Eine neue Perspektive auf die Geschichte der Menschheit
Morgane Llanque zeigt, wie vielfältig unsere Welt schon immer war und wie historische Dynamiken unsere Sicht auf Normalität prägen.
Was Geschichte ist, wurde lange von Männern aus dem Westen entschieden. Hier setzt Morgane Llanque an – denn was heute »normal« und als »schon immer so« erscheint, war vor nicht allzu langer Zeit vielfältiger, diverser und Sie erzählt von römischen Kaisern, die sich die Beine rasierten, von muslimischen Gelehrten am Hof von Friedrich II., von Bündnissen zwischen weißen Südstaatlern und den Black Panthers und von Frauen in den Anden, die in der Steinzeit jagten.
So entsteht in globaler Perspektive eine andere Geschichte von Geld und Macht, Patriarchat, Sexualität, Hautfarbe, Glaube, Klasse und Gerechtigkeit. Llanque hebt in ihrer großen feministischen Menschheitsgeschichte Gemeinsamkeiten statt Unterschiede hervor und zeigt, wie unsere Gesellschaft so geworden ist, wie sie ist – und warum es auch ganz anders hätte kommen können.
Für alle, die verstehen wollen, warum die Menschheit schon immer vielfältig war.
In “Vielfalt” erzählt Morgane Llanque von Diversität in der älteren und neueren Menschheitsgeschichte. Exemplarisch und eindrücklich schreibt und zeigt sie implizit und explizit, dass Geschichte, wie wir sie uns heute erzählen und denken, nicht neutral ist. Und dass unser Wissen eher gängige Annahmen sind, die den Fakten nicht zwingend gerecht werden.
Llanque beleuchtet nicht nur unterschiedliche Epochen, sondern auch verschiedene Facetten von Diversität - denn Vielfalt ist, entgegen oft wiederholter Behauptungen, kein Phänomen unserer Zeit, sondern war schon immer allgegenwärtig. Während einige Kapitel grundlegende kulturelle Deutungsmuster und lineare Verläufe zeigen und erklären, sind andere eher ein exemplarisches Schlaglicht - beides hat seinen Reiz. Interessant sind auf jeden Fall die Verknüpfungen von Vergangenheit und Gegenwartsdiskurs und wie sich Interpretation und Wahrnehmung ein und derselben Sache durch die Jahre und Jahrhunderte verändert haben. Dazu gelingt der Autorin eine wirkungsvoll inszenierte Präsentation, die mitunter Empörung schürt, ohne dabei reisserisch zu werden. Sprachlich ist das Buch klar und intensiv und damit nachhaltig eindrücklich. Llanque trifft für mich die perfekte Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit.
Ich bedanke mich beim Droemer Verlag für das Rezesionsexemplar. Meine Meinung bleibt natürlich und wie immer trotzdem meine eigene.
Ich denke, viele der gestellten Fragen wurden durch komplexe Einblicke in die kulturbasierte, Vielfalt in verschiedenen Ausmaß duldende Lebensweise des Menschen gut beantwortet. Ich unterstütze, das reflektieren von Vielfalt und die Kritik, die Llanque jeweils an sie notwendigerweise anwendet.
Gegebene Analyse von politischer Macht stellt notwendigerweise Gefahr dar, in der die hart erkämpfte Vielfalt steht, versucht für mich aber in kleinen Teilen zu sehr linke Ideologien, der Umverteilung und Kapitalismuskritik ohne richtiges politisch justiertes Gerüst zu vermitteln. Ich denke nicht, dass Martin Luther King Gedanke so links war, wie er von Llanque dargestellt wurde.
Viele der Selbst humorvollen kritischen Kommentare sind passend und Zeugen von seiner/ihrer guten Fähigkeit zur Storyteller*in. Ich denke außerdem ihre Forderung zu weiteren Abtreibungsrechten sind gut auf Abtreibungsrechte als Basic Human needs dargestellt und begründet. Selten sind die Argumente meiner Meinung nach unpassender Weise ausschließlich auf Aussagen anderer basiert, hauptsächlich bezogen auf der Sozialisation von Gender, was mich etwas verwirrte, da Llanque dies für wichtig erachtet, aber nicht weiter ausgeführt hatte.
Aufgrund einer Empfehlung gelesen und geliebt. Ich hätte nicht gedacht, dass es ein Buch gibt, das mich in Bezug der Themen geschichtlicher Rassismus, Feminismus, etc mich überraschen kann. Ich habe so viel gelesen über gesellschaftliche und geschichtliche Unterdrückung und dennoch hat dieses Buch mir gezeigt, dass ich noch viel zu lernen habe. Mein bestes Buch in diesem Monat.
Anhand sehr vieler Beispiele zeigt Llanque, dass Gesellschaft schon immer divers war. Wichtiges Thema, in der Ausführung aber eine etwas ermüdende und oberflächliche Aneinanderreihung von facts.