Inhalt siehe Klappentext.
Vor 2 Jahren hatte ich den ersten Teil von Klaus-Peter Wolfs Weihnachtsmannkiller gehört, welcher mich mit 2 Sternen gar nicht überzeugen konnte. Band 2 habe ich ausgelassen, zeitlich verbummelt, nun gebe ich Teil 3, mit etwas Abstand, eine neue Chance. Mir gefällt es, wenn Autoren selbst einlesen, sie wissen, wie ihre Charaktere lebendig sein sollen. Mir sind manche Beschreibungen zu detailliert (Susis Art, die Zähne zu putzen, was sie anhat…), wenn es ums Essen oder kochen geht, gerade wenn Weller den Kochlöffel schwingt, ist es passender.
Man startet zunächst entfernt von Ostfriesland, am Schauplatz Wismar, wohin sich Tobias Henner „Der Weihnachtsmannkiller“) und Susi, die damals mit seiner Hilfe aus Psychiatrie geflohen ist, zurückgezogen haben. Susi kann ich nicht einschätzen, sie redet in sehr einfacher Sprache, vielleicht liegt es in ihrem Fall an den fehlenden Medikamenten, sie wirkt auf den ersten Blick etwas dümmlich. Allerdings ist sie scheinbar clever genug, um Tobias’ „Werk“ fortzusetzen, scheint einerseits zu wissen, was er will, aber was sie tut, da bin ich unsicher. Ich meine, wer Stimmen hört und mit nicht vorhandenen Personen spricht und sogar Antworten bekommt - ein klarer Fall zum Überdenken, ob da alles richtig ist.
Offenbar fehlt mir eine Information aus Band 2, warum Dr. Karin Bogen immer „Flitzebogen“ genannt wird. Auch bei der Therapeutin tue ich mich schwer, sie einzuschätzen. Ebenso war mir „Pennywise 02“ kein Begriff, musste es nachschlagen, hier fehlte nicht nur die Info aus dem verpassten zweiten Teil und Stephen King mag ich gar nicht.
Natürlich ist es praktisch, wenn einem alte Bekannte aus den Ostfriesenkrimis im Hörbuch begegnen, dann fühlt man sich bereits mittendrin, aber ich finde, es müssen nicht alle Reihen miteinander gemischt werden. Und warum jemand, der Weihnachtsmannkiller, wer auch immer er war oder ist, solch einen Hass auf alles und jeden hat, der etwas mit Weihnachten zu tun hat, kann ich nicht verstehen. Wer Weihnachten nicht mag, soll es einfach ausblenden, dafür muss doch keiner sterben! Wer sich hier wie präsentiert und in andere Personen versetzt und wie man untereinander agiert, ist schon clever gestrickt, aber das Packende kam nicht bei mir an.
Um es kurz zu machen: Die Autorenlesung selbst hat mich stimmlich unterhalten, die örtlichen Begebenheiten sind mir großteils bekannt, ich bin kein Weihnachtsfanatiker, ein bisschen Heimeligkeit tut gut, der Inhalt der Geschichte hat mich auch diesmal nicht überzeugt, für mich ziemlich unrealistisch, an den Haaren herbeigezogen. Pluspunkt für die musikalische Untermalung am Schluss, Bettina Göschel gehört einfach dazu, daher heute knappe 2,5 Sterne, weil ich den Autor mag und weil man es nebenher hören kann.