Tod im Grandhotel Erfolgsautorin Anja Marschall zeichnet erneut ein atmosphärisches Bild der Kaiserzeit. Hervorragend recherchiert und unglaublich spannend.
1906: In Hamburgs vornehmem Hotel Vier Jahreszeiten feiern die Reichen der Stadt – doch der schöne Schein wird jäh getrübt, als ein Toter in einer Suite gefunden wird. Kommissar Hauke Sötje begreift sofort, dass dieser Fall etwas mit ihm zu tun hat, denn das Opfer ist sein Widersacher Graf von Lahn. Während sein Vorgesetzter den Mörder im Hotel sucht, stellt Hauke eigene Ermittlungen an und stößt auf Spionage, Verrat und die erschütternde Erkenntnis, dass er und seine Familie längst ins Visier des Täters geraten sind.
Klappentext: 1906: In Hamburgs vornehmem Hotel Vier Jahreszeiten feiern die Reichen der Stadt – doch der schöne Schein wird jäh getrübt, als ein Toter in einer Suite gefunden wird. Kommissar Hauke Sötje begreift sofort, dass dieser Fall etwas mit ihm zu tun hat, denn das Opfer ist sein Widersacher Graf von Lahn. Während sein Vorgesetzter den Mörder im Hotel sucht, stellt Hauke eigene Ermittlungen an und stößt auf Spionage, Verrat und die erschütternde Erkenntnis, dass er und seine Familie längst ins Visier des Täters geraten sind.
„Der Tote an der Alster“ ist ein spannender und interessanter historischer Kriminalroman von Anja Marschall. Es ist der 6. Band der Hauke Sötje Reihe. Die vorherigen Bände habe ich nicht gelesen, was für das Verständnis auch nicht unbedingt nötig ist.
Hauke Sötje ist Kommissar in Hamburg. Sein Vorgesetzter hält viel von ihm, bei seinen Kollegen hat er eher einen schweren Stand. Das hat vielleicht mit seiner Vergangenheit als Kapitän zu tun. Jetzt wird er in das luxuriöse Hotel Vier Jahreszeiten gerufen. Im Zimmer 301 wurde ein toter Gast gefunden. Dem Hoteleigentümer nach handelt es sich um den Kaufmann Eugenius Oppenheimer aus Stuttgart. Hauke Sötje glaubt allerdings in dem Opfer den Spion und seinen Widersacher Graf von Lahn zu erkennen. Während der Ermittlungen wird Sötje von seiner Vergangenheit eingeholt und auch seine Familie gerät in Gefahr.
Anja Marschall erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Die Charaktere sind zum größten Teil sympathisch. Vor allem Hauke Sötje gefällt mir gut. Er bringt moderne Ansätze mit in seine Ermittlungen ein und verlangt auch von seinen Mitarbeitern, dass sie sich ein wenige in der Gerichtsmedizin auskennen. Zumindest sollen sie erkennen können, wie lange ein Opfer schon tot ist.
Es ist spannend bei den Ermittlungen zu folgen. Hauke Sötje steht kurz vor einer Beförderung, die er bei diesem Fall zu verspielen scheint. Der Kommissar will an die Identität des Toten nicht glauben. Da Sötje mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, erfahren die Leser*innen auch etwas vor seiner Zeit bei der Polizei.
Anja Marschall vermittelt die Zeit in ihrem Kriminalroman sehr gut. Vor jedem Kapitel gibt es unabhängig von der Geschichte einen kurzen Auszug aus einer örtlichen Zeitung. Damit kann man sich gut in die Zeit hineinversetzten. Auch die Sprache ist hervorragend an die Zeit angepasst.
Anja Marschall erzählt den Fall spannend, es gibt aber auch immer wieder einmal stellen, die etwas langatmig sind und man sich wünscht, dass es zur Sache geht.
Das Ende hat mich etwas bestürzt. Der Kriminalroman hört praktisch mitten in der Geschichte auf. Jetzt heißt es warten bis im Herbst der nächste Band erscheint.
Ich glaube, das ist das 5. Buch der Serie von Kommissar Hauke Sötje. Sein Leben wird total demontiert, drastisch an seiner Ehe gerüttelt und die Kinder werden entführt.
Man mag den Prota samt seinen beiden sympathischen Untergebenen - Müller und Heinsohn - die auch eine wichtige Rolle spielen..
Der Krimi ist erst mal sehr unterhaltsam, man wächst hinein, dank des Hamburger Fremdenblatts vom Oktober 1907 merkt man auch, dass es ein historischer Krimi ist. Auch dass die Protas viel laufen und in „ungenügend“ gepolstert Kutschen fahren.
Der Lokalkolorit ist nicht ganz eindeutig auf Hamburg gegeben, ok, das Schiff Rikmer irgendwas, die Landungsbrücken usw. sind einfach nicht wirklich genug für meine Hamburgliebe. Immerhin kann ich mich an ein Mal Glockenläuten meiner Lieblingskirche erinnern. ;-) Aber sonst könnte es auch eine andere Hafenstadt sein, für mein Empfinden.
Es gibt sehr viele Orte und Aspekte, wo der Hauptprota hin muss, auch wenn er erst beurlaubt und dann suspendiert ist. Das ist spannend und mir gefällt das ganze sehr gut, auch wenn es teilweise sehr ausführlich und etwas langatmig ist. Ich mag aber den Schreibstil meiner Lieblingsautorin sehr und von daher hab ich das sehr gerne gelesen und mich nicht gequält, auch wenn ich 5 Tage zum Auslesen benötigt hatte.
Und dann kam das Ende? Ich konnte heute Nacht nicht schlafen, denn … das geht für mich gar nicht.
Das ist viel zu offen. Wurde Roscher jetzt von Sötje ermordet? Wo ist seine Tochter? Überlebt es seine Ehe? Was macht er danach beruflich? Die ganze Nacht lag ich wach und dachte, das kann's nicht sein. Bei dem Buch fehlen deutlich ganz viele Seiten. Aber nein, auch Amazon sagt, es sind nur 272 Seiten.
Was wenn ich sterbe, bevor – vielleicht – nächstes Jahr das nächste Buch rauskommt? Was wenn die Autorin stirbt oder eine Schreibblockade bekommt? Hilfe, das geht gar nicht!
Manche Serien sollte man erst lesen, wenn sie zu Ende sind. Dieses Buch hat so ein offenes Ende, dass es mir einfach zu viel ist. Denn, was ist, wenn die Autorin das ignoriert und nicht alle Fragen beantwortet, im nächsten oder übernächsten Buch? Ich hatte mal eine Lieblingsserie, die war auch vom Emonsverlag, mit Fanny und Sprudel. Fanny Rot von Jutta Mehler. In Band 6 Eselsmilch erleidet Fanny einen Gedächtnisverlust. Er wird nicht in Band 7 und 8 aufgeklärt und es machte mich total wahnsinnig! Ich konnte meine Lieblingsserie nicht weiterlesen, denn ich war völlig fertig. Und ich hab mich damals auch mit anderen Leuten unterhalten, denen es genauso ging. Die haben nur bis Band 7 gelesen und haben dann aufgegeben. Das wurde mir auch geraten, aber ich hab noch weiter gelesen und dann aufgegeben. Denn es war nicht mehr dieselbe Fanny.
Immerhin kann ich mich schon damit arrangieren, wenn nicht so wichtiges nicht in dem Buch, das ich lese, aufgeklärt wird und die Auflösung dann im nächsten Kapitel kommt. Aber so was wichtiges, das ist doch Sötjes „Buchleben“... Nein, also das macht mich echt fertig.
Und ja, Anja Marschall ist meine Lieblingsautorin und ich kenne Autoren (männliche, die schon für den Silberburgverlag, Piper und viele andere Verlage Serien veröffentlicht hat) die stinkig sind, weil ich 3 oder gar nur 4 Sterne gegeben habe, aber sorry, wie soll man denn die tollen Bücher von den anderen unterscheiden? Wobei alles eine Geschmackssache ist!
Wenn ich die Rezi oder eine andere (die auch nicht begeistert ist vom offenen Ende) lesen würde, würde ich das Buch nicht kaufen, weil sonst müsste ich ja ne Bewertung schreiben, die keine 5 Sterne ist. Aber vielleicht verkauft sich der Band ja wieder besser, wenn Band 6 die völlige Aufklärung gelungen ist?
Mein – Lesezeichenfees – Fazit: Ich hasse es, wenn das Ende soooooooo offen ist, dass eigentlich die ganze Serie genauso gut am Ende sein kann. Wer damit leben kann, der ist hier gut bedient. Aber wer nicht, sollte erst mal Band 6 abwarten (die Rezis) und dann evtl. weiter lesen.
"Man muss von Staatswegen bisweilen strafen, soll aber nie sich rächen, oder seiner üblen Laune freien Lauf lassen." (Friedrich von Raumer) Hamburg 1906: In einer Suite des noblen Grandhotels „Vier Jahreszeiten“ wird ein Mord verübt. Der Verstorbene, der für ein Geschäft aus Stuttgart angereist war, soll der Kaufmann Eugenius Oppenheimer sein. Es ist seltsam, dass alle seine Papiere fehlen, aber man geht von Raubmord aus. Als Kommissar Hauke Sötje dem Verstorbenen ins Gesicht blickt, wird ihm klar, dass man die Vergangenheit nicht loswerden kann. Bei dem Toten handelt es sich um seinen Widersacher, den Grafen von Lahn. Aber wie will er das beweisen? Während die anderen den Verbrecher im Hotel suchen, macht sich Hauke auf eine eigene Spurensuche. Er begegnet dabei erneut Verrat und Spionage und zunehmend auch einer Spur zu seiner eigenen Vergangenheit. Dass die Verbrecher nicht einmal vor seiner Familie Halt machen, wird für Hauke zum Albtraum. Immer mehr beunruhigende Vorfälle ereignen sich, bis Hauke erkennt, dass es um die Revanche, sein damaliges Schiff geht.
Meine Meinung: Das große Finale dieser historischen Krimiserie wird diesmal in zwei Bänden ausgetragen. Aus diesem Grund endet der Schluss mit einem Cliffhanger. Es wurde, wie all die anderen dieser Bücher, wieder mit viel Liebe zum Detail erstellt. Für jedes Kapitel gibt es erneut einen eigenen realen Zeitungsausschnitt, für den die Autorin umfangreiche Recherchen in Archiven durchgeführt hat. Bisher kenne ich alle Bücher dieser Serie und bin jedes Mal beeindruckt, wie gut man durch diese Krimis in die damalige Zeit abtauchen kann. In den vorangegangenen Kriminalromanen kommt der tote Graf von Lahn bereits schon mal vor. Er stellte für den Kommissar bereits damals eine Gefahr dar und bereitete ihm Schwierigkeiten. Aber weshalb wurde der Graf nun getötet? Hauke Sötje entdeckt das erst schrittweise. Die beunruhigenden Vorfälle häufen sich und deshalb bringt er seine Familie in Sicherheit. Ehefrau Sophie ist ihm deshalb böse, weil er viele Dinge vor ihr verschweigt. Einige Details aus Haukes Vergangenheit werden nun im Stadthaus auch bei seinen Kollegen und Vorgesetzten Roscher bekannt. Informationen zum Untergang der Revanche, während er als Kapitän fungierte und der einzige Überlebende war. Er hat damals seine Strafe verbüßt und wurde sogar in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Jedoch gibt er sich immer noch selbst die Schuld, die nun wieder hochkommt. In den vorangegangenen Bänden lässt sich vieles über Haukes Vergangenheit nachlesen. Aber wer sind die Verbrecher, die Hauke und sogar seiner Familie schaden wollen? Der Autorin gelingt es exzellent, uns mit viel Spannung in das Hamburg des Jahres 1906 eintauchen zu lassen. Wir erleben die besonderen Situationen dieser Zeit und vor allem Haukes innere Zerrissenheit, die hier gut zur Darstellung kommt. Aufgrund der zahlreichen Wendungen in diesem Krimi wurde das Finale auf zwei Bücher verteilt. Jedenfalls hatte ich wieder das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Daher vergebe ich 5 Sterne und obendrein eine Leseempfehlung.
Auf den letzten Seiten wurde es immer spannender und ich habe mich gefragt, wie mag es wohl aufgelöst werden - aber da werden wir uns wohl bis zur Fortsetzung gedulden müssen, bis alle Fragen beantwortet worden sind. Es bleibt also spannen. Welche Fragen es sind, kann ich nicht ohne Spoiler schreiben. Eigentlich läuft alles für Hauke Sötje. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern zusammen und dann steht auch noch eine Beförderung an. Die ihm vermutlich sein Konkurrent Kommissar Kleiner neiden wird, aber auch damit kann Hauke umgehen. Aber als Hauke zu einem dringenden Fall im Hotel Vier Jahreszeiten gerufen wird, ändert sich alles. Denn Hauke ist sich sicher, in dem Toten den Spion Graf von Lahn erkannt zu haben, mit dem er bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aber bezüglich der Identität des Toten glaubt ihm niemand und dann kommt es auch noch soweit, dass er vom Fall abgezogen wird... Ein spannender Kriminalfall mit viel historischem Hamburg-Flair und einem sympathischen Ermittler, den ich bereits aus anderen Fällen kenne. Nun warte ich gespannt, wie die offenen Fragen geklärt werden.