Nach der Trennung von ihrem Freund braucht Melanie einen Tapetenwechsel. Sie bucht einen Flug nach Barcelona, ohne einen Kopf dafür zu haben, was sie dort alleine überhaupt soll. Sie hat kaum Gepäck dabei, gerade das, was ihr so zu Hause im Weg steht, dafür reichlich seelischen Ballast – die Ängste vor dem Alleinsein, den Druck, es allen recht zu machen, das Gefühl, kein Gefühl fürs Leben zu haben. Völlig unerwartet wird sie in Barcelona aus ihren Grübeleien geweckt. Sie begegnet Menschen, die auf sie gewartet zu haben scheinen, einem kleinen Mädchen voller Weisheit, einem Schuster voller Klugheit und einem alten Paar voller Liebe. Und fast von allein, fast ohne ihr Zutun, beginnt sich alles in ihrem Leben zu verändern.
Wenn ich das Buch mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es “wild”. Und das nicht auf eine gute Art. Die Message ist vielleicht gut, aber die Art es rüber zu bringen ist einfach komplett an den Haaren herbeigezogen. Schade!
Ich brauchte mal leichte Lektüre mit psychologischem Hintergrund. Das Buch hat mich positiv überrascht, auch wenn ich gerade am Anfang gedacht habe: "Alle können Deutsch? Melanie kann so gut Spanisch?" Auch Lolas Verhalten war am Anfang etwas wo ich mich nicht wohl fühlte. Kleines Mädchen nimmt fremde Frau mit nach Hause ... aber ich hab dann ziemlich schnell, alleine wie sie gesprochen hat gemerkt, dass sie dafür da ist, die kindliche Neugier darzustellen. Dann mit Miguel hatte ich das Gefühl, dass es in Richtung "Die Geister die ich rief" ging. Dann konnte ich richtig abschalten und mich darauf einlassen und ich war überrascht, dass es am Ende dann genau das war. In vielen Punkten habe ich mich selber wieder gefunden. Was spannend ist, sobald man nicht mehr als People Pleaser unterwegs ist, man sich zum Negativen geändert hat - nein, hab ich nicht, ich richte mich nur nicht mehr nach Menschen um ihnen alles recht zu machen. Aber es ist Arbeit zu lernen für sich einzustehen. An manchen Tagen einfacher, als an anderen.
Die Protagonistin begegnet in einer Reise nach Ihrer Trennung verschiedenen Menschen, die ihr in Gesprächen Tips und Anstöße für ihr Leben geben.
Leider finde ich die Herangehensweise ein bisschen platt. Es werden im Dialog blitzschnell Erkenntnisse mit der Protagonistin geteilt. Sie schafft es sofort die neuen Blickwinkel / Erkenntnisse anzunehmen und möchte ihr Leben entsprechend zum besseren ändern. Dabei find ich die Erkenntnisse nicht schlecht, aber die Gespräche erscheinen mir ein bisschen unrealistisch und sie lernt nicht durch Erfahrungen selbst was ihr wichtig ist. Wir erfahren auch kaum warum sie ihr Leben mit der Reise ändern möchte oder was sie sonst ausmacht. F
ür mich waren es leider ein bisschen zu viele Floskeln und Kalendersprüche und zu viele Selbstfindungsthemen die hier kompakt abgehandelt werden sollten. Inhaltlich kann sich aber sicherlich jeder etwas mitnehmen.