Außergewöhnliche Freundschaftsgeschichte zwischen Jung und Alt – voller wunderbarer und trauriger Momente für Kinder ab 9 Jahren von einer der Meistererzählerinnen unserer Zeit
Sophie liebt ihre Nachbarin und beste Freundin Sophie heiß und innig. Ganz egal, dass zwischen ihnen 77 Jahre Altersunterschied liegen! Denn Sophie mag dieselben Dinge wie sie, unter anderem und in keiner bestimmten Bananenbrot, clevere Wortspiele, Peter und der Wolf und Teekränzchen. In letzter Zeit macht sich Sophie aber Sorgen um ihre Freundin. Denn die ältere Sophie hat Gedächtnisprobleme. Sie vergisst den Kessel auf dem Herd oder welcher Wochentag ist. Alles nicht so schlimm! Schlimm ist jedoch, dass Sophies Sohn sie in ein Heim schicken will. Die jüngere Sophie kann das nicht zulassen, das wäre Entführung! Zusammen mit ihrem zweiten und dritten besten Freunden Ralphie und Oliver hilft sie dem Gedächtnis ihrer besten Freundin auf die Sprünge. Dabei erfährt sie überaus Kostbares, Wunderbares und Trauriges über Sophie. Geschichten, die sie wie einen Schatz hüten wird – für immer.
Warm und eindringlich erzählt von der zweifachen Newbery-Medal-Trägerin Lois Lowry
Eine generationsübergreifende Geschichte ab 9, die Familien Anlass gibt, über Demenz zu sprechen.Für die extra Mit Lesequiz bei Antolin
Taken from Lowry's website: "I’ve always felt that I was fortunate to have been born the middle child of three. My older sister, Helen, was very much like our mother: gentle, family-oriented, eager to please. Little brother Jon was the only boy and had interests that he shared with Dad; together they were always working on electric trains and erector sets; and later, when Jon was older, they always seemed to have their heads under the raised hood of a car. That left me in-between, and exactly where I wanted most to be: on my own. I was a solitary child who lived in the world of books and my own vivid imagination.
Because my father was a career military officer - an Army dentist - I lived all over the world. I was born in Hawaii, moved from there to New York, spent the years of World War II in my mother’s hometown: Carlisle, Pennsylvania, and from there went to Tokyo when I was eleven. High school was back in New York City, but by the time I went to college (Brown University in Rhode Island), my family was living in Washington, D.C.
I married young. I had just turned nineteen - just finished my sophomore year in college - when I married a Naval officer and continued the odyssey that military life requires. California. Connecticut (a daughter born there). Florida (a son). South Carolina. Finally Cambridge, Massachusetts, when my husband left the service and entered Harvard Law School (another daughter; another son) and then to Maine - by now with four children under the age of five in tow. My children grew up in Maine. So did I. I returned to college at the University of Southern Maine, got my degree, went to graduate school, and finally began to write professionally, the thing I had dreamed of doing since those childhood years when I had endlessly scribbled stories and poems in notebooks.
After my marriage ended in 1977, when I was forty, I settled into the life I have lived ever since. Today I am back in Cambridge, Massachusetts, living and writing in a house dominated by a very shaggy Tibetan Terrier named Bandit. For a change of scenery Martin and I spend time in Maine, where we have an old (it was built in 1768!) farmhouse on top of a hill. In Maine I garden, feed birds, entertain friends, and read...
My books have varied in content and style. Yet it seems that all of them deal, essentially, with the same general theme: the importance of human connections. A Summer to Die, my first book, was a highly fictionalized retelling of the early death of my sister, and of the effect of such a loss on a family. Number the Stars, set in a different culture and era, tells the same story: that of the role that we humans play in the lives of our fellow beings.
The Giver - and Gathering Blue, and the newest in the trilogy: Messenger - take place against the background of very different cultures and times. Though all three are broader in scope than my earlier books, they nonetheless speak to the same concern: the vital need of people to be aware of their interdependence, not only with each other, but with the world and its environment.
My older son was a fighter pilot in the United States Air Force. His death in the cockpit of a warplane tore away a piece of my world. But it left me, too, with a wish to honor him by joining the many others trying to find a way to end conflict on this very fragile earth. I am a grandmother now. For my own grandchildren - and for all those of their generation - I try, through writing, to convey my passionate awareness that we live intertwined on this planet and that our future depends upon our caring more, and doing more, for one another."
Die elfjährige Sophie, die eigentlich Sophia Henry heißt, gilt an ihrer Schule als eine Außenseiterin. Vielleicht liegt es an ihrer Zahnspange oder ihrer hässlichen Brille. Oder daran, dass sie noch kein Handy besitzen darf. In ihrer Straße hat sie aber gleich drei gute Freunde gefunden: Ihre zweiten und dritten besten Freunde Ralphie und Oliver. Und Sophie, ihre erste beste Freundin, die nicht nur genauso heißt wie sie, sondern auch dieselben Sachen mag und nicht mag. Dass ganze 77 Jahre Altersunterschied zwischen ihnen liegen, ist völlig egal. Die beiden lieben es, Zeit miteinander zu verbringen und jeden Tag voneinander zu lernen. Doch in der letzten Zeit fällt der jungen Sophie auf, dass ihre alte Freundin immer vergesslicher wird. Dies merkt auch deren Sohn, der sie daraufhin in ein Heim stecken will. Das kommt für die jüngere Sophie aber auf keinen Fall infrage! Sie möchte unbedingt beweisen, dass ihre Freundin noch bei klarem Verstand ist. Gemeinsam mit Ralphie und Oliver versucht sie dem Gedächtnis ihrer Freundin auf die Sprünge zu helfen. Dabei erfährt sie berührende Dinge über Sophie, die sie für immer bewahren wird.
Lois Lowry konnte mich schon einige Male mit ihren Büchern begeistern und ihr neues Kinderbuch „Unvergesslich, Sophie“ klang mal wieder ganz nach meinem Geschmack. Für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich es lesen möchte, was ich auch nicht bereut habe. Schon das tolle Cover von Regina Kehn, das einfach perfekt zum Inhalt passt, zaubert einem direkt ein Lächeln ins Gesicht und dahinter geht es ganz genauso weiter.
Lois Lowry hat hier ein sehr vielschichtiges Buch geschrieben, das viele wichtige Themen auf eine kindgerechte Weise behandelt. Ehrlich und authentisch, aber auch sehr behutsam und humorvoll erzählt die preisgekrönte US-Amerikanische Autorin vom Anderssein, Altwerden, Vergessen und Erinnern und einer wunderschönen generationsübergreifenden Freundschaft. Geschildert wird die Geschichte durchgehend aus der Sicht von Sophie – ein sehr kluges und aufmerksames Mädchen, das man einfach gernhaben muss. Generell sind die Figuren in dieser Geschichte allesamt echte Wohlfühlcharaktere, die sich mit ihren liebenswerten kleinen Macken sofort in das Leserherz schleichen. Ein bisschen schräg sind sie irgendwie alle, aber gerade das macht sie so echt und sympathisch. Allein unsere Ich-Erzählerin Sophie ist eine ganz besondere Protagonistin, die sich für ihr junges Alter manchmal ganz schön tiefgründige Gedanken macht, was aber niemals übertrieben daherkommt. Der Ton der kindlichen Erzählperspektive ist hier einfach wunderbar getroffen. Es macht sehr viel Freude, dieses Buch zu lesen, das einen immer wieder zum Schmunzeln bringt, zugleich aber auch zu Herzen geht und nachdenklich stimmt. Vor allem die innige Bindung zwischen der jungen und der alten Sophie wird unheimlich rührend beschrieben und erinnert uns daran, dass Freundschaft kein Alter kennt und es nichts Wertvolleres im Leben gibt als gute Freunde, die immer für einen da sind. Darüber hinaus wird auch einfühlsam gezeigt, dass Demenz einen Menschen sehr verändern kann, er aber trotz allem aber immer er selbst bleibt, mit all seinen Eigenheiten, Gefühlen und Geschichten.
Ich persönlich habe mich beim Lesen nur immer wieder gefragt, wie die Geschichte bei der Zielgruppe ankommen wird. „Unvergesslich, Sophie“ ist ein recht ruhig erzählter Roman, in dem nur wenig Aufregendes passiert. Besonders die Passagen, in denen die alte Sophie von ihrer Vergangenheit erzählt, könnten für junge Leser*innen vielleicht ein bisschen langatmig sein. Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Wer gerne Kinderbücher liest, die sich eher abseits des Mainstreams bewegen, ist hier auf jeden Fall genau richtig.
Fazit: „Unvergesslich, Sophie“ ist eine warmherzige Freundschaftsgeschichte ab 9 Jahren, die Kindern das schwierige Thema Demenz auf eine sensible Weise näherbringt. Ein außergewöhnlicher Kinderroman, den man so schnell nicht vergisst. Bewegend, manchmal traurig, aber immer positiv und voller Humor und Herz. Auch wenn mich das Buch nicht vollends überzeugen konnte, bin ich begeistert und kann es nur wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!