Nach "Herzgrab" der hochspannende zweite Fall für das Ermittlerpaar Peter und Elena Gerink von Bestsellerautor Andreas Gruber
Die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink ist auf der Suche nach einem zu Unrecht freigesprochenen Mörder, der sich vor 15 Jahren ins Ausland abgesetzt hat. Nach schwierigen Recherchen führt sie der Fall schließlich nach Griechenland. Dorthin sind auch Elenas Mann Peter und sein Kollege Dino Scatozza unterwegs – beides Entführungsspezialisten des österreichischen BKA. Unter Zeitdruck versuchen sie, eine vermisste junge Urlauberin zu finden, die zuletzt auf einer Party der Athener High Society gesichtet wurde. Als sich die Spuren beider Fälle auf einer kleinen griechischen Privatinsel kreuzen, ermitteln Elena, Peter und Dino dort gemeinsam weiter … und werden in die düstere Vergangenheit der Insel hineingezogen.
Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Grillenberg, Niederösterreich. Er hat bereits mehrere erfolgreiche und preisgekrönte Erzählungen und Romane verfasst. Die aktuelle Reihe um den knallharten, aber brillanten Ermittler Maarten S. Sneijder schockiert und fasziniert seine Fans gleichermaßen. Nach Todesfrist und Todesurteil erschien am 15. August 2016 Todesmärchen , der dritte Band der Reihe. Neben der „Todes-Reihe“ um Maarten S. Sneijder erscheint im Goldmann Verlag unter anderem auch die „Rache-Reihe“ um den asthmakranken Leipziger Ermittler Walter Pulaski.
„Schriftstellerei bedeutet für mich, dass ich interessante Figuren erfinden darf, ohne in der Psychiatrie zu landen – und Menschen auf originelle Weise ermorden kann, ohne im Gefängnis zu landen. Aber sonst bin ich ein netter Kerl“, so der Autor Andreas Gruber.
Andreas Gruber begann 1996 mit dem Schreiben und war 1999 mit einer Kurzgeschichte Preisträger des NÖ Donaufestivals. Mittlerweile sind seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien erschienen, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstücke adaptiert. Seine Romane wurden bisher als Übersetzungen in Frankreich, Italien, der Türkei, Brasilien, Japan und Korea veröffentlicht. Der Autor wurde bereits für den Friedrich Glauser Krimi-Preis und zweimal für den Leo Perutz Krimi-Preis der Stadt Wien nominiert. Außerdem ist er Preisträger der Herzogenrather Handschelle und mehrfacher Gewinner des Vincent Preises und des Deutschen Phantastik Preises.
In seiner Freizeit gibt Andreas Gruber Schreibworkshops, ist begeisterter Kinogeher, reist viel mit seiner Frau, spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug und wartet bis heute vergebens auf einen Anruf der Rolling Stones.
Der todkranke Balthasar Grabowski gibt der Privatdetektivin Elena Gerink den Auftrag, den Mann zu finden, der vor Jahren für den Tod von Grabowskis Enkeltochter angeklagt – aber freigesprochen wurde. Dannenberg hat sich ins Ausland abgesetzt und Grabowski hofft, doch noch Beweise für dessen Schuld zu finden. Gleichzeitig macht sich ihr Mann Peter, ein BKA-Entführungsspezialist, mit seinem Partner Dino auf nach Griechenland, um nach einer verschwundenen jungen Urlauberin zu suchen. Sie ermitteln nicht weit von Elena entfernt, die es schließlich auch nach Griechenland geführt hat.
Ein „grauenhafter“ Einstieg in die griechische Mythologie, der einen wie immer fesselt. Nichtmal eine einzige der 600 Seiten kam mir zu lang vor und ich musste mich echt zusammenreißen, das Buch nicht in 2 Tagen durchzulesen. Wie immer bei Gruber denkt man, dass man wüsste, wer der Täter ist, aber dann kommt doch alles anders - oder vielleicht auch nicht? Und die Frage ist, bei welchem Mord? Insgesamt mal wieder ein so einfallsreicher und verrückter Plot, dass man ihn beim lesen kaum glauben mag.
Worum geht’s? Elena Gerink bekommt einen neuen Fall, der sie auf eine einsame Insel nach Griechenland führt. Auch ihr Mann Peter und sein Partner Dino sind in Griechenland, um nach einer verschwundenen Österreicherin zu suchen. Ihre Spuren kreuzen sich schnell – und führen tiefer, als irgendwer erwartet hat. Hinab in einen Abgrund, der sofort an den griechischen Hades denken lässt.
Meine Meinung: Mit „Herzfluch“ führt Andreas Gruber die Herz-Reihe um die Gerinks fort. Wir mussten lange auf diesen zweiten Teil warten, und genau dieses Warten macht den Einstieg so heftig: Man schlägt die erste Seite auf und ist sofort wieder in diesem präzisen, dunklen Gruber-Sog gefangen. Ich habe den ersten Fall erst vor Kurzem gelesen, aber das Vorwissen ist nicht zwingend – der Band funktioniert problemlos als Stand Alone. Grubers Schreibstil trifft direkt ins Nervensystem: intensiv, kompromisslos, bildgewaltig, als würde er die Szenen mit Skalpell und Flutlicht freilegen.
Elena und Peter wirken wie damals – nur reifer, schärfer konturiert, mit der Erfahrung der Jahre im Blick. Dino ergänzt sie perfekt. Die drei funktionieren wie ein atmender Organismus, getragen von Humor, Sticheleien und diesem unerschütterlichen Zusammenhalt, der selbst in den finstersten Momenten hell bleibt. Ihre Dynamik ist ein Genuss, ihre Dialoge sitzen, und ja: Die Honeymoon Suite ist wieder da. Ob sie wohl zur Tradition wird? Nur von Wallace müssen wir uns leider verabschieden.
Der Fall selbst? Eine Eskalation, die man nicht kommen sieht. Was als vermeintlich harmlose Entführung startet, entpuppt sich als Verbrechen von fast mythologischem Ausmaß. Fantasievoll, grausam, verstörend genial. Man liest anfangs noch entspannt – und merkt dann, wie das Tempo unaufhaltsam anzieht. Die Spannung steigt nicht einfach, sie zieht an einem, Seite für Seite, bis man nur noch schneller lesen will, weil die Ereignisse förmlich explodieren. Die Insel ist wie ein geschlossener Albtraumraum: atmosphärisch dicht, klaustrophobisch, bedrückend schön. Die Orte sind so stark beschrieben, dass man den Boden unter den Füßen spürt. Und der Schauplatz des letzten Showdowns? Brutal gut gewählt. Ein Ort, der sich ins Unterbewusstsein fräst und garantiert nachflackert – genial und grausam zugleich.
Ich habe das Buch geliebt, verschlungen, inhaliert. Der erste Fall war schon stark, aber dieser hier ist noch stärker. Jetzt beginnt das Warten auf Fall 3 – und ich hoffe sehr, dass wir nicht wieder ein Jahrzehnt pausieren müssen. Herr Gruber: Bitte halten Sie sich ans Tempo Ihres Mörders!
Fazit: „Herzfluch“ von Andreas Gruber ist ein Thriller, der nicht nur packt, sondern mitreißt, bis keine Atempause mehr bleibt. Düster, dynamisch, brillant erzählt und mit einer mythologisch aufgeladenen Fallkonstruktion, die lange nachwirkt. Ein intensiver zweiter Band, der die Reihe konsequent weiterführt und den ersten Teil sogar hinter sich lässt. Für Fans von harten, atmosphärischen Ermittlungen ein Volltreffer.
Der Anfang gestaltete sich etwas langwierig. Das erste Buch von Andreas Gruber, bei dem ich länger brauchte um von der Story gefesselt zu werden. Ab der Mitte der Story stieg die Spannung dann immer mehr. Erwartungen erfüllt - Danke Andreas Gruber!