Ein feministisches Plädoyer für die Anerkennung weiblicher Wut von Platz-1-SPIEGEL-Bestseller-Autorin Tara-Louise Wittwer alias @wastarasagt
Seit Jahrhunderten werden Frauen unterdrückt. Frauen, die in irgendeiner Weise Stärke ausgestrahlt, sich selbst ermächtigt und zur Wehr gesetzt haben, werden belächelt, verurteilt und dämonisiert. Und all diese Frauen leben in uns weiter - ihre Angst, ihre Freude, ihre Liebe. Und ihre Wut. All diese Mütter, Großmütter und Urgroßmütter. Alle Frauen der Geschichte, die große Opfer auf dem steinigen Weg zur Gleichberechtigung bringen mussten.
Auf der Suche nach den Ursprüngen von Female Rage taucht Tara-Louise Wittwer (Sorry, aber …) in die europäische Geschichte ein und erzählt die ungehörten Geschichten der Frauen, die sich gegen das männliche Narrativ der Schwäche und Passivität gestemmt haben. Von den Sagen der Antike, bis zur Realität des 21. Jahrhunderts, von Giulia Tofana, der legendären Giftmischerin, bis zu den unbekannten Heldinnen des Alltags.
Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin bringt tiefsitzende, über Generationen vererbte patriarchale Narrative ans Licht, mit denen nur ein Ziel verfolgt Frauen zu schwächen, zu verunsichern und mundtot zu machen. Wir leben in einer Gesellschaft, die Frauen systematisch Unrecht tut und verhindern will, dass sie sich gegenseitig stärken. Doch die Zeit der Pick-me-Girls ist vorbei und Frauen müssen sich miteinander solidarisieren.
Tara-Louise Wittwer zeigt, was Frauen erreichen können, wenn sie zusammenhalten, damit ihre Wut irgendwann heilen kann.
Wow, Tara hat es geschafft so viele wichtige Themen in ein einziges Buch zu packen, dass jedes davon für sich allein ein ganzes Buch hätte sein können. Trotzdem wirkt nichts überladen – im Gegenteil: Es ergibt ein starkes, klares Gesamtbild weiblicher Wut und Geschichte.
Ihre Bezüge zur Mythologie (z. B. die Furien, „the kindly ones“ – wunderbar auch wie bei The Sandman dargestellt) geben der Wut eine historische Einordnung.
Mich hat das Konzept, Zeit in „Müttern“ zu rechnen ziemlich perplex gemacht. Super logisch und genial – es bringt das, was sonst abstrakt bleibt, was einem „lange her vorkommt“ dann doch auf den Punkt der einen emotional anspricht.
„Die strukturelle Vereinzelung ist das, was uns schwächt.“
Auch die gesellschaftlichen Spiegelungen – von „Chill Girl“-Jugend bis hin zum Satz „Du bist wie deine Mutter“ (warum ist das eigentlich immer nur negativ konnotiert?) haben mich viel nachdenken lassen. Und wisst ihr was? Ich bin wütend!!! Sie zeigen, wie tief Misogynie in unseren Alltagsstrukturen sitzt. Auch so oft unbewusst.
Ich musste an Bücher wie „Herumtreiberinnen“ von Bettina Wilpert oder an die Magdalenenwäschereien in Irland denken – Orte und Geschichten, die zeigen, wie Frauen weggesperrt und zum Schweigen gebracht wurden. Wie kann es sein, dass so viele von uns davon nie gehört haben?! Und das gar nicht lang her ist? (Ich selbst auch erst nachdem ich danach suche und mir von der Büchergilde das Buch von Bettina Wilpert als Quartalsbuch zugeschickt wurde! (Danke dafür!! Ich habe das Gefühl dass es eine Frau ausgesucht hat).
Seid laut und seid gern die unangenehme Person. :-)
Muss ich gar nicht viel sagen. Tara spricht mir aus der Seele und liefert viele Fakten, Quellen und Anekdoten zum Thema Female Rage. Dieses bisher unbenannte Gefühl welches Frauen seit Generationen in sich tragen. So lässt sie viele weibliche historische Figuren im neuen Licht erscheinen und gibt zusätzlichen Input für die Gegenwart und den Kampf des Feminismus gegen das Patriarchat.
Ich wollte es mögen, aber am Ende war es mir doch zu unfokussiert, wollte alles mögliche an Themen wenigstens tangieren, blieb dann aber in der Folge oberflächlich und entfernte sich doch immer wieder recht weit vom eigentlichen Thema der Female Rage.
Ich hatte schon sehr früh im Buch das Gefühl, pretty much verstanden zu haben, als was die Autorin Female Rage definiert, bis es als Begriff im Versuch der genaueren Erklärung an so vielen - teils sehr interessanten - Beispielen so hyperplastisch ausgedehnt wurde, dass es irgendwie alles und nichts zu meinen scheint. Jede Ungerechtigkeit, jede Reaktion darauf, jeder Antrieb im Streben nach Gleichberechtigung jeder Bewegung jemals. Dazu die wirklich sehr anstrengend repetitive Polemik bei der Darlegung von ungerechten Verhältnissen oder problematischer Sozialisierung der binären Geschlechter am Beispiel von männlichem Fehlverhalten - mir kam es vor, als hätte die Autorin sehr lange am Buch geschrieben und vergessen, stilistisch-humoristische Mittel schon sieben bis acht Mal auf exakt gleiche Art in den bisherigen Kapiteln benutzt zu haben. Ständig verwendet sie die Phrase, irgendein Jens, Daniel, Phillip oder Peter aus - hier bitte nach Provinz klingender Stadtname einfügen - würde ihr in Situation X Statement Y als Kommentar an den Kopf werfen (hier nun zutiefst sexistisch Kommentar einfügen), um dann zu erklären, warum das natürlich Quatsch ist. Ich fand das nach dem zweiten Mal weder erkenntnisreich noch witzig, sondern unangenehm, weil es zum einen dieser Art Kommentare viel Raum gab und es auf der anderen Seite so wirkte, als müsse sich die Autorin vor sich selbst oder einem fiktiven, präventiv mit eingeplantem Hater-Publikum rechtfertigen. Ich fand das schade, weil es ihren Takes die Wucht nahm.
Gegen Ende wurde es mir dann auch zu self-centered, als seitenweise dargelegt wird, wie der eigene Erkenntnisgewinn zu einer nun viel progressiveren Haltung der Autorin geführt hat. In mir entstand der Eindruck, dass es vielleicht doch mehr um die persönliche Entwicklung der Autorin ging, als um den inhaltlichen Gegenstand, der viel mehr begründete, dass sie dieses Buch schreiben konnte, kombiniert mit interessanter Recherche und ihrer Sicht auf aktuelle feministische Diskurse. Wer ihren Content auf TikTok verfolgt und sie als Persönlichkeit kennt und mag, wird daran sicherlich Gefallen finden können. Ich, der nur als Autorin von Tara zu hören bekam, war jedoch insgesamt eher weniger begeistert.
so gut! vor allem die historischen teile haben mir mega gut gefallen. ein muss für alles. vieles hat man sicherlich schon gehört, aber man kann es nie oft genug hören.
Tara-Louise Wittwer spürt in „Nemesis’ Töchter“ der Geschichte weiblicher Wut nach – nicht als schriller Schlachtruf, sondern als analytischer Blick auf Strukturen, Narrative und die Kraft des Zusammenhalts. Das Buch schlägt eine Linie durch 3000 Jahre, macht Female Rage sichtbar und verankert sie in konkreten Beispielen von der Antike bis heute – mit spürbarem Schwerpunkt auf der europäischen Tradition.
Wittwers größte Stärke ist die Balance aus pointierter Sprache und ernsthafter Recherche. Sie erklärt, ohne zu dozieren; sie mobilisiert, ohne zu moralisieren. Besonders eindrücklich gelingt ihr, wie sie Mythenbilder und historische Zuschreibungen aufbricht, um die Mechanismen dahinter freizulegen: Wer benennt „Hysterie“? Wer profitiert davon, wenn weibliche Wut pathologisiert statt politisiert wird? Dass sie diese Fragen mit Witz und Wärme stellt, macht das Buch enorm zugänglich – und genau deshalb wirksam.
Kritisch bleibt: Der Fokus auf Europa öffnet zwar einen klaren, gut sortierten Parcours durch Quellen und Beispiele, blendet aber Stimmen aus dem Globalen Süden und nicht-westliche Genealogien feministischer Kämpfe teilweise aus. Zudem wiederholen sich gegen Ende Argumentationsmuster und einige Übergänge wirken eher wie energiegeladene Threads als wie stringent gebaute Kapitel. Wer sich eine stärkere theoretische Schärfung des Begriffs „Female Rage“ (z.B. eine präzisere Abgrenzung zu Zorn, Trauer oder Ohnmacht) wünscht, wird an einzelnen Stellen nach noch mehr Tiefbohrung verlangen. Das mindert den Erkenntnisgewinn jedoch kaum – im Gegenteil: Die Lesbarkeit ist ein Feature, kein Bug.
Besonders überzeugend ist der solidarische Grundton. Wittwer widmet die Wut nicht dem Gegeneinander, sondern dem Füreinander – und zeigt, wie aus Emotion politisches Handeln werden kann: im Alltag, in Sprache, in unseren Beziehungen. So entsteht ein Buch, das ebenso bildet wie bestärkt. Wer feministische Sachbücher schätzt, findet hier eine Stimme, die mit Elan Brücken baut zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Popkultur und Politik, persönlicher Erfahrung und struktureller Analyse.
Fazit: Ein notwendiges, nahbares und inspirierendes Buch – mit kleinen Lücken in der globalen Perspektive, aber einer großen Einladung, weibliche Wut als Ressource zu verstehen.
Ein echt tolles, und vor allem wichtiges Buch, man mag fast schon sagen, ein Buch unserer Generation. Tara schreibt in diesem Buch am Ende des Tages den aktuellen feministischen Diskurs in unserer (Medien-)Gesellschaft auf, gespickt mit einigen historischen Beispielen, ja Ursprüngen, aus dem sich female rage entwickelt, geradezu aufgebaut hat.
An dieser Stelle kommt aber auch mein größter Kritikpunkt: Ich finde, das Buch wird seinem Marketing nicht gerecht. Sowohl Cover als auch Titel und Klappentext versprechen eine gründliche historische Aufarbeitung von female rage, aber allein, wenn man die Dicke des Buches betrachtet, wird klar, dass dieses Buch das nicht bieten kann. Ich war schon enttäuscht, als ich bemerkt habe, dass dieses Buch sich hauptsächlich um die aktuell patriarchalisch geprägte Gesellschaft dreht und die Begebenheiten aus der Geschichte immer nur kurz angeführt werden, nur um dann direkt wieder die Gegenwart zu thematisieren. Ich wäre sooo gerne tiefer in die Geschichte eingestiegen, also leider kein Buch für wirklich Geschichtsinteressierte, sondern eher eine gute Einführung oder ein Überblick über den feministischen Diskurs an sich.
Gerade weil ich diesen online aktiv verfolge, hat mir das Buch nicht besonders viel Neues aufgezeigt, außer eben einige historische Bezüge, von denen ich gerne mehr gehabt hätte. Ich habe es zum Beispiel sehr geliebt, wenn Tara uns in eine historische Figur imaginiert hat, aus ihrer Sicht geschrieben hat. Das fand ich wahnsinnig stark und auch gut geschrieben. Ein fiktionales Buch von Tara würde ich auf jeden Fall in die Hand nehmen, ich denke, sie hat das Zeug dazu.
Dennoch: Tara hat ihre Message sehr klar rübergebracht, wenn auch leider durch einige (wahrscheinlich unvermeidliche) Wiederholungen ihrer Forderungen, Thesen und Anklagen. Das fand ich zugegebenermaßen etwas lästig, denn die Wiederholungen haben nicht gerade zu einer guten, schlüssigen Struktur beigetragen. Oft hatte ich das Gefühl, einen ständigen „Stream of Consciousness“ zu lesen. Strukturell etwas schwach, aber gleichzeitig, sehr authentisch, zugänglich und echt unterhaltsam (ich wette im Hörbuch noch viel mehr als Buch). Am Ende will ich noch positiv hervorheben, wie Tara ihr Umdenken zum Thema Sexarbeit thematisiert. Sowas zeugt von Stärke und Reflektionsfähigkeit und ich stimme ihr in dem Thema vollkommen zu.
Also all in all: Hat nicht ganz meine Erwartungen erfüllt und ist trotzdem ein sehr gutes Buch für das, was es ist. Nur passen mal wieder Marketing und Inhalt nicht ganz zusammen, das kann man der Autorin aber nicht vorwerfen. Für mich schwierig zu bewerten, ich kann aber keine schlechte Bewertung geben, eben weil es ein gutes Buch ist!
"Ja, eine Selbstjustiz ist keine Lösung. Aber was ist es dann?"
Ich habe schon viele feministische Bücher gelesen und bin vorher auch immer etwas zurückhaltend, da man das Rad ja nicht neu erfinden kann und oftmals gleiche Gedankengänge wiederholt werden - so ist es bei "Nemesis' Töchter" aber nicht. Tara sucht mit uns den Ursprung von Misogynie: Wo und wann fing es an? Und viel wichtiger: Welche Frauen haben vor uns gekämpft und ihr Leben verloren - welche Namen dürfen wir nicht vergessen? Mit einer Prise Humor, Wut, und Zusammenhalt beweist Tara, dass sie einer der wichtigsten und stärksten (feministischen) Stimmen in Deutschland ist und sie für den Kampf der Gleichberechtigung unverzichtbar ist.
Habe das Buch gelesen, weil ich an dem historischen Abriss weiblicher Wut interessiert war, der im Titel versprochen wird. Leider wird das Thema nur gestreift, stattdessen kreist die Autorin um Hasskommentare im Internet und um sich selbst. Kapitelweise werden bekannte feministische Diskurse wiedergegeben, dadurch war leider kaum ein neuer Gedanke im Buch. Sprachlich ist der Text sehr an Social Media-Lingo angepasst („Frauen sollen gefallen, oder Jonas???“), muss man aushalten können.
In Nemesis’ Töchter geht es um weibliche Wut, um Schwesternschaft und darum, wie tief gesellschaftliche Erwartungen an Frauen eigentlich sitzen. Tara-Louise Wittwer zeigt, warum Wut nicht nur berechtigt, sondern auch befreiend sein kann.
Sie schreibt so, wie man sie aus Social Media kennt: direkt, humorvoll, nahbar, aber trotzdem mit Tiefgang. Sie selbst nennt sich eine „Einstiegsfeministin“ und genau das spürt man. Feminismus wird greifbar und verständlich erklärt, ohne ihn zu vereinfachen. Das Buch ist offen, einladend und bringt viele Themen auf den Punkt.
Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel „Decentering Men“ und „Male Loneliness Epidemic“. „Decentering Men“ ist für mich ein wichtiger Teil meines eigenen Lebens, und die Kapitel haben viele Gedanken noch einmal zusammenhängend formuliert, die ich schon aus Social Media oder von anderen feministischen Inhalten kenne. Da mein Algorithmus auf TikTok und Instagram sehr feministische Inhalte ausspuckt, waren viele Punkte für mich nicht völlig neu, trotzdem fand ich es sehr wertvoll, alles in einem zusammenhängenden Text zu lesen. Ich habe mich oft wiedererkannt: „Ja, das kenne ich, genau diese Studie habe ich gesehen, genau diese Diskussion verfolgt“. Gerade dieses Zusammenfassen und Einordnen fand ich sehr gut.
Auch wenn für mich vielleicht viele Punkte aus dem Buch nichts Neues waren, bestärkt das nochmal, dass es ein wirklich gutes Einstiegsbuch in feministische Literatur ist. Es ist nahbar, sehr zugänglich und deckt viele Themen ab. Ich denke manchmal, „das ist doch klar, so denkt doch schon jeder, so lebt doch schon jeder“, aber genau so ist es nun mal nicht. Für Frauen oder Männer, die an einem anderen Punkt in ihrer eigenen Entwicklung stehen, ist das Buch ein sehr guter Einstieg, weil es auf eine verständliche und persönliche Weise abholt.
Was das Buch für mich besonders macht, ist der Ton: Wittwer schreibt nicht gegen etwas, sondern für etwas. Für Schwesternschaft, für Zusammenhalt, fürs Wütendsein, ohne sich zu schämen.
Ein kleiner Punkt ist mir aufgefallen: Manche Sätze sind ziemlich lang. Es fällt beim Lesen nicht wirklich auf, aber der Lesefluss wird ab und zu ein kleines bisschen gebremst. Das tut dem Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch.
Nemesis’ Töchter ist ein starkes, zugängliches und wichtiges Buch. Es macht Mut, laut zu sein, Wut zuzulassen und sie als Kraft zu verstehen. Ich würde es wirklich jedem empfehlen, nicht nur Frauen, auch Männern, die verstehen wollen, was hinter Female Rage eigentlich steckt.
3.5 ⭐️ Wichtiger und guter Inhalt, auch wenn vieles bereits bekannt war. Für alle, die gerade erst in das Thema Feminismus einsteigen, aber ein wirklich solider Einstieg.
10/5 ⭐ So ein krass gutes Buch! Definitiv eines der besten feministischen Bücher, die ich gelesen habe! Tara's Buch bietet keinen blinden Hass auf Männer, was ihr ja gerne unterstellt wird, sondern bietet klare, gut recherchierten, ehrlichen und konstruktive Ansätze um mit patriarchalischen Strukturen zu brechen! Sie fordert eigentlich nur das, was uns zu steht: ausgleichende Gerechtigkeit! Nach dem Buch bin ich (wieder Mal) vor allem wütend, dieses Mal aber nicht auf eine ohnmächtige, ängstliche und beklemmende Art und Weise, sondern auf eine andere Art. Wütend auf eine starke, fordernde, nicht-klein-beigebende, Schwesternschaftiger-Zusammenhalt Art und Weise! Mist ready für alle, die auch weiter laut und unangenehm sein wollen 🔥 und Tara: ich würde deinen Podcast sofort hören!
Wow?! In einem Atemzug durchgelesen mit Gänsehaut auf den letzten 50 Seiten. Tara bezeichnet sich selbst als „Einstiegsfeministin“ und genau so ist es. Hier wird Feminismus für absolut Jede/n zugänglich und verständlich gemacht. Wie kann man soo gut mit Worten jonglieren, dass man das Buch kaum weglegen kann?! Kapitel über Mütter 10/10. Außerdem gibt sie ihre persönliche Meinungsänderung und Entwicklung zum Thema Sexarbeit preis! Lest es, verschenkt es.. !
es ist noch nicht vorbei, aber wir sind nicht allein.
ein unfassbar starkes plädoyer für schwesternschaft, für female rage, fürs laut und fürs wütend sein. ganz große leseempfehlung, insbesondere für das von der autorin selbst eingesprochene hörbuch, in dem ihre wut, ihre verzweiflung genauso wie ihre hoffnung hörbar werden; insbesondere auch für alle männer, um weibliche wut besser zu verstehen.
Am liebsten würde ich das Buch allen Personen um mich herum in die Hände geben und sagen "lies das". Ein notwendiges Buch, um vielleicht auch mal den letzten (Mann) davon zu überzeugen, dass Feminismus keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit ist.
Tara-Louise Wittwer greift viele Themen auf, gibt ehemalige Fehlverhalten zu und klärt über so einige Dinge auf. Für den Einstieg in Thema Feminismus wirklich zu empfehlen. Man erwischt sich eventuell bei den Ein- oder anderen Vorurteilen, die das Patriarchat uns unterbewusst eingebläut hat und zusätzlich lernt man(n) noch einiges dazu. Unter anderem habe ich noch einiges über die Hexenverfolgungen gelernt, weshalb ich darüber jetzt noch gerne etwas mehr recherchieren möchte. Es ist geradezu erschreckend, wie oft Femizide in der Geschichte geschehen sind. Das alles nochmal zu lesen hat mich sehr erschrocken, denn irgendwie hat man das nicht ständig auf dem Schirm..
Nach dem Buch festigt sich die Meinung: Ich will nicht schweigen, nicht belächelt werden oder anderes. Ich will, dass man mich ernst nimmt und mir zuhört. Wie Tara bereits im Buch sagte: Ich mache das nicht nur für mich, sondern für alle Töchter, die nach mir kommen.
Fazit Ich finde, dass solche Bücher Pflichtlektüre sein sollten. Hoffentlich stößt der ein- oder andere auf dieses Buch und kann damit seinen eigenen Horizont erweitern.
Ich liebe Tara und ich liebe ihre Bücher. Es macht immer so viel Spaß sie zu lesen, während sie dich informieren und du dir Gedanken über wichtige Themen machst. Sie unterhalten dich, während du über spannende, wichtige Themen liest.
Das Buch war echt unterhaltsam & hat Spaß gemacht zu lesen, ich mochte den humorvollen und flüssigen Schreibstil. Hier aber meine anscheinend unpopular opinion:
Inhaltlich war (abgesehen vom Thema Hexenverbrennungen) allerdings nicht viel Neues und/oder Relevantes dabei - ich glaub, ich hab schon so viel feministische Literatur im Regal, dass sich viele Themen gefühlt wiederholen 😅 Wir (vor allem Taras Zielgruppe) wissen doch inzwischen alle, wie krass Frauen in den vergangenen Tausenden von Jahren diskriminiert wurden und wieviel Gewalt sie erleben mussten. Ich würde mir wünschen: richten wir unseren Blick nach vorne!
Ich bin und bleibe kein Fan von Pauschalisierungen und Überspitzungen aka „Männer sehen Frauen nicht als Menschen sondern Gebärmaschinen“. Was soll das bringen im Diskurs? Ich bezweifle, dass auch nur eine einzige Person durch dieses Buch ihre Standpunkte hinterfragen würde. Stattdessen entfacht es nur weiter den Graben zwischen den Geschlechtern.
Tara erzählt oft anekdotisch und zynisch von z.B. sexistischen Kommentaren unter ihren Beiträgen, die natürlich überhaupt gar nicht ok sind - aber aus meiner Sicht ist das echt eine spezielle Bubble und null repräsentativ. Wir sind doch gesamtgesellschaftlich schon so viel weiter!
Vielleicht hat sich aber auch einfach nur mein persönlicher Blick auf die Dinge entschärft, weil ich seit einigen Monaten nicht mehr auf Instagram bin, und weil ich beruflich ein Projekt zum Abbau von toxischer Männlichkeit mit jungen Männern hatte, was mich hoffnungsvoll stimmte. Meine eigene female rage ist also offensichtlich etwas abgeflaut, das ist mein persönliches Fazit aus dem Buch - und was das für mich bedeutet, darüber werd ich bestimmt noch länger nachdenken.
Zum Abschluss was Positives: Den Aufruf zu weiblichem Zusammenhalt und weiblicher Verbundenheit fühl ich zu 100% 🫶
„Ich schreibe dieses Buch nicht, weil ich Männer hasse. Ich schreibe dieses Buch, weil ich Frauen liebe.“
Das war mein erstes Buch von Tara Louise Wittwer und ganz sicher nicht mein letztes. Sie schreibt über Frauen. Frauen vor uns, Frauen heute und Frauen, die nach uns kommen werden. Probleme, die eigentlich längst verschwunden sein sollten, tauchen immer wieder auf. Nur in einer anderen Form. Wir werden heute zwar nicht mehr als Hexen bezeichnet und verbrannt, trotzdem werden wir gesellschaftlich erniedrigt, sobald wir uns nicht an die Regeln halten, die von Männern erschaffen wurden.
Im Alltag habe ich mich selbst dabei ertappt zu fragen: „Will ich das wirklich oder tue ich das nur, weil es irgendwie von mir erwartet wird?“ Obwohl ich dachte, dass ich das für mich tue.
Man kann nie genug lernen, nie genug wissen. Das hat mir dieses Buch gezeigt. Wir sind immer noch nicht gleichwertig wie Männer. Und genau deshalb muss es weitergehen.
*3.5 (aber Aufrundung, weil ich Tara mag und die Statistik eher positiv beeinflussen möchte haha)
Das Buch ist sehr gut als feministische Einstiegslektüre geeignet und perfekt für alle die wütend sind oder das Gefühl haben nicht wütend genug zu sein. Besonders die Schilderungen der Mythen und geschichtlichen Ereignisse sind interessant, das war auch einer der Hauptpunkte warum ich das Buch interessant fand. Ich muss aber auch sagen, dass es mir an vielen Stellen einfach nicht tief genug gegangen ist. Vieles, worüber sie schreibt, kannte ich bereits vorher (was natürlich nicht Schuld der Autorin ist, Einstiegsfeminismus eben), aber gerade dann hätte ich mir gewünscht, dass diese Aspekte tiefgehender besprochen werden. Besonders „geärgert“ hat mich, dass gerade die Themen, die ich auch als komplex und besonders interessant empfinde (z.B. Sexarbeit), nicht weiter behandelt wurden, bzw. nur kurz und grob Raum fanden. Allgemein scheint es von der Thematik etwas unfokussiert. Das Buch ist relativ kurz, es gibt einfach nicht den Platz, jedes einzelne Problem unter dem riesigen Regenschirm Feminismus abzuarbeiten und ich finde auch nicht, dass das die Aufgabe sein muss. Aber etwas ausführlicher an der ein oder anderen Stelle hätte es dann doch sein dürfen.
Dennoch definitiv lesenswert, alleine weil Tara so viel von sich selbst miteinbringt und ihre Wut sowie Verzweiflung deutlich spürbar sind. Ein Buch, das man gerne dem nervigen Tobias (von dem wirklich jeder einen kennt) in die Hand drücken würde.
Jeder und jede sollte dieses Buch lesen! Ich denke seit dem Beenden ganz oft daran zurück. Kluge Gedanken, die Tara-Luise Wittwer mit viel Humor/Sarkasmus, aber zugleich Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit vermittelt. Ein Jahres-Highlight & Must-Read für ALLE! ❤️🔥