Jede Menge Infos und Anekdoten aus dem alten West-Berlin, der APO, dem gemächlich-rebellischen Charlottenburg.., doch mehr als drei Sterne mag ich nicht geben. Denn die Geschichten/Geschichtchen reihen sich weitgehend beliebig aneinander, ein roter Faden - geschweige denn eine Chronologie - ist nicht zu erkennen. Manche Stories sind interessant, gelegentlich auch mal spannend, andere erscheinen mühsam eingefügt, damit sich die Seiten füllen: Weder kennt man die Protagonist:innen, noch haben diese eine besondere Rolle mit Blick auf den bzw. am Stuttgarter Platz. Eine Ballade ist das also keineswegs. Eher eine - stilistisch überdies eher behäbig notierte - Stoffsammlung. "Ein deutscher Platz" liest sich ganz nett, wenn man einfach in die Kapitel hineinspringt und konsequent weiterblättert, wenn es uninteressant oder langweilig wird. Ein bisschen mehr Lektorat und Straffung hätte dem Buch gut getan. Und was an der Geschichte "süffig" sein soll, erschließt sich mir leider auch nicht. Vermutlich wird das Buch - in der Printausgabe - noch ein Weilchen im Lentz liegen. Bis die Zeit über es hinwegrollt, wie über den "Stutti" in Berlin. Ich danke Netgalley und dem Verlag für das eBook, das ich im Tausch für eine kleine Review bekam.