Das persönlichste Buch der bekannten ZDF-Sonderkorrespondentin und der SPIEGEL-Bestseller-Autorin* Sie spricht mit den Taliban, begleitet ukrainische Soldaten an der Front und erzählt die Geschichten von mutigen Frauen in Afghanistan, die in Untergrund-Schulen unterrichten. Katrin Eigendorf ist dort unterwegs, wo die Welt ins Wanken gerät. Es sind existenzielle, häufig auch schmerzhafte Begegnungen, mit Menschen, deren Geschichten die Reporterin erzählt. Nicht aus der Distanz, nur aus der Nähe, aus der eigenen Anschauung und Anteilnahme lässt sich über Krieg berichten. Mit großer Empathie und Realitätsgenauigkeit macht sie selbst komplexe Sachverhalte verständlich. Dadurch eröffnet sie uns vielseitige Perspektiven, die uns nicht ohnmächtig zurücklassen, sondern Orientierung in einer zunehmend komplexen Weltsituation schaffen.
Katrin Eigendorf schreibt sowohl über die Hintergründe ihrer Berichterstattung als auch über ihre eigenen Erfahrungen und ich finde, sie hat die Themen gut nachvollziehbar dargestellt und eingeordnet. Ihre Ansichten zum Journalismus finde ich notwendig und würde mir mehr Journalisten wünschen, die danach handeln.
Ich habe das Hörbuch gehört und muss dazu anmerken: Frau Eigendorf hat es wunderbar eingesprochen. Das Hörbuch ist genauso wie die Kapitel im Buch gegliedert, ich konnte mein Glück kaum fassen. Sie liest auch die Danksagung vor. Die beiden letzten Punkte sollten meiner Meinung nach bei keinem Hörbuch fehlen. Ich hoffe, dass sich da noch mehr Verlage ein Beispiel daran nehmen.
Es lohnt sich dieses Buch zu Lesen! Es ist spannend und interessant! Was ich nicht nachvollziehen kann ist, dass die Autorin immer erst im Nachhinein gewußt haben soll, das die Afghanistan-Mission scheitern würde oder das Russland ab einem bestimmten Punkt die Ukraine überfallen wird. Vielleicht besteht auch eine Gefahr darin "zu dicht" an den Geschehnissen dran zu sein und sich dann mit gleichgesinnten Journalisten in der einmal gefassten Meinung zu bestärken. Wie dem auch sei - ich kann dieses Buch allen am Zeitgeschehen interessierten nur empfehlen!
Das Buch ist ohne Frage spannend, bietet viele Eindrücke und ist thematisch sehr breit aufgestellt. Eigentlich mag ich genau das – Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven. In diesem Fall hat es mich jedoch eher gestört. Ich wusste beim Lesen oft nicht so recht, was das Buch eigentlich sein möchte: eine Biografie, ein Einblick in das Leben als Kriegsreporterin oder eine Analyse internationaler Konflikte? Für mich wirkte es dadurch etwas zusammengewürfelt, stellenweise oberflächlich und zu bunt. Ich hätte mir einen klareren roten Faden oder eine stärkere Schwerpunktsetzung gewünscht.
Mit dem Titel ihres Buches "Erzählen, was ist" hat Karin Eigendorf ja ein bißchen das Spiegel-Motto abgekupfert. Sei´s drum - ich war neugierig auf das Buch, bin vielleicht mit einer anderen Erwartungshaltung rangegangen als andere Leser*innen. Mich hätte etwa interessiert, wie es ist, "nur Krise" zu machen statt die gesamte journalistische Themenvielfalt, die Journalisten etwa als Korrespondenten in einem Land oder einer Region abdecken. Oder - sie hat ja den Vergleich aus dem eigenen Berufsleben - eine Überlegung über die Unterschiede, die sich aus der Arbeit als Auslandskorrespondentin versus "Fallschirmjournalistin" ergeben - also immer dann einfliegen, wenn plötzlich geballtes Interesse an einem Land ist, dort aber nicht den Alltag zu leben.
Statt dessen ist neben Autobiographie auch ein gutes Stück Selbstrechtfertigung ihrer Art der Berichterstattung im Zentrum des Buches. Über ihr jüngeres Ich als Abiturientin schreibt Eigendorf, sie habe als Jugendliche ein gewisses Sendungsbewusstsein gehabt. Mein Eindruck beim Lesen: Das gilt nicht nur für die 18 oder 19 Jahre alte Eigendorf. Entsprechend zwiespältig mein Eindruck am Ende des Buches.
Natürlich ist es interessant, über Eigendorfs Arbeit und Selbstverständnis als Krisen- und Kriegsreporterin zu lesen. Es bedeutet, die eigene Komfortzone zu verlassen und - bei aller Sicherheitsplanung - sich auf Ungewisses und Unabwägbares einzulassen. Es bedeutet Begegnungen mit Menschen in Extremsituationen, deren Sicherheit nach Sendung des Materials ebenfalls bedacht werden muss. Das wird gerade in den Artikeln zu Afghanistan eindrücklich gezeigt.
Zwischen Nahost und Afghanistan, Ukraine und Russland gerät die Schilderung der diversen Krisengebiete und -hintergründe naturgemäß oberflächlich. Ausführlich beschreibt Eigendorf, warum sie berichtet, wie sie berichtet - und da kommt dann der Teil, der sowohl Selbstrechtfertigung wie auch ein beißen Selbstgerechtigkeit enthält.
Jeder Journalistenschüler, jeder Volontär lernt gleich zu Beginn, wie wichtig die Trennung von Kommentar und Nachricht ist. Berichten was ist - das bedeutet eben nicht, die eigene Meinung in einem Nachrichtenbeitrag rauszustellen. Dafür ist der Kommentar als Meinungsbeitrag da.
Ihr werde ja regelmäßig Parteinahme, zu emotionale Berichterstattung vorgeworfen, tritt Eigendorf die Verteidigung nach vorn an. Und lässt sich ausführlich darüber aus, warum sie nicht an "neutrale" Berichterstattung glaubt. Die Gegenargumente - Fragen der Glaubwürdigkeit, gerade in einer Zeit daueraufgeregter Selbstdarstellungen in sozialen Medien, in denen es nur um Meinung und wenig um Fakten geht - kommen kaum vor.
Ein Buch, das hilft, die Komplexität in den Krisenregionen der Welt besser zu verstehen. Katrin Eigendorf erzählt von ihren Erfahrungen in Russland, der Ukraine, Afghanistan, Israel und dem Gazastreifen. Als Krisenreporterin und internatinonale Sonderkorrespondentin beim ZDF ist Katrin Eigendorf in den Krisengebieten der Welt unterwegs. Und in diesem Buch erzählt sie auf so nahbare Art und Weise von Geschichten der Menschen vor Ort, die Krisen und Kriege aus deren Perspektive. Das Buch hilft ungemein, die Krisen dieser Welt nicht nur aus deutscher Perspektive zu verstehen, sondern eingebettet im historischen und kulturellen Kontext dieser Länder. Eigentlich kann man nur Danke sagen für diese unglaubliche Arbeit und für dieses Buch, das uns allen Zugang zu diesen Geschichten gewährt und darauf aufmerksam macht, wie wichtig guter Journalismus für unsere Demokratien ist!!