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Brennen

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»Brennen« ist eine atemlose Reise, voller Exzesse, skurriler Begegnungen, über Grenzen, an den Rand von Abgründen – und immer wieder zurück zu den Sommern der Jugend in Tel Aviv, zu Tyler und einer Nacht, die alles veränderte.

Zwölf Jahre, nachdem das Schicksal die beiden auseinandergerissen hat, drängt es den Erzähler, seinem Freund Tyler zu von dem Leben, das inzwischen vergangen ist. Von Dreharbeiten im russischen Schnee, kurz vor dem Krieg, von einer sizilianischen Jagdgesellschaft und einem furchtlosen Dackel, einem in Flammen stehenden Filmstudio in der Nähe von Auschwitz, vom existenziellen Kampf gegen eine wuchtige Britin – eine Geschichte von Übermut, von der Verzweiflung und der brennenden Leidenschaft.

In einer Sprache, die zugleich aufwühlt und tröstet, schreibt Daniel Donskoy über Aufbrüche, über den Rausch und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Man lacht laut – und im nächsten Moment trifft es einen mitten ins Herz.

315 pages, Kindle Edition

Published October 9, 2025

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About the author

Daniel Donskoy

2 books1 follower

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29 (31%)
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8 (8%)
1 star
5 (5%)
Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Gordon Ambos.
Author 4 books79 followers
October 9, 2025
Daniel Donskoy war für mich bis jetzt immer eine Person, die ich am Rande mitbekommen habe, ob es durch seine Hauptrolle in einer mittelmäßigen RTL-Serie war, oder durch seine Musik, die mir Instagram oft genug in den Algorithmus gespült hat. All das ist natürlich Geschmackssache, aber ich bin nicht umhingekommen, seine Inhalte oftmals etwas cringey zu finden. Als ich dann mitbekommen habe, dass sein Debutroman bald erscheinen soll, war mein Interesse trotzdem geweckt. Ich lese generell gerne die Romane von Autor*innen, die eigentlich für andere Dinge bekannt geworden sind. Manchmal funktioniert das gut, so wie bei Bianca Nawrath, die eine meiner liebsten deutschen Autor*innen geworden ist. Oft scheitert es aber auch kläglich, wie zum Beispiel bei Sabin Tambrea, dessen Roman Nachtleben so grottig war, dass mir schlicht die Worte gefehlt haben. Und auch bei Brennen von Daniel Donskoy bin ich etwas sprachlos, dass sowas den Weg in einen großen Verlag und in den Buchhandel findet. Ich werde jetzt keinen Promi-Bonus aufgrund seines Bekanntheitsgrades unterstellen, weil es vielleicht auch einfach an meinem subjektiven Geschmack lag, dass ich dieses Buch so furchtbar fand.

Das Buch beginnt in England und wir lernen den (vorerst) namenlosen Ich-Erzähler kennen. Schnell wird klar, dass es sich hierbei um einen Self-Insert handelt und die Hauptfigur Daniel Donskoy selbst ist. Erst erfahren wir durch geschriebene Briefe nur seinen Anfangsbuchstaben D, aber an einer einzigen Stelle wird tatsächlich der Name Daniel genannt. Ob das ein Versehen war oder Absicht, kann ich nicht sagen, aber es war auch ohne die Nennung sehr offensichtlich.
Im ersten Kapitel wird Daniels erster Tag an einer Schauspielakademie beschreiben und bereits hier hatte ich so einige Probleme mit der Art, wie der Autor Menschen, insbesondere Frauen, beschreibt. Die bitterböse Theaterdozentin Eloise Blunderstone (wenn J.K. Rowling nicht selbst Britin wäre, würde sie eine britische Person ebenfalls so nennen) wird als „wuchtig“ bezeichnet, der Protagonist beschreibt, wie die Frau durch ihre Leibesfülle keinen Hals mehr hat. Mir ist es egal, wie fies und gemein eine Figur dargestellt wird, Bodyshaming geht halt einfach gar nicht.

… eine wuchtige Britin, bei der man den Hals vergeblich sucht, so nahtlos geht ihr Kopf in ihre breiten Schultern über. Kleine glitzernde Schweißperlen sammeln sich auf ihrer Stirn und rinnen über die pulsierenden Adern an ihren Schläfen hinab.


Der nächste Satz hat mich auch komplett gekillt.

… ihre kleinen, an Ferkel erinnernden Augen blitzen auf.


Und merkwürdigerweise hat Daniel Donskoy solche Körperbeschreibungen nur für die Frauen in diesem Buch übrig. Es spielen zahlreiche Männer in der Geschichte eine Rolle, von denen man nicht mal die Haarfarbe erfährt. Aber die Boshaftigkeit der Theaterdozentin musste unbedingt durch ihren wuchtigen Körper und ihre Schweineaugen akzentuiert werden. Das ist für mich einfach ein grottenschlechter Schreibstil.

Bereits bei der 6%-Marke des Buches haben wir zwei (!) Harry Potter-Erwähnungen, die ich vor fünf Jahren noch verziehen hätte, aber in the year of the Lord 2025 geht sowas einfach gar nicht mehr. Nicht mal nur, weil die Autorin unfassbar problematisch ist, es ist auch einfach lazy. Harry Potter kennt jeder, es gibt keinen Vergleich, der nicht schon irgendwann mal gemacht wurde. Denkt euch halt einfach mal was Neues aus.

Der gesamte Anfang des Buches besteht im Grunde daraus, dass Daniel von einer hanebüchenen Situation in die nächste stolpert. Hier zeigt sich auch zum ersten Mal, was für ein passiver Mensch er ist. Er lässt alles mit sich machen, lässt sich mitziehen und hinterfragt rein gar nichts. Selbst, wenn er in potenziell lebensgefährliche Situationen gerät (in die er sich selbst hineinmanövriert), verhält er sich dumm. Er hat schlichtweg keinerlei Selbsterhaltungstrieb. Was er ebenfalls nicht besitzt, sind irgendwelche Charakterzüge. Man könnte meinen, er wäre als Schauspieler eine interessante Figur, aber nein. Interessant sollen hier ganz offensichtlich die Nebenfiguren sein, die allesamt aber nur massiv überzeichnet sind.

Richtig wild wird es dann aber in dem Abschnitt in dem Daniel (der fiktive) von seiner Zeit in Moskau berichtet. Für einen Dreh verbringt er nämlich eine Weile in Russland und hat dort einige interessant Dinge zu berichten. Zum Beispiel geht es eine Seite lang sehr detailliert darum, wie er eine Urinprobe abgibt.

Ich kreise mit meinen Schulterblättern rückwärts. In meinem Beckenboden wird es wärmer. Der Druck auf meinen Harnleiter verringert sich, ja, wir sind fast da … Und dann, ganz plötzlich, wie der Korken einer Flasche Krimsekt, schießt es warm aus mir heraus.


Zum Fürchten fand ich aber auch seine Beschreibung des Hodensacks einer komplett unwichtigen Figur:

… einen der längsten und dicksten Hodensäcke erblicke, die ich in meinem Leben erblickt habe. Dieser baumelt gemütlich an der Kante der Bank gen Boden. Ich schaue dem Herrn wieder ins Gesicht und überlege, ob meine Eier sich in dem Alter auch so sehr der Schwerkraft ergeben werden.

Warum hören die nicht auf zu baumeln? Rechts, links. Rechts, links. Der Hoden tanzt.


Von seinen Dreharbeiten in Russland bekommt man sonst nicht viel mit, außer, dass er für seine Rolle auf einem Pferd reiten muss. „Wir galoppieren“ heißt es dann und ich frage mich, ob Daniel sehr intensiven Reitunterricht hatte oder er das einfach so kann? Erklärt wird es jedenfalls nicht.
Eine Szene, die mich auch irritiert hat, war, als er einen Familienstreit in einem Restaurant mitbekommen hat und anfängt, alle Beteiligten als Alice im Wunderland-Figuren zu charakterisieren. So endet das Kapitel mit „… aber Alice muss nun dringend ins Bett. Goodbye Wonderland.“
Hier hat es mich wieder so unnormal weggecringed. Generell gibt es so viele Stellen, die mit irgendeinem Spruch enden, der einfach nur zum Augenverdrehen anregt. Hier wusste ich aber noch nicht, dass mir der schlimmste Abschnitt noch bevorsteht. Es geht nach Italien.

Um 2020 dem Corona-Lockdown zu entfliehen, lässt Daniel sich von seinem guten Freund Gabriel in eine Ferienvilla nach Kalabrien einladen. Dort taucht dann auch noch ein Pärchen mit Dackel, und eine Frau namens Loreen auf, auf die Daniel sofort scharf ist.
Ich werde nicht groß darauf eingehen, was diese fünf Personen in dieser Villa erleben, aber es ist SCHLIMM. Was ein nettes Kammerspiel hätte werden können, war einfach eine Aneinanderreihung von pseudo-deepen Gesprächen, unterbrochen durch irgendein Drama, weil die Figuren nicht kommunizieren können oder jemand im Drogenrausch etwas Dämliches macht. Hier gibt es mal wieder eine Stelle auf Hodensack-Niveau:

… ich musste dabei husten, was dazu führte, dass die ohnehin schön flüssige, aber nun auch halb zerkaute Burrata nach kurzem Flug in Lisas schwarzen Haaren hing.


Generell war der Kalabrien-Abschnitt, der fast die Hälfte des ganzen Buches ausmacht, ein kompletter Fiebertraum. Und kein guter. Eine große Rolle spielt in diesem Abschnitt der Dackel Heinrich, den Daniel, ähnlich wie Eloise Blunderstone, direkt zum Feindbild macht:

Ich hatte kleine Hunde noch nie gemocht, aber dieses Exemplar, dem man seine Verwöhntheit auf den ersten Blick ansehen konnte, weckte direkt Aggressionen in mir. Heinrich war kein echter Hund und er passte zu den beiden…


Imagine du hast Aggressionen auf einen Hund, weil er klein ist. Wow. Bis zu der Stelle war mir Daniel ziemlich egal, aber so langsam fand ich ihn immer mehr zum Kotzen. Generell kommt der Hund in diesem Buch nicht gut weg, also TW: Tierleid für alle Durchgedrehten, die das nach dieser Review noch lesen wollen.
Frauen werden auch hier wieder toll beschrieben:

Auch die vollen Lippen sprachen für gute Gene oder einen Arzt mit außergewöhnlichem Spritztalent.


Spritztalent? Wer schreibt so?? 😭

Ich könnte jetzt ellenlange Dialoge der Figuren einfügen, die mich wahnsinnig gemacht haben. Jedes Gespräch ist so emotional aufgeladen, die Figuren reden metaphorisch und aufgeblasen miteinander. Es hat sich alles gelesen wie ein sehr prätentiöses Theaterstück. Hier ein kleiner Dialog zwischen Daniel und Loreen, die er erst seit wenigen Stunden kennt:

»Ich sehe doch, wie du uns alle beobachtest. Du willst alles auseinandernehmen, jeden von uns. Was machst du, wenn du uns dann nicht wieder zusammensetzen kannst?«
»Dann lasse ich die Einzelteile liegen und warte, wer zuerst darüber stolpert.«


Ich weiß einfach, dass der Autor hier kurz innegehalten und sich dafür innerlich auf die Schulter geklopft hat. Weil alles in dem Buch so klingt, als hätte man sich sehr lange darüber Gedanken gemacht. Aber so konstruiert sind normale Gespräche einfach nicht.

Auch ein toller Satz:

»Du wirfst mit Diagnosen um dich wie mit Rasierklingen und wunderst dich dann, wenn jemand zurückblutet.«


Kein Mensch redet so. Wirklich niemand.

Jedenfalls endet dieser Kalabrien-Aufenthalt nach langem pseudo-philosophischem Gelaber in einer sehr chaotischen Nacht, in der alle durchdrehen, bis drei italienische Polizisten auftauchen, die schon beinahe auf Tim und Struppi-Level unfähig sind. Sie heißen übrigens Marco Rossini, Luigi Bianchi und Vincento Esposito. Hier scheint mal wieder das rowlingsche Namensgebungstalent durch, es fehlt nur noch Mario Spaghetti.

Im letzten Abschnitt des Buches erinnert sich der Autor dann mal wieder an den Aufhänger der Geschichte, und zwar, dass Daniel seinem besten Jugendfreund Tyler Briefe schreibt. Wir springen hier also zurück in Daniels Jugend in Israel. Ich werde mich nicht groß zu der offensichtlichen Problematik äußern, weil es nur einen winzigen Teil des Buches ausmacht. Jedoch finde ich es wichtig, wenn man die Geschehnisse des 7. Oktobers 2023 beschreibt, auch nicht den Genozid in Gaza unter den Tisch fallen zu lassen, der parallel stattfand und bis heute andauert. Ganz gleich, welche Wurzeln man hat oder welchem Land man sich zugehörig fühlt. Das kam mir hier leider zu kurz.

Abschließend kann ich dem Buch leider nicht mehr als einen Stern geben. Die Figuren waren furchtbar, die Dialoge konstruiert und nervig, und der Schreibstil mehr als holprig. Mal abgesehen vom Plot, der entweder nicht-existent oder beinahe schon zu abstrus war, um dieses Buch ernst nehmen zu können.
Profile Image for Anika.
967 reviews325 followers
October 26, 2025
Der Sinn und Zweck dieses Buchs hat sich mir leider überhaupt nicht erschlossen. Das ist eine lose Sammlung an Episoden aus dem Leben des (extrem unsympathischen, sich als verkanntes Genie durch die Seiten jammernden) Protagonisten D., die er seinem entfremdeten Freund erzählt. Alles Szenen, die nirgendwo hinführen, eine Art best of schönste Ferienerlebnisse mit allem, was die Schreibschule so hergibt. Die einzige Gemeinsamkeit ist die internationale Klischeekiste, (England – alles Harry Potter, Russland – Wodka ohne Ende, Italien – die Burrata sprizt vom Brot usw.).

Über die Hälfte nimmt eine kammerspielartige Episode in Kalabrien ein, in der nichtssagende Charaktere sich durch einen völlig skurrilen (leider keine Satire) Plot philosophieren, inkl. totem Priester und göttlicher Eingebung (und Dackelbashing, was mich extrem getriggert hat, gebe ich offen zu). Die eigentliche Basis dieser Erzählung, die Annäherung an den entfremdeten Freund, dem zwischendurch immer wieder poesiealbumartige Briefe geschrieben werden, findet, wie ein fast vergessener Anhang, auf ein paar wenigen letzten Seiten statt.

Sprachlich: extrem olfaktorisch, ständig riecht es nach irgendwas, teilweise völlig schief („Der muffige Duft des alten Gemäuers mischt sich perfekt mit dem Duft krustiger Tanzschuhe und der salzigen Tränen junger Talente.“, ein vertrauter modriger Geruch des alten Hauses: Mischung "aus abgestandenem Tee, Harz und dem Mief von allgegenwärtiger Feuchtigkeit", es riecht "nach in Butter gebratenen Leckereien und Sodbrennen" [???] usw) . Zahlreiche weitere schiefe (oder eher: schräge) Bilder ohne Ende, von "Zigarren so dick wie Kinderarme" zu meinem Liebling: jemand macht ein Gesicht, das „an eine pupsende Hyäne erinnert“ - wer kennt es nicht? Uff. Hinzu kommen völlig willkürlich wechselnde Erzählzeiten sowie -stimmen: zu rund 95% sind wir im Kopf des Protagonisten (was echt nicht schön ist), in Kalabrien dann plötzlich in einer Szene in den Köpfen anderer Charaktere (inkl. Dackel).

Hier habe ich mich beim Lesen fast durchgängig geärgert, hätte ich gerne drauf verzichtet. Keine Empfehlung.

Mehr zum Buch in unserer ausführlichen Besprechung @ Papierstau Podcast: #334: Sexy Schelm.
1 review
October 10, 2025
Das Buch ist von vorne bis hinten ein wilder Ritt, gefüllt mit einigen WTF-Momenten, die einen eiskalt erwischen, aber mindestens genauso vielen leichten Momenten die einen zum Lachen bringen. Ein Buch zwischen Freundschaft, schicksalhaften Begegnungen und Selbstfindung, das weit über den Tellerrand hinaus geht und zum Nachdenken anregt. Zwischen Exzessen, Ausflüchten und der Suche nach dem Selbst, begegnet der Protagonist nicht nur furchteinflößenden Lehrern, russischen Banjabesuchern und wild gewordenen Reisebegleitern sondern nebenbei auch dem Leben.
Daniel Donskoy lässt die Leser*Innen in seinem Debütroman sämtliche Emotionen an verschiedenen Schauplätzen durchlaufen und man findet sich wieder zwischen "ich will wissen, wie es weitergehen" und einem "ich will nicht, dass es endet".
Profile Image for Liza.
4 reviews
November 8, 2025
Ein Buch, das mich durch viele verschiedene Gefühle geführt hat.
Leider wirkte es an manchen Stellen, als würde es einfach nur eine Reihe „cooler oder spannender“ Erlebnisse aufzählen, die Donskoy hatte oder eben nicht hatte.
Mit vielem konnte ich mich identifizieren und mit dem Protagonisten sympathisieren, doch es blieben oft nur kurze Momente oder einzelne Gedanken, die mich wirklich berührten.
Besonders in der ersten Hälfte musste ich mich durch seitenlange, teils unnötige Vergleiche kämpfen. Dann wurde es besser – und später wieder schlechter. Es war ein ständiges Auf und Ab.
Trotzdem hat Donskoy mich zum Nachdenken gebracht und mich am Ende tief berührt.
Ich bin zwiegespalten, irgendwo zwischen Bewunderung und Enttäuschung.
Profile Image for Pia.
2 reviews
October 24, 2025
Der Roman zieht mich irgendwie in den Bann, obwohl ich, wie auch von jemand anders hier bereits detailliert beschrieben, teils starkes Unbehagen beim lesen empfand. Vielleicht ist es das, was mich sowohl fasziniert aber auch etwas verstört.

Profile Image for Andrea Karminrot.
305 reviews6 followers
November 17, 2025
Daniel Donskoy der Schauspieler und Musiker hat ein Buch geschrieben. Brennen. Sein erstes Buch. Dabei scheint er ein bisschen aus seinem eigenen Leben zu erzählen. Das steht aber nicht explizit in dem Klappentext. Aber kaum, dass der Leser in dem Buch Kontakt zu dem Icherzähler aufgenommen hat, steckt er in dem Buch fest. Eine wilde und atemlose Geschichte beginnt. Es ist eine Geschichte, von einem jungen Mann, der sich selber spüren möchte, seine Freiheit genießt und die verlorene Freundschaft vermisst. Dabei spielt Feuer immer wieder eine Rolle. Als müsste etwas brennen, damit der Erzähler sich spürt. 

Brennen, der Roman von Daniel Donskoy

Der Icherzähler Daniel beschreibt, wie er eine Kariere als Schauspieler ansteuert und wie schwer es ihm fällt, sich auf die gewichtige Schauspiellehrerin in einer Londoner Schauspielschule einzulassen. Diese traktiert den jungen und überschwänglichen Mann. So hatte er sich das nun wirklich nicht vorgestellt! Eine Lösung findet sich bald und der Erzähler zieht weiter nach New York, um dort an einer anderen Schule Schauspiel zu lernen und der Gewichtigen den Mittelfinger zu zeigen, zu beweisen, dass doch etwas aus ihm werden kann.
Die nächste Station ist in Russland und wie man als Nichtrusse zu einer Arbeitserlaubnis kommt. Merkwürdige Begebenheiten nach dem Filmdreh werden in den blumigsten Worten beschrieben, damit der Leser einen Film vor Augen hat, der nicht loslassen wird. Weiter geht's mit einem Urlaub mit einem Kumpel in Kalabrien. Dieser endet in einem Chaos und einem Blutbad.

12 Jahre begleitet der Leser den jungen Mann, der nichts auslassen wird. Weder Drogen noch Sexorgien und sich doch immer wieder nach seinem besten Freund Tyler sehnt, ihm Briefe schreibt, die voller Liebe und Erinnerungen sind. 
Ich habe lange über das Gelesene nachgedacht. Daniel, der Erzähler, hat russische Wurzeln, ist in Deutschland und Israel groß geworden und hat Israel vor dem letzten Krieg schon wieder verlassen. Aber die Sehnsucht nach seinem Freund Tyler lässt ihn einfach nicht los. Ich wusste wirklich nicht, wie ich diese Exzesse in dem Buch beurteilen sollte. Wie nah sind sie an der Wirklichkeit? Und doch hat der Autor einen guten und mitreißenden Schreibstil.
Profile Image for Anna.
12 reviews
January 14, 2026
1,5 Sterne.

Ein Roman, der sich anfühlt wie ein Hostel-Gespräch mit einem überdurchschnittlich attraktiven Backpacker. Ein paar „extreme“ Stories über Konsum, Exzess, Sex und Selbstsuche, alles untermalt mit dieser Paul-Coelho-Tiefe.

In Brennen erzählt Daniel als autobiografisch grundierter Ich-Erzähler und Schauspieler von seinem Leben vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Krisen. Nicht immer ist klar, was Erfahrung ist und was Überhöhung. Trotzdem stellt sich schnell das Gefühl ein, all das schon einmal gehört zu haben, nachts um drei auf einer Party oder eben im Hostel, erzählt von einem leicht nervigen Typen, der sehr viel Raum einnimmt. Was als intim und radikal ehrlich gelesen werden könnte, hat sich für mich eher nach zur Schau gestellter Tiefe angefühlt. Und genau darin liegt mein größtes Problem mit dem Roman.

Ah, du hast oberkörperfrei auf einer Fetisch-Party gekellnert und wurdest rausgeworfen, weil du Grenzen hattest, spannend. Ach, dein erstes Mal war ein Dreier? Oh, du hast dich in der Berliner Techno-Szene und im Konsum verloren. Dazu kommen pseudo-edgy Ausführungen über die baumelnden langen Hoden anderer Männer, Urinproben, rote Schamhaare und den Moment, in dem er nackt in seiner WG-Küche stand und doch nicht allein war. Viel Nähe, viele Details, aber für mich wenig Erkenntnis.

Natürlich blitzen zwischendurch gute Stellen auf. Etwa die Einblicke in die Schauspielerei, ein Filmdreh in Russland kurz vor dem Angriffskrieg gegen die Ukraine oder die Frage, welche Verantwortung Daniel gegenüber Israel empfindet und ob er, wie sein bester Freund, dem israelischen Militär beitreten soll. Das sind die Passagen, die dem Roman Tiefe und Reibung hätten geben können. Doch sie werden schnell wieder abgeräumt.

Stattdessen füllt gefühlt die Hälfte des Buches eine abstruse Urlaubsgeschichte in Kalabrien, inklusive eines toten Priesters, einer Affäre mit einer vergebenen Frau, einer Wildschweinjagd unter dem Einfluss von Pilzschokolade und gestelzten Gesprächen über Gott und Glauben.

So wird das eigentliche Thema des Romans, das Brennen der Welt und die Suche nach einer Haltung in ihr, für mich überlagert und am Ende eher Pose als Auseinandersetzung. To be fair: Das mag auch daran liegen, dass ich den Ich-Erzähler zunehmend unsympathisch fand. Ich hatte das Gefühl, einem Mann zuzuhören, der mit viel unreflektiertem Pretty Privilege durch die Welt geht, in Gesprächen keine Rückfragen stellen würde, und eher nur mit Frauen spricht, mit denen er schlafen würde.
Profile Image for Filipines Buchclub.
54 reviews1 follower
November 20, 2025
Daniel Donskoy schreibt in „Brennen“ über sein Leben.

Ich habe das Hörbuch, das von ihm selber vorgelesen wird, gehört und muss sagen, er liest fantastisch, es ist eine wahre Freude, ihm zuzuhören. Er brennt für das, was er liest, und das spürt man.

Daniel Donskoy schreibt Briefe an seinen Freund Tyler und erzählt ihm aus seinem Leben. Über die Zeit auf der Schauspielschule in London und New York, seinen Arbeitsaufenthalt in Russland, Ferien mit Freunden in Italien, sein Gastspiel in den USA und die zwei Brände, die sich innerhalb eines Jahres abspielten und er schreibt über seine Freundschaft zu Tyler.

Ich habe sein Buch sehr gerne gehört, zum Teil ist es witzig, dann wieder sehr ernst und manchmal abstrus. Einzig die Episode in Italien war mir zu ausführlich, zumal ich mir zu dem Zeitpunkt, die Frage gestellt habe, wo bleibt der rote Faden in dem Buch? Zu meiner großen Zufriedenheit hat sich am Ende der Kreis geschlossen und ich habe verstanden, warum er uns sein Leben erzählt.

Gerne empfehle ich dieses, von Daniel Donskoy selbst vorgelesene Hörbuch. Es ist ein Vergnügen, ihm zuzuhören.
Profile Image for Kati.
101 reviews3 followers
November 29, 2025
Entwickelt vor allem in der zweiten Hälfte so eine raue Wucht, dass mir am Ende kurz die Luft wegbleibt, spart aber auch nicht mit Kalenderspruchpathos. Eine Geschichte gewordene Rage, eine männliche Selbstfindung (teils klischeebehaftet), so dicht, nah und verletzlich, so sanft, traurig und präsent, dass man sie unbedingt aufgrund der grandiosen Intonation Daniel Donskoys als von ihm selbst gesprochenes Hörbuch kennenlernen sollte.
Profile Image for Nils.
170 reviews7 followers
December 11, 2025
Beim Lesen habe ich mich ab der Hälfte gefragt, wovon dieser Roman eigentlich handelt. Am Ende habe ich es verstanden. Ein starkes Debüt, dem man auf Grund seines episodischen Erzählens trotzdem bis zum Ende eine Chance geben sollte. Für mich hat es sich gelohnt.
1 review
December 18, 2025
ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Das Buch hat einige gute Ansätze und Gedankengänge aufgenommen, aber die Ereignisse wirken sehr konstruiert - selbst, wenn sie so stattgefunden haben - wahrscheinlich war es nur zu sehr in ein Buch gepresst.
Profile Image for Alex Wieg.
4 reviews
October 25, 2025
Die Teile über Tyler sind richtig gut, aber der Rest hat mich einfach absolut nicht angesprochen.
Profile Image for Kathleen.
36 reviews
December 14, 2025
Starker Anfang. Teile über Freundschaft zu Tyler sind sehr gut, auch einzelne Sätze holen einen ab. Aber leider insbesondere Mittelteil über Italien Urlaub leider plump, einfach und man kann als normalo abosulut nicht realaten. Teilweise sehr Klischeehaft und überzogen
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