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9 Jahre Wahn: Mein Leben mit paranoider Schizophrenie - Die autobiografische Mischung aus Fakt und Fiktion | SPIEGEL Bestseller

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"Ich Das hat sicher jeder."

So beschreibt Eric Stehfest, bekannter Schauspieler und DJ, seine Erfahrung mit paranoider Schizophrenie, mit der er sich Ende letzten Jahres in Therapie begab. Das hat eben nicht jeder und noch weniger sprechen darüber! Das möchte Eric mit seinem neuen Buch 9 Jahre Wahn ändern und über das schreiben, das sich die wenigsten von uns vorstellen kö Wie es ist, wenn man nicht nur einen Eric im Kopf hat, sondern drei. Auf romanhafte Art verfolgen wir Eric, wie er in der Tagesklinik seiner Therapeutin über die Episoden seiner paranoiden Schizophrenie erzählt und erfahren hautnah und ungeschönt, wie sich diese Phasen abspielen, wie sie sich anfühlen und welche Zerstörungskraft sie entfalten können. Nach seinem erfolgreichen Debüt 9 Tage wach, kommt nun die Fortsetzung über ein Leben an den Grenzen des Vorstellbaren.

292 pages, Kindle Edition

Published October 8, 2025

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Eric Stehfest

4 books1 follower

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Melanie.
483 reviews5 followers
October 6, 2025
Ich sehe grundsätzlich kein Reality TV und ebenso keine Vorabendserien. Deswegen war mir der Name Eric Stehfest kein Begriff und ich hatte auch kein Vorwissen über ihn. Das Lesen seines Buches 9 Jahre Wahn hat nicht dazu beigetragen, meine Meinung über Schauspieler oder andere "Promis", die sich in Reality TV Formaten tummeln, zu verbessern.
Zunächst das Positive: Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, wenn auch vor allem die Schriftart bei den Einzeltherapie-Gesprächen schlecht lesbar war, und mir sind keine Rechtschreibungs- oder Grammatikfehler aufgefallen, also gut lektoriert!
Der Inhalt des Buches allerdings hat mich nicht gepackt. Eric Stehfest schreibt in dritter Person von sich selbst und (be)schreibt seine (?) Zeit in einer Tagesklinik für psychisch kranke Menschen, in die er sich selbst eingeliefert zu haben scheint. Gerade der Anfang ist sehr verworren und ich habe ein bisschen gebraucht, reinzukommen. Dann ist der weitere Text, der insgesamt in 5 "Akte" gegliedert ist, allerdings immer ähnlich aufgebaut. Ich vermute, der Autor möchte mit dieser Gliederung ein bisschen an seine Schauspielausbildung anknüpfen, auf die er sehr stolz zu sein scheint. Sehr, sehr oft erwähnt er im Text, er habe Schauspiel studiert. Die 5 Akte sind tatsächlich ein bisschen an das klassische Drama angelehnt, würde ich sagen. In jedem "Akt" beginnt es damit, dass Eric seinen Tag beginnt nach einer meist schlaflosen oder schlafgestörten Nacht. Er wiederholt sich generell sehr oft und gerade die Akt-Anfänge ähneln einander leider immer sehr. Ich habe verstanden, dass die Brotboxen der beiden Kinder von ihm gerichtet werden müssen und die saubere Kleidung herausgelegt und die Zähne geputzt werden und auch, wenn ich vermute, dass ihm das deutlich schwerer fällt als den meisten anderen Eltern, inklusive mir, als unsere Kinder in diesem Alter waren, nervte es mich bei jeder Wiederholung mehr.
Der Alltag in der Tagesklinik war dann stets der zweite Punkt in jedem Akt und hier gab es gute und weniger gute Tage und Momente, die mich allerdings nie gefühlsmäßig erreicht haben, vor allem, weil die Figur des Eric mir einfach unklar blieb. Das Ende des jeweiligen Aktes markierten meist die Gespräche in der Einzeltherapie, die unfassbar langatmig waren und bei denen mir mehr als einmal die Augen zugefallen sind und ich danach nicht mehr wusste, wo genau ich aufgehört hatte zu lesen. Das lag auch daran, wie wenig Inhalt diese Gespräche hatten und wie seltsam sie geschrieben waren. Grundsätzlich wurde pro Akt je ein Hauptthema in den Einzelgesprächen besprochen- Kindheit, Sucht, Familienleben, Beruf - aber die Art der Gespräche, wie sie aufgeschrieben wurden, waren nicht nur durch die schlecht gewählte Schriftart, sondern auch durch den Inhalt leider schlecht lesbar für mich und haben mich mehr und mehr beim Lesen genervt. Es waren im Grunde Monologe eines sehr unsympathischen selbstdarstellerischen Menschen, der zwar vordergründig vieles zu bedauern scheint, was er gesagt oder getan hat, aber eigentlich nur eine Bestätigung dafür sucht, dass er doch ein toller Mensch sei. Und die Antworten der Therapeutin sind auch dementsprechend fast ausschließlich bestärkend und wohlwollend. Ein Beispiel - Eric spricht darüber, dass er seine Tattoos bereut und dass er seine Frau überredet hat, sich die gleichen (sehr auffälligen) Tattoos stechen zu lassen, vor allem die im Gesicht, weil das für ihn als Schauspieler dazu geführt hat, dass er nicht mehr gebucht wurde. Die Bilder der Tattoos habe ich gegoogelt und muss sagen, ja, sie sind sehr auffällig und wirken sehr düster. Auch konnte ich absolut nachvollziehen, dass Schauspieler mit Gesichtstattoos weniger oft bis gar nicht gebucht werden, da diese nun mal sehr ablenkend sind, vor allem, wenn sie so düster wirken wie die des Autoren. Die Antwort der Therapeutin: Nein, die Tattoos sind kraftvoll! Den Rest ihrer leider ebenfalls langen Replik habe ich vor lauter Drumrumgerede schon wieder vergessen. Die Therapeutin hat nur dann lange Gesprächsanteile gehabt, wenn ihre Antworten Eric schmeicheln bzw. stark bestätigen – eine leider sehr durchschaubare Art und Weise, den Lesenden zu beeinflussen in Bezug auf die Einstellung zu der Figur des Eric. Bei mir jedoch hat es eher das Gegenteil bewirkt, weil ich nicht gern beim Lesen manipuliert werde.
Auch das Ende des Buches war dann für mich zwar einerseits erleichternd, weil mich die Lektüre mehr und mehr gereizt und genervt hat, aber andererseits so übertrieben "happy", dass es absolut nicht zu einem ernsten Thema zu passen schien. Alles in allem muss ich sagen, aus dem Buch spricht meiner Meinung nach ein versierter Selbstdarsteller, der seine vermutliche Motivation, das Buch zu schreiben, mehrfach selbst in dem Buch thematisiert: Geldmangel, Schulden und Privatinsolvenz - auch die Therapie wird abgebrochen, da seine Krankenkasse seit längerem keine Beiträge mehr von ihm erhalten hat. Selbst in seinem Nachwort dankt er noch zuerst und am längsten sich selbst, aber das hat mich dann nur noch müde die Augen verdrehen lassen.
Also, ehrlich gesagt, dieses Buch bestätigt mich, ohne dass ich je gezweifelt hätte, dass ich weder von Reality Fernsehen, noch von den Menschen, die diese Formate ausfüllen und an ihnen teilnehmen, mehr wissen will und ihnen auch weiterhin keine Aufmerksamkeit schenken werde.
Sehr eingeschränkte Leseempfehlung für ein seltsames Buch.

29 reviews
October 14, 2025
"Tränen liegen auf der Straße"

In seinem neuesten Buch "9 Jahre Wahn" beschreibt Eric Stehfest eindrucksvoll und sehr empfindsam wie ihn seine mentalen Probleme in Form einer durch u.a. Drogen indizierten paranoiden Schizophrenie an den Rand der Existenz bringen. Dies zeigt sich bei ihm selbst (in seiner physischen und psychischen Gesundheit), seinen Beziehungen und finanziellen Entscheidungen. Schließlich endet der qualvolle Kampf gegen sich selbst und die Realität in einer Tagesklinik, wo er in einer Gruppentherapie und Einzelgesprächen versucht, sich und seiner Krankheit anzunähern, um sie zu besiegen.
Mit großer Weitsicht und inneren Erkenntnisschüben findet E.Stehfest langsam wieder festeren Grund unter den Füßen, indem er die Basis seines Leidens analysiert. Obwohl der Weg zur Genesung vermutlich nie zu Ende ist und Eric Stehfest wie viele Betroffene mit Rückschlägen und Extremsituationen zu kämpfen hat, macht er eine positive Entwicklung. In diesem Buch, einer Mischung aus biografischen und fiktiven Anteilen, wird Leidenden Mut gemacht, dass man mit professioneller Unterstützung und allgemeiner Nächstenliebe aus dem Umfeld gute Chancen hat, auch schwere Krisen zu überstehen, Hoffnung und Mut zu schöpfen und wieder den Weg zur Heilung zu beschreiten. Weltweit gibt es ja viele Filme und Bücher zu Drogensucht und/oder psychischen Erkrankungen. Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Leser/die Leserin anhand des Dialoges des Patienten Eric Stehfest mit der Psychologin/Psychiaterin praktisch die Therapie verfolgen, ja sogar an ihr teilnehmen kann. Indem Herr Stehfest so offen und reflektiert über seinen Zustand und die Ursachen spricht, wird dem Leser/der Leserin auch ein Spiegel vorgehalten, so dass er sich im sicheren Hintergrund auch mit seinen eigenen Problemen auseinandersetzen kann. Diese Art "Kunstgriff" finde ich sehr intelligent, da jeder so mehr zu sich finden und dies vor sich formulieren kann. Man kann lernen, seine Schattenseiten anzusehen, sie so weit es geht anzunehmen und zu sich zu stehen. Es ermuntert Menschen ihre (schmerzhaften und falschen) Masken abzulegen, um zu einer gesunden Authentizität zu finden. Demnach finde ich das Buch großartig und kann es vollstens weiterempfehlen!!!
Profile Image for Cxtxi_buecherliebe.
389 reviews
October 27, 2025
Eric Stehfest ist durch seine Rolle als DJ Chris in „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ seit meiner frühen Jugend ein bekannter Mann, den ich gerne im TV verfolgt habe. Seine eigene Geschichte hat er ebenfalls verfilmt und das hat mein Herz sehr berührt. Seine Suchtkranlheit ist bekannt, jedoch hat Eric jahrelang eine weitere Krankheit versteckt - paranoide Schizophrenie. Darüber schreibt er in seinem neuen Buch „9 Jahre Wahn“.

Das Cover finde ich wahnsinnig gelungen und einnehmend. Ich finde, es beschreibt auch das Innere des Buches gut. Obwohl Eric klar versucht alles detailliert und ausführlich zu erzählen, wirkt es verworren, wild und zusammenhanglos auf den ersten Blick. Ja, es ist anstrengend zu lesen, aber auch weil es mich persönlich sehr berührt hat. Eric spricht offen über seine tiefsten Ängste und zeigt, wie es in ihm aussieht.

Er schreibt über sich selbst in der Erzählerperspektive und gerade das macht es noch verworrender. Es sind auch viele Gesprächsausschnitte mit Psychologen enthalten, die wirklich unter die Haut gehen, aber eben auch sehr anstrengend zu lesen sind.

Man lernt Eric von vielen Seiten kennen und versteht seine Handlungen und Aussagen der Vergangenheit nun vielleicht besser.

Für mich war es ein sehr kräfteraubendes Buch, was aber definitiv sehr interessant ist!
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