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Der Sommer am Ende der Welt

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SPIEGEL-Bestsellerautorin Eva Völler mit ihrem persönlichsten Roman

Ein dunkles Familiengeheimnis auf Borkum, ein Trauma, das Familien über Generationen hinweg beeinflusst und eine große

Bestseller-Autorin Eva Völler erzählt einen bewegenden Familiengeheimnis-Roman und verbindet Spannung mit einer großen Liebe, die dunklen Geheimnissen trotzt.

Es soll der persönlichste Artikel ihres Lebens werden – beharrlich verfolgt die Journalistin Hanna ihren Plan, über die traumatischen Erfahrungen früherer Verschickungskinder auf Borkum zu berichten, denn auch ihre Mutter hat dort bei einer solchen Kinderkur einst Schlimmes erlebt. Doch vor Ort erhebt sich Widerstand, als Hanna die damaligen Missstände aufdecken will. Nur der Inselarzt Ole steht ihr bei ihren Nachforschungen zur Seite, beide verlieben sich Hals über Kopf. Dann wird Hanna das alte Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin zugespielt, aus dem sich Hinweise auf ein vertuschtes Verbrechen ergeben. Dabei gerät Hanna in ein verstörendes Dilemma, denn nach und nach zeichnet sich ab, dass in Oles Familie ein schreckliches Geheimnis gehütet wird ...

Eindringlich, erschütternd, Zeitgeschichte trifft auf eine wunderschöne Liebesgeschichte

Mit viel Empathie für ihre Figuren holt Eva Völler ein lange verdrängtes Kapitel der Geschichte der Nachkriegszeit ans Licht und zeigt, dass manchmal erst der Blick in die Vergangenheit hilft, das Leben zu leben, das man sich wünscht. Ihr Familienroman ist dabei ebenso sorgfältig recherchiert wie persö Auch Familienmitglieder der Bestseller-Autorin waren von der Verschickung betroffen.

 Entdecken Sie auch Eva Völlers andere SPIEGEL-Bestseller bei

Helle Tage, dunkle SchuldAlte Taten, neuer Zorn

404 pages, Kindle Edition

Published July 1, 2025

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About the author

Eva Völler

80 books148 followers
Eva Völler wurde 1956 in Velbert geboren. Bekannt ist sie nicht nur unter ihrem bürgerlichen Namen, sondern veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Charlotte Thomas, Francesca Santini, Anne Sievers, Paula Renzi, Sibylle Keller, Elena Santiago, Line Bruns und Ina Hansen. Sie studierte Philosophie und Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und legte 1986 ihr zweites juristisches Staatsexamen ab. Nach ihrem Studienabschluss arbeitete Eva Völler sechs Jahre lang als Richterin und anschließend bis 2005 als selbstständige Rechtsanwältin bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Insgesamt veröffentlichte sie Bücher verschiedner Genre. Von Reiseliteratur, Komödie, Krimis, Thriller und historische Romanen blieb nichts unversucht.
Völlers Romane erreichten eine Gesamtauflage von 1 Million und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Für ihren Roman »Wenn der Postmann nicht mehr klingelt« wurde ihr 1995 der Frauengeschichtenpreis von der Verlagsgruppe Lübbe verliehen. Ihr Roman »Vollweib sucht Halbtagsmann« wurde mit Christine Neubauer in der Hauptrolle verfilmt.
Zusammen mit ihren Kindern lebt Eva Völler am Rande der Rhön in Hessen.

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7 reviews
July 17, 2025
Als Kind in den 60er Jahren habe ich andere Kinder beneidet, die "zur Kur" ans Meer durften. Heute weiß ich es besser. Eva Völler erzählt hier beispielhaft ebenso berührend wie gut recherchiert davon, wie es in diesen Kinder-"Erholungs"-Heimen (hier: auf Borkum) tatsächlich zuging. Wirklich erschütternd. Und schlecht bis gar nicht aufgearbeitet.
Die Protagonisten tragen die - fiktive - Geschichte, das ganze Liebes-Gedöns drumherum, teils in Groschenroman-Stil, ist vollkommen überflüssig. Deshalb nur 3 Sterne.
Profile Image for Ivonne Hufnagl.
Author 4 books
August 23, 2025
Hannas Mutter war als kleines Kind in einem Kinderkurheim. Dabei sind ihr schreckliche Dinge widerfahren. Das nimmt die Journalistin Hanna als Anlass, in besagtem Heim, das nun ein Luxushotel ist, Urlaub auf Borkum zu machen. Dabei lernt sie nicht nur einen netten Mann kennen, sondern erfährt auch noch Erschreckendes über die Vergangenheit.

Hanna ist zwar unsere Hauptperson, dennoch wird die Geschichte auch aus anderen Perspektiven erzählt. Dadurch ergeben sich verschiedene Handlungslinien, die alle ein wenig miteinander verwoben sind.
Wer hier einen Roman erwartet, der als zentrales Thema die Verschickungskinder hat, ist fehl am Platze. Das Thema wird zwar schon behandelt, aber ab der Hälfte geht es durch viele weitere Themen eher unter und spielt erst wieder am Ende eine wirkliche Rolle. Dies ist sehr schade, denn auch im Nachwort betont die Autorin, wie wichtig ihr das Thema sei.
Mehr Raum erhalten die Liebesgeschichten von Hanna und ihrer Tochter, die anfangs ganz nett zu lesen waren, aber doch ein wenig übertrieben in ihrer Schnelligkeit sind.

Die erste Hälfte konnte mich vor allem durch die bildhaften Beschreibungen von Borkum und die erschreckenden Vergangenheitsberichte fesseln.
Ab der zweiten Hälfte hingegen wollte ich das Buch nur noch hinter mich bringen. Es gab einfach zu viele Inhalte, die alle vom zentralen Thema weggeführt haben. Dazu die übertriebenen Dramen, die es wirklich nicht gebraucht hätte.

Insgesamt kann ich nicht sagen, wer das Zielpublikum sein soll. Ein richtig historischer Roman ist es nicht und Fans von romantischen Geschichten kommen auch nicht unbedingt auf ihre Kosten. Insgesamt zu viel von allem – weniger wäre hier einfach mehr gewesen.
Profile Image for Gisela.
356 reviews14 followers
October 17, 2025
Zum Inhalt 


🚸🚸🚸


Die Journalistin Hanna reist mit ihrer knapp 16-jährigen Tochter Katie nach Borkum in das Nobelhotel Dünenenhaus, das einst ein berüchtigtes Kinderkurheim war. Dort ist bekannt, dass Hanna als Journalistin in einem renomierten Verlag arbeitet. Sie bekommen die besten Zimmer und werden sehr zuvorkommend behandelt. Wie sich schnell herausstellt, haben die Betreiber vom Dünenhaus Angst, dass Hanna die Missstände aufdeckt, die in in den 60er Jahren dort stattgefunden haben. Eine unbekannte Person lässt Hanna das Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin zukommen. 


🚸🚸🚸


Hanna lernt den Inselarzt Ole kennen und lieben. Ole hilft Hanna bei ihren Recherchen und muss feststellen, dass es in seiner eigenen Familie grauenhafte Geheimnisse gibt. 


Meine Meinung 


🚸🚸🚸


Sommer, mit viel Schatten 


Frau Völler hat sehr sensibel dargestellt, was sich 1963 in diesem fiktiven Heim, das es unter anderem Namen damals sehr wohl wirklich gab, zugetragen hat. Hannas eigene Mutter war damals sechs Wochen zur Kur und kam total traumatisiert wieder heim. Die Kinder bekamen minderwertiges Essen, durften nie richtig im Freien toben; geschweige denn am Strand Sandburgen bauen. Viermal am Tag war ihnen der Gang zur Toilette erlaubt. Wer außer der Reihe ging, wurde bestraft. Wie Sträflinge bekleidet mussten sie jeden Tag

durch den Ort spazieren. Krankenkassen haben damals die Be(Miss)handlungen in Kurhäusern bezahlt, die zudem hoch angesehen waren. Ein Junge verstarb. Über die Ursache des Todes wurde Stillschweigen bewahrt. 


🚸🚸🚸


Hanna führt im Hotel per Video jeden Tag Gespräche mit der Zeitzeugin Sabrina. Was sie alles erfährt, stimmt sie unheimlich traurig, da Sabrina zur gleichen Zeit wie ihre eigene Mutter im Kurhaus war. Ihre Mutter, die damals als kleines Mädchen dem Ganzen hilflos ausgesetzt war. Das war stellenweise für Hanna einfach zu viel. 


🚸🚸🚸


Es gab eine Kinderbetreuerin, die sehr lieb zu den Kindern war. Sie verschwand auf einmal spurlos. 


🚸🚸🚸


Nicht nur der Krieg war grausam. Immer wieder erfahre ich Dinge, was man mit Kindern in der Nachkriegszeit angestellt hatte und ich frage mich, was denn noch alles aufkommen wird. 

Die Geschehnisse haben mich sehr traurig gestimmt und wieder einmal fassungslos zurückgelassen. Mein Mitgefühl haben auch alle Menschen, die damals versucht haben, gegen die Missstände anzukämpfen. Die Nachfahren, die an allem unschuldig sind,  werden auch immer wieder traumatisiert, wenn wieder Verbrechen aufgedeckt werden. 


🚸🚸🚸


Das Setting spiegelt die wunderschöne Landschaft in Borkum wider, was die Geschichte ein bisschen aufgelockert hat und somit war mir beim Lesen eine Verschnaufpause gegönnt. Die Liebesgeschichten und die Unternehmungen rund um die Insel, haben den großen Unterschied der zwei verschiedenen Zeitebenen deutlich gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen. Hanna und Ole finden, trotz der widrigen Umstände, zusammen. 

Die Geschichte enthält Krimielemente, die es bestimmt auch in der Realität damals gegeben hat. 


Fazit 


🚸🚸🚸


In diesem Roman habe ich zum ersten Mal von Verschickungskindern gelesen, die sich in Kurhäusern erholen sollten. Warum "sollten?" Weil die Kinder vielmehr physisch und psychisch total lädiert wieder heim kamen. 

Die Geschichte und Personen sind fiktiv; dennoch fanden solche Geschehnisse wirklich statt. 


Ich empfehle, das emotionale Nachwort der Autorin zu lesen. Sie weiß, wovon sie schreibt!


Eine klare Empfehlung. Danke, Eva Völler
657 reviews
July 13, 2025
Ein dunkles Kapitel der Nachkriegszeit
Eva Völler gelingt mit "Der Sommer am Ende der Welt" ein eindrucksvoller Roman, der bewegende Zeitgeschichte mit einer emotionalen Liebesgeschichte verwebt. Die Journalistin Hanna begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Nicht nur im Sinne ihrer Recherche, sondern auch ganz persönlich, denn das Thema betrifft sie selbst. Ihre Mutter war eines der sogenannten „Verschickungskinder“, die auf Borkum traumatische Erfahrungen in Kindererholungsheimen machen mussten.
Was als journalistische Recherche beginnt, entwickelt sich zu einem tiefgreifenden Aufarbeitungsprozess, der längst verdrängte Wunden aufreißt – in der Gesellschaft, aber auch in Hannas eigener Familie. Eva Völler schafft es, die historischen Ereignisse sensibel und dennoch schonungslos darzustellen, ohne zu dramatisieren. Das Leid der damaligen Kinder ist spürbar und bedrückend, zumal klar wird, dass viele dieser Traumata nie richtig aufgearbeitet wurden.
Gleichzeitig wird der Roman durch die Liebesgeschichte zwischen Hanna und dem Inselarzt Ole auf einer emotionalen Ebene geerdet. Die Verbindung zwischen den beiden wirkt authentisch und wächst trotz – oder gerade wegen – der aufkommenden Zweifel und Enthüllungen. Besonders stark ist der Moment, in dem Hanna erkennt, dass Oles Familie selbst in die düstere Vergangenheit verstrickt sein könnte. Der daraus entstehende Konflikt verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und Dramatik.
Ein weiteres Highlight des Romans ist das eingestreute Tagebuch einer früheren Kinderbetreuerin. Durch diese Perspektive wird das Geschehen noch greifbarer, fast beklemmend real. Der Autorin gelingt es, historische Tatsachen in eine fiktive Handlung einzubetten, die lange nachhallt, ohne dabei den Respekt vor den wahren Schicksalen zu verlieren.
Mein Fazit:
"Der Sommer am Ende der Welt" ist ein berührender, nachdenklich stimmender Roman über Schuld, Aufarbeitung und die Kraft der Wahrheit. Eva Völler hat nicht nur eine feinfühlige Liebesgeschichte geschrieben, sondern auch ein literarisches Denkmal für eine Generation von Kindern gesetzt, deren Leiden lange im Verborgenen lag. Ein Buch, das aufrüttelt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Profile Image for Kathrin Schröder.
Author 11 books3 followers
September 3, 2025
Der Sommer am Ende der Welt von Eva Völler gehört dank Netgalley
Kinderkuraufenthalt an der Nordsee am Anfang der Sechziger. Eine Reporterin, die aufgrund der Traumata ihrer Mutter eine Recherche plant. Ein Hotel, das einmal ein Kinderferienheim war. Und die Familie, die dieses Hotel führt und den guten Ruf des Hauses schützen möchte.
Urlaub auf Borkum für Mutter und Tochter. Arbeitsurlaub und zunächst widerwilliger Aufenthalt. Was zunächst nach einem Fall von schwarzer Pädagogik aussieht, entwickelt sich zu einer Mischung auf Aufarbeitung der Vergangenheit aus Deutschlands dunkelster Zeit, Verstrickung der Nachkommen und zwei Liebesgeschichten zu - in diesem Kontext – unpassenden Personen.
Aufarbeitung dieser schrecklichen „Kuren“ ist sicher wichtig – die ausgedachte Geschichte drum herum für die Aufarbeitung dieses Themas eher etwas zu plakativ. Zuviel gemeinsame Verwicklung, zu viel aus blinder Liebe tue ich alles und zu viel Gewalt bis in die heutige Zeit.
Als Unterhaltungshörbuch nicht schlecht und interessante Geschichte. Als Aufarbeitung eines Themas ist die Fiktion etwas zu reichhaltig. Mir hat es gefallen – auch die finsteren Aspekte
#DerSommeramEndederWelt #EvaVöller #NetGalleyDE! #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension
Profile Image for Martina Meyen.
152 reviews2 followers
October 10, 2025
Verschickungskinder

Eva Völler rückt mit ihrem bewegenden Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ ein bislang wenig beachtetes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in den Fokus. Damals gab es in Westdeutschland ca. 870 Kinderkurheime, in denen die Kinder Gewalt und Missbrauch erdulden mussten. Eva Völler erzählt auf 2 Zeitebenen. In der Vergangenheit berichtet eine Betroffene der Journalistin Hanna von ihren Erlebnissen. Das ist teilweise sehr schwer auszuhalten. In der Gegenwart begleite ich Hanna bei ihren Recherchen auf Borkum.

Aber Hanna deckt nicht nur Ungeheuerliches aus der Vergangenheit auf, sondern verliebt sich in den Inselarzt Ole. Neben all dem Leid der Verschickungskinder ist es anfangs schön und erholsam, Hanna und Ole bei ihrem Kennenlernen zu begleiten und dabei gleichzeitig auch die Insel ein bisschen zu erkunden. Das ist der Gegenpol zu den Grausamkeiten aus der Vergangenheit, aber mir war die Sprache zu flapsig. Zunächst empfand ich die Liebesgeschichte als wohltuenden Gegenpol zu den dunklen Geheimnissen, die Hanna nach und nach aufdeckt, aber dann war es mir zu kitschig und zu überladen.

Eva Völler erzählt abwechselnd aus der Sicht von Hanna und Ole, was mir gut gefällt. Es gelingt ihr, die dunkle Vergangenheit der Kurheime und auch die erschreckend rechte Geschichte Borkums kritisch einzubinden. Ich wusste beispielsweise nicht, dass Borkum bereits zur Jahrhundertwende eine Hochburg der Antisemiten war. Ganz grausam finde ich das Borkumlied, welches ich bisher auch nicht kannte. Eva Völler hat einiges in ihren Roman gepackt, was mir manchmal etwa viel wurde.

Trotz einiger Kritikpunkte ist „Der Sommer am Ende der Welt“ ein wichtiges und authentisches Buch, das zum Nachdenken anregt und ein weiteres dunkles Kapitel unserer Vergangenheit thematisiert.

Mein Lieblingssatz: Heimat, das war immer da, wo man bleiben und nicht mehr wegwollte.
1,302 reviews2 followers
July 20, 2025
Ich habe schon einiges über die Verschickungskinder gehört und auch schon Bücher gelesen und da man dieses dunkle Kapitel in der deutschen Geschichte nicht vergessen sollte, wollte ich auch unbedingt diesen Roman lesen, der auf realen Erlebnissen aufbaut. Ich kenne die Autorin bereits von einem historischen Krimi und da mir dieser sehr gefallen hat war ich auf das Buch sehr gespannt!

Die Geschichte handelt von der Journalistin Hanna, die beharrlich ihren Plan verfolgt, über die traumatischen Erfahrungen früherer Verschickungskinder auf Borkum zu berichten, denn auch ihre Mutter hat dort bei einer solchen Kinderkur einst Schlimmes erlebt. Doch vor Ort erhebt sich Widerstand, als Hanna die damaligen Missstände aufdecken will. Nur der Inselarzt Ole steht ihr bei ihren Nachforschungen zur Seite, beide verlieben sich Hals über Kopf. Dann wird Hanna das alte Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin zugespielt, aus dem sich Hinweise auf ein vertuschtes Verbrechen ergeben. Dabei gerät Hanna in ein verstörendes Dilemma, denn nach und nach zeichnet sich ab, dass in Oles Familie ein schreckliches Geheimnis gehütet wird!

Ich habe recht gut in die Geschichte reingefunden, der Schreibstil war bildlich und gut zu lesen, auch wenn die Sätze teilweise etwas lang und verschachtelt waren, da habe ich einen etwas lockereren und leichteren Schreibstil eigentlich lieber. Dennoch hat sich recht schnell ein guter Lesefluss ergeben und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen, weil ich immer wissen wollte wie es weiter geht. Die Autorin hat das Leid der Verdschickungskinder wirklich sehr eindrücklich beschrieben und das Buch ist nichts für schwache Nerven! Dennoch ist es auch so wichtig an diese Kinder und ihr Leid zu erinnern und dies nicht zu vergessen. Sie brauchen einfach eine Stimme, nachdem ihnen häufig nach der "Kur" niemand geglaubt hat.

Ich mochte die Recherchearbeit von Hanna wirklich gerne, es wurde auch sehr abwechslungsreich berichtet. Mal ist ein Verschickungskind zu Wort gekommen, dann waren es wieder Worte aus einem Tagebuch aber immer war man mitten im Geschehen dabei und hat mit den Kindern so sehr mitgelitten! Ich habe ausserdem noch einiges Lernen können, denn das es auch Versuche mit Medikamenten gab hat mich sehr entsetzt zurückgelassen und auch aus welcher Zeit vieler dieser Kurärzte kamen und was sie für eine Vergangenheit hatten war mir vorher nicht klar.

So sehr mich die historische Geschichte mitgerissen hat, muss ich leider sagen, dass mir die Charaktere im Buch leider nicht sehr sympathisch waren. Sowohl Hanna, als auch Isa und auch Hannas Tochter Kathie waren alle so zickig und sind mir leider nicht richtig nahe gekommen als Leser.Teilweise haben sie mich mit ihrer Art wirklich genervt und das ist sehr schade, da mir die Geschichte an sich so gut gefallen hat! Lediglich den Arzt Ole fand ich recht nett, aber ich empfand die Liebesgeschichte zwische ihm und Hanna immer wieder als platt und zu kitschig, für mich hätte es diese Liebesgeschichte nicht gebraucht, aber dies ist natürlich nur meine persönliche Meinung. Das Ende der Geschichte war nochmal richtig spannend und konnte mich überraschen und deshalb vergebe ich für das Buch alles in allem 3,5 Sterne und eine Leseempfehlung ab.
Profile Image for Magnolia .
587 reviews3 followers
July 27, 2025
Bewegend, erschütternd, emotional

Die Journalistin Hanna reist mit ihrer 15jährigen Tochter Katie nach Borkum, sie will neben ihren Recherchen um die Verschickungskinder, die hier in den 1960er Jahren für jeweils sechs Wochen zur Erholung hier waren, auch ein wenig Privatleben genießen. Sie mieten sich im luxuriösen Dünenschloss ein, das von Isa Martens und ihrem Bruder Jan Guterson betrieben wird.

Früher diente das Haus, die damalige Villa Aurelia, als Erholungsheim für Kinder. Aus dem Ruhrgebiet kam Sabine, mit der Hanna jetzt in Kontakt ist, mit sechseinhalb Jahren zur gleichen Zeit nach Borkum wie ihre Mutter Cornelia, die damals noch jünger war. Für die Kinder, die den Sommer über der Willkür der Betreiber dieser Heime ausgesetzt waren, waren es schreckliche Wochen, die sie Zeit ihres Lebens verfolgten. Als erstes wurden sie ihrer Namen beraubt, sie wurden durchnummeriert, Kopfnüsse und Ohrfeigen waren an der Tagesordnung, der Tag genauestens durchstrukturiert, minderwertiges Essen wurde ihnen notfalls eingetrichtert, auch kam es zu Medikamententests, die ärztliche Versorgung wurde vernachlässigt, es waren schlichtweg Horrorwochen.

Es sind zwei sich abwechselnde Zeitstränge, von denen ich lese. Hanna findet heraus, dass hinter diesem System der Verschickungskinder viele Institutionen beteiligt waren. Missstände wurden vertuscht oder bagatellisiert, den Kindern, die es wagten, von ihren seelischen und körperlichen Qualen zu berichten, wurde nicht geglaubt. Hannas Recherchen über diese Verschickungskinder und dem ganzen Hintergrund drumherum gefallen auch heute nicht jedem. Je mehr sie gräbt, je mehr sie herausfindet, desto mehr erkennt sie, warum ihre Recherchen boykottiert werden.

Die beiden Erzählstränge greifen ineinander über. Hanna findet vor ihrer Tür ein altes Tagebuch, später dann eine Karte mit einem entscheidenden Hinweis. Auch die Gespräche mit der heute älteren Sabine geben viel von dem stramm geführten Heim preis.

Eva Völlers Schwester war in den frühen 1960ern auf Norderney, sie hat nach ihrer Kur weniger gewogen als zuvor. Ihr Bruder war auf Borkum und erst jetzt, nach vielen Jahren des Schweigens, hat er sich ihr doch geöffnet. Dieser familiäre Hintergrund hat sie letztendlich dazu bewogen, diesen Roman zu schreiben, der aufwühlt, der fassungslos macht.

Die Figuren und die Örtlichkeiten sind fiktiv, die Thematik allerdings ist es nicht. Der Roman legt den Finger auf dieses finstere Kapitel, diese Heime und die Erziehungsmethoden waren sehr real. Borkum hat sich schon früh mit dem Stempel „judenfrei“ gebrüstet, begehrte Objekte waren alsbald in den Händen strammer Nationalsozialisten. Auch wird der Bogen bis nach Litzmannstadt und den Kinder-KZ, dem heutigen Lodz, gespannt. Dieser Handlungsstrang von damals ist so eindringlich, so bewegend geschildert, dass die Geschichte um die private Hanna direkt banal wirkt. Und doch lockern so einige wenige Szenen dieses doch sehr ernste Thema etwas auf. Ein Roman, der aufwühlt, ein Roman, der gelesen werden will.
Profile Image for MirjS.
97 reviews
August 13, 2025
„Ein bisschen wat hinter die Löffel hat noch keinem geschadet“

Als Verschickungskind verbringt Hannas Mutter den Sommer 1963 in einem Kinderkurheim auf Borkum. Sechzig Jahre später will Journalistin Hanna den bislang verdrängten, traumatischen Erlebnissen ihrer Mutter nachspüren und fährt mit ihrer Tochter Katie zur Recherche auf die Insel. Nach und nach kommt sie, mit Hilfe des Inselarztes Ole, in den sie sich verliebt, den erschütternden Ereignissen von Damals auf die Spur. Doch das Ausmaß der Ereignisse sind verstörender als sie sich je hätte vorstellen können.

Verschickungskinder. Ein wichtiges und wirklich lange verdrängtes Thema, auf das Eva Völler mit ihrem Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ aufmerksam machen möchte. Doch leider verliert es sich, meiner Meinung nach, zunehmend in der Liebesgeschichte zwischen Hanna und Ole. Davon abgesehen, fand ich es auch nicht ideal noch weitere Themen, wie die Verbrechen während der NS-Zeit, mit aufzugreifen und miteinander zu kombinieren - irgendwie verliert dadurch jedes einzelne Thema für sich an Dramatik und Wichtigkeit. Stattdessen hätte ich halt gern noch mehr „Zeitzeugenberichte“ gelesen, was allerdings auch damit zusammenhängen kann, dass ich selbst auch ein Verschickungskind bin, wenn auch ein spätes der 80er Jahre, wenn auch mit nicht ganz so schlimmen Erfahrungen. Was mir jedoch bis zu diesem Buch gar nicht bewusst war, ich nun auch fast 40 Jahre als „dumm gelaufene“, schlechte Kindheitserinnerung abgetan habe! Da sieht man also mal, wie wichtig es ist solche Themen auch in Unterhaltungsromanen aufzugreifen - ohne dieses Buch hier, wäre ich nie auf dieses Thema gekommen! „Ein bisschen wat hinter die Löffel hat noch keinem geschadet“, so hieß es auch noch in den 80ern, da wurde wurde man als Kind nicht wirklich ernst genommen und hinterher einfach nicht mehr drüber gesprochen.

Ansonsten fand ich sowohl die Insel-Atmosphäre, als auch die thematisch bedrückende Atmosphäre in dem Buch hervorragend beschrieben und auch die Protagonisten waren gut ausgearbeitet. Zwar hatte ich mit Hanna und Katie anfangs so meine Probleme, das hat sich dann aber irgendwann auch gelegt. Ergriffen war ich von Sabines Zeitzeugenberichten, die haben mich einige Nächte nicht schlafen und in meinen Erinnerungen graben lassen und waren gut recherchiert. Allerdings ist mir, die Story betreffend, einiges auch nicht ganz so schlüssig erschienen und auch einige Fragen blieben schlussendlich unbeantwortet.

Fazit: Alles in allem hat mir der Roman jedoch sehr gut gefallen und mich, als ehemaliges Verschickungskind, zutiefst berührt und gleichfalls animiert, mich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und nach Sachliteratur Ausschau zu halten.
Profile Image for RiasSoulWords.
97 reviews50 followers
August 7, 2025
Rezension zu Der Sommer am Ende der Welt - Eva Völler
|Einzelband| Droemer| Erschienen am 21.07.2025 | 4 Sterne

Als die Journalistin Hanna mit ihrer Tochter auf der Insel Borkum ankommt, verfolgt sie ein Ziel: Recherchen über die ehemaligen Kurheime anstellen und aufdecken, welchen Zuständen die Kinder ausgesetzt waren. Gleichzeitig möchte sie auch Licht in die Vergangenheit ihrer Mutter bringen, welche selbst eine Zeit lang als Verschickungskind auf Borkum war. Doch die Einheimischen sind nicht begeistert über Hannas Nachforschungen. Einzig der Inselarzt Ole scheint sie zu unterstützen. Bis ans Licht kommt, wie tief seine eigene Familie in die Machenschaften damals verstrickt war…

Bevor ich diesen Roman gelesen habe, hatte ich mich nie zuvor mit der Geschichte der Verschickungskinder auseinandergesetzt. Schwankend zwischen Faszination, Empörung und Entsetzen habe ich Hannas Recherchen verfolgt und konnte dadurch viel über die damaligen Zustände in den Kurheimen erfahren. Der Roman wird durch verschiedene Sichten erzählt: Einerseits haben wir Kapitel aus der Sicht von Hanna, ihrer Tochter und Ole. Diese werden durch Tagebucheinträge und die Schilderungen einer Betroffenen ergänzt. Durch die vielen Sichtweisen entsteht viel Dynamik und die Geschichte lässt sich sehr schnell weg lesen. Ich hatte dennoch eine ganze Weile, um dieses Buch zu beenden, da ich immer wieder Lesepausen einlegen musste. Die Geschehnisse in den Kurheimen, welche laut Nachwort der Autorin im Kern auf wahren Begebenheiten beruhen, haben mich wahnsinnig mitgenommen und schockiert.

Hanna war ein spannender Charakter und auch ihre Tochter wirkte authentisch und gut ausgearbeitet. Die Liebesgeschichte zwischen Ole und Hanna war zwar süss, allerdings in meinen Augen ein Ticken zu kitschig. Dennoch habe ich beide ins Herz geschlossen. Die anderen Charaktere blieben relativ blass, wurden aber alles in allem gut in die Geschichte eingeflochten. Mit Hannas Tochter habe ich einige Male echt mitgefühlt und ich habe auch gerne aus ihrer Sicht herausgelesen.

Insgesamt punktet der neue Roman von Eva Völler mit einem historischen Tabuthema, welches gelungen in eine Geschichte eingebettet wurde. Besonders die Rückblicke und Erzählungen aus den Kurheimen waren sehr einprägsam und haben mich auch nach dem Beenden noch beschäftigt. Leichtigkeit kam durch die Liebesgeschichte mit Ole zustande, welche die Schwere des historischen Materials etwas gelindert hat. Insgesamt aber definitiv eine Empfehlung.
1,426 reviews7 followers
August 15, 2025
Wenn Kinderkuren zum Trauma führen

Klappentext;
Es soll der persönlichste Artikel ihres Lebens werden, beharrlich verfolgt die Journalistin Hanna ihren Plan, über die traumatischen Erfahrungen früherer Verschickungskinder auf Borkum zu berichten, denn auch ihre Mutter hat dort bei einer solchen Kinderkur einst Schlimmes erlebt. Doch vor Ort erhebt sich Widerstand, als Hanna die damaligen Missstände aufdecken will. Nur der Inselarzt Ole steht ihr bei ihren Nachforschungen zur Seite, beide verlieben sich Hals über Kopf. Dann wird Hanna das alte Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin zugespielt, aus dem sich Hinweise auf ein vertuschtes Verbrechen ergeben. Dabei gerät Hanna in ein verstörendes Dilemma, denn nach und nach zeichnet sich ab, dass in Oles Familie ein schreckliches Geheimnis gehütet wird.

„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler ist ein Roman der mich betroffen und nachdenklich macht.

Hanna ist Journalistin und hat sich vorgenommen, die Erlebnisse von Kindern, die in den Nachkriegsjahren nach Borkum zur Erholung geschickt wurden offenzulegen. Auch ihre Mutter ist eine der Betroffenen. Viele Kinder kamen aus der Kur mit einem Trauma zurück, dass sie bis ins Erwachsenenalter belastet hat.
Zur Recherche für ihren Artikel spricht Hanna mit ihrer Mutter und weiteren Betroffenen.

Eva Völler hat ihre Charaktere mit viel Liebe und Sorgfalt gezeichnet und lässt sie richtig zum Leben erwachen.
Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. In der Gegenwart begleiten die Leser*innen Hanna bei ihren Gesprächen und Recherchen. Erleben wie sie auf Gegner stößt und sich behaupten muss. In der Vergangenheit, den 1960er Jahren begleiten die Leser*innen die Kinder nach Borkum.

Manchmal ging mir die Geschichte richtig unter die Haut. Ich musste zeitweise das Buch zur Seite legen, um erst einmal durchzuatmen. Aber ich griff schnell wieder zu dem Buch, um zu lesen, wie es weitergeht. Die Geschichte hatte schon etwas von einer Sogwirkung.
Wenn man bedenkt, dass Eva Völler hier auch die Erlebnisse ihrer Mutter verarbeitet, fühlt man beim Lesen noch etwas Intensive. Man weiß es ist Realität.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Eva Völler auch nicht immer einfach war die richtigen Worte zu finden und niederzuschreiben.

Ich habe schon viele Bücher der Autorin gelesen. Wie immer ist ihr Schreibstil flüssig, gut verständlich und fesselnd
„Der Sommer am Ende der Welt“ ist eine Geschichte, die mich sehr berührt hat und die ich mit Interesse gelesen habe.
111 reviews
July 24, 2025
Bewegende Zeitgeschichte

"Ich habe einen hohen Preis gezahlt, doch es reicht nicht. Es hat nie gereicht."

Als die Frankfurter Journalistin Hanna mit ihrer jugendlichen Tochter Katie für eine Recherche über die Geschichte der Verschickungskinder auf die Nordseeinsel Borkum reist, ahnt sie nicht, wie persönlich dieser Fall werden wird. Ihre eigene Mutter hat als Kind in Nachkriegszeiten sehr traumatische Erfahrungen während einer Kur auf Borkum erlitten.

Hanna möchte einen Artikel über diese dunklen Kurheime schreiben; bei ihren Recherchen trifft sie auf den Inselarzt Dr. Ole. Dieser unterstützt sie bei ihren Nachforschungen; gleichzeitig gelangt Hanna überraschend in den Besitz des Tagebuchs von Luise, einer ehemaligen Kinderbetreuerin, das ihr konkrete Hinweise auf ein mutmaßliches Verbrechen liefert.

Der Autorin, Eva Völler, gelingt es in "Der Sommer am Ende der Welt" auf sehr eindrucksvolle Weise einen fesselnden Roman mit einem dunklen Aspekt deutscher Nachkriegsgeschichte zu verbinden. Sie erzählt dabei eine bewegende Geschichte über Schuld, Verdrängung und das späte Aufarbeiten lange vergessener Ereignisse.
Besonders berührt hat mich die Art, wie Völler die historische Realität und persönliche Schicksale miteinander verwebt. Der Roman thematisiert das Leid von vielen Kindern, die unter dem Deckmantel von Fürsorge in Kurheimen Gewalt und psychischen Terror erleben mussten. Die Autorin schildert diese Missstände schonungslos, aber mit dem nötigen Feingefühl. Dabei wirft sie auch die unbequeme Frage auf, warum so viele damals geschwiegen haben.

Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist gut gelungen, auch wenn man beim Lesen aufmerksam bleiben muss, um die Zeitebenen nicht durcheinander zu bringen. Die Figuren – allen voran Hanna und ihre Tochter Katie – wirken glaubwürdig, ihr innerer Wandel nachvollziehbar. Besonders gelungen ist auch die Atmosphäre: Das Inselleben auf Borkum wird lebhaft und anschaulich beschrieben.

Insgesamt ist "Der Sommer am Ende der Welt" ein emotional bewegender und einfühlsam geschriebener historischer Roman. Einziger kleiner Kritikpunkt: einige Entwicklungen in der Gegenwart wirken stark konstruiert, vor allem die etwas übertrieben emotionale und sehr "blumige" Liebesgeschichte, doch das kann den Gesamteindruck kaum schmälern.
Unterhaltsam
13 reviews
July 24, 2025
„Verdrängt, vergessen, ignoriert“

So beginnt der Klappentext in Eva Völlers neustem Roman, den sie als Stimme für ihre Geschwister, die Verschickungskinder waren, geschrieben hat.

Millionen von Kindern waren in der Nachkriegszeit allein zu Kinderkuren geschickt worden. Eltern-Kind-Kuren gab es damals nicht. Viele von ihnen machten traumatische Erfahrungen, die bis in die Gegenwart Auswirkungen auf sie haben. Eva Völler stellt deshalb an den Anfang ihres Buches eine Triggerwarnung.

Die Journalistin Hanna möchte über dieses Thema einen Artikel schreiben und reist gemeinsam mit ihrer Tochter Hanna auf die Insel Borkum in ein Luxushotel, welches in den 60er Jahren ein Kinderkurheim war. Ihr Mutter hat dort als Verschickungskind Erfahrungen gemacht, die sie fast vollständig verdrängte. Nicht bei jedem kommen Hannas Recherchen gut an und sie fördert Dramatisches zu Tage.

Die Autorin bettet die sehr bedrückenden Erfahrungen der Kinder in eine bzw. mehrere Liebesgeschichte(n) ein, die sich in meinen Augen etwas zu schnell entwickeln und teilweise etwas sehr „blumig“ beschrieben wurden. Dennoch fand ich es gut, wie Eva Völler das Buch aufgebaut hat. Durch die Liebesgeschichte wird der bedrückende Part des Buches abgemildert.
Neben der Liebesgeschichte gibt es die Erzählungen einer als Kind Betroffenen und das Tagebuch einer Erzieherin, die aus verschiedenen Perspektiven die furchtbare Behandlung der Kinder schildern.

Das Buch ist äußerst spannend geschrieben, lässt sich flüssig lesen und es werden viele gesellschaftliche Themen aufgegriffen: wie geht man mit seinem pubertierenden Kind um, welche Freiheiten lässt man ihm, was passierte in vielen Kinderheimen, reagierten die Eltern nach der Rückkehr der Kinder überhaupt auf die traumatisierende Behandlung, der unethische Einsatz von Medikamenten, Gewichtszunahme versus Bewegung, Kinderkurheim als Goldgrube.
Die Autorin spricht auch Themen des dritten Reiches an wie z. B. das „Kinder-Kz“ Litzmannstadt und man bekommt Anregungen, sich mit verschiedenen Themen weiter auseinanderzusetzen.

Die Insel Borkum ist sehr wirklichkeitsgetreu beschrieben. Am 30.07.25 wird dort eine Erinnerungsstätte zur Anerkennung des Leids der ehemaligen Verschickungskinder eingeweiht.

„Der Sommer am Ende der Welt“ - ein Buch, das ich empfehlen kann und das mich sehr berührt hat.
Profile Image for Dani_liest.
433 reviews29 followers
July 27, 2025
3,5 Sterne.
An Eva Völler mag ich, dass sie sich nicht auf ein Genre festlegt, sondern ihre Geschichten unterschiedlich aufzieht. Sie hat bereits Fantasy Romane veröffentlicht, historische Romane und historische Krimis.
„Der Sommer am Ende der Welt“ unterscheidet sich dadurch, dass ein großer Teil der Handlung in der Gegenwart spielt.
Die Journalistin Hanna kommt gemeinsam mit ihrer Tochter Katie nach Borkum, um für ihre nächste Story zu recherchieren. Sie möchte die Missstände aufdecken, die in den 60er Jahren unter dem Deckmantel von Kinderkuren stattfanden.

Es gibt immer wieder „Trends“ in Büchern und momentan veröffentlichen mehrere bekannte Autorinnen Romane, zum Thema Kinderverschickungen. Für mich war „Der Sommer am Ende der Welt“ das erste Buch hierzu und so war meine Bestürzung riesig. Ich finde es wichtig, dass auch über Themen, die vielen nicht bekannt sind bzw. in Vergessenheit geraten sind, berichtet wird.

Trotz des hohen Informationsgehalts empfand ich die Umsetzung des Romans nicht ganz gelungen.
In der Gegenwartshandlung lernt Hanna direkt am Schiffsanleger bei Ankunft einen Mann kennen. Es funkt auf beiden Seiten auf den ersten Blick, die Wolken sind rosa... Die Liebesgeschichte hatte etwas von einer Sommerlektüre und wollte mit all seinen Emotionen nicht zur ansonsten sehr ernsten Thematik passen.
Je mehr Kapitel verstrichen, desto mehr stellte ich fest, dass das Hauptthema von „Der Sommer am Ende der Welt“ gar nicht wirklich die Kinderkuren sind, wie mich der Klappentext vermuten lies. Tatsächlich wird dieses Thema sogar relativ kurz abgehandelt durch Telefonate zwischen Hanna und Sabine, einem ehemaligen Verschickungskind. Da die Gespräche immer wieder unterbrochen werden, ziehen sie sich durch das komplette Buch, auch wenn es umfangmässig ziemlich wenig ist.
In dem Roman geht es schwerpunktmäßig um ein Familiengeheimnis, welches sich zu einem Kriminalfalls entwickelt und bis in die Nazizeit zurückreicht.
Ich mag den Schreibstil von Eva Völler gerne und das Buch lies sich gut lesen, jedoch fand ich das Buch thematisch sehr überladen. Naziverbrechen, Kinderkuren, Familienstreitigkeiten und zwei extrem blumige Liebesgeschichten. Dazu noch ein Handlungsstrang über seltsame Deja-Vus und Krankheit, was ich völlig überflüssig fand.
Fazit: joah.
214 reviews
August 23, 2025
Borkum und seine Vergangenheit

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Eva Völler ist eine von mir geschätzte Autorin deren Bücher ich immer wieder gerne lese. Auch ihr neues Buch " Der Sommer am Ende der Welt" hat mir gefallen, allerdings fand ich das Hauptthema des Buches , das Schicksal der Verschickungskinder etwas öberflächlich behandelt.

Inspiriert zu diesem Buch wurde die Autorin durch ein Ereignis in der eigenen Familie. Ihr Bruder gehörte auch zu der Generation der"Verschickungskinder "und hat ähnliches erlebt, wie in diesem Buch beschrieben. Hanna übernimmt diese Rolle im Buch, denn auch ihre Mutter hat als " Verschickungskind viel Leid ertragen müssen in dem Haus, das früher ein Kinderheim war und heute als Luxushotel Hanna Unterkunft auf Borkum bietet.

Erzählt wird diese Geschichte auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart, in der die Journalistin Hanna auf die Nordseeinsel Borkum fährt und dort Recherchearbeit betreibt für einen Artikel über das Schicksal von " Verschickungskindern " in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Was sie dort zutage fördert ist nicht nur erschreckend, sondern geht noch weiter bis in die Kriegszeit zurück, in der die verantwortlichen Personen sich weiterer Verbrechen schuldig gemacht haben. Was macht dieses Wissen mit nachfolgenden Generationen ?

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch sehr gerne gelesen habe, es wurde sehr flüssig und auch spannend erzählt, denn Frau Völler belässt es nicht nur bei der Erzählung über das Schicksal der "Verschickungskindern",das mich sehr berührt hat, sondern bringt auch noch eine Liebesgeschichte und eine Kriminalgeschichte in das Geschehen mit ein und da liegt auch mein Kritikpunkt bei diesem Buch. Irgendwie hat sie zuviel gewollt. Vielleicht wollte sie mit den Nebensträngen dem Thema die Schärfe nehmen und das ganze etwas auflockern, aber irgendwie ist mir dabei das Hauptthema ein wenig zu oberflächlich geraten. Das Schicksal der " Verschickungskinder" wurde dadurch für mich zu Nebensache und Hannas Erlebnisse, die dann durch die Kriminalgeschichte noch etwas an Dramatik erfährt, stand dann im Vordergrund.

Trotzdem empfehle ich dieses Buch, denn es lässt sich wirklich gut lesen, man erfährt nebenbei auch noch viel über die Nordseeinsel Borkum, die ich nach diesem Buch gerne noch einmal wieder besuchen möchte.
Profile Image for Elke Sonne.
532 reviews
August 9, 2025
Ein Stück Zeitgeschichte

In ihrem neusten Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ widmet sich die Autorin Eva Völler einem Stück Zeitgeschichte, dass sie aufgrund ihrer familiären Hintergründe sehr bewegt hat.

Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Teenagertochter Katie nach Borkum, um dort über die Verschickungskinder der Nachkriegszeit zu recherchieren. Ihre Mutter war als Kind zur Kur in der Villa Aurora auf der Insel und leidet unter schlimmen Erinnerungen. Direkt bei ihrer Ankunft begegnet Hanna dem Inselarzt Ole Vandenberg, der ihr bei ihren Recherchearbeiten zur Seite steht. Die beiden verlieben sich und gleichzeitig tun sich dunkle Geheimnisse in Oles Familie auf.

Der Schreibstil von Eva Völler liest sich angenehm. Die Atmosphäre der Insel kam direkt bei mir an und ich hatte die Umgebung richtig gut vor Augen.
Während ich zu Beginn davon ausgegangen bin, dass sich die Handlung hauptsächlich um die Verschickungskinder dreht, musste ich schnell feststellen, dass dem nicht so ist. Durch Sabine - einer Frau, die zur gleichen Zeit wie Hannas Mutter in der Villa Aurora war und die Hanna darüber berichtet – erfahren wir einiges über das Schicksal der Kinder. Ansonsten dreht sich die Handlung um die aufkeimende Beziehung zwischen Hanna und Ole und der dunklen Vergangenheit von Oles Familie.

Die Ereignisse der Vergangenheit, was die Kinder damals mitmachen mussten, haben mich erschüttert und dafür gesorgt, dass ich beim Lesen Pausen machen musste. Die Liebesgeschichte in der Gegenwart ist ein guter Kontrast zu den schwer verdaulichen Erlebnissen der Kinder.

Ich hatte von dem Buch etwas Anderes erwartet, dachte, dass der Fokus auf den Verschickungskindern liegt. Diese wurden zwar thematisiert, aber es gab auch viele andere Themen, die im Vordergrund standen und die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Mit ihrem Nachwort und der Erklärung warum sie das Buch schreiben wollte, rundet Eva Völler ihren Roman gelungen ab.
68 reviews
July 30, 2025
Traumatische Kindheitserlebnisse

Hanna ist Journalistin und reist zusammen mit ihrer Tochter Katie nach Borkum.

Da ihre Mutter in den sechziger Jahren ein Verschickungskind gewesen ist, möchte Hanna auf Borkum recherchieren, da sie einen Artikel über die damalige Zeit und die Kinder schreiben möchte.

Gerade auf der Insel angekommen macht Hanna Bekanntschaft mit einem der Inselärzte Namens Ole. Sie ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht in welchen Gewissenskonflikt sie hinein geraten wird.
Denn, nach nur wenigen Tagen verlieben sich Hanna und Ole ineinander, doch kommen immer mehre Geschehnisse ans Licht in denen klar wird das auch Oles Familie mit den Verschickungskindern zu tun hatte.

Während ihrer Recherche tun sich immer mehr Abgründe auf was die Kinder damals erleiden mussten und wie viele Menschen da mit drin gehangen haben. Stellenweise ist es nur sehr schwer zu ertragen was dort für grauenhafte Dinge vorgefallen sind und wie die Kinder behandelt wurden.

Auf Borkum gibt es jedoch einen heimlichen Unterstützer von Hanna der ihr Material zukommen lässt um ihr dabei zu helfen die Missetaten aufzudecken, während andere Inselbewohner alles dafür tun um zu verhindern das Hanna diesen Artikel schreiben wird.

Dieser Roman ist sehr bewegend, es zerreißt einem Regelrecht das Herz zu lesen wie mit diesen Kindern umgegangen worden ist. Es ist jedoch wichtig dies mal zu thematisieren.

Die Charaktere gefallen mir sehr gut, sie sind einfühlsam und empathisch. Wie eins zum anderen geführt hat, das hat mir alles gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Stellenweise war es so spannend, das ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.

Mein Fazit
Ein Roman mit Tiefgang der erstmal sacken muss wenn man ihn gelesen hat. Wer selbt Verschickungskind gewesen ist, bei dem könnte hier einiges wieder aufbrechen.
Leseempfehlung?
Ja.
Profile Image for Ancla Müller.
897 reviews5 followers
November 8, 2025
Ein historischer Roman, der unter die Haut geht

**** Worum geht es? ****
Dieses Buch spielt zwischen der Gegenwart und der Nachkriegszeit. Es erzählt von den dunklen Jahren der Verschickungskinder auf Borkum – Kindern, die zur Erholung geschickt wurden und dort stattdessen Schlimmes erleben mussten. Was als Kur zur Stärkung gedacht war, wurde für viele zum Albtraum.

**** Mein Eindruck ****
Ich war wirklich erschüttert, von diesen Geschehnissen zu lesen – obwohl das Buch belletristisch ist, merkt man deutlich, wie viel Recherchearbeit darin steckt. Dieser Teil der Geschichte hat mich zutiefst bewegt und mir an einigen Stellen Tränen in die Augen getrieben. Entsetzlich, aber wichtig.
Die Nachforschung in der Gegenwart war spannend gestaltet, und die Figuren – damals wie heute – sind vielschichtig und lebendig gezeichnet. Die Hauptfiguren konnte ich sofort ins Herz schließen. Hanna und Ole in der Jetztzeit sind einfach Zucker; ihre Entwicklung zu verfolgen, hat mir große Freude bereitet. Das Buch konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln, inhaltlich bereichern und zugleich gut unterhalten. Manche Elemente, vor allem das Thema Krankheit, wirkten auf mich allerdings etwas zu stark materialisiert und blieben unklar – hier hätte weniger Erklärung vielleicht mehr Wirkung entfaltet. Diese Stellen machten jedoch nur einen kleinen Teil aus und trübten den Gesamteindruck kaum. Insgesamt vergebe ich gute vier Sterne.

**** Empfehlung ****
Ich empfehle diesen Roman allen, die sich für historische Themen interessieren und emotionale, gut recherchierte Geschichten schätzen. Wer sich auf eine berührende, aufwühlende Lektüre einlassen möchte, die Fiktion und Realität gekonnt verwebt, wird hier sicher fündig.
35 reviews
July 17, 2025
Die Journalistin Hanna reist in den Sommerferien mit ihrer Tochter Katie nach Borkum. Sie möchte dort für einen Artikel Recherchen betreiben zu den Missständen eines Kinderkurheims, das dort in den 60er Jahren betrieben wurde und in dem auch ihre Mutter 1963 für sechs Wochen untergebracht war. Doch dort ist zu der Zeit noch einiges mehr geschehen als die schlimmen Erlebnisse der Verschickungskinder...

Das Thema um die Kinderverschickungen in der damaligen Zeit interessiert mich sehr und Eva Völler ist eine tolle Autorin, daher war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Das Cover ist schön und passend gestaltet und die Autorin versteht es, einen mit ihrem einnehmenden Schreibstil direkt in die Geschichte zu ziehen.
Hanna und ihre Tochter sind sympathisch und authentisch gezeichnet und auch Ole mochte ich direkt. Auch der Ort des Geschehens - Borkum - wurde sehr gut dargestellt, sodass ich direkt Bilder der Landschaft vor Augen hatte. Die Geschichte war sehr spannend, bewegend und schnell gelesen, dennoch muss ich sagen, dass ich sie mir im Vorfeld etwas anders vorgestellt hatte. Ich bin davon ausgegangen, dass hier die Missstände in den Kinderkurheimen im Fokus liegen würden, aber es kamen noch einige Themen, die bis in die NS Zeit zurückreichen, dazu und auch das Privatleben der Protagonisten nahm ziemlich viel Raum ein. Wer hier also mit einem Roman im Stil wie "Das Kind mit den stummen Augen" von Lena Rohn rechnet, dessen Erwartungen - die auch meine waren - werden nicht so umfänglich erfüllt.
Trotzdem ist Eva Völler hier ein bewegender, einnehmender und spannender Roman gelungen, den ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.
Profile Image for Cornelia.
184 reviews
July 30, 2025
Eva Völler klärt in diesem Roman über das Schicksal der sogenannten Verschickungskinder in der Nachkriegszeit auf. Sie stellt dem Buch eine Triggerwarnung voran, da sie die Zustände sehr detailliert schildert.

Chronisch kranke Kinder wurden alleine in Kur geschickt - egal wie alt sie waren. Die Zustände in den Kinderheimen, wie im Roman auf Borkum, waren aber alles andere als kindgerecht - sie ähnelten eher einer Kaserne. Von den Krankenkassen wurde die Unterbringung der Kinder gut bezahlt, aber von dem Geld landete nicht viel bei den Kindern.

Der Roman schildert die Recherchen der Journalistin Hanna, deren Mutter auch eine solche Kur auf Borkum gemacht hat. Wie bei vielen zeitgeschichtlichen Romanen gibt es zwei Zeitebenen: Hanna und ihre Tochter verbringen das Ende der Sommerferien auf Borkum und in Rückblicken erfahren wir mehr über die Kinder im Jahr 1963. Beide Zeitebenen sind meiner Meinung nach etwas überladen. In den Sechzigern wird nicht nur von den Zuständen im Kinderheim berichtet, sondern es gibt noch einen Kinderarzt, der die Leiterin des Kurheims noch aus der NS-Zeit kennt. Beide haben einiges zu verbergen und scheuen dabei vor nichts zurück.
Dass sowohl Hanna als auch ihre Tochter auf Borkum recht schnell ihrer großen Liebe begegnen und gleichzeitig an ihrer Mutter-Tochter-Beziehung arbeiten, ist zwar eine nette Auflockerung des ernsten Themas, wirkt an einigen Stellen aber etwas konstruiert.
Eva Völler gelingt es allerdings, alle Fäden am Ende zusammenzuführen und die Spannung die ganze Zeit hoch zu halten. Der dialog-geprägte Schreibstil ist sehr fesselnd.
Ich vergebe insgesamt 3.5 von 5 Sternen.
Profile Image for Melanie.
471 reviews5 followers
August 10, 2025
Eva Völlers Roman Der Sommer am Ende der Welt erzählt von Hanna, einer gerade 40jährigen allein erziehenden Mutter und erfolgreiche Journalistin, die mit ihrer Tochter Katie eine berufliche bedingte Reise nach Borkum unternimmt. Hier übernachten sie in einem Hotel, in dem früher ein Heim für Verschickungskinder war. Auch Hannas Mutter hat dort den Sommer 1963 verbracht, erinnert sich aber nicht mehr an die Zeit. Durch Videocalls mit Sabine, die ebenfalls im Sommer 1963 dort untergebracht war, sucht Hanna nach Informationen, was damals geschehen ist und kommt bald einer schlimmen Geschichte auf die Spur. Gleichzeitig entwickelt sie Gefühle für Ole, den Inselarzt, dessen Familie in die dramatischen Ereignisse des Jahres 1963 verstrickt ist. 

Die Verschickungskinder sind ein Thema des Romans, das der Autorin auch persönlich am Herzen liegt, da zwei ihrer Geschwister ebenfalls als Kinder verschickt wurden. Wie mit den teilweise noch sehr jungen Kindern umgegangen wurde, ist herzzerreißend und schrecklich zu lesen und die Stellen haben mich sehr berührt. 

Die Liebesgeschichte zwischen Hanna und Ole wird romantisch und gefühlvoll transportiert. Auch die Beziehung Hannas zu ihrer heranwachsenden Teenager Tochter und der eigenen Mutter nehmen Raum ein und boten mir auf jeden Fall viel Identifikationsfläche, da ich selbst in einem ähnlichen Alter bin und auch Töchter in Katies Alter habe. 

Gegen Ende des Romans wird es recht dramatisch und einiges war mir dann leider etwas zu überfrachtet. Alles in allem ist es aber ein sehr gut lesbarer Roman, der auch atmosphärisch viel bietet und mich sehr gut unterhalten hat.
151 reviews
August 22, 2025
Skandale

Ein Sommer auf Borkum sollte für Journalistin Hannah in „Der Sommer am Ende der Welt“ eine Recherche Reise sein. Es wird die persönlichste Reise ihres Lebens.

Hannah möchte sich mit dem Thema Verschickungskinder beschäftigen. Dafür reist sie mit Tochter Katie nach Borkum. Vor Ort trifft sie vor allem auf Widerstand- und erhält Unterstützung vom charismatischen Inselarzt Ole. Doch auch Oles Familie ist mit den Schicksal der Kinder verbunden…

Das Thema Verschickung wird in dem Roman gut eingeführt. Fiktive mit verschickten Kindern sowie Tagebucheinträge und das Schicksal von Hannahs Mutter bauen eine Verbindung zu damals auf, als in den 60er Jahren Kinder nach Borkum geschickt wurden. Verwoben sind die Tagebucheinträge und Interviews mit den Erlebnissen von Hannah in der Gegenwart, was durch ihren Recherche Bezug durchgängig gelingt. Auch der Mutter- Tochter Konflikt reiht sich wunderbar in die Thematik ein.
Was allerdings wirklich nicht abzusehen war ist wie tiefgreifend die Problematik ist. Ich bin sehr schockiert über den geschilderten Umgang mit den Kindern und auch über die Medikamente, die getestet wurden. Für mich zeigt vor allen Ole große Stärke, als er sich von der kriminellen Vergangenheit seiner Familie distanziert.
Der Roman ist sehr angenehm geschrieben und weißt aus meiner Sicht viel Spannung durch unvorhergesehene Wendungen auf. Sicher, die meisten verschickten Kinder denken nicht mehr an die Zeit, doch es sollte nicht vergessen werden. Das hätte aus meiner Sicht mehr betont werden müssen. Ich gebe dennoch fünf Sterne.
55 reviews
August 2, 2025
Dunkles, unaufgearbeitetes Kapitel der deutschen Vergangenheit

Ich hatte vor dem Lesen ein bisschen die Befürchtung, dass eine Liebesgeschichte und so ein ernstes Thema wie Verschickungskinder nicht gut zusammenpassen würden. Aber zum Glück wurde ich positiv überrascht.

An manchen Stellen war mir die Liebesgeschichte zwar etwas zu kitschig, z. B. wenn die Augenfarbe des Gegenübers als flüssiges Silber beschrieben wurde, aber insgesamt hat sie einen guten Ausgleich zu der ansonsten schweren Kost geschaffen.

Durch die verschiedensten Perspektiven aus der Vergangenheit und Gegenwart ist das Buch abwechslungsreich aufgebaut. Es war teilweise auch richtig spannend zu lesen, wie sich beide Zeitstränge nach und nach miteinander verknüpft haben.

Am interessantesten fand ich die Perspektive aus den 60ern von der sechsjährigen Sabine, die auch zur Kur auf Borkum war. Dadurch hat man durch Kinderaugen vermittelt bekommen, was den Verschickungskindern Schlimmes angetan wurde. Es war einerseits informativ, aber gleichzeitig auch absolut erschreckend: ein dunkles, unaufgearbeitetes Kapitel der deutschen Vergangenheit.

Wer schon einmal auf Borkum war, wird Vieles in den Beschreibungen wiedererkennen. Die Villa Aurelia ist jedoch fiktiv.

Insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich für die Vergangenheit interessiert und nicht durch die integrierte Liebesgeschichte abgeschreckt wird.
374 reviews4 followers
July 21, 2025
Authentisch und bewegend

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil mich das Thema der Verschickungskinder tief berührt und ich mehr über dieses Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte erfahren wollte. Durch die persönliche Perspektive der Autorin wirkt die Geschichte besonders authentisch und bewegend.
Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Tochter Katie nach Borkum, um über ein ehemaliges Kinderkurheim zu recherchieren, in dem ihre Mutter 1963 traumatische Erfahrungen gemacht hat. Mithilfe der Zeitzeugin Sabine und des Inselarztes Ole, mit dem sich auch eine schöne Liebesgeschichte entwickelt, deckt sie nach und nach dunkle Geheimnisse auf. Den Anstoß geben ein mysteriöses Tagebuch und eine Inselkarte mit markierten Koordinaten.
Es ist ein abwechslungsreicher Mix aus Familiengeschichte, Historienroman und Krimi. Der Roman wechselt dabei zwischen verschiedenen Zeitebenen, insbesondere zwischen 1963 (teilweise mit Rückbezügen zur NS-Zeit) und der Gegenwart.
Es werden viele Themen aufgegriffen: NS-Vergangenheit, Verdrängung, Traumatisierung, jüdischer Besitz, Demenz, Mutter-Tochter-Beziehungen u.v.m. Dadurch bleibt die Handlung kurzweilig und spannend, ohne zu bedrückend zu wirken.

2,302 reviews13 followers
July 29, 2025
Zum Inhalt:
Hanna hat den Plan über die sogenannten Verschickungskinder von Borkum zu berichten, denn auch ihre Mutter hat bei einer solchen Verschickung Schlimmes erlebt. Auf der Insel stößt sie auf viel Widerstand, aber der Inselarzt Ole steht ihr zur Seite. Eines Tages wird ihr ein Tagebuch zugespielt, dass einer Betreuerin gehört hatte. Immer mehr wird klar, dass es ein Verbrechen gab.
Meine Meinung:
Es ist nicht das erste Buch, dass ich über Verschickungskinder gelesen habe, diesmal fand ich die Geschichte allerdings noch ein Stück berührender, da zwar nicht die Autorin selbst, aber ihre Geschwister auch eine Erfahrung in die Richtung gemacht haben. Man kann einfach nicht ermessen, was die Kinder durchgemacht haben. Den Eltern entrissen, voller Heimweh, werden sie gequält und müssen einfach nur gehorchen, schrecklich. Die Geschichte, die die Autorin darum gesponnen hat, hat mir gut gefallen. Auch die Ereignisse in der Gegenwart, bei denen einiges ans Licht kommt und letztendlich auch fast tödlich hätte enden könne, fand ich sehr spannend erzählt. Der Schreibstil ist angenehm und gut lesbar.
Fazit:
Hat mir gefallen
Profile Image for Anne Dietrich.
196 reviews
August 8, 2025
Unfassbare Schicksale

Ich lese sehr gerne historische Romane, bin aber immer wieder erschüttert über das, was in der Vergangenheit passiert ist. In diesem Buch geht es um ein Stück Zeitgeschichte, über das ich bisher nur wenig wusste, das zeitlich nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist und das sich mit dem Schicksal der Verschickungskinder befasst.
Die Mutter der Journalistin Hanna ist 1963 zu einer Kinderkur nach Borkum geschickt worden und hat dort Schreckliches erlebt. Hanna möchte mehr darüber erfahren und begibt sich zum Nachforschen nach Borkum. Dort hilft ihr der Inselarzt Ole in den sich Hanna prompt verliebt und dessen Familie eine dunkle Vergangenheit hat.
Das Schicksal der Kinder, die damals zur Kur nach Borkum kamen, ist einfach schrecklich. Ich musste beim Lesen mehrfach pausieren, da mich die Ereignisse so mitgenommen haben. Durch die Liebesgeschichte in der Gegenwart werden die heftigen Ereignisse der Vergangenheit dankenswerterweise ein wenig abgemildert.

Das Buch hat mich wirklich mitgenommen und war alles andere als leichte Kost. Dennoch finde ich es wichtig, dass es gelesen wird, damit diese Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.
Profile Image for Astrid.
312 reviews1 follower
August 13, 2025
Potential verschenkt
Verschickungskinder, ein Thema, das selten in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Eva Völler hat dieses Thema, vor dem Hintergrund der persönlichen Erfahrungen ihrer Geschwister, in einen Roman eingebettet. Der Klappentext des Buches vermittelt die Erwartung, dass es hier in der Hauptsache um die Schicksale und Erfahrungen der Verschickungskinder geht.

Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Tochter nach Borkum, um weitere Recherchen zu diesem Thema zu betreiben, da auch ihre Mutter eins dieser Kinder in 60er Jahren war.

Der Aufbau des Buches ist insgesamt gut gestaltet. Die Erzählung wird unterbrochen durch Gespräche mit einer Betroffenen und ein altes Tagebuch.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Jetzt kommt das große Aber. Eva Völler verliert schnell den Fokus auf das wesentliche Thema. Eingerahmt von Liebesbeziehungen, konstruierten Handlungen, merkwürdigen Déjà-vus und weiteren Handlungsfäden, die alle keinen Mehrwert für das Thema bieten, geraten die Verschickungskinder in den Hintergrund.

In ihrem Nachwort weist sie darauf hin, dass das Buch keinen dokumentarischen Anspruch hat und es ein Unterhaltungsroman nach wahren Begebenheiten ist.

Das Buch konnte leider meine Erwartungen an das Thema nicht erfüllen.
141 reviews
August 28, 2025
Ein spannendes Buch über ein Thema, das mir vollkommen unbekannt war.

Hanna ist Journalistin und reist auf die Insel Borkum um einen Artikel über die Verschickungskinder zu schreiben. Dort erwartet sie leider nicht nur positive Reaktionen.

Meine Meinung

Dieses Thema ist mir vollkommen unbekannt und ich finde eine Lektüre, bei der ich was lernen kann, schon mal sehr bereichernd. Wenn das Thema dann noch in einem spannenden Buch in Form eines Romans verpackt ist, um so besser.

Dieses Buch liest sich leicht und flüssig und die Personen und Handlungen werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben.

Die wichtigsten Personen kommen sympathisch und authentisch rüber.

Ich habe das Hörbuch gehört und fand die Sprecherin sehr gut. Sie hat eine angenehme und ausdrucksstarke Stimme.

Ein kleiner Minuspunkt ist, dass mich die Story erst nach etwas einem Drittel so richtig packen konnte.

4 Sterne und eine Kaufempfehlung
Profile Image for Hannah Kratzke.
22 reviews1 follower
August 29, 2025
„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler hat mich tief erschüttert.
Es wird beschrieben wie das Leben der sogenannten „Verschickungskinder“ ablief. Dies sind Kinder, die als zu dünn galten und deshalb auf eine Kur geschickt wurden sind, um zuzunehmen. Das Buch basiert auf einigen waren Begebenheiten, wie man im Abspann erfährt.
Die Charaktere in dem Buch sind sehr authentisch. Zum einen gibt es Hannah, die herausfinden möchte, was mit ihrer Mutter passierte, als sie selbst ein Verschickungskind war und mit ihrer Tochter nach Borkum reiste. Dann gab es Sabine, die zufällig zusammen mit ihrer Mutter zur gleichen Zeit in der gleichen Unterkunft war. Außerdem der Sohn des Arztes des Verschickungsheimes, der ebenfalls durch Hannahs Recherchen einige Familiengeheimnisse erfährt.

Allgemein hat mir das Buch sehr gut gefallen. Allerdings ist es keine leichte Kost und vor allem beim Abspann habe ich Gänsehaut bekommen.
Displaying 1 - 30 of 36 reviews

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