Ein Präsident, der offen die Verfassung angreift, das Oval Office als Gefälligkeitsbörse, das transatlantische Bündnis in der Krise. Schon im ersten Jahr von Donald Trumps zweiter Amtszeit ist klar, dass diese vier Jahre nicht einfach unbeschadet ausgesessen werden können. Vielmehr stehen wir vor der grundlegenden »Goodbye, Amerika?«, die Trump uns aufgezwungen hat.
Die langjährige USA-Expertin Rieke Havertz lädt uns ein in ihr Amerika. Auf eine persönliche Reise durch Erinnerungen, amerikanische Ambivalenzen und ein sich veränderndes Land, das uns doch alle betrifft. – Immer mit der Hoffnung, dieses streitbare, entnervende, wunderbare, aufregende Land nicht aufgeben zu müssen.
»Rieke Havertz kennt Amerika besser als die meisten Amerikaner. Ihre Stimme ist entscheidend, um uns dieses tief gespaltene Land näherzubringen.« Anne Hull, Pulitzer-Preis-Gewinnerin und langjährige Journalistin für die Washington Post.
Ich habe mich entschieden aus dem „ ich kann das alles nicht mehr hören“ - Modus auszusteigen und dieses Buch gehört (eine super Entscheidung, dieses selbst von der Autorin lesen zu lassen!). Als OK, America? - Podcast Hörer, weiß ich die differenzierte Betrachtungsweise von Rieke Havertz sehr zu schätzen. Auch wenn ich vieles von dem, was die Autorin im Buch beschreibt, auf einer oberflächlichen Ebene schon wusste, haben mich die tiefgreifenden und trotzdem kurzweiligen Analysen begeistert und verstört zugleich. Genau wie die Autoren möchte ich aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass hinter den Titel langfristig kein Ausrufezeichen gesetzt werden muss.
Ich bin ja nun bekennende Zeit Leserin und muss feststellen, dass die Autorin genau diese Sprache auch genau trifft - und damit ihre Zielgruppe kennt. Und ich gehöre dazu.
Faktisch gab es für mich nichts neues. Aber ihr ist es gelungen, eine gute Mischung aus Fakten und persönlichen Erlebnissen zusammenzustellen. Und ich fand es hilfreich und interessant, vieles noch einmal im Block zu lesen.
Ein wirklich gelungenes Buch. Nicht zu abgehoben intellektuell aber auch nicht so banal. Für mich gerne fünf Sterne.
Thank you to NetGalley and the publisher for this ARC!
This book's main issue was that it just wasn't very informative, if you just like... follow the news, really. Much of what the author discussed was already familiar to me, and felt very surface-level. There were personal anecdotes, which did add some additional value to the facts the author mentions, but generally, I'm about just as educated on the U.S. after this book as I was before it, so it did feel kind of like a waste of time. I would have expected more unique insights, especially as the author is a journalist, but ended up being pretty disappointed because this was just... okay, and where's the NEW info announced in the title?
sehr gut recherchiert und persönlich mit einer realistischen einschätzung. aber das fragezeichen in titel woklte sie noch nicht mldurxh ein ausrufungszeichen ersetzen, obwohl es sehr, sehr schwer wird zum offenen, liberaleren.amerika.zurückzukehren.
Rieke Havertz’ „Goodbye, Amerika?“ ist das literarische Äquivalent zu einem verzweifelten Festhalten am Fragezeichen – jenem grammatikalischen Rettungsfloß, auf dem die deutsche Außenpolitik derzeit versucht, nicht im Ozean der Realität unterzugehen. Havertz zeigt überzeugend, dass dieses Fragezeichen längst weniger Ausdruck analytischer Vorsicht ist als Symptom einer Schockstarre: einer Berliner Elite, die den Abschiedsbrief des „Oberschurken“ bereits mehrfach gelesen hat, aber immer noch hofft, es handle sich bloß um einen „komplexen“ Tippfehler. Während man in der KAS-geschulten Tradition weiterhin an der Westbindung als unumstößlichem Dogma festhält, legt Havertz offen, dass diese einst so solide Autobahn in den Westen zur reinen Phantomspur geworden ist. Gejagt wird ein Amerika, das nur noch in den staubigen Archiven der 1950er Jahre oder in alten Adenauer-Reden existiert, während die gegenwärtige US-Politik das Oval Office eher als Flohmarkt für politische Gefälligkeiten nutzt und die Verfassung wie eine Serviette behandelt: praktisch, aber entbehrlich. Diese Phantomjagd erweist sich als konsequente Fortsetzung der Berliner „Komplexitäts“-Rhetorik. Während man sprachlich noch versucht, die Westbindung als unverrückbare Konstante zu retten, ist das Bündnis faktisch zu einer einseitigen Fernbeziehung degeneriert: Der Partner hat die Schlösser ausgetauscht, doch man selbst steht weiterhin vor der Tür und philosophiert über die „rechtliche Einordnung des Schlüsseldienstes“. Havertz’ Buch ist damit das bittere Erwachen für alle, die glaubten, die Ära des „Alten aus Rhöndorf“ lasse sich per Dauerauftrag ins 21. Jahrhundert verlängern. Es macht deutlich, dass das „Goodbye“ kein drohendes Szenario mehr ist, sondern eine vollendete Tatsache – notdürftig mit einem Fragezeichen dekoriert, weil die klare Antwort dazu zwingen würde, den Schutzraum der „komplexen Untätigkeit“ zu verlassen und endlich ohne den großen Bruder laufen zu lernen. Eine Zumutung, die in der aktuellen Bundesregierung offenbar mehr Panik auslöst als jede noch so drastische Verletzung internationaler Gepflogenheiten.
“Goodbye, Amerika?” ist ein Buch von Rieke Havertz, die ich selbst aus dem Podcast “OK, America?” kenne. Da sie selbst eine enge private und berufliche Verbindung zu den USA besitzt, war ich neugierig auf ihre Einschätzung der Lage des Landes.
Im Buch verknüpft Rieke Haverts ihre persönlichen Erlebnisse als Teilzeit Bewohnerin dieses Landes, mit ihren Recherchen als Journalistin und der politischen Entwicklung des Landes. Alles mit der Frage im Hinterkopf “Ist das Amerika wie wir es kennen - und die Autorin es lieben gelernt hat - noch da?”. Immer wieder springen wir zwischen aktuellen politischen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit auch weiter zurück in die Geschichte. Es werden Parallelen gezogen und Unterschiede herausgearbeitet und vor allem geschaut ob aktuell eine Veränderung in Sicht ist.
Was man das ganze Buch über merkt, ist der journalistische Blick auf die USA. Zwar werden immer wieder private Erlebnisse aufgegriffen, trotzdem behält die Autorin stets einen offenen Blick und bemüht sich ausgewogen zu berichten. Das hält sie jedoch nicht davon ab persönlich zu sein und diese Zerrissenheit, welche die Frage “Goodbye, Amerika?” in ihr auslöst, zwischen den Worten durchscheinen zu lassen. Das hat mir gut gefallen. Schwierig hingegen waren für mich die zeitlichen Sprünge. Da das Buch eher thematisch aufgebaut ist, kehrt man immer wieder mal zu Momenten zurück, die bereits im Buch aufgegriffen wurden. Das hat mir weniger gut gefallen.
Insgesamt hat mir das Buch einen neuen Blick in die USA vermittelt und mir deshalb sehr gut gefallen.
Goodbye America offers a deep and sobering insight into a cultural and political transformation that has unfolded in the United States over the past two decades. The book explores how the American spirit has shifted toward a highly polarized and increasingly aggressive society, where data and empirical truth carry less weight, and opinion, emotion, and ideology dominate public discourse. This dynamic is especially pronounced on the political right.
The author compellingly argues that the outcomes of Donald Trump’s presidency and the rise of far right political power were not sudden disruptions, but the result of long term structural and cultural developments that have been in the making for over 20 years. Slowly and persistently, these forces have eroded democratic norms, weakened institutional trust, and chipped away at the foundations of the American democratic system.
Beyond diagnosing the problem, the book also asks a broader question: what kind of country is America becoming, and what role will it play in the future? In addressing this, it situates the United States within a global context and reflects on where Europe fits into the evolving identity of what has long been the world’s most powerful nation.
Overall, if you are trying to understand the cultural shift in America over the last 20 years from the perspective of a journalist who has spoken with thousands of people across the country, capturing how different groups experience and interpret these changes, this is the book for you. However, if you are looking for a more data driven, highly analytical examination of structural state level transformations, this book may be of less interest.
Goodbye, Amerika? schlägt sofort eine Tür auf, die man längst für verschlossen hielt — und stolpert nicht ins Sentiment, sondern in einen Raum voller Widersprüche. Rieke Havertz schreibt wie jemand, der viele Nächte am großen, schlecht beleuchteten Küchentisch verbracht hat: Notizen, Kaffeeflecken, Zweifel und dann wieder dieser Funke, wenn ein Satz sitzt. Wer ein trockenes Handbuch über geopolitische Mechanik erwartet, wird überrascht — dieses Buch ist persönlich, manchmal kantig, immer nah dran.
Die Autorin nimmt einen mit auf eine Reise durch Städte, Redaktionen und Wohnzimmer, und man merkt schnell: Hier spricht keine entfernte Expertin, hier spricht eine mit Herzblut und Verletzbarkeit. Kleine Anekdoten funktionieren wie Fenster in ein kompliziertes Land — eine Begegnung mit einem Taxifahrer erzählt mehr über Amerikas Risse als jede Statistik. Gleichzeitig bleibt die Analyse scharf; Trump, politische Kultur und die wackelnden Allianzen werden ohne Pathos, aber mit klarer Haltung auseinandergeflickt.
Humor ist Havertz' Trick, wenn die Lage düster wird: ein trockenes Augenzwinkern, eine Beobachtung, die trifft. Das macht das Buch lesbar, auch wenn manche Kapitel intensiver nachdenken lassen — und ein paar Stellen hätten gern noch tiefer gegraben werden dürfen. Trotzdem: Wer wissen will, warum dieses Amerika uns angeht, bekommt hier Geschichten, Kontext und eine Stimme, die man nicht so schnell vergisst. Am Ende bleibt nicht nur die Sorge, sondern auch das dringende Gefühl, dass Aufgeben keine Option ist.
In “Goodbye, Amerika?” teilt die Journalistin Rieke Havertz Einblicke in die aktuelle “Lage der Nation” der USA. Mit langjähriger detaillierter Kenntnis von Land und Leuten vermittelt sie einen Status Quo über die aktuelle politische Lage und dröselt dabei auch auf, welche gesellschaftlichen Entwicklungen Trump eine zweite Amtszeit ermöglicht haben und mit welchem Kalkül die aktuelle Regierung vorgeht, die Macht einer kleinen Clique Superreicher immer weiter aufzubauen und welche Gefahr dies für die ganze Welt darstellt. Vieles ist nicht neu, wenn man sich auch nur etwas mit dem Tagesgeschehen befasst, aber hervorragend zusammen gefasst und analysiert. Die einzelnen Kapitel widmen sich spezifischen Themen, z.B. Armut, Waffen, Joe Biden usw. und werden immer gerahmt von den persönlichen Erfahrungen der Autorin, die versucht, möglichst wenig zu werten, sondern vorurteilsfrei zu beschreiben, was aus deutscher Sicht, bspw. bei kontroversen Themen wie dem “Recht auf das Tragen von Schusswaffen” sehr schwer fällt. Chapeau dafür! Zu sagen, mir hat das Hörbuch (das die Autorin selbst sehr angenehm eingesprochen hat) gefallen, würde sich nicht richtig anfühlen, da es inhaltlich einfach zu wütend macht und beängstigend ist, es ist aber definitiv eines meiner Sachbuchhighlights des Jahres.
*Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
für ok, america? hardcore fans eher nicht zu empfehlen – die meisten der geschichten, erläuterungen und szenen kannte ich schon aus dem podcast. ich hatte mir von dem buch eher einen persönlichen blick auf die lage und konkrete gründe, für die entscheidung, zurück nach deutschland zu gehen, erhofft. harvertz bleibt aber komplett in der rolle der professionellen journalistin. für alle, die rieke harvertz und die lage in den usa noch nicht so gut kennen, aber sicherlich ein super einstieg! und das hörbuch ist dank ihrer podcast-geschulten stimme auch sehr angenehm durchzuhören.
Die Autorin erklärt die katastrophale Lage der USA und wie es soweit kommen konnte. Ihr Fazit soll noch leicht hoffnungsvoll sein, sie will das ? nach Goodbye Amerika noch nicht durch ein ! ersetzen, aber nach allem was sie selbst im Buch aufgeführt hat, ist es schwer ihr in diesem Punkt zu folgen.
4.5 Sterne Ich liebe Rieke Havertz und auch dieses Buch. Kluge Analyse, spannende Beobachtungen und Einordnungen. So richtig beruhigt bin ich jetzt nicht; die Spaltung der Gesellschaft und die Unzufriedenheit aller darüber ist bestürzend. Zum Vorlesen etwas haspelig, ansonsten top Buch! Die Lesung war auch toll, ich habe mich so gefreut, sie persönlich zu treffen!