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Aufstieg und Fall der Menschheit: Warum unsere Spezies am Rand des Aussterbens steht | Nominiert für das Wissenschaftsbuch des Jahres 2026

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Erstmals in der Geschichte der Menschheit geht die Wachstumsrate unserer Spezies zurück. Bereits in rund 50 Jahren wird die Zahl der Menschen auf der Erde abnehmen – und zwar schnell. 

In diesem provokanten Buch erzählt der preisgekrönte Wissenschaftsautor Henry Gee die Geschichte unserer Art – von den Anfängen bis zu ihrem Ende. Mit seinem unverkennbaren Humor zeigt er, wie es den Menschen gelingen konnte, sich immer weiter auszubreiten, obwohl ihre genetische Vielfalt kleiner ist als die der Schimpansen. Wie sie immer neue Herausforderungen überstanden, ihre Lebensgrundlagen rücksichtslos zerstörten, und warum es aus wissenschaftlicher Sicht unausweichlich ist, dass unsere Herrschaft über die Erde ein Ende haben wird. Unvergleichlich kenntnisreich und leichtfüßig erklärt Gee das Rätsel um die sinkende Fertilitätsrate der Menschheit und die Probleme, die eine schwindende Population mit sich bringt. Doch Gee sagt, es gibt Uns bleiben noch gut 200 Jahre, um einen Ausweg zu finden. Wir müssen uns dringend einer Zukunft stellen, die viel Einfallsreichtum, Weitsicht und Zusammenarbeit von uns verlangt. Einer Zukunft im All.

246 pages, Kindle Edition

Published July 15, 2025

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About the author

Henry Gee

65 books191 followers
Henry Gee's next book The Wonder of Life on earth, illustrated by Raxenne Maniquiz, is out on 5 February 2026. His other books include The Decline and Fall of the Human Empire, A (Very) Short History of Life on Earth (winner of the 2022 Royal Society Science Book Prize) and The Science of Middle earth. His books have been translated into more than 25 languages. He is represented by Jill Grinberg Literary Management and lives in Cromer, England.

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Profile Image for A YOGAM.
2,363 reviews9 followers
December 28, 2025
„Aufstieg und Fall der Menschheit“
Oder: Warum wir die Party verlassen, bevor das Buffet abgeräumt ist

Hatten Sie heute schon Angst vor Überbevölkerung? Entspannen Sie sich. Henry Gee erklärt mit trockenem britischem Humor, dass wir uns eher fragen sollten, ob in zwei Jahrhunderten überhaupt noch jemand da ist, um das Licht auszumachen. Während Geopolitik traditionell als Kampf um Territorien gedacht wird, verschiebt Gee den Fokus radikal: Das eigentliche Problem ist nicht der Platzmangel, sondern das Verschwinden der „Soldaten“ – und der Steuerzahler.

Die biologische „Revolution in Bewegung“
Gee beschreibt den Menschen als kosmischen Glücksritter. Genetisch schlechter ausgestattet als ein Schimpanse, hat Homo sapiens dennoch den Planeten dominiert – und ihn dabei an den Rand des Ruins gebracht. In Anlehnung an Jean-Clément Martins Begriff der Französischen Revolution als „révolution en mouvement“ erscheint auch die Menschheitsgeschichte als permanenter Aufbruch, der nun in einer Sackgasse endet.
Wie die Monarchie 1787 nicht mehr in der Lage war, ihre eigenen Widersprüche zu lösen, so steht auch die „Monarchie der Menschheit“ vor dem biologischen Aus: Wir zerstören die Grundlagen unseres eigenen Fortbestands mit bemerkenswerter Konsequenz.

Geopolitik des Verschwindens: Die „Große Angst“ 2.0
Wo die Französische Revolution von der „Grande Peur“ – der Angst vor imaginären Feinden – begleitet wurde, erleben wir heute eine neue Form der Panik: die Angst vor der schrumpfenden Bevölkerung. In rund fünfzig Jahren wird die Weltbevölkerung zu sinken beginnen – rasch und unumkehrbar.
Das ist geopolitischer Sprengstoff: Wer kontrolliert Ressourcen, wenn es an Menschen fehlt, um sie zu fördern, zu verarbeiten oder zu verteilen?

Unvernünftige Beharrlichkeit als globales Syndrom
Vielleicht ist der verzweifelte Versuch der Menschheit, an ihrem Status quo festzuhalten, nichts anderes als eine planetarische Form der „obstination déraisonnable“ – jener medizinethischen Kategorie, mit der Véronique Fournier das sinnlose Festhalten an lebensverlängernden Maßnahmen beschreibt.
Wir klammern uns an ein Wachstums- und Herrschaftsmodell, dessen biologisches Ablaufdatum längst überschritten ist.

Ein Siegel der Prophezeiung
So wie Pascal Buresi betont, dass der heutige Islam nicht mehr der der Ursprünge ist, macht Gee deutlich: Auch die Menschheit von heute ist nicht mehr die überlebensfähige Spezies von einst. Sinkende Fertilitätsraten entlarven Mauern, Waffen und klassische Machtpolitik als Anachronismen. Wenn es niemanden mehr gibt, der beherrscht werden kann, verliert Macht ihren Sinn.

Abflug in 200 Jahren
Gee gibt der Menschheit noch etwa zwei Jahrhunderte. Sein Vorschlag: Kooperation, Weitsicht – und der Sprung ins All. Keine revolutionären Säuberungen, sondern kollektive Intelligenz. Andernfalls droht uns ein globales Varennes: der gescheiterte Versuch, der Geschichte zu entkommen, bevor sie uns einholt.
Bewertung: ★★★★★

Ein petit traité de consolation für die gesamte Menschheit – ein Buch für alle, die über den Untergang lachen können, solange noch jemand da ist, der den Witz versteht.

Exkurs: Biologische Sackgasse und soziologische Inzucht
Ein Vergleich zwischen Henry Gees biologischer Diagnose und Stéphanie Grousset-Charrières Analyse der Harvard Final Clubs offenbart verblüffende Parallelen zwischen dem Überlebenskampf einer Spezies und der Selbsterhaltung einer Machtelite.
1. Mangelnde Diversität
* Biologisch: Die genetische Vielfalt der Menschheit ist geringer als die von Schimpansen – ein Risikofaktor für das Überleben.
* Soziologisch: Die Final Clubs reproduzieren eine homogene Elite, selektiert nach Habitus und Herkunft. Diese soziale „Inzucht“ schwächt langfristig ihre Anpassungsfähigkeit.
2. Entkoppelung und „Staat im Staate“
* Die Menschheit agiert wie eine biologische Monarchie, die ihre eigenen Probleme nicht mehr lösen kann.
* Die Elite kapselt sich ab, schützt sich durch Geheimhaltung und verliert dadurch Legitimität und gesellschaftliche Funktion.
3. Das Reproduktionsparadox
* Biologisch: Der Erfolg der Menschheit erzeugt die Bedingungen ihres Niedergangs.
* Soziologisch: Lebenslange Netzwerke sichern Macht, verhindern aber notwendige Öffnung und Wandel – eine weitere Form unvernünftiger Beharrlichkeit.

Zusammenarbeit als letzter Ausweg
Während Henry Gee für das Überleben der Menschheit Kooperation fordert, gilt für Eliten dasselbe Prinzip: Wer sich ausschließlich über Ausschluss definiert, steuert auf sein eigenes Varennes zu. Biologisches Überleben verlangt Öffnung – und soziologische Relevanz ebenso.
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