, beginnend 1931 bis hin zum Zweiten Weltkrieg und darüber hinaus. Jede ihrer Figuren hat trotz der Tragik dieser Zeit auch ihre Glücksmomente und doch ist es eine tieftraurige, eine entsetzliche Geschichte, die ich hier lese. Wir wissen um die NS-Zeit, um die Aussortierung unwerten Lebens, um die Medikamententests. Frauen wurden in sowjetische Arbeitslager verschleppt, auch davon lese ich - viele überlebten die tägliche Schwerstarbeit bei Wasser und Brot nicht.
Dieser gut recherchierte, lesenswerte, intensiv erzählte historische Roman blickt auf eine sehr dunkle Zeit, dessen Schrecken wir nie vergessen dürfen, LEBENSBANDE erzählt davon.
Drei Frauen und ihre unterschiedlichen Lebenswege. Lene lebt am Niederrhein auf einem Bauernhof. Gläubige strenge Eltern bremsen ihre Lebenslust. Nora, ihre Cousine arbeitet als Kinderkrankenschwester in Bonn. Lieselotte trifft später dazu. Alle Frauen beginnen in den dreißiger Jahren ihr Erwachsenensein. Lene heiratet durch ein Missverständnis und bekommt einen behinderten Sohn. Nora arbeitet in einer Pflegeanstalt und wundert sich wohin ihre Patienten verschwinden. Als sie Lenes Sohn rettet, gerät auch ihr Leben in Gefahr. In Danzig im Lazarett trifft sie auf Lieselotte sie werden Freundinnen und sind durch das Kriegsende Schicksalsgenossinnen. Drei Leben in der Zeit vom Beginn der 30er Jahre bis zum Mauerfall. Die Autorin schlägt Brücken über Jahrzehnte. Sie erzählt die Geschichte der Frauen aus verschiendenen Sichtweisen auf eine besondere Weise. Nora schreibt ihre Geschichte auf. Ihre ist auch die von Lieselotte die wenig mit Lenes gemein hat. Lene erzählt ihr Leben in der Gegenwart, von ihr erfahren wir vor allem die Zeit von 1932 bis Kriegsende und die Nachkriegszeit, während wir bei Nora auch die ersten Erfahrungen nach dem Mauerfall miterleben. Das Buch enthält wenig Einzelheiten wie in anderen Büchern über diese Zeiten. Es sind eher herausragende Episoden die von den Frauen erzählt werden. Den Rest, im Grunde der Alltag müssen wir uns dazu denken. Genau das finde ich herausragend. Aus eigener Erfahrung ist bekannt das Leben hat besondere Ereignisse und dazwischen ist viel Gleichförmiges, vieles das sich wiederholt, oder nur Kleinigkeiten die im Rückblick nicht mehr als so wichtig erscheinen. Genau das macht dieses Buch so herausragend. Es sind Tatsachen mit denen sich die drei abfinden, sie jammern nicht über vergossene Milch, das Leben muss weitergehen. Es gibt dutzende Beschreibungen für diesen Fatalismus. Man kann es auch anders beschreiben. Ich darf nicht aufgeben, ich muss für meine Kinder da sein, wer soll denn sonst sich kümmern, Pflichtgefühl ist auch ein herausragendes Element im menschlichen Dasein. Weitermachen gegen alle Verzweiflung, denn es gibt immer einen Funken Hoffnung. Ein Buch dieser Autorin ist immer anders, genau das braucht man ab und zu zum Lesen.
Zeitgeschichte, die das Herz berührt Manche Bücher erzählen nicht nur eine Geschichte, sie lassen etwas in einem nachklingen. Dieses hier gehört für mich ganz klar dazu. Ich war schnell mitten im Geschehen und konnte kaum aufhören zu lesen, weil mich die Schicksale von Lene, Nora und Lotte nicht losgelassen haben. Drei Frauen, die in einer Zeit leben, in der vieles zerbricht, und die trotzdem weitermachen. Lene kämpft um ihren kleinen Sohn Leo, der wegen seiner Behinderung in Gefahr ist. Ihre Cousine Nora steht ihr bei, obwohl sie weiß, was das für sie selbst bedeuten kann. In Danzig trifft Nora auf die junge Lotte, die ebenfalls ihren Weg sucht. Zwischen diesen drei Frauen entsteht etwas, das stärker ist als Angst oder Verlust. Mehrmals habe ich beim Lesen innegehalten, einfach weil mich die Geschichte so berührt hat. Sie zeigt, wie viel Mut in kleinen Gesten liegen kann und dass Freundschaft selbst in der dunkelsten Zeit Bestand hat. Besonders die Abschnitte über die Gefangenschaft haben mich tief getroffen. Es ist kaum vorstellbar, was Menschen damals durchmachen mussten, und doch gelingt es Mechtild Borrmann, Hoffnung spürbar zu machen, leise und eindringlich zugleich. Ihre Sprache ist einfach und klar, und gerade das macht sie so wirkungsvoll. Man fühlt mit den Figuren, spürt ihre Zweifel und ihren Mut. Alles wirkt echt und ehrlich. Die wechselnden Zeitebenen zwischen Krieg, Nachkriegszeit und den Jahren nach dem Mauerfall fügen sich zu einem stimmigen Ganzen. Besonders schön fand ich, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen, ohne dass es konstruiert wirkt. Als ich das Buch beendet hatte, blieb ich erst einmal still sitzen. Diese Geschichte hat mich bewegt und nachdenklich gemacht. Sie erinnert daran, dass Menschlichkeit selbst dort überdauern kann, wo man sie kaum vermutet. Ein eindrucksvoller, tiefgehender Roman, für mich ein echtes Herzensbuch. 5 Sterne.
Mechtild Borrmann bleibt auch in „Lebensbande“ ihrem Stil und der zeitlichen Einordnung treu. Rund um den Zweiten Weltkrieg bis zu Beginn der neunziger Jahre lässt sie ihre Leserinnen an Leben, Lieben und Leiden dreier Frauen - Lene, Lieselotte und Nora - teilhaben. Verbindendes Element sind hier die Tagebuch-Aufzeichnungen der ehemaligen Krankenschwester Nora. Und ja, da Borrmann das Buch für die weibliche Leserschaft geschrieben hat (man schaue sich nur das misslungene Cover an), darf natürlich auch eine zarte Lovestory nicht fehlen.
Im Zentrum stehen jedoch Lene und deren Sohn Leo, der nach Komplikationen bei der Geburt gehandicapt ist, bei Schuleintritt auf den Radar des NS-Regimes gerät und mit dem Stempel „unwertes Leben“ und „Reichsausschusskind“ versehen wird. Und wie mit diesen Kindern verfahren wurde, sollte uns allen bekannt sein. Zusätzlich zur Euthanasie packt die Autorin aber auch noch Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft, Einmarsch der Russen, Vergewaltigung, Verschleppung gen Osten in einen Gulag etc. in ihre Geschichte ein.
Allerdings werden die meisten dieser Themen nur en passant und mit abgeschliffenen Kanten angerissen. Das große Mank dieses Romans. Alles sehr oberflächlich, weichgespült und leicht lesbar. Aber wahrscheinlich war das die Intention der Autorin, um Schockeffekte für die Leserschaft zu vermeiden. Was allerdings auffallend ist, im persönlichen Umfeld der Protagonistinnen gab es keine Sympathisanten, keine Mitläufer, keine Funktionsträger, keinerlei Anhänger der NS-Ideologie. Sehr verwunderlich.
Eigentlich reicht es schon, wenn man nur den Klappentext liest, denn der Roman hat kaum mehr als diese Zusammenfassung zu bieten, ist nicht mehr als Historie light, und konnte meine Erwartungen noch nicht einmal in Ansätzen erfüllen. Sehr enttäuschend.
„Lebensbande“ ist ein zeitgeschichtlicher Roman der in Bielefeld lebenden Autorin Mechtild Borrmann, der auf wahren Begebenheiten beruht.
Die Handlung beginnt im Herbst 1991 in Kühlungsborn. Durch einen Brief der LVA Mecklenburg-Vorpommern wird Nora unvorbereitet in ihre Vergangenheit zurückgeworfen. Im Zweiten Weltkrieg lernen sich die drei Protagonistinnen Nora, Lotte und Lene kennen. Sie werden zu Freundinnen. Lene hat drei Kinder und ihr ältester Sohn Leo gilt als Reichsausschusskind. Nora arbeitet im Krankenhaus und rettet Leo, was bedeutet, dass sie ab diesem Moment auf der Flucht ist. In Danzig lernt sie Lotte kennen, mit der sie nach Russland verschleppt wird.
In 34 kurzen Kapitel wechseln die Ereignisse zwischen verschiedenen Zeitebenen und Orten. Die Handlung finde in Kühlungsborn, am Niederrhein, in Ratingen und in Holland statt. Durch diese Wechsel liest sich der Roman abwechslungsreich und spannend. Mechtild Borrmann hat einen intensiven und mitreißenden Schreibstil, der sich leicht lesen lässt und fesselt, so dass es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen.
Das Schicksal der Freundinnen ist bewegend und erschütternd und es wird wieder einmal deutlich wie viel Leid die NS-Zeit für die Menschen gebracht hat.
In ihrem Nachwort erläutert die Autorin, dass ihr Roman auf wahren Begebenheiten, Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten von Zeitzeug*innen beruht. Es erschüttert mich jedes Mal auf`s Neue, wenn ich von einzelnen Schicksalen aus dieser Zeit lese lese. Mit dieser tragischen und spannenden Geschichte hat Mechtild Borrmann wieder ein Stück der dunklen Vergangenheit aus dem Zweiten Weltkrieg aufgedeckt und diese feinfühlig und spannend erzählt.
Überzeugende, authentisch wirkende Akteure im Deutschland ab 1931 Auf zwei Erzählebenen erfährt man viel über das Schicksal von Magdalene, kurz Lene de Jong, geb. Gertens und Nora Neuer geb. Losen, inspiriert von wahren Ereignissen und historischen Fakten ab 1931. Während sich Nora als Rentnerin ab 1991 in Kühlenborn an der Ostsee rückbesinnt auf ihr mit Schuldgefühlen und Lügen beladenes Leben als gelernte Krankenschwester, starten Lenas Beiträge mit ihrem 17. Lebensjahr zusammen mit dem ebenso verliebten Holländer Joop de Jong in der Nähe von Kranenburg am Niederrhein. Sie sind Cousinen, die sich vereint um Lenes behinderten Sohn Leo als Reichsausschusskind lt. Sprachgebrauch der NSDAP bemühen. Hier wiederholen sich leider teilweise Passagen aus der jeweiligen Sicht beider Frauen im Ablauf von Leos Rettung vor der sicheren Vernichtung als unwertes Leben. An Nora ab Danzig gekoppelt findet sich das Schicksal von Lieselotte Plass, kurz Lotte. Viele zeitgeschichtliche Spannungsmomente wie z.B. Kriegsgefangenschaft in Russland oder auch heimliche Grenzgänge rund um den 2. Weltkrieg spielen hier eine gewichtige, auch tragische Rolle. Die Feldpost und der Suchdienst des Roten Kreuzes lassen Hoffnungen wie Erschütterungen lebendig werden. Die Beschreibung des mitmenschlichen, oft lebensgefährlichen Einsatzes der hier Beteiligten überzeugt durch einfühlsamen Schreibstil. In treffender Wortwahl wird deutsche Zeitgeschichte um den 2. Weltkrieg an dem Schicksal dreier Frauen mit belastenden Nachwirkungen bis ins Jahr 1993 dokumentiert.
Vielen Dank an den @argonverlag und @netgalleyde für die zur Verfügungsstellung des Hörbuchs Inhalt Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als »Reichsausschusskind«. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert ... Meinung Mechthild Borrmann erzählt eindringlich die Geschichte zweier Frauen während den Kriegsjahren. Ich habe sehr mit Lotte und Nora mitgelitten. Ihre Courage war unendlich, beide Frauen haben für das gekämpft was sie lieben. Die Geschichte um den kleinen Lea, tat mir schon fast körperlich weh und hat mich zu tränen gerührt. Eins hab ich gelernt. Was zusammengehört findet sich, auch wenn das Leben Umwege macht. Die vertonung fand ich grandios Große Lese/Hör Empfehlung
1993, die DDR ist Geschichte, eine ehemalige Krankenschwester bekommt Post aus dem Westen, die Renten sollen zusammengeführt werden. Aber jene Frau hat ein großes Geheimnis über eine Krankenschwester, deren Cousine und einen Jungen, Leo, der während des zweiten Weltkriegs schwere Karten hatte.
Meine Meinung:
Es ist nicht mein erstes Mechthild Borrmann Buch, ich habe Feldpost schon so gerne gelesen. Daher war ich auch auf Lebensbande sehr gespannt.
Es beginnt im Jahr 1993, als jene Frau Post von Westdeutschland bekommt und ihr ganzes Leben nochmal Review passieren lässt. Aber es wird auch von Lene erzählt, Lenes erster Liebe, von ihrem Sohn Leo, der rin Handicap hat. Immer wieder gibt es Rückblicke in die Zeit vor, während und nach des zweiten Weltkriegs. Nach und nach kommt man dem Geheimnis auf die Spur. Großartig und unglaublich berührend wird die Geschichte der Krankenschwester Nora und ihrer Cousine erzählt. Es hat mich sehr berührt, die Geschichte ging ordentlich unter die Haut und es kamen Dinge ans Licht, von denen man wohl irgendwann mal gehört hat. Der Autorin hat ein wunderbaren Schreibstil, sie bringt Tatsachen ans Licht, die gut recherchiert sind. Es wird immer wieder in der Gegenwart in dem Fall 1993, und der Vergangenheit gewechselt und so bekommt man nach und nach dem Geheimnis auf die Spur. Tolle Zeitgeschichte, einfach großartig erzählt und absolut empfehlenswert.
Mechtild Borrmann erzählt in "Lebensbande" die Lebensgeschichten von Lene, Nora und Lieselotte, deren Wege sich zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer kreuzen. In einer Zeit von Angst und Gewalt entstehen Freundschaften, die Halt geben. Besonders die Geschichte um den kleinen Leo, der wegen eines Handicaps als „Reichsausschusskind“ gilt, zeigt früh, wie grausam die Realität jener Zeit war. Die Erzählung führt vom Niederrhein über Danzig bis in ein sowjetisches Gulag und macht sichtbar, wie tief die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Durch die verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven bleibt die Geschichte durchweg spannend und gleichzeitig sehr kurzweilig. Die historische Einbettung ist dabei gelungen: Fakten zur Zeitgeschichte fügen sich passend in die Handlung ein und lassen die Ereignisse umso greifbarer wirken. Man bekommt ein eindringliches Gefühl dafür, wie das Leben in Kriegs- und Nachkriegszeiten ausgesehen haben muss.
Gleichzeitig ist der Roman traurig und aufwühlend, regt aber auch zum Nachdenken an. Die Figuren sind so gezeichnet, dass man schnell Nähe zu ihnen aufbaut und mit ihnen hofft und bangt. In meinem Fall habe ich das Buch als Hörbuch gehört und die Sprecherinnen haben die Atmosphäre und Emotionalität der Geschichte sehr eindrucksvoll transportiert.
Alles in allem ist "Lebensbande" ist ein sehr starkes und bewegendes Buch, das lange nachhallt.
Inhalt und meine Meinung: Zum Inhalt brauche ich nicht viel sagen, der Klappentext gibt einen guten Eindruck. Ein Buch das mich tief bewegt hat, ich konnte es nicht aus der Hand legen und musste die ganze Nacht durchlesen. Es ist zu tiefst erschütternd was in Kriegen passiert und was auf beiden Seiten den Menschen angetan wird. Hier wird vor allem das Schicksal der Kinder im Nazi-Deutschland zum Thema und dann das Schicksal der nach Russland verschleppten Frauen. Mit einer unglaublichen Intensität erzählt die Autorin vom Schicksals der Menschen, die Emotionen werden greifbar und beim Lesen bin ich tief erschüttert, alles ist so realistisch erzählt dass es mir tief unter die Haut geht und mich mitten ins Herz trifft.
Autorin: Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Die Autorin ist mit zahlreichen renommierten Preisen, ausgezeichnet worden. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.
Mein Fazit: Ein Buch bei dem man ständig weinen möchte. Aber es ist auch die tiefe Liebe und bedingungslose Freundschaft zu spüren, zu der Menschen fähig sind und die sie manches Grauen überstehen lassen.
Von mir volle 5 Sterne und eine klare Lese- und Kaufempfehlung.
Mechthild Borrmann hat mal wieder einen wunderbarer Roman geschrieben, der auf die gute Art anders ist, sich abhebt von anderen Büchern. Ich empfehle allerdings, den Klappentext direkt vor der Lektüre nicht (noch einmal) zu lesen, denn dann erhält man meines Erachtens einen falschen Eindruck. Einfach auf das Buch einlassen und die Fragen werden alle beantwortet. Kühlungsborn kurz nach der Wende, dann 1993, eine Frau berichtet von ihrem Leben in einem kleinen, heruntergekommenen Haus. Ihr Mann Gustav ist verstorben, aber sie hat einen Hund an ihrer Seite und mit Trude eine gute Freundin. Dann kommt ein Brief und sie wird in die Vergangenheit katapultiert und schreibt diese auf. Wir erfahren von ihrem Leben, beginnend in der NS-Zeit. Eine zweite Perspektive spielt nur in der Vergangenheit und berichtet von Lene, die auf einem Bauernhof aufwächst, sich verliebt, diese Liebe aber nicht möglich ist. Lange fragt man sich, wo denn die Verbindung besteht, aber sie kommt noch. Das Leben wird eher episodenhaft erzählt, aber in einer solchen Eindringlichkeit. Obwohl das Buch nicht lang ist, ist die Geschichte dennoch sehr lang - und hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ein unglaublicher Schreibstil und ein Gefühl für gute Geschichten - ich lese immer wieder gerne Bücher von Mechthild Borrmann.
Ich lese sehr gerne historische Romane und mag es besonders, wenn diese auf wahren Begebenheiten beruhen. Mechtild Borrmann berichtet hier über drei Frauen, deren Leben über 60 Jahre miteinander verbunden sind und die unmenschliche Situationen erlebt haben. Die Handlung wird im Wechsel zwischen der Zeit um die 1930er Jahre und die der 1990er Jahre berichtet. Räumlich befinden wir uns in hauptsächlich in Kühlungsborn, am Niederrhein und in Ratingen. Damit fand ein großer Teil der Ereignisse direkt in meiner Heimat statt und vor diesem Hintergrund, habe ich das Buch nochmals mit anderen Augen gelesen.
Lene, Nora und Lieselotte, genannt Lotte, lernen sich bereits vor dem Zweiten Weltkrieg kennen. Was die drei Frauen miteinander erleben und wie sie sich gegenseitig helfen und füreinander einstehen, zeigt eine Freundschaft, der eine tiefe menschliche Verbundenheit zugrunde liegt.
Die Ereignisse beruhen auf wahren Begebenheiten. Die Autorin erläutert in ihrem Nachwort, dass ihr Roman aus Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen beruht, die sie mit fiktionalen Ereignissen verwoben hat. Die Ereignisse sind voller Spannung und Schrecken und mich hat das Leben der Protagonistinnen emotional zutiefst berührt.
Der Roman "Lebensbande" erzählt die Geschichte von Lene, Nora und Lotte zur Zeit des zweiten Weltkriegs bis in die 90er Jahre nach dem Mauerfall.
Mechthild Borrmann hat mit diesem Buch wieder einmal gezeigt, was für eine großartige Autorin sie ist. Der Schreibstil ist so dermaßen einnehmend, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. Die Ereignisse und Charaktere sind absolut authentisch gezeichnet und man fühlt sich den Figuren sehr verbunden und fühlt von Anfang bis Ende mit ihnen mit. Auch die Zeitsprünge hat die Autorin so geschickt miteinander verwoben, dass beide Ebenen durchgehend interessant und spannend geblieben sind und am Ende ein stimmiges Ganzes ergeben.
Mechthild Borrmann braucht keine großen Worte, sie nutzt eine ruhige, klare Sprache und transportiert damit einfach so unglaublich viel. Ihre Bücher sind ein Garant für großartige Lesestunden und so ist es auch bei diesem hier. Tiefgründig, vielschichtig, emotional und einnehmend. Eine Geschichte, die einen nicht loslässt und nach der letzten Seite weiter nachklingt. Ein wirklich toller Roman, den ich jedem, der sich für dieses Genre und diese Zeit interessiert, nur wärmstens empfehlen kann.
Wenn Schicksal verbindet Mechtild Borrmann nimmt uns mit in das Leben von Nora, Lieselotte und Lene. Drei Frauen, deren Schicksalwege sich in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall kreuzen. In Rückblicken wird die Geschichte von Lene erzählt, die aus einer unglücklichen Ehe ein behindertes Kind hat, ein im damaligen Naziton - Reichsausschusskind -. Nora, Krankenschwester, hilft Lene, das Leben ihres Sohnes zu retten. Und schließlich Lieselotte, die mit Nora zusammen in ein russisches Arbeitslager verschleppt wird. In der Gegenwart sorgt ein Brief der Rentenkasse dafür, dass getroffene Entscheidungen und Ereignisse aus der Vergangenheit plötzlich wieder lebendig werden. Mechtild Borrmann hat ein Händchen dafür, historische Ereignisse und persönliche Schicksale miteinander zu verknüpfen. Sie schreibt sehr fesselnd, ohne dabei kitschig zu werden und lässt den Leser mit den Frauen und ihren Schicksalen mitfühlen. Die Namen und Orte sind fiktiv, doch beruht die Geschichte auf Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten dieses dunklen Kapitel der Geschichte. Das Buch macht deutlich, was Freundschaft und Mut zu leisten vermögen. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen
Lebensbande von Mechthild Borrmann gehört dank Netgalley Dieses Hörbuch, das verschiedene Lebensgeschichten ineinander webt, macht es zunächst schwer die Personen zuzuordnen. Da ist Nora, allein in ihrem kleinen Haus am Meer, die hörbar Angst vor einer Enthüllung in der Jetzt-Zeit hat und sich zurückerinnert. Und Lene 17 Jahre und verliebt in einen Mann, von dem ihre Eltern sie fernhalten möchten. Die Geschichte, sowohl das was Nora aus der Vergangenheit schreibt, als auch die Vergangenheit in der Lene lebt beginnen im 3. Reich mit allen nur möglichen Wechselfällen und insgesamt 3 Frauen, deren Leben sich begegnen. Vieles und auch Identitäten enthüllt sich erst nach und nach und hält die Geschichte spannend. Das Buch erzählte aus sehr persönlichen Perspektiven und zeigt sehr deutlich die Gefahren und Ängste, die zu diesen Zeiten das Leben durchzogen. Die Geschichten wirken überzeugend, die Personen und Situationen lebensecht und die Erzählweise mit den nach und nach sich aufbauenden Vernetzungen und Verbindungen der Personen gefällt mir gut. #Lebensbande #MechthildBorrmann #NetGalleyDE! #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension #Audiobook
Dass mich das Buch Lebensbande von Mechthild Borrmann derart fesselt, hätte ich nicht erwartet. Ich fand, dass das Cover altbacken und langweilig aussieht, und hatte meine Erwartungen dementsprechend angepasst. Doch das Buch fesselt einen von Anfang an und es bleibt so bis zum Ende. Der Schreibstil von Frau Borrmann ist klar, doch nicht hart. Die Beschreibungen der Umgebung, der täglichen Abläufe und der Natur sind ausbalanciert. Man wird beim Lesen ganz ruhig und sieht der Geschichte voller Spannung entgegen. Durch die Erzählung auf zwei Zeitebenen und durch zwei unterschiedliche Personen erhält die Geschichte einen tollen Schliff. Es wird überhaupt nicht langweilig, gleichzeitig ist alles gut nachvollziehbar und erst zum Ende hin erfährt man den Namen der einen Erzählerin. Im Wesentlichen geht es um zwei Cousinen, die sich in der Zeit und während des zweiten Weltkrieges unterstützen. Doch es ist an sich kein Kriegsbuch und auch durch die vielen Textabschnitte, die in den 90er Jahren spielen, wird das Thema aufgelockert. Ein sehr emotionales, ruhig erzähltes Buch. Einfach wunderbar.
Die Frauenfiguren in diesem Buch wachsen einem sofort ans Herz. Wir begleiten sie ein Stück in ihren Leben, die durch politische Systeme, nationale Grenzen und grauenvolle Zustände vor und nach dem Krieg geprägt werden. Und doch sind da die tiefen zwischenmenschlichen Verbindungen. Liebesbeziehungen, familiäre Verstrickungen, besondere Freundschaften, Schicksalsgemeinschaften. Das Buch-Cover hat mich zunächst nicht sonderlich angesprochen. Doch der Verlauf der Handlung zeigt, wie passend es gewählt ist. Besonders gut gefallen hat mir die schnörkellose Sprache. Alles wird so beschrieben, dass ich mir Situationen und Personen genau vorstellen kann. Doch die Ereignisse und Handlungen sprechen dabei für sich. Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen, sodass ich jede freie Minute weitergelesen habe. In dem Wissen, dass die Autorin in diesem Roman wahre Begebenheiten verarbeitet hat, bleibt man nach der letzten Seite tief berührt zurück.
Zum Inhalt: Aus Fremden werden Freunde, die auch Risiken auf sich nehmen um den andern zu helfen. So setzt zum Beispiel Krankenschwester Nora alles daran, den Sohn von Lene zu retten, der wegen eines Handicaps als "Reichsausschusskind" gilt. Als Nora und Lieselotte nach Russland verschleppt werden und zunächst nur Lieselotte frei kommt, setzt sie alles daran auch Nora die Heimkehr zu ermöglichen Meine Meinung: Zum Teil spielt das Buch ja am Niederrhein, eine Gegend die ich gut kenne, das hat mich natürlich mit bewogen, dieses Buch lesen beziehungsweise hören zu wollen und das war ein gute Entscheidung. Es ist eine Geschichte, die ich förmlich verschlungen habe, denn das was die Frau samt ihrer Familien in den Kriegsjahren bis hin zum Mauerfall erlebten, war äußerst interessant geschrieben und wenn man sich dann noch vorstellt, dass es von echten Geschichten inspiriert ist, um so besser. Ich hatte die Hörbuchversion und fand das Buch gut gelesen. Fazit: Sehr interessant
Die drei Frauen Nora, Lene und Lotte stehen im Zentrum des bewegenden Romans. Nora riskiert alles, um Lenes Sohn Leo zu retten, der wegen eines vermeintlichen „Schwachsinns“ in die Hände des NS-Regimes geraten ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Im Vergangenheitsstrang (1931–1953) geht es um Lene, Nora, Lotte und die Zeit des Nationalsozialismus sowie des Krieges. In der Gegenwartsebene (1991–1993) stellt sich eine ältere Frau ihrer Vergangenheit und beginnt, ihre Erinnerungen niederzuschreiben. Historische Fakten und Ereignisse wie die Vernichtung sogenannter „lebensunwerter“ Kinder, Massenvergewaltigungen und die sowjetischen Gulags als Reparationslager für Deutsche nach 1945 sind gut recherchiert und wirken sehr authentisch. Mechtild Borrmann schreibt sehr lebendig und atmosphärisch, man fühlt sofort mit den Figuren mit. Ich habe das Hörbuch nahezu in einem Stück durchgehört und kann es wärmstens empfehlen.
Drei Frauen und drei Schicksale die sich während dem zweiten Weltkrieg kreuzen. Spannend, tragisch, hoffnungsvoll und rührend.
Meine Meinung
Dies ist nicht mein erstes Buch dieser Autorin und sicher nicht mein letztes. Ich mag ihren Schreibstil. Er liest sich leicht und flüssig und die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben.
Das Buch ist von Beginn an spannend und interessant. Ich habe mich auch dabei ertappt, dass ich vorgeblättert habe um zu sehen, ob diese Person noch mal erscheint und in welchem Zusammenhang. Es ist ein äußerst lesenswertes Buch über eine spannende und düstere Epoche. Sehr zu empfehlen und erhält von mir die volle Punktzahl.
5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung für alle Leser.
Jedes Buch ein Highlight! Danke netgalley für das Rezensionsexemplar! Mein drittes Buch der Autorin, wieder ein Highlight! Die Geschichte von Nora, Lene und Lotte ist heftig, dramatisch, tragisch, spannend und gut erzählt! Der Stil wirkt teilweise vielleicht etwas emotional distanziert, aber das ist für mich nötig bei solchen Geschichten, sonst sind sie kaum auszuhalten… und doch immer hoffnungsvoll!
Die Geschichten haben immer einen Hauch von historischen Krimi, auch diese hier. Auch wenn alles in kurzer Zeit erzählt war, hätte das Buch für mich ruhig noch 100 Seiten mehr haben können. Klare Empfehlung, eine Auto-buy-Autorin für mich!
Die Geschichte hat mich gefesselt und ich habe das Buch in 3 Tagen verschlungen. Es ist sehr gut geschrieben und als Leserin hat man das Gefühl direkt dabei zu sein.
Was mir nicht gefällt, ist das Buchcover, das sehr danach aussieht, etwas beholfen mit KI erstellt worden zu sein.