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Da, wo ich dich sehen kann

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Die neunjährige Maja wächst in einer zerrütteten Familie auf - ein tyrannischer Vater, eine liebevolle, aber unterdrückte Mutter, dazwischen viel Schweigen und Dinge, die ihr keiner erklärt. Als Frank, Majas Vater, ihre Mutter tötet, reißt er ein Loch in die Welt - für Maja, aber auch für alle anderen, die zurückbleiben.

Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es Zwischen Trauer, Sorgerechtsstreit und Bürokratie wird Maja zum Spielball und verliert inmitten von Anträgen und Zuständigkeiten ihre Familie, ihr Zuhause, das Gefühl von Sicherheit und die Gewissheit, zu wem sie gehört.

Ihre Patentante Liv wird Majas einziger Lichtblick: Liv arbeitet als Astrophysikerin und begeistert Maja für die Wunder des Universums. Gleichzeitig ringt sie mit eigenen Unsicherheiten, alten Ängsten und der Überforderung, plötzlich Verantwortung übernehmen zu müssen. Und doch wachsen Liv und Maja beim Blick durchs Teleskop und beim Versuch, im endlosen Weltraum Antworten zu finden, die ihnen niemand sonst geben kann.

433 pages, Kindle Edition

First published October 31, 2025

134 people are currently reading
3202 people want to read

About the author

Jasmin Schreiber

12 books455 followers
Jasmin Schreiber, geboren 1988, ist studierte Biologin und arbeitet als Schriftstellerin. Ihr Roman MARIANENGRABEN war eines der erfolgreichsten Debüts 2020. Im Wissenschaftspodcast BUGTALES.FM erzählt sie von Nacktmullen, Bärtierchen und Walexplosionen. Jasmin Schreiber lebt mit ihrem Mann in Hamburg.

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Community Reviews

5 stars
824 (66%)
4 stars
326 (26%)
3 stars
70 (5%)
2 stars
14 (1%)
1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 219 reviews
Profile Image for Elena.
1,045 reviews438 followers
November 16, 2025
Die neunjährige Maja lebt aktuell bei ihren Großeltern in der Nähe von Frankfurt. Nach außen hin scheint sie ein ganz unscheinbares Kind zu sein, etwas introvertiert und ruhig zwar, aber nicht weiter auffallend. Innerlich ist Maja jedoch zerrissen zwischen der Liebe zu ihrer toten Mutter Emma und ihrem Vater, der die Mutter ermordet hat. Ihre Großeltern versuchen, neben dem eigenen Verlust der Tochter, für Maja da zu sein. Auch Liv, Majas Patentante und Emmas beste Freundin, kämpft mit den Folgen des Femizids, dennoch werden sie, ihre Hündin Chloé und ihr großes Wissen über den Weltraum zu stabilen Fixpunkten in Majas neuem Leben das von Trauer, Sorgerechtsstreit und Bürokratie geprägt ist.

Jasmin Schreiber widmet sich in ihrem neuen Roman "Da, wo ich dich sehen kann" dem Thema Femizide und dabei insbesondere den Folgen, die dieses extreme Ausmaß an Gewalt gegen Frauen auf das familiäre und freundschaftliche Umfeld der Betroffenen hat. Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven, insbesondere Maja, Liv und die Großeltern mütterlicherseits, bei denen Maja wohnt, kommen zu Wort. Jede der Erzählstimmen hat mich zutiefst berührt und zum Nachdenken gebracht, selten habe ich einen Roman gelesen, der mir so nahe ging. Zwar behält Jasmin Schreiber ihren gewohnten Humor bei, trotzdem ist es einfach extrem hart, über das Thema Femizide und alles, was für nahestehende Menschen daran hängt, zu lesen. Für mich ist "Da, wo ich dich sehen kann" eines der wichtigsten und besten Bücher des Jahres, schonungslos zeigt es die Gewalt, der Frauen tagtäglich ausgesetzt sind, wird dabei aber nie voyeuristisch und glänzt mit Figuren, die ans Herz gehen. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!
Profile Image for Sandra.
214 reviews60 followers
December 30, 2025
Das Buch beginnt mit der Therapiesitzung der 9-Jährigen Maya, deren Mutter Emma von ihrem Ehemann, Mayas Vater, umgebracht worden ist. Mayas Vater ins inhaftiert und sie lebt nun bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Das Kind versucht einen Weg aus ihrem Trauma und ihren Schuldgefühlen zu finden. Wir bekommen darüber hinaus, im Verlauf des Buches noch die Perspektiven von den anderen Trauernden, wie Liv, Emmas bester Freundin, und auch Emmas Eltern. 

Die Geschichte, die erzählt wird, ist tragisch, traurig und aufwühlend. Objektiv betrachtet. Also Eigentlich. Leider habe ich die meiste Zeit nichts davon gefühlt. Für mich war es, als sähe ich der Autorin dabei zu, wie sie versucht mich emotional zu erreichen. Es fehlte dem Buch jedoch an Glaubwürdigkeit. Kaum etwas von den beschriebenen Figuren und Situationen konnte ich der Autorin abnehmen. 

Zusätzlich ärgerlich waren die Dialoge, durch die künstlich Themen ins Buch eingeflochten worden sind. Hier standen, nach meinem Empfinden, Dinge auf der Agenda von Frau Schreiber, die unbedingt irgendwie untergebracht werden mussten. Praktischerweise unterhalten sich dann Protagonisten einfach über die Problematik von True Crime Podcasts oder darüber, dass Therapie doch unglaublich hilfreich ist (danke, aber das hatte ich schon mal gehört, brauche ich nicht noch mal erklärt zu bekommen) usw. Auch hier wieder: Ich konnte der Autorin dabei zusehen, was sie da macht. 

Das Buch hat sein Publikum schon gefunden, es verkauft sich gut, hat glänzende Bewertungen auf vielen Online Plattformen. Offensichtlich ist das ein Buch für viele. Aber für mich ist es definitiv nicht.
Profile Image for le.lyssa.
172 reviews604 followers
November 20, 2025
"Da, wo ich dich sehen kann" ist ein Roman, der beim Lesen wehtut, weil er so nah an der Realität geschrieben worden ist. Zwischen Akteneinsichten, Notrufprotokollen und Paralleluniversen schreibt Jasmin Schreiber die Geschichte von drei Frauen, die ihre Mutter, Tochter und beste Freundin durch einen Femizid verloren haben. Was bleibt ist eine große Lücke und die Frage, ob sie es verhindern hätten können?
Jasmin Schreiber hat eine sehr rohe, verletzliche und echte Geschichte über das Schicksal von Frauen geschrieben, die nicht nur eine Zahl in einer Statistik werden dürfen. Wir müssen an sie erinnern, ihre Namen in Ehren halten und weiterhin dafür kämpfen, dass staatliche Institutionen eine Reform einlegen: Frauen müssen besser geschützt werden! Femizide sind keine Einzelfälle!
Profile Image for Kat Jacobi.
136 reviews9 followers
December 11, 2025
Der vielleicht beste Roman, den ich dieses Jahr gelesen habe. So rau und nah und realistisch und dennoch mit so viel Feingefühl. Ein Must-Read für alle!
Profile Image for Jill.
152 reviews166 followers
March 9, 2026
Dieses Buch ist SO tragisch. SO gut. SO wichtig. Danke an die Autorin für den Fokus auf die zurückgebliebenen und nicht auf den Täter. Es zeigt was ein Femizid alles zurücklassen kann. Es hat mich gebrochen. Uff. Das einzige was mich etwas gestört hat waren manche „Nebenstorys“, da die Geschichte auch ohne diese genauso funktioniert hätte. Trotzdem 5 ✨!!!
Profile Image for Glitterregen.
95 reviews8 followers
October 21, 2025
Ach Jasmin, mit jedem Buch brichst du mein Herz und flickst es wieder von Neuem zusammen. Das war so schön-traurig, dass ich nach Beenden (im Pausenraum bei der Arbeit...I don't recommend) minutenlang still dagehockt bin, mit Gänsehaut auf den Armen. Ich hab mir so viele tolle, berührende Worte angestrichen und werde das diesjährige Weihnachtsgeschäft wohl hauptsächlich damit verbringen, jeder Kundin dieses Buch anzudrehen. L E S E N ! <3

Profile Image for Feyre.
1,490 reviews137 followers
January 4, 2026
Dieses Buch muss einfach von allen gelesen werden. Das sage ich nicht oft, aber da ich es hier auf Goodreads noch nie im Feed hatte: LEST DIESES BUCH! Es braucht mehr Reichweite. Es ist wichtig. Es ist unbequem zu lesen, ich habe mehrfach sehr unschön geheult, ich hatte Albträume. Vielleicht hätte ich es mit mehr Pausen lesen müssen. Abstand zwischendrin. Auflockerung durch eine RomCom oder sowas. Irgendwas leichtes als Pause. Aber wisst ihr was? Emma hatte keine Pausen, keinen Abstand. Meschen in gewalttätigen Beziehungen haben keine Pausen. Ich lege das Buch weg und bin zu Hause, in Sicherheit. Die Menschen bekommen keine Atempausen. Können das nicht einfach weglegen.

Wenn über Femizide berichtet wird, geht es meist um den Täter. Hier geht es kaum um ihn. Er ist die einzige Person, die keine Perspektive bekommt. Präsent ist er immer, immerhin hat er die Mutter seines Kindes umgebracht und damit auch die Leben der besten Freundin, der Eltern und seines Kindes auf ewig verändert. Aber er kommt niemals zu Wort. Und das ist auch gut so. Wir erleben, wie sehr eie solche Tat die Hinterbliebenen mitnimmt, ihr Leben auf den Kopf stellt, wie sehr sie leiden und wie sie sich wieder in den Alltag kämpfen. Wir ereleben die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven: Emma selbst, als sie noch lebte, Liv, sogar aus der Sicht von Livs Hund gibt es ein kurzes Kapitel, Emmas Eltern und auch Maja. Diese Perspektive ist wohl am Schlimmsten zu lesen. Es wühlt auf, wie sich alle die Schuld daran geben, aber bei Maja hat es mich am meisten mitgenommen. Das Kind wurde so manipuliert und gibt sich für alles die Schuld... Wir müssen Männer zur Verantwortung ziehen. Schon für Kleinigkeiten. Um berühmte Worte zum Thema zu zitieren: Die Scham muss die Seite wechseln. Auf die Seite der Täter.
Dieses Buch wird noch sehr sehr lange in mir nachhallen. Lest es, aber seid achtsam mit euch.
Profile Image for Jona.
94 reviews10 followers
November 26, 2025
Wenn ich könnte würde ich 100 Sterne geben & es allen Männern in meinem Umfeld schenken
Profile Image for miri.
27 reviews
October 31, 2025
Ich hab glaub ich 4? Oder 5 mal geweint, weil es mich so berührt hat. So ein schönes, wichtiges, schmerzhaftes Buch. So unfassbar gut, glaub das wird noch ein bisschen in mir rotieren, aber so so so so gut.

„Das Leben ist nie fertig, es ist nie genug. Das Leben ist ein Fass ohne Boden, und man will es trinken und trinken, und man will mehr und mehr, und der Durst ebbt einfach nicht ab.“
Profile Image for Selina.
71 reviews2 followers
February 8, 2026
Dieses Buch war hart. Hätte ich es nicht abends begonnen, hätte ich es vermutlich in einem Rutsch gelesen, weil ich einfach nicht mehr davon loskam.
Es ist wichtig. Es ist unbequem.
Und ja: Triggerwarnung, es geht um Femizid.

Was ich sehr schätze: Der Täter bekommt hier keine Plattform. Er ist präsent, weil seine Tat alles verändert hat, aber er kommt nie zu Wort. Stattdessen geht es um die Hinterbliebenen, ihren Schmerz, ihre Schuldgefühle und den Versuch, wieder in einen Alltag zurückzufinden.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, u. a. von Emma selbst, von Liv (Emmas bester Freundin), von Emmas Eltern und von Emmas Tochter Maja. Gerade Majas Sicht hat mich am meisten mitgenommen: ein manipuliertes Kind, das sich für alles verantwortlich fühlt. Das Buch macht sehr klar, wie wichtig es ist, Männer früh zur Verantwortung zu ziehen.

Psychotherapie steht stark im Fokus, was ich großartig fand.

Der Schreibstil ist bildgewaltig, emotional und extrem eindringlich. Die besondere Erzählweise mit Kinderzeichnungen, offiziellen Dokumenten und „Was wäre wenn“-Gedanken hat mich sehr beeindruckt. Obwohl es Fiktion ist, fühlt sich alles erschreckend real an. Es erinnert daran, hinzuschauen, achtsam zu sein und Menschen ernst zu nehmen, wenn etwas nicht stimmt.

Ein schweres, aber sehr wichtiges Buch.
Profile Image for Clarissa.
759 reviews23 followers
November 17, 2025
Ein wichtiges, schmerzhaftes Buch, das alle Männer lesen sollten und die Frauen*, die es sich zutrauen. Ich mag, dass Majas Vater quasi keine Sendezeit gegeben wird, dafür Emmas Angehörigen umso mehr. Der Fokus im Buch auf gute Psychotherapie ist wichtig und gut und es wird wieder in alle möglichen Richtungen wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet.
Hier und da fand ich dass thematisch etwas viel los ist in diesem wirklich schweren Buch, zum Beispiel das Thema Chloé, ob das nicht zu viel des Guten war, aber so hat sich das Heulen beim lesen wenigstens richtig gelohnt haha.
Ein Meisterwerk, das diesem harten Thema gerecht werden konnte.
Profile Image for lxvanessaxl.
406 reviews304 followers
January 7, 2026
5/5⭐️
LEST DIESES BUCH! Mehr kann und will ich nicht sagen, weil es definitiv nicht ausreichen würde, um zu beschreiben, wie gut, schlimm, toll und grausam dieses Buch ist.

(Aber bitte lest vorher die Triggerwarnung! - Es geht um einen Femizid.)

Jeder beziehungsweise jede Frau sollte dieses Buch gelesen haben. Es zeigt, wie wir Frauen in der Gesellschaft gesehen werden, wie viel geschwiegen wird und warum dieses Thema uns alle betrifft.
Weil Wegsehen eben nicht die Lösung ist!
41 reviews
April 5, 2026
"Männer töten Frauen, weil sie es können"
Profile Image for Rosa.
691 reviews42 followers
November 21, 2025
4.5*
Wahnsinnig gutes aber heftiges Buch. Ich war total gefesselt und konnte gar nicht aufhören.
Niemand behandelt das Thema Trauer für mich so nachvollziehbar und berührend wie Jasmin Schreiber.
Halber Stern Abzug weil ich das Gespräch zwischen Christine und Liv als sehr platt und reingeschustert empfunden habe. Auch die Namensgebung bestimmter Haustiere am Ende fand ich etwas eigenartig. Aber alles in allem super Hörbuch.
Profile Image for Andi.
282 reviews
Read
March 31, 2026
Irgendwer möge mich nach dem Büchermontag erinnern, dass ich mein Fazit hier schreibe.
Profile Image for Caroline Blütenstengel.
23 reviews
November 7, 2025
Wunderschön, traurig, liebevoll, schrecklich, geduldig, nachvollziehbar und empathisch hat Jasmin Schreiber das Leben der Familie des Opfers eines Femizids erzählt. Ich habe selten bei einem Hörbuch geweint- hier hat es mich mehrmals erwischt- die Gründe für die Tränen waren vielschichtig genau wie es die Erzählung ist. Für mich auf jeden Fall auf der Liste der berührendesten Bücher, die ich gelesen habe. Absolute Empfehlung.
7 reviews
April 30, 2026
Wahnsinn. Jetzt schon ein Jahreshighlight. Dieses Buch hat so viel mit mir gemacht. Ich würde es gerne jedem empfehlen, der sagt: Warum hat sie sich nicht getrennt? Oder warum ist sie überhaupt mit so einem Mann zusammen gekommen?
Die Autorin hat zusätzlich eine wahnsinnig tolle Art zu schreiben und auch mit verschiedenen Stilmitteln zu spielen. Das Buch wird mir sehr lange im Kopf bleiben und ich werde sicherlich noch sehr viel darüber nachdenken.
Profile Image for ˗ˏˋ lia ˎˊ˗.
679 reviews433 followers
March 22, 2026
“menschen hinterlassen mehr als erinnerungen, sie hinterlassen schwarze löcher, die dich gnadenlos anziehen und in den abgrund reißen, wenn du ihnen zu nahe kommst. wenn jemand geht, fehlt nicht nur die person, sondern auch ein stück von jedem, der bleibt.”

die geschichte, die in da, wo ich dich sehen kann ist tragisch, jedoch ist es deshalb umso wichtiger, dass sie gesehen und gelesen wird.

ganz besonders gelungen finde ich die erzählweise des buches. in jedem kapitel finden unterschiedliche personen gehör, die emma nahestanden und ihren gedanken raum geben können. so taucht man in die unterschiedlichsten gefühlswelten ein und erlebt hautnah, wie versucht wird den femizig auf die eigene art zu verarbeiten.

was mich jedoch gestört hat, war die vielzahl der themen, die hier angerissen wurden, und anschließend nie ausreichend behandelt wurden. so springt man nur von themenbereich zu themenbereich, ohne jeglichen tiefgang.

3 stars
Profile Image for Kaddi.
106 reviews2 followers
March 26, 2026
Jasmin Schreiber kann Trauer in die schönsten Worte verwandeln.
Profile Image for derya.
42 reviews
December 7, 2025
4,5 ⭐️ Gar nicht viel zu sagen, war einfach richtig richtig gut das Buch. Hat mich einige Male zum weinen gebracht und mich wirklich einfach gebrochen. Sehr wichtiges Thema - fette Empfehlung!
Profile Image for Julia.
193 reviews8 followers
January 12, 2026
unpopular opinion.... opps... 4,7 Bewertung. wow! Bin scheinbar die einzige hier, der das Buch nicht gefallen hat bzw. genervt hat und das obwohl ich Mariannengraben sehr, sehr gern mochte.

Es kommt mir vor als reiht Schreiber ein Elend ans nächste Kapitel. Eine tragische Innenansicht nach der nächsten. Uff! Das ist echt ein Brett und ich brauchte ewig das Buch zu Ende zu lesen. Ja, die Thematik Femizid war bekannt, ist nunmal schwer und wichtig- aber auch gerade en Vogue und so wirkt irgendwie auch das Buch.

Der Roman ist meiner Meinung nach vollkommen überfrachtet mit einer Vielzahl von Themen, die z.T gar nicht weiter ausgeführt werden. Hier eine Liste, die nicht mal vollständig ist !

[ ] Astronomie
[ ] Psychotherapie in jeglicher Form (leider richtig schlechte)
[ ] Archäologie
[ ]Geschichte
[ ] Frauen, die bereuen Kinder zu bekommen zu haben
[ ] Narzisstische Mütter
[ ] True Crime Podcasts
[ ] Raumfahrt
[ ] Kunst
[ ] Alkoholsucht
[ ] Krebs bei Hunden
[ ] Füchse
[ ] Postnatale Depressionen
[ ] Selbstverletzendes Verhalten
[ ] Sorgerechtsstreit
[ ] Herzinfarkt - der nie wieder erwähnt wird und im Grunde damit sinnlos wird
[ ] Antidepressiva
uvm.

Thema Therapie:
Als Therapeutin rege ich mir hier jetzt ziemlich auf - Caution: Die Therapeutin im Roman nummeriert ihre Patienten in ihren Notizen?! Wie bitte? Es fehlen mir die Worte für so viel Bullshit.
Der Bruder einer Protagonistin hält eine glühende Rede für Therapie sagt aber inhaltlich nix darüber und die Schwester kommt sofort zur Einsicht: ja also früher war nicht so viel Therapie, aber vielleicht schon besser zu gehen.
Ehrlich ich habe Kopfschmerzen vom Augenrollen über diese Banalitäten.

Die "Kindertherapeutin" ist gar keine Kindertherapeutin (wtf Nr.234). Dies wäre überhaupt nicht möglich aber gut... Ihre Methoden sind auch höchst unprofessionell. Sie bedrängt Maja, baut die Beziehung nicht auf. Als Maja dann einen Ausbruch hat, nutzt sie dies nicht um genau am Thema Beziehung zu arbeiten was nötig wäre sondern befragt sie zum ersten Mal im genau diesem High Stress Moment über ihren Vater/den Mörder ihrer Mutter aus. Ich kann echt nicht mehr.

Die Therapeutin der Großmutter hält eine Rede mit moralischen Parolen a la Instagram "Männer töten Frauen, weil sie können etc.pp" statt bei ihrer Pat. emotional zu bleiben. Klingt einfach wie abgeschrieben aus irgendeinem Post aus den sozialen Medien. Cringe!

Alles in allem entweder schlecht oder kaum recherchiert.

Methodik:
Ein Kapitel wurde aus Sicht eines Hundes geschrieben wtf Nr. 346, ab da war ich komplett raus.
Das Einfügen der Schriftstücke fand ich total unnötig. Ja, zuerst intetessant, weil neues Medium so selten in Romanen erlebt aber am Ende nur viele Worte für wenige Fakten. Denn ehrlich: Wer liest freiwillig gerne Gerichtsdokumente?
Die redundanten Zeitungsartikel über Femizide blähten das Buch auch nur auf ohne Mehrwert oder Infos über soziale Medien Niveau hinaus.

Die ersten 200 Seiten haben sich für mich angefühlt wie 500. Ohne Entwicklung. Einfach nur Introspektionskapitel nach Introspektionskapitel. Traumatische Reaktion nach traumatischer Reaktion. Es wirkt als habe Schreiber im ICD-10 Katalog der psychischen Krankheiten nachgeschlagen was es für Reaktionen auf Trauma geben kann und jedem eine zugeordnet. Der Großvater musste dann eben einen Herzinfarkt haben, der nie wieder thematisiert wird. Die Großmutter hat Depressionen, auch wenn die Symptome gar nicht sichtbar sind im Roman. Die Tochter reagiert aggressiv auf ihr Umfeld (auch wenn das gar nicht zu ihrer Psychodynamik/Persönlichkeit vor dem Mord passt) und verletzt sich kurz selbst, aber lässt es dann auch schnell im übernächsten Kapitel wieder, weil.... ja weil? Genau. Irgendwas haben ich scheinbar am Ende verpasst. Plötzlich kriegt das Kind einen Hund und alles ist gut. Abfuck Moment Nr. 2094. Nach 400 Seiten musste dann schnell eben ein Ende her - egal wie.

Fazit:
Wenn ich bei einem Buch am Anfang schon denke: Wenn ich anfangen würde zu schreiben, würde das genauso klingen, dann werde ich in Zukunft das Buch abbrechen. 422 Seiten wurde mir nur eingeprügelt wie schlecht es allen ging, mir wurde nichts gezeigt zum Selbstentdecken. Don't tell me, show me please.
Längster Review von mir bisher hier. In Rage geschrieben irgendwie. Einfach nicht mein Buch. Es trifft den Zeitgeist und wohl deswegen vollkommen overhyped! Nur weil ein Buch wichtig ist, ist es nicht automatisch gut geschrieben. sorry !
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Dani_liest.
446 reviews29 followers
December 20, 2025
Beim ersten Blick auf das Cover von „Da, wo ich dich sehen kann“ könnte man meinen, dass es sich um einen Liebesroman handelt, doch weit gefehlt. Jasmin Schreibers neues Buch ist schwere Kost, bei der ich mehrmals einen dicken Kloß im Hals hatte.
Die Geschichte befasst sich mit dem Thema Femizid. Emma wurde von ihrem Ehemann erdrosselt. Sie hinterlässt ihre Eltern, ihre Tochter Maja und ihre beste Freundin Liv. Vier Menschen, die weiterleben müssen und deren tägliche Gedanken um Emma kreisen. Allgegenwärtig sind Schuldgefühle und die Frage, ob das Unglück hätte verhindert werden können.

Der Schreibstil und die Herangehensweise an dieses Thema hat mich sehr beeindruckt. Jasmin Schreiber ist sehr wortgewandt und weiß, wie man Emotionen nachvollziehbar beschreiben kann. Ich konnte mich in die Charaktere sehr gut hineinversetzen und ihren Schmerz ebenfalls fühlen. Sie bedient sich einer äußerst bildgewaltigen Sprache. Am liebsten hätte ich mit Textmarker gelesen, um mir besonders gelungene Zeilen zu markieren.

Allgemein fand ich die Erzählweise und die graphische Ausarbeitung sehr originell. Es gibt zum Beispiel Kinderzeichnungen von Maja, offizielle Schriftstücke wie den Bericht der Gerichtsmedizin oder Briefe vom Anwalt. Die Charaktere befassen sich mit „Was wäre wenn“ Fragen, die zur besseren Verdeutlichung auf schwarzem Untergrund gedruckt wurden, was ich ebenfalls eine gute Idee der Umsetzung fand.
Obwohl es sich hier um Fiktion handelt, fühlte sich alles sehr realitätsgetreu an. Als wenn man eine wahre Geschichte lesen würde.

„Da wo ich dich sehen kann“ ist ein Roman, der nachhallt, zum Nachdenken anregt und der im Gedächtnis bleiben wird. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich manche Stellen zu pauschalisiert finde. Wenn zum Beispiel Sätze fallen, dass „Alle Männer“ Frauen hassen. Definitiv erfahren zu viele Frauen Gewalt. Dennoch kann man nicht jeden Mann unter Generalverdacht stellen.
Profile Image for Lilli.
16 reviews
November 27, 2025
Ein bedeutsames Buch, weil es ein Thema in den Mittelpunkt rückt, das viel zu lange verharmlost wurde: Femizid. Die Autorin erzählt die Geschichte einer gewaltvollen Beziehung, die mit dem Mord des Mannes an seiner Frau endet. Zurück bleiben die zehnjährige Tochter, die mit widersprüchlichen Gefühlen ringt, die beste Freundin, die Eltern der Getöteten sowie die Eltern des Täters – zugleich die Großeltern des Kindes. Alle müssen auf ihre ganz eigene Weise mit Schuld, Hilflosigkeit, Trauer und Wut leben.
Über mehr als 400 Seiten setzt sich die Leser*in mit einem schrecklichen, viel zu häufig vorkommenden Thema auseinander, über das nach wie vor zu wenig gesprochen wird – und das klar als Femizid benannt werden sollte, statt hinter Begriffen wie „Beziehungsdrama“ zu verschwinden. Genau deshalb halte ich dieses Buch für so wichtig und wertvoll.
Jasmin Schreibers Stil war mir persönlich stellenweise etwas zu „plastisch“, fast wie das Betrachten eines Films – aber eigentlich möchte ich gar nicht kritisieren, denn es zählt vor allem, dass es dieses Buch gibt. Einen Stern ziehe ich lediglich ab, weil der Schreibstil nicht ganz meinem Geschmack entspricht.
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