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Junge Frau mit Katze

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Alles ist schwierig, bevor es leicht Daniela Dröscher erzählt so intensiv wie humorvoll von einer Frau, die endlich Verantwortung für das eigene Glück übernimmt. 

Zeit ihres Lebens stand Ela wortwörtlich im Schatten ihrer Mutter. Deren dicker Körper, so die Überzeugung des Vaters, war für das Unglück der gesamen Familie verantwortlich. Nun ist Ela erwachsen und es ist ihr eigener, ihr kranker, Körper, der sie verzweifeln lässt. Kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion erlebt Ela einen Zusammenbruch. Während sie unbewusst mit der Frage ringt, ob sie ihren Platz in der akademischen Welt wirklich verdient hat, rebelliert ihr Kö der Hals, das Herz, die Haut – Ela steht in Flammen und gerät in immer größere Panik. 

So wie die Geschichte ihrer Mutter, der Daniela Dröscher ihren großen Romanerfolg »Lügen über meine Mutter« gewidmet hat, ist auch Elas späte Selbstfindung und Selbstermächtigung meisterhaft autofiktional konstruiert, psychologisch mitreißend und hinreißend komisch.

282 pages, Kindle Edition

Published August 14, 2025

28 people are currently reading
705 people want to read

About the author

Daniela Dröscher

13 books41 followers
Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Promotion im Fach Medienwissenschaft an der Universität Potsdam sowie ein Diplom in »Szenischem Schreiben« an der Universität Graz. Ihr Romandebüt »Die Lichter des George Psalmanazar« erschien 2009, es folgten der Erzählband »Gloria« (2010) und der Roman »Pola« (2012) sowie das Memoir »Zeige deine Klasse« (2018). Sie wurde u.a. mit dem Anna Seghers-Preis, dem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds sowie dem Robert-Gernhardt-Preis (2017) ausgezeichnet. Der Roman »Lügen über meine Mutter« (2022) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und ist bald im Kino zu sehen.

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Community Reviews

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137 (37%)
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115 (31%)
2 stars
54 (14%)
1 star
4 (1%)
Displaying 1 - 30 of 78 reviews
Profile Image for Elena.
1,045 reviews417 followers
August 27, 2025
Ela ist Anfang 30 und bereitet sich gerade auf die Verteidigung ihrer Doktorarbeit in Literaturwissenschaften vor, als sie plötzlich unerklärliche Halsschmerzen plagen. Ein Gang zur Ärztin verschafft ihr ein antibiotisches Spray, doch anstatt einer Besserung kommen ein allergischer Schock und Herzprobleme hinzu. Sie wandert fortan von Arzt zu Ärztin, ihre Symptome werden immer rätselhafter, eine Diagnose kann nirgends gestellt werden. Währenddessen versucht sie weiter, im akademischen System zu arbeiten, was ihr aus gesundheitlichen Gründen immer schlechter gelingt. Als durch einen unglücklichen Zufall auch noch fälschlicherweise angenommen wird, Ela könne fließend Japanisch sprechen, droht ihr Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen.

In "Junge Frau mit Katze" erzählt Daniela Dröscher Elas Geschichte aus "Lügen über meine Mutter" weiter. Während Ela in "Lügen über meine Mutter" noch ein kleines Kind ist und überwiegend von ihrer Mutter berichtet, ist sie in Dröschers neuem Roman eine junge Frau, die von Leistungsdruck und Krankheiten geplagt wird. Um Elas Mutter geht es nur noch am Rande, auch sie ist krank und versucht zu heilen. Obwohl Daniela Dröschers neuer autofiktionaler Roman keine leichte Lektüre ist, musste ich dank des wunderbaren Humors der Autorin sehr oft beim Lesen schmunzeln. Es ist schlimm, wie sehr Ela vom Gesundheitssystem im Stich gelassen wird, dass sie eine Ewigkeit ohne klare Diagnose in der Luft hängt und ihr der Druck in ihrem akademischen Umfeld immer mehr die Luft raubt. Trotzdem findet sie immer wieder Trost, in Freundinnenschaften, in ihrer treuen Katze, in einer zarten Liebe, die sich anbahnt und letztlich einer Entscheidung für sich selbst. Dass Ela eine Krankheit hat, die ich auch habe, hat mich natürlich sehr mit ihr verbunden. "Junge Frau mit Katze" hat mich thematisch nicht ganz so sehr angesprochen wie der Vorgänger-Roman, ich mag Dröschers Art zu schreiben aber so gerne und habe auch dieses Buch wieder mit Genuss gelesen. Eine tolle Autorin, von der ich einfach alles lesen möchte!
Profile Image for le.lyssa.
165 reviews511 followers
October 11, 2025
„Sie müssen aktiv entscheiden, was sie fühlen wollen. Mit schlechten Gefühlen - vergiften Sie sich selbst.“

„Junge Frau mit Katze“ erzählt die Geschichte einer Tochter, die die Auseinandersetzung von generationsübergreifender Konflikte vermeidet und sich so in ihrem Körper verliert. Einem Körper, der schon lange nicht mehr ihr gehört. Einem Körper, der ständig und immer Alarmsignale von sich gibt.

Ich bin mit einer anderen/falschen Erwartung an das Buch rangegangen. Als ich en Klappentext gelesen habe, habe ich mir eine ganz andere Erzählung vorgestellt. Es ging um sehr viele - und ständig neue - Krankheiten. Es war sehr verkopft, sehr selbstzerstörerisch - und nicht so ganz das, was ich grad gebraucht hätte. Daniela Dröscher kann aber KRASS schreiben: sehr rührend, wohlwollend, poetisch, detailliert und gleichzeitig hoffnungsvoll.
Profile Image for SusanneH.
520 reviews38 followers
August 28, 2025
Für mich ein Highlight in diesem Lesejahr.
Gefiel mir noch besser wie "Die Lügen meiner Mutter"
Und das obwohl ich zu Beginn zweifelte.
Profile Image for Phoenix Fawkes.
286 reviews23 followers
December 16, 2025
4.5

another book that was meant to find me at this time but this time around it was incredibly absurd. maybe her and i are soulmates as camille says? maybe we live the exact same life? maybe i am her in a parallel universe? maybe we all just live in a simulation and me reading this book made it obvious? (i mean: madita???? u can‘t be serious)

i don‘t know the answer (yet). what i do know is that i really liked her first book and i really like this one as well. i highlighted most of it because i love her honest, blunt, hardhitting sentences. i love her topics, i love her selfreflection. i definitely learned my lessons from this book, universe! i got it now, don‘t worry.

this was meant for me and me only and i‘m not even sure if i can recommend it, because obviously it won‘t be for anyone else what it is for me.
Profile Image for Bücherwolf.
166 reviews11 followers
August 11, 2025
"Junge Frau mit Katze" war für mich eine absolute Überraschung. Eigentlich habe ich es nur gelesen, weil ich das für meine Buchhandlung bestellt hatte, damit ich weiß, wem ich das Buch empfehlen kann. Doch jetzt gehört es definitiv zu den besten Büchern des Jahres für mich!

Ela hat gerade endlich ihre Dissertation fertig geschrieben und abgeschickt. Nun muss sie sich der Vorbereitung zur mündlichen Verteidigung ihrer Doktorarbeit widmen. Völlig unter Stress bemerkt sie, wie plötzlich ihr gesamter Rachen in Flammen steht. Sie begibt sich schnell auf den Weg zu einem Arzt, der bei ihr eine starke Kehlkopfentzündung feststellt. Doch als sie mit weiteren Symptomen zu den verschiedensten Ärzten geht, muss sie mit ansehen, wie auf einmal ihr gesamter Körper auseinander zu fallen scheint. Sie begibt sich auf eine Reise von Arzt zu Arzt, hetzt zwischen Vorbereitung auf die Verteidigung und besorgte Bekannte hin und her und muss sich letztendlich die Frage stellen, warum all das mit ihr geschieht.

Daniela Dröscher hat einen Roman geschrieben, der auf eine besondere Art humorvoll und komisch ist. Denn die Sprünge von Arzt zu Arzt und Diagnose zu Diagnose verleihen der Handlung eine interessante Komik.
Und dennoch fehlt es dem Roman nicht an Intensität und Seriösität. In die Handlung sind einige gut durchdachte Symbole verstrickt, die das Leben als Frau unter der Bevormundung der eigenen Mutter und das Leben in der akademischen Welt gut widerspiegeln. Genau diese Symbole haben für mich den Ausschlag dafür gegeben, wie großartig und einzigartig das Buch tatsächlich ist.

Für mich definitiv eine große Empfehlung für alle, die einen Roman über die Suche zum eigenen Weg im Leben und über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter suchen!
Profile Image for hand.verlesen.
234 reviews41 followers
February 1, 2026
Ela, die Protagonistin aus „Lügen über meine Mutter“, ist mittlerweile erwachsen und Doktorandin. Sie struggelt aber sowohl mit ihrer Doktorarbeit, als auch mit ihrem Körper, der ihr alle möglichen Symptome beschert. Die zahlreichen Arztbesuche scheinen alles nur noch verworrener zu machen. Und auch das Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrem Bruder ist kompliziert.
Ich habe dieses Buch so sehr gefühlt und mich mit Ela identifiziert. Ich habe zwar keine ähnliche Krankheitsgeschichte, habe nie an der Uni gearbeitet. Ich habe aber Erfahrungen mit Medical Gaslighting, Bildungsaufstieg, beruflichen Unsicherheiten und generellen Selbstzweifeln. Es finden sich viele interessante Themen in diesem Buch, u.a. weibliche Scham und Schuldgefühle. „Junge Frau mit Katze“ ist wunderbar flüssig zu lesen und war für mich ein Highlight
Profile Image for Julia (wortknistern).
319 reviews169 followers
October 22, 2025
Von Daniela Dröschers Debütroman “Lügen über meine Mutter” war ich SEHR begeistert, deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, dass nicht nur endlich ein weiterer Roman erschienen ist, sondern wir auch wieder auf Ela, Protagonistin aus dem ersten Roman, treffen. Diese ist mittlerweile erwachsen und eigentlich damit beschäftigt, ihre Promotion in Literaturwissenschaften zu beenden - wären da nicht die gesundheitlichen Probleme, die sie völlig umhauen. Zuerst sind es “nur” Halsschmerzen, doch nach und nach kommen immer mehr, immer diffusere Symptome dazu und sie wird von Arzt zu Arzt geschickt.

Diese “Ärzt*innen-Odyssee” habe ich auch schon hinter mir und konnte deshalb sehr mit Ela mitfühlen. Das Gefühl, dass einem nicht geholfen werden kann und man immer weiter geschickt wird ohne Linderung der Probleme oder dass man im schlimmsten Fall erst gar nicht ernst genommen wird, ist schlimm und wünsche ich wirklich niemandem. Deshalb musste ich auch an der ein oder anderen Stelle ziemlich schlucken. Trotzdem habe ich an der ein oder anderen Stelle auch mit Ela, der Protagonistin, gehadert. Ich kann zwar grundsätzlich nachvollziehen, dass man nach vielen negativen Erfahrungen mit Ärzt*innen misstrauisch wird und nicht mehr alles glaubt, aber - und vielleicht bin ich da einfach ein anderer Typ Mensch - ich konnte Elas Skepsis gegenüber potenziell helfenden Medikamenten ab einem gewissen Punkt nicht mehr nachvollziehen. Besonders mit Blick darauf, dass sie eigentlich aufgrund ihrer Promotion auf gesundheitliche Besserung angewiesen ist, fand ich ihre Weigerung, Medikamente überhaupt zu nehmen, befremdlich.

An “Lügen über meine Mutter” kam “Junge Frau mit Katze” zwar nicht ganz für mich ran, trotzdem mag ich Daniela Dröschers Schreibstil so gerne, dass ich auf jeden Fall ihren nächsten Roman auch wieder lesen werde! 📖
Profile Image for Sarah.
160 reviews13 followers
June 8, 2025
"Warten Sie - auf dieses eine Antibiotikum haben Sie ja damals auch allergisch reagiert.« Täuschte ich mich, oder drückte sie gerade ihr Missfallen darüber aus, dass mein Körper die segensreichen Produkte der Pharmaindustrie nicht tolerierte?"

"Eine Zeile von Sylvia Plath fiel mir ein. »Ich bin erst dreißig. Und wie die Katze kann ich neunmal sterben.« Dieses Mal hatten mich meine beiden stärksten Waffen, die ich sonst verlässlich gegen die Angst ins Feld führte, im Stich gelassen. Meine Arbeit und meine Mutter. Nicht nur waren sie keine Hilfe gewesen. Womöglich waren sie sogar - Teil des Problems."

"Trotz alledem forderte ich meinem Körper eine Robustheit ab, »eine dicke Haut«, die ich nicht hatte."

"Ein Gefühl durchströmte den Körper meist für neunzig Sekunden. Dann klang es aus."

"Ich betrachtete die Farben des Regenbogenrads. Auf alle diese Gefühle, hatte mir meine Therapeutin erklärt, hatte ich ein Anrecht. Es gehörte zu meinem Menschenrecht, diese Gefühle zu haben. »Menschenrecht«, pochte das Echo in mir. Menschen brauchten ganz andere Rechte. Arbeitsrechte. Aufenthaltsrechte."

"Mit einem Mal spürte ich mein Herz, das laut gegen meinen Brustkorb klopfte. Ich sah an mir hinab. Bis eben gerade hatte ich nicht einmal gewusst, dass ich ein Herz hatte, schien mir also, dass das Herz ein Organ war."

"»Das chinesische Schriftzeichen für ›Körper‹ setzt sich zusammen aus dem Zeichen für ›Mensch‹ und ›Buch‹; heißt das, dass der Körper ein Buch ist, das so tut, als wäre es ein Mensch?«
Yoko Tawada: Nur da wo du bist da ist nichts"

"Hinter der Stille meiner gesenkten Lider versuchte ich zu überschlagen, in wie vielen Wartezimmern ich wohl schon gesessen hatte in meinem Leben."

"Sieben Patiententypen gab es, erinnerte ich mich. Den ausschweifenden Typus, den argwöhnischen, den ängstlichen, den aufdringlichen, den nörgelnden, den unsicheren und schließlich den, der versuchte, gut Freund mit seinem Gegenüber zu sein. Ich selbst war, wie mir schien, alles auf einmal, ein schrill drehendes und bunt flackerndes Chaos."

"Als wir auflegten, entdeckte ich eine indigoblaue Traurigkeit in mir."

"Wir alle, dachte ich, steckten fest in dieser Verkettung der Fürsorge, die wir versuchten, füreinander zu leisten. Doch ging uns in dem Wunsch, einander so gut es ging unterstützend die Hand zu reichen, in entscheidenden Momenten immer wieder die Kraft aus."

"Sein Gesicht war wirklich schön. »Schönbeweibt«, »schönbewimpert«, »schönheitsfroh«"

"Wie viele Menschen schleppten wohl ebenfalls ein Körperrätsel mit sich herum, fragte ich mich. Symptome, die ihnen niemand erklären konnte?"

"»George sagt übrigens, dass man allergisch auf bestimmte Dinge reagiert, weil man in seinen vorherigen Leben selbst eines dieser Dinge gewesen ist. Einem japanischen Aberglauben zufolge.«Wer keine Eier vertrug, sollte ein Huhn, wer keine Makrele essen konnte, sollte ein Schalentier gewesen sein, erläuterte er."

"Wie also sollte ich ihr mein konfuses Inneres verständlich machen? Es war wie bei dem Käferbeispiel aus der Philosophie. Ein Gefühl, das war ein Ding, das in einer Schachtel steckte. Jeder hatte eine solche Schachtel. Niemand konnte in die Schachtel eines anderen schauen. Und jeder hatte ein anderes Ding in seiner Schachtel."

"Mir fiel ein Ausdruck auf Japanisch ein, den mein Bruder mir einmal beigebracht hatte: »küki o yomu«, was so viel bedeutete wie »die Luft lesen«, also die Fähigkeit, das Nichtgesagte zwischen den Zeilen zu deuten."

"Es gab das erzählte Leben, und es gab das gelebte. Mitnichten aber konnte das eine das andere ersetzen. Es war wie mit einer geschenkten und einer gekauften Blume."

"Dem japanischen Ikigai zufolge gab es vier Gründe zu tun, was man tat. Man tat das, was man gut konnte, man tat das, was die Welt brauchte, man tat das, wofür man Geld bekam, und vor allem tat man das, was Spaß machte. In den Zwischenräumen dieser vier Dinge wohnte das Glück."
Profile Image for _Le4_.
179 reviews
August 6, 2025
Im Buch setzt die Autorin sich autofiktional mit ihrem Kampf mit physischen und psychischen Beschwerden auseinander. Es ist der zweite autofiktionale Roman der Autorin, womit sie mit “Junge Frau mit Katze” den Faden nach “Lügen über meine Mutter” wieder aufnimmt.

“Lügen über meine Mutter” hat mir nach seiner Veröffentlichung unheimlich gut gefallen, weswegen ich mich sehr darüber gefreut habe, dass der neueste Roman der Autorin quasi die spirituelle Fortsetzung dessen werden soll. Ich habe wieder ein ausgezeichnetes Werk, wie den Vorgänger erwartet. Leider war das Buch gar nicht meins.
Das Thema fand ich interessant. Es geht darum, dass die Hauptcharakterin unter Krankheitssymptomen leidet, die von ÄrztInnen kleingeredet, ignoriert oder ihrer psychischen Krankheit zugeschrieben werden. Der Leidensweg und wie stark das auch die Beziehungen der Charaktere untereinander beeinflusst, wird hier festgehalten.
Die Suche nach dem Lösungsweg war aber leider so anstrengend geschrieben, dass ich gar keine Lust auf das Weiterlesen hatte. Irgendwann habe ich mich nur gefragt, warum ich von all diesen Dingen lese. Was ist der Sinn dahinter? Es war einfach nur seltsam.
Was mich auch gestört hat, war die Tatsache, dass es immer wieder Abschnitte im Buch gab, die exzessiv Gedankenstriche genutzt haben. Diese waren teilweise mitten in Sätzen ohne Sinn und Verstand gesetzt. Ich kann mir nicht erklären, was das stilistische Ziel dahinter war. Eine Googlesuche hat mir gesagt, dass exzessiver und unsachgemäßer Gebrauch von Gedankenstrichen auf die Verwendung von KI hindeutet. Vor allem die Tatsache, dass es immer wieder Textstellen gab, die das exzessiv genutzt haben und dann wieder welche, wo es gar nicht vorkam, hat mich stutzig gemacht. Ob es KI war oder nicht, es war ungeheuer störend.
Der einzige Grund dafür, dass das Buch zwei Sterne statt nur einen von mir bekommt, ist, dass das letzte Kapitel ganz wunderbar sacht war. Da habe ich gesehen, was das Buch hätte sein können.

Auch wenn das letzte Kapitel sehr schön war, fand ich den Rest leider so schlecht, dass ich das Buch absolut nicht empfehlen kann.
Profile Image for Isabelle.
88 reviews18 followers
August 30, 2025
Große Erwartungen, nachdem „Lügen über meine Mutter“ bereits unter meinen all time faves ist, die nicht enttäuscht wurden.
“Junge Frau mit Katze“ ist keine Wohlfühllektüre.

Die Leserschaft begleitet Ela, die sich verzweifelt auf die Suche nach Ursachen für ihren kranken Körper begibt, und dessen Genesung. Es hat mich nicht von Anfang an mitgerissen, aber dann so, dass ich es nicht weglegen konnte.

Kurz vor der Mitte bis Ende des Buches habe ich viele Stellen markiert — Daniela Dröschers Schreibstil ist wunderbar. Sie behandelt viele Themen, jedoch ohne das Buch zu überladen.

Es geht um Krankheiten, die Suche nach Gesundheit, Stress, dem Freimachen von Menschen (auch Familie), wenn sie einem nicht gut tun. Außerdem um die Selbstwertdefinition über die eigene Arbeit, das Hinterfragen des eigenen Lebensweges und den Mut, Entscheidungen zu fällen, aber auch zu revidieren.

Wunderbar und ich freue mich auf jedes weitere Buch von ihr.
Profile Image for Ellinor.
772 reviews366 followers
October 24, 2025
Vor drei Jahren war Lügen über meine Mutter eines meiner absoluten Highlights. Als ich sah, dass Daniela Dröscher einen neuen Roman veröffentlichte, wollte ich diesen auch unbedingt lesen. Besonders reizte mich daran, dass er sich wie eine Fortsetzung von Elas Geschichte anhörte, der Protagonistin des anderen Buches. Nun, Junge Frau mit Katze ist eine Fortsetzung und ist es gleichzeitig nicht. Beide Bücher sind autofiktional, lesen sich also so, als könnten sie tatsächlich so im Leben der Autorin passiert sein. In Junge Frau mit Katze wurden jedoch einige Details geändert (Ela hat nun beispielsweise einen Bruder statt einer Schwester), wodurch ein stärkerer Abstand entsteht.
Lügen über meine Mutter löste damals eine unglaubliche Wut in mir aus und die Handlung ist immer noch sehr präsent. Diesmal jedoch sprach mich das Buch emotional nicht besonders an. Ela tat mir zwar einerseits leid, wie sie von einem Arzt zum nächsten geht, dabei die unterschiedlichsten, oft widersprüchliche Diagnosen erhält. Andererseits war mir die Handlung zu sehr auf diese medizinischen Diagnosen beschränkt und wurde mir nach einiger Zeit auch ein wenig lästig.
Daniela Dröscher schreibt gut lesbar, wodurch die etwa 300 Seiten wie im Flug vorbei waren. Dennoch blieb nicht wirklich etwas nachhaltig bei mir hängen.
Profile Image for Re.
133 reviews19 followers
August 17, 2025
Seit heute noch größerer Fan, so gut!
Profile Image for Isa ◡̈ .
233 reviews42 followers
August 21, 2025
»Ich kannte das von meinen Burn-outs. Am Anfang nahmen alle gebannt Anteil. Den mühsamen Weg der Rekonvaleszenz aber wollten die wenigsten begleiten. Schlimmer noch war, wenn jemand partout nicht gesund werden wollte. Wer krank war, störte den Lauf der Dinge. Wer krank war, arbeitete nicht, und wer nicht arbeitete, verweigerte den Takt, den unermüdlichen Rhythmus des Alltags.« (99)

Daniela Dröscher hat eine wunderbare Beobachtungsgabe für Gefühle / Interaktionen / Zwischentöne / Leben und zusätzlich, kann sie dies wahnsinnig gut in Worte fassen 🥵

Bereits in »LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER« setzte sich die Autorin Daniela Dröscher intensiv mit ihrer Protagonistin Eva mit Tochter-Mutter-Beziehung auseinander. Jetzt ist ihr neuer Roman »JUNGE FRAU MIT KATZE« 🐈 erschienen, in denen wir die Struggles der Protagonistin Ela mit ihrer Promotion, Leistungsdruck, Burnout und (psychischer) Gesundheit sehr intensiv erleben. Gekonnt schafft Dröscher es, die Gefühle, das Unwohlsein, die Unzufriedenheit mit dem Gesamtzustand zu fassen und zu transportieren. Als Lesende verzweifelt man an Ella und ihren Entscheidungen und kann dennoch mitfühlen 🥵 Diese individuelle Auseinandersetzung mit unserer Leistungsgesellschaft, Entkoppelung von der eigenen Mutter, Burnout, Odyssee im Gesundheitssystem und der Tatsache, wenn der Körper nicht so funktioniert, wie wir es wollen; ist gleichzeitig eine pointierte gesellschaftliche Kritik, die auf Strukturen die über das Individuum hinausgehen aufmerksam macht. Dies macht den Roman so vielschichtig und relevant.

»Viel zu selten, dachte ich, betrachtete man Hilfe als eine Währung, die sich exponentiell auszahlte. Das, was man gab, bekam man tausendfach zurück, wenn auch nicht unbedingt von der Person, die der Hilfe bedurfte. Aber von anderer Seite. Hilfe war ein Wert an sich. Menschen halfen einander bereitwillig, davon war ich überzeugt, solange man sie nicht nötigte oder über Gebühr strapazierte.« (149)

Daniela Dröscher gibt im Interview an, dass sie für ihre Romane aus ihrer Biografie schöpft. Diese Autofiktion (wie viel Fiktion und wie viel Autobiografie bleibt dabei zurecht offen) macht ihr Schreiben aus und so nahbar und mehrdimensional. Und die Message dieses Romans geht direkt ins Herz: Dass das Schreiben Ela rettet. 💜 Ich kann diesen Roman, wie das Schreiben von Daniela Dröscher im Gesamten sehr empfehlen. 🫰🏼
Profile Image for Jonas S..
26 reviews1 follower
December 3, 2025
Es fühlt sich verboten an, dieses Buch zu lesen, anstatt an der eigenen Doktorarbeit zu schreiben. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt: Der Roman fängt die Ängste und Unsicherheiten ein, die damit einhergehen, als Erstakademiker*in den Weg einer universitären Laufbahn einzuschlagen – den „inneren Hochstapler", das Gefühl, eigentlich nicht dazuzugehören, der ständige Stress, das Hadern mit einer Karriere, die sich weniger wie eine bewusste Entscheidung als wie ein Schicksal anfühlt. Für mich hatte das Lesen beinahe therapeutische Qualität.
Profile Image for Ines.
177 reviews8 followers
January 15, 2026
Ein erheiterndes Buch, auch wenn es einen eher traurigen Hintergrund hat. Ela leidet an multiplen Symptomen, Allergien und möglicherweise Krankheiten. Sie ist Dauergast bei Ärzten und versucht in dem ganzen gesundheitlichen Chaos, irgendwie ihr Leben auf Schiene zu bekommen.
Profile Image for Chiara.
48 reviews
December 4, 2025
„Junge Frau mit Katze“ habe ich natürlich wegen des Titels gekauft 🤩🤩 ich will doch auch ne katze haben 😔
Naja im Buch ging’s leider eher um den Krankenbericht der jungen Frau. Ich hab oft gedacht, dass es ja total die wichtige Geschichte ist, die erzählt wird. Eine Frau die total unter akademischen Leistungsdruck steht und sich durch nichts anderes definiert, wird ausgebremst, da ihr Körper eine Vielzahl an Krankheiten entwickelt, welche nicht diagnotizierbar sind. Eigentlich eine Storyline, die sehr relatable für viele junge Frauen ist. Deshalb finde ich es so schade, dass die Autorin nichts daraus gemacht hat. Es war wirklich einfach eine Krankheitsgeschichte und man hat als Leserin die Protagonistin einfach bei ihren Artzbesuchen begleitet. Die versprochene persönliche Entwicklung der Person, welche durch die körperlichen Einschränkungen endlich innehalten kann und ihr wahres Glück findet, kam so aus dem nichts im letzten Fünftel des Buches. Da war nichts von persönlicher Entwicklung während der Geschichte (die man nicht wirklich Geschichte nennen kann, eher Krankheitsbericht). Es hat mich auch genervt, wie schlecht die Autorin (es war ein autofiktonaler Roman) über ihre Mutter geschrieben hat. Ich mag Bücher mit komplizierter Mutter-Tocher-Beziehungen, aber das hier war reine Verachtung und teilweise Hass der ,aufgrund der im Buch geschilderten Erlebnisse ,absolut nicht gerechtfertigt war.

Und was ich überhaupt nicht verstehe war ihre Freundin Leo, welche (meines Empfindens nach) als ihre feste Freundin dargestellt wurde, jedoch sie am Ende die Freundschaft zu ihr betont hat?? Hä ich dachte die waren zusammen? ich checke nichts mehr

Naja die Autorin kann schon sehr gut schreiben, deshalb hat sich das Buch sehr gut lesen lassen.
Profile Image for Jule.
357 reviews17 followers
September 5, 2025
Als Hörbuch durchgesuchtet. Große Themenvielfalt: ganz viel über Körper und Psyche, familiäre Beziehungen, Zukunftsfragen und Freund:innenschaft. Total gelungen ineinander verwoben. Ganz besonders gut hat mir der liebevolle Blick auf alle Protagonist:innen gefallen und die subtile gesellschaftliche Metaebene.
Profile Image for Klara.
134 reviews41 followers
November 14, 2025
[Werbung/Rezensionsexemplar]

Es passiert mir immer wieder, dass ich Bücher, die mich begeistern, nicht rezensiere. Sind wir mal ehrlich: Sich aufregen ist manchmal leichter (und generell unterhaltsamer) als Lobeshymnen zu singen, die am Ende doch alle irgendwie gleich klingen - ich weiß, ich weiß. Asche auf mein Haupt und so weiter. Es gibt durchaus noblere Angewohnheiten, ich gelobe Besserung.

Jedenfalls habe ich schon vor drei Jahren ganz gebannt von "Lügen über meine Mutter" gelesen, und "Junge Frau mit Katze", die sozusagen Fortsetzung, musste entsprechend ebenfalls sofort inhaliert werden. Wurde sie auch. Weil Daniela Dröscher einem einfach aus der Seele schreibt, irgendwie, immer wieder.

Wieder treffen wir Ela, dieses Mal als erwachsene Frau, gefangen zwischen den eigenen Ansprüchen an sich selbst und einem Körper, der sie immer wieder im Stich lässt. Nichts ist so anstrengend, so existenziell bedrohlich wie ein kranker Körper, dem man nicht zu helfen weiß, dem niemand so richtig zu helfen weiß und für dessen Genesung man trotzdem irgendwie selbst verantwortlich ist.

Wir verfolgen diesen Kampf, dieses ewige Tauziehen zwischen Leistung und Selbstliebe, den Drahtseilakt, den ein Leben mit chronischer Krankheit bedeutet. Ich hab mich immer wieder so gesehen gefühlt, hab die tiefe Einsamkeit gespürt, in die ein Gefängnis aus Schmerz für uns alle immer und immer wieder bedeutet. Es ist doch einfach eine grundmenschliche Erfahrung, die Sorge um das Vehikel, an das under Geist qua Geburt gekettet wurde. "Junge Frau mit Katze" macht sie sichtbar - und dafür bin ich dankbar, ehrlich mal.

Wie auch das letzte Buch kann ich euch ebenjenes nur ans Herz legen. Gerne lesen, lohnt sich.
Profile Image for Sini [on hiatus].
71 reviews3 followers
September 13, 2025
Körper, Katze und Kontrollverlust

Daniela Dröscher konnte mich bereits mit ihrem ersten autofiktionalem Werk »Lügen über meine Mutter«, in welchem sie einfühlsam und dennoch auf gewisse Weise befangen die stille Leidensgeschichte ihrer Mutter niederschrieb, vollends überzeugen. Auch »Junge Frau mit Katze«, welches eine Art Fortsetzung darstellt, wollte ich daher unbedingt lesen.

Ela ist angehende Wissenschaftlerin und steht kurz vor ihrer Promotion. Die Verteidigung ihrer Dissertation steht zwar unmittelbar bevor, doch sie beschäftigt sich lieber mit einer Vielzahl an Symptomen, die ihr Körper scheinbar zusammenhanglos hervorbringt.

Während Ela ihren körperlichen Symptomen nach und nach auf den Grund zu gehen scheint, setzt sie sich auch immer mehr mit ihrer familiären Vergangenheit, insbesondere der Beziehung zu ihrer Mutter auseinander.

Mit einem feinen Gespür für psychologischen Tiefgang gelingt es der Autorin auch in diesem Roman wieder die Aufarbeitung familiärer Konflikte und dessen folgenschweren Resultate in den Vordergrund zu stellen.

Es ist eines dieser Bücher, bei dem die Handlung die meiste Zeit gemächlich und leise vor sich hin plätschert. Die Autorin schafft es zugleich sanft und einfühlsam, als auch direkt und schonungslos über schwierige Themen zu schreiben.

Viel zu oft habe ich mich selbst in Ela wiedererkannt. Soll ich mit meinen Symptomen zum Arzt gehen oder reagiere ich über? Oft wird man (vor allem als Frau) ohnehin nicht ernst genommen und auch das Leid von typisch „weiblichen“ Krankheiten wird hier zum Ausdruck gebracht. Ebenso der Einfluss von psychischen Belastungen, wie Stress, Überforderung oder dem Druck der Gesellschaft etwas leisten zu müssen.

Die einzelnen Kapitel sind nach Titel bekannter Romane benannt, die auf die ein oder andere Weise immer sehr gut zum entsprechenden Inhalt gewählt sind. Dieses Detail, sowie die altdeutschen Begriffe aus den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm, welche hier und da gekonnt und stets passend in den Text mit einbezogen wurden machen das Buch zu einer wahren Hommage an die Literatur.

Uneingeschränkt empfehlen kann ich das Buch trotz meiner positiven Bewertung jedoch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass sowohl die Auseinandersetzung, als auch der Umgang mit (chronischen) Krankheiten für den ein oder anderen einfach zu viel ist.
Profile Image for Karina.
239 reviews2 followers
November 21, 2025
Bei 'Junge Frau mit Katze' von Daniela Dröscher war ich zunächst hin- und hergerissen. Eigentlich wollte ich den Roman unbedingt lesen, gerade weil mir 'Lügen über meine Mutter' so gut gefallen hatte. Doch dann tauchten die ersten Rezensionen auf - und erst dadurch wurde mir bewusst, wie stark sich das Buch um Krankheiten dreht. Da ich jemand bin, der gerne ein bisschen zu viel in sich hineinhorcht, gleichzeitig aber - anders als Ela - Ärzt*innen eher meidet 😅, hatte ich meine Bedenken.

Schließlich habe ich mich für das Hörbuch entschieden, weil ich wusste, dass ich so am ehesten dabeibleibe. Dieses Mal steht nicht die Mutter im Zentrum, sondern die Tochter Ela. Sehr schnell wird deutlich: Ela ist überfordert - und ihr Körper beginnt zu rebellieren. Alles nimmt mit einem Kloßgefühl im Hals seinen Anfang, doch mit jedem neuen Arztbesuch kommt ein weiteres Symptom hinzu.
Ein regelrechter Ärztemarathon setzt ein.

Besonders gut gefallen haben mir die Passagen über Elas Arbeit, ihr Umfeld und natürlich der Kater Sir Wilson, die dem Roman Wärme und ein Stück Leichtigkeit verleihen. Das Thema Krankheit war mir persönlich jedoch zu dominant, und ich bin mir bis heute nicht ganz sicher, worauf der Roman letztlich hinauswill. Sollen die zahlreichen Symptome vor allem Elas innere Zerrissenheit spiegeln? Oder ist sie tatsächlich körperlich krank? Diese Unentschiedenheit ließ mich etwas ratlos zurück.

Trotzdem ist das Buch sehr kurzweilig, und das Ende mochte ich wirklich gern.
Allerdings sollte man sich der Thematik unbedingt bewusst sein, bevor man zu diesem Roman greift.

Für mich persönlich konnte 'Junge Frau mit Katze' nicht ganz an den Vorgänger heranreichen.
Profile Image for Maja.
164 reviews4 followers
Read
January 23, 2026
wenn auch nicht so gut wie Lügen über meine Mutter, hat es mich in der zweiten Hälfte trotzdem gekriegt! Ich mag ihre Erzählstimme so gern
Profile Image for Ekiamx.
20 reviews12 followers
November 15, 2025
Hat mich trotz der eigentlich interessanten Storyline irgendwie gar nicht abgeholt.
Profile Image for Andreas Riedl.
142 reviews1 follower
November 8, 2025
Mit großem Feingefühl zu positiven Wendungen

An diesem Roman bin ich recht unbefangen herangegangen. Ich hatte von der Autorin zuvor noch nichts anderes gelesen und auch das Cover ist weder abschreckend noch einladend. Der Klappentext konnte mich zumindest thematisch abholen, aber es hätte auch gut und gerne ein Reinfall werden können. Wurde es aber nicht. „Junge Frau mit Katze“ ist eine meiner positiven Leseüberraschungen in 2025 bisher.
Einerseits liegt das an Dröschers einfühlsamer Erzählweise. Ihre Hauptfigur macht einiges durch im Laufe der Geschichte, aber es klingt immer ein großes Mitgefühl und ein hoher Grad an Empathie in der Erzählstimme mit. Für mich bleiben nach der Lektüre zwei Stränge in der Charakterentwicklung hängen, die ich beide für sehr spannend ausgearbeitet halte. Einerseits durchläuft die Hauptfigur einen Prozess bzgl. ihrer beruflichen Identität und dem Zwischenspiel zwischen Selbst- und Fremdbild. Wie sieht sie sich selbst und wie wird sie wahrgenommen bzw. will sie wahrgenommen werden? Andererseits hat die Hauptfigur mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und es ist wahrlich ein Kampf. Wie gehe ich damit um, dass ich keine Kontrolle über meinen Körper habe? Beide Prozesse sind sehr spannend zu verfolgen, aber eben weil die Erzählstimme einen geschützten Rahmen bietet.
„Junge Frau mit Katze“ ist nun kein klassisches Feel Good Buch. Mir hat die Lektüre dennoch viele positive Gedanken mitgegeben und ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Ich empfehle die Lektüre gerne weiter!
Profile Image for Dunja Brala.
618 reviews47 followers
September 23, 2025
Ich gehöre ja zu der Fraktion „Augen zu und durch“. Habe ich ein Wehwehchen oder eine ernstzunehmende Erkrankung, so kann ich das immer nicht so richtig glauben, dass mir das gerade wiederfährt. Symptome ignoriere ich erst mal, bevor ich mich zum Arzt bewege. Und so halte ich schwierige Situationen oft überproportional lange aus. Ich weigere mich, viel über Krankheiten und Schmerzen nachzudenken, bin aber trotzdem wachsam. Dementsprechend fehlt mir oft die Geduld mit Menschen, die andauernd irgendetwas haben, dass allen kund tun und – man möge mir verzeihen – wehleidig rüberkommen.

Wenn ihr gleich lest, worum es in diesem Buch gibt, könnt ihr euch vorstellen, dass ich ein ums andere Mal all meine Selbstbeherrschung aufbringen musste nicht ständig genervt die Augen zu verdrehen. Ich wollte sie ernst nehmen, die ICH Erzählerin, besonders dann, wenn sie wieder irgendein Symptom an sich entdeckte und von Arzt zu Arzt reist, Ernährung umstellt, Einläufe ausprobiert oder andere Praktiken, die ihr Hoffnung auf Genesung verleihen, durchführt. Aber von Anfang an:

Ela, die wir schon aus dem Buch „Lügen über meine Mutter“ kennen, ist erwachsen, lebt in Berlin und hat gerade ihre Doktorarbeit abgegeben, da beginnt ihr Körper zu rebellieren. Was mit Halsschmerzen anfängt, endet mit einer Reihe an Symptomen bis zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung. Hier ist irgendwas geschwollen, dort gibt es Magenschmerzen, Atemnot, Unverträglichkeiten und Allergien. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Durchfall, geschwollene Körperstellen wechseln sich ab und ständig kommt eine neue Mutmaßung oder Diagnose dazu. Ich hatte irgendwann den Eindruck, es gibt nichts, was Ela nicht zu schaffen macht. Natürlich ist mir bewusst, dass Psyche und Körper eng zusammen hängen , und dass der Geist Elas sich gegen irgendetwas auflehnt.
Dass dies im Zusammenhang mit der mündlichen Verteidigung ihrer Promotion zu sehen ist, ihrer Vergangenheit, Druck, den sie sich selbst macht und den sie aufgrund ihrer Klasse spürt, war mir auch relativ schnell klar.

Es gibt immer wieder kleine Rückblicke in ihre Vergangenheit, in das Verhältnis zu ihrem Vater und ihren Geschwistern sowie Einblick in ihre Lebenssituation. ihre Mutter taucht auch immer wieder mal auf und lebt ein für Ela neues Leben, welches sie misstrauisch beäugt. Vieles scheint normal, nicht perfekt doch aushaltbar. Schnell wird spürbar, dass unter der Schicht des Bekannten ein Gift brodelt, das jetzt auf ihren Körper übergeht.

Ela beschäftigt sich in diesem Buch also in erster Linie mit sich selbst. Die sehr langen Analysen ihrer körperlichen Probleme und die Gedanken, die sie sich dazu macht, haben bei mir eine unwirsche Genervtheit hervorgerufen. Mir tut das ja wirklich leid, denn Menschen wie Ela sind schon zu bedauern - wer hat schon gerne ständig Schmerzen? Doch Mitgefühl wollte sich bei mir nur peripher einstellen, denn dieses Drehen um sich selbst, fand ich ermüdend. Ich hätte gar nicht so viel Zeit und gar keine Lust, mir ständig Gedanken darüber zu machen, warum ich jetzt schon wieder Bauchschmerzen hab. Dass das im Endeeffekt nicht gut ist, weiß ich – aber, wie ich unter professioneller Begleitung mühsam gelernt habt, ist auch vieles nur ein Gedanke, den man loslassen kann, um geistig zu gesunden und seinen Körper zu stärken.
Der Plot war für mich also diesmal leider nichts.

Was mir hingegen gut gefallen hat, ist die sprachliche Umsetzung. Daniela Dröscher hat die Gabe so zu schreiben, dass es sich für mich sehr gut anfühlt. Die Dramatik der körperlichen Situation von Ela steht ein feiner, ironischer Humor gegenüber, der im Kontext manchmal etwas merkwürdig erscheint, der Geschichte aber auch Schwung gibt. Die Sammlung wunderbarer Wortkonstruktionen („Lumpenzucker“😍) und die Auseinandersetzung mit
der japanischen Sprache - hat dem Text viel Poesie verliehen. Die eingefügten Zitate der Autorin Yōko Tawada haben mich berührt und mein Interesse für ihre Werke geweckt.

Das Ende soll versöhnlich sein hat aber die Anstrengung und Kraft die vom Text ausgeht abgeschwächt.
Solltet ihr euch also gerade auch sehr mit eurem Körper beschäftigen, chronisch krank sein und ein Spiegelbild dazu suchen dann kann ich euch dieses Buch empfehlen.
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November 21, 2025
Nach „Lügen über meine Mutter“ hat Daniela Dröscher jetzt mit „Junge Frau mit Katze“ eine Art Fortsetzung vorgelegt. Ich war auf das Buch sehr gespannt, aber jetzt, wo ich es durchgelesen habe, lässt es mich zwiegespalten zurück. Sprachlich ist es angenehm zu lesen, inhaltlich finde ich es in vielerlei Hinsicht schwierig.
Aber von vorn.
Ela liegt in den letzten Zügen ihrer Promotion. Sie hat ihre Dissertationsschrift abgegeben, jetzt steht noch die mündliche Verteidigung an. Ihr Körper droht, ihr einen Strich durch die Rechnung zu machen. Auf eine Kehlkopfentzündung folgen verschiedenste Krankheitssymptome und eine Ärzte-Odyssee samt Untersuchungsmarathon. Unterstützt wird sie von ihrer Freundin Leo und ihrem namenlosen Bruder. Der lebt aber mit seinem Lebensgefährten in London, steht selbst kurz vor der Heirat, aber er hilft Ela im Rahmen seiner Möglichkeiten so gut er kann. Mit ihrer Mutter verkehrt Ela telefonisch, ihre Gespräche drehen sich überwiegend um Krankheiten.
Da ich selbst mit einem Hypochonder in der Familie aufgewachsen bin, weiß ich, wie viel Raum die Psyche bei Krankheiten einnehmen kann. Die Arztbesuche, das Hineinhorchen in den eigenen Körper auf der Suche nach Symptomen, nur, um dann die gestellten Diagnosen sofort in Frage zu stellen – das ist mir alles bekannt. Auch bei Daniela Dröschers Protagonistin Ela ist es nicht anders, wobei sie dazu auch noch sehr widersprüchlich und reichlich medizinisch unbedarft daher kommt. Bei meiner eigenen Hashimoto-Diagnose habe ich mich in die Literatur gekniet, alles gelesen, was mir unter die Finger kam. Auch habe ich die Hormone einfach genommen, die mir der Arzt verschrieben hat, denn nur die Medikamente, die man nimmt, können auch wirken! Aber gut, da ist jeder wohl anders.
Mir ging ihr „Ärzte-Hopping“ leider ein bisschen auf die Nerven, zumal sie sich auch auf Anregung ihrer Freundin Leo an eine Heilpraktikerin wendet, die ihr etwas von Chakren und Akupunktur vorschwurbelt. Außerdem schreibt sie, die Dosierung ihres Schilddrüsenhormons sei 25 Milligramm. Diese Hormone gibt es ausschließlich in Mikrogramm-Dosen. Und dann noch das gern genommene Chemie-Bashing. Bei dem Spray zur Behandlung ihrer Kehlkopfentzündung konstatiert sie „Es schmeckte widerwärtig, nach Chemie.“ Alles auf dieser Welt ist Chemie, nicht zuletzt auch Luft und Wasser. Und überhaupt, wie schmeckt Chemie eigentlich?
Ein kleines Bisschen Gesellschaftskritik findet sich erfreulicherweise im Buch auch. Das, was Dr. Wilhelm sagt, hat nämlich im Großen und Ganzen Hand und Fuß. Vor allem, dass zu wenig geforscht wird, weil Frauen in der Medizin weniger vorkommen als Männer. „Hashimoto ist eine Frauenkrankheit“ – da stimme ich ihm zwar nicht komplett zu, es reicht aber aus, um mangelnde Forschung zu erklären. Dass Frauen weniger ernst genommen werden, wenn sie krank sind, ist kein Geheimnis und das erfährt auch Ela immer wieder. Allerdings ist sie für viele ihrer Ärzte und ihre Therapeutin auch sehr anstrengend und dass sie dazu neigt, empfohlene Therapien zu verweigern, macht die Sache nicht einfacher. Beeindruckend fand ich allerdings, dass sie aufwändige Untersuchungen wie EEG, MRT und Magenspiegelung problemlos und ohne lange Wartezeiten zu bekommen scheint.
Sprachlich fand ich das Buch sehr angenehm zu lesen, der Inhalt war leider nichts für mich und der Protagonistin konnte ich nichts abgewinnen. Obwohl wir uns in vielen Dingen ähneln, konnte ich für sie keinerlei Sympathie empfinden oder gar Nähe zu ihr aufbauen. Da konnte weder die Liebesgeschichte noch der Schluss etwas retten, obwohl ich den metaphorisch sehr stimmig fand: Mutter und Tochter beim gemeinsamen „sich Freischwimmen“. Von mir gibt es zwei Sterne.
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August 30, 2025
Ela steht kurz vor ihrer Promotion, als sie plötzlich von allen möglichen Krankheiten befallen wird. Nicht nur ihr Abschluss, sondern auch ihre wissenschaftliche Karriere laufen Gefahr zu scheitern. Obwohl sie gesundheitlich stark gebeutelt ist, arbeitet und lernt sie, immer kurz vor dem endgültigen Kollaps. Doch nicht nur dies macht ihr zu schaffen, auch ihre komplizierten Familienverhältnisse scheinen sie in den Abgrund zu ziehen...

Daniela Dröscher legt mit "Junge Frau mit Katze" den autofiktionalen Nachfolger ihres Erfolgsbuches "Lügen über meine Mutter" vor. Während letztgenanntes mich seinerzeit umgehend in den Bann zog, ich schockiert, betroffen, mitfühlend war und ständig auch Parallelen zu meiner eigenen Biographie vorfinden konnte, bin ich von ihrem aktuellen Buch einigermaßen enttäuscht. Zwar mag ich den Schreibstil der Autorin sehr, allerdings fehlte mir eine tiefere Aussage oder grundsätzlich eine einnehmende Geschichte.

Hauptsächlich geht es um Krankheit. Immer neue Krankheiten tauchen auf, über weite Strecken weiß man nicht, ist das nun echt oder eingebildet, wurde ihr ihre Kränklichkeit von der Mutter anerzogen oder weiß Ela einfach nicht, wann einmal Schluss sein muss. Trotzdem es ihr miserabel geht, arbeitet sie weiter und lernt sogar japanisch im Schnelldurchlauf, weil sie es einfach nicht schafft, ein Missverständnis aufzuklären. Strikt hält sie am eingeschlagenen Weg der literaturwissenschaftlichen Karriere fest, ohne zu wissen, ob sie das eigentlich will. Gleichzeitig regt sie sich über ihre Mutter auf, die sich endlich zu emanzipieren scheint, kehrt immer hervor, wie dick und unbeweglich ist und zwischen den Zeilen liest man, dass auch sie sich für ihre Mutter schämt. Statt sich mit ihr zu freuen, stellt sie ihre eigene Abhängigkeit vor das Wohl ihrer geplagten Mutter. Wenig ist gemein mit dem Mitfühlenden aus den "Lügen". Ihre engste Freundin Leo scheint sie nur zu akzeptieren, wenn Ela sich um deren Tochter Henny kümmert, auch wenn sie zum Kindersitten eigentlich zu krank ist. Generell wirken Elas Beziehungen alle toxisch. Nur ihr Bruder, lebend im fernen London, scheint ihr eine liebevolle Stütze zu sein. Ihr Arbeitskollege O ein Lichtblick in ihrem Leben. Elas Kater Sir Wilson ist ein Highlight.

Besonders irritiert hat es mich, wie die Protagonistin die Augen für Tatsächliches verschließt. Eine schwerwiegende Krankheit, die sie vor einiger Zeit hatte, stellt sich als einigermaßen harmlos heraus, doch die tatsächliche, positivere Diagnose wollte sie einfach lange Zeit nicht hören. Einmal in den Strudel der Krankheit hineingezogen, scheint es keinen Weg mehr heraus zu geben. Zwar ist mir aus eigener Erfahrung bewusst, wie tief einen ein schweres Krankheitsschicksal oder die Ungewissheit, was man selbst eigentlich so will, schwer belasten kann. Aber in dem Ausmaß, in welchem das die Protagonistin erfährt, ist nicht nur äußerst hinunterziehend, sondern mitunter auch nervig.

Mein Fazit: "Junge Frau mit Katze" kann man lesen, wenn man wissen will, wie es nach "Lügen über meine Mutter" weitergegangen ist oder kein Problem hat, von allen möglichen Krankheitsgeschichten mit hypochondrischen Anflügen gepaart mit toxischen Beziehungen und einigen Lichtblicken einvernommen zu werden. An der Anziehungskraft des Vorgängers kann es leider nicht mithalten.
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November 30, 2025
Ela ist in ihren 30ern und steht kurz vor der Promotion, als ihr Körper plötzlich verrückt zu spielen scheint. Probleme mit dem Herzen, der Haut, Halsschmerzen, Ärzte, die keine Diagnose finden. Lügen, die Ela in ihrer Verunsicherung und dem Wunsch, alles richtig zu machen, zu spinnen beginnt, und Freundschaften, die zu zerbrechen drohen, führen schließlich dazu, dass sie ihren ganzen aktuellen Lebensweg infrage stellen muss.

Drei Jahre nach ihrem autofiktionalen Roman „Lügen über meine Mutter“, der es damals auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft und der mir sehr gefallen hat, legt uns Daniela Dröscher jetzt mit „Junge Frau mit Katze“ eine Art Fortsetzung aus dem Leben ihrer Protagonistin Ela vor. Oder etwa nicht? Mir jedenfalls war bei der Lektüre nur selten bewusst, dass ich mich hier in einem Universum bewege, das mir schon bekannt sein sollte. Das liegt nicht nur daran, dass Ela nun erwachsen ist und das dörfliche Leben, das so eine große Rolle spielte, gegen die Stadt getauscht hat. Der Vater, der vorher so herrschsüchtig präsent war, ist jetzt nur noch eine Randfigur, die Mutter hat sich – zu ihrem Vorteil – in einen ganz anderen Menschen verwandelt und die Schwester … ist auf wundersame Weise auf einmal ein Bruder (und nein, es scheint sich nicht um eine Geschlechtsanpassung zu handeln).

Mich hat das überhaupt nicht gestört. Ich habe „Junge Frau mit Katze“ nicht nur fast vollständig losgelöst von mit dem Vorgänger verbundenen Erwartungen gelesen, sondern auch auf einer sehr persönlichen Ebene, die allerdings eine Besprechung deutlich erschwert. Ich denke, der Charme liegt in erster Linie daran, dass Ela als Protagonistin extrem zugänglich ist. Man leidet mit ihr mit, man ist von ihr genervt, man freut sich für sie oder ist auch mal empört über das, was ihr zustößt. Sprich, man ist einfach sehr nah dran.
Das Einzige, was ich kritisch anzumerken hätte, ist, dass der Roman sich gegen Ende ein wenig zieht. Für mein Gefühl war ab einem bestimmten Punkt die Geschichte zu Ende erzählt, zog sich dann aber noch ein ganzes Weilchen hin, bis alle Fäden zusammengeführt waren. Aber das hat das Gesamturteil nur wenig trüben können.

Kurz gefasst: Wer eine direkte Fortsetzung zu „Lügen über meine Mutter“ erwartet, könnte ein wenig enttäuscht sein, aber sicher nicht für lange. Zwar fand ich persönlich diesen Roman nicht ganz so eindrücklich wie sein Vorgänger, aber trotzdem ist „Junge Frau mit Katze“ in sich ein ausgesprochen lesenswertes und unterhaltsames Buch, das die Vorfreude auf weitere Werke der Autorin am Leben hält. Leseempfehlung!
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August 14, 2025
. Hast du Lust auf eine intensiv mitreißende Geschichte über Selbstfindung- und verwirklichung, Auseinandersetzung und Selbstbestimmung zu lesen?
Mit einer leicht chaotischen Protagonistin, die einem einfach ans Herz wachsen muss?
Dann solltest du „Junge Frau mit Katze“ lesen!
Dieser Roman gibt uns als Leser tiefe Einblicke in die Seele einer Frau und zeigt, dass es manchmal besser ist auch ein wenig mehr auf seine Intuition zu hören.
Ich mag Dröschers direkte indirekte Art Familiendynamiken zu beschreiben und kann dir diesen Roman sehr empfehlen!
4/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau…
Kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion lässt Elas Körper sie im Stich. Sie erlebt einen Zusammenbruch und sucht nun nach dem Auslöser. Auf dieser Reise besucht sie nicht nur Fachärzte auf, sondern stellt sich einige große Fragen…
Ist diese akademische Laufbahn wirklich die Richte für mich? Ist die Beziehung zu meiner Mutter wirklich so, wie sie sein sollte?

. In „Junge Frau mit Katze“ folgen wir Ela als Ich- Erzählerin durch diesen Roman. Dieser Roman ist der Folgeroman zu „Lügen über meine Muttter“ der Elas Kindheit behandelt. Hier hingegen folgen wir der Erwachsenen Ela. Jedoch liegt einer der Hauptaspekt wieder in der Beziehung zwischen Ela, ihrer Mutter und ihren Körpern.
Elas Körper war seit ihrer Kindheit ihr Feind. Bzw. sie hat gelernt ihn als Feind zu betrachten, sie hat gelernt den Ärzten zu misstrauen und am liebsten nur die Tipps ihrer Mutter anzunehmen.
Als sie nun zusammenbricht hinterfragt sie ersteinmal alle Entscheidungen und Diagnosen der Ärzte und fällt dadurch immer mehr in ein tiefes Loch.
Dröscher beschreibt intensiv den Weg den Ela bestreitet und hat es geschafft, dass ich als Leserin das Gefühl bekommen habe ins Buch springen zu wollen um Ela zu helfen. Alles wirkt sehr authentisch und realistisch. Man kann sich sehr in Ela hineinversetzten.
Jedoch ist es nicht nur Elas Körper der streikt auch ihre Psyche. So beginnt Ela langsam die Beziehung in ihrer Familie in Frage zu stellen. Ebenso wie ihre berufliche Zukunft, da sie wohl mit für ihren desaströsen Körperzustand verantwortlich ist.
Ela stellt quasi ihr ganzes Leben auf den Kopf bis auf ein eine Konstante, die sie nicht aufgeben möchte… ihre Katze!
Intensiv, präzise und voller Emotionen schreibt Dröscher Elas Selbstfindungsreise aus ihrem extremen Leistungsdrucks, die mich sehr berührt hat.
Ich glaube dieser Roman könnte für einige sehr augenöffnend sein!

Kleine Notiz am Rande…
Ich liebe dieses Cover! 💜
Profile Image for MsWatson.
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August 14, 2025
„Junge Frau mit Katze“ erzählt die Geschichte von Ela. Kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion bricht für sie plötzlich alles zusammen: Eine Kehlkopfentzündung und eine Reihe weiterer unklarer Beschwerden zwingen sie von einem Arzttermin zum nächsten. Während sie zwischen medizinischer Ursachensuche, ihrer Angst und dem Druck ihres anstehenden akademischen Abschlusses pendelt, stellt sich die Frage, ob all diese Symptome nur körperliche Reaktionen auf Überlastung sind – oder ob sie tiefere, seelische Ursachen haben.

Im Zentrum steht die komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter, die mit all ihren Verletzungen, Ambivalenzen und Machtmustern wie ein Schatten in Elas Leben wirkt. Dröscher zeichnet diese Familiendynamik nicht in bunten und grellen Farben, sondern fügt in feinen Strichen alle Graustufen zusammen. Oftmals sind es nur angedeutete Reflexionsfetzen zwischen den Kapiteln, die umso eindringlicher wirken. Wie ihre Bilder ist auch ihre Sprache: sehr klar, sehr präzise und reich an Bildern, die ein ganz feiner Humorfaden durchzieht.

„Junge Frau mit Katze“ ist autofiktional geprägt und zugleich ein zutiefst persönlicher Roman über Selbstfindung, Selbstermächtigung und den Kampf um inneren Frieden. Der Körper wird hier zum Spiegel des Lebens: Die wiederkehrenden Beschwerden verweisen auf das Zusammenspiel aus Trauma, familiären Mustern und selbstauferlegtem Leistungsdruck. Dröscher beschreibt diese Verbindung so präzise, dass die Lektüre manchmal fordernd ist, gerade weil sie körperliche Zustände so intensiv spürbar macht. Wahrscheinlich wird sich jede*r unweigerlich mit der ein oder anderen Stelle im Raum verbinden können, weil es eben so alltäglich ist.

Das Buch lädt nicht nur zum Mitfühlen, sondern auch zum Mitdenken ein. Es stellt die Frage, wie viel Kontrolle man über den eigenen Körper und die eigene Geschichte tatsächlich hat, und zeigt, dass Heilung nicht immer in gerader Linie verläuft. Am Ende bleibt ein kluges, empathisches und psychologisch feines Werk, das Mut macht, den eigenen Körper und die eigene Geschichte neu zu betrachten – und den Weg zu mehr Selbstbestimmung zu suchen. Daniela Dröscher gelingt es hier meiner Meinung nach wirklich unfassbar gut, so ein schweres Thema, ja sogar mehrere schwere Themen in eine Sprache zu fassen, die zugänglich, feinfühlig, mutig und kraftvoll ist, und schafft damit eine Erzählung die wahnsinnig tief geht und sicherlich Menschen, die sich gerade in ähnlichen Beziehungsgefügen oder Situationen befinden, eine neue Perspektive zu geben.
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