Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie. »WTF!«, denkt Amira und macht erstmal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss plötzlich Amira sich rechtfertigen. Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. ›Balagan‹), das die deutsch-jüdische Geschichte ihr hinterlassen hat.
Mirna Funk works as a journalist, author and copy-writer. She lives in both Germany and Israel.
Born in Berlin in 1981, Funk majored Philosophy and History at Humboldt-University. She conducts articles, essays and copy for various magazines, newspapers and brands like NEON, NIDO, ZEIT Magazin and Süddeutsche Magazin.
Her debut novel Winternähe was published in July 2015 by S. Fischer Verlage. It was awarded with the "Uwe Johnson prize" for emerging writers and nominated for the "aspekte literature prize" for "best debut novel" as well.
Mirna Funk was invited by the Dutch Literature Foundation to stay at a writer-residency in Amsterdam from April 1 till May 15, by the PEN Belgium to live in Antwerp from June 1 till June 30 and by the Goethe Institute Finnland to work in Tampere from October 1 till October 31 2016.
Ich hätte es bei etwa Seite 150 nicht erwartet, aber das Buch enthält tatsächlich ein paar interessante Seiten. Ein paar. Vielleicht aber auch nur für mich, weil ich selbst nicht so tief drin bin in den Hintergründen des Krieges zwischen Israel und Palästina und wie sich dieser auf den Alltag der deutsch-jüdischen Bevölkerung (hier) in Berlin auswirkt.
Dennoch: der Großteil des Romans war einfach nur anstrengend.
Das liegt vor allem an der maximal unsympathischen Protagonistin. Die 32 jährige angebliche Überfliegerin soll in ihren 20ern ein Online-Magazin aufgebaut haben, 6 (?) Angestellte und ein siebenstelliges Angebot von Burda gehabt haben. Sie verhält sich aber wie ein pupertierender Teenager, der 'schwul' noch als Schimpfwort verwendet. Als ihre Angestellten (nachdem es nicht mehr so gut läuft und das Gehalt überfällig ist) sie bestehlen und ihr Büro ausräumen wollen, gibt sie ihnen zur Belohnung 3 Tage frei. Klar, so lässt sich sicher ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen.
Als sie eine millionenschwere, jahrzehntelang verschollene Kunstsammlung erbt, die die anderen Erben ebenso lang schon suchen, ist ihr erster Impuls, eine Insta-Story zu machen, ihr zweiter Impuls, das gepostete Bild an den erstbesten russischen Oligarchen zu verscherbeln und der dritte, sich und die gesamte Sammlung betrunken einem Mann in Seidenhemd und pinker Balenciaga-Hose anzuvertrauen. Ach sie setzt die Sammlung übrigens auch betrunken beim illegalen Poker (wieder mal mit Russen) ein. Es vergeht kaum eine Seite ohne irrationale Handlung der Protagonistin. Die Dialoge erinnern an die 12-jähriger Kids, die man zufällig in der U-Bahn belauscht (Voll real, guuuurl). Dazwischen unangenehme Sex-Szenen.
Ich glaube dennoch, es wir seine Leserschaft finden. Fans von 'Yellowface' könnten es mögen.
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