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Die Verlorene

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Die Vergangenheit unserer Mütter, die Zukunft unserer Tö der neue große Roman von Bestsellerautorin Miriam Georg (»Elbleuchten«).



Lauras Großmutter Änne hat oft von den goldenen Sommern in Schlesien erzählt. Über die Menschen von damals wollte sie jedoch nie sprechen. Als Änne schwer erkrankt, scheint es Laura auf einmal zu spät für all ihre unausgesprochenen Fragen.  Auf der Suche nach Antworten fährt sie zum ehemaligen Gutshof ihrer Familie und taucht immer tiefer ein in die Vergangenheit. Dabei stößt sie auf schmerzliche Wahrheiten, die das Bild der Frau, die ihr so vertraut war, erschüttern. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Fragen nach dem Früher, sondern auch um Lauras eigenes Glück.



Emotional, modern, generationsü ein Roman, der zum Nachdenken und zum Gespräch anregt.

500 pages, Kindle Edition

Published August 27, 2025

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About the author

Miriam Georg

36 books52 followers

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Community Reviews

5 stars
255 (63%)
4 stars
103 (25%)
3 stars
40 (9%)
2 stars
4 (<1%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 30 of 77 reviews
Profile Image for Anabelle Stehl.
Author 25 books623 followers
September 15, 2025
Keine Ahnung, wie Miriam Georg es immer wieder schafft, sich selbst zu übertreffen - aber sie tut es.
Profile Image for an Anna Blume.
182 reviews17 followers
June 1, 2026
Man nehme vier Frauen dreier Generationen, einen gefundenen mysteriösen Brief, ein Gutshaus in Schlesien, den Krieg, der Leben veränderte. Sicherlich kein noch nie gesehenes Setting, was aber Miriam Georg daraus macht, hat mich begeistert, bewegt, sehr gefallen. Ja, ein bisschen Kitsch und Konstrukt, aber das ist schon ok.
Profile Image for Sarah Sophie.
304 reviews261 followers
October 14, 2025
Wow, wow, wow! Ein unerwartetes Highlight! Familiengeschichte, Flüchtlingsdrama, Spannungsroman und Kriegserzählung - dieses Buch lässt sich nicht nur einem Genre zuordnen.

Warme und vielschichtige Charaktere, fließende Erzählstränge auf zwei Zeitebenen, dunkle Familiengeimnisse und menschliche Tragödien. Geschwisterliebe, Sommergefühle und herrliche Landschaftsbeschreibungen- Ich habe Alles an diesem Buch geliebt und kann es von Herzen weiter empfehlen!
Profile Image for Jola (czytanienaplatanie).
1,143 reviews50 followers
June 26, 2026
Każdy z nas skrywa mniejsze lub większe tajemnice, rzadko jednak bywa tak, że najbliższa nam osoba okazuje się kimś zupełnie innym, niż przez całe życie wierzyliśmy.

„Utracona” Miriam Georg jest taką właśnie opowieścią, utkaną na kłamstwie mającym swe korzenie w okrucieństwach II wojny światowej, ale też w obsesyjnej miłości, która odcisnęła piętno na życiu trzech pokoleń kobiet. To najbardziej osobista książka w dorobku autorki, głęboko zakorzeniona w wojennych doświadczeniach jej własnej rodziny. I tę prawdę, ten autentyzm czuć tu na każdej stronie.

Akcja powieści osadzona jest w dwóch przeplatających się liniach czasowych, które autorka prowadzi z dużym wyczuciem. Współcześnie zabiera nas do Frankfurtu w 2019 roku, gdzie poznajemy Anne, Ellen i Laurę. Śmierć babci, Anne, sprawia, że na jaw zaczynają wychodzić skrywane przez dekady sekrety. Zostawia to jej córkę i wnuczkę z dramatycznym poczuciem, że tak naprawdę nigdy nie znały kobiety, która była im tak bliska.

I to właśnie potrzeba zrozumienia popycha Laurę do wyruszenia na Śląsk. Podróż do miejsc, w których przed laty żyła jej babcia, do starego majątku przekształconego na pensjonat, to droga do samego serca rodzinnego mroku. Kiedy do Laury dołącza jej matka, Ellen, a na ich drodze staje niespodziewany gość, z gęstej mgły milczenia i kłamstw wyłaniają się wstrząsające losy ich rodu.

Dzięki drugiej ścieżce czasowej poznajemy tę historię wcześniej i dużo wnikliwiej, wkraczając w sam środek piekła wraz z młodym żołnierzem Karlem na Krymie w 1941 roku, a dwa lata później trafiając do majątku rodziny Thomke, gdzie wychowywała się Anne. To właśnie tutaj poznajemy rozdzierającą historię więcej niż jednej miłości, obsesji i powolnego upadku.

Wojna, choć rozgrywa się gdzieś z boku, dotyka naszych bohaterów bardzo dotkliwie, odbierając im wolność oraz to, co kochają i co ich przodkowie budowali od stuleci. Odbiera im też poczucie bezpieczeństwa i nadzieję. Ale niszczycielska siła, jaką jest toksyczna miłość, potrafi ranić równie mocno co wybuchające pociski i naznacza losy rodziny Anne na zawsze.

W tej powieści nie ma jednoznacznie dobrych lub złych bohaterów, są za to wybory, które ranią serce i rozdzielają na dziesiątki lat to, co miało być zawsze złączone. Dla mnie olbrzymią siłą tej powieści jest nie tylko odkrycie bolesnych tajemnic z przeszłości, ale też wnikliwe pochylenie się nad problemem dziedziczenia traum. Dzięki tej książce zrozumiałam, jak ważne jest domykanie spraw z przeszłości. Nawet jeśli wydaje nam się, że dawne sekrety dziadków czy pradziadków nas nie dotyczą, one swoimi niewidzialnymi mackami wciąż oplatają nasze serca i kształtują nasze własne lęki i relacje.

„Utracona” jest powieścią, która znalazła miejsce w moim sercu. Historią przesiąkniętą bólem, ale i oczyszczającą siłą prawdy. Pozostawiła mnie ze wzruszeniem i refleksją nad moimi własnymi korzeniami. Jeśli więc szukacie książki, która poruszy w Was najczulsze struny, opowie o skomplikowanych relacjach i udowodni, że przed przeszłością nie da się uciec, to jest to tytuł dla Was.
Profile Image for Alina_caat.
100 reviews2 followers
January 11, 2026
Gegen Mitte des Buches konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Das Ende hat mich wirklich überrascht! Ein tolles Buch über die Zeit während und nach des zweiten Weltkriegs in Schlesien.
Profile Image for Dani_liest.
450 reviews29 followers
September 27, 2025
Die Handlung von „Die Verlorene“ hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Ich dachte, dass es thematisch mehr um die Vertreibung aus Schlesien gehen würde. Tatsächlich war dies nur ein Randdetail und ich wurde überrascht mit einem komplexen Familiendrama, welches mich durch seine Tragik sehr berührt hat.

Luise und Änne sind Zwillinge und haben eine sehr enge Bindung zueinander. Die Familie lebt auf einem Gutshof und der Alltag läuft auch während des Krieges mehr oder weniger weiter. Die beiden Schwestern leben in einer Art Symbiose zusammen, bis bei Änne Epilepsie diagnostiziert wird. Aus Angst vor den Behörden muss die junge Frau von nun an ein Leben im Verborgenen führen. Während ihre Schwester erwachsen wird, ist sie zur Beobachterin verdammt.

„Die Verlorene“ ist eine intensive Geschichte über Liebe, Verrat, Verlust und Schuld. Der Roman zeigt, wie weit manche Taten die Zukunft beeinflussen können.
Änne war mir als Charakter nicht sympathisch, trotzdem konnte ich ihre Beweggründe in Teilen nachvollziehen und habe mit ihr mitgelitten. Bei Luise ist es mir deutlich leichter gefallen, sie zu mögen.
Der größte Plottwist lag zwar für mich lange im Voraus auf der Hand, dennoch hat die endgültige Auflösung dadurch nicht an Wucht verloren.
Parallel dazu gibt es auch noch einen Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt, mit Ännes Tochter und Enkelin im Zentrum. Dieser Teil der Geschichte war allerdings eher Mittel zum Zweck und trägt nicht wirklich zur Entwicklung der Handlung bei.
„Die Verlorene“ war anders als gedacht und trotzdem so gut, wie erhofft. Das war ein richtig tolles Buch und ich vergebe 5 Sterne.
Profile Image for Rebecca Herrmann.
93 reviews2 followers
January 1, 2026
Ich weiß jetzt schon, dass es eines der Highlights 2026 werden wird. Wie schafft es Miriam Georg nur, einen immer wieder so zu fesseln und wirklich mit jedem Roman, besser zu werden. 5 Sterne reichen nicht aus
Profile Image for Kathrin Schröder.
Author 11 books3 followers
September 3, 2025
Die Verlorene von Miriam Georg gehört dank Netgalley
Änne bekommt ein Paket mit dem Bild ihrer Zwillingsschwester, stürzt von einem Hocker und stirbt kurz danach. Damit hinterlässt sie ihrer Tochter und Enkelin einen Berg Fragen, denn diese wissen nur von einem verstorbenen Bruder.
Die Enkelin, selbst schwanger, macht sich auf den Weg zur alten Heimat der Familie um Wahrheiten auszugraben.
Gelungene Mischung aus Rückblenden und Erforschen in der Jetztzeit. Viel Ungeklärtes und Unbekanntes aus der Vergangenheit, nachvollziehbare Gründe und überraschende Begegnungen, die manche Frage beantworten. Wie immer, wenn die Geschichte aus der Jetztzeit aufgerollt wird, meint man das Wesentliche zum Ausgang schon zu wissen, wird hier aber doch wieder überrascht!
Es hat sich gelohnt.
#DieVerlorene #MiriamGeorg #NetGalleyDE! #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Rezension
Profile Image for Janine.
1,519 reviews21 followers
September 3, 2025
Das Buch erzählt die Geschichte von Laura, die nach dem Tod ihrer Großmutter Änne nach Schlesien reist, um die Geheimnisse ihrer Familie zu lüften. Änne hat ihr oft von den "goldenen Sommern" erzählt, aber nie über die Menschen von damals gesprochen.

​Miriam Georg hat es geschafft, die damalige Kriegszeit und das Setting auf dem Gutshof so atmosphärisch und bildlich zu beschreiben, dass ich mich direkt dorthin versetzt gefühlt habe. Es war so erfrischend, eine andere Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zu bekommen!

​Was mich am meisten begeistert hat, war die Darstellung der Schwestern-Dynamik in der Vergangenheit. Die Charaktere sind unglaublich gut gezeichnet und die Beziehung der Schwestern ist so komplex und vielschichtig, dass man sich ständig fragt, wer eigentlich im Recht war. Ich hatte so viele widersprüchliche Gedanken und Emotionen.

​Die Gegenwart war für mich etwas schwächer, da die Charaktere nicht ganz so tiefgründig waren wie in der Vergangenheit. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen, und das emotionale Ende hat mich dann nochmal so richtig überrascht und zum Nachdenken gebracht. Es hat viele Aspekte der Geschichte in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Eine sehr gelungene, tiefgründige und emotionale Familiengeschichte, die ich euch nur wärmstens empfehlen kann!

4,5 von 5 Ottis
3 reviews
April 26, 2026
Vielleicht erstmal das Positive: Der Erzählstil ist wirklich schön. Die (meisten) Protagonistinnen sind liebevoll und trotzdem mit Ecken und Kanten. Insbesondere die Mutter-Tochter-Beziehung fand ich schön und die thematische Verarbeitung von Generationstraumata. Generell könnte man sich in das Buch gut reinfühlen.

Mit voranschreiten der Handlung wurde es aber schwieriger sich nicht aufzuregen und den Kopf zu schütteln. An besonders abstrusen Stellen habe ich das Buch mehrere Tage weg gelegt weil ich keine Lust mehr hatte über so viel Narzissmus zu lesen. Heutzutage würde man von seinem Umfeld berechtigterweise gecancelt werden. Das Ende fand ich dann auch ein bisschen enttäuschen. Ich habe Aenne den liebevollen Ehemann nicht gegönnt! Sie hat wirklich wenig sympathische Seiten, ist fanatisch und insgesamt wirklich einfach furchtbar. Louises Entwicklung zur apathischen Mutter fand ich auch schwierig. Ich finde hier passt die Darstellung der jungen Louise einfach nicht zu ihrem späteren ich. Da fehlt irgendwas in der Erzählung. Am Ende gab es irgendwie zu wenig Auflösung und Aussprache und mich hat auch genervt, dass die Story nicht so richtig entdeckt wurde. Als Lesende wusste man ja immer mehr als die Protagonistinnen selber. Ich hätte es schön gefunden die Geschichte gemeinsamer zu entdecken.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Denise.
682 reviews10 followers
September 29, 2025
Laura erreicht eine schlimme Nachricht: Ihre Großmutter Änne ist schwer gestürzt und liegt im Krankenhaus. Sofort macht sich Laura auf den Weg und merkt, dass sie noch viele offene Fragen hat, die sie so gern stellen möchte. Doch dafür ist es leider zu spät. Als die Enkelin sich dran macht, den Nachlass ihrer Großmutter durchzusehen, entdeckt sie Papiere, die neue Fragen auf das Leben ihrer Großmutter und Mutter in Schlesien werfen.

"Die Verlorene" war mein erster Roman von Miriam Georg und er hat mich sehr berührt. Die Autorin beleuchtet das Leben von Deutschen in Schlesien zu Zeiten des 2. Weltkrieges und verbindet dies mit dem Schicksal von 2 Frauen, die mit vielen offenen Fragen zurückbleiben. Die Sprecherin Tanja Fornaro verleiht diesem Roman mit ihrer einfühlsamen Stimme genau die richtige Stimmung zwischen Spannung, Mitgefühl und AHA-Effekten.

Der Roman erzählt abwechselnd von Laura, die anstelle ihrer Mutter die Geschichte der Familie erforscht und von Änne und Louise, zwei Schwestern, die vom 2. Weltkrieg zunächst wenig mitbekommen, bis er direkt vor ihrer Hoftür steht. Durch die Rückblenden hat man als Lesende einen Wissensvorsprung, was mich an wenigen Stellen irritiert hat. Denn ich wusste bereits, was los ist, während Laura und ihre Mutter noch ahnungslos waren.

Der Erzählstil ist ruhig, einfühlsam und unaufgeregt. Das hat mir sehr gut gefallen.

Ingesamt ein toller Roman über eine schwierige Zeit. Eine klare Empfehlung!
Profile Image for Katha Lo.
8 reviews
February 19, 2026
Ein wunderbares Buch, bislang mein Lieblingsbuch des letzten 1/2 Jahres. Spielt in 2 Zeitebenen, 1944 in Schlesien und 2019. Die Enkelin begibt sich auf Spurensuche in der rätselhaften Vergangenheit ihrer Großmutter. Berührend, spannend, sehr packend geschrieben.
absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Lazy_bookelf.
191 reviews11 followers
February 7, 2026
Ein auf zwei Zeitebenen erzähltes Familiendrama mit Spannungselementen - sehr spannend und äußerst empfehlenswert!
Profile Image for Vicky Meister.
14 reviews
March 6, 2026
Auch ich kann von Büchern zum Weinen gebracht werden, ich habe doch Gefühle lol.
Miriam Georg kann so gut schreiben, ich hab den Pappelhof ganz doll riechen, fühlen und hören können. Die Geschichte ist spannend und eine besondere und herzzerreißende Schwesterngeschichte. Es wirkt historisch authentisch, aber für dieses Urteil bin ich zu wenig Historikerin. Es ist eine Geschichte aus Schlesien, es geht also primär um Deutsche, was die Geschichte ambivalent macht. Ich frage mich, ob diese Ambivalenz für jede:n bemerkbar ist, aber ich denke das schafft Miriam Georg.

Kennst du das, wenn du beim Lesen ein klares Bild von etwas vor Augen hast, was aber gar keinen Sinn macht? In meiner Vorstellung war die polnische Pächterin und Hotelinhaberin wie Aline, die Rezeptionistin von First Dates Hotel, hatte also auch einen französischen Akzent in meinem Kopf?
122 reviews1 follower
June 14, 2026
4,5 Punkte - Empfehlung für Menschen die Biographien lieben, Geschichten von Vertriebenen aus Schlesien / Ostpreußen u.ä.

Die Verlorene ist ein Roman: über das, was Familien einander schuldig bleiben, über das Gewicht von Orten und über die Frage, wie viel Wahrheit man einander zumuten darf. Wer Figuren-Nähe, Zeitatmosphäre und eine sauber geführte Zweizeitenstruktur mag, findet hier eine starke, bewegende Lektüre – und vielleicht den Impuls, eigene Geschichten (neu) zu erfragen.

Rezension zum Teil übernommen von: Lesering.de

Handlung: Laura, Änne – und ein Sommer, der nie erklärt wurde

Laura ist mit den warmen, fast leuchtenden Erinnerungen ihrer Großmutter Änne an die Sommer in Schlesienaufgewachsen. Über Menschen und Geschehnisse „von damals“ schwieg Änne jedoch beharrlich. Als sie schwer erkrankt, spürt Laura, dass ihr die Zeit für die vielen offenen Fragen davonläuft. Eine Entdeckung setzt sie in Bewegung: Sie reist zum ehemaligen Gut der Familie nach Schlesien und stößt vor Ort auf Spuren, die das vertraute Bild ihrer Großmutter erschüttern.

Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen: Lauras Suche heute und Ännes Jugend im historischen Schlesien, inklusive Kriegs- und Nachkriegsspuren. Die Kapitel greifen wie Puzzleteile ineinander, bis ein Motivgefüge sichtbar wird – ohne die letzten Wendungen vorab zu verraten.

Themen & Motive: Verschweigen, Zugehörigkeit, die Geografie von Verlust

Das Erbe des Schweigens: Familien halten zusammen – oft, indem sie verschweigen. Georg zeigt, wie nicht Gesagtes Loyalitäten prägt und wie schwer es ist, dafür Worte zu finden.

Orte als Gedächtnis: Das Gutshaus und die Landschaft fungieren als Speicher der Vergangenheit. Reise wird hier zur Erinnerungsarbeit – ein Gang durch Räume, in denen Geschichte hängen geblieben ist.

Mütter & Töchter: Der Untertitel der Kampagne – „Die Vergangenheit unserer Mütter, die Zukunft unserer Töchter“ – macht klar, dass Identität zwischen Generationen verhandelt wird.

Historischer Kontext: Schlesien, Krieg und Nachkriegsjahre

Georg verknüpft private Schicksale mit Zeitläuften in Schlesien: Das Setting erlaubt es, Kriegs- und Nachkriegserfahrungen durch persönliche Perspektiven zu spiegeln – Entwurzelung, Besitz- und Heimatfragen, Loyalitätskonflikte. So bleibt das Buch nah an Figuren, ohne den größeren Rahmen auszublenden. Blogger- und Leserstimmen heben genau diese Verschränkung hervor.

Stil & Sprache: Atmosphärisch, modern, gut getaktet

Die Prosa bleibt zugänglich und bildstark. Wechsel zwischen Recherchepassagen (Briefe, Orte, Gespräche) und Erinnerungsbildern erzeugen Tempo. Mehrere Rezensionen betonen die Authentizität und das emotionale Gleichgewicht: keine Sentimentalität, aber Warmherzigkeit; keine Geschichtsvorlesung, aber klare Zeitmarken. Die Zweizeitenstruktur hält die Spannung bis in die Auflösung.

Kritische Einschätzung – Stärken & mögliche Schwächen

Stärken

Emotionaler Zug ohne Kitsch: Das Buch berührt, ohne auf einfache Tränenknöpfe zu drücken.

Gelungene Zweizeitenstruktur: Gegenwart & Vergangenheit stützen sich wechselseitig – jede Enthüllung verändert das Lesen der anderen Ebene.

Nah am Leben: Der systemische Blick auf Familie verleiht Konflikten Plausibilität statt Schwarz-Weiß-Etiketten.


Mehrwert: Wie sich die Lektüre in Gespräche übersetzen lässt

Fragen statt Urteile: Das Buch eignet sich als Anstoß, in der eigenen Familie offene Fragen zu sammeln – ohne Anklagegestus.

Orte aufsuchen: Wer biografische Linien klären will, beginnt oft mit Orten (alte Fotos, Archive, Friedhöfe). Die Romanreise nach Schlesien modelliert genau diesen Ansatz.

Systemischer Blick: Konflikte nicht nur linear (Täter/Opfer) sehen, sondern als Muster, die sich aus Schutz, Angst, Loyalität speisen – das macht Gespräche fruchtbarer.

Über die Autorin: Miriam Georg

Miriam Georg (*1987) ist die Autorin erfolgreicher Hamburg-Dilogien (Elbleuchten, Das Tor zur Welt, Im Nordwind). Für Die Verlorene nennt der Verlag als Inspirationsquellen Elemente der eigenen Familiengeschichte und Georgs systemische therapeutische Ausbildung. Sie lebt in Berlin-Neukölln.
Profile Image for Franzi.
198 reviews1 follower
August 17, 2025
Ich habe das Buch wahnsinnig gerne gelesen. Nach ihren bisherigen Geschichten ist dieses Buch eine für mich überraschende Abwechslung.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal wird die Gegenwart erzählt. Änne stürzt in ihrem Haus und verletzt sich schwer. Sie fällt in ein Koma und verstirb kurz darauf. Schon Ännes Krankengeschichte wirft bei Laura und ihrer Mutter Ellen erste Fragen auf, denn es scheint einige Unstimmigkeiten zu geben, die sich beide nicht erklären können. Laura findet im Nachlass ihrer Großmutter einige persönliche Dinge, die nicht zu den wenigen Informationen passen, die Änne ihnen im Laufe ihres Lebens über ihre Vergangenheit erzählt hat. Es tauchen weitere Fragen auf. Ellen, die als Nachkriegskind von jeher eine eher schwierige Beziehung zu ihrer eigenen Mutter hatte, fühlt sich jetzt erst recht von ihrer eigenen Mutter um Erklärungen betrogen. Laura versucht, ihre Mutter mit ihrer Großmutter nachträglich auszusöhnen und entwickelt auch selbst ein großes Interesse an ihrer eigenen Familiengeschichte. Sie macht sich auf die Suche nach dem Leben von Änne.

Die zweite Ebene erzählt die Geschichte der Familie Thomke, die in Schlesien ein Gut besitzt. Im Focus stehen hier die Zwillingstöchter Änne und Luise. Die beiden Mädchen haben eine sehr enge Beziehung zueinander. Während Luise ein lebensfroher Mensch ist, dem die Zuneigung der Menschen problemlos zuzufliegen scheint, ist Änne "anders". Sie ist nicht nur ruhiger, zurückhaltender und weniger nahbar, sie umgibt ein wenig eine ablehnende Aura. Sie wird häufig abgelehnt, fühlt sich ausgeschlossen und missverstanden. Ihre Beziehung zu ihrer Schwester ist einem Maße eng, die schon als krankhaft bezeichnet werden kann. Die Familie erlebt den Krieg in Schlesien, den Einmarsch der Roten Armee und die Neuordnung der Landesgrenzen nach dem Krieg.

Den Teil der Vergangenheit fand ich unheimlich stark geschrieben. Die Beschreibungen des Gutes mit all seinen Tieren, der Landschaft und dem Leben der Familie und mit den Fremdarbeitern sind so detailliert beschrieben, dass man das Gefühl hat als stiller Beobachter hinter einem Fenster zu stehen und dem Treiben zuzusehen. Die Ängste während des Krieges, die Unsicherheiten darüber, wie es weitergehen soll und was es zu tun gilt um das Überleben zu sichern. Georgs Stil passt hier einfach perfekt. Es ist hoch emotional und mit viel Fingerspitzengefühl geschrieben. Das Schicksal der Menschen ging mit beim Lesen unheimlich nahe. Die Figuren sind toll ausformuliert ohne überladen zu sein und wirken auf mich lebendig. Das zieht sich konsequent bis zum Ende und verdeutlicht die Dramatik in all seinen Facetten.

Den Gegenwarts-Teil fand ich schwächer. Aus der Geschichte von Änne und Luise kann man leicht ableiten, woher die Probleme zwischen Ellen und ihrer Mutter herführen. Die Interaktion zwischen Laura und Ellen empfand ich dagegen ziemlich blass. Es bleibt für mich oft oberflächlich, die Dialoge zwischen beiden wirken auf mich recht leblos. Lauras Recherche vor Ort zeigt zwar die Schwierigkeiten, die mit den Nachkriegswirren einhergehen. Sie stolpert aber für mein Empfinden von einem Glückstreffer zum nächsten, ohne selbst viel dazu beizutragen, bis dann eher zufällig Antworten findet.

Das Ende und die Auflösung, da hadere ich ein wenig mit mir. Auch hier ist mir zu viel Zufall im Spiel, es wirkt wenig glaubwürdig und ist mir dann insgesamt zu überzogen. Andererseits gibt es Aspekte, die auf mich dennoch authentisch wirken und den leicht negativen Eindruck des Ende dann doch etwas abmildern. Sehr gefallen dagegen hat mir, dass die Autorin bewusst einen Schlussstrich gezogen hat, der nicht allzu romantisiert ist.

Würde ich für das Buch eine Leseempfehlung aussprechen? Unbedingt! Die Kritik über das Ende ist wirklich meckern auf sehr hohem Niveau. Die Geschichte ist gefühlvoll, mitreißend und ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie Miriam Georg Details aus den ersten Kapiteln im Verlauf des Buches wieder aufgreift und in die Geschichte einarbeitet.
Profile Image for Andrea Karminrot.
322 reviews6 followers
October 27, 2025
In dem Roman Die Verlorene versucht die junge Laura herauszubekommen, warum ihre vor kurzem verstorbene Großmutter Änne niemals von ihrer Vergangenheit in Schlesien gesprochen hat. Was ist damals geschehen ...

Änne, die Großmutter, ist zu Hause gestürzt und auf den Kopf gefallen. Sie liegt nun im Krankenhaus und ist nicht mehr ansprechbar. Die 93-Jährige mochte nie über ihre Flucht aus Schlesien sprechen und ihre Tochter Ellen war einfach noch zu klein, um sich überhaupt daran zu erinnern. Und so nimmt die alte Dame ihre Erinnerungen mit ins Grab. Ihre Enkelin Laura findet eine Kiste mit niemals abgeschickten Briefen und in der Küche ein Gemälde, das aus Polen ohne Absender der Großmutter Änne kurz vor ihrem Sturz zugestellt wurde. Laura möchte mehr wissen und macht sich auf die Suche nach Spuren aus der Vergangenheit. Sie reist nach Polen, in die alten schlesischen Gebiete, zu einem Ort, der auf keiner Landkarte verzeichnet ist.

Schlesien 1943: Änne lebt auf dem Dachboden den großen Gutshof in Schlesien. Sie darf den Dachboden nur bei Nacht verlassen, ihre Familie versorgt sie mit Nahrungsmitteln und allem anderen Wichtigen. Wenn sie auf die Toilette muss, dann darf sie den Nachttopf benutzen und nur selten ins Bad. Keiner darf wissen, dass das 17-jährige Mädchen dort oben versteckt ist, während ihre Zwillingsschwester Luise ein ganz normales Leben auf dem Gestüt führen kann. Aber warum musste das Kind sich dort oben verstecken? Sie neidet ihrer Schwester das freie Leben und muss mitansehen, wie sich Luise in den Kriegsgefangenen Karl verliebt.

Die Verlorene liest sich sehr angenehm und man fühlt sich von der Geschichte mitgenommen. Ich habe immer wieder meine Schwierigkeiten mit Geschichten, die in den Zeiten hin- und herspringen. Aber Miriam Georg hat diesen Drahtseilakt wirklich gut gemeistert. Allerdings sind mir ihre Umschreibungen manchmal ein wenig zu lang, zu ausgeschmückt. Sie erzählt aber sehr flüssig und nimmt den Leser auf eine aufregende Erforschung der Vergangenheit mit. Warum Änne auf dem Dachboden leben muss, wird allerdings erst in der Mitte des Buches klar. Ebenso wie Laura erfährt man nur zögerlich, was damals geschah. Warum Änne mit ihrer Tochter Elena/Elli Schlesien am Ende verlassen hat und wer das Gemälde geschickt hat, das zum Tode Ännes führte, bleibt auch bis zum Schluss ein Geheimnis

Spannende 512 Seiten laden dazu ein, ein bisschen die Geschichte Schlesiens zu studieren. Ich gebe ja zu, dass dieser Landstrich mir immer wieder durch die Lappen gegangen ist. Dass dort Menschen vertrieben wurden, dass dort die einheimischen Polen ihre Sprache nicht mehr sprechen durften, ist mir komplett verloren gegangen. Aber das kann ich ja ändern, mich mehr mit der Geschichte Schlesiens vertraut machen. Die Verlorene ist eine Familiensaga, die mitnimmt, die sich manchmal spannend wie ein Krimi liest. Von uns bekommt dieser Roman gerne 🐭🐭🐭🐭 eine wunderbare und manchmal nachdenkliche Unterhaltung.

Miriam Georg hat sie sich von ihrer eigenen Familiengeschichte und durch ihre Ausbildung zur Systemischen Therapeutin inspirieren lassen. Für "Die Verlorene" hat sie hier ein bisschen ihre eigene Familiengeschichte verarbeitet. Ihr Großvater hatte vor Jahren seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg in zwei Romanen verarbeitet, die aber niemals veröffentlicht wurden. Und auch ihre Großmutter stammt aus dem Sudetenland und wurde selber vertrieben. Miriam Georg ist 1987 geboren. Sie schrieb die Hamburg-Dilogien "Elbleuchten", "Das Tor zur Welt" und "Im Nordwind"
234 reviews
April 18, 2026
Ein absolutes Lesehighlight!
Eine hervorragend erzählte Familiengeschichte, die unter die Haut geht. Absolutes Lesehighlight!
Schon die ,,,Nordwind- Saga ",  die Dilogie ,,Das Tor zur Welt " und die Hansetische Familiensaga ,,,Elbleuchten" und ,, Elbstürme"  von Miriam Georg haben mich begeistert, so daß ich ganz gespannt war, was mich in ihrem Roman ,, Die Verlorene " erwartet. 

Diesmal geht es in die Gegenwart und die letzten Kriegsjahre. Als  Ellen's Mutter  Änne über 90jährig stirbt,  findet ihre Enkelin Laura   in ihrem Haus  ein Bild , Dokumente und ein Foto,  welches Fragen aufwirft.  Was haben  diese Dinge zu bedeuten? Liegt darin ein Grund, warum Änne nie über ihre Vergangenheit,  ihre erlebte Kindheit und Jugend in Schlesien erzählt hat ?  Um etwas darüber herauszufinden,  macht sich Laura auf den Weg aus Franfurt nach Polen , um den ehemaligen Gutshof ,, Pappelhof " der Familie zu suchen  und vielleicht etwas Licht in die Familiengeschichte zu bringen.  Glücklicherwweise findet Laura tatsächlich den Gutshof , auf dem ihre Großmutter und ihre Familie aufgewachsen ist. Mit Ellen als Kleinkind  ist sie von dort nach Kriegsende  weggegangen, um im westlichen Deutschland zu leben.  

Mit  den zwei  perfekt miteinander verwobenen  Zeitebebenen    bin ich auf absolut packende Weise in diese hochemotionale   Familiengeschichte eingetaucht.  Das harte Leben auf dem Gutshof und die Umgebung  ist so anschaulich beschrieben, daß ich die Weite des Landes,  die Wälder und den Fluss,  in dem die Pferde baden , deutlich vor mir sehen konnte.   Auch  wenn der Krieg nicht unmittelbar dort stattfand,  gab es harte Einschnitte.  Verluste von Familienmitgliedern  und Tieren , die die Wehrmacht für sich beanspruchte oder später die Russen,  die sich einquartierten. 

Auch die Atmosphäre des Romans ist außergewöhnlich dicht und eindrucksvoll beschrieben. Man spürt förmlich die Zeit und die Umstände, in denen die Geschichte spielt, und wird regelrecht in diese Welt hineingezogen. In den glücklichen Momenten habe ich mich  mit den Protagonisten  gefreut, habe die Leichtigkeit der Liebe und der Verbundenheit gespürt,  aber genauso gehofft und geweint,  wenn es schwieriger oder aussichtslos wurde. 

Der lebendige Schreibstil, macht es leicht , schnell und vollkommen in die Handlung einzutauchen. Die Personen sind vielschichtig und authentisch gezeichnet, sodass man ihre Gedanken und Gefühle intensiv miterlebt. Ich konnte mich sowohl in Laura und Ellen als auch in Änne, Karl  und die weiteren Charaktere auf dem Hof hineinversetzen. Ihre Schicksale  haben mich tief berührt  und regen zum Nachdenken an.  

Die Verlorene“ von Miriam Georg ist ein absolut fesselnder und bewegender Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat. Die Autorin schafft es auf beeindruckende Weise, eine tiefgründige Geschichte voller Emotionen, Spannung und Menschlichkeit zu erzählen. Die Spannung ist  durchgehend so hoch, daß ich mich nicht von dem Buch lösen konnte, bevor ich das , für  mich völlig überraschende,  Ende gelesen habe. 

Im Nachwort geht die Autorin auf ihre eigene Familiengeschichte ein, die sie zu diesem sehr  persönlichen Roman  bewegt hat.  Eine Geschichte über Verlust,  Vertreibung  und der damit entstandenen Traumata,  über die in der Nachkriegszeit so gut wie niemand gesprochen hat. Auch heute  

„Die Verlorene“ ist ein großartiger Roman, der lange nachwirkt und definitiv zu den Büchern gehört, die man nicht so schnell vergisst. Eine klare Leseempfehlung und absolut verdiente 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐ für dieses grandiose Lesehighlight.  
8 reviews
August 7, 2025
Als ihre Großmutter schwer erkrankt scheint es zu spät für all die Fragen die Laura quälen. Denn trotz der Erzählungen von Änne über die Sommer in Schlesien, sprach sie kaum über die Menschen ihrer Vergangenheit. Geheimnisse über die Vertreibung und die Flucht nach Deutschland mit ihrer kleinen Tochter Ellen liegen wie ein Schleier über der Familie. Kurzerhand entschließt Laura sich nach Polen zu fahren und das Gut zu suchen in dem ihre Großmutter aufwuchs. Doch ihre Suche nach der Vergangenheit bringt Wahrheiten an Licht, die alles erschüttern was Laura je zu wissen glaubte. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um das Früher sondern auch um Lauras eigenes Glück.

Eine Geschichte, die mir den Atem geraubt hat, mich vergessen ließ das ich las und mich in eine Zeit entführte, die ich nur noch aus Erzählungen oder dem Schweigen kenne, das noch heute tiefe Gräben zieht.
Die Autorin verwebt Gegenwart und Vergangenheit zu einer Erzählung über Krieg,Vertreibung und Verlust aber auch Stärke und den Mut die Wahrheit zu suchen.
Verworrene Erzählungen, Lügen und Geheimnisse begleiten Laura auf ihrer Suche nach der wahren Geschichte ihrer Großmutter in Schlesien. Doch sie hat auch mit einem eigenen Problem zu kämpfen, dessen Grund tiefer in der Vergangenheit verwurzelt liegen könnte als sie ahnt.
Durch Schweigen und Hass, Unverständnis und Lügen getrennt, beschließt Ellen schlussendlich sich ebenfalls auf die Suche zu begeben, doch kann sie die Wahrheit mit ihrer Mutter versöhnen?
Änne, eine Frau voller Geheimnisse. Über ihre Kindheit spricht sie nicht, nur selten erzählt sie von einem Hof mit Pappelwald und den Pferden. Doch ihr Tod offenbart seltsame Ungereimtheiten. Bringt ein Foto Licht ins dunkle?
Eine junge Liebe voller Hoffnung, ein Geheimnis, dass die Familie für immer zerreißt. Voller Spannung und Gefühl zog mich die Geschichte immer weiter in Bann und ich konnte sie kaum aus der Hand legen. Der bildliche aber leichte Schreibstil ließ mich schnell in das Geschehen eintauchen und ließ den Figuren Raum sich zu entwickeln. Besonders die Frauen in dieser Geschichte sind sehr nah und eindrücklich. Da aus verschiedenen Perspektiven und verschiedenen Zeiten berichtet wird bekommt jede ihre eigene Stimme. Zweifel, Ängste innere Kämpfe und die Zerrissenheit sind sehr ergreifend beschrieben und zeichnen Figuren mit denen man Mitfühlt und Leidet.
Eine Geschichte, deren Bilder mich in Atem hielten, einige Szenen konnte ich kaum lesen, so sehr haben sie mich bewegt. Eine Empfehlung für alle, die Historische Geschichten lieben und sich in einer Familiengeschichte verlieren wollen.


Profile Image for Magnolia .
656 reviews3 followers
August 12, 2025
Tiefgründig, absolut lesenswert

„Die Verlorene“ ist Miriam Georgs persönlichstes Buch, wie sie im Nachwort verrät. Es ist nicht autobiographisch und doch erzählt es viel von ihrer Familie. Von ihrem Großvater etwa, der mit gerade mal zweiundzwanzig Jahren auf der Krim stationiert und dann Jahre in russischer Gefangenschaft war, der als anderer Mensch heimgekehrt ist. In kleinen Schnipseln hat er ab und an erzählt, das meiste aber für sich behalten, wie so viele, die über ihre traumatischen Erlebnisse nicht sprechen konnten.

Miriam Georg hat mich sofort ins Buch gezogen und auch jetzt, nachdem ich um die ganze Geschichte weiß, bin ich noch bei ihnen. Bei Änne, die im hohen Alter gestorben ist, die von Schlesien erzählt hat, über ihre Familie jedoch hat sie geschwiegen. Laura, ihre Enkelin, findet in einer Pferdeskulptur aus Ännes Nachlass ein Bild, das ihre Großmutter in jungen Jahren zeigt, auf der Rückseite jedoch liest sie den ihr unbekannten Namen Luise. Was hat es damit auf sich? Kurzerhand beschließt Laura, auf den ehemaligen Gutshof der Familie zu fahren, der im heutigen Polen liegt. Ellen, ihre Mutter, will nicht mit, kommt aber ein paar Tage später dann doch nach – die beiden Frauen graben tief in der Vergangenheit. Was sie zutage fördern, ist so unglaublich und doch so erschreckend real…

…der Blick zurück beginnt 1941 auf der Krim mit Karl, der sich vor dem Feindesbeschuss in einen Schützengraben rettet. Mit einem Brief, den er immer wieder hervorholt. „Komm heim“ - geheimnisvolle Worte. Waren es tröstliche Worte? Worte voller Sehnsucht?

Zwei Zeitebenen sind es, die sich abwechseln. Wobei ich die Erzählung um die Kriegsjahre noch ein Stück weit intensiver empfinde. Das Leben auf dem Gutshof der Familie und der Helfer in Haus und Hof, die auch aus Kriegsgefangenen bestehen, ist hart. Es gilt, eine Krankheit zu vertuschen, denn die Deutschen fackeln nicht lange. Die Vernichtung lebensunwerten Lebens schwebt im Raum und nicht zuletzt treibt sie auch die Furcht vor den Russen um. Das Traumata um diese Kriegsjahre ist greifbar. Es geht um Vertreibung und Verlust - nicht nur von Hab und Gut - und um familiäre Geheimnisse, die ein Leben lang nicht angesprochen werden.

Diese beiden Erzählebenen nähern sich immer mehr an. Ich bin tief erschüttert, fühle mit ihnen, begreife das ganze Ausmaß dieser dramatischen, so traurigen und der so eindringlich erzählten Geschichte erst ganz zum Schluss so richtig, der so einiges vom meinem Denken, von meinen vorschnellen Urteilen, zurechtrückt. „Die Verlorene“ ist ein Roman, der im Gedächtnis bleibt und trotz aller Tragik ist es ein wundervolles, ein sehr lesenswertes Buch.
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September 6, 2025
Wenn Lauras Großmutter Änne über ihre Vergangenheit in Schlesien erzählt, dann nur über die goldenen Sommer, nie über ihre Familie und Freunde. Außer ihrer Tochter Ellen und ihrer Enkelin scheint die alte Dame niemand mehr zu haben. Laura hat immer wieder versucht, mit ihrer Großmutter über ihre Vergangenheit zu reden. Jetzt gibt es keine Gelegenheit mehr dazu, denn Änne ist nach einem Sturz in ihrem Haus gestorben. Als Laura und Ellen beginnen, ihren Besitz durchzusehen, stoßen sie auf ein altes Foto von Änne. Aber auf der Rückseite steht ein anderer Name.

Miriam Georg erzählt Ännes Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart versuchen Ellen und Laura, das Rätsel um die Vergangenheit ihrer Mutter und Großmutter zu lösen, aber auch das schwierige Verhältnis untereinander zu kitten. Änne hat die Versorgungsvollmacht nicht ihrer Tochter, sondern ihrer Enkelin übertragen. Für Ellen war das nur ein weiterer Beweis, dass ihre Mutter sie nie wirklich geliebt hat. Sie ist darüber so verbittert, dass sie nicht realisiert, wie sie mit ihrer eigenen Tochter das macht. Auch Laura fühlt sich durch das Verhalten ihrer Mutter oft zurückgewiesen.

In der Vergangenheit wird die Geschichte der jungen Änne und ihrer Familie erzählt. Das Mädchen auf dem Bild ist ihre Zwillingsschwester, die für Änne der wichtigste Mensch in ihrem Leben ist. Anfangs habe ich vieles, was sich auf dem Hof abgespielt hat, nicht verstanden. Änne musste ihre Tage in einem Zimmer unterm Dach versteckt verbringen, aber warum? Ich hatte auch den Eindruck, als ob die Eltern, zumindest der Vater, sie ablehnten. Vielleicht nicht sie, aber das enge Verhältnis, das sie zu ihrer Schwester hatte.

Deswegen hat sie mir auch leidgetan, aber auf der anderen Seite war Änne kein einfacher Charakter. Die Liebe zu ihrer Schwester grenzt an Besessenheit. Sie kann niemand anderen an Luises Seite ertragen und unternimmt alles, damit es nur sie und ihre Schwester gibt. Dabei überschreitet sie Grenzen und das alles im Namen der Liebe zu ihrer Schwester. Auf der anderen Seite ist sie auch diejenige, die den und seine Bewohner während des Kriegs rettet. Ihr Charakter hat viele Facetten, aber keine von ihnen hat sie für mich zu einer angenehmen Person gemacht.

Trotzdem fand ich den Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt, stimmiger als den in der Gegenwart. Da haben die Charaktere nur halbherzig agiert und sich von den Ereignissen tragen lassen, anstatt proaktiv zu sein. Trotzdem nähern sich die Vergangenheit und die Gegenwart einander an und verbinden sich zu einem stimmigen Ganzen.
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August 25, 2025
Geschichten zwischen Generationen

Nach dem Verlust ihrer Großmutter Änne werden Lauras Fragen über Ännes Vergangenheit immer größer. Laura findet alte Erinnerungen, die sie schließlich nach Schlesien führen und Laura erkennt, dass die Geschichte ihrer Großmutter komplexer ist, als sie jemals vermutet hätte.

Die Verlorene von Miriam Georg spielt auf zwei Zeitebenen. Wir befinden uns einerseits in Schlesien in den 1940ern und 2019 in Frankfurt und Schlesien. Während wir die 1940er aus vielen Perspektiven erleben, aber vorwiegend aus Ännes, erleben wir die 2019 primär aus Lauras Perspektive.

Der Einstieg fiel mir für ein Buch der Autorin ungewöhnlich schwer und ich habe lange gebraucht, um vor allem mit den Charakteren aus 2019 warm zu werden. Ihre Gedanken und Handlungen waren für mich nicht ganz greifbar und teilweise selbst in späteren Verlauf zu sehr auf den Zufall basiert. Dieser muss gewiss bei einer solchen Reise auch mitspielen, aber dennoch fehlte mir ein geplantes Verhalten, das zu Ergebnissen führt.

Gleichzeitig sorgte der Inhalt aus 2019 dafür, dass ich mir bereits nach 100 Seiten ziemlich sicher war, wie sich die Geschichte um Änne auflösen wird und war dementsprechend am Ende auch zu keiner Zeit überrascht. Ein Effekt der bei historischen Romanen natürlich nicht zwingend erforderlich sein muss, aber die Geschichte hätte ihn durchaus hergegeben.

Das sind dann aber auch schon die wenigen Kritikpunkte die ich habe, ansonsten mochte ich auch Die Verlorene wieder sehr gerne und dabei besonders die 1940er Jahre in Schlesien, die eindrücklich waren und die aufzeigen, was kleine Entscheidungen für Generationen bewirken können. Besonders stark empfand ich die wenigen Szenen aus der Perspektive Karls, im Zusammenhang mit dem Nachwort konnte ich mir auch erschließen warum dies so ist und kann an dieser Stelle auch nur empfehlen, dass auch das sehr starke und persönliche Nachwort gelesen werden sollte.

Miriam Georg schafft es mit Die Verlorene ein Bewusstsein für die eigenen Vorfahren und ihr Erlebtes zu erschaffen, dafür dass sie mehr als „Mutter, Vater, Großmutter, Großvater“ sind und dass sie ihre ganz eigene Geschichte besitzen, mit Träumen, Hoffnungen, aber auch Schicksalsschlägen und öffnet damit ein Ohr für genau das: Den Mensch hinter der Mutter, dem Vater, der Großmutter und dem Großvater zu sehen und beim nächsten Treffen Fragen zu stellen, an die man vor der Lektüre vielleicht nicht gedacht hat.
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August 27, 2025
Die verlorene Geschichte der Großmutter
„Die Verlorene“ ist ein berührender und tiefgründiger Roman, der gleich mehrere Generationen miteinander verwebt und sich behutsam einem lange verdrängten Familiengeheimnis nähert. Im Mittelpunkt steht Laura, die nach dem Tod ihrer Großmutter Änne beginnt, deren Vergangenheit zu erforschen. Bisher wusste sie nur von Ännes Erinnerungen an die Sommer in Schlesien, doch über die Menschen und das Leben damals hatte Änne stets geschwiegen. Erst als Laura Briefe und Dokumente entdeckt, beginnt sie, den Spuren ihrer Familie zu folgen, und stößt auf eine Geschichte, die weit mehr verbirgt, als sie je geahnt hätte.
Der Roman bewegt sich geschickt auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart begleitet man Laura auf ihrer emotionalen Reise nach Polen, wo sie versucht, das ehemalige Gut der Familie zu finden und Antworten auf die vielen offenen Fragen zu bekommen. In der Vergangenheit erleben wir Ännes Kindheit und Jugend auf dem Gutshof, geprägt vom Zweiten Weltkrieg, gesellschaftlichen Zwängen und persönlichen Tragödien.
Miriam Georg gelingt es, die Zeitgeschichte authentisch und lebendig einzufangen. Die bedrückende Atmosphäre während der Nazizeit, das zunehmende Misstrauen, die Angst und das Schweigen. All das wird eindrucksvoll und zugleich sensibel beschrieben. Besonders stark ist die Darstellung der weiblichen Perspektive: Die inneren Konflikte, das Schweigen über Schuld und Verlust und die Kraft, trotz allem weiterzumachen, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Die Charaktere sind fein gezeichnet, besonders die drei Frauen – Änne, ihre Tochter Ellen und Enkelin Laura – wirken vielschichtig und glaubwürdig. Man kann sich gut in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Auch das langsame Aufdecken der Geheimnisse wird spannend und mit viel Fingerspitzengefühl erzählt. Keine plötzlichen Wendungen, sondern ein leises, stetiges Annähern an die Wahrheit.
„Die Verlorene“ ist mehr als ein Familienroman. Es ist ein Buch über Erinnern und Schweigen, über generationsübergreifende Traumata und die Suche nach Identität. Die Autorin verarbeitet dabei auch eigene familiäre Erfahrungen, was dem Roman zusätzliche Tiefe und Authentizität verleiht.
Ein fesselndes, emotionales Buch, das lange nachwirkt. Wer Geschichten mag, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem dichten Geflecht verweben, wird „Die Verlorene“ kaum aus der Hand legen können. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
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November 17, 2025
ein großer Wurf


Mit dem Buch " Die Verlorene" hat die Schriftstellerin Miriam Georg den Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, wie hier Schlesien ein Denkmal gesetzt.
Ich finde , es ist ihr mit diesem Roman ein großer Wurf gelungen. Das Buch berührt und setzt das Thema Flucht, was ja auch bei uns ein großes Thema ist noch mal in einen wichtigen Kontext.

Geschrieben ist das Buch auf zwei Zeitebenen. 2019 und 1944/45.

2019. Änne die Mutter von Ellen und Großmutter von Laura stürzt bei dem Versuch mit einer Leiter das obere Fach ihres Schranlkes zu erreichen. Da Änne schon hoch betagt ist, ist dieser Stürz für sie lebensgefährlich. Sie fällt ins Koma und verstirbt.
Ellen, die immer ein etwas distanziertes Verhältnis zu ihrer Mutter hatte, weil sie auf viele Fragen von Ellen keine Antwort gab, ist schockiert, auch deshalb, weil sie nun keine Antworten bekommt. Als Laura, Ännes Enkelin, ein Bild findet und die Geburtsurkunde von einer Elena, beschließt sie dem Geheimnis ihrer Großmutter auf den Grund zu gehen und nach Schlesien zu reisen auf den Pappelhof, dem Geburthaus ihrer Großmutter.

In Rückblicken erfahren wir nun Ännes Geschichte und die ihrer Familie, vor allem aber auch vieles über ihr enges Verhältnis zu ihrer Schwester Luise.

Was für ein Buch ! Selten hat mich ein Buch so berührt und mitgenommen, wie " Die Verlorene". Sicherlich hat man schon viele Bücher über diese Zeit gelesen und auch Fluchtgeschichten gehört, doch dieses Buch vereint sehr viel.
Die Situation von Menschen , die anders waren und die daraus resultierenden Konsequenzen, die Situation von Menschen, die nach der Kapitulation ihre Heimat verloren ohne dafür verantwortlich zu sein und bedingungslose Geschwisterliebe.
Miriam Georg hat als Grundlage für dieses Buch Manuskripte ihres Vaters genutzt, um diesen Roman zu schreiben, denn ihr Vater hatte seine Geschichte aufgeschrieben, fand jedoch keinen Verlag, weil nach dem Krieg niemand mehr etwas von Krieg und Flucht lesen wollte.
Ihr Vater wäre sicher sehr stolz auf sie, wenn er dieses Buch lesen würde, denn es ist ein Buch das nicht nur ein Denkmal für die Menschen aus den Ostgebieten ist, sondern auch ein Buch das dem Leser lange im Gedächtnis bleiben wird, weil es die Vergangenheit lebendig hält, was ich als sehr wichtig empfinde.
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August 28, 2025
Zwei Zeitebenen

Viele Kinder aus den letzten Kriegsjahren kennen nicht ihre komplette Familiengeschichte. Teils wachsen die Kinder ohne Vater oder bei Adoptiveltern auf und erfahren die Wahrheit erst Jahre später. So auch in „Die Verlorene“ von Miriam Georg.

Lauras Großmutter Änne stirbt nach einem Sturz. In ihren Nachlass finden sich Dokumente, die Laura und ihre Mutter Helen stutzig machen. Die Enkelin begibt sich auf Spurensuche in Schlesien…
Im Schlesien der 1940er Jahre lebt Änne mit ihrer Zwillingsschwester Louise und den Eltern. Zwangsenteignung, Tod, Armut und Kriegsgefangene als Arbeitskräfte stehen auf der Tagesordnung. Doch was sind das für Anfälle, die Änne hat? Und warum muss sie sich verstecken?
Ich finde den Roman sehr beeindruckend. Es gelingt, eine Brücke zwischen den damaligen Schlesien und Deutschland in der Gegenwart zu bauen. Änne und Laura sind starke Protagonistinnen auf der Suche nach Wahrheit, was damals wie heute ein relevantes Thema ist. Georg gelingt es, die beiden Zeitebenen durch Themen wie Familie, Schwangerschaft, Generationskonflikte und Ähnliches zu verweben. Jede Zeit stellt die Probleme auf ihre Weise dar, aber im Kern sind sie ähnlich.

Schlimm finde ich persönlich, dass Änne sich damals verstecken musste und selber nie erfahren hat, warum. Sicher, Kinder mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen wurden damals getötet, aus heutiger Sicht versteht man das Versteckspiel, aber Änne war sich über ihre Krankheit nicht selber bewusst. Sie hatte nicht die Möglichkeit, sich behandeln zu lassen- auch später nicht, als es Therapie gab.

Ein weiterer für mich wichtiger Aspekt ist der Fakt, dass generell nicht aufgearbeitet wurde. Laura und Helen wissen gar nichts über die Jugend ihrer Mutter und Oma. So viel Wirrwarr ist zwar nicht unüblich, allerdings sehr belastend. Auch für Änne muss es eine Qual gewesen sein, nie darüber zu sprechen. Sie kannte es vermutlich durch das Versteckspiel nicht anders, allerdings führen mir gerade solche Geschichten vor Augen, wie drastisch es damals war.
Ich mochte den Roman sehr gerne. Nicht zu aufgeregt, aber mit der nötigen Distanz und Tiefe wird von einer Familie berichtet, die exemplarisch für viele steht. Ich gebe fünf Sterne.
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September 11, 2025
inspiriert von der eigenen Familiengeschichte

Klappentext:
Lauras Großmutter Änne hat oft von den goldenen Sommern in Schlesien erzählt. Über die Menschen von damals wollte sie jedoch nie sprechen. Als Änne schwer erkrankt, scheint es Laura auf einmal zu spät für all ihre unausgesprochenen Fragen. Auf der Suche nach Antworten fährt sie zum ehemaligen Gutshof ihrer Familie und taucht immer tiefer ein in die Vergangenheit. Dabei stößt sie auf schmerzliche Wahrheiten, die das Bild der Frau, die ihr so vertraut war, erschüttern. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Fragen nach dem Früher, sondern auch um Lauras eigenes Glück.

„Die Verlorene“ ist wieder eine große Familiengeschichte von Miriam Georg.
Die Autorin hat mich schon mit einigen Romanen begeistert. Auf das neue Werk habe ich mich schon gefreut.

Im Mittelpunkt stehen Laura und Änne, ihre Großmutter. Die Geschichte hat zwei Zeitstränge.
Einmal begleiten die Leser*innen Laura, die sich mit der Familiengeschichte beschäftigt. Laura erzählt ihre Geschichte in einem sehr ruhigen Ton, bleibt dabei eher blass. Die Hauptfigur ist zweifelsfrei Änne. Sie führt uns in die Vergangenheit und erzählt ihre Geschichte.
Aufgewachsen ist Änne auf einem Gutshof in Schlesien. Sie bekommt ein Paket mit alten Bildern. Interessiert tauchen bei Laura Fragen auf. Laura möchte die alte Heimat ihrer Großmutter besuchen. Dort erfährt sie ungeahnte Wahrheiten. Es zeichnet sich nach und nach ein ganz anderes Bild von ihrer Großmutter auf.

Miriam Georg kann einfach Geschichten erzählen. Ihre Charaktere sind immer richtig lebendig. Die Zeit der Handlung fängt die Autorin immer gut ein. Kleinigkeiten, wie übliche Alltagsgegenstände aber auch die Landschaften und der Gutshof versetzten die Leser*innen in eine vergangene Zeit.

Miriam Georg erzählt fesselnd und gleichzeitig berührend. Mich hat die Geschichte von Änne sehr berührt. Man konnte zwar nicht jede Handlung der Frau nachvollziehen, muss aber immer die Zeit im Auge bezahlten. Flucht und Vertreibung lassen die Personen nicht immer so handeln wie man es auf dem Sofa vielleicht erwartet.

Miriam Georg wurde von der Geschichte ihrer Großmutter zu „Die Verlorene“ inspiriert.
Die Autorin teilt hier auf wunderbare Weise ihre persönliche Geschichte mit den Leser*innen.
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June 25, 2026
Czy wojenne traumy mogą zatruć następne pokolenia? Autorka „Utraconej” przekonuje, że tak, że koszmarne wydarzenia przekazywane są dalej nawet w sposób nieuświadomiony, nawet bez słów.
 
Gdy umiera babcia Laury, na powierzchnię wynurzają się rodzinne tajemnice. Chcąc odzyskać spokój duszy dla siebie i swojej matki, Laura wyrusza do dawnego rodzinnego majątku i odkrywa, że przeszłość jej rodziny jest inna niż sobie kiedykolwiek wyobrażała.
 
Opowieść prowadzona jest w dwóch liniach czasowych - jednocześnie obserwujemy postępy w śledztwie prowadzonym przez Laurę i wydarzenia z przeszłości, gdy świat opętany jest wojną światową. Część dotycząca teraźniejszości mnie nie porwała, zdecydowanie wolałam zanurzyć się w wojennej rzeczywistości i niechętnie wracałam do czasów współczesnych, chociaż zakończenie tej części historii też było zaskakujące.
Według Autorki działania wojenne oszczędziły Śląsk należący w tamtych czasach do Niemiec. Nie licząc nieobecności synów i strachu o nich, konieczności zastąpienia własnych pracowników jeńcami wojennymi i niepokoju o jedną z córek, atmosfera przekazana przez Miriam Georg wydawała się dość sielska.  Być może wynika to z faktu skupienia się przez Autorkę na relacjach międzyludzkich, emocjach związanych z dorastaniem i wielką miłością. Z początku mi to przeszkadzało, ale postanowiłam po prostu wczuć się w ten lekko zamglony poranną mgłą klimat i wciągnęłam się w tę historię po uszy. A jest to dobra, cudownie pogmatwana historia, luźno inspirowana doświadczeniami wojennymi dziadków Autorki, z fajnymi, wyrazistymi bohaterami. Napisana bardzo ładnym językiem, co dla mnie ma duże znaczenie.
 
Jak już mówiłam wcześniej, zabrakło mi realiów wojennych, o których chętnie bym poczytała, tym bardziej od strony niemieckich wysiedleńców – w Polsce na ten temat niewiele się mówi. Na usprawiedliwienie trzeba przyznać, że nie jest to książka historyczna, a dla fanów sag rodzinnych będzie cennym nabytkiem. Przeczytacie o sile kobiet, trudnych emocjach i o tym jak wielki wpływ ma polityka na życie człowieka.
 
Za egzemplarz dziękuję Wydawnictwu Luna.
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