Mit gemischten Gefühlen, aber jeder Menge Optimismus im Gepäck verlässt Sophie, die Tochter des bayrischen Königs, 1824 ihre geliebte Heimat. Dass künftige Generationen sie ausgerechnet als böse Schwiegermutter ihrer charismatischen Nichte Sisi in Erinnerung behalten werden, kann sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. Ihr steht ein langer, harter Weg bevor - von der lebenslustigen Biedermeierprinzessin zur mächtigsten Frau am Wiener Kaiserhof.
Für mich ein unterdurchschnittlicher, historischer FrauenPortraitRoman....zu flach, zu unpersönlich...!
Dabei hätte Erzherzogin Sophie bestimmt vielschichtiger und facettenreicher dargestellt werden können, denn ihre Geschichte, die des Hauses Habsburg in der Mitte des 19. Jahrhunderts und ihre ambivalente Wahrnehmung durch die nächsten Generationen hätten weit mehr hergegeben.....
Der Roman gibt zwar die historischen Ereignisse korrekt wieder....allerdings ohne diese fiktiv zu kommentieren und die Person Sophies dadurch greifbarer zu machen.
Ein klarer Fall von: kann man lesen....muss man aber nicht!
"Sophie. Die Kaisermacherin" von Michaela Baumgartner ist ein Roman über die unbeliebte Schwiegermutter von der berühmten Kaiserin Sisi. Das Cover ist ansprechend gestaltet und passt zum Titel und Inhalt des Buches. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, da ich an der Welt rundum die echte Sisi sehr interessiert bin. Der Schreibstil der Autorin ist leicht, emotional, spannend und sehr verständlich. Eine Mischung, die es mir leicht gemacht hat, der Geschichte zu folgen. Die Protagonistin der Geschichte Sophie, kennt jeder der die Sissi-Filme oder die Serie gesehen hat. Wer diese gesehen hat, lernt sie hier schon etwas kennen, aber vieles bleibt im Verborgenen. Auch hat sie keinen guten Ruf und wird als "die Böse" dargestellt. Mit dieser Geschichte, habe ich einen ganz anderen Blick auf Sophie bekommen. Erzherzogin Sophie Friederike von Bayern, ist für mich eine Strategin, die einiges an Leid erfahren hat und die keinen einfachen Weg gegangen ist. Gerade weil sie ein gewisses Ziel vor Augen hat, ist sie natürlich mit der Wahl ihres Sohnes Franz Josef nicht einverstanden. Wenn man sich schon immer gefragt hat, warum sie ihn so bevorzugt, dann wird in diesem Band auch diese Frage beantwortet. Die Kaisermutter wird hier richtig lebendig und man spürt förmlich die teilweise innerliche Zerissenheit und entwickelt einiges an Verständnis für sie. Man stelle sich einfach nur vor, wie es sein muss, 11 mal schwanger zu sein und alle zu verlieren. Die Autorin hat es geschafft, geschickt Information mit Fiktion zu verbinden und somit einen Roman zu schaffen, der nicht nur einen anderen Blickwunkel auf den Charakter "Sophie" gibt, sondern auch einen unterhaltsamen Roman.
Fazit: "Sophie. Die Kaisermacherin" von Michaela Baumgartner habe ich wirklich gerne gelesen. Es ist für alle Fans von den Sissi-Filmen, die schon immer mehr über die Mutter von Franz erfahren wollten. Mich hat es gut unterhalten und ich habe das nächste Mal wenn ich einen der Filme sehe, bestimmt das Buch vor Augen. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
Sophie – Die Kaisermacherin zeigt einen ungewöhnlichen Blick auf eine Figur, die in historischen Erzählungen oft im Schatten steht oder negativ dargestellt wird – nämlich Sophie, die Mutter von Kaiser Franz Joseph.
Sophie wird dabei menschlich und authentisch beschrieben, ohne Überhöhung oder unnötige Kritik. Dieser Blick hat meine eigene Meinung über sie bestätigt, und ich denke, dass das Buch auch bei anderen Leserinnen und Lesern einen ähnlichen Eindruck hinterlässt. Besonders wertvoll sind die genauen Zitate aus zeitgenössischen Quellen, die vor allem Fachleute der Epoche zu schätzen wissen. Besonders gefallen haben mir die Passagen über Sophies Familienleben, vor allem ihre Beziehung zu ihrem Mann, die in anderen Darstellungen oft ganz fehlt. Das bringt eine neue Perspektive auf ihre Persönlichkeit und die Zeit, in der sie lebte.
Der historische Hintergrund wird klar und glaubwürdig vermittelt, was das Leseerlebnis bereichert. Einziger Kritikpunkt für mich war der Prolog, dessen Stil meine Erwartungen etwas durcheinandergebracht hat – obwohl ich seine Kreativität durchaus nachvollziehen kann. Das Buch kann ich allen empfehlen, die gerne von Heldinnen lesen, die sonst oft im Hintergrund bleiben oder mit einem negativen Bild verbunden sind.
Danke an NetGalley und Gmeiner-Verlag für ein kostenloses digitales Rezensionsexemplar. Dies ist meine ehrliche Meinung.