Paris, 1918: Alice ist leidenschaftliche Schwimmerin. In der Bewegung findet sie Ruhe und kann das Leid vergessen, das hinter ihr liegt. Sie trainiert hart, und obwohl sie immer besser wird, hadert Warum darf sie ihr Können nicht zeigen? Warum ist weiblicher Leistungssport noch immer verpönt? Doch sie ist nicht allein, der Frauensportverband, den sie gründet, hat regen Zulauf. Ihr die Olympischen Spiele 1920 für Frauen zu öffnen – und zwar in allen Disziplinen. Als sie schon den Glauben daran zu verlieren droht, bekommt Alice Hilfe von unerwarteter Seite ...
Ein Roman vor dem Hintergrund der ersten Olympischen Frauenspiele – Bestsellerautorin Lena Johannson erzählt ein bislang unbekanntes Kapitel der Geschichte der Frauen.
Lena Johannson wurde 1967 in Reinbek bei Hamburg geboren. Nach der Schulzeit auf dem Gymnasium machte sie zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin, bevor sie sich der Tourismusbranche zuwandte. Ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Reisen konnte sie später in ihrem Beruf als Reisejournalistin miteinander verbinden. Vor einiger Zeit erfüllte sich Lena Johannson einen Traum und zog an die Ostsee.
Inhalt siehe Klappentext. Ich habe von der Autorin Lena Johannson bereits andere Romane mit historischem Hintergrund gelesen (Die Elbchaussee-Saga, Die Frauen vom Jungfernstieg, Die Reihe über den Nord-Ostsee-Kanal), die mir alle sehr gut gefallen haben. Auch im neuesten Buch „Aufgeben können die anderen“ wird ein historisches Thema aufgegriffen, die Ersten Olympischen Frauenspiele und wie Alice, die zu Beginn des Buches noch nicht einmal schwimmen konnte, sich einsetzt für alle, denen man nichts zutraute. Die Geschichte wird von 1898 bis 1922 erzählt, von Alice als Schülerin, Teenagerin, junger Frau, die ihre große Liebe Joseph trifft und schnell seine Leidenschaft für Sport, besonders das Schwimmen teilt. Ich hatte zuvor eine Leseprobe des Buches gelesen, bei dem mir als erstes das Titelbild aufgefallen war: 4 Schwimmerinnen in Warte-/Startposition. Mich interessierte bei dieser Geschichte nicht nur, wie Alice sich von der jungen Frau zur Ehefrau entwickelte, leider viel zu früh Witwe, sondern auch zur Stimme der weiblichen Athleten der Sportvereine sowie die Hintergründe der Olympischen Spiele, wer wann was durfte und wenn nicht, warum nicht und wer überhaupt darüber bestimmen wollte, ob Frauen teilnehmen dürfen oder ob sie das „nicht können“. Es gab so viele Stellen und Szenen, da konnte ich über die Kommentare von Männern nur den Kopf schütteln, zarte Geschöpfe, der Körper einer Frau hält das nicht aus, usw. Unglaublich und meiner Meinung nach schon rassistisch und abwertend - aber können und machen es die Herren besser? Große Reden schwingen und mit Geld um sich werfen ja, aber dabei alles geben, dem Körper alles abverlangen, wie Violette mit ihrem Kugelstoßen, Alice mit ihrem großen Ziel, 100 mal 100 Meter zu schwimmen, das tun die Männer nicht, die Frauen machen es einfach. Es war herrlich zu lesen, wie man vom Badekleid über brave langärmlige und langbeinige Kleidung zu kurzen Trikots kam, um seinen Sport gescheit auszuüben. Traurig ist natürlich das Schicksal von Joseph, aber ich denke, er hätte gewollt, dass Alice erstens ihre Anstellung bei Baliozians wieder aufnimmt und zweitens, den Sport nicht schleifen lässt. Ihr Einsatz für sich selbst und alle anderen Frauen ist bemerkenswert, wenn man der Geschichte und dem Nachwort glauben darf. Mir war der Name Alice Million (später Milliat) bis dahin unbekannt und auch die Geschichte der Sportvereine für Frauen sowie der Ersten Olympischen Frauenspiele, weil sie ja beiden „normalen“ Olympischen Spielen nicht zugelassen und nicht erwünscht waren, war mir nicht geläufig. In diesem Buch hat die Autorin nicht nur eine starke Frau auftreten lassen, die man hier besser kennenlernt, sondern auch ein vermutlich weniger bekanntes Gebiet aus dem Sport näher beleuchtet. Mir hat die Reise nach London und Paris in die Anfänge des 20. Jahrhunderts gut gefallen, ich habe einiges an Wissen aufschnappen können und werde dieses Buch mit 4,5 Sternen gerne weiterempfehlen. Was einen kleinen Abzug gibt, ist, das Alice sich zwar für alle anderen Frauen starkmacht und weiter ihren Sport ausübt, wenn es ihre Zeit zulässt - aber ihr Wohlergehen, das was ihr Herz will, das lässt sie außen vor, da vernachlässigt sie sich selbst. Alice kann wirklich froh sein, dass Jean-Luc so hartnäckig ist, wie sie uneinsichtig ist. Jean-Luc hat nicht aufgegeben, Alice auch nicht, so bekommen schließlich fast alle, was sie wollen.
In "Aufgeben können die anderen" begleiten wir die leidenschaftliche Sportlerin Alice in ihrem Kampf Sport allgemein für Frauen zugänglicher zu machen und vor allem die Olympischen Spiele in allen Disziplinen auch für Frauen zu öffnen.
Obwohl ich mich eigentlich nicht wirklich für Leistungssport generell oder die olympischen Spiele interessiere, hat mir dieser historische Roman trotzdem gut gefallen. Der Schreibstil war sehr angenehm und schnell zu lesen. Trotz meines Interesses für feministische Themen und die Geschichte der Frauenbewegung, war mir nicht klar wie weit Frauen wirklich eingeschränkt waren in ihren Möglichkeiten sich in der Freizeit zu bewegen und der Roman hat mir einen guten Blick in diese Realität damals gegeben. Generell ist diese Zeit um die Jahrhundertwende sehr spannend, da sich so viel für die Frauen verbessert hat, es aber immense Unterschiede zwischen den Ländern gab, was auch super im Roman dargestellt wird. Ich finde Romane wie diesen immer noch sehr wichtig, damit auch besonders jungen Frauen wie mir gezeigt wird, dass so ziemlich alle Rechte, die wir haben, sehr bitter erkämpft wurden von damals als "radikal" gesehenen Feministinnen. Selbst so einfache Dinge wie Hosen tragen, Mitglied eines Sportvereins zu sein oder durch den Park joggen zu dürfen. All dies ist nicht selbstverständlich, weshalb es auch heute extrem wichtig ist sich weiter für Gleichberechtigung aller Menschen einzusetzen und die schon erkämpften Rechte zu schützen. Mir hat nur teilweise ein bisschen emotionale Tiefe gefehlt und Alice war als Charakter ein bisschen unrealistisch, weil sie kaum Fehler und Schwächen hat.
Alles in allem kann ich das Buch aber allen empfehlen, die Lust auf einen leichten, historischen Roman über den Kampf für die Gleichberechtigung im Sport haben.
Wahre Geschichte über die Zulassung von Frauen bei Olympia
In 'Aufgeben können die anderen' von Lena Johannsen geht es um Alice, die um ihren Traum kämpft, dass auch Frauen an allen Disziplinen der olympischen Spiele teilnehmen dürfen. Dabei steckt sie jede Menge Arbeit in diesen Traum und versucht mit allen Mitteln ihr Ziel zu erreichen.
Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut, ich finde es sehr schön, dass es schlicht gehalten ist. Außerdem spiegelt es Alices Lieblingsaktivität das Schwimmen ab, dass auch in der Geschichte eine große Bedeutung hat. Auch das Thema Frauen in Sportkleidung wird abgebildet und spiegelt sich später auch in der Geschichte wieder. Ich hätte mir auf dem Cover bzw. Klappentext noch die Anmerkung gewünscht, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Da ich mir diese Frage des öfteren beim Lesen gestellt habe.
Der Schreibstil von Lena Johannsen hat mir sehr gut gefallen. Er ist sehr fließend zu lesen und auch gut zu verstehen. Einzig die vielen französischen Worte (z.B. Straßennamen) haben meinen Lesefluss teilweise kurz unterbrochen. Auch die Zeichnung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Ich finde die Figuren sind sehr tiefgründig beschrieben und sehr realistisch gezeichnet. So konnte ich mich auch immer gut in die Gefühle und Gedanken der Hauptcharaktere einfühlen. Daher werde ich gerne mal wieder etwas von Lena Johannsen lesen.
Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen und sich auch für das Thema Sport interessieren. Ich glaube, dann kann man mit diesem Buch nichts mehr falsch machen und viel dazu lernen.
Der Traum von Olympia Die Geschichte von Alice Milliat hat mich sehr berührt. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit, für den Frauensport zu kämpfen, verdienen großen Respekt. Schon zu Beginn spürt man, wie gut Lena Johannson die Atmosphäre im Paris des Jahres 1918 einfängt. Alice liebt das Schwimmen, aber ihr Kampf geht weit über das Wasser hinaus. Sie muss gegen Vorurteile und die Einschränkungen der Gesellschaft ankämpfen. Besonders beeindruckt hat mich ihr großes Ziel: die olympische Distanz von 100 Metern gleich hundert Mal am Stück zu schwimmen. Unglaublich, wie ehrgeizig und willensstark sie war! Gleichzeitig merkt man, wie wenig Frauen damals zugestanden wurde – 1912 durften sie zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen antreten, jedoch nur auf einer kurzen Strecke von 100 Metern. Mir hat gefallen, dass man nicht nur Alice kennenlernt, sondern auch die Menschen um sie herum. Es geht um den Frauensportverband, die Unterstützung von anderen Frauen und ihren Traum, dass alle Disziplinen für Frauen geöffnet werden. Die historischen Bezüge wirken stimmig und fügen sich natürlich in die Handlung ein. An einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht, aber insgesamt hat mich das Buch überzeugt. Es erzählt eine wichtige Geschichte, die zeigt, wie viel Kraft und Leidenschaft nötig waren, um etwas zu verändern. Am Ende habe ich das Buch mit großem Respekt für Alice Milliat aus der Hand gelegt. Vier Sterne von mir – für ein eindrucksvolles Thema, eine glaubwürdige Hauptfigur und für eine Geschichte, die nachwirkt.
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden, da mir der Schreibstil nicht gleich zu hundert Prozent zugesagt hat. Umso länger ich gelesen habe, umso besser gefiel mir dieser aber. Ich habe mich voll und ganz ins 20. Jahrhundert mitgenommen gefühlt und eine starke Bindung zu den Charakteren aufbauen können. Alice war eine beeindruckende Frau und ich habe mich gefreut herauszufinden, dass sie tatsächlich gelebt hat und tatsächlich nie aufgegeben hat. Sie hat sich von der ersten Stunde an für Sport für Frauen eingesetzt und damit hat sie meine vollste Bewunderung. Frauen werden zwar immer noch nicht gleichberechtigt behandelt und es auch immer noch nicht allen Frauen erlaubt jeden Sport, den sie wollen auszuüben. Ausreichend Anerkennung erhalten Frauen im Spitzensport auch noch nicht. Doch durch Frauen wie Alice Milliat ist es den meisten von uns Frauen mittlerweile ohne größere Schwierigkeiten erlaubt Sport auszuüben, der uns Freude bereitet.
Sehr schön fand ich auch, dass im Nachwort erklärt war, was der Wahrheit entsprach und an welchen Stellen sich die Autorin Freiheiten herausgenommen hat.
Eine wichtige Geschichte, die mir beim Lesen viel Spaß gemacht hat!
Ich muss zugeben, dass ich vorher noch nie von Alice Milliat gehört hatte. Von daher fand ich ihre Geschichte umso interessanter. Auch wenn im Roman einige Aspekte hinzugedichtet wurden, zeigt es doch auf, wie bedeutend Alice Milliat für den Frauensport war.
Dabei liest sich das Buch auch noch sehr gut. Der Schreibstil ist flüssig und schafft es, den Leser zum weiterlesen zu bringen, ohne dass irgendeine künstliche Spannung erzeugt wird.
Die Charaktere wirken nahbar und weitestgehend sympathisch. Der Focus liegt allerdings eindeutig auf Alice Milliat, was aber selbstverständlich ist, da es zu weiten Teilen ihre Geschichte ist.
Besonders interessant fand ich, wir im Verlauf des Buches die Entwicklung des Frauensports sowie die damals gängigen Vorurteile aufgezeigt werden. Ein Aspekt, der in der heutigen Zeit nur schwer vorstellbar ist.
Paris 1918: Die leidenschaftliche Schwimmerin Alice findet im Wasser Trost vor ihrem erlittenen Leid und trainiert ehrgeizig, obwohl Frauen im Leistungssport noch immer benachteiligt werden. Entschlossen gründet sie einen Frauensportverband, um die Olympischen Spiele 1920 für Frauen zu öffnen. Als ihre Hoffnung zu schwinden droht, erhält sie unerwartete Unterstützung, die ihrem Traum neue Kraft verleiht.
'Aufgeben können die Anderen' ist mein erstes Buch von Lena Johannson und ich muss zugeben: ich war sofort süchtig! Ich mag die Schreibweise, die einen sofort in die Zeit von Alice versetzt. Die vorsichtige Entwicklung ihrer ersten Romanze, Ihren Ehrgeiz (der sich schon auf dem Gymnasium zeigt) und vor allem das Gefühl beim Schwimmen finde ich wunderbar und lebendig geschrieben. Kurz und gut: ich liebe das Buch!
Das Frauen bei Olympia teilnehmen ist zum Glück heutzutage keine Ausnahme. Ganz anders sah das Anfang des 20. Jahrhunderts aus. Zwischen Schicksalsschlägen und dem 1. Weltkrieg hat Alice Milliat ein klares Ziel: Sie will, dass Frauen im Sport gleichberechtigt sind und an Olympia in allen Diszplinen teilnehmen. Sie kämpft mit sich und vor allem mit dem Patriarchat.
Für mich war der Roman eine bewegende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert und an die historische Figur Alice Milliat angelehnt ist. Ein bisschen Liebesroman, ein bisschen Geschichte und die klare Botschaft: Mut zahlt sich aus.