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Eden

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Was tun, wenn plötzlich alles, woran wir glauben, auf der Kippe steht? Ein hochspannender Roman über eine Familie, die mit der Tochter auch den Zusammenhalt zu verlieren droht. Und von einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet.

Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern.

Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird.

Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen …

250 pages, Kindle Edition

Published August 14, 2025

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59 people want to read

About the author

Jan Costin Wagner

28 books61 followers
Jan Costin Wagner is a German crime fiction writer. His novels are set in Finland and feature detective Kimmo Joentaa.

Wagner studied German Literature and History at university in Frankfurt, and later worked as a journalist. His first novel, "Nachtfahrt" (Night Trip) was published to much acclaim in 2002 and won the Marlowe Prize for Best Crime Novel. His wife is a native of Finland, and they spend time both there and in Germany.His 2007 novel The Silence (German: Das Schweigen) has been adapted to a 2010 German film of the same name in English; the original name of the film in German is Das letzte Schweigen, i.e. The last Silence.

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Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for WildesKopfkino .
708 reviews7 followers
August 14, 2025
Eden hat mich regelrecht umgehauen – und zwar nicht mit Actionfeuerwerk, sondern mit dieser stillen, tiefen Wucht, die einem erst im Nachhall bewusst wird. Plötzlich sitzt man da, klappt das Buch zu und denkt: „Okay, das war jetzt mehr als nur ein Roman.“ Jan Costin Wagner schafft es, eine Familiengeschichte so intensiv zu erzählen, dass man beim Lesen fast vergisst zu atmen. Markus, Kerstin und Sofie wirken so echt, als würde man sie schon ewig kennen, und genau das macht die ganze Tragödie noch härter. Die Konzertszene hat mir eiskalt den Magen zusammengedrückt – und nein, das ist keine Übertreibung.

Trotz des schweren Themas gibt es hier keinen billigen Kitsch und keine überzogene Dramatik. Alles ist so präzise erzählt, dass man als Leser fast automatisch in diesen Strudel aus Trauer, Wut und diesem leisen Rest Hoffnung gezogen wird. Gleichzeitig hat der Roman eine gesellschaftliche Ebene, die richtig unter die Haut geht. Es ist faszinierend (und erschreckend), wie Wagner zeigt, wie schnell privates Leid in den politischen Mahlstrom gezogen werden kann.

Besonders stark fand ich, wie Markus irgendwann diese völlig verrückte, aber menschlich nachvollziehbare Entscheidung trifft, die Familie des Mörders zu besuchen. Das ist nicht Hollywood, das ist echtes Leben, roh und kompliziert. Man will die Figuren manchmal schütteln, manchmal umarmen – und oft beides gleichzeitig.

Wagners Sprache ist knapp, klar und dennoch poetisch, und das passt perfekt zu dieser Mischung aus innerem Chaos und äußerer Kälte. Trotz aller Schwere hat das Buch am Ende so einen Funken Licht, dass man nicht völlig niedergedrückt zurückbleibt. Für mich ist Eden ein mutiges, kluges und unglaublich berührendes Werk. Ganz klar fünf Sterne – und zwar nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil es einfach verdient ist.
Profile Image for Kirsten.
3,118 reviews8 followers
August 14, 2025
Für Markus und Kerstin wird der schlimmste Albtraum Wirklichkeit: ihre Tochter Sophie kommt bei einem Anschlag ums Leben. Plötzlich werden aus einer glücklichen Familie zwei Menschen, die alleine trauern und keinen Weg mehr zueinander zu finden scheinen. Während Markus versucht, nicht nur die Tat, sondern auch den Täter zu verstehen, zieht sich Kerstin immer mehr zurück

Jan Costin Wagner erzählt die Geschichte nicht nur aus der Sicht der Eltern, sondern auch aus der von Tobias, einem Klassenkameraden von Sophie. Der Junge ist in den Tagen vor dem Konzert regelmäßig bei der Familie gewesen, weil Markus ihm bei einem Referat geholfen hat. Er wusste von dem Konzert, bevor es Sophie wusste und hat als Erster realisiert, was geschehen war, als der Direktor am Tag danach in die Klasse gekommen ist.

Der Hauptteil der Handlung wird aber durch Markus' Augen gesehen. Jan Costin Wagner beschreibt, wie Markus seine Tochter, für die es der schönste Tag in ihrem Leben ist, zum Konzert bringt und auch, was er erlebt als er sie abholt und mitten ins Geschehen nach der Bombenexplosion geworfen wird. Das macht er mit sehr deutlichen, aber auch sehr emphatischen Worten. So habe ich mit den Protagonisten mitgefühlt, aber nicht mitgelitten.

Es ist eine sehr ruhige Geschichte, aber diese Ruhe passt für mich sehr gut für das Schweigen, das zwischen Kerstin und Markus nach dem Tod ihrer Tochter herrscht. So nah, wie sie sich als Familie standen, so weit haben sie sich jetzt voneinander entfernt. Sie können nicht verstehen, warum der jeweils andere auf gerade diese Weise auf den Verlust der geliebten Tochter reagiert. Dieses Unverständnis und das Schweigen entfernt sie immer mehr voneinander, bis sie erkennen, dass sie es auch verbinden kann.

Jan Costin Wagner erzählt eine Geschichte von Verlust, aber auch von Liebe und neuen Chancen. Es ist ein schweres Thema, aber der Autor hat mir die Lektüre leicht gemacht.
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books56 followers
August 20, 2025
Dwa wielkie tematy: utrata dziecka i radykalizacja grup społecznych, ujęte na empatyczny, poruszający sposób. Wagner przeplata perspektywy, ale zachowuje wierność chronologii. Niektóre fragmenty są wybitnie dobre, inne mniej - wersja matki zupełnie mnie nie przekonała. Językowo sporo rzucanych w przestrzeń równoważników zdań, powtórzeń dla zintensyfikowania treści - można, ale w nadmiarze drażni.
Zapewne ważna książka, która pozostawiła mnie jednak z pewnym niedosytem.
Profile Image for Annouk.
10 reviews
May 11, 2025
Fantastischer Roman mit einem schweren Thema, das meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt wurde. Besonders die unterschiedlichen Perspektiven und Wege der Verarbeitung der Charaktere haben mich begeistert.
Sprachlich wie immer hervorragend, durch Jan Costin Wagners Stil entwickelt sich eine regelrechte Sogwirkung.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar.
Profile Image for Seitenmusik.
382 reviews20 followers
August 17, 2025
Mit „Eden“ erzählt Jan Costin Wagner eine zutiefst bewegende Geschichte über eine Familie, die nach einem traumatischen Anschlag mit dem Verlust ihres Kindes und dem Auseinanderbrechen der Welt, wie sie sie kannten, konfrontiert wird. Wagner, bekannt durch seine Kimmo-Joentaa-Reihe, ist vielfach ausgezeichneter Krimiautor und wagt sich hier an ein politisch wie emotional sensibles Thema. Für mich war dieses Buch Teil der #NetGalleyDEChallenge2025 – danke an NetGalley und Galiani Berlin für das Rezensionsexemplar!

Worum geht's?
Markus, Kerstin und ihre Tochter Sofie führen ein liebevolles, eng verbundenes Familienleben. Ein Geschenk – Konzertkarten für Sofies Lieblingssängerin – wird für Markus zum Auslöser unvorstellbaren Schmerzes, denn auf dem Konzert kommt es zu einem Terroranschlag. Sofie stirbt. Zurück bleiben die Eltern, die auf sehr unterschiedliche Weise versuchen, mit ihrer Trauer, dem Trauma und der Leere umzugehen. Während Kerstin sich zunehmend verliert, ringt Markus um Halt und Menschlichkeit. Er beschließt, das Gespräch zu suchen – mit sich selbst, mit anderen und schließlich sogar mit der Familie des Attentäters. Parallel dazu zeigt der Roman, wie politisch aufgeladene Themen wie Hass, Ideologie, Verschwörungserzählungen oder gesellschaftliche Spaltung subtil in den Alltag einsickern.

Meine Meinung
Mich hat das Buch tief berührt – auch wenn das Cover auf mich eher unscheinbar wirkte, war ich vom Klappentext sofort angezogen. Die Geschichte ist schwer, emotional und intensiv – ich habe sie während meines Urlaubs innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Wagners Sprache ist zurückhaltend, fast leise, aber gerade dadurch sehr wirkungsvoll. Viele Passagen haben mich innehalten lassen. Besonders gelungen fand ich die multiperspektivische Erzählweise, die verschiedene Blickwinkel auf Trauer, Schuld, Sprachlosigkeit und gesellschaftliche Verantwortung ermöglicht.

Die Trauerphasen werden spürbar: Markus‘ Versuch, rational zu bleiben, Kerstins Rückzug, das Unverständnis im Umfeld. Ich konnte nicht alle Reaktionen nachvollziehen – vielleicht gerade deshalb, weil ich glücklicherweise nie Ähnliches erlebt habe. Umso mehr habe ich die stille Wucht dieses Romans gespürt.

Ein besonders kraftvolles Zitat: „Es ist gut, dass die Liebe da ist, auch wenn sie das einzige Problem ist. Der Hass kann die Liebe nicht beseitigen, er kann sie nur in Trauer und in bittere, schöne Erinnerungen verwandeln und damit zum schärfsten Schwert machen, das es gibt.“ (S. 77)

Wagner gelingt es, menschliche Abgründe mit viel Feingefühl darzustellen. Auch die Kritik am politischen Umgang mit persönlichen Schicksalen kommt durch – allerdings bleiben viele dieser gesellschaftspolitischen Aspekte nur angerissen. Themen wie AfD, Coronaleugner:innen, Rassismus und Verschwörungserzählungen tauchen auf, aber nie tief genug, um wirklich einen nachhaltigen Diskurs zu eröffnen. Das hätte ich mir pointierter gewünscht.

Die Frage nach der Motivation des Täters ist heikel. In der Figur Ayoub wird versucht, die Radikalisierung zu erklären. Dennoch bleibt für mich die Frage offen: Musste der Täter in Eden zwingend muslimisch sein, wenn das Thema ohnehin nicht differenziert vertieft werden kann?

Fazit
„Eden“ ist ein Roman, der unter die Haut geht. Sprachlich feinfühlig und emotional präzise zeigt Jan Costin Wagner, was Verlust mit uns macht – als Individuen und als Gesellschaft. Die politischen Nebenstränge bleiben etwas blass, aber das Kernmotiv der Empathie und des Nicht-Aufgebens hat mich stark bewegt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Profile Image for MsWatson.
146 reviews2 followers
August 22, 2025
Dieses Buch lässt einen definitiv anders zurück, als dass es einen vorfindet - und das auf eine ganz wundervolle Weise! Diese Reise war für mich echt intensiv, tränenreich, aber gleichzeitig wunderschön! Es zeigt, dass man nicht im Hass versinken muss.
Jan Costin Wagner hat mit seinem Roman „Eden“ eine berührende Geschichte geschrieben, die einen mit voller Wucht trifft. Im Mittelpunkt steht die Familie Stenger: die lebensfrohe zwölfjährige Sofie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin. Für die Eltern ist Sofie ein Geschenk, ein Anker ihres Glücks, bis ein Konzertbesuch alles verändert, als dort ein Attentat stattfindet, bei dem Sofie ums Leben kommt. Dieser unvorhersehbare Verlust reißt ein Loch in das Leben der Familie. Kerstin zieht sich zurück, erstarrt in Sprachlosigkeit und Verzweiflung, während Markus verzweifelt nach Antworten sucht und versucht, die Scherben ihres gemeinsamen Lebens zusammenzuhalten.
Wagner erzählt diese Geschichte nicht nur aus der Perspektive der Eltern, sondern erweitert sie um Stimmen aus dem Umfeld: Cousine, Tante, aber auch die Familie des Attentäters kommt zu Wort und wird in ihrer ganzen menschlichen Komplexität gezeigt. Gerade dieser Perspektivwechsel ist wichtig und gut und kraftvoll, weil er zeigt, dass Schuld und Trauer viele Gesichter haben. Markus, der selbst kaum Halt findet, nähert sich (erst zögerlich) sogar der Familie des Attentäters an und entdeckt dort Menschen, die ebenfalls mit Verlust, Scham und innerer Zerrissenheit leben müssen - als Folge des Ereignisses, dass sie unweigerlich verbindet.
Für mich schafft der Roman eine ganz starke Verknüpfung zwischen Intimität und Gesellschaft. Jan Costin Wagner spiegelt die Trauerarbeit der Eltern an den großen Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir mit Terror um? Welche Folgen haben Hass, Radikalisierung und Ideologien für unser Zusammenleben? Wagner erzählt dies ganz sanft, zu keiner Zeit belehrend, sondern mit seiner ganz speziellen Sprache, die gerade durch ihre Zurückhaltung umso stärker wirkt. Es sind die Auslassungen, die unausgesprochenen Gedanken und die feinen Zwischentöne, die die Figuren so nahbar machen. Viele Szenen wirken fast körperlich spürbar, weil die Sprachlosigkeit der Trauer und die Anstrengung, weiterzumachen, so präzise eingefangen und vermittelt werden. Das ist wirklich ganz außergewöhnlich gut und geht wirklich tief. Ich habe einige Tränen beim Lesen vergossen - nicht weil es so traurig war (war es natürlich auch), sondern vielmehr weil man unweigerlich mitfühlt und es einfach nah geht.
Wichtig zu sagen: „Eden“ ist trotz seiner Schwere kein psychisch-seelisch erdrückendes Buch. Es gibt genügend Raum für Empathie und für die Möglichkeit, die Menschlichkeit auch im Angesicht des Schreckens nicht zu verlieren. Markus’ Entscheidung, den Dialog zu suchen, nicht im Hass zu verharren, sondern nach einem Weg aus der (nicht nur inneren) Zerstörung zu suchen, macht den Roman zu einem Werk, das Mut spendet und zum Nachdenken zwingt. Und zu einem Buch, das die Grundsteine für neue Brücken legen kann, wenn die Lesenden sich drauf einlassen und ein wenig von Markus’ Weg für das eigene Leben mitnehmen.
Am Ende ist „Eden“ weit mehr als die Geschichte einer Familie, die ihre Tochter verliert. Es ist ein Roman über Liebe, Verlust, Trauer und gesellschaftliche Verantwortung. Er zeigt, wie eng persönliche Schicksale und politische Realitäten miteinander verwoben sind, und stellt die Frage, wie wir uns unsere Menschlichkeit bewahren können, wenn unsere Welt zu zerbrechen droht. Ein leises, aber eindringliches Buch, das berührt, aufrüttelt und lange nachhallt.
Profile Image for Frank Lang.
1,359 reviews15 followers
August 14, 2025
Es ist die undenkbar schlimmste Situation, die es geben kann. Das eigene Kind verlässt das Haus und kommt nicht wieder. Jedes Elternteil vermag sich diese Situation nicht vorstellen wollen. Mich erinnern solche Szenarien an die Verfilmung von „Der Herr der Ringe“, wo Théoden zu Gandalf sagt „Kein Vater sollte sein Kind zu Grabe tragen.“, nachdem sie seinen Sohn zu Grabe getragen haben.

In diesem Buch baut der Autor Jan Costin Wagner das Szenario auf, dass Sofies Vater Markus seine Tochter damit überrascht, dass sie zusammen mit seiner Schwester und seiner Nichte ein ausverkauftes Konzert einer bekannten Künstlerin besucht. Und während die drei Frauen sich im Konzert amüsieren, arbeitet er in einem Café. Und am Ende des Konzerts gibt es einen Knall und von den drei Frauen kommen nur noch zwei zurück. Ein terroristischer Anschlag zerstört mehrere Leben. Was macht das mit der Familie und dem Umfeld des Kindes?

Der Autor beschreibt in einem sehr eigenwilligen Stil, aus unterschiedlichsten Perspektiven, wie ein solcher Tod verarbeitet wird. Das Leben vieler gerät aus den Fugen und ich denke nicht, dass man irgendwie beurteilen kann, ob das Verhalten nachvollziehbar ist oder nicht. Der Schreibstil von Jan Costin Wagner ist insofern besonders, als dass er viele nicht aufschreibt, sondern nur andeutet. Nur, um im nächsten Moment konkreter zu werden. Diese Mischung ist sicherlich ungewöhnlich, aber ungeheuer spannend, wenn man sich mal daran gewöhnt hat.

Der Anschlag wurde von einem Muslim ausgeführt, der sich selbst mit in den Tod genommen hat. Das nimmt der Autor als Aufhänger, um das rechtsradikale Gedankengut aufzugreifen, das vor allem von der AfD „salonfähig“ gemacht wurde und die Demokratie von innen heraus gefährdet. Er schaut aber nicht nur auf die offensichtlichen Opfer, sondern auch auf jene, die kaum einer im Blick hat. Nämlich die Familie des Attentäters, die ebenfalls irgendwie damit klarkommen müssen, dass jemand aus ihren Reihen zu einer solchen Tat fähig war.

Fazit
„Eden“ von Jan Costin Wagner ist eine sehr schwere Kost und alles andere als ein seichter Sommerroman. Der Verlust eines geliebten Menschen konnte der Autor sehr einfühlsam beschreiben und ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die davon nicht berührt wurden. Dass der Vater etwas befremdliche Aktionen unternimmt, muss man als Leser hinnehmen. In meinen Augen ein intensiver Roman, vielleicht auch deshalb, weil ich selbst Vater bin und mir gar nicht vorstellen möchte, wie es ist, ein Kind zu verlieren.
1,397 reviews7 followers
September 20, 2025
Tragische Familiengeschichte

Klappentext:
Für die lebensfrohe Sofie ist ihre Familie ein Glücksfall. Sie, ihr Vater Markus und ihre Mutter Kerstin geben einander Sicherheit und wissen auch, was dem jeweils anderen wichtig ist. Als Markus seine Tochter mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, geht für diese ein Traum in Erfüllung. Der Abend nimmt jedoch eine schreckliche Wendung: Auf dem Konzert wird ein Anschlag verübt, auch Sofie ist unter den Opfern.
Das einst so glückliche Ehepaar verliert die Balance. Währenddessen spitzt sich die gesellschaftliche Situation zu und die Familie muss mitansehen, wie ihr Unglück politisch instrumentalisiert wird.
Im Moment tiefster Verzweiflung erinnert sich Markus an die soziale Lebenskraft seiner Tochter und beschließt, nicht aufzugeben. Er sucht weiterhin das Gespräch und fasst sogar den gewagten Entschluss, die Familie des Mörders aufzusuchen.

„Eden“ ist ein sehr spannender und ein sehr berührender Roman von Jan Costin Wagner.

Die junge Sofie wächst in einer liebevollen Familie auf. Von ihrem Vater Markus bekommt Sofie Konzertkarten für ihre Lieblingssängerin. Doch das Konzert und dessen Ausmaße verändern das Leben der Familie. Bei einem Attentat kommt unter anderem auch Sofie ums Leben.

Jan Costin Wagner hat erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Nicht nur die Eltern von Sofie kommen zu Wort, sondern auch nahe Verwandte. Es kommt aber auch die Familie des Attentäters zu Wort.
Man spürt beim Lesen all die Verzweiflung und die Trauer, auch bei der Familie des Attentäters. Da kommt noch Verzweiflung und Scham hinzu.
Das Attentat polarisiert natürlich, unterstütz durch die Medien die Bevölkerung.
Bevor Markus von Trauer und Hass zerfressen wird, entsinnt er sich an Sofie und ihre soziale Lebensart und so versucht er, auf die Familie des Attentäters zuzugehen.

Jan Costin Wagner hat in seinem Roman aktuelle Themen wie Terror, Radikalisierung, Hass verarbeitet. Schwere Themen, die der Autor aber gut mit seiner Geschichte den Leser*innen vermittelt.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Es ist gut, dass in dieser Geschichte beide Parteien zu Wort kommen und man versuchen kann beide Seiten zu verstehen.
„Eden“ ist eine Mischung aus Familienroman und Psychothriller. Ein Buch das mich nachhaltig beschäftigen wird.
422 reviews4 followers
August 30, 2025
Als ich den Klappentext in der Vorschau des Galiani Verlags las, war klar: ICH kann dieses Buch nicht lesen. Warum? Es geht im Roman um ein 12jähriges Mädchen, Sofie, die bei einem Attentat auf ein Konzert zu den Todesopfern zählt. Auch ich habe eine musikliebende 12jährige Tochter und das machte es für mich sehr schwer. Aber ich gab dem Roman eine Chance und bin sehr froh, dass ich es tat, denn der Roman ist eine Bereicherung. Es geht nahe, aber wirkt eher verbindend und lebensbejahend. Ein Brücken bauender Roman.
Auch wenn ich das Fazit vorwegnehme: Ja, es ist sicherlich der schmerzhafteste Schicksalsschlag, den einen Treffen kann, der Tod des eigenen Kindes, trotzdem war es für mich eher eine Aufforderung, die Zeit die man miteinander hat jeden Tag zu genießen, denn es gibt immer unvorhergesehenes im Leben.
„Der Tag steht still wie ein Bild, ein Gemälde, das dank eines interessanten Effekts beiläufig die Farben wechselt, allein daran erkennt Tobias, dass dieser Tag doch voranschreitet. Auch dieser Tag ist gekommen, um zu vergehen.“ (S 27)
Was macht den Roman so besonders? Jan Costin Wagner nimmt einen schweren, kaum aushaltbaren Stoff und blickt tief in die Beteiligten hinein. Wie können Menschen das schlimmstmögliche bewältigen? Was hilft ihnen und wie schauen sie auf die Dinge? Dadurch entsteht ein Kaleidoskop an Vielfalt und Denkansätzen. Der Vater, die Hauptfigur, beschäftigt sich mit dem Attentäter und will verstehen, sieht das menschliche im Fehlverhalten. Der Vater eines Freundes von Sofie, ist nicht betroffen, doch macht er sich das Ereignis zu eigen um seine Verschwörungsideen zu untermauern. Und dann sind da noch einige andere Figuren.
“Es ist die beste aller defizitären Lösungen.” (S. 239)
Jan Costin Wagner schreibt großartig einnehmend. Ich begann im Freibad zu lesen, konnte & wollte es nicht aus der Hand legen. Wirklich lesenswert.
Fazit: Schweres Thema, tolles Buch, ein Brückenbauer in der heutigen nicht vorhandenen Debattenkultur. Ein versöhnlicher Roman, der großartig geschrieben ist.
564 reviews3 followers
August 28, 2025
Verlustbewältigung

Buchmeinung zu Jan Costin Wagner – »Eden«

»Eden« ist ein Roman von Jan Costin Wagner, der 2025 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Zum Autor:
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main.

Zum Inhalt:
Markus, Kerstin und ihre Tochter Sophie sind eine glückliche Familie bis Sophie bei einem Anschlag auf ein Konzert getötet wird. Markus und Kerstin stehen vor einem Scherbenhaufen und müssen einen Weg finden, das Geschehene zu verarbeiten.

Meine Meinung:
Dieses Buch widmet sich dem schwierigen Thema der Bewältigung von Verlusten. Zu Anfang erleben wir eine glückliche Familie samt Sophies Schulfreund Tobias. Dann die Fahrt zum Konzert und das Attentat, dass der Vater Markus vor Ort miterleben muss. Wie man später eher beiläufig erfährt, rettet Vater Markus einem Mädchen als Ersthelfer das Leben. Markus ist ein besonderer Mensch, der akkurat das Beste tun will. Der Verlust seiner Tochter trifft ihn so hart, dass er die Auswirkungen auf seine Ehefrau nicht bemerkt und ihr nicht zur Seite steht. Markus und Kerstin finden keinen gemeinsamen Weg, um den Verlust zu verarbeiten. Sie sind noch nicht einmal in der Lage, sich gegenseitig zu helfen. Auch Schulfreund Tobias leidet unter dem Verlust, zumal die Ehe seiner Eltern zerbrochen ist. Er sucht die Nähe zu Markus und beide reden viel miteinander. Diese Abschnitte haben mich berührt und zum Nachdenken angeregt. Markus Annäherung an die Täterfamilie konnte mich hingegen weniger überzeugen.
Die Geschichte wird aus etlichen Perspektiven erzählt, so dass der Leser die Ansichten und Gefühle der Figuren gut nachvollziehen kann. Schwierigkeiten bereitete mir der Erzählstil, der oft Sätze und Gedanken unvollendet lässt.

Fazit:
Mich hat dieser Titel in weiten Teilen zum Nachdenken gebracht und deshalb bewerte ich ihn mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.
Profile Image for Barbara.
84 reviews1 follower
September 13, 2025
Worte, die bewegen

Stuttgart, 22. Mai
Was soll passieren in einer Konzerthalle voller lachender Menschen, in der Ariana la Vega von Liebe singt? (69)
Markus fühlt sich schuldig. Er hat seiner 12-jährigen Tochter Sofie die Tickets für das Konzert ihrer Lieblingssängerin geschenkt. Auf dem Konzert wurde ein islamistischer Anschlag verübt; Sofie hat ihn nicht überlebt.

In seinem neuesten Roman schreibt Jan Costin Wagner über den tragischen Schicksalsschlag, der eine glückliche Familie wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat. Ihr Leben gerät aus der Bahn; die vertraute, sichere Welt existiert auf einmal nicht mehr.
Wir begleiten Sofies Eltern in der ersten Tage nach dem Attentat. Markus und Kerstin sprechen abwechselnd über ihr Leben ohne Sofie; beide gehen dabei unterschiedlich mit ihrem Schmerz um. Während Kerstin in ihrer Verzweiflung zu versinken droht, beginnt Markus, der den Anschlag hautnah miterlebt hat, Details zum Tathergang und dem Attentäter herauszufinden. Denn Markus ist überzeugt:
„Der Hass kann die Liebe nicht beseitigen, er kann sie nur in Trauer und in bittere, schöne Erinnerungen verwandeln und damit zum schärfsten Schwert machen, das es gibt.„ (129)

Auch der Attentäter kommt kurz zu Wort. Und auch seine Gedanken erschüttern, denn auch er hat es früh verstanden: „Worte sind niemals nur Worte.“ (96)

Präzise und äußerst einfühlsam schreibt Jan C. Wagner über die dramatischen Ereignisse, die das Leben vielen Menschen verändert haben. Seine Worte bewegen, rühren zu Tränen, machen fassungslos und manchmal sogar wütend.
Denn „Eden“ von Jan Costin Wagner ist die Geschichte unserer Tage; hochbrisant und gegenwärtig. Sie wirkt authentisch und weckt viele Emotionen. Sie regt zum Nachdenken an und liefert einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Themen, die unsere Gesellschaft spalten.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und empfehle es gerne weiter.
443 reviews1 follower
August 12, 2025
Sofie hat ihren Freund Tobias bei seinem Referat unterstützt und freut sich jetzt auf ein Arina Grande Konzert in Stuttgart. Die Tickets hat ihr Vater ihr und ihrer Cousine Lotte und Markus Schwester Isabelle geschenkt. Sofies Vater Markus ist glücklich das seine Tochter glücklich ist. Nach dem Konzert geht eine Bombe eines arabischen Terroristen Hoch und tötet unteranderem Sofie. Eine Welt bricht für ihre Eltern Kerstin und Markus zusammen und verändert alles. Die Frage nach dem Warum kreist immer über allem und alle Beteiligten gehen anders mit dem Tod von Sofie um.
Der Roman „Eden“ von Jan Costin Wagner ist ein sehr gefühlvolles Buch über die Verarbeitung eines Unglücks und den Verlust eines lieben Menschen. Der Autor beschreibt sehr intensiv die Gefühle der Eltern, Kerstin und Markus, und die ihres besten Freundes Tobias. Es ist ein sehr emotionale Story, die die Herangehensweise von Trauernden unter die Lupe nimmt und ihre Gedanken offenlegt. Sehr genau analysiert der Autor die einzelnen Charaktere und er lässt dabei auch nicht die Motivation des Attentäters außer Acht. Interessant ist die unterschiedliche Situation der beiden Eltern. Während Kerstin in ein psychologisches tief rutscht und sie insgeheim Markus verantwortlich macht, geht der sehr aktiv mit der Trauer um. Er sucht die Familie des Attentäters auf, um mehr über die Motivation zu erfahren. Er arbeitet aktiv mit Sofies Tod, z.B. er kauft die Katze, die sie sich gewünscht hat. Toll finde ich auch, wie der Autor Tobias, den Freund von Sofie mit seiner Trauerarbeit beschreibt. Auch er spielt in diesem Roman eine wichtige Rolle.
Ich finde diesen Roman sehr gelungen und ich konnte durch die genauen Beschreibungen mich gut in die Charaktere einfügen. Es ist ein sehr authentischer Roman über Menschen, die Angehörige verlieren. Deswegen auch eine Leseempfehlung, die von Herzen kommt.
Profile Image for Ramona Lisa.
128 reviews
July 8, 2025

Eden ist ein ruhiges, aber sehr intensives Buch. Es beginnt mit einem Selbstmordanschlag und stellt die Frage, was danach kommt. Vor allem für die Menschen, die davon betroffen sind, auf ganz unterschiedliche Weise. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Eltern eines der Opfer, aber auch der Attentäter selbst. Diese Perspektivenvielfalt hat mich besonders beschäftigt.

Die Sprache ist reduziert, fast nüchtern. Vieles wird nur angedeutet. Das passt zum Thema, erschwert aber manchmal den Zugang zu den Figuren. Ich konnte nicht durchgängig eine emotionale Verbindung aufbauen, war aber stets sehr nah dran und wollte verstehen, was in diesen Menschen vorgeht.

Gut fand ich, dass der Autor sich nicht anmaßt, einfache Erklärungen zu liefern. Es gibt keine moralischen Wertungen, keine schnellen Antworten. Stattdessen bleibt viel Raum für Unsicherheit, Widerspruch und Leerstelle. Genau das regt zum Nachdenken an, auch über eigene Haltungen und Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt.

Was mich jedoch gestört hat: Ich hatte stellenweise den Eindruck, dass eine gewisse Distanz zu manchen Figuren oder Ereignissen nicht nur durch den Stil, sondern auch durch eine Haltung des Autors entsteht, die mir zu einseitig war. Eine größere Offenheit hätte ich mir gewünscht.

Das Buch stellt unbequeme Fragen, lässt vieles offen und fordert dazu auf, genauer hinzusehen. Das richtige Buch zum Nach- und Mitdenken.
Profile Image for Claudia Magnus .
74 reviews2 followers
July 22, 2025
3.5/5

Die Perspektiven in diesem Buch sind nahbar und verstörend zugleich. Das Leid, die Trauer, die Schuldgefühle der Protagonisten ist greifbar. Und dann hört man auf einmal die Sicht des Attentäters. Das schockt. Man möchte sich übergeben. Zu lesen wie jemand Massenmord als Hochgefühl empfindet ist schwer verdaulich und irgendwie auch ein bisschen grenzwertig. Diese Art des Menschenhasses hab ich noch nie so direkt ausgedrückt gelesen. Auch die Präsenz der AfD darf in so einer Thematik natürlich nicht fehlen. Hab ich mich mehrmals fast übergeben? Definitiv. Ist es vielleicht gut, den Fremdenhass hier mit einzubeziehen? Wahrscheinlich schon.

Was mich tief bewegt hat, ist zu lesen wie die einzelnen Charaktere “weitermachen” - wie Toby es schafft sich um Sofies Papa zu kümmern, wie Kerstin so Vieles sagen will, es aber nicht kann, wie der Drang zur Schuld auch zu fremdenfeindlichen Gedankengut führt, wie Markus zerbricht.

Ich verstehe das abgehackte, den Stream of Consciousness in diesem Buch. Dennoch stört es für mich den Leseflow. Ich finde es stilistisch super auch mal Ellipsen, kurze Sätze und Co einzufügen um schnelle Gedanken darzustellen, aber hier ist es mir zu viel.

Dennoch ist das Buch gelungen. Nur fehlt mir etwas, oder mir ist etwas zu viel.
199 reviews
August 6, 2025
Geschichte ohne Tiefgang und Zusammenhänge
Leider hat mich dieses Buch so gar nicht überzeugen können. Angefangen bei dem Schreibstil, bei dem ich mir nicht so sicher war, ob das Buch für Teenager geschrieben wurde – zum Beispiel aufgrund der vielen Wortwiederholungen. Auf der anderen Seite waren es dann Themen und Verstrickungen innerhalb der Geschichte, die wohl eher für Erwachsene gedacht waren.

Dazu kamen viele Themen, die zusätzlich zur Trauerbewältigung in die Geschichte eingearbeitet wurden, wie die Diskriminierung von Ausländern, Corona oder AfD-Sympathisanten. Sicherlich alles wichtige Themen, und entfernt hatten sie auch mit der Geschichte zu tun. Sie wurden aber alle nur sehr oberflächlich angerissen, teils ohne Zusammenhang in die Handlung eingebaut, und letzten Endes ist dann auch das eigentliche Thema irgendwie untergegangen.

Die Charaktere wurden für mich nicht greifbar, das Ende bleibt vage. Es war ein kurzes und schnell gelesenes Buch, weshalb ich es auch zu Ende gelesen habe. Nachwirkungen hat es auf mich aber nicht – und das, obwohl das Thema eigentlich super dafür geeignet ist, eine Geschichte mit Tiefgang zu schreiben. Und auch, um Anregung zum Nachdenken zu geben, die mir hier einfach gefehlt haben.
141 reviews
August 16, 2025
Trauerarbeit

Ein Trauerfall erschüttert meist das komplette Umfeld. Wenn jemand unerwartet (zum Beispiel durch ein Unglück oder einen Anschlag) stirbt, ist dies umso gravierender, wie der Roman „Eden" verdeutlicht.

Sofie steckt mitten in der Pubertät. Sie geht zur Schule, shoppen, hält Referate und hört gern Musik. Als ihr Vater sie mit Konzerttickets für ihre Lieblingssängerin überrascht, kann niemand die verheerenden Vorkommnisse an diesen Abend erahnen…
Ich mag das Buch sehr gerne. Wagner beschreibt eher ruhig und unaufgeregt, aber sehr authentisch, welche Folgen Sofies Tod für ihre Familie und Freunde, aber auch die Gesellschaft hat. Speziell die Sicht von Toby, Sofies Mitschüler mit aggressiven Vater, ist spannend, da sein Vater Menschen mit Migrationshintergrund offen ablehnt und Toby so immer mehr Zweifel rutscht. Auch Sofies Vater, der die Situation schwer begreifen kann, ist eine interessante Figur. Von Alleingängen über Kennenlernen der Täter passiert bei ihm viel. Eventuell zu viel? Die Themen wie Rechtsdruck, Attentate und Trauerarbeit werden leider nur oberflächlich besprochen. Viel hätte noch intensiviert werden können. Da ich das Buch insgesamt als authentisch und wichtig einschätze, vergebe ich dennoch vier Sterne.
86 reviews
July 12, 2025
Eden, von Jan Costin Wagner

Cover:
Es gefällt mir. Sehr minimalistisch, die Farbgestaltung gefällt mir.

Inhalt und meine Meinung:
Markus überrascht seine 12jährige Tochter Sofie, mit Tickets zu einem Konzert auf das sie unbedingt gehen wollte. Die Freude ist riesig.
Doch genau auf diesem Konzert zündet ein Attentäter eine Bombe und Sofie stirbt.

Dies ist die Ausgangsposition.
Wir erleben wie die verschiedenen Personen im Umfeld von Sofie mit dieser Tragödie umgehen.
Wie die Eltern sich auseinanderleben, weil jeder anders trauert.
Wir erhalten Einblicke in das Leben des Täters und seiner Familie.
Auch die Emotionen des besten Freundes von Sofie und dessen Familie wird gestreift.

Es wird auf jedenfall deutlich, dass es so viele verschiedene Arten gibt mit der Trauer, ja mit dem ganzen Leben, umzugehen.
Es wird auch irgendwie keine Stellung dazu eingenommen, es wird recht neutral und von „außen“ gesehen erzählt.

Autor:
Jan Costin Wagner, Jahrgang 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main

Mein Fazit:
Kein leichtes Buch, und auch kein Buch das Antworten gibt.
Von mir 4 Sterne.
94 reviews
July 13, 2025
„Eden“ von Jan C. Wagner ist ein Buch, welches ein sehr sensibles Thema, nämlich den Verlust des eigenen Kindes, und den Versuch, danach weiterzuleben, behandelt.
Auf einem Konzert, zu welchem Sofie noch dazu die Karte von ihren Eltern geschenkt bekommen hat, zündet ein Selbstmordattentäter eine Bombe und Sofie stirbt. Fassungslosigkeit, Trauer und Verlust prägen sodann die Handlung. Die überlebenden Protagonisten gehen jeder auf seine ihm mögliche Art und Weise mit diesem Verlust um, die Beziehung zueinander zerbricht.
Mit radikalen Anschlägen, vorzugsweise natürlich bei großen Menschenansammlungen, sind wir derzeit sehr häufig in den Medien konfrontiert. Nicht auszumalen, wäre man ein Betroffener.
Jan C. Wagner, ein Autor, der bislang in einem andere Genre anzutreffen war, findet jedoch zu einer eindringlichen, aber teilweise sehr reduzierten Sprache, der Situation absolut angepasst, welche dem Leser die Schwere dieser Thematik deutlich näher bringt. Auch das Cover ist derart gestaltet, eher schlicht, aber durchaus ansprechend.
Ich gebe 4 Sterne, sowie eine Leseempfehlung, wenn man sich mit einem doch sehr emotionalen Thema auseinandersetzen möchte.
2,266 reviews12 followers
August 15, 2025
Zum Inhalt:
Eigentlich ist im Leben von Sofie, Vater Markus und Mutter Kerstin die Welt in Ordnung bis zu diesem verhängnisvollen Tag. Sofie besucht ein Konzert auf dass ein Anschlag verübt wird und Sofie ist eins der Opfer. Die Beziehung von Markus und Kerstin gerät ins Wanken, zudem wird ihr persönliches Unglück politisch instrumentalisiert. Markus fasst den gewagten Entschluss die Familie des Täters aufzusuchen.
Meine Meinung:
Das ist so ein Buch, dass dazu führt, dass man sich damit auseinandersetzen muss wie man selbst wohl in so einer lebensverändernden Situation handeln würde. Extrem nachvollziehbar fand ich, dass Markus und Kerstin Schwierigkeiten miteinander hatten, da natürlich jeder eine andere Herangehensweise mit dem Erlebten hat. Markus ist da auch schon ziemlich extrem unterwegs. Würde ich selbst die Familie des Mörders aufsuchen wollen? Ich glaube es nicht, kann aber so ein Ansinnen verstehen. Viele der Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar, muss aber auch nicht, da ja jeder Mensch anders reagiert in Extremsituationen. Was mir gut gefallen hat, dass der Autor wieder den Finger auf Wunden legt und einen zum Nachdenken bringt,.
Fazit:
Gefällt mir gut
189 reviews
July 10, 2025
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Rezension zu "Eden" von Jan Costin Wagner

Es macht sehr nachdenklich

Sofie lebt glücklich mit ihrer Familie zusammen. Sie versteht sich auch gut mit ihnen. Tobi liest eine süße Geschichte von Donald Duck vor und zu einem späteren Zeitpunkt bekommt Sofie eine Konzertkarte ihrer Lieblingssängerin geschenkt. Sie freut sich auch schon sehr darauf.

Wie wird der Konzertabend werden?😉

Auf mich wirkt der Roman wundervoll, macht aber auch zugleich nachdenklich über das Leben. Wir sollten wirklich jede Sekunde und Minute des Lebens genießen.

Die erzählte Geschichte von Donald Duck hat mich dabei auch durchaus zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Das Konzert der Sängerin fand ich dabei auch wirklich wundervoll. Und einzigartig.

Es ist wirklich ein einzigartiger Roman, der das Herz durchaus auch verzaubert - aber auch zum Nachdenken anregt. Ich lade euch nun sehr liebevoll in den Garten Eden ein. Bitte kommt alle mit.😄

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19 reviews
August 19, 2025
Zwischen Schmerz und Suche

„Eden“ von Jan Costin Wagner hat mir gut gefallen – ein ruhiger, eindringlicher Roman, der seine Geschichte größtenteils aus der Sicht von Markus und Kerstin erzählt, den Eltern der getöteten Sofie. Ihre Perspektiven waren intensiv und glaubwürdig, und man konnte ihren Schmerz, ihre Sprachlosigkeit und die Suche nach Antworten auf jeder Seite spüren.

Auch Toby, Sofies Klassenkamerad, spielt eine zentrale Rolle. Seine Gedanken, seine Unsicherheit und seine Annäherung an die Ereignisse waren ein wichtiger Bestandteil der Geschichte – ich habe diese Passagen als besonders einfühlsam empfunden.

Was für mich nicht ganz gepasst hat, waren die ausführlichen Schilderungen über Tobys Eltern. Diese Teile wirkten ein wenig losgelöst vom Rest und nahmen Raum ein, den ich lieber Lotte oder Isabel gewidmet gesehen hätte – gerade sie hätten noch mehr Tiefe verdient.

Insgesamt aber ein klug konstruierter Roman mit leisen Tönen und viel Gefühl.
48 reviews
September 13, 2025
Besonders, wenn man selbst Kinder hat, die in dem Alter sind, fällt das Lesen nicht immer leicht.
Die Idee von dem Buch könnte aufgrund des Terroranschlags nach einem Popkonzert von Ariana Grande 1997 in Manchester entstanden sein, was es um so realistischer macht.
Einfühlsam werden die Gedanken, Gefühle und Handlungen von einem Klassenkollegen, den Eltern, dem getöteten Mädchen und dem Attentäter geschildert und auch, wie das Umfeld darauf reagiert. Zwischendurch muss man Pausen machen, um das Gesagte zu überdenken und zu verarbeiten.
Als einziges Manko könnte man dem Buch ankreiden, dass die Sprache aller Personen gleich ist. Der Autor hätte hier noch Unterschiede machen können, aber es könnte auch Absicht sein, um zu zeigen, dass wir innerlich alle gleich sind.
Ein sehr gelungener Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Allerdings nichts für schwache Nerven.
Profile Image for Michaela Kaule.
25 reviews
September 12, 2025
Wunderbares Buch....sehr traurig...aber die Protagonisten reißen den Leser mit in den Tornafo der Ereignisse
Profile Image for Ralf Papendick.
225 reviews
November 22, 2025
Ein ergreifendes, zu Tränen rührendes Buch! Der Autor schafft es immer wieder, den Leser in die Sichtweise der einzelnen Protagonisten hinein zu führen. Mutig, sehr klug und äußerst mitfühlend.
Profile Image for Buchdoktor.
2,364 reviews187 followers
August 13, 2025
Markus Stenger wird nach dem Tod seiner 12-jährigen Tochter durch einen Bombenanschlag stets damit hadern, dass er als besondere Überraschung die letzten Konzert-Karten für Sofie, seine Schwester und seine Nichte ergattert hatte. Er selbst erreicht den Tatort unmittelbar nach dem Anschlag. Im ersten Durcheinander aus Hoffnung und Vermutungen stellt sich heraus, dass der Täter Ayoub ein vaterlos aufgewachsener junger Migrant ist. Sein Anschlag folgt dem Muster vergleichbarer Taten, junge Menschen im Moment zu töten, in dem sie unbeschwert ihre Freizeit genießen. Während Tobias als Trauernder von Presse und Öffentlichkeit praktisch in Besitz genommen wird, setzt er sich mit Person, Herkunft und Männerbild Ayoubs auseinander und sucht das Gespräch mit dessen Angehörigen. Dabei scheint er zunächst den eigenen Trauerprozess und die Situation seiner Frau Kerstin zu verdrängen; Markus Therapie-Resistenz wird zu einer zusätzlichen Belastung für sein Umfeld.

Durch Sofies Klassenkameraden Tobias, dem Markus unmittelbar vor dem Konzert bei seinem Deutsch-Referat geholfen hatte, betritt Tobias Vater das Setting. Als Prototyp eines Querdenkers verbringt er nach Meinung seines Sohns für einen Erwachsenen zu viel Zeit am Smartphone, wo er sich mit allen aktuellen Kontroversen befasst - von Impfkritik bis Migration. Markus Gedanken, die dem Aufeinandertreffen der drei Familien folgen, machen Stereotype in den Medien und den Einfluss des Talkshow-Unwesens bewusst. Er grübelt über gefühltes Nichtgesehen-Werden und Kränkung junger Männer, den Einfluss von Vaterfiguren und leichtfertig hingeworfenen Parolen als Auslöser für Hassverbrechen. Die zu kindlich wirkende Darstellung 12-13Jähriger in den ersten Kapiteln fand ich allerdings unbefriedigend, selbst im Bewusstsein, dass auch Ayoub ein Kind gewesen sein kann, das die Nachrichten nur teilweise versteht.

Fazit
Anhand der Reaktion gegensätzlicher Elternfiguren auf einen Bombenanschlag zeigt Jan Costin Wagner mit großer Empathie aktuelle gesellschaftliche Konflikte, für deren Lösung genau diese Empathie nötig wäre. Indem Wagners Figuren jeweils konzentriert ein ganzes Spektrum extremer Positionen und Milieus in sich vereinen, zwingen sie seine Leser:innen, eigene Stereotype wahrzunehmen.


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