Diese tagebuchartige Biographie über Hannah Höch und Til Brugman und ihre lesbische Beziehung in den 1920er Jahren hat mich ein paar Monate begleitet und mich in seiner poetischen Sprache immer wieder kurz innenhalten lassen:
,,Und im Licht des fortgeschrittenen Jahres die großen Sommersprossen, wie die Schatten von Schneeflocken oder als würde Til stets aus einem Fenster in die Welt schauen, gegen das der Regen geht."
,, ,Fühlst du dich schon zu Hause?' Und Hannah möchte zurückrufen, ob das wirklich die Frage sein kann. Ob es nicht viel weniger um das endgültige Ankommen geht und viel mehr um Situationen, um das Mittendrin." (S.50)
Das Fragmentarische des Textes liest sich fast gedichtsartig und zeigt die sammelnde Archivarbeit, die dem Text zugrundeliegt. Die Autorin hat eine Art zu schreiben entwickelt, die sinnliche Wahrnehmungen in einem soften bis humorvollen Klang wiedergibt. Mich hats sehr abgeholt!