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Meine Mutter: Roman

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Als Bettina Flitner für eine Lesung aus ihrem Buch »Meine Schwester« nach Celle zurückkehrt – dorthin, wo vor 40 Jahren ihre Mutter beerdigt wurde –, springen sie mit unerwarteter Heftigkeit Fragen an, die sie lange von sich fern gehalten Fragen nach dem großen Unglück im Leben ihrer Mutter und nach einer Familienkatastrophe in einer fernen Zeit und in einem fernen Land. 

Und so begibt sich Bettina Flitner auf eine Reise voller Überraschungen und Entdeckungen in den Luftkurort Wölfelsgrund im ehemaligen Niederschlesien, dem heutigen Międzygórze, wo ihre Vorfahren bis zur dramatischen Flucht 1946 ein Sanatorium besessen und geleitet haben. Aus den Erlebnissen ihrer Reise ins heutige Polen, den Tagebüchern und Dokumenten ihrer Familienmitglieder und ihren eigenen Erinnerungen an das Leben ihrer Mutter erschafft Bettina Flitner nicht weniger als ein literarisches Meisterwerk, einen hochspannenden Familienroman, der zugleich eine nachgetragene Versöhnung mit der eigenen Mutter ist und die erlösende Kraft des Erinnerns und des genauen Erzählens demonstriert.

311 pages, Kindle Edition

Published September 4, 2025

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Bettina Flitner

8 books2 followers

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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Manuel.
65 reviews10 followers
August 29, 2025
Suizid spielt in Flitners Familie eine Rolle und genau das verwebt sie in diesem Roman, indem die Lebensgeschichte der Mutter von Anfang bis Ende beschrieben wird. Durch die gesamte Familienhistorie wiederholt sich dieses Schicksal, und genau so baut auch die Autorin kleine Wiederholungen ein, die sprachlich gekonnt wirken.

Das Aufwachsen ihrer Mutter im Sudetenland nimmt mit Kapitel 2 den größten Platz im Roman ein. Man wird relativ schnell aber umfassend in die Abstammungsgeschichte und Schauplatz des Geschehens.
Die Protagonistin des Romans entstammt einer Ärztefamilie im Dorf Wölfelsgrund. Hier erlebt die Mutter nicht nur die Nachwehen des ersten Weltkriegs und der Auswirkungen dessen auf ihre eigenen Vorfahren, sondern auch den zweiten Weltkrieg, in dem sie ihren Bruder verlor und danach mit ihrer Familie nach Deutschland vertrieben wurde.

Im dritten Kapitel geht es um Flitners eigene Kindheit mit ihrer Mutter und der Beziehung zu ihrem Vater. Ebenfalls mit sich wiederholender Sprache erfährt man hier, wie es zum eingangs erwähnten Suizid kommt und welche Erinnerungen und Erlebnisse es zwischen Mutter und Tochter dies überlebt haben. Hier gerät das Aufwachsen der Mutter im Sudetenland beinahe in den Hintergrund, was sich im Leben der Mutter, neben ihrem erfolgreichen Mann, vielleicht tatsächlich so angefühlt hat.

Sprachgewaltig endet das Buch mit einer Anekdote im hier und jetzt!
260 reviews2 followers
September 22, 2025
Fast genau zwei Jahre nach ihrem Roman „Meine Schwester“ legt Bettina Flitner mit „Meine Mutter“ ein zweites Buch zu ihrer Familiengeschichte nach. Ich kannte die Autorin vorher nicht, allerdings sprach mich der Klappentext an, Erwartungen oder gar Ansprüche hatte ich an das Buch nicht. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen und dennoch hat es mich nicht hundertprozentig begeistert, denn die Distanz, mit der die Autorin über alles schreibt, hat sich auf mich übertragen.
Aber von vorn.
Bettina Flitner kommt für eine Lesung aus ihrem Buch „Meine Schwester“ zurück nach Celle. Dort hat sie vor 40 Jahren ihre Mutter Gila beerdigt. Erinnerungen prasseln auf die Autorin ein und ihr wird klar, dass sie große Wissenslücken bezüglich ihrer Familie hat. Suizide spielen eine große Rolle in der Familie, soviel weiß sie. Ihre Mutter und ihre Schwester haben im Abstand von 30 Jahren Suizid begangen. Aber sie waren nicht die ersten. Bettina Flitner reist in die Vergangenheit ihrer Familie und sucht ihre Wurzeln im polnischen Międzygórze (ehemals Wölfelsgrund), wo ihr Ururgroßvater Heinrich seinerzeit ein Sanatorium gründete. Bettina Flitner versucht, sich ihrer Mutter anzunähern, trifft auf fiktionaler Ebene ihre Vorfahren und das Mädchen und die „Frau, die einmal meine Mutter werden wird“.
Die Autorin wurde schon früh mit Suiziden konfrontiert. Sie erinnert sich, dass sie bei Familienfesten mit ihren Cousins und Cousinen die Verwandten zählte, die diesen Weg gingen: „Richard und Elfriede. Mit ihnen fingen wir an. Ich hob eine Hand in die Luft und zählte mit den Fingern mit. Richard und Elfriede, Daumen und Zeigefinger. Tante Erika, Onkel Christoph, Mittelfinger, Ringfinger. Tante Gudrun, Onkel Holger, kleiner Finger, Daumen der nächsten Hand. Wie viele waren es? Die Finger von zwei Händen reichten nicht aus.“ Was macht es mit einer Jugendlichen, die am Morgen ihrer Abiturprüfung das Leben ihrer Mutter nach einer Überdosis Schlaftabletten retten muss? Wie lebt man mit steten Gefühlsschwankungen und der Angst, die Mutter irgendwann tot aufzufinden? Und wie arbeitet man diese Erlebnisse auf, wenn die beiden wichtigsten an ihnen Beteiligten nicht mehr da sind? Sie können kein Licht mehr ins Dunkel bringen, keine Erklärungen zum „Warum?“ abgeben. Für mich schildert die Autorin das zu beiläufig und zu distanziert, aber für sie selbst ist das vermutlich genau richtig.
Das Buch ist sprachlich ansprechend und gut zu lesen. Es übte auf mich beim Lesen einen unerklärlichen Sog aus, vermutlich, weil ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, dass ich zu den Charakteren eine (Ver)Bindung aufbauen würde. Das ist aber nicht passiert, vielleicht auch, weil es einfach viel zu viele Namen sind, die auf mich bei der Lektüre einprasselten. Manchmal scheint die Geschichte der Mutter auch etwas zum Nebenthema zu werden, die Gesellschaftskritik und die Rolle der Frauen ist manchmal zu dominant. Die Frauen in Bettina Flitners Familie sollten eine gute Partie machen, die Männer gehen allesamt irgendwann fremd. Opa Api hat zusammen mit seiner Tochter Gudrun nach dem Ende des Krieges bei vergew****en Frauen und Mädchen Abtreibungen vorgenommen. Dabei drückt er in seinem Tagebuch die Verachtung gegenüber den Opfern klar aus: „An den Ver*****gungen sind die Frauen großenteils selbst schuld“. Auch an seiner Tochter Gila lässt er sogar bei ihrer Beerdigung kein gutes Haar: „Sie hat nie etwas getaugt“.
Ich tat mich mit dem Aufbau des Buchs etwas schwer, man musste sich schon sehr konzentrieren, um zu wissen, in welcher Zeit man sich gerade befand. Auch die stetige Erwähnung einer Patientin im Sanatorium als „Ida Grünfeld, verheiratete Benjamin“ machte mich traurig, denn Frau Benjamin war ein eigenständiger Mensch und nicht nur „Frau von“. Da zeigt die Autorin einerseits den Zeitgeist der 1940er Jahre, aber auch etwas, was mir widserstrebt.
Der Roman beruht auf Gesprächen mit Familie und Zeitzeugen, Tagebüchern, Briefen und Dokumenten und natürlich besteht er auch aus einer großen Portion Fiktion. Was tatsächlich passiert ist und was fiktional ist, kann man nicht erkennen, das weiß nur die Autorin selbst, und nicht einmal sie kennt die wirkliche Geschichte komplett. So überraschte sie, dass jemand auf einem Foto die NSDAP-Parteiabzeichen auf der Jacke ihres Opas mit Bleistift übermalt hat. Für mich war das Buch auf jeden Fall zu viel Familie und zu wenig Mutter, daher vergebe ich drei Sterne.
28 reviews
October 28, 2025
Der Blick zurück

Dass Töchter gegenüber ihrer Mutter Vorbehalte hegen, sie auf Distanz halten, ist eine altbekannte Tatsache. Doch in Bezug auf das Verhältnis zwischen Bettina und ihrer Mutter Gila ist die Situation weitaus komplexer.

Während wir Auftreten und Verhalten anlässlich der Beerdigung noch unter jugendliches Protestgebaren verbuchen, dämmert dem Leser, welch tiefgreifende Probleme hier vorliegen, wenn er ein passent erfährt, dass die Mutter freiwillig aus dem Leben geschieden war. Ein kompliziertes Geflecht verwandtschaftlicher Beziehungen wird entfaltet, das sich für den Leser zunächst recht unübersichtlich und verwirrend darstellt.

Unvermittelt schließt sich an diese Szenerie die Schilderung der Kindheit dieser Mutter in ausgesprochen saturierten Verhältnissen in einer durch und durch bürgerlichen Existenz im räumlich und zeitlich so fernen Niederschlesien an. Doch deuten sich bereits hier feine aber prägnante Risse an. Die traumatische Vertreibung nach Kriegsende und Zusammenbruch des Naziregimes erklärt die seelisch instabile Konstitution der jungen Gila, deren Gaben und Lebenswendungen sie doch trotz allem für ein sorgenfreies und glückliches Leben zu prädestinieren scheinen.

Geschickt verknüpft die Autorin Bettina Flitner die verschiedenen Zeitebenen, was durch ihre berufliche Tätigkeit in Film und Fernsehen erklärbar ist. Eigenartige Zufälle sind es, die zu plötzlichen Entschlüssen und Unternehmungen führen, die ein spätes Verständnis für die emotionale Disposition der Mutter hervorrufen. Immer wieder klingt an, dass in dieser großen Familie der Selbstmord keine Einzelerscheinung ist. Ob es eine genetische Vorbelastung oder aber die Bürde des geschichtlichen Leides ist, die diese Hypothek begründet, bleibt im Dunkeln.

Im letzten Drittel dieses Textes kommt es zu bedauerlichen Längen, doch insgesamt setzt die Autorin ihrer Mutter und einer historischen Konstellation ein beeindruckendes Denkmal. Ein Familienstammbaum im Anhang hätte dem Leser die Lektüre erheblich erleichtert, doch es dominiert die beeindruckende Leistung, die ferne Vergangenheit mit den Erfahrungen der Gegenwart verknüpft zu haben.
Profile Image for j.and.the.boys .
104 reviews2 followers
August 23, 2025
. Hast du Lust auf eine emotional berührende Familiengeschichte? Gradlinig und direkt und doch einfühlsam? Dann solltest du „Meine Mutter“ unbedingt lesen. Flitners Schreistil und Sprache macht diesen Roman zu einem wirklich interessanten Werk über ihre tragische Familiengeschichte! 4/5 ⭐️

. Worum geht es aber genau…
Bettina Flinter ist auf einer Lesereise in ihrer alten Heimat Celle und wird dadurch inspiriert, auf den Spuren ihrer Vorfahren nach Wölfersgrund im ehemaligen Schlesien, heute Polen zu reisen.

. In „Meine Mutter“ folgen wir Flitner bei ihrer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Dabei begibt sie sich wirklich auf die Reise nach Polen ins ehemalige Sanatorium ihrer Familie und wohnt dort im alten Doktorhaus. Sie erkundet mit Hilfe von Erzählungen ihrer Familie und Tagebüchern das Haus und die Gegend darum. Sie steht in den ehemaligen Zimmern ihrer Familie und umgibt sich mit den Geistern der Vergangenheit des zweiten Weltkrieges. Doch die Familie Flitners leidet nicht nur unter dem Krieg… mehrere Suizide, unter anderem Flitners Mutter und Schwester, durchziehen die Geschichte der Familie und Flitner versucht Gründe dafür zu finden.
Dieses Buch ist eine offenen und ehrliche Aufarbeitung der Familiengeschichte und eine Versöhnung zur Mutter.
Präzise, klar und trotzdem einfühlsam schreibt Flitner über die schweren Themen, die seit je her, wie ein dunkler Schatten über ihrer Familie schweben. Nationalsozialismus, Vertreibung und Depression.
Ich mag die Analytische Art, wie die tragische Geschichte der Familie erzählt wird. Keine Interpretationen oder sonstiges!
Als Leser merkt man wirklich, wie sehr sich Flitner nicht nur mit den Emotionen ihrer Familie, sondern auch mit ihren Eigenen auseinandersetzt hat. Dieses Buch zeigt ebenfalls auf, dass man manchmal die Familiengeschichte hinterfragen sollte, um sich ein klareres Bild von den Ereignissen um sich herum machen zu können. Jede Tat hat meist einen tieferen Grund!
Wirklich ein gelungenes literarisches Werk!
638 reviews
August 31, 2025
Ein leises Eintauchen in eine Familiengeschichte
Bettina Flitners „Meine Mutter“ ist ein stiller, fast zärtlicher Blick auf das Leben ihrer Mutter und ihrer eigenen Herkunft. Es ist kein lautes Aufbegehren, sondern ein leises Eintauchen in Erinnerungen, Tagebücher und Briefe, die über Jahrzehnte hinweg gesammelt wurden. Die Autorin begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie, nach Wölfelsgrund im heutigen Polen, wo ihre Vorfahren ein Sanatorium betrieben. Dieser Ort, der für sie immer nur ein Name war, wird durch ihre Erzählung lebendig.
Flitner gelingt es, die Geschichte ihrer Mutter und ihrer Familie mit einer Mischung aus Respekt und Neugier zu erzählen. Sie fragt nicht nur nach den Ereignissen, sondern auch nach den Gefühlen, die dahinterstehen. Warum gab es so viele Selbstmorde in ihrer Familie? Was hat das Leben ihrer Mutter geprägt? Diese Fragen zieht sie behutsam auf und lässt dabei Raum für eigene Gedanken und Interpretationen.
Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist geschickt eingeflochten. Manchmal fühlt es sich an, als würde man selbst durch die vergilbten Seiten der Tagebücher blättern oder durch die Straßen von Międzygórze spazieren. Die Autorin schafft es, eine Atmosphäre der Erinnerung und des Verstehens zu erzeugen, ohne je in Sentimentalität zu verfallen.
Was mir besonders gefallen hat, ist die leise Trauer, die zwischen den Zeilen mitschwingt. Es ist keine aufdringliche Melancholie, sondern ein sanftes Bedauern über das, was nicht gesagt wurde, über die ungestellten Fragen und die nicht gelebte Nähe. Diese stille Trauer hat mich berührt, ohne mich zu erdrücken.
Dieses ist kein Buch, das man schnell liest. Es lädt ein, innezuhalten, nachzudenken und vielleicht auch die eigene Familiengeschichte zu hinterfragen. Es ist ein Buch, das leise, aber nachhaltig wirkt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Profile Image for Christiane Fischer.
516 reviews6 followers
September 5, 2025
MEINE MUTTER
Bettina Flitner
ET: 04.09.2025

Gila, die Mutter der Autorin, hat vor 40 Jahren Suizid begangen. Sie war nicht die Erste in ihrer Familie, die den Freitod wählte, und leider auch nicht die Letzte.
Bettina Flitner begibt sich auf Spurensuche und reist nach Schlesien, wo ihre Familie einst ein großes Sanatorium eröffnete. Die gute Luft zog Menschen aus nah und fern an – meist wohlhabend und gut situiert. Anfangs blickten die einfachen Dorfbewohner skeptisch auf die reichen Kranken, doch am Ende profitierten sie: Sie erhielten kostenlose Behandlungen und Arbeitsplätze für ihre Söhne und Töchter.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zerbrach dieser Aufstieg. Die Familie verlor ihr Hab und Gut und musste nach Celle fliehen. Doch auch dort stellte sich für Gila kein dauerhaftes Glück ein. Ihr Ehemann, Bettinas Vater, lebte neben der Ehe weitere Beziehungen, Gila versank in Depressionen, und nur selten erlebte sie kleine Momente der Freude.

Flitner erzählt diese Familiengeschichte auf Grundlage von Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen ihres Großvaters und ihrer Tante. Das Buch "Meine Schwester" hatte mich im letzten Jahr begeistert und sehr berührt und war für mich ein Lese-Highlight. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses neue Buch.

Leider bleibt es hinter dem Vorgänger zurück. Stellenweise konnte es mich fesseln, aber nicht durchgehend. Auch wenn es erschütternde Szenen gibt, bleibt die Erzählung eher oberflächlich. Flitner schreibt, dass sie zu ihrer Mutter nur ein distanziertes Verhältnis hatte und genau das konnte ich beim Lesen spüren.

Fazit:
Eine traurige Familiengeschichte, ohne Frage, doch leider bleibt das Buch hinter meinen Erwartungen zurück. Trotzdem wünsche ich Bettina Flitner eine große Leserschaft und freue mich auf ein weiteres Buch von ihr – gern etwas ganz anderes.
3½/5
Profile Image for rebecca_booklover.
200 reviews2 followers
September 3, 2025
Eindringliche Reise in das Leben der eigenen Mutter

Nach "Meine Schwester" widmet sich Bettina Flitner in "Meine Mutter" nun ihrer Mutter, die wie auch ihre Schwester Suizid begangen hat.

In dem autobiografischen Roman, mit fiktionalen Elementen, versucht die Autorin einerseits zu ergründen, wer ihre eigene Mutter war, und andererseits ihr eigenes persönliches Verhältnis zu ihr.

Man folgt Flitner dabei, wie sie sich auf Reisen nach Polen aufmacht, um dort im ehemaligen Nordschlesien auf Spurensuche zu gehen. Bevor ihre Mutter mit ihrer Familie von dort fliehen musste, verbrachte sie dort ihre Kindheit.
Eindringlich beschreibt die Autorin, wie ihre Mutter als junges Mädchen dort im Sanatorium der Familie aufgewachsen ist, und fängt dabei stimmungsvoll die damalige Zeit ein.

Die Reise zu den Wurzeln der Mutter ist eine dichte Erzählung voller Ereignisse und Personen.
Zum Schluss hin, wenn Flitner ihre eigenen Erinnerungen über ihre Mutter teilt, schlägt der Roman leisere und nachdenklichere Töne an. Im Vergleich zum Anfang war jedoch die Mutter als Person hier etwas blasser und weniger greifbar für mich. Der Esprit in der Beschreibung zu Anfang fehlte etwas.

Trotzdem ist Flitner ein starkes und bewegendes Porträt der eigenen Mutter gelungen, das nicht vor unbequemen Fragen zurückschreckt und ein ehrliches, aber dennoch respektvolles Bild der eigenen Mutter zeichnet.
200 reviews
August 31, 2025
Familie, Verlust und Erinnerung

In dem Buch "Meine Mutter" erzählt Bettina Flitner die Geschichte ihrer eigenen Familie. Besonders geht es um ihre Mutter, die sie als Kind verloren hat. Viele Jahre später beginnt Bettina, Fragen zu stellen: Wer war meine Mutter wirklich? Was hat sie erlebt? Warum ist alles so gekommen?

Sie reist an Orte, die wichtig für ihre Familie waren – auch in ein kleines Dorf in Polen, wo ihre Vorfahren früher gelebt haben. Dort sucht sie nach Antworten und findet viele Erinnerungen, aber auch neue Gefühle. Sie liest alte Tagebücher, Briefe und spricht mit Menschen. Dabei merkt sie: Ihre Mutter war viel mehr, als sie als Kind wusste.

Der Schreibstil ist sehr klar – aber mit viel Gefühl. Beim Lesen war ich oft sehr berührt. Das Erzähltempo ist teilweise etwas langsam. Die Rückblicke und Zeitsprünge waren für mein Gefühl etwas zu oft eingesetzt, sodass es den Lesefluss etwas gestört hat.

In Summe gibt es eine Empfehlung für diese Erzählung.
Profile Image for Daniela.
111 reviews
September 4, 2025
Fesselnd

Bettina Flitners Mutter hat sich mit 47 Jahren selbst das Leben genommen. Vier Jahrzehnte später arbeitet die Autorin das Leben und den Tod ihrer Mutter auf. Nicht zuletzt, weil ihre Schwester vor wenigen Jahren,ähnlich wie die Mutter den Freitod gewählt hat.
So geht Flitner mit diesem Buch der Geschichte ihrer Familie auf den Grund. Vom Leben und der Fluch aus den ehemaligen deutsch-polnischen Gebieten, über die Affäre des Großvaters, die ihre Mutter emotional bereits belasten, bis hin zur unglücklichen Ehe der eigenen Eltern und der Affäre.
In fesseln und emotionalen Worten beschreibt sie Leben und Gefühlswelt einer sensiblen und traurigen Mutter, die scheinbar an einer bipolaren Störung leidet.
Die bildhafte Sprache und die detail getreuen Beschreibungen der verschiedenen Stationen des Lebens ihrer Mutter, aber auch ihres eigenen, zwischen den sie hin und her springt, hab mich das Buch nicht mehr weglegen lassen.
2,277 reviews13 followers
September 22, 2025
Zum Inhalt:
Als die Autorin für eine Lesung nach Celle kommt, prasseln auf sie plötzlich Fragen ein, mit den sie selbst nicht gerechtet hätte. Hier wurde vor 40 Jahren ihre Mutter beerdigt und plötzlich wird ihr klar, wie wenig sie eigentlich über das Leben ihrer Mutter wusste. Und so begibt die Autorin auf eine Reise in die Vergangenheit um die Geschichte ihrer Mutter und deren Familie zu ergründen.
Meine Meinung:
Ich bin mit dem Buch nicht warm geworden, weder mit der Geschichte, noch mit de, Schreibstil. Ich kannte auch das Vorgängerbuch nicht, vielleicht hätte man dann mehr ein Gefühl dafür gehabt, was einen erwartet. Trotzdem habe ich bis zum Ende durchgehalten und komme zum Schluss, dass das Schreiben des Buches für die Autorin gut war, weil sie vermutlich damit Dinge aufarbeiten konnte. Ob ich das hätte lesen müssen? Nein, denn am Ende ging es mir dann doch auch zu wenig um das eigentliche Thema und viel zu sehr um die Familie darum.
Fazit:
Hat mich nicht erreicht
Profile Image for Kirsten.
133 reviews
December 21, 2025
Triggerwörter: Kriegsgewalt und sexuelle Gewalt.
Das zweite Buch von Bettina Flitner das mir total gut gefallen hat. Es war nicht was ich erwartet habe aber spannend und gut geschrieben. Ein schmerzvoller Teil deutscher und europäischer Geschichte. Schade dass sie eine Frage offen gelassen hat: wann wurde die Tür geöffnet und was ist ihre Idee der Motivation der Mutter?
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