»Da draußen war ein Seelenverwandter« – Die Geschichte einer lebenslangen Faszination
Im Jahr 1969 ist Frank Schätzing 12 Jahre alt und nicht gerade der Experte für Coolness auf dem Schulhof eines Kölner Gymnasiums. Er kann zwar den »Herrn der Ringe« auswendig, aber von Popmusik hat er so wenig Ahnung wie von Fußball, und rauchen tut er auch nicht. Doch dann geht es plötzlich los in seinem Leben, denn ein neuer Musiklehrer mit langen Haaren legt eine Schallplatte David Bowies »Space Oddity«.
Ab dann ist alles anders – eigentlich bis heute. Denn ein Leben lang hat dieser Jahrhundertkünstler Frank Schätzings eigenen Lebensweg begleitet, bereichert und immer wieder auf eigenartige Weise gespiegelt und durchquert. David Bowie, dieses sich selbst ständig neu erfindende Gesamtkunstwerk aus Sänger, Songwriter, Tänzer, Schauspieler, Regisseur und Geschichtenerzähler, wurde für Frank Schätzing zur Inspirationsquelle seines eigenen Wegs als Kreativer – als Zeichner, Musiker, Performer, als Autor weltberühmter Thriller und populärer Sachbücher.
Schätzing was born in Cologne and studied communication studies; he later ran his own company, an advertising agency named INTEVI, in Cologne. Schätzing became a writer in 1990, and penned several novellas and satires. His first published novel was the historical Tod und Teufel in 1995, and in 2000 his thriller Lautlos.
Schätzing achieved his greatest success in 2004 with the science fiction thriller The Swarm.
Manchmal reicht ein einziger Song, um ein ganzes Leben umzuprogrammieren. Bei Schätzing war’s Bowies „Space Oddity“, und ab da war klar: Da draußen muss mehr sein als Lateinvokabeln und Mathearbeiten. Dieses Buch erzählt genau davon – von einem Jungen, der plötzlich merkt, dass Fantasie lauter sein kann als jede Klassenklingel.
Was hier so genial funktioniert: Es ist keine steife Biografie, sondern ein Mix aus Erinnerung, Musik und dieser kölschen Lässigkeit, die Schätzing nie verloren hat. Er schreibt, wie man redet, wenn man spätabends über alte Songs redet – ein bisschen schräg, ein bisschen sentimental und immer mit einem Augenzwinkern. Man spürt, wie Bowie in seinem Kopf herumspukt, als Spiegel, Antrieb und ewiger Taktgeber.
Zwischendurch blitzt echter Humor auf, wenn er erzählt, wie uncool er in der Schule war – das ist so ehrlich, dass man automatisch grinst. Gleichzeitig steckt da viel Gefühl drin: dieser Moment, wenn man merkt, dass Kunst mehr ist als Unterhaltung, nämlich ein verdammt guter Kompass durchs Leben.
Klar, manche Kapitel hüpfen etwas wild durch die Zeit, aber wer erinnert sich schon chronologisch? Gerade dieses Chaos macht den Charme aus. Zwischen Plattenspieler und Popkultur steckt hier ein Stück Lebensphilosophie: Sei neugierig, bleib unperfekt und tanz zur eigenen Melodie – notfalls mit schiefem Rhythmus.
Spaceboy ist kein Buch nur für Bowie-Fans. Es ist ein Stück Lebensgefühl mit Soundtrack, geschrieben mit Herz, Hirn und Humor. Perfekt für jeden, der weiß, dass Musik manchmal mehr sagt als tausend schlaue Zitate.
Eine interessante Doppelbiografie In seinem neuen Buch Spaceboy verknüpft. Frank Schätzing, ein biografischen Blick auf David Bowie mit seinem eigenen Leben. Er tut dies, insbesondere, weil er selbst großer Fan David Bowies von Beginn an War. Wenn er selbst in seiner Jugend und seinem jungen Erwachsenenleben nach seiner Bestimmung sucht, auch künstlerisch aktiv ist - in alle Richtungen - verfolgt er Bowies Entwicklung, dessen Suche nach Sinn Album für Album. Literarisch virtuos schreibt Schätzing sowohl über sein eigenes Leben, die verbindenden Elemente mit Bowie sowie Bowies Leben. In typischer Schätzing-Sprache ist dieses Buch sowohl anspruchsvoll, als auch fesselnd gestaltet. Selbst für mich, als jemand, die Boys Namen kennt und nur seine größten Hits, und sich definitiv nicht als eingefleischter Fan bezeichnen würde, ist dieses Buch interessant zu lesen, natürlich auch, weil ich mehr Schätzing als Bowie Fan bin.