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Drei Tage im Schnee

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Eine Geschichte über den Mut, auf die eigene Stimme zu hören. Und darüber, wie wir den Menschen finden, der wir werden wollten, als wir klein waren.

Hannah führt ein turbulentes Großstadtleben. Sie hetzt von einem Termin zum nächsten und verbringt ihre Tage damit, auf Dinge zu reagieren, die von außen auf sie einströmen, findet kaum Zeit für sich selbst. Um abzuschalten, mietet sie sich für ein paar Tage ein kleines Holzhaus an einem See, eingebettet in weiß verschneite Natur. Plötzlich taucht dort ein Kind in einem roten Schneeanzug die kleine Sophie. Die beiden freunden sich an.

Während sie in der entrückten Winterwelt Iglus bauen und Schneeengel machen, kommt Hannah so allerlei in den Kopf, was sie längst verloren alte Freundschaften, vergessene Sehnsüchte und Talente. Etwas verschiebt sich und alles ordnet sich neu an. Allmählich beginnt Hannah, ihr Leben und die Welt in einem neuen Licht zu bunt und echt wie in ihrer eigenen Kindheit.

163 pages, Kindle Edition

Published October 1, 2025

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244 people want to read

About the author

Ina Bhatter

1 book1 follower

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
73 (17%)
4 stars
125 (29%)
3 stars
134 (31%)
2 stars
81 (18%)
1 star
14 (3%)
Displaying 1 - 30 of 83 reviews
Profile Image for Lina.
138 reviews11 followers
October 7, 2025
Das Buch war leider gar nichts für mich. Kam mir vor wie eine Aneinanderreihung von Glückskekssprüchen oder Kalenderweisheiten. Höre auf dein inneres Kind, Momente sind wertvoller als Materielles, wenn du dich deiner Angst stellst verliert sie ihre Macht etc, jeweils auf drei vier Seiten abgehandelt.
Es gibt keine Geschichte, abgesehen davon dass die Hauptfigur unzufrieden mit ihrem Leben ist, das hauptsächlich aus Arbeit besteht und jetzt an ihrem freien Wochenende in verschneiten Landschaft ein Mädchen kennenlernt und dadurch plötzlich eine Erkenntnis nach der anderen hat.
Profile Image for Katharina | katharia.
153 reviews329 followers
January 17, 2026
Schönes Wintersetting, aber inhaltlich sehr generisch und leider auch nicht ganz glaubhaft, dass die Protagonistin innerhalb von drei Tagen von einem ständig beschäftigten Workaholic mit hohem Stresslevel zu tiefenentspannt und total beseelt von den kleinsten Dingen wird.
42 reviews
December 29, 2025
Joa, konnte man gut weg lesen, hat mir aber außer einem mittelmäßigen Leseerlebnis auch ungefähr gar nichts gegeben. Die Geschichte war mir irgendwie viel zu sehr gewollt und konstruiert. Die Protagonistin Hannah hat scheinbar bevor sie das Kind Sophie im Schnee getroffen hat, noch nie einen kritischen Gedanken gefasst. Dass es dann aber reicht, dass ein Kind im Schneeanzug 3x fragt, warum haben Erwachsene nie Zeit, und Hannah dann plötzlich die krasseste Achtsamkeitseingebung aller Zeiten bekommt, fand ich sehr unrealistisch. Die drei Tage im Schnee führen bei Hannah dazu, dass sie nur noch in Kalendersprüchen denken kann, interessant hätte ich es gefunden, wie ihr Leben danach weitergeht, weil innerhalb der drei Tage plant sie, sobald sie zurück ist, auf einen Schlag ein anderes Leben zu führen. Komplett random fand ich auch, dass Sophie den ganzen Tag alleine durch den Wald rennt und Hannah es auch absolut nicht in Frage stellt, ob es eine gute Idee ist, als fremde Person ein Grundschulkind mit in eine Hütte im Wald zu nehmen?? Alles in allem hatte Ina Bhatter mit der Geschichte eine süße, ziemlich realitätsferne Idee, die sie mittelmäßig umgesetzt hat.
Profile Image for Kat Jacobi.
129 reviews8 followers
December 14, 2025
So ein süßer und warmer kurzer Roman, für alle, die zwischen Hektik & Alltag manchmal vergessen genau hinzuschauen!
Profile Image for M. Bachmair.
17 reviews2 followers
October 17, 2025
Das Buch hörte sich so gut an, leider gefiel mir es überhaupt nicht. Das Buch hat 176 Seiten und die kamen mir endlos vor und ich habe ewig gebraucht, es zu beenden. Dieses such permanent im Kreis drehen, immer die gleichen Gedanken usw. Das ging mir echt auf die Nerven. Wirklich schade, weil es Potenzial hatte.
Profile Image for Mimi.
21 reviews
2025
December 29, 2025
Es kommt, denke ich, einfach darauf an, was mensch von dem Buch erwartet.
Die Denkanstöße sind zwar gute reminder, aber größtenteils bekannte Konzepte.
Ich wollte ein leises Buch für die Winterpause und habe genau das gefunden: Eine zarte Geschichte voller Wärme, die ich für einen Wintertag wirklich mochte.
Profile Image for Vicky.
294 reviews32 followers
February 24, 2026
Der Winter neigt sich dem Ende zu und doch habe ich es erst jetzt geschafft, das Hypebuch des letzten Herbstprogramms “Drei Tage im Schnee” von Ina Bhatter zu lesen. Wahrscheinlich hätte ich es gar nicht gelesen, wäre es mir nicht überraschend zugeschickt worden. Bei der ersten Recherche zu dem Buch dachte ich an Lebenshilfe-Ratgeber in Romanform wie die von Paulo Coelho. Aber jeder möchte ja auf irgendeine Weise sein Leben optimieren und raus aus dem Hamsterrad Alltag. Zudem kommt die Autorin wirklich sehr sympathisch rüber und ein erneuter Wintereinbruch im Februar hat jetzt dazu geführt, dass ich zu diesem schmalen, sehr schön gestalteten Büchlein gegriffen habe. Atmosphäre ist schließlich alles, ne?


Im Roman geht es um wenig anderes als um die Städterin Hannah, die an einem nicht genannten Ort auf dem Land drei Tage im Schnee verbringt - ein verlängertes Wochenende. Sie mietet sich für die Zeit als Selbstversorgerin ein Häuschen an einem See und ist komplett vom Winterzauber umgeben. Ja, es ist so idyllisch, wie es klingt. Sie denkt über ihr Leben nach und währenddessen trifft sie die kleine Sophie, von der wir bis zum Ende nicht erfahren werden, ob sie ihrer Fantasie entsprungen oder ein reales Kind aus Fleisch und Blut ist. Das hat mich ein wenig gestört, dass das Geheimnis um Sophie nicht aufgelöst wird. Magischer Realismus ist ja okay, aber ich mag es nicht, in der Unwissenheit darüber gelassen zu werden. So kann ich die Begegnung zwischen Sophie und ihrem kindlichen Alter Ego (denn das ist sie für mich und auch laut der vergleichenden Beobachtungen, die Hannah macht) nicht richtig einschätzen. Andere Figuren kommen nicht als handelnde Personen im Plot vor. Es ist also ein ziemlich internalisiertes Drama, dem wir hier beiwohnen.


Hannah fragt sich in a nutshell: Kann es das schon gewesen sein? Ist sie mit Mitte 30 (Single und kinderlos), dazu verdammt, ein Leben als einsame Workaholikerin zu führen? Zwar in sicheren Verhältnissen, aber nicht wirklich glücklich und frei. Ist sie die Erwachsene, die sie als Kind zu werden hoffte?

Ich denke mit diesen Fragen können sich viele identifizieren, deswegen ist das Buch auch so erfolgreich - es spricht einfach fast jeden an. Und aus diesem Grund wird man auch nichts falsch machen, wenn man das Buch verschenkt oder selbst liest. Aber das Ganze hat natürlich auch eine Kehrseite. In Bayern gibt es so ein Sprichwort: “Everybodys Darling is everybodys Depp.” Ja, mir ist das alles zu lieblich, zu allgemein. Die Protagonistin und das Kind haben beliebte Allerweltsnamen aus den Top-10-Listen, die Knud Bielefeld in seinem Leben schon zigfach analysiert und gelesen hat: Hannah und Sophie. Hannah hat eine Persönlichkeit, die einfach 0815 ist. No shame, aber ich will lieber etwas über Leute lesen, die anders sind. Aber Hannah ist nicht anders, sie ist eine weiße Hetera mit gutem Bürojob, der plötzlich einfällt wie gerne sie mal gelesen und geschrieben hat und die sich schon mal mit ihrer besten Freundin wegen eines Mannes gestritten hat. Aber Moment, sie hat doch Synästhesie! Ja, das stimmt, sie hat Synästhesie und das wirkt, als wäre der Autorin auch eingefallen, dass sie sonst zu langweilig ist, also haben wir ihr diese besonders charmante neurologische Besonderheit mitgegeben. Ich finde das wirkt hier leider sehr aufgesetzt. Schade.


Ich finde es auch schade, dass der durchaus vorhandene Humor der Autorin nur zaghaft angewandt wird, zum Ende hin musste ich nämlich doch noch schmunzeln, ich sage nur “Aktenzeichen XY”. Und die Gerichte, die Hannah so kocht, wollte ich gerne sofort nachkochen - der Roman hat Kochbuchpotenzial!


Man kann eigentlich nichts Schlechtes über dieses Buch sagen und ich komme mir hier schon schlecht vor, weil ich wieder meine echte Meinung sage. Aber it is what it is. Die Autorin ist wirklich super sympathisch und das Buch an sich nicht verkehrt, nur fehlt mir hier das gewisse Etwas und das ist nicht, dass der Dienstag (oder war es ein anderer Tag) für Hannah grau mit schwarzen Punkten ist oder dass statt eines Schneemannes ein Schneeinhorn gebaut wird.
Profile Image for Anna Nielsen.
15 reviews1 follower
January 1, 2026
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es hat mich daran erinnert, wie bereichernd es sein kann, auf die Wünsche zurückzublicken, die wir als Kind hatten.

Man darf jedoch keine aufregende und super tiefgründige Geschichte erwarten.
Profile Image for gelesenvonlea.
72 reviews8 followers
December 18, 2025
Nettes Buch für zwischendurch, aber wird mir glaub ich nicht in Erinnerung bleiben.
Profile Image for Biene.
33 reviews10 followers
December 7, 2025
Ich bin mir gar nicht sicher, wie ich das Buch bewerten soll?! Wahrscheinlich irgendwie so 3,5 ⭐️.
Einerseits mochte ich das Buch: leicht zu lesen, stimmungsvoll und genau richtig für diese Jahreszeit. Andererseits wirkt vieles doch ziemlich platt und vorhersehbar. Die Botschaften rund ums innere Kind, mehr Spontaneität, „Kinder zeigen uns, was wirklich zählt“ sind schon sehr offensichtlich und plump.

Trotzdem hat die Geschichte etwas Schönes und Warmes. Manchmal braucht man ja auch genau das, auch wenn es einen nicht besonders überrascht.
Profile Image for Christin Schuster.
51 reviews1 follower
November 18, 2025
Das Buch geht in die Richtung der „Café am Rande der Welt“ Reihe - nichts Neues oder besonderes
Der Schreibstil und das Wintersetting haben mir allerdings sehr gefallen, daher bereue ich nicht, es gelesen zu haben :)
76 reviews4 followers
October 9, 2025
Schneeengel

Wer im Herbst nach einer ruhigen und kurzen Erzählung sucht, die zum Einkuscheln im Sessel einlädt und für einige Stunden in eine stille, fast entrückte Welt entführt, könnte in Ina Bhatters Roman „Drei Tage im Schnee“ fündig werden. Das schmale Buch erzählt von einer jungen Frau, die sich für drei Tage in ein kleines Holzhaus zurückzieht, fernab der Großstadt und dem Lärm des Alltags. Ihr Ziel ist es, dem ständigen Trubel, der sie seit Jahren bestimmt, wenigstens für einen Augenblick zu entkommen. Bereits nach kurzer Zeit beginnt sie, die Abgeschiedenheit und das verlangsamte Lebenstempo zu schätzen.
Eine entscheidende Rolle spielt die Begegnung mit einem kleinen Mädchen, das vor dem Haus im Schnee spielt und dort ausgelassen seine Schneeengel in die weiße Fläche drückt. Diese scheinbar unscheinbare Begebenheit wird zum Schlüsselmoment: Die Erzählerin erinnert sich an ihr eigenes inneres Kind, an die Träume, die sie als Kind und Jugendliche hegte, und die sie im Laufe ihrer Karriere und ihrer rastlosen Suche nach „mehr“ längst aus den Augen verloren hat. Nach und nach erkennt sie, wie leer ihr ständiges Streben nach mehr Geld, mehr Anerkennung, mehr Liebe in Wahrheit ist – und dass sie dafür Opfer bringt, die sie in ihrem Innersten unglücklich machen.
Bhatters Roman braucht nur die titelgebenden drei Tage, um in der Protagonistin den Entschluss reifen zu lassen, ihr Leben grundlegend zu ändern. Diese kurze Zeitspanne genügt, um alte Sehnsüchte neu zu beleben, verdrängte Wünsche wieder freizulegen und die Einsicht wachsen zu lassen, dass sie nicht länger einem Lebensentwurf folgen will, der von außen diktiert wird.
Schon das Format des Buches verweist darauf, dass es weniger als ein klassischer Roman angelegt ist, sondern vielmehr als Geschenk- oder Erbauungsbuch gedacht scheint. Es ist eine jener Geschichten, die den Leser an das erinnern wollen, was im Leben wirklich zählt. Mit Zuspruch, sanften Ermahnungen und einer gewissen Wärme wird er ermutigt, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, sich nicht von der Gesellschaft treiben zu lassen und wieder den Blick für das Wesentliche zu gewinnen.
In dieser Tradition steht Bhatters Text nicht allein. Werke wie John Streleckys „Das Café am Rande der Welt“, Sergio Bambarens Erzählungen oder auch Paulo Coelhos berühmter „Alchimist“ bedienen ein ähnliches Bedürfnis. Alle vermitteln im Kern dieselbe Botschaft: Verwirkliche deine Träume, statt dich in einem Leben zu verlieren, das dir von Werbung, Konventionen und gesellschaftlichem Druck aufgezwungen wird. Auch „Drei Tage im Schnee“ bietet inhaltlich nichts radikal Neues, sondern reiht sich in diese Literaturgattung ein. Doch vielleicht liegt seine eigentliche Stärke gerade darin, altbekannte Erkenntnisse neu ins Bewusstsein zu rufen.
Für Leser, die selbst in einem unglücklichen Strudel aus Stress, Überforderung und Selbstentfremdung gefangen sind, kann das Buch ein Impulsgeber sein. Es hält den Spiegel vor und vermittelt die Botschaft: Veränderung ist möglich – und manchmal braucht es dafür nur einen kleinen Anstoß. Wer jedoch bereits einen ähnlichen Weg der Selbstreflexion hinter sich hat oder mit den erwähnten Klassikern vertraut ist, wird hier wohl kaum Neues entdecken.
Literarisch steht der Roman seinen Vorbildern nicht zwingend nach, doch in seiner Thematik wirkt er stellenweise wie eine Wiederholung bekannter Muster. Hinzu kommt, dass die Glaubwürdigkeit der Handlung etwas schwächelt. Die Geschwindigkeit, mit der die Protagonistin von hektischem Leistungsstreben in tiefes Nachdenken stürzt und schließlich konkrete Entscheidungen für ein neues Leben trifft, wirkt konstruiert. Dass ein einziges Mädchen, das nicht einmal besonders detailliert beschrieben wird, genügt, um solch einen radikalen Wandel auszulösen, erscheint wenig plausibel. Realistischer wäre es, wenn die Begegnung zwar ein Auslöser wäre, die eigentliche Veränderung jedoch erst nach längerer Zeit reifen würde – vielleicht auch unter Rückfällen in alte Gewohnheiten.
Am Ende will Bhatters Erzählung ein wenig zu viel. Sie möchte gleichzeitig aufzeigen, was im Leben falsch läuft, und zugleich illustrieren, wie eine neue Art des Denkens sofort Veränderung bewirken kann. Dabei bleibt der Realismus auf der Strecke. Dennoch erfüllt „Drei Tage im Schnee“ seinen Zweck: Es reiht sich ein in die Vielzahl an Büchern, die mit allgemeinen Lebensweisheiten Mut machen wollen, und kratzt – wie viele andere Vertreter dieses Genres – zwar nur an der Oberfläche, bietet aber vielleicht dennoch kurzzeitig Trost und Inspiration.
Für jene, die eine kleine, nachdenkliche Lektüre für einen ruhigen Herbstabend suchen, ist Bhatters Roman durchaus geeignet. Er schenkt ein paar Stunden der Einkehr, erinnert an verlorene Träume und lädt dazu ein, das eigene Leben für einen Moment aus einer anderen Perspektive zu betrachten – auch wenn er dabei keine neuen Wahrheiten offenbart.
Profile Image for Dunja Brala.
647 reviews58 followers
November 25, 2025
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir es hier mit einem Roman, einem Ratgeber oder einer autofiktionalen Erzählung zu tun haben. Es verwischen die Grenzen. Und eigentlich bin ich von solchen indirekten Selbstfindungsbotschaften übersättigt, aber…

… Ina Bhatter hat für mich dieses Buch zur rechten Zeit veröffentlicht. Hannah fährt drei Tage in eine Hütte an einem See. Die Landschaft ist verschneit und ruhig. Hannah braucht, diesen auf das Wesentliche reduzierten Rückzugsort, um runterzukommen. Im Sog des stressigen Großstadtlebens hat sie sich selbst aus den Augen verloren. Sie ist unzufrieden, weiß nicht, wo sie hin will und hat trotz gewollter und bereichernde Dinge und Aktionen nicht das Gefühl Befriedigung in ihrem Leben zu finden. Eigentlich ist sie von allem maximal genervt.

Bei einem Spaziergang begegnet sie einem Mädchen im roten Schneeanzug – Sophie, die ein „Schweinhorn“(kein Tippfehler!) baut und unbefangen Hannah einbezieht. Das Kind ist ganz anders als ihr erwachsenes Gegenüber. Sie stellt sich nicht infrage, aber hinterfragt, sie lebt im Hier und Jetzt und kann sich gar nicht vorstellen, mit ihrem Kopf woanders zu sein. Sie hat Freude an den kleinen Dingen und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf das, was ihr gut tut. Hanna beginnt ihre Welt mit Kinderaugen wieder zu entdecken und empfindet seit langem mal wieder Freude und Motivation, ihr Leben zu ändern.

So neu ist die Geschichte nicht. Sobald ich das Mädchen erzählen hörte, hatte ich Antoine de Saint-Exupérys kleinen Prinzen vor Augen. Sie haben ungefähr die gleiche Philosophie und auch den Ton der Geschichten habe ich als recht ähnlich empfunden, nur frischer und nicht so ausgelutscht wie die bekannte Erzählung. Besonders das Thema Einsamkeit hat mich sehr beschäftigt, da auch ich einen Hang dazu habe, mich immer mehr zurückzuziehen und die Balance zwischen dem, was ich brauche und dem, was mir gut tut, oft schwer zu erkennen ist.

Ich hatte ein bisschen Sorge, dass mir das Buch zu sehr in Richtung „Das Café am Rande der Welt“ geht – eine Lektüre, die mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat – aber Bhatter hat es geschafft mich für ihren lebensphilosophischen Text zu begeistern. Das Zwiegespräch zwischen Frau und Kind fand ich bereichernd und kein bisschen altklug. Ich hab das wirklich gern gelesen.

Ob einen nun dieses Büchlein gerade vor Black Friday, und Weihnachten und der ganzen konsumgesteuerten Adventszeit beschützt, wage ich zu bezweifeln, aber es hilft einem den Gedanken, dass Zufriedenheit nicht von materiellen Dingen abhängt, besser zu fassen.

Ich empfehle das Buch allen, die ein bisschen runterkommen möchten, oder auch nach einem schönen Geschenk suchen für Menschen, denen es vielleicht gerade nicht so gut geht.
44 reviews
February 3, 2026
Ein Buch über den Sinn des Lebens und die Relevanz aller kleinen Besonderheiten die unser Leben ausmachen. Es zeigt schön wie wir Erwachsenen in unserer eigenen Welt und vor allem oft für andere leben. Wir sollten mehr wie die Kinder um uns herum leben und das Leben genießen!
Profile Image for Jula.
15 reviews
January 15, 2026
Süße Geschichte, die viel in einem anstoßen kann und genau die richtige Länge hat.
Profile Image for Lena.
28 reviews1 follower
February 8, 2026
Sehr schönes Buch, was einen daran erinnert die positiven Seiten des Lebens zu sehen.
Profile Image for Sarah Neuschl.
7 reviews1 follower
March 17, 2026
Nicht überraschend aber schön zu lesen und deshalb gerade im Winter angenehm :) gibt Zuversicht auch wenn es nichts großartig Neues ist und erinnert an das Wichtige.
Profile Image for Andreas Riedl.
143 reviews1 follower
December 21, 2025
Leider mehr vom gleichen und wenig überraschend

Wenn man das Buch in die Hand nimmt, dann spricht einem das gelungene Cover erstmal Mut zu, sich auf dieses Werk einzulassen. Es ist in jedem Falle ein hübsches Buch.
"Drei Tage im Schnee" muss direkt neben den Strelecky Büchern "Das Café am Rande der Welt" und "Big 5 for Life" einsortiert werden. Neben diesen sollte man es in der Buchhandlung noch suchen. Es bedient sich recht offensichtlich an oftmals wiederholten Metaphern der Lebensgestaltung, vornehmlich dem Glas & Steine Ansatz. Sollte einem das jetzt alles nichts sagen, und man sich auf recht eingängige Art metaphorisch mit dem eigenen Leben auseinander setzen wollen, dann kann man hier zugreifen. "Drei Tage im Schnee" ist insofern erfrischend, weil die großen Bestseller in diesem Bereich oftmals männliche Perspektiven präsentieren und dies hier nicht der Fall ist. Zudem mag ich den Erzählraum der Hütte im Winter sehr gern. Beides hebt das Buch von "der Konkurrenz" ab.
Ich habe aber nun schon mehrere Bücher aus diesem Segment gelesen, es waren einige sich wiederholende Themen dabei, und entsprechend hat mich das Buch an manchen Stellen gelangweilt. Will heißen: dieses Buch wird nicht jeden überraschen. Augen auf, ob es für einen selbst passt. Kaputt macht man dabei aber auch nicht viel. Ich habe es schon fast wieder vergessen, während ich bei der nächsten Lektüre angelangt bin.
Profile Image for Ramona Lisa.
149 reviews
January 25, 2026
Das Buch ist wie eine Pause vom alltäglichen Lärm. Es hat keine große Handlung, kein Drama, keinen künstlichen Spannungsbogen. Es ist eher ein leiser Raum, in dem man plötzlich sich selbst sieht und hört. Hannahs Rückzug in diese winterliche Stille wirkt erst wie eine kleine Flucht, fast harmlos, und entwickelt dann eine ganz eigene Tiefe. Der Schnee, die Abgeschiedenheit, die Ruhe – das alles schafft einen Ort, an dem nicht Ablenkung zählt, sondern die eigene, ungeschönte Wahrnehmung.
Was mich besonders berührt hat, ist diese leise Ebene dahinter. Es geht im Kern um das innere Kind. Um das, was man im Erwachsensein oft verliert. Diese natürliche Leichtigkeit, dieses offene, unverstellte Auf-die-Welt-Blicken, diese Fähigkeit, sich einfach zu freuen, ohne Grund, ohne Ziel. Durch die Begegnung mit Sophie und die Stille wird Hannah mit genau diesem Teil von sich selbst konfrontiert. Nicht aufdringlich, nicht pädagogisch, sondern ganz sanft. Eher als Erinnerung als als Botschaft.
Das Buch erklärt nichts, es drängt auch nichts auf. Es zeigt Zustände, Gefühle, innere Bewegungen. Man muss sich darauf einlassen, auf Langsamkeit, auf Unausgesprochenes, auf Zwischenräume. Wer Handlung sucht, wird es vielleicht leer finden. Wer aber offen ist für Stimmungen, für innere Prozesse, für dieses leise Wiederfinden von etwas Verlorenem, wird viel darin entdecken.
Für mich ist es kein Buch, das man verschlingt wie nichts-sagende Romane. Es ist eins, das man fühlt. Still, ruhig, nach innen gerichtet. Und irgendwie bleibt danach dieser Gedanke hängen: Dass Erwachsenwerden nicht bedeuten muss, die Leichtigkeit zu verlieren. Dass man lernen kann, Verantwortung zu tragen, ohne zu verlernen, mit Neugier, Offenheit und Freude auf die Welt zu schauen. Genau das macht das Buch für mich so wertvoll – nicht wirklich spektakulär, aber ehrlich und warm.
Profile Image for MsWatson.
154 reviews2 followers
October 9, 2025
„Drei Tage im Schnee“ ist ein Buch, das nicht nur das Herz erwärmt, sondern direkt reingeht und es sich dort kuschelig bequem macht. Und es bleibt etwas Warmes zurück, nachdem die letzte Seite gelesen ist. Das ist Fakt.

Ina Bhatter stellt uns Hannah vor - eine Frau Mitte dreißig, die sich für eine Auszeit in eine kleine Hütte an einem verschneiten See zurückzieht. Sie will zur Ruhe kommen, Abstand gewinnen vom hektischen Stadtleben und ihrem stressigen Job. Die Stille und Abgeschiedenheit, die sie sucht, wird durch das Auftauchen von Sophie unterbrochen – ein kleines Mädchen in einem roten Schneeanzug, die neugierig, unbefangen und voller Energie daherkommt. Gemeinsam verbringen die beiden dann ein bisschen Zeit miteinander: Sie bauen Schneemänner, trinken weiße Schokolade und erzählen miteinander. Und das macht etwas mit Hannah, denn sie beginnt sich zu erinnern, wie sie als Kind war und fragt sich, wann sie diese Leichtigkeit und Unbefangenheit verloren hat. Wann sie erwachsen wurde.#
Dieses Buch kommt mit einer ganz warmen, ruhigen aber dennoch klaren Sprache daher. Die Beschreibungen von Sophie und das, was die beiden gemeinsam erleben, sind voller Emotionen und gehen direkt unter die Haut. All die Momente, in denen Hannah reflektiert und aus der Distanz auf ihr Leben schaut, sind eben sehr klar und das spiegelt sich auch in der verwendeten Sprache. Das macht das Buch so lebhaft und lässt einen als Leser*in ganz einfach den Gefühlen und Gedanken folgen. Ich würde auch sagen, dass der Winter nicht nur eine Kulisse ist, sondern als Symbol für die Stille ist, die einem Neuanfang vorausgeht.

Der Roman ist mit rund 170 Seiten wirklich kurz und deshalb ist er perfekt für Menschen, die wie Hannah wenig Zeit haben und sich immer ein wenig gestresst fühlen. Umso konzentrierter ist der Inhalt, denn hier geht es um Selbstfindung. Hannahs Rückzug in die Einsamkeit wird zu einer Reise nach innen – und Sophie ist ihr Kompass. Die gemeinsamen Gespräche mit Sophie können auch als innere Monologe von Hannah gedeutet werden, in denen sie Fragen stellt und ihre ganz eigenen Antworten darauf findet. Und wir dürfen diese Fragen für uns selbst beantworten und mit Hannahs Gedanken abgleichen.

Besonders gelungen ist für mich die Leichtigkeit des Romans. Obwohl es ein doch recht schweres Thema ist, das um die zentrale Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens kreist, ist die Geschichte an sich nicht schwer, sondern durchsetzt mit ganz vielen positiven Emotionen und wahnsinnig viel Hoffnung. Wer schon mal an einem Punkt im Leben war, wo man überlegt hat, ob das so das Richtige für einen selbst ist, der wird sich komplett in dieser Geschichte wiederfinden. Und diese Phasen kommen ja öfters.

Natürlich ist dieses Buch auch kein "Allerweltsroman", den jede:r lieben wird. Wer dennoch Spannung braucht, wird hier nicht fündig. Wer sich vor introspektiven Geschichten scheut, sollte gar nicht erst anfangen zu lesen. Aber „Drei Tage im Schnee“ ist für all jeden, die sich einladen lassen wollen, einen Gang runterzuschalten, innezuhalten, nachzudenken und nachzufühlen, wo man gerade steht und ob es die richtige Position ist, oder ob man die Richtung ändern sollte, oder das Gepäck, oder die Begleitung. Man fragt sich beim Lesen unweigerlich selbst und sieht sich irgendwie hinterher mit anderen Augen. Am Ende bleibt ein Gefühl von Frieden, Klarheit und einer ganz eigenen Leichtigkeit. Ich glaube, wenn man dieses Buch liest, braucht man keine drei Tage im Schnee, um sich selbst zu finden.
38 reviews
November 28, 2025
Nach dem Klappentext hatte ich eine tiefgründige, psychologisch vielschichtige Geschichte erwartet – etwas über innere Kind-Arbeit und eine feinfühlige Freundschaft zwischen einer Erwachsenen und einem Kind. Leider wurde diese Idee recht oberflächlich umgesetzt.

Das Mädchen Sophie ist das typische Kind, das sich wundert, warum Erwachsene ständig im Kopf und nie im Hier und Jetzt leben. Arbeit, Verpflichtungen, Leistungsdenken – das ist natürlich ein zutreffendes Thema, wird hier aber weder gesellschaftskritisch noch psychologisch vertieft.

Unsere Protagonistin Hannah lebt ausschließlich für ihren Job. Sie ist überangepasst, kann schlecht Grenzen setzen und verliert sich im People Pleasing – hat aber immerhin ein finanziell abgesichertes Leben. An sich kein uninteressanter Ausgangspunkt, doch die Umsetzung bleibt sehr an der Oberfläche. Die vermeintlichen Lebensweisheiten wirken wie oft gehörte Kalendersprüche, statt wirklich zum Nachdenken anzuregen. Eine richtige Handlung sucht man vergeblich.

Im Grunde lebt Hannah ihr ganzes Leben nach den gesellschaftlichen Normen anderer. Teilweise dachte ich, das Buch könnte in Richtung Masking gehen – also diese extreme Überanpassung, die auf Dauer zu Burnout und weiteren Folgen führen kann, besonders bei Autismus oder ADHS. Leider wird das gar nicht thematisiert. Stattdessen jammert Hannah darüber, wenn sie mal allein ist, und fühlt sich sofort überflüssig, sobald sie nichts „Nützliches“ tut. Während der Corona-Zeit empfand sie sich zum Beispiel als komplett nutzlos.

Sorry, not sorry – ich war einfach genervt. Von einer ziemlich neurotypischen Figur, die kurzzeitig von „Reizüberflutung“ spricht, ohne wirklich zu wissen, was das bedeutet. Sie ist ständig unter Leuten, arbeitet ununterbrochen, und bekommt erst dann „zu viel“, wenn sie mal fünf Minuten Pause macht. Das ist keine Reizüberflutung, das ist FOMO (Fear of Missing Out). Natürlich hinterfragt sie dann auch noch, warum sie so eine Angst hat, in einer Stadt, die niemals schläft, einfach mal nichts zu tun. Ganz ehrlich: Mit jedem Kapitel war ich genervter. Sorry, not sorry.

Ich selbst kenne das Thema People Pleasing aus eigener Erfahrung, konnte mich aber trotzdem kaum mit Hannah identifizieren. Das wäre kein Problem, wenn mich die Geschichte auf andere Weise gepackt hätte – hat sie aber leider nicht. Besonders Hannahs Grübeleien über RomComs und die Frage, warum Menschen ihr Glück in romantischen Beziehungen suchen, fand ich klischeehaft. Ich mag RomComs und Romantasy durchaus, aber mein persönliches Glück habe ich nie von einer Beziehung abhängig gemacht. Glück und Unglück liegen für mich in einem selbst – nicht in einer Partnerschaft.

Positiv hervorheben kann man immerhin, dass das Buch angenehm leicht geschrieben ist. Wer gerade etwas Entspanntes ohne Komplexität sucht, kann hier fündig werden. Für Leser*innen, die ein eher „normales“ Leben führen, manchmal zu nett sind und sich selbst dabei vergessen, mag es ansprechend sein.
Wer sich aber schon länger mit psychologischen Themen oder innerer Kind-Arbeit beschäftigt, wird hier wenig Neues finden. Für mich persönlich war es schlicht zu langweilig und zu oberflächlich.

Profile Image for kerstinsbooks.
211 reviews1 follower
January 3, 2026
Hannahs Leben ist voll: Voll von Terminen, Arbeit, (Freizeit-)Aktivitäten, Menschen um sie herum und der Hektik der Großstadt. Materiell gut ausgestattet, sicher im Job und körperlich gesund, fühlt sie dennoch eine große Leere in sich, die sich mehr und mehr mit Traurigkeit füllt. Wann hat sie sich das letzte Mal richtig auf oder über etwas gefreut? Und gespürt, was sie tut, statt nur zu funktionieren?
Um sich wieder auf sich zu besinnen, gönnt sie sich eine kleine Auszeit: Ein Wochenende in einer zauberhaften Hütte fern der lebhaften Stadt, eingekuschelt vor dem prasselnden Kaminfeuer, eingebettet in eine malerische Naturlandschaft mit einem See - überzogen mit dem Zauber des Winters in Form von Schnee und Eis. Während auch die Natur zur Ruhe kommt und Kraft tankt, findet auch Hannah zurück zu ihren Wurzeln – vor allem durch die Begegnung mit der kleinen Sophie, die ihr die Welt, mit kindlichen Augen betrachtet, neu eröffnet und Hannahs Blick auf ihr eigenes inneres Kind richtet.

Tief berührt hat mich die Kernaussage des Buches, das Leben nicht vom Ende her zu betrachten mit der Frage, was hätte sein sollen – sondern den Blick mit kindlicher Unbefangenheit darauf zu werfen, den Mut zu haben, im Hier und Jetzt zu Leben und zu handeln - mit einem unerschütterlichen Urvertrauen. Schon lange glaube ich selber fest daran, dass Glück bedeutet, sich ein Stück Kindheit zu bewahren und das innere Kind jauchzen zu lassen. Hier geht es sogar noch weiter: Erinnerungen an die Träume von früher, die direkte Verbindung zum früheren Ich und diesen Kontakt nicht zu verlieren. Lebensfreude im Form von Schneeengeln und Iglus, warmem Kakao und der Hingabe an das Tun ohne Zögern und Zweifel.

Ohne das Rad neu zu erfinden, aber mit Empathie und durch liebevolle Sprache erinnert das Buch auf herzerwärmende Weise an den wahren Reichtum des Lebens abseits von Geld, Macht und modernen Medien und richtet den Blick auf den Wert der eigenen Freuden, Menschen, die einen bewegen, die Dankbarkeit für all die bisher erfahrene Liebe – durch uns selbst und Andere: Mit Selbstliebe, Urvertrauen und einem kindlichem Gespür für die Freuden des Lebens zurück zu einem selbstbestimmten Leben ohne Druck, anderen zu gefallen und Statussymbole anzuhäufen.

Zauberhaft geschrieben, sanft beschrieben und auch in kleinsten Alltagsritualen bestätigt führt uns die Autorin auf der Reise zu Hannahs Identität. Kurz, aber einprägsam und so immer mal wieder leicht nachzulesen. Auch in meinem Gedanken gibt es jetzt ein Einweckglas, das ich vielleicht bald auch als materiellen Reminder zum Leben erwecke, bevor der hektische Alltag wieder startet.
Profile Image for Gerwine Ogbuagu.
12 reviews
October 19, 2025

„Die meisten Dinge, die ich tat, tat ich nur, weil man das eben so machte.“
„Spielte Spaß überhaupt eine Rolle in meinem Leben?“ Hannah hat ein Ferienhaus gemietet. Eines Morgens sieht sie den verschneiten Garten. Darin erblickt sie ein kleines Mädchen, das etwas baut, das wie ein Schneemann aussieht. Sie geht hinaus zu der Kleinen mit Namen Sophie und entdeckt, dass sie eine Schneekugel rollt, die immer größer wird. Beide beginnen etwas gemeinsam zu bauen - sie nennen es ein Schneinhorn. Für das Horn bietet sich ein dicker gefrorener Eiszapfen an. Dann bringt Sophie Hanna bei, wie man einen Schnee Engel macht. Nach ihren Aktivitäten im Schnee gehen sie ins Haus und Hannah bereitet weiße Schokolade zum Trinken für Sophie. Sie beginnen sich zu unterhalten - über so viele Dinge des Lebens, wie es sich eben bei Besuchen ergibt. Sophies Besuch ist ein ganz besonderer - nach der Begegnung mit ihr gehen Hannah unglaublich viele Gedanken durch den Kopf – viele gespeist von Ereignissen aus ihrer Vergangenheit, angefangen mit ihrer Kindheit. Hannah und Sophie beginnen was sich zu einer Freundschaft entwickelt. Sophies Vorstellungen über Zeit, Spaß und Leben malen eine ganz neue Dimension für die erwachsene Hannah. Jeden Tag besucht Sophie Hannah. Die Gespräche stoßen so viel in Hannah an, was sie jahrzehntelang nicht mehr bedachte. Es sind Erinnerungen der ganz besonderen Art. Es ist Sophie mit ihren Fragen und Bemerkungen zu den Dingen, die die beiden erleben, die Hannah zurückversetzen in die Zeit als sie selbst ein Kind war. Sie erinnert sich an die Gespräche mit ihrem Großvater. Er hatte ihr sehr viel über Tiere und Pflanzen erzählt. Das Denken an ihn löst ein Kleiber aus, ein Vogel, der von oben nach unten an einem Baumstamm herunterläuft. Die Gespräche mit Sophie lassen Hannah das Leben von einer ganz neuen Seite sehen – sie beginnt mehr an sich selbst zu denken. Sie sieht Alleinsein mit einem ganz anderen Blick:
“Wenn ich mich mit mir selbst gut stellte, dann hatte ich meine beste Freundin immer bei mir. Immer jemanden an meiner Seite, die mir vertraute…die mich ohne Worte verstand.“ Hannah versteht, dass es gut wäre, immer wieder Ruhepausen einzulegen, Zeit mit sich selbst zu haben, aufzuhören mit Hetze und unermüdlichen Aktivitäten. Weil sie eben ermüdeten…
Ich wünsche diesem Buch, dass ganz viele Menschen sich die Zeit nehmen, es zu lesen. Nicht jeder hat das Glück, eine Sophie zu treffen – wir sollten uns auf die Suche machen, das kleine „Ich“ tief in uns zu wieder zu treffen und uns an die Hand nehmen zu lassen…
Profile Image for WarmerSommerregen.
144 reviews
October 1, 2025
Hannah, die beruflich sehr erfolgreich ist, braucht dringend eine Auszeit. Ihr Alltag ist voller Hektik und Stress, aber Sachen, die ihr Freude bereiten, fehlen gänzlich. Also mietet sie sich für ein Wochenende eine bescheidene Holzhütte fernab der turbulenten Großstadt. Diese ist nicht nur ziemlich abgelegen, sondern auch wunderschön eingeschneit. Plötzlich taucht Sophie, ein kleines Mädchen im roten Schneeanzug, auf und wirbelt Hannahs Leben herum. Während die beiden ein Schneinhorn bauen, Schneeengel machen, ein Iglu bauen oder gemeinsam Kakao trinken und Kekse essen, freunden sie sich an. Obwohl sie noch sehr jung ist, kann Sophie Hannah Tipps geben, wie sie besser im Moment leben und auf sich achten kann. Das inspiriert Hannah dazu, über ihr eigenes Leben nachzudenken - und darüber, was sie im Leben wirklich möchte. Nach und nach kommen immer mehr Erinnerungen hoch und Hannah verspürt zunehmend den Wunsch, etwas zu ändern.



Mit 176 Seiten ist das Buch ideal für Zwischendurch. Es liest sich gut und man kann den Ausführungen leicht folgen. Bei einigen Aspekten, die Hannah beim Blick auf ihr Leben auffallen, habe ich mich ein bisschen ertappt gefühlt; andere Aspekte waren mir (glücklicherweise) fremd. Als Charakter fand ich Hannah nicht greifbar, da sie so verloren wirkt und so viel Ballast an dem Wochenende hochkommt. Sophie hingegen hat mir als Figur gefallen und ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Mit ihrer kindlich-naiven Art stuppst sie Hannahs Gedankengänge an und spricht frei heraus, was sie denkt und wie einfach das mit dem Glücklichsein doch eigentlich geht.

Allerdings kann man auf derart wenig Seiten nicht viel Tiefgang erwarten. Im Klappentext heißt es: "Eine Geschichte über den Mut, auf die eigene Stimme zu hören. Und darüber, wie wir den Menschen finden, der wir werden wollten, als wir klein waren". Ich denke, das ist etwas weit gegriffen. Vielmehr ist das Buch in meinen Augen eine kleine winterliche Auszeit aus dem Alltag, bei der man seicht dazu angeregt wird, das eigene Glück zu reflektieren. Das passt gut in die Weihnachtszeit, ist aber gleichwohl nicht revolutionär. Während ich die Szenen mit Sophie amüsant und schön zu lesen fand, waren mir die Reflexionen teilweise zu unaufgeregt.

Insgesamt halte ich das Buch für eine unaufgeregte und entspannte Lektüre, mit der einem eine kleine Auszeit vom stressigen Alltag gelingen kann. Poetisch oder inspirierend fand ich es allerdings weniger.
108 reviews
October 26, 2025
Was würdest Du Dir als Kind zu Deinem heutigen Leben sagen

Wenn ich mir vorstelle, was ich als Kind vermutlich jetzt zu mir sagen würde, dann bin ich mir sicher, dass darin viele Fragen vorkommen würden. Warum ich das denke? Naja als Kind hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich in meiner Freizeit das Staubsaugen dem Sport vorziehen würde, weil ja freitags der Putztag ist. Ich hatte auch nicht erwartet, dass ich mich selbst davon abhalte, noch ein Stück Lebkuchen zu essen, obwohl ich merke, dass es mir gerade gut tun würde, ich aber die Angst vorm Zunehmen stärker gewichte. Ich würde mich also wahrscheinlich öfter fragen, warum ich das tue. Geht uns das nicht irgendwie allen so? Wir Erwachsenen wissen einfach nicht mehr, wie man mit Kinderaugen auf die Welt geblickt hat.

Dieses Buch lehrt uns Erwachsene aber, wie wir das wieder öfter tun können und das darin auch das kleine Glück des Alltags liegen kann. Wir alle kennen diese Persönlichkeitsentwicklungsbücher, wie man zu mehr Selbstliebe, Resilienz, Leichtigkeit im Alltag und so weiter kommt. Doch wer liest schon gerne schlaue Ratschläge im Stil von du musst, du solltest, wie kannst Du nur. Stattdessen schickt dieses Buch ein kleines Mädchen namens Sophie vor. Denn wir lernen in Geschichtenform gemeinsam mit unserer Hauptfigur Hannah.

Hannah ist gestresst von ihrem Alltag und nimmt sich eine Auszeit in einer abgelegenen Hütte im Schnee. Dort will sie, wie sie sagt, ihre Batterien wieder aufladen. In der Abgeschiedenheit begegnet ihr die kleine Sophie, die Hannah zunächst für ein Nachbarskind hält. Sie malen und spielen zusammen und so ganz nebenbei erklärt Sophie Hannah, wie sie die Welt sieht. Für Hannah sind das Erlebnisse, die sie ganz im Moment leben lassen, sie aber im Nachgang auch zum Nachdenken anregen. Sie übersetzt daraus Denkanstöße für ihr eigenes Leben, die man sich ganz wunderbar auch als Leser zu Herzen nehmen kann. So ist dieses Buch für jeden etwas anderes: Der eine mag darin eine nette Geschichte sehen, der andere sieht darin einen Ratgeber, die Welt wieder mehr wie ein Kind zu betrachten.

Mich hat ganz viel zum Nachdenken angeregt, auf eine ganz unaufgeregte, nicht belehrende Art. Für mich ein Lesehighlight in 2025.
153 reviews
November 16, 2025
Hannah will ihrem hektischen und durchgetakteten Leben entfliehen und bucht sich kurzerhand für ein verlängertes Wochenende eine Hütte am See. Dort lernt sie die kleine Sophie kennen, mit der sie viel Zeit verbringt, Schneeengel formt, ein Schneinhorn baut. Doch vor allem bringt das kleine Mädchen sie zum Nachdenken darüber, wie kasteiend sie ihr Leben verbringt.

Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, dachte ich, mich würde ein leichter Roman über eine schöne Begegnung erwarten, die die Protagonistin vielleicht etwas zum Umdenken über ihr hektisches Leben bringen würde. Tja, das tun die Begegnungen mit Sophie tatsächlich - allerdings anders als erwartet. Hannah reflektiert in den wenigen Tagen ALLES, was in ihrem Leben schief gelaufen ist oder es immer noch tut. Das kleine Mädchen Sophie ist dafür ihr Spiegel, mit einfachen Fragen aus Kindersicht bringt sie Hannahs Welt zum Wanken. Soweit so unkritisch. Allerdings ist für meinen Geschmack der Reflexionsprozess viel zu ratgeberisch überladen: Hannah hat eine Erkenntnis nach der anderen, weiß plötzlich, was sie ändern muss oder was falsch läuft, die paar Begegnungen scheinen ihr Leben komplett umzuwerfen. Die Geschichte rückt dabei vollkommen in den Hintergrund, wir verfolgen Hannahs Gedankengänge, ihre Erkenntnisse über ihre Unglücklichkeiten, die Zwänge, in denen sie sich - und vermutlich auch alle Leser*innen - tagtäglich befindet. Für mich persönlich ist das alles viel zu überkonstruiert, überladen und deshalb unglaubwürdig. Nicht, dass ich etwas gegen Texte hätte, die eine dazu bewegen, über das eigene Leben nachzudenken, aber ich bevorzuge dann eher unterschwelligere Hinweise. Bei diesem Buch hätte ich mir gewünscht, dass es als "Ratgeber-Roman" gekennzeichnet ist, dann hätte ich vermutlich nicht dazu gegriffen, da ich ehrlicherweise nichts mit Ratgebern anfangen kann (was mir dieses Buch auch wieder zeigte).

Am Schreibstil selbst ist nichts auszusetzen und ich bin überzeugt davon, dass das Buch sehr vielen Leser*innen helfen wird, ihr Leben zu überdenken, die die Art und Weise, wie das Buch mit allem Ratgeberpathos geschrieben ist, mögen. Die Geschichte selbst ist süß und unaufgeregt. Für mich war das es allerdings überhaupt nichts und darauf beziehen sich meine zwei Sterne.
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October 27, 2025
Meine Meinung 

 

Ich habe mich sehr wohlgefühlt, in der Hütte am See. 


"Drei Tage im Schnee" ist eine Geschichte, bei der man die Seele baumeln lassen kann. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem ich so viele AHA Effekte hatte. Dabei erzählt uns die Autorin nichts Neues, da wir eigentlich wissen, was uns guttut. 


Hannah nimmt sich drei Tage Auszeit vom Großstadtlärm und mietet ein kleines Holzhaus an einem See. Ihr stressiger Job lässt sie vergessen, was im Leben wirklich wichtig ist. Hatte sie früher nicht gerne gute Bücher gelesen? Warum fällt es ihr so schwer, Freundschaften zu pflegen und ihre Mutter öfter mal zu besuchen? Die Antworten darauf liefert ihr die kleine Sophie, mit der sie Schneeengel macht und lustige Schneeballschlachten. Das Mädchen im roten Schneeanzug besucht sie und hält ihr vor Augen, wie sie früher einmal war und betrachtet Hannah als neue Freundin. Dabei gibt das kleine Mädchen Hannah keine Tipps in Form von Ratschlägen; vielmehr bringt Sophies Verhalten wieder Hannahs Kindheit zum Vorschein. Eigentlich war glücklich und zufrieden sein früher ganz einfach. Sie musste sich nur die Leichtigkeit und Zufriedenheit, die Kindern eigen sind, wieder verinnerlichen. Nicht alles muss perfekt sein. 


>>Perfekt ist manchmal der größte Feind von Gut. << 


Ich habe das Knistern der Holzscheite im Kamin gehört und genüsslich mit Hannah und Sophie weiße heiße Schokolade getrunken. Die kleine Hütte ist urgemütlich und enthält nur Dinge, die man wirklich braucht.

 

Anfangs war Hannah die Ruhe unangenehm, doch schon bald spürt sie die heilende Kraft, die von ihr ausgeht. Sie nimmt alles bewusster wahr und findet Freude daran, sich leckeres Essen zuzubereiten. Hinterher das Geschirr von Hand zu spülen, hat eine meditative Wirkung.


Die drei Tage im Schnee sind schnell vorbei. Hannah nimmt das gleiche Glücksgefühl mit nach Hause, das ich beim Lesen verspürt habe. 


Ein kleiner Tipp von mir lest das Büchlein nicht auf einmal. Gönnt Euch jeden Tag ein paar Seiten. Auch langsam Lesen kann entschleunigen. 

Eine klare Empfehlung, für dieses stimmige Büchlein. 


Danke, Ina Bhatter. Ich habe jedes Wort genossen.
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